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99.

Juc-a, Donnerstag, den 1. Mai 1902.

29. Jahrgang.

0 Die Juden

in Rumänien

Nach

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TrfvSge sehr unbedeutend fab. Schließttch die preußische Kegi<rru»g auch Wtdrrftsmd

bei

denjenigen Parteien finden, die oi-her immer-

Tageszeitung' räth der Negierung oon solchem Vorhaben ab! Im übrigen ist es überhaupt

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(Nachdruck verboten.)

fener Hccka>

ititb «.u-o» iM.öcPf.

mif AnlerHültungs -Message „Issustrirle Somtags-Zeitung"

Modere, zugleich ms Leibeskräften „j rufend, dem Wagen nach. Schwerli

und eine Berliner

X Die di, etiew Staat« -«»er» in Pr rußen haben in dem abgelanfenen Matchahr 12 Millionen Mark mehr «gebe», al« im Etat veranschlagt »ar. Auch für da« Etat«j<chr 1962 wird) arte osfiriö« versichert wird, der @h,tianfd)lG$. that- fachlich erreicht,, melleicht noch überschritten werden.

verfehlt, immer wieder in letzter Stunde die Parlamente noch mit wichtige» Vorlage» zu be­lasten. Beinahe fleht eS aber so aus, als könnte die Regierung ihre Vorlagen nicht mehr zu recht« Zeit fertig bringe».

Ir«to*6ti6ntnmgfn lims alte» tmhOn.

Halbvergeffenr Geschichten auS bett 30 er und 40 er Jahren de« 19. Jahrhunderts von B. S. C-rste r.

-nferaker

einfpaltiflt Petit- zerre ober bereit NaumISPfgRe. Hamen die Petit- zeil« 25 Psg.; bei Mederholuuqen

I wird entsprechend.

Rabatt geisährt.

Die Steuer wird dadurch entrichtet, daß d« Hersteller der Schaumweines ein Steuerzeichen gh der Kmfchlteßung der Flasch« anbr^gt, bevor dsr Schaumwein aus der TrMgungsMte ent­fernt oder innerhalb derselbe» getrunK» wird. Wir also ein Brief da^ch das Aufklebe» ein« gekauften Koflmarke frei gemacht wird, bevor man ihn versendet, so muß der Schaumwein- flasche die Weuermarke avfgehestet »erden, bevor man fit in dm Verkehr bringt. Die Schaum- weinfabrilln unterltege» der fieuerAchen Ueber- wachung, wie man fie längst auch eingrführt hat fürdieÄanntweinbrennneteA, Zncktrsnbrike» usw. Steuerhinierziehungm werde« mit dew vierfachm Betrage der hinterzogene» Steuer bestraft; mtndestenI muß ab« die Strafe 30 Mark be­tragen. Zch MrderhylungssaKe tritt Gefängviß-

ZeitungSkorrefpondenz behaupten, dem preußisch« Landtage sollten Ptzt »och mehrrre neue Äor- logen zugehen, darunter eine solche über die wettere Vermehrung bti Anstedrlungrfgnds für die LandeStheilr mit polnischer VevSlkerung. LS

Loser Bevölkerungselemente auS Europa? Daß die ImkeeS dar thu», hat ihnen im Ernste noch niemand übel genommen; und was nun den Deremigten Staaten billig ist, das sollte dem Staate Rumänien recht sein.

In Rumänien ist kürzlich ein neues Hand- «erkergesetz erlaffen worden. Dasselbe bestinmt beispielsweise, daß Fremde, die als Arbeitgeber od« Arbeitnehmer ein Handwerk betreibe» wolle», einen bestimmten Nachweis darüber führe», daß fie in ihrem Baterlande zur Betreibung desselben Handwerkes zugrlaffrn wurden. Daß Juden, die von Rußland nach Rumänien ein wandern, für Rumänien Fremd« find, steht zweifellos fest. Vie müssen sich also auch den Bestimmungen dieses Gesetzes unterwerfe» — etwa« Anderes würde

auch nur eine Erleichterrmg. Merkwürdiger, weise aber hat die — PetNonSkommisfton deS Reichstages RÄckstcht auf den sozialdemokratischen »Feiertag" genommen, indem fie für diese» Tag die Sitzung auszusetzen beschlossen hat. DaS hätte die Kommission nicht thu» sollen!

