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mit NnterHattungs-Meikage „Zlluflrirte Sonntags-Zeitung"
M 101.
Jutöa, Samstag, den 3. Mai 1902.
29. Jahrgang.
| Drittes Malt. W
X Kinderschuh.
(Nachdruck »erboten.)
(SB-) Wenn Schiller in „Philosophische Briese" meint: „Wir gelangen nur selten anders als durch Extreme zur Wahrheit — wir müssen den Jrrthum . . . zuvor erschöpfen, «he wir zu dem schönen Ziele der ruhigen Weisbeit gelangen", so ist damit der hohe Werth de« Extrems anerkannt. Die extremste Forderung bezüglich der Kinderarbeit ist zugleich Ideal: Verbot der Kinderarbeit zu Zwecken des Erwerbs. Ein solches Verbot läßt sich bei der jetzigen wirthschaftlichen Lage der Eltern nicht durchführen, wohl aber ist die Gesetzgebung verpflichtet, Normen zu schaffen, welche geeignet find, die bei der Kinderarbeit heroorgetretemn Mißstände zu beseitigen, und dem Kinde da« Recht auf Jugend zu erhalten im Interesse der Gesammtheit. Der Schwierigkeit der Materie entsprechend muß die Regelung der Kinder- arbeit etappenweise erfolgen: ste ist zunächst aus den Fabriken verdrängt worden und soll nun im Gewerbe, Handel und Verkehr, besonder« also auch in der Hausindustrie, auf ein zulässiges Mindestmaß beschränkt werden aus hygienischen, sittlichen und intellektuellen Gründen. Daß schließlich auch die laudwirthschaftliche Kinderarbeit, soweit sie regelmäßig aus Gütern oder im Ge- findedienst vorkommt, geregelt werden muß, unterliegt keinem Zweifel. Das Gesetz schließt sie aus.
Die erste Lesung de« Entwürfe« im Reichs- tage hat nun die Befürchtung, es könne durch eine Verquickung der Regelung der landwirthschaft- lichen zugleich mit der gewerblichen Kinderarbeit der baldigen Abhilfe der Mißstände ein Hinderniß bereitet werden, Recht gegeben.
Wenn der Staat den gesetzlichen Schulzwang einführte, so muß er auch dasjenige, was er damit bezweckt, nämlich die Ausbildung des zukünftigen Geschlechts, sicher stellen. Aus diesem Grunde braucht« kein Unterschied zwischen „eigenen" und „fremden" Kindern gemacht zu sein. Gelegentlich der Debatte wie« u. A Röficke-Dessau auf diesen Punkt hin, der jedenfalls in der bereits gewählten Kommission eingehender Besprechung gewürdigt werden muß.
Sehr erfreulich ist es, daß das Gesetz der Ausnutzung der zur Pflege ausgegebenen Kinder vorbeugt. Sie gelten als fremde Kinder und fallen unter die betr. strengeren Bestimmungen. Die Zahl der aus gesundheitsschädigenden und -gefährlichen Gründen verbotenen Betriebe (für fremde und eigene Kinder) muß noch vermehrt werden, und es sollten auch die Dierste der Laufburschen für diese Betriebe und Anstalten untersagt sein, damit keine Umgehungen stattfinden. Daß fremde Kinder unter 12 Jahren nicht be- schäfttgt werden in Betrieben, Werkstätten, Handel und Verkehr ist sehr gerechtfertigt. Ueber diesen Punkt waren alle Parteien einig. Aus pädagogischen Gründen wurde die Beschäftigung dieser Kinder vor dem Unterricht untersagt, auch von über zwölf Jahre alten Kindern. Gegen das Verbot der Nachtarbeit und die Festsetzung einer dreistündigen Arbeitszeit wird nichts ein- gewendet werden können, wenn letztere unter verständiger Aufstcht erfolgt. Man darf nicht vergessen, daß wir es mit in der Entwickelung stehenden Kindern zu thun haben.
