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Vtrantmortli»: Sur M«'Uttatlion'3o f." Baunk für Jnferatt 3. P^rz«U<r in SuLM».

Druck und Drrlag der Suldacr AcU-nSruS«rri Prtrregaflr Nr. 8 (barmuniek

Fuldaer Besdjichtsblätter" und £otlerie--£i$te

Illustrirte Sonntags.-Zeiiung

Znsrrair: Di» einspaltige Vetil- zeile ober Deren Rauml5Pfg.,Re> Hamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend, Rabatt gewährt.

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M 108.

Jukö-a, Dienstag, den 13. Mai WU2.

29. Jahrgang.

S Neuwahlen in Belgien.

Dem Sturme ist tiefste Ruhr in Belgien ge­folgt. Die Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer stehen vor der Thür; aber es geht alles so ruhig zu, als wäre vor Jahresfrist gar nicht an solche Dinge, wie Neuwahlen, zu denken. Die energische Haltung der Regierung hat also vortreffliche Folgen gehabt. Roch mehr: dir belgische Sozial­demokratie hat aus dieser für sie bös-n Erfahrung gelernt, daß fie mit StraßenaufiLufrn, General- firestsdrohungeA und dergleichen mehr nichts au8» richtet, daß fie nur Tausend und Abertausende von armen Arbeitern in Verlust und Unglück bringt und ihrer Volksthümlichkett auf diese Weise am allermeisten selbst schadet. Der politische Katzenjammer ist jedenfalls sehr stark bei den Häuptern der belgische« Sozialdemokratie; in der Kammer sind diese ganze Zeit hindurch seit den Gtraßenkrawalle» die Sitzplätze derselben fast vollkommen leer geblieben. Die Sozialdemokraten hatten aus Hie Unterstützung der Liberalen ge- rechnet. Nun gehört zu Len Führern dieser Li­berale« gerade der Bürgermeister von Brüssel, de Mot- der sich ganz besonders ausgezeichnet hat durch die Entfaltung von Energie bei der «okhwendigen Unterdrückung der Unruhen, und König Leopold hat gerade deswegen Herrn de Mot zu sich entboten und ihm feine« besonder« Dank dafür ausgesprochen!

Am 25. Mai muß die Hälfte der Kammer- Mitglieder neu gewählt werde«. Dies geschieht abwechselnd alle zwei Jahre, u«d zwar von jeher; denn diese Vorschrift ist auS dem früher» Wahlverfahren in sas neue Wahlgesetz herüber- genommen worden. Danach haben diesmal neu zu wählen die Provinzen und Städte Antwerpen, Brabant, Westrändern, Brügge, Brüssel, Namur, Belgisch-Luxrmburg, Arlon. Außerdem aber haben diesmal ausnahmsweise auch noch einige Wahlkreise anderer Provinzen Neuwahlen vorzu­nehmen, nämlich drei Wahlkreise in Ostflanderu, zwei in der Provinz Lüttich und drei in H?rme- gau; den« da« neue Ersetz über die Vermehrung der parlamentarische« Mandate theilt diesen Wahlkreise« entsprrcheud ihrer Beoülkrrusgszu- «ahme neue Sitze in der Abgeordnetenkammer zu. Daher kommt eS, daß diesmal im ganzen nur sieben Wahlkreise der Lander gänzlich von der Wablbew-Zmcg o-rschont bleibe«.

J l Bel^m herrscht bekanntlich daS System der LPen wählen. Jeder Wahlkreis wählt so viele ÄbZ'-ordnete, wie sich bei der Theilunz seiner Brrö ^rungSMer durch 40000 ergibt. So muß der Wahlkreis Brüssel mit seinen rund 900000 Seele« 22 Abgeordnete erwähle« und Senatoren stets die Hälfte davon. Die Parteien theilen sich in die Eesammtheit der Mandate eines Wahlkreises nach dem Verhältnisse ihrer «timmenzuhl. Ungefähr weiß man also schon im Voraus, was bei einer solchen Wahl heraus- kommen wird. Ersatzwahlen kennt man in Schien nicht. Mit de« Abgeordneten zugleich wird et« Ersatzmann für diesen gewählt, der ohne weiteres an die Stelle beS Abgeordneten tritt, wenn dieser stirbt oder aus andere« Gründen sein Parlamentarisches Mandat nicht mehr ausübe« kann.

Ilutimts-kliMMgeu eines alten Liehe,sia.

