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müssen. Zu dem Unterrichte gehört nun doch urr- stretlig auch der Religionsunterricht; nach der An­schauung aller, die sich zu einem positiven Christen- thum bekennen, ist die rechte Unterweisung in der Religion sogar der vornehmste und wichtigste ^rhrgegenstand. Di« Gemeinden, die die Volks­schulen zu unterhalten haben, müssen also ganz selbstverständlich auch dafür sorgen, daß dieser Hauptlehrfach in geeigneter und würdiger Werie vertreten fef, und in diesem Sinne hat dar Centrum zu dem Schulgesetze den nachfolgenden Antrag gestellt:

„Wenn der durch die genehmigte Schul- und Lehr­ordnung vorgeschriebene Religionsunterricht in den Bolkrschulen durch die Seelsorgegetstlichen der be- theiligten Gemeinden unter Mitwirkung des L:hr- personals nicht vollständig ertheilt zu werden vermag, so können diese Gemeinden unter Berücksichtigung ihrer Leistungsfähigkeit zur Bereitstellung der Mittel für die Honortrung der weiter erforderlichen Kate­cheten durch die KretSregierungen angehalten werden." „KreiSregieruvg" in Boyern bedeutet so viel wie Prootnzregierung in Preußen; und es kann nichts klarer und felbstverständlichlr als dieser Antrag sein. Wenn die vorhandenen geistlichen und Laienlehrkräste nicht, mehr zur Bewältigung des Unterrichtes auSt eichen, dann müssen diejenigen für die Vermehrung dieser Lehrkräfte sorgen, die die Bolkrschulen zu unterhalten haben. Die Kirche, sagen die Liberalen, müsse für diesen Unterricht Sorg« tragen; und es soll ein Eingriff in die Verfassung durch den vom Centrum be­antragten und nunmehr angenommenen Katecheten­paragraphen bedingt werden; als ob der Kirche eine Pflicht zur Unterhaltung der Volksschulen obliege!

Der Kultusminister, der im Namen der bayerischen Staatsregierung den Antrag ebenfalls bekämpft hat, hat sich darauf berufen, daß bis jetzt infolge eines Mangels an geeigneten Lehrkräften e« noch nirgends an dem geeigneten Religions­unterrichte gefehlt habe. Das ist kein stichhaltiger Einwand. Ersten« folgt daraus, daß es noch nicht daran gefehlt hat, durchaus nicht das Weitere, daß e» niemals fehlen wird; und zweitens sieht er in München wirklich recht problematisch aus mit der geeigneten E theilung de« Religionsunter­richte«, wie qu« einer vorliegenden Petition der Münchener Stadtpfarrer hervorgeht. Sollen nun vielleicht die Stadipfarrer die erforderlichen Religionslehrer anstellen und ans ihrer Tasche bezahlen? Eine merkwürdige Auffassung!

Deuts ob esReicb.

Berlin, 18. April 1902.

+ Aenlsch-tzolkandische ^ofivereinignug. Daß die Handelskammer in Utrecht zu einer Ver- lammlung eingeladen hat, in der die Frage einer Postunion zwischen Holland und Deutschland be­sprochen werden soll, ist in diesem Blatte s. Z berichtet worden. Jene Meldung ist dahin zu er­gänzen, daß die Handelskammer zu Mülheim a. b. Ruhr dieselbe Einladung an deutsche Han­delt kam mern bat «tqeben lassen. BiS j tzt haben

von deutschen Handelskammern die Kammern von Ess««, Bochum, Dortmund, Osnabrück, Ruhrort, Mü heim a. d. Ruhr und Düsseldorf ihre Be« thrtligung an der Versammlung zugesagt. Die Versammlung soll am Ende dieses oder im An­fänge des nächsten Monates entweder auf deut« fchem Boden in Cleoe oder auf niederländischem Boden in Arnheim stattfinden.

ft Kein Ardcttorwchrveis für das M eich? Die kürzlich von der ,Ratl. Korresp/ verbreitete Meldung, es werde eine Organisation der Aibettsnachweise über das ganze Reich vorbe­reitet, wird der .Germania' von „zuständiger Seite- als unrichtig bezeichnet.

