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Jtt 113.

Jutda, Dienstag, den 20. Mai 1902.

29. Jahrgang.

© Der Spaziergang nach Pretoria-

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Es hat eine Z-it gegeben, in der es bei den Engländern schr beliebt war. verächtlich von einem Spaziergange nach Bloemsontei« und Pretoria zu reden. Der Spaziergang ist den Engländern sehr sauer geworden und hat ihnen Tausende von Millionen gekostet; und obwohl die Burenstaate» vor nun bald zwei Jahren fkirrliLst von den Engländern annektiri, also als teue britische Kolonialbesttzungen im Namen der Königin von Großbritannien und Irland als Theile des britischen Reiches erklärt wurden, gehören ihnen diese Gebiete heutigen Tages roch nicht, weder nach dem Stande der Entwickelung deS Krieges, noch nach dem Völkerrechte.

Di« Besitznahme des Orange-Freistaates er> folgte am 24. Mai 1900. Damals war briti­scher Oberbefehlshaber in Südafrika Lord Roberts; und dieser unterzeichnete an dem ge­nannten Tage die Proklamation, durch diege- wisie Gebiete von Südafrika, bisher unter drm Namen Oranje-Freistaat betont, durch die Truppen Ihrer Majestät erobrrt, nunmehr nach dem Willen Ihrer Maj-stät dero Landen ein- verleibt sind ..." Und am 1. Slptember 1900 geschah unter entsprechende» Formen die sogenannte Besitznahme von Transvaal»

Dee Burexpcäsioenten des Oranje-Freistaates Md der Transvaal Republik, Srijn unbRt tiger, erhoben damals Mckerfproch gegen diese Besitz­ergreifungen, und zmav mit vollem Richt«. Die Heer- der b,iden R publiken waren ja nichts weniger ulS geschlagen; bekennen fiw heute, «ach zwei Jahren, noch nicht als geschlagen; und nach dem Völkerrechte st ht einem krieg­führenden. Theile durchaus kein Anspruch zu auf die Besitzergreifung des feindlichen Landes, bevor nicht dessen Truppen vollkommen besiegt und unfähig zur weitern Kriegsührung sind. Davon konnte und kann b-s zum heutigen Tage leine Rede sein, ob nun Lord Roberts in Bloem­fontein und in Pretoria einmaischirte oder nicht. Von einer Eroberung der Burenstaaten konnte i keine Rede sein. Daran wird nichts geändert durch die Redensart im entgegengesetzten Ginne in den Proklamationen des damaligen britischen Möerbesehlshabers.

WaS wollten die Engländer mit dieser 'Komöäie? Ein englische- Blatt, der »Manchester Guardian' hat es damals in ungeschminkter !Redeweise ausgesprochen:Die englische Regie« rung so schrieb das genannte Blatt am 6. September 1900 kündigt einfach ihre Absicht der Arn kiirung an; d. h. sie nimmt für sich das Recht in Anspruch, alle männlichen Einwohner von Transvaal, die sich einer aufrezwunpenen Regierung nicht unterwerfen wollen, zu tödten oder gefangen zu nehmen. Diese Maßregel be­deutet, daß die Regierung für sich das Recht in Anspruch nimmt, die sogenannten Rebellen da­durch zu bestrafen, daß man ihre Höfe einäschert. .In der Weltgeschichte wird man einen derartig geaaltlbätigen Rechtsbruch kaum wieder finden." Diesen Worten eines englischen Blattes ist nichts weiter hinzuzuftigen. Das Vorgehen der britischen

ltttmts-Erimrungru eines alten -mW».

Halbverzeffene Geschichten aus den 30 et und 40 er Jahren MS 19. Jahrhunderts von B. E. Coester.

19 ------ (Nachdruck verboten)

Es war einfach herrlich. Arm in Arm, -die Cigarren im Mund, stiegen wir langsam durch die schattendunklen Wege bis zum tempel- ^eschmückten Gipfel der kleinen Anhöhe.

Froh des endlichen Beisammenseins, berichte- ten wir uns gegenseitig, was das Leben uns Erwähnenswerthes gebracht, tauschten wir alte Erinnerungen aus, sprachen wir von gemeinsam verlebten schönen oder trüben Tagen der Ver­gangenheit. In die Gegenwart zurück trieb uns ein bis jetzt noch ganz fernes Grollen, ein leiser Donner, der uns aber doch, verbunden mit der immer mehr zunehmenden Schwüle, veranlaßte, den Heimweg anzutreten.