soll sich dabei nicht nur um die vermchrreSchaffung bäuerlicher Ansiedelungen handel», sondern auch um die Gründun «.neuer Domänen in Westpreußi-n. Schon j-tzt beziffert sich der Ansiedelunakfoir^S auf 200 Millionen Mark, und auch feine Freunde geben ohne Weiteres zu, daß die dcmriL erzielte» Erfolge sehr unbedeutend find. Schließlich wird

Do? ist kein richtiger Standpunkt. Die Ru­mänen können nicht anders handeln, als fie es thus; und fie weichen in ihrer Handlungsweise nicht von derjenigen anderer Länder und Völker unter de» entsprechenden Umstänorn ab. Erst in diesen Tage« hat der rusfisch-rumänische Ministerpt äfilent Sturdza dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Bukarest, Herr« Beck, eine Unterredung gewährt und diesem die leitenden Gesichtspunkte har gelegt Danach läßk fich die rnmäntsche Regierung nicht oon judenfeindlichen Gesichtspunkten letten; aber „der Instinkt der Silbsterhaltung zwingt sie, Maßregel» gegen das massenhafte Eindringen fremder Elemente zu ergreifen". Wer will fie deswegen im Ernste tadeln?

Kamerad," setzte er mit feierlichem Ernst hinzu, mau muß im Leben stets... dev Vernunft die erste Stimme einräumen. Hatte ich, bis jetzt mit einem glücklichen Zufall gerrchnet. so gebot mir nun die Vernunft"--

Sehr wichtig ist dann «sch folgende Be­stimmung: Schaumwein, der fich bei« Inkraft­treten des Gesetzes' am 1. Juni außerhalb ehe« SchM»mwetnftrbrtk' oder einer sMniederZage bt* findet, unterliegt ein« Aach steuer. Bcn dies« Mchstruer ist nur drvjrmge Schaumwein befreit, der fich in Mioal« Haushaltungen befindet, vorausgesetzt, daß de^ Vorstand der HauShallung wsder Ausschank nvck^ Handel miS Getränks» be- treM. Diese steuerfreie Menge darf aber auch nicht weh« als dreißig Flaschen betragen.

Gesetzt ist am letzten Dienstag von der Ko«- Mission dis Reichstages- mit allen gegen sechs Stimme» in der MsammtabstimmuW in zweit« Lesung angenommen worden. Dir Opposition oon sechs Stimmen besteht auS den Sozial- demstzvolen, Freisinnigen und dem nationalliberslen 3H>g. Db. Seniler. ES ist anzunchmer», daß im Pknum des Reichstages von bat Miionallsixralen mindestens die Hälfte für doS Gesetz in der Ferm der KommiffionS- anträge stimmen werde, soboß im Reichstage eine sichere Mehrheit ba(lt> vo-handen ist. Die »e» vereinbarte SteuerskÄ« »st in diesem Blatte schon mttgethsilt Norden. Sie hab ebenfalls in dies« Sitzung d« Kommiifio» glatte Annahme bei dev» seiden gefunden. Ohne Zweifil bedeutet die neue Gestaltung d«S Gesetz-? einen großen Vorthest

'naus wollte, beziehungsweise keinen Wsammew- Hang mit. seinem vorerwähnten Spaziergang ent­decken bnnte, fuhr drr Premier eifrig fort. — „Nun sagte ich mir und gewiß mit einigem Recht, was jener erlebte, kann Dir auch mal geschehen und hatte von diesem Tag an mein Augenmerk auf alle Hanau mit Ertraposchferden pasfirend« Equipagen gerichtet. Leider dis jetzt ohne Er­folg. Die, hohen Herrschaften kommen entwed« nur selten hier durch,. oder vielleicht mit Vor­liebe zu einer Zeit, wo mich der leidige Dienst fesselt. und mich in meinen Beobachtungen be­hindert. Aber nun denken Sie sich jdas Glück,

erzählte, den Schreiner Kriks. in dev Vorstadt aufzusuchen, holt mich grad, als ich an der „Goldenen Schmer" vcrbeikom-ne, eine mttExtra- postpferdsn bespannte, offenbar sehr noble Chaise ein, sicher auf dem Wetz, nach Frankfurt vielleicht sogar nach dem fernen Paris.

Das schickt Dir i>Ae Himmel, sagte ich mir und nahm sofort die Väffolgung auf, die mir durch eine mäßige Gangart der wohl schon er­müdeten Roffe erleichterte wurde. Wer ich hatte meine Kräfte doch überschätzt, schon ehe wir Hoch­stadt erreichten, wurde die Entfernung zwischen mir und dem Wagen immer größer und bald.