Halbv-rgeffene Geschichten aus den 80 er und 40 er Jahren dlS 19. Jahrhunderts von B. S. Soester.

14 ------ (Nachdruck verboten.)

Das Hallo, das jetzt ausbrach, ist nicht zu beschreiben. Alles drängte sich um das Paar, und Kant, den eigenen Herzenskummer gänzlich vergessend oder heroisch bekämpfend, brachte in launiger Rede ein Hoch auf das Brautpaar aus. Lotte schwamm in Wonne.Wie ist das nur so rasch gekommen," erstaunte .sich Dore Ruberus.

Sabine von Seschen, ein altes Fräulein, die zwei wohlgestalteter Nichten halber zu der Land­partie aufgefordert war, hatte die Frage gehört und trat auf uns zu.Kann ich Dir genau sagen, Kind, hab' in nächster Nähe gestanden. Ich habe scharfe Ohren und Augen und was ich nicht verstand, habe ich mir leicht denken und zusammenreimen können. Als die Lotte wie eine Bombe auf den Otterbach geschossen und ihm m den Arm gefallen ist, hat er sie wohl etwas fester als für gewöhnlich üblich ist, an sich drücken Müssen, um das schwer erschütterte Gleichgewicht wieder zu erlangen.

Und die Lotte ließ nicht wieder los! tfcft drückte sie ihren dicken Kopf an ferne hagere Heldenbrust, wie eilte Zange lagen ihre Arme um seinem Hals.

O mein Dann," hörte ich sie flöten, und dabei guckt sie ihn holdselig lächelnd vorr der Seite an,warum noch immer so schüchtern,

Es handelt sich diesmal um drei Parteien oder Parteigruppirur ge«: Katholiken, Liberale aller Echättirunge«, Sozialdemokraten. Die Lideralt« aller Tonarten wähle« zusammen, von tze« gemäßigten Liberalen bis zu den Radikale«. Gerade in Belgien ist es mit dem Liberalismus «och ärger zurückgeqangen, filS in andere» Länder«; «nb somit find alle seine Anhänger zu gemeinschaftlichem Vorgehen gezwungen. Die Radikalen befürworten mit Vorliebe eisen Zu­sammenschluß aller oApLfiÜonelkn Parteien, also der Liberalen aller Färbungen, der christliche« Dsrnckkrate« und der Sozialdemokraten. Es läßt sich im AugrMsckk noch nicht übersehen, wie weit diese Bemühungen der Radikale« mit Erfolg gekrönt werden. Nach der kläglichen Niederlage, die dir Sozialdemokratie mit ihren Ktraßeasusläufen und GeneralstreMidem erzielt hat, wird die Last zu solchem Thun bei her anderen oppositioneller» Parteien nicht größer ge« worden sei«. Das Schlimmste, das der ministeriellen Parte; zustoßen könnte, würde eine Schwächung sein. An eine Niederlage ernsterer Art ist bei ihr nicht zu denken.

Berlin, 12. Mai 1902.

Hr Aer sogSÄSiMts ,.Kr«SfH§ SLäLte- f«K - hat heute (Montag) dir nachfolgende Ent­schließung angeremme«:

Die beute in Berlin versammelten Nitzlirder deut­scher stävl,scher Gemeindebehörden spreche» sich, unbe- -sHabet ihrer grundsätzliche« Stelluuznahme zu »en Zoll­fragen, 8$31» jede Erhöhung der Zölle für unentbehrliche Lebensrnittel aus u«d erwarten gleichzeitig, da« die gesetzgebenden Faktoren auf die «Fortsetzung und de« Ausbau Ser bewährte» Politik langjähriger Handelsverträge bedacht sein werden "

Was es mit diesemEtäStetagr* auf sich hat, ist bekannt und braucht nickt «e- r mehr erörtert zu totrbes. Im ganzen waren 77 Kom­munen vertreten, um in dieser Weise ?geu die Verbündete» Regierungen Sr 'ung zu nehme«. Nur ein Wort ans den > hattene« Reden möge festgenagelt werde«. D r Ober­bürgermeister Gauß von Stuttgart sagte von diesem Zolltarifentwurfe der Verbündete« Re­gierungen u. a. folzendes:

Wird diese Vorlage Ersetz, so stehe;« wir vor einem nationalen Unglück. Wir »ollen aber nicht nur Schlimme- verküte«. Wir wollen eine aufstrebende Entwickelung unseres Vaterlandes. Wie war ein solcher Entwurf überhaupt nur möglich? ®3 ist der Haß gegen die Stadt. . . ."