X Spirit«»motore« Sei der Marine. Denirächst wird ein Fahrzeug, das der staat­liche« Schiffswerft in Kiel gehört, zur Probe mit Spirttusbetrieb versehen werden. Der Kaiser hat davon durch ei« eigenhändiges Telegramm dem Vorsitzenden des Vereins der Spiritus fabrikanten, Herrn von Graß-Klanin, Mittheilung gemacht. Daß Spiritus fürLeucht- zwccke ebenso gut zu verwenden ist, wie Gas, und dabei geringere Kosten verursacht, haben die damit angestellte« Versuche der preußischen Staatsbahn bewiesen, von denen in diese« letzte« Tagen im preußischen Abgcormetenhanse die Rede war. Hoffentlich bewährt sich der Spiritus« motor im Dienste der Schifffahrt ebenso gut!

ft Die «en- IkechtfchreiSnng soll nach einer Meldung der ,Berl. Reuest. Rachr/ für die Behörden am 1. Januar, für die Schule« am nächsten 1. April eingeführt werden. Eine bestimmte Entscheidung darüber ist aber im Bundesrathe roch nicht getroffen. Einzelne deutsche Bundesregierungen" sollen sich vorbe­halten haben, Regelbuch und Wörterverzeichniß in einer besonder« Fassung herauSzugeben, natürlich aber nach der allgemeine« Verab­redung.

+ Karrfutäimische Schiedsgerichte. Mit ansehnlicher Mehrheit hatte, wie bekannt, der Reichstag den Antrag der Abgeordneten Trim- born und Bassermann angenommen auf Ein­richtung von besonderen Gerichten für die kauf­männischen Angestellten. Die Vertreter der Re­gierung ließen damals keine besondere Neigung erkennen zur Erfüllung dieser Wünsche. Jetzt be­steht ober allem Anscheine nach kein Zweifel mehr darüber, daß demnächst dem Reichstage auch noch dieser Gesetzentwurf über die Regelung der Dienst­verhältnisses im Handels gewerbe zugehen und den Anschluß der gewünschten besonderen Gerichte an die Amtsgerichte vorschlagen wird. Da der Reichs­tag ja ohnehin nicht geschloffen, sondern schon mit Rücksicht auf die Zolltarif Kommission nur vertagt werben kann, können ihm jetzt auch noch neue Gesetzentwürfe vs'gelegt werden.

+ Aorvildu«- der Zahnärzte. Der PititionSkommssston dkS Reichstages hat eine Petition Vorgelegen, in der verlangt wird, daß daS Studium der Zahnbeilkunde in Zukunft nur solchen jungen Leute« eröffnet werden foDe, die das Z ugniß der Reife einer höheren Lehranstalt erworben haben. Die Kommission hat diese Petition als berechtigt anerkannt und befchloffen, daß dieselbe dem Reichskanzler zur Berücksichti­gung vorgelegt werden möge.

nicht lange raten," meinte er dann, „Elise hat Dir Joseph ne mitgebracht!"

Das Gefühl, welches in diesem Augenblicke den Kranke« bestürmte, läßt sich nur schwer be­schreiben. Er hatte die Geliebte ja sreigegebe«, aber ihr Bild anS seinem Herzen zu entfernen, batte er nicht versucht. Er hütet« es wie eine Reliquie, rote die Erinnerung an ein unwieder­bringlich verlorenes Gut. So mischten sich in seinem Empfinden die Freude Über daS Wieder­sehen mit der «och immer heiß Geliebten und die Trauer darüber, seinen Herzensschatz nicht besitzen zu dürfen.

Der Offizier hatte nicht abgewartet, bis Ber- nard den Wunsch, die Mädchen zu sehen, auS- sprach; gleich, nachdem er seine Mittheilung aus­gesprochen hatte, war er hinweggegangen und kehrte j-tzt eben mit den beide« zurück.

Mit Jubeln und Weinen hingen Josephine und Elise im nächsten Moment a« BrrnardS Halse, ungeachtet der Anfmetksamkett, die fie bei den sonstige« Insassen deS Lazarethes hervorriefen. Karl stand etwas abseits, auch ihm perlte die Rührung in den Augen, gleichzeitig aber stieg in ch« die Hoffnung auf, daß diese freudige Ueber- raschung Bernard feine« Plänen günstig stimmen würde.