Als wir unser kleines Hotel wieder erreicht chatten, war der Himmel bereits ganz bezogen und einzelne Blitze leuchteten auf. In der etwas nie­drigen, bis jetzt nur von Fliegen allerdings massenhaften Fliegen besetzten Wirthsstube war es doch herrlich kühl gegen draußen und das Bier tadellos.

Kaum 10 Minuten mochten wir so zusammen gesessen haben, froh darüber, noch, wenn auch nicht mit trockener Haut, so doch mit trockenen Kleidern, das schützende Dach erreicht zu haben, - als sich plötzlich die Thür öffnete und ein ganzer Schwarm aufgeregt durcheinander redender, lachen- >der und schreiender Menschen hereindrang, froh,

Regierung hat in ihrem eigenen Lande biepntge BeurtHeilung erfahren, die ihm gebührt. Man muß ja auch immer bedenken, daß der Krieg den Buren von den Engländern aufgezwungen wurde im Jkteresse e§ Börsen-Klüngels", wie da­mals Lord Kitchener sich ausdrückie, der nachher als Nachfolger deS Lord Roberts selbst den Oberbefehl in bhfttn Kriege übernahm; und unter diesem Gesichtswinkel muß mau die Ftiedensoerhandlungea beurtheilen, die j tzt zwischen den Buren und den Engländern aus­genommen sind.

Ehemals waren die Buren rach den Reden der brillschen Minister Rebellen, Räuber und Diebe. Die Tonart bat eine starke Linderung erfahren; und vor einigen Wochen sprach der britische Schotzsekrerär von den Buren als von tapferen und ehrerwerthen Männern. D-r britischen Regierung selbst muß wohl also in­zwischen die Ett sicht dafür aufzelämmert sein, doß sie mit ihrer vm ausgegangenen sogenannten Anniklirung der Barenstaaten nicht du.ch- kommt.

Es würde ein gänzlich verfehltes Beginnen sein, über den muihwaßlichen Gang der Friedens« Verhandlungen in Vereeniging und Pretoria irgend etwas Vorhersagen zu wollen. Nur das Eine ist ß stzüstellen, daß man im Gegen theil mit allen Urtbeilen herüber arßnordentlich vorsichtig sein muß. Auch Herr Joe Chamberlain selbst hat diesen Grundsatz befolgt bei efrer Rede, die er kürzlich in Loudon bei der Jahresver­sammlung derLiberal--« Unionisten. Gesellschaft" gehalten hat; er meinte sogar, die Burensührer würden wohl solche Vorschläge machen, die von der britischen Regierung nicht angenommen wer­den könnten. In derselben zurückhaltenden W.ise hat sich der Burengesandte Dr. Leyds auSge- ssrochen, der in diesen Tagen in der russischen Hauptstadt weilte. Aber in beinahe überraschend lebhafter Tonart hat Dr. L-yds dabei betont, daß die Burenvon ihren berechtigten Forde- nntgen nicht das Geringste aufgeben wollen.- Ob er zu diesen berechtigten Forderungen auch die llnadhängigkeit der Buren rechnet, ist nicht ge­sagt. Die Londoner ,St. James-Gazette' be­hauptet, die Buren könnten gar nicht im Zweifel darüber sein, daß nur auf der Grundlage der Ausgabe der politischen Unabhängigkeit überhaupt Verhandlungen mit Auk sicht auf Erfolg statt- finden kömten. Aber die britische Regierung wird in manchen Punkten mit sich reden lösten. Herr Chamberlain, der sonst den Mund Nie voll genug nehmen konnte, hat in London gesagt: die britische Regierung habe niemals auf bedingungs­loser Uebergabe bestanden. Welche Bedingungen sie stellt, hat er natürlich verschwiegen.

Die britischen Minister haben London aus­nahmslos über Pfingsten verlosten. Das deutet mit Sicherheit darauf hin, doß an eine gar zu schnelle Entscheidung über Krieg oder Frieden zwischen den Engländern und Buren nicht ge­dacht wird.

vor dem heftigen Platzregen, der jetzt begann, das schützende Dach noch erreicht zu haben.