Bezüglich der Beschäftigung in Theatern sollte man erwarten, daß Leiter von Stätten, bet denen ein höhere« Interesse der Kunst und Wissenschaft vorltegt, für die nüthige Aufficht Sorge tragen könnten. Richt immer ist das der Fall. Der Herr Staatssekretär von Posadowsky hat sicher der Ansicht wetter kinderfreundltcher Kreise Ausdruck ge- geben, wen« er meinte, ein völliges Verbot fei hier dar beste, aber — undurchführbar. Die vorgesehene Ausnahme zu gestatten, sollte ebenso Sache der Schule sein wie der Polizei, wie denn die Schulbehörden durch das Gesetz allerdings gern getragene Pflichten erhalten werden; ob auch Rechte, wird die Zukunft tehren. Im Prinzip auch für die Nichtbeschäftigung fremder Kinder in Gast- und Schankwtrthschaften eintretend, bedeutet doch der qu. § 7 einen wesentlichen Fortschritt, da wenigstens nur 12 jährige Kinder z. B. als Kegelaufsetzer arbeiten dürfen, und zwar nur bis 8 Uhr Abends, Mädchen aber niemals Gäste bedienen sollen. — Alle Boten- gänge und das Austragewesen find vom 10. Jahre an gestattet. Daß 10» und 11 jährige Kinder nicht vor Unterricht arbeiten dürfen, in den nächsten fünf Jahren 12jährige nur 1 Stunde von 6*/a Uhr ab, wird von jedem, der den Werth des Schlafes für Kinder richtig einzuschätzen versteht, mtt Freuden begrüßt werden. Jedenfalls hat sich aber der Gedanke de« energischen Ktnderschutze« in der Oeffenllichkettzbereits so festgesetzt, daß sehr
wohl eine zweijährige Uebergangrzeit als ausreichend gelten muß. Uebrigens ist durch die Bestimmung, daß eigene Kinder, die ihren Eltern bet dem Austragen von Zeitungen, Backwaaren u. dgl. helfen, fall« diese Eltern etwa nicht selbst Druckereibefitzer, Bäckermeister oder Kaufleuie sind, als fremde Kinder angesehen werden, einer Umgehung wirksam vorgebeugt und die Kontrolle gesichert. Letztere wird ja schließlich die Hauptsache sein, und darum nahm die Besprechung über diesen Punkt einen weiten Raum in der ReichS- tagrdebaite ein.
Die Eröffnung der Düsseldorfer Ausstellung.
Gk Düsseldorf, 1. Mai 1902.
Dem kalten Nordost ist ein linder West gefolgt und mit ihm in Begleitung allerdings ein ziemlicher Regen. Zur Feststunde aber mach!« die Sonne wiederholt den Versuch durch die grauen Wolken zu dringen und zuweilen huschte ihr Gold einmal flüchtig über die reiche Pracht, welche sich so sehr nach ihr sehnte, um den vollen Glanz ihrer Schönheit wiederspiegeln zu können. Wer die letzten Tage mit dem Resultat des heutigen Festes vergleicht, der muß staunen, wie die Riesenarbeit noch bewältigt wurde. Denn — die Ausstellung ist fertig — bis auf einige Kleinigkeiten, jedenfalls so fertig, wie es noch keine andere Ausstellung größeren Stiles je gewesen ist.
10,41 Uhr traf der Kronprinz, der Protektor des Unternehmens, mit dem I)-Zuge auf dem Hauptbahnhofe ein, wo ihn die Vertretung der Stadt im Fürstenzimmer willkommen hieß. Zu Wagen ging'« dann durch die reichgeflaggten Straßen der Ausstellung zu. Den Strom entlang hatte sich eine mächtige Flottille vor Anker gelegt, die ihr« bunten Wimpel grüßend wehen ließ. Vor der Hauptindustriehalle war die Ehrenkompagnie aufgestellt, welche dcm Sohne und Vertreter des Kaisers die militärischen Ehren erwies.
Schon lange vor Beginn hatte sich tir. großes Publikum eingefunsen. Wir erwähnen unter de« hervorragenden Gästen den Reichskanzler Graf Bülow, die Minister v. Thielen, Rheinbaben, Krätke, Hammerstein, Möller, Studt, die Oberpräsidenten Rasse und v. d. Recke, Erzbischof Dr. Simar i« Köln, Bischof Dr. Schneider von Paderborn, General-Oberst v. Lo<-, v. Kröcher, Präsident des Abgeordnetenhauses, die Regierungspräsidenten von Koblenz, Aachen und Düffeldorf; auch das österreichische Ministerium hat zwei Vertreter entsandt, rc.
Mit dem üblichen „akademischen Viertel", das dem Kronprinzen als Student noch zukommt, traf derselbe freundlich nach allen Seiten grüßend ein.