Deutsches Reich

Berlin, 30. April 1902.

X Die sogen unnte Mutfeier. Bisher ist eS üblich gewesen, die sogenannte Maifeier der Sozialdemokraten auch in bürgerlichen Zeitungen in langathmigen Darlegungen zu bespreche« und umständliche Berichte zu bringe» über den Ver­lauf der verschiedeum sozialdemokratischen Kneipe­reien, Tanz« und ÄtsangSbelustigunpen, Ber- sammlungen uiw. an diesem Tage. Man sollte fich daS allmählich abgewöbnen, denn man legt dadurch einer unwichtigen Sache eine Bedeutung wüt über ihren Werth hinaus bei und fördert sie dadurch mittelbar. Wenn man die Entwicke­lung dieses sogenannten Maifeiertages genauer diesem herrlichem Wetter nicht noch einen Spazier­gang nach Kesselstadt machen, und im Schwän­chen ein Glas Apfelwein trinken?"

„Bedaure, Ihnen einen Korb geben zu müssen, Herr Kamerad," sagte Schlanker mit gemessener Höflichkeit, „aber ich bin zu müde, ich komme eben von Hochstadt."

„Ah, den berühmten Hochstädter Käse an der Quelle probirt?"

„Nein, dazu hatte ich keine Zeit, der Zweck, der mich nach Hochstadt führte, gestattete das nicht."

Ich sah ihn erstaunt an, was hatte er in Hochstadt zu thun. „Ist es nicht unbescheiden, wenn ich mir zu fragen erlaube, welchen Zweck Sie verfolgten?"

„Durchaus nicht, ich könnte Sie doch nicht verhindern, dasselbe zu thun, die Landstraße steht jedermann frei."

„Sie erinnern sich vielleicht noch," fuhr er fort, nachdem wir in eine, nach seiner Wohnung führende Straße einbogen, „daß vor einiger Zett eine hochherrschaftliche Chaise, welche vielleicht sogar ein fürstliches Haupt verbarg, durch Hanau pafsirend, durch die Vorstadt über die Kintzig- brücke hinaus, nach Hochstadt zu fuhr, die ver- muthlich das nahe Frankfurt vor Einbruch der Nacht noch zu erreichen hoffte.

Die letzten Häuser Hanaus waren kaum ver­schwunden, als ein frommer Landmann, den die Pferde überholt hatten, zu bemerken glaubte, daß ein Gegenstand der Chaise entfiel und im Staube der Chaussee liegen blieb. Er rennt hin, hebt ihn auf und was findet er? Einen mit Gold­stücken bis oben hin straff gefüllten Lederbeutel. Ohne sich einen Moment zu besinnen, rennt der

sich an sieht, dann ficht man, daß « feinem völligen Absterbe« entgegenfiecht. Einst hieß eS: „Alle RSd« stehen still, wenn dein starker Arm eS will" — heute begnügt man sich mit einer Betheiligung an d« sogenannten Maifeier, „so weit es ohne Störung d-S ArbeitSverhSItniffes möglich ift"; oder man überläßt überhaupt die ga»-ze Sache dem Gutdünken der „Genoffen." Nach und nach wttd wohl d4e ganze Veranstal­tung im Sande Verlaufe», so daß man schließlich am 1 Mai nur noch einige bierfröhliche Zech- Genossen in einem gegen die Außenwelt ab­geschloffenen Kneiplokale vorfinde« wird. Ssbald die Herren .Genoffen" Nnternchmer werden, kümmern fie sich selbst nicht mehr um den an» geblichen „WeltseiertaK". Die sozialdemokratischen Barbiere müsse» an diesem Tage erst recht dcS Rafirmeffer handhabe»; SieZeitungstrHgermüffeN' traben, wie alle anderem Tage auch, und nicht' einmal dir sozialdemokrottschen Ksnsvmvereink gebe» ihren Angestellten am I. Mai frei, oder

nf jufwaU 3. « Mta.