Herr Oberbürgermeister Gauß muß eS sich schon gefallen lasse«, daß man von ihm sagt: wie ist es überhaupt nur möglich, daß rrn kluger Man» sich derartig verrennen kann in einseitige, unglaublich verblendete u«d kurzsichtige Partet- politik, so daß er bess ,,Haß gegen die «Stabt* als Beweggrund annimmt für die politischen Handlungen und Anschauung«« nicht nur der Verbündeten deutschen Regierungen, sondern auch der weitaus überwiegende« Mehrheit deS Rrichr-

komm Du lüber, böser Mann, komm, wär wollen der Wölt unser Glück verkünden!" Von Otter­bach hab ich kein Wort gehört na, die Lotte sprach ja laut genug für beide! ehe er recht wußte, wie ihm geschah, hatte die Holde seinen Arm ergriffen und ihrMümmy, gratulüre mür" in die Welt 'naus trompetet.

So ist's gekommen," schloß lachend die alte Dame.

Ich lasse dahin gestellt, wie viel von dem eben Gesagten Fräulein v. Seschen dazugedacht oder erfunden hat, bin aber meinerseits da­von überzeugt, daß sich die Szene im großen und ganzen so abgespielt hat, wie sie das alte Fräu­lein dargestellt.

Eine gehobene Stimmung hatte sich in Folge des frohen Ereignisses unserer bemächtigt. Kant wurde geradezu übermüthig und ließ immer wieder das Brautpaar leben. Lotte sah ihn mit leuchtenden Blicken an, und sie hatte kein undankbares Herz! Ich sah, wie sie einen Mo­ment mit Mine flüsterte, dann ergriff jede Schwester eine Schüssel mit Gebäck, und sie steuerten auf Kant zu. Na, das Gesicht des Unglücklichen zu sehen, war wirklich der Mühe werth. Ich machte Fräulein Dore darauf auf­merksam und wir quieksten zusammen vor unter­drücktem Lachen.Lüber Hörr von Kant, Sie haben solch reuzende Rode gehalten, wie dankbar bin ich Uehnen, nun müssen sie aberjauch mal unsere , Tortelettchen probiren. Selbstgebackenes."Ge- , b acken es," flötete Mine. Kant machte einen letzten i Versuch, indem er etwas von:Jetzt unmöglich I und später vielleicht!" murmelte.Nein, jetzt gleich," bestand die Liebliche aus ihrer Forderung und drückte ihm, gleichzeitig ein

tazes? Herr Gauß hat sich durch diesen Aus­spruch wahrhaftig nicht als klugen Man« gezeigt. Beeirflufftn lassen wird sich kein ernsthafter deutsche Politiker durch diese Kundgebung, von der man um Herrn Oberbürgermeister Gauß nachzuahmen! sagen könnte, daß sie dem Hasse gegen das Land* entstamme.

+ Die «e»e ZLerkiuer Kandel-Kammer iS soeben erst gewählt worden, und schon muß fie aufs neue gewählt werden. Die in der ersten Sitzung der Handelskammer eingesetzte Kommi'- sion zur Prüfung der Wahle« hat am heutigen Montag mit starker Mehrheit beschlossen, dem Plenum die UngiltigkeitSerkiäcung der Wahlen zu ewpfthlen. Das Plenum wird dieser.r Be- scklusse j? den falls beitreten, denn die Mehrheit in b" Kommission, die den Beschluß gefaßt hat,

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-t- Kis NeiH»ragswstzle» und die K -«rchtstes. Daß die deutschen Anarchisten < ährer-o der Pfingsttage eine allgemeine Vrr- traurusmännsr-Versommlur-.g abyalten wollen, ist berichtet worden. Ein Hauptthema dabei sollen die Hauptwahle« zum Reichstage im nächsten Jahre sein. Es wird darüber gemeldet, daß die V.'rbreitusg von einer Million Flug­blätter gegen die Sozialdemokratie und gegen de» Parlamentarismus beantragt werden solle. Wollrn ab-r Anarchisten zur Wahlurne gchen; bann sollen sie Z?tte! abzeben, auf denen anstatt des Namens eines W'.hlka«didaten die Worte zu lesen find:Hoch dre Anarchie! Nieder mit dem Wahlschwinsel!" . . . Jedes Tyierchen hat sein Manierchen.