Einer großen Sache, der illustren versammelten Gesellschaft würdig, ist der Ort, den man zur Einweihungsfeierlichkeit der Ausstellung gewählt hat. Der große Kuppelraum der Hauptindustriehalle hat einen Flächeninhalt von 800 O'Meter. Rings glänzt uns die gediegendste Pracht entgegen und gern folgt dos Auge den kraftvollen Darstellungen, in denen Profeffor Fritz Roeber in seinem 600 OMeter großen Fries der Entwicklung von Handel, Industrie und Verkehr künstlerischen Ausdruck verliehen hat. Städtischer Musikdirektor Profeffor Buths ergreift den Dirigentenstab und gibt der Feier mit dem von ihm komponirten Feftvorspiel die musikalische Weihe.
Auf der Rednertribüne erscheint alsdann der Mann, auf dem die meiste Last der vorbereitenden Jahre geruht und der deshalb mit besonderem Stolze auf gethane Arbeit und auf ein glückliches Gelingen heute blicken darf.
Geheimrath Lueg wirst einen Rückblick auf >ie Geschichte der Düsseldorfer Ausstellungen, von deren ersten im Jahre 1811 Napoleon I. sagte, raß sie Zeugniß ablege von einem großen Lande. Im Jahre 1852 sah Düffeldorf eine weitere Gewerbe-AuSstellung und 1880, vor 22 Jahren, war eS die Gewerbe- und Kunstausstellung, welche in ihrem vortrefflichen Gelingen so belebend auf Düffeldorf und die ganze rheinische Kunst und Industrie einwirkte.
Am Vorabende seines Todes sagte Mac Kinley bei dem Besuche der Ausstellung zu Buffalo: „Ausstellungen sind die Marksteine des Fortschrittes". Auch hier dürfen wir von einer überwältigenden Summe von Fortschritten auf allen Gebieten sprechen. Wie vor 22 Jahre«, hat auch dies Mal Industrie und Kunst sich die Hand zum gemeinsamen Werke geboten. Der Grundstein zu dieser Ausstellung wurde in für die Industrie und Gewerbe sonnenhellen Tagen gelegt, dann aber kam eine gefahrdrohende, schlimme Zeit. Aber der Sturm hat weder Steuer noch Planken gebrochen und so landen wir heute glück-tch im Hafen. Dank unserm Kaiser, der das lebhafteste
Interesse für die Ausstellung bewiesen, der uns in seinem Sohne einen wacker« Schirmherr« verliehen und uns zu unauslöschlichem Dank« verpflichtet hot. Weich' großer Unterschied gegen 1880. Damals hatten wir ein Terrain dos 17 Hektar, heute dehnt sich dasselbe zwei Kilo- meter lang mit 60 Hektar Flächeninhalt. Redner dankt alsdann der Preffe, die sich der Veranstaltung eiumülhig mit dem größten Wohlwollen angenommen habe. Dank den Behörden und vor allem dem Mann«, dessen Liebe v -d Sorge so ganz des Vaterlandes Wohl- s gilt, Kaiser Wilhelm II., der Fttedcnssücst, der Sorger und Mehrer der Wohlfahrt, er lebe hoch! hoch! hoch!
Nachdem die Begeisterung ausgeklunge», spr^K der Vorsitzende der deutsch-nationalen Kunstausstellung, Profeffor Fritz Roeber, seiner Freude Ausdruck gebens über das geschaffen' neue Kunfiheim, das allen Richtungen freien Raum und gleiches Licht g- währe; dem guten Alten, wie der stürmischem Jugend. Von der Ausstellung erwarte man einen Ausgleich der Gegensätze, vielleicht werde es sich Herausstellen, daß eine rechte Mischung von sprudelnder künstlerischer Jugendkraft mit dem schweren abgelagerte« Wem des Alters das brauchbare Getränk der Zukunft ergebe« wird. Redner endet mit einem Hoch auf den Protektor der Ausstellung, de« Kronprinzen, dessen Führung volles Gelingen verbürge!
Nachdem der Sang „Deutschland, Deutschland über alles" verklungen, erklärte der Kronprinz ohne weitere Rede die Ausstellung für eröffnet. Die Musik spielte Wagners Kaisermarsch und auf der Ryettflottille lösten sich di« Böller und auf dem Thurme des „Bochumer Verein" erklang das Glockengeläute, das freudige Sreigniß dem weiten Lande kundgebend.