+ Im MaykSrrise Kalks Gtjhorrr wolle» die Konservativen, der Bund der Landmirthe, die Antisemiten und Kmdwerk« bei der Stichwahl für den Rationslklbrralrn eintreten. Da dies« bet' bet Hauptwahl rund tausend Stimmen mehr als der deuischhannovevsche Wahlbewerb« erhalten hat, find damit die Wr« fichten dieses Äetziern recht ungünstig geworden. M könnte nur dann zum> Siegs" gefangen, wenn die So-ialdemoktaten famtnf und ssnder» für ihn eintreten würden. Bisher. ______a„,—......—.a .„

ist der Wahlkreis abwechselnd so» Naticnallrbelalen ' strofe bis zu dsr Duuer von drei Jcchren ein. und DeutfchhsnnoveranerK vertreten gewesen, zuletzt' von dem deMfchhanuoverschen »bg. Frhrn. von Hammerftrin.

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eine Ausnahme zu Gunsten der Juden und damit eine Ungerechtigkeit gegen die eingeborenen LandeMnd« sein. Außerdem ob« handelt es sich hierbei geradezu um eine Lebensfrage für die Rumänen selbst; und daß fie fich ihres Lebens wehre», kann statt ihnn erst recht nicht verrenken.

Und dennoch gibt rS L-nte, die duk thun, die als Mitglieder b .r goliwtn Jnterugkio- ale über viele Macht verfüge«. D.e Preff ^ die dies« JLtervatioxals ergeben ist, bsscheftigt sich >-it eickg-r Z'it lebhaft mit d« Juderrftage in Ru­mänien, wobei es an hsfiigrn griffen gegen die Regierung in Bukarest tc) ge.j?r dir vorher ge< kennzeichnete» Müßregein derselben rrlchr fehlt. Ma» spricht Mei von bösen Fisapzkrk'r«, die dem rumänisch«« Maate drohen sollen; SaS heißt wohl nichts A.iSereS als eine verbiümtr An- deutuvg in hem Smuk, daß dir fatemdiimle Hochsiiarrz dm Rumänen ia Zukunft den Kredit verweigern würde, wenn fie nicht gutwiAg den jüdischen SinwanderungSstrom üb« fich «gkhen taffen und mit offenen Armen empfangen. Aeh»' liches ist sogar schon einmal ganz unverblümt ausgesprochen worden. Im Jahre 1900 Hut dar Pariser Haus Rothschild ganz ungeniert durch die Preffe verbreiten kaffen: wenn dis Juden iw Rumänien nicht besser behandelt würden, dann werde besagtes Haus Rothschild aus dem da- mals für Rumänien geblldetrn Anleihe-Syndikat auSscheide».

Riemand vernahm - bei dem Geräusch» welches acht kräftige Pfrrdehufe verursachten- den Ruf seiner Stimme. Dar kam ihm ein glüMcher Zu­fall zu Hilfe.

Man batte im Wage« bemerkt; daß eine Thüre nicht recht schloß — vermutlich die Ur­sache des Verlustes — man ließ halten, ein Diener sprang vom Bock u»d versuchte die Thüre zu schließen. Jn^ diesem Moment «reichte der ebfe Finder den Wagen Md bot dem erstaunt auffehenden hohen- Herrn wortlos den Beutel dar.

Ueberraschung, Bestürzung, Freude bewegten die Mene des Reisenden^ der den Beutel noch nicht vermißt hatte. Ein Blick überzeugte ihn, daß: der Inhalt noch voLzählich fei. sine hohe RühiAng ergriff ihn, als fein Auge die-beschei­dene Erscheinung des braven Landmannes streifte.

„Mein Freund," sagte er, „Sie haben mir einen unschätzbaren Dienst geleistet, nehmen Sie dies als Dank für ihre Ehrlichkeit." Und dann gab- er dem Kutscher einen Wink und ehe das erstaunte und glückliche Bäuerlein nur zu sich selbst kam, war die Chaise seinen Blicken ent­schwunden.

Und wissen Sie, was der Ueberglückliche fand, als er die Rolle öffnete, — 50 fl., 50 rheinische Gulden!"

Bei diesen Worten sah mich Kamerad Schlunker so triumphirend an, als ob er der großartige Geber selbst gewesen wäre. Nachdem ich etwas Beifälliges gemurmelt hatte, noch immer nicht recht begreifend, wo die Geschichte eigentlich

den voraufgegangene» Schwierigkeit« ist daS neue Schanmwettistmer-Gesetz im Reichs­tage wider anfängliches Erwarten in zweiter «ld in dritter Lesung glatt angenommen ward«. Am Ende Hai die ganze Opposition nur noch mts den Sozialdemokrnteu und aus zwei Mit­gliedern der stkifinnig« Volkspartei bestanden. Das Gesetz soll bereits nm 1. Juni dr. IS. i» Kraft treten. AuS d« neuen Bestimmungen desselben find namentlich die folgenden hervor- zuheben: Die Steuer beträgt 10 Pfennig für solch« Schaumwein, der au3 Fruchtwein her- gestellt ist, 50 Pfg. für die Flasche ander« -Schaumweines und schäum wein ähnlicher Getränke.