Ht Ttzeorie und Ursxi».Niemand ist berechtigt, zu verlange«, daß der Produzent ihm die Gegenstände seines Verbrauches ohne Gewinrr oder gar mit Verlust liefert.* Diese« sehr rich­tigen Grundsatz schreibt der bekannte industrielle General - Srkrrt-r Bueck in einer Festzeitschrift der Ausstellung a Düsseldorf. Herr Bueck schreibt ihn in einer v b'.inblung, die der Vertheidigot-g und Verherrlich der Kartelle gewidmet ist, von denen man disb.-r schon so manckeZ gehört hat, nur das eine nach nicht, daß ihre Mitglieder ohne Gewinn oder r mit Verlust arbeiten sollten. DaS thut indefi n der Richtigkeit des Bueck'scheu SatzeS a« sich k >- e» Eintrag; dieser maß viel­mehr, wenn alle mit rechten Dinge« zuxehrn soll, auf alle ErwerdAzweige im Lande angewandt werden, also auch auf die Landwirthschaft. Da hapert es aber bei Herrn Bueck und Genosse« mit der praktischen Anwendung der schöne« Theorie. Die andere Behauptung des Herrn Bueck aber, daß die Kartelle nur die Erzielung eines ange­messene« Gewinnes für ihre Mitglieder bezwecke«, wird schwerlich zu bewesses sei«. Eis Blick auf Nordamerika als daS klassische Land der Kartells lehrt das Gegentheil.

X SHlachlvi-H - NrrflHerrtng. Im preußischen Abgeordnetenhause ist aus'« neue von den Äbgg. Ring und von Mendel Steinfelr der bereits im Vorjahre beantrag;« Gesetzentwurf über die Einführung einer Schlachtvieh-Versicherung eingebracht worden, diesmal i« etwas anderer Fassung. Aber auch dieser neue Gesetzentwurf lehnt sich, ebenso wie sein Vorgänger, an das Tellerchen und ein kleines Messer in die Hand.

Kant fand sich ins Unabänderliche, Vogel friß oder stirb, dachte er und mit Todes­verachtung. Mit dem Muth der Verzweiflung aber erwehrte er sich einer zweiten, ihm von Lottes unerschöpflicher Liebenswürdigkeit zuge­dachten Auflage. Uns, deren schadenfrohes Lachen er nicht übersehen hatte, einen wüthenden Blick zuwerfend, stürzte er, das Schwesternpaar mit etwas beleidigten Blicken zurücklasfend", von dannen und ging, wie ich fast mit Schrecken bemerkte, direkt auf Sturm los.

Herrgott, wenn er in seiner gereizten Stim­mung nur keine Dummheiten macht! Ich äußerte gegen Fräulein von Ruberus meine Befürchtung und ging den beiden nach, welche in den Gast­hof getreten waren. Aber es schien, gottlob, daß ich mich diesmal umsonst geängstigt hatte, als ich das Gastzimmer erreichte, fand ich beide Herren gemächlich neben ihrer gemeinsamen Flamme und deren Mutter sitzen. Die äußerst zarte Direktorin hatte sich vor der Abendkühle früher als die andern in das Zimmer zurück­gezogen. In dem Saal nebenan stimmten die Musiker ihre Instrumente, d. h. der Geiger ver­suchte seine Fidel mit dem altersschwachen Tafel­klavier, nach dessen Tönen wir tanzen wollten, in Einklang zu bringen.

Nach und nach begaben sich die Herrschaften in den Saal, die Damen ließen sich an den Wänden nieder, Hut und Shaw! ablegend. Fräulein von Ruberus könnte ich heute noch zeichnen, so deutlich steht sie vor meinen Augen, wie sie ihren großen, runden Florentiner Stroh­hut Schäferhut bezeichnet man die Form

Schlachtvieh- rmv Flsischbeschaugrsrtz be« Reiche» an. Den Prosinzialverbänden wird die Errichtung von Schlachtvieh-Versicherungsanstalten auf Gegen­seitigkeit vocgeschrieben und der Verlust näher ge­kennzeichnet, der bei der Fleischbeschau entsteht. Die Bestimmungen über die Entschädigung find genauer auszearbeitet, all bei dem ersten Ent­wurfs im Vorjahre. Der Gesetzentwurf trägt dis Unterschrift von 139 Konservativen 57 Centrums- abgeordneten und 9 Freikonscrvativen.