Während Fragen «ach dem Befinden, hastige MUtheiluvgen über di« Veränderungen der letzte« Monate settenS Elise und Bernard gewechselt wurden, hatte Jvsephine, des Bräutigams Hand haltend, einen Stuhl genommen, den Karl be­sorgte und eben brachte ein Lazaretgehilse noch einen solchen für Elise. Karl nahm seinen ge­wöhnliche« Platz aus dem Bett-and? ein, so saßen

die Vier zu einer engen Gruppe vereinigt; zwar kein so fröhliches Zusammensein, als es die Ver­lobungsfeier Jofiphiners und BernardS auf Schloß Hargut gewesen war, aber immerhin ein unerwartetes und damit freudiges Veretntsei«. So ungern er eS auch übernehmen mochte, Karl hielt sich für verpflichtet, nachdem man noch eine Weile fich der Freude bingegeden, auf daS zurück­zukommen, was ihm, im Interesse Bernards und JosephinenS, das Wichtigste schien. Er Überlegte einige Zeit und fand dann die Einlettung in der in scherzhaftem Tone an Bernard gerichteten Frage:

„Na, hast Du jetzt noch Lust, unsere schöne, kleine Gesellschaft auf Jahre auseinander z» reißen?"

Der Gefragte empfand, waS Karl mit dieser Frage bezwecke, und daS für einige Augenblicke vergessene Elend trat wieder drohend vor ihn hin. Ein leiser Seufzer verrieth feine Stimmung.

„Das wirst Du nicht thun?" fragte jetzt Josephine, BernardS Hand leise drückend.

„Muß ich nicht?" war Bernards Gegenfrage. „Ist es nicht mein Fluch, daS Glück immer in der Nähe zu haben m d es doch nicht greifen zu dürfe»?"

„ES war unser Unglück, in Zukunft wird «S nicht mehr fo fein!" sagte Josephine fest, „Dn hast eS in der Hand, eine andere, bessere Ge­staltung deS Geschickes herbeizuführen und Karl hat Dir den Weg dazu gezeigt."

„Den ich, Gott sei'S geklagt, nicht gehen kann," beharrte Bernard bet seiner An ficht.

„Und warum nicht?" war die F age, die fast gleichmäßig von den Lippen der drei An­dern kam.

Zeitung

und «Ufr« l»L60»f.

ahm? bet <6, «nd freier- u Ui«t«jährl. »,az»pr»!»

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(J Belgische Revolution und deutsche Sozialdemokratie.

Daß es fich in Belgien nicht nur um das allgemeine Wahlrecht hänselt und bei dem be« gönnen« r luäftaxbe schon ganz und gar nicht um etee Bewegung zur Besserung der wirthschast- lichen Lage der Arbeiter, ist nachgewiesen und bedarf keiner weiteren Erklärung mehr. Die bestehende Regierungsform soll umgestoßen und in die R publik umgeroasbeU werden. Auch wenn der Pariser sozialdemokratische .Petit Sou' nicht aas der Schuir geplaudert hätte, würde man darüber «ichi mehr im Unklaren fein. Es mag ja sei«, daß einige Wenige unter den bJ> gischen SoziLlistenführern anders, nämlich wirk­lich so darüber senken, wie sie sprechen; aber im allgemeinen will man die republikanische Staats- umwälzung, wie Vas dem sozialdemokratischen Programm ja auch vollkommen entspricht.

Für uns ist es nun besonders interessant, wie die oeutsche Sozialdemokratte zu der belgische« Bewegung sich verhält. Sie Parteileitung in Deutschland schweigt natürlich. Aber man hat ja gewisse Kö prrschaften u?tec der Flagqe wirth- schastlicher Reso>mbkstrebunzen gegründet, die oo» «jeher in ganz hervorrogendem Maße für die polirischen Bestrebuiigen der Sozialdemokratie ausgenützt worden sind und »ach dem Ausspruchs ehrlicher Sozialdemokraten gerade diesen Zweck in erster Linie haben solle»: die Gewerkschaften — dieselben Gewerkschafter!, die man noch immer so gern als „neultak" Körperschaften gelten lassen und unter dieser falschen Flagