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ffiititfen. Beilagen

JuLöa, Samstag, den 10. Mai 1902.

29. Jahrgang.

Dyutscffos Reich»

Berlin. 9. Mai 1902.

Landparthie.

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Erscheint täglich, m Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Hriugrpreir ohne Bringerlohn «nd Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM.üüPs.

ge- die de« rü­

des blamtrten Europäers verurtheilt sein, so würde sie sich das ganz allein zuzuschreiben haben. Warum hat fie sich denn nicht vorher genauer nach ver Stimmung im Lande, im Reichstag« und bet den beteiligten Kreisen erkundigt? Die Strafe dafür, daß sie wieder einmal gar zu eigen­mächtig vorging, kann doch nun nicht darin be- stehen, daß es der volkSwirthschaftlich so überaus wichtigen Rübenzucker«Industrie schlecht gehen und gleichzeitig die Einnahme des Reiches aus dem Zucker schwer geschädigt werden soll!

Hc Usch «ehr H-steEio»? Auf der I Tagesordnung der ersten Sitzung des Reichs- ! tagks nach den Pstngstferien steht neben der Saccharinsteuer die dritte Lesung der Brannt­weinsteuer. Die freisinnigen und sozialdemo­kratischen Redner habe« am letzten Dien-tag die gewünschte Versicherung, daß fie keine Obstruktion treiben wollten, nicht abgegeben; danach hat man also avzunehmen, daß fernere Obstruktion zu ihren Plänen gehört. Die Berliner.National- Zeitung' verräth die Abstchten der Linken: das l Branntweinsteuergesrtz soll nicht vor der Gr- nehmigung der Zuckervorlags zu Stande kommen. Dar Branntwetnsteuergesetz ist. wie in diesen Tagen dargelegt worden ist, »akrentlich günstig für die kl-ineren Kornbrennereien und Material- । brennrreien, begünstigt also nicht vorzugsweise die landwirthschastlichen Kartoffelbrennereien in den östlichen Theilen des Reicher, ist nicht — um in der Tonart der Linken zu reden — eine .Liebesgabe für die Sroßgrundbefitzer-. Die Abfichten der Politiker auf der linken Seite des Reichstages richten sich also ganz unmittelbar gegen da- außerordentlich weit verbreitete Sr- werbe der kleineren Brennereien, und diese mögen sich bei den Herren Richter, Bebel und Genossen bedanken, wenn etwa wieder nichts auS ver Bramitweinsteuer werden sollte. Außerdem ab#r bedeutet eine solche Politik einen Bergewaltigungs« versuch in Sachen der wichtigen Zuckervorlage, den man durchaus verurtheilen muß. Das vorher genannte Berliner Blatt stellt fich so an, als würde mit einer solchen Politik der Reichs- regierung ein großer Gefallen gethan; dis Rs- «sirrung tbut hoffentlich das Ihrige, um einen

Roh, ohne eine Spur von Bildung und ohne alle Spur von Manieren.

nicht entfernt daran, die Beraihung der Zucker- steuervorlage uvd der Branntweinsteuer mit ein» ander zu verkoppeln . . . .* Daran thut fie auch sicherlich sehr wohl!

j handelt fich, wie bekannt, nicht um einen eigent- I lichen Städtetag. Den« erstens stehen städtische | Angelegenheiten gar nicht auf der Tagesordnung ! der Versammlung, sondern der Zolltarif, gegen I den dabei agitirt werden soll, und zweitens ! nehmen nur Vertreter einzelner Städte theil. Die f Oberbürgermeister der preußischen Städle, die ! gerade jetzt in Berlin anwesend sind, um an den ' Verhandlungen des Herrenhauses theilzunehmen, ! haben vielmehr in einer gemeinsamen Besprechung überwiegend ihre Ansicht dahin ausgesprochen, daß es das Richtige sei, gar nicht auf dem so- genannten Städtetag zu erscheinen. Die Zu- jammenkmift am 12. Mai wird also nichts Anderes sein, als eine ganz ausgesprochene par­teipolitische Äunbgebung gegen den Zolltarif-Ent- wurf der Verbündeten Regierungen, insbesondere gegen die landwitthschaftl-chen Zölle desselben. Bon einem „Srädl-tag" — kann in Wahrheit ganz und gar nicht die Rede sein; und danach muß die Berliner Zusammenkunft beurtheilt werden.

+ Für das abgelaufene Statsjahr konnten aus den im Eisenbahnetat zur AlämiirAvg nühliHrr Krtirrbnttge» vorgesehenen Mitteln 19 Beamten und Arbeiter der Effenbahnverwaltnng Belohnungen im Gesammtbetrage von 5100 Mk. fär Erfindungen und Verbesserungen, die für die Erhöhung der Betriebssicherheit oder in wirthschaftltcher Beziehung von Bedeutung find, bewilligt werden.

war dies der älteste, unverheirathete Offizier im Regiment und, in Folge dieser Würde unser Tischpräsident, der Hauptmann Karl Da- mlan Otterbach. Er war ein ganz tüchtiger Ivldat, aber eine Unteroffiziersnatur in jeder Beziehung.

/ „Illustiirte Sonntags-Zeitung^

und da sie sehr viel von ihren Erfolgen auf den Studentenbällen renommirte, hatte sie in Damenkreisen bald den Namen Studentenlotte weg, während sie bei uns (Kant hatte ihr diesen Namen gegeben, Gott ve^eih's ihm) allgemein Lotte Nierenfett genannt wurde.

Die beiden Elefantenkälber, die sich sehr ähn­lich sahen, trugen sich stets bis auf die kleinsten | Toilettendetails egal und waren, ich muß der Wahrheit die Ehre geben, trotz ihrer Massigkeit gute Tänzerinnen. Durch nichts aus dem Takt zu bringen, waren sie, z. B. zum Eintanzen der Fähnriche und jüngsten Leutnants, nicht zu unter­schätzende Kräfte. Lotte war klug und zielbewußt, dies Ziel war, coute qu’il cotite, einen Mann zu bekommen. Sie hatte große, weiße Zähne, aber wenn es damals schon falsche Zähne gab, dann waren die ihrigen falsch. Falsch war jedenfalls der dicke Zopf, der sich in der damals üblichen | Manier als Nest am Hinterkopf befand, und ’ eigentümlich rostbraun von dem dunklern Vorder­haar abstach.

Mine, ich sage damit nicht zu viel, war eigentlich ein halber Idiot, anbetend sah sie zu der Schwester Seite auf und wiederholte, sanft flötend, stets deren letzte Worte. Ihr rundes, großes Gesicht wurde stets durch ein blödes Lächeln, — soll ich sagen, verschönt? Den Mund hielt sie wohlweislich fast stets geschloffen, sie hatte feine weißen Hauer wie Lotte, nur einige schwärzliche Reste zeugten von entschwundener Pracht. Das Verhältniß der Schwestern unter­einander war (und wie man versicherte auch int Hintergrund) das denkbar beste; die kluge Lotte wußte genau, was sie an der braven, zu Haus wie ein Gaul arbeitenden Mine hatte. Sie wiegte sich auf der Ottomane, und spielte die

* Dis Minister des Inner« und der : geistliche« Angelegenheiten haben in A - änderung der Vorschrift des RunderlaffsS vom 26. August 1874 die RegierungSpräfidsi ten er­mächtigt, die Genehmigung zur Aufstellung von Altären aif öffentlichen Straßen und Plätzen beiIrohnIeichnaMrpnszeffioAe«. welche erst nach dem Jahre 1874 eingerichtet sind oder welche künftig eingerichtet werden, sowie zur Verlegung von Altären auf öffentlichen Straßen und Plätzen bei althergebrachten und b'i neugsnkhmigten Prozessionen auf Antrag deS Pfarrers für bestimmt zu bezeichnende Stellen widerruflich zu ertheilen, sofern keinerlei Störungen für den V-rkehr und die öffentliche Ordnung daraus zu befürchten find.

ft Kröprinz von Krim« schwsi-z «FSne finrg. Prinz Georg Wilhelm, der Sohn des Herzogs von Cumberland, ist als Student der Heidelberger Universität eingetragen worden als „Erbprinz von Braunfchweig'Lüneburg." Des-! wegen regen sich verschiedene Blätter auf und j sprechen von einem „Umschwünge an hohen und höchsten Stellen u. f. ro " Das Haus nennt fich, wie sattsam bekannt, das herzogliche Hau» von Braunschweig - Lüneburg. Demnach kommt dem ältesten Sohne der Familienoberhauptes ohne Zwetf-.l nach allgemeinem Brauch« jener Titel zu. Spricht man nicht beispielsweise auch von dem Erbprinzen von Löwenstein?

* Nach der Absicht bei Ministerialerlasses vom 6. Januar 1898 könne« Arbeiter, die fich mindestens 30 Jahrs in demselben Dienst, »der * b-itSverhältniß bewährt habev, für die $etlfib-jug des Alk-emeiuev Kyre«. zeichen* in Bo, schlag gebracht werden, wenn fie fich durch tot Verhalten und ihre Letstutigen einer Allerhöchste« Auszeichnung würdig gezeigt hoben. Hierb: verdienet, besondere Berück- stchtigung solche Arbeiter, die als Werkmeister, Vorarbeiter u. #. m. thätiq find, oder während einer längeren Re-be von Jahren den Arbeiter» ^rbehaltene oder zugängliche Ehrenämter mit Erfolg bekleidet habe» und vermöge ihrer j Stellung, ihrer Persönlichkeit und ihres Lebens- wandelS namentlich auf dis ihnen unterstellten Arbeiter oder auf weitere Kreise ihrer Standes- genoffen in fittlicher und politischer Beziehung I guten Einfluß auSzuüb-n im Stande find und | thalsächlich ausüben. Nach einem neneren Ministerialerlasse wird Anttägen auf Erwirkung! des Allgemeinen Ehrenzeichens auch dann ent­sprochen werden, wenn bei dem Vorgeschlogenen bie vorstehend genannten Voraussetzungen nicht I "füllt find, sofern er sich nur der Auszeichnung würdig gemacht hat und die allgemeinen Vorausietzungen einer solchen bei ihm zutreffen.

ft (otceeweU StSdteSag wird am 12, d, Mts, in Berlin abgehalten werden. Es

© Die parlamentarische Lage.

Die Sitzung des Ssnioren-Konventes des Reichs, tages liegt nur kurze Zeit hinter uns, in der be- schloffen wurde, dis Vertagung solle »och vor dem Pfingstfest« fiat!finden, spätestens am 16. Mai. Aber dann änderte sich das Bild überraschend schnell, und zwar deswegen, weil der Reichstag der Regierung gefällig sein wollte. Reichskanzler Gras Bülow bezeichnete es als wünschenswerth, daß noch einige Äesetzes-Vorlage» vor der Vrr- tsgung des Reichstages etledigt würden, und diesem Wursche ist sofort nachgegeben worden, obwohl $5 sich dabei auch um Ding« handelt, die ganz gut bis zum Herbste hätte» zurückgestellt

Amen. Es jei in diesem Ginne nur an das erste Stück der ostafrikanischen Central- bahn von Dar-es-Salaam bis Mrogro erinnert. Rach einer so langen Verzögerung würde es der Sache schwerlich etwas gelchödrr haben, wenn darüber erst im Herbste Besch ufi gefaßt worden sei» würde. Dennoch ist, wie gesagt, der Reichs- tag dem Kanzler zu W'lkn ge-vesen. Der Kanz- ler hat also alle Veranlassung mit dem deutschen Parlamente und seiner WAsäh-i^keit zufrieden zu

Wenn man älter wird, so fehlt es uns nicht an Gelegenheit, das Walten der Nemesis zu beobach­ten, aber man wird mit dem Alter auch milder denkend, und kann nicht umhin, zu gestehen es wird manche Schuld hienieden ein bissel zu hart gerächt, und man fühlt Mitleid, anstatt Befrie- digung. Mir ergeht es so, wenn ich desjenigen gedenke, den ich im Regiment am wenigsten leiden konnte, — nein, sagen wir ehrlich, den ich mein sanft Gemüthlein zuließ.

J?ür Me Stirn Ilion 3of. Saunfi 'für Jnfrratc 3. Parzetier in Suita.

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JK 106.

kküMts-Simklimgku rin« alte» SmhOi.

Halbvergeffene Geschichten aus den 80 er und 40 er Jahren deS 19. Jahrhunderts von B. S. Soester.

Die Lage ist dadurch noch eigenartiger worden, daß nur die Freisinnigen und Sozialdemokraten den Ausführunieu Reichskanzler» Grafen Bülow rückb l los stimmten — derselben Parteien, die so gern das Zustandekommen der Branntweinsteuer-Ge- setze« vereiteln möchten, wenn ft- könnten. Dieser Zusammenfall der Thatsachen ist der Re- gierung augenscheinlich auch „unheimlich- geworden — um mit dem Grafen Caprivi zu reden. In «iner augenscheinlich amtlich beeinflußten Kund- gebung der .Berliner Politischen Nachrichten' wird nämlich geschrieben: „Wenn in der linksltberalen Presse die Behauptung aufgestellt wird, daß die Reichsregierung auf die Erledigung der Zucker- steuer-Vorlage vor der Branntweinsteuer dränge • • • • f° handelt es sich dabei ausschließlich um

Darüber, ob dis Zuüe'--Borlage zu den unaufschiebbaren Dingen gehört, oder nicht, find , bekanntlich auch getheilt. Die Brüsseler Konserenz hat ganze vier Jahre dazu gebraucht, um nun endlich zu einem Einvernehmen zu gelangen. Dte Vereinbarung wurde am 5. SDlat geschloffen. Dann hat der Bundesrath noch volle acht Wochen verstreichen lassen, bis er fich dazu bequemte, dem Reichstage die entsprechende Dorlage zugehen zu lassen. Erst am 1. Februar des Ochsten Jahres solle» die RatifikationS. Urkunde» im auswärtigen Ministerium in Brüssel niedergelegt werden, und als Zeitpunkt bei In- krafttretens ist der 1. September 1903 i» AuS- 1'cht genommen. Das Alles steht doch ganz und PT* n *»1na$ aus. Es wurde darum am letzten Dienstag im Reichstage mit vollem Rechte »emertt, daß die Zumuthung deS Staatssekretärs «rasen PosadowSky einigermaßen unbegreiflich sei, der Reichstag möge doch ganz einfach ohne Kommisfionsberathung Ja dazu sagen. Die Herren von der Regierung wölbe» wohl de» Reichstag wieder einmal ei* wenig überrumpeln mit der Zuckervorlage? Das Verfahren ist weder *e“' "VA gut. Die Verbündete» Regierunge» sollten fich daS für die Zukunft abaewöbnen und ,, - - ----- —.....

so wichtige Vorlagen nicht bis zum allerletzten Ä taktisches Manöver ohne ausreichende Ihatfäch- Augenblicke verschieben; und wenn jetzt Gras I Ä, Unterlage .... Di« ReichSreglerung denkt PosadowSky andeutete, die Reichsreaieruna würde Kil6t h",*M kio blamirt dastehen, wenn der Reichstag nun etwa nachträglich »ein zu der Brüsseler Konvention sagen wollte, so kann da« auch nicht von impo- mrender Wirkung sein. Sollte es der Reichs- regierung wirklich so gehen und fie zu der Rolle

Lang gewachsen, wie wir fast alle, war er ein gefürchteter Esser, ohne daß man sah, „wo's blieb." Weh uns Jüngern und Jüngsten, wenn rl Es er liebte, es kamen nur

schäbige, keine beaux restes an uns. Außer dieser menschenunwürdigen Ge—essigkeit hatte der Schauerbock die edle Angewohnheit, so weit es irgend ging, alles mit den Fingern zu greifen, Koteletts z. B. selbstverständlich, denn wozu hatten die denn Beine? Aber auch Fricandellen, Frankfurter Würstchen, Kartoffelklöße und Kar- toffelpuffer rc. Ich setzte mich immer so, daß ich möglichst wenig von ihm sehen konnte, damit

wsr ^?b"t nicht ganz verging. „Weißt Du,-Adler, daß Du em Schafskopf bist?" sagte Kant, als ich ihm dies mal bei Gelegenheit er«

12 (Nachdruck verboten.)

Nun überwand sie sich auch und ging aus,, lewen tonnte - n, ^>,«S Dorthin ataa'lie ,^»8e!iebten ** s° weit di-z mrm ,ai M vor M &ÄTÄlÄ 13a'-a-Ui * grauen Kleid. „Spinnweben" nannten sie die Kinder spottend, „da kommt die Spinnweben!" Sie hat es wohl nie gehört, denn ihre Gedanken waren wett weg Eine Schwätzerin ist fie S du I« selbst gesehen, freilich nicht geworden aber seitdem ihr Geist sich von der furchtbaren'Fessel befreit, nimmt sie, wenn auch noch immer in beschränktem Maß theil an ihrer Umgebung

Aber Du siehst, Kind, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen und das Unglück selbst ist nicht vor dem spott qe- pchert. Die arme Spinnweben, oder Frau Noab wie mein Töchterchen sagt!" '

lieber, lieber Papa, ich sag's gewiß nicht ^versicherte mir mein blonder Liebling AWast, „ich danke Dir, daß Du mir die Ge- lchichte erzählt, es soll mir eine Lehre sein." önb sie küßte mich zärtlich, denn wir waren mittlerweile in Großmutters Hausflur angelangt.

Daß die Stimmung der Zuckervorlage im allgemeine» nicht günstig ist, wird von einem Tage zum anderen klarer. Der Ausschuß des Vereins der deutschen Zuckerindustrie hat am 3. Mai eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Der Ausschuß . . . steht auf dem Standpunkte, daß die Annahme der Brüsstler Konvention in der gegenwärtigen Fassung ein unberechenbares Unglück für die Landwirthschaft und Zuckerindustrie bedeuten würde, wenn es nicht gelinat, Rußland zum Beitritt zu bewegen und den Urberzoll auf 8 Mark (statt knapp 5 Mark! Red.) für den Doppelzentner zu erhöhen, und wenn nicht gleichzeitig die Verbrauchssteuer um mindestens 10 Mark herabgesetzt und der Verkehr mit künfiltchen Süßstoffen auf die Apotheken unter Rezepturzwang beschränkt wird." Der Ausschuß des genannten Vereins faßt in ferner Entschließung ziemlich viele Dinge zu­sammen. Aber angyommen auch, er habe darin mehr gefordert, als er wirklich für durchaus nothwendig hält, bleibt noch immer eine sehr breite Kluft zu überbrücken zwischen dem Stand- punkte der Reichsregierung und diesen Ansprüchen ser intereffirten ErwerbSkreise. Im Interesse ihrer eigenen Sache sollte darum die Regierung doch ja nicht allzu stürmisch mit der Zuckervsr- lage vorgehe» wollen.

acht, was er mit feinen ekelhaften Krallen nicht berührt hat, und das nehm' ich mir." Ich chußte zugeben, daß diese Auffassung was Rich­tiges hatte und so kam es, daß ich eines Tages, es war so um Ende Juli rum, zusehen mußte, wie Otterbach, nachdem er sich zwei riesige Schinkenscheiben nach seiner Manier gelangt hatte, ungefähr dreiviertel der ihm servirten jungen Erbsen auf den Teller legte. Ach Gott, was blieb da für uns übrig! Zufällig hob er in diesem Moment die Augen und sah mich an. Er konnte nicht umhin, den Schmerz meiner Seele, die tiefe Trauer, die in meinem, aus die Erbsenschüssel sgerichteten Blick lag. (Kant behauptete nachher, es hätte sogar eine Thräne darin geglänzt!) zu bemerken und er ließ sich! zu der knurrig hervorgestoßenen Bemerkung I herab, gütig zu versichern: „Dasor esse ich auch keine Kartuffeln!"

Es bedurfte nicht erst Kants freundschaft­lichem Fußttitt, um mir sofort meine gute Laune wiederzugeben. Ja, man verstand das edle Ver­zichten auf Kartoffeln, wenn man die um diese Jahreszeit meist schwärzlich angehauchten Knollen­früchte ansahj! Frische gab es damals natürlich für uns frühestens Mitte oder Ende August!

Um diese Zeit wurde an das Gericht in I Hanau, von Marburg kommend, ein Gerichts-1 rath von Nieren versetzt. Zwar Wittwer, ver­mehrte er aber doch unseren Damenflor durch zwei sehr gründlich ausgewachsene Töchter. Ende der Neunundzwanzig, beide, Lotte und Mine, oder vielmehr, wie sie sich selbst nannten, weil es vornehmer klang: Lotte und Mimy. Wahr«! Dragoner von Damens! Dunkelfarbig, große! runde Augen, dicke Lippen und riesige Hände! und Füße. Besonders war Lotte geradezu massig,1

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