Trotz der geöffneten Fenster wurde es aber bald unerträglich heiß in der niedrigen Stube, und ich schlug Rohden vor, mit mir in mein im ersten Stock gelegenes Zimmer zu gehen.

Schnarrend und raffelnd verkündete die alte, von Rauch geschwärzte, hohe Standuhr neben dem Ofen die siebente Abendstunde, als wir, an ihr vorbeihuschend, die Thüre möglichst ungesehen zu erreichen suchten, und streiften dabei die hohe, schlanke Gestalt eines Offiziers, der mit der Ge­sellschaft hereingekommen, aber offenbar nicht zu ihr gehörte. Er war im Begriff, aufzubrechen, und bezahlte gerade feine kleine Zeche, als er unserer ansichtig wurde.Rohden, sind Sie es denn wirklich?" rief er,welch'unverhoffte Freude!" Ueberrascht, aber sichtlich erfreut, drehte sich Freund Rohden beim Klang dieser Stimme um.Herr von Ehler, wo in aller Welt kommen Sie her?"

Von Eisenach!" war die vergnügte Antwort. Ich bin seit 14 Tagen Major und habe einen kleinen Abstecher hierher gemacht, um mich meiner, mir jetzt sehr wohlgesinnten Schwiegermama in meiner neuen Würde zu präsentiren und mich persönlich von ihrem Wohlbefinden zu überzeugen, aber verzeihen Sie," rief er, mich plötzlich be­merkend,ist das nicht Herr von Adlerskopf ich weiß nicht, Herr General, ob ich noch die Ehre habe, Ihnen bekannt zu sein ?"

Aber gewiß, Herr Major," sagte ich, seine Hand ergreifend,Sie haben umgesattelt und sind stärker geworden, und erinnern mich sehr an Ihren Herrn Vater, in dessen Begleitung ich Sie es mögen wohl bald 15 Jahre her sein als ganz jungen Husarenoffizier in Grebenstein kennen

Berlin, 17. Mai 1902.

+ Di- Thronfolge i« Schwarzvnrg- Alnöolfladt.-st Günther von Schwarzburg- Rudolstadt ist jetzt öo Jahrs alt. Er hat i. I. 1891 Die Ehe mit der Fürstin geschloffen. Die Ebe ist bis j tzt kinderlos geblieben. Der Fürst hat keine B-üver, nur »wei Schwestern. So kommt nun nach eiset Vereinbarung der beiden schwarz- burgischen Lmien Lei dem Aussterben des Mannes- stamme» in dem Rudolstä^et-stentbum als Thronerbe Prinz S'zzo in Betracht, der jetzt 42 Jahre alt ist. Dieser ist ein Enkel von dem Bruder d«s Großvaters des repterenben Fürsten ur.b der Sohn einer zur P inz sstn von A-halt ernannten Gräfin Rheiaa. In v esen Tagen war im L mdtoge von Schwarzburg Rudolstadt die Rcke von der Thronfolge. Der steif. Abz. Liebmann sprach bei der E-ö teiung der Steu-rsrech-it der Mitglieder btS-stllcheri Hauser den W rusch au«: unser Erbprinz Se. Durchlaucht Pu z S'zzo möchte feinen Wohnsitz im ßanoe nehmen." Da­raus antwortete Staatemtnistrr von Starck: es sei ihm neu, daß Prinz Sizzo der E r b p r i n z sei; auch körne man dem Fürsten nicht zumuthen, ihm eine Wohnung ei> zuräumen. ... Es handelt sich darum, daß der Prinz nicht eher amtlich als E.b- prinz gilt, als bi» wirklich feststeht, baß andere mänr.l'.che Thronerben nicht vorhanten find Richs bestoweniger ist die Tonart gegen den Prinzen tigenthümlich genug. Der Adg. Liebmann haue in dem Sinne feiner Aeußerung einen besonderen Antrag gestellt. Dieser Antrag ronrae aber mit knapper Mehrheit abgelehnt.