+ WHlsisHe DaS

Allerneueste auf dem Gebiete oer G'wrrkschaftS- bewegung ist das polnische Gewerkschafts- Kartell, bc3 kürzlich in Pose« gegründet wurde. Nach Zeitungsberichten gehören ihm bereits etwa 500 Mitglieder an, und es wird etete außerordentlich rege Thätigkeit entfaltet für seins Verbreitung. Vor allen Dinge« hat man eS auf big viele« polnischen Arbeiter der Industrie m Westfalen und Rheinland abgesehen, von denen die Macher des polnischen Kartells er­warten, daß sie gleich in ihren ganzen Vereine« demselben beitrete«. Da? Kartell soll eins gegnerisch? Stellung gegen die Sozialdemokratie

+ MsMschatz. In seiner letzte« S tzung Hai oet Bunsesrdth der am 19.- - 19<)1 in Paris vollzogenen Ueberrmkunft zum u.§s der für die Lurndwirthschalt nützlichen ßi t seine Zustimmung ertheilt. Vrrmuthlich m ; auch der Reichstag sehr bald um fein? --tu «m sg dazu ersucht werden. Die weitere ü'de eine Arndrrung des deutschen Vogels tzj-ictzes von 1888 fei«, die auch nöthig ist.

S Schroß Los, 13. Mai 1902. Heute Nachmittag machte die Königin Mutter eine Spszierfahkt zu Wagen tu die Umgebung der Schlosses. Diese Ausfahrt, die erste seit acht Tagen, wirb als Beweis dafür angesehen, daß da» Brsinden der jungen Königin sehr gut ist.

& 12. Mai 1902. Das Zentral-

komitre des Niederländische« Rothe« Kreuzes er­hielt am 9. Mai die amtliche Mittheilung, daß die englische Regierung den niederländischen Am­bulanzen nicht gestatten konnte, daß sie sich zu den Burenkommandos begeben.

® Ssriiv, 12. Mai 1902. Die Stich- mahlen haben am Sonntag in Frankreich den Republikanern gute Erfolge gebracht, den Natio­nalisten dagegen herbe Enttäuschungen. Die Ec- gebnisss im Seine-Departement mit der Haupt­stadt Paris sind die folgend en: Es wurden m de« Stichwahlen in diesem Bezirke gewählt 19 Ministerielle und 9 Nationalisten, davon in der Ktabi Paris 13 Ministerielle und 1 Nationalist, DaS bedeut-t so viel, daß fünf Mandate, die bisher in dem Besitze der Nationalisten waren, Mefe« verloren gingen. Draußen im französischen Lande haben die Nationalisten noch unangenehmere Elfahrungsn machen müsse«, so daß man das

«»»'MU .« der unter dem Kinn mit lila Bindebändern be­festigt war, ablegte und an einen an der Wand befestigten Holzkloben aufhing. Die damalige Mode der ausgeschnittenen, kurzärmeligen Kleider, war für das magere, lang aufgeschossene Mäd­chen besonders ungünstig. Sie trug ein dünnes, mit blaßlila Blümchen übersätes Kleid. Jaconet nannte man, glaub ich, den Stoff. Um die vorn spitz zulaufende Taille war ein schmales lila Gürtelband gelegt, welches da, wo es sich kreuzte, mit einer großen goldenen Schnalle verziert war. Die mageren Arme waren mit langen, seidenen Halbhandschuhen bedeckt und um den Hals lag sehr geschickt ein fein gesticktes weißes Mullfichu. Am oberen Ausschnitt des Gewandes, wohl um das Fichu festzuhalten, steckte eine sog. Brezel­brosche, so groß etwa wie ein silbernes Fünf­markstück, aus ineinandergeschlungenen goldenen ciselirten Röhrchen bestehend. Wohl um dieser Brosche willen kann ich mir den ganzen Anzug noch so deutlich vorstellen.

Sie sollte noch eine Rolle spielen im Laufe des Abends.

Fräulein von Ruberus hatte ihren Arm in den ihrer Freundin Bertha von Seschen gelegt und sprach eifrig mit Susette Mejer. Als sie meiner ansichtig geworden, rief sie mir zu:Wo mag Adrian denn abermals hin sein?" und Susette setzte, wie es mir schien, etwas besorgt hinzu:Und Herrn Leutnant Sturm kann ich auch nicht entdecken."

Ich versprach den Damen, mich sofort nach den beiden Flüchtlingen umzusehen. In der Saalthüre traf ich mit Hartor zusammen, der mir auf meine Frage mittheilte, daß^Kant sich gar nicht wohl fühle und sich mit Sturm im