M, Äl3«»«^' Ä* S Ä" « 3»»«n ftof. 3-R-k-

i*t§ßn«« von ' * Juden nicht sonderlich; und «»iter Wea V ^üdrußland nach Runränien kein

ü™ fflblichfn kommen ganze Schaar« aus nrLon bisher Rußland nach Rumänien herüber. SJH machten die Juden in Rumänien batar 1 S-^tel der Bevölkerung aus; man * recht wohl begreifen, daß die rumä- a ^rung über diese neue Einwanderung Ti, -»iger als entzückt ist. Ma» muß ja amtt unterscheiden zwischen den Juden, 1 etwa am Rhein oder in Frankreich leben, f'a «hre StamrneSgenoffen oon der Art, wie fie >alizien, Podolieu, Sädrußlaud und Rumänien d Wcsen — oder aber Unwesen treiben. Das , J «in so himmelweiter Unterschied, daß man die Gefühle der Rumänen angesichts dieser jüdische« Maffrnei» Wanderung kaum richtig würdigen kann, wenn man nicht einmal einen Blick geworfen hat in die Judenstraß« der Städte jener östlichen Länder. Auch die kultivirten und gebildeten Juden selbst wisse« recht gut, was es damit auf sich hat. Dar geht schon daraus hervor, daß vor längerer Zsit bereits von reich begüterten Auden in Berlin, Paris usw. ein Verein ins Leben gerufen wurde, der sich die NtortHe Hebung der Stammeßa«ofseu in .Halbaffen" Zur Aufgabe machte. Zu den Gründe« dieses Vereins gehörten die deutschen RsichrtagSab. geordneten Bamberger, Ludwig Löwe u. a. m.

Jetzt wird in Rumänien einem Theile der eingewanbetlen Juden die Natmalisatio« ver­weigert. Das zu thun steht natürlich im Be­lieben der rumänischen Regierung. Wen man »C einem deutschen Bundesstaate nicht haben mAh »"M gibt man auch die Naturalisation nicht; und «it einmal sehe«, war man bei uns in Deutschland sagen .würde, wenn wir auf je zehn Einwohner einen Juden bereits hätten, alle diese Juden von derselben Art wären, wie jene Juden in Rumänien und Südrußland, und wem, sich fortwährend neue Ströme gleicher Ein- nvanderer in uns« Reich hinein ergießen würden. Wehren sich denn auch nicht die Vereinigten Staat« von Amerika gegen die Einwanderung bedenklich«, od« auch nur vollkommen mittel*

Ich ging tief beschämt von dannen, nannte mein Benehmen eine Gemeinheit ersten Ranges und war felsenfest durchdrungen, daß ich es bei der nächsten Gelegenheit — grad wieder so wieder machen würde. So ging's mir auch heute.

Mcht um die Welt hätte ich mir Schlunkers Gunst durch unzeitiges Lachen verscheuchen mögen und kämpfte verzweifelt mit dem Lachreiz. Ich sandte ein Stoßgebet zum Himmel, und der Himmel sandte, wohl mehr um die Gefühle des alten Kriegers zu schonen, als um mir zu helfen, einen Engel, der in der fragwürdigen Gestalt eines Gassenbuben erscheinend, mir seinen Ball mitten ins Gesicht warf.

Nun durste ich lachen. „So ein infamer Bub', grab meine schöne Nase zu treffen!" rief ich und lachte, als wenn nie ein Gassenbube einen besseren Witz gemacht hätte. Schlunk« sah mich erstaunt an: „Sie sind wirklich sehr enüthig, ich hätte dem Kerl eine ’runter ge­

rn!" Er warf sich ordentlich in die Brust bei diesen kühnen Worten und schaute grimmig drein. Meinem Rettungsengel eine 'runterhauen, i wo werd' ich denn, dachte ich, sagte aber, auf die vor uns auftauchenden Anlagen deutend, mehr um überhaupt etwas zu fagen, als wirk­lich von dem Wunsche beseelt: „Wollen wir bei