Alsdann begann der erste THÄ des Rundganges durch die Ausstellung, der sich zunächst auf dis abwechselungreiche Houptindustnehalle, dann de« imposanten Palast des Oberbergamtes Dortmund, der die Entwickelung des ganzen Bergbaues darstellt, erstreckte. Hmüber ging's in die schlank geformte Halle der „Gute Hoff- nungshüttk" und der „Deutzer Gasrno- torenfabrik". Ueberwältigend war der Eindruck in der Maschinenhalle, die 280 Meter lang und 52 Meter breit ist und 20000 Quadratmeter bedeckt. Aus dem Raffel« der Maschinen kommen wir zum klassischen Kunstpalast, wo Altes und Neues um die Palme streitet. Zu Fritz Krupp hinüber ist'S nicht weit, welche Fülle von Großartigkeiten, von denen der friedliebende Bürger allerdings hofft, daß die dem Krieg geweihten Dinge in ihrer furchtbaren Vervollkommnung nur dazu beitragen mögen, den Frieden zu sichern. Weiter geht die Reise mit schnellem Schritt durch die gigantischen Bauwerke des „Hoerder Verein", des „Bochumer Verein", durch die herrlichen Anlage« des „Deutschen Betonverein" und das lehrreiche Gebäude, welches „Schulwesen und die graphischen Künste" beherbergt. Düs Gebäude der „Rheinischen Metallwaaren- fartk" (Ehrhardt) und das Heim der streb- fernes „DüsseldorferHandwerkskammer" bilden den Abschluß des erste« Thrills des Rusd- ganges.
Wir find In der große« Festhalle, die prächtig dekorirt zum Festmahl hergerichtet ist. Ueber 1000 Personen find versammelt, die von 230 Kellner bedient werden. Die Zeit ist nur knapp bemeffen und bieiem Rechnung tragend ist das gesprochene Wort kurz und bündig.
Die Reihe der Trinksprüche eröffnete Reichskanzler Graf Bülow, der durch die Frische seines Wesens sofort die Zuhörer gewinnt. Redner versichert, daß er in vielen Punkten seine Erwartungen mit der heutigen Ausstellung über- tröffe« gefunden habe. Er danke Namens der Staatsregierung den Männern, die in schwerer Zeit solch' Schauspiel rege« Kunstsinnes und Gewerbefleißes gegeben haben. So ernst und wuchtig wie hier, sei wohl «och niemals die Industrie aufeuropäischem.Bode« zu Tage getreten. Was hier geschehen, ist aus eigener Kraft den Schwierigkeiten zum Trotz vollendet. Hier blicke die rheinisch-westfälische Industrie gleichsam im Spiegel ihre eigene Tüchtigkeit. Rheinland und Westfalen haben bewiesen, daß sie sich nicht unter» kriegen lasse«. Hierzu mitzuwirken, ist die Staatsregierung gern bereit. Fördert sie eines« theils die Landwirthschaft und will ihr oeu noth- wendigen Zollschutz gewähren, so will sie doch- auch anderseits der Industrie des Auslandes Thüre offen halten.
Diesen Gesichtspunkten trage der Zolltarif der Regierung nach beiden Seiten Rechnung, darüber hinaus werde ober auch nicht gegangen werden können. Nehmen wir uns de» Kaiser zum Vorbild, der sich uns als den unermüdlichen Förderer des Gesummt-
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-Wohles darstrllt.. Durch dielen Grundsatz i mehren wir uns dis Ruhe nach Innen und die Würde «och Außen. Dieselben vertrete er als Reichskanzler i« voller U’beretttftimmung mit dem Kaiser. Ihm, dem Führer des Vaterlandes, ein dreifaches Hoch!
Herr Gehciu.rath Lueg feiert den Protektor, den Kronprinzen-, der heute überall mit lautem Jubel ausgenommen worden sei. Wenn die trüben Zetten drohten, so ermunterte uns der Sonnenschein der Gunst von Oben, die uns zum guten Gelingen führten.
Se. königliche Hoheit der Kronprinz bekundete in seinen Worten, daß er mit Freuden das Protektorat Übernommen habe, das ibn heute bei der Vollendung mit Stolz erfülle. Er habe gesehen, wie ein opferfreudiges Wollen ein guter Gelingen bringe. Industrie und Kunst gehe hübsch beisammen zum Zeichen, daß die materiellen Interessen die idealen nicht überwuchern dürfen. Das Gelinge« der Ausstellung dürfe sowohl die Leiter, wie den letzten Arbeiter, der uätgewirkt, mit Stolz erfüllen. Möge der Ausdauer ein voller Erfolg zu Theil werden, die Ausstellung lebe hoch!