+ Der DreiSrmd »«d Ir«mürrich. Graf Goluchowski, der gemetnfnme Minister deS Aus rrä:tig-n für die beiden Hälften der habsburgischen Monarchie hat, wie bekannt, gleich dem deutfchen Reichskanzler darauf hinzeviesen, daß eS keiner Dreiburdswacht verwehrt sei, freundliche Bk« ziehungeu für sich allein mit anderen Mächten anzukvLpfen, so also Italien mit Frankreich. Ader in dem Dreibund-Verträge selbst ist keine Rede davon; das gilt als selbstverständliche Voraussetzung. Entgegen anderen ZeitungS« Sußerungen, die das Segentheil behaupteten, schre bt die römische, dem italienischen Ministerium nahe stehendeStampa":Im Dreibund Ver« trage bestehen gar keine besonderen Bestimmungen über Frankreich, von denen so viel geschrienen wird. Die gegenseitige Bürgschaft des Besitz« stand S bedingt zwar, dsß j-be der ve bündeten Mächte, falls ein Bundesgenosse bedroht würde, zu den Waffen greift. Aber eS wurde in tem Vertrage keiner Macht, von der ein Aogr-ff aus­gehen könnte, Erwähnung gethan. Der Drei­bunds-Vertrag ist geheim und wird es bleiben. Wie sollte Frankreich gegen eine Vertrags- best mmung, die eS nicht kennt, und vollends gegen eine solche Verwahrung einlegen, dir gar nicht besteht?"

lernte. Aber Sie wollen uns doch nicht schon verlassen?"

Ich muß leider," war die Entgegnung,der Zug geht in 10 Minuten ab und mein Urlaub ist zu Ende, aber es war mir eine große Freude, die Herren einmal wiedergesehen zu haben."

Damit verabschiedete sich der liebenswürdige, sehr jugendlich aussehende Major rasch von uns und wir erneuerten unseren Versuch, dem Trubel zu entrinnen. Einer der Anwesenden, ein Be­kannter Rohdens, vereitelte abermals unsere Ab­sicht, indem er diesem erzählte, sie hätten den Wunsch gehabt, den verregneten Abend durch ein Tänzchen zu beschließen, da dies aber der Wirth ohne Erlaubniß nicht gestatten könne, wollten sie mit dem nächsten Zug nach Kassel zurück. Und so traten sie (es war ein Kasseler Gesangverein) gleich darauf den Weg nach dem nahen Bahnhof an.

Rohden und ich schlossen uns ihnen an, trotz des Regens, es war eine Wonne, die frische, feuchte Luft einzuathmen.

Eilfertig keuchend kam der Zug heran.

Eine Minute Aufenthalt!

Eine Minute nur. In dieser herrschte das aufgeregte Treiben eines aufgescheuchten Ameisen­haufens, und schier planlos lief alles durcheinander.

Eine Minute nur, dann hatten sich die Massen entwirrt, und trotz mangelhafter Beleuchtung hatte jedes Menschenkind, die ihm von Gott und Rechts wegen zukommende Klaffe entdeckt und besetzt, und fort ging's, hinaus in die Nacht. Nur zwei oder drei Personen waren ausgestiegen, die mit uns zurück nach der Stadt gingen. Der Engelwirth empfing uns an der Hausthür mit der Frage, ob er uns das Abendessen in der nun teeren und luftigen Gaststube serviren dürfte.

h, Di- »-«- Fvle« Dorlagr kommt nun doch. Offiziös schreibt die,No-dd Allqem. Zeitung': Wie wir vernehmen, wird der Entwurf eine» Gesetzes bdreffenb Maßnahmen zur Stärkung des Devtschchum« in den Provinzen West- preußen und Posen dem preußischen Ab« geordnetenhauie unmittelbar nach dem Pfingstfeste zugehen."

Es ist anzunehmen, daß es sich um eine Forderung von weiteren hundert Millionen Mark handelt, nicht zweihundert, wie anfangs behauptet wurde. Aber es liegen ja auch bereits Zeitungsstimmen vor, die schon fehl eine fernere, ebenso hohe Forderung für die nächste Tagung der preußischen Landtage» anküvdigen.

+ Da» A-ch1»st«diam. Ja Preußen wer« den j tzt die Realabiturienten auch zum Studium der R-chte zugelaff-n entgegen sehr vielen und sehr lebhaften Bedenken, die gegen ein solches Verfahren in Preußen selbst laut geworden sind. ist ja auch nicht recht zu verstehen, wie ein Student der Rechte ohne gründliche lateinische Vorbildung sein Studium auch wirk« lich mit dem richtigen Verständniffe b. treibe» sollte. In Bayern und in Sachsen denkt man anders darüber; das haben die Unterrichts« verwallungen dieser Bundes stauten klar und deut­lich ausgesprochen, in Sachsen bereits vor einiger Ziit, in Bayirn neuerdings. Im Finanza«»« schuffe der bayerischen Abgeordnetenkammer war es der Cmtrumsabgeordnets Dr. Pichler, der die Frage aufwarf, wie die boy 'rische Unterrichts« Verwaltung sich stelle zu den preußischen Anord­nungen Über die Erweiterung der Berechtigung der Realabiturienten. Der Kultusminister gab seine prröaliche Meinung dahin kund, daß man die Realabiturientrn zwar zum Rechtsstudium an den bayerischen Universitäten, nicht aber zu den richterlrchen Prüfungen werde zulaflen könne». Daß die Gleichartigkeit auf diesem Gebiete inner­halb des Reiches nun wiederum gestört ist, kann man bedauern. Aber man kann andere» Bundes­staaten niemals die Zumuthunz stellen, daß sie preußische Maßregeln nachmachen, wenn diese Maßregeln nach ihrer Uckerzeugung ungeeignet find. Ws ist vielmehr zu wünschen, daß Bayer» und Sachsen in der Behandlung dieser Frage stst ouk ihrem Standpunkte verharren und auf rtsfe W.ise vielleicht dazu beitragen- daß im Laufe der Zeit auch in Preußen diese Be« stimniungen wieder rückwärts reubirt werden.

Die für das Inkrafttreten des Ilrisch« S«fcha«s-fetze» erforderlichen Vorarbeiten räjern sich dem Abschluss:. Soweit man roch von R-ichs« wegen Ausführungsbestimmungen zu erlaff:n hat, wird dies, wie die .Allgemeine Fleischer-Z-itung' von zuständiger Stelle erfährt, noch bevor der BundeSrath 'm Jl: ii die F-rien geht, geschehe«. Die Maßnchiven, welche der Landesgesrtzzebung vorb-halten ftnb, glaubte man in Preußen an­fänglich im W:ge der LarweSpolizfiordnunz treffe» zu können. Es hat fich aber herauSgestellt, daß ein Gif tz hier unoerweidlich ist. Nach Pfingsten wird deshalb ein entsp echendes Gesetz im preußi­schen Landtag eing'brächt, auf dessen Verab­schiedung noch in dieser Tagung hingewirkt werden soll. Der Termin für da« Jnkraft-

Das genehmigten wir und saßen bald sehr behaglich im Eckplatz am Fenster bei einem Glas kühlen Rotenburger Bieres. Ein echt hessisches Abendbrot bestellte ich mir.

Grünen Salat, natürlich mitSchmand" an« gemacht, Leberwurst von der dunklen, stark ge­räucherten Sorte, mit dicken Speckgrieben dri», Wasserweck, Handkäs und Butter, und ich schwelgte nur so in Jugend- und Heimathserinnerunge». Vetter Rohden lachte mich aus.Fehlte eigent­lich nur noch, daß Du statt des Bieres Kaffee zu Deinem Wasserweck tränkst, denn das ist hier Abends allgemein Sitte." Sein Spott focht mich nicht an.Laß mir meinen Wasserweck," sagte ich,und erzähl' mir lieber 'was Näheres über den Ehler. Netter Kerl, wird es noch zu was bringen. Er sprach von seiner Schwiegermutter hier in Rotenburg, wer ist denn das?" Vetter Rohden sah mich erstaunt an:Weißt Du das denn nicht? Ehler ist ein Schwiegersohn der Frau von Hernig."

Ich legte erstaunt Messer und Gabel aus der Hand und schnitt dann eine Grimasse:Ein Schwiegersohn der alten Forstmeisterin Hernig! Allerhand Achtung, eine schneidige Schwiegermama! Donnerwetter, es gehört mehr Muth dazu, als ich aufzuweisen hätte, sich unter den Augen dieser Dame zu verloben."

Vetter Willekyn lachte.Hat er auch nicht gethan, die gestrenge Schwiegermama erhielt eben einfach eines Tages ein Telegramm, welches ihr das fait accompli mittheilte.

Aber das klingt ja förmlich romantisch," rief ich aus.Weißt Du Näheres, so erzähle mir, wie es zuging."