Das ganze Arrangement der Tafel, die mit Blumen Überladen, das gedämpfte Tageslicht, die verschwenderische Anwendung von vielen tausend elektrischen Flammen, gaben der Vera«- stattung einen hochfestlichen Charakter. DaS Menn bot t« Überreicher Fülle die köstlichsten Dinge, denen die besten Weinmarken erster Häuser angepaßt waren. Lebhaft bedauern mußte man nur, daß für die Tafelfreu«de eine so un« verhältnißmäßig kurze Zeit zur Verfügung stand. Di« Musik lieferte die 39er Regimentskapelle in tadelloser Form,
Nach aufgehobener Tafel wurde der Rundgang durch die Ausstellung fortgesetzt, wobei such neben de« ernsten Veranstaltungen dm Erholungsstätte« ein Besuch abgestattet wurde.
Begleitet von den Hochrufen der zahlreichen Besucher der Ausstellung nahm alsdann gegen 5 Uhr der Kronprinz den Weg zum Bahnhof und fuhr in seine Musenstadt Bann zurück.
A«s dem Landtage.
72. Sitzung vom 2. Mai 1902.
Heute (Freitag) hat sich daS Abgeordnetenhaus mit der dritte» Lesung der Nebenbahn-Borlage beschäftigt. In der Generaldebatte ersuchte der frei- konsrrvatwe
Abg. WrStt die Regierung um eine wohlwollende Haltung gegenüber den Kleinbahnverwaltungen, worauf
Minister v. Miete« erklärt», alles thun zu wolle», was zur technischen, wirthschaftlichen und finanzielle» Förderung deS Kleinbahnwesens nöthig sei.
Im übrigen bestand die ganze Generaldebatte fast nur aus einer langen Reihe von Wünschen örtlicher Art. Sie wurden oorgebracht von de» Abgg Dasbach (Centr.), Moritz (Gentr.), Graf von Lim- burg-Stirum (kons), Willebrand (Centrum), Schmidt-Warburg (Centrum) und anderen mehr. Die Borlage wurde ohne besondere Spezialdebatte i» ihren einzelnen Theilen und im Ganze» angenommen.
Es folgte alSdann die Berathung von P e t i t i o » e n, die sich ohne Ausnahme mit Eisenbahnbauten beschäftigten. Sie wurden alle der Regierung alS Material überwiesen.
Ohne Debatte wurde in zweiter Lesung der Gesetzentwurf über die Kompetenz. Konflikte angenommen, womit die Tagesordnung erschöpft war.
Am Samstag sollen kleine Borlagen und der Antrag des kons. Abg. Bockelberg über innere Kolonisation erledigt werden. Bei der Feststellung dieser Tagesordnung entstand eine intereffante Debatte über die Geschäftsordnung, wobei Präsident vo» Kröcher sein Bedauern darüber aussprach, daß der Landtag immer so spät berufen und damit auch der Etat so spät vorgelegt werde. Beides müßte früher erfolgen.
Aerrenyans. — 7. Sitzung vom 2. Mai.
Ohne Debatte wurde» mehrere Petitione» erledigt nach den Anträge« der Kowmiffionen und der Berichterstatter.
Angenommen wurde« ohne erhebliche Debatte die Gesetzentwürfe über die Aufhebung des kommunal- ständischen Berbandes der Kur mark und die Gestaltung der BerufSgeuossenschasten für die Land-und Forstwt rthschaft, und zwar in der Fassung der Beschlüsse deS Abgeordnetenhauses.
Uermitcbte«.
* Koudo», 2. Mat 1902. Nach der Londoner »Daily Mail' ist Herr R. H. Measures, das Haupt der großen Maschinenfabrik MeasureS Limited, t» Eastbourne zur katholischen Kirche zurückge- kehrt. Setner Freigebigkeit verdankten die Katholiken die Kirche zu de» englischen Märtyrern i» Streatbam, und auch die neue Kirche in Wolworth wird hauptsächlich auf seine Koste» errichtet. Ei» Sohu deS Konvertiten ist bereits Priester an der Kirche in Wal- worth. — Im Anschluß hieran sei noch mitgethellt, daß nachdem holländische» katholischen Blatte ,Het Centrum' allein im Birth um H a arl em jährlich un- gefähr 600 erwachsene Personen, meist Prote- ! stanieu, sich in den^Schooß der katholische» Kirche auf- I nehmen lasse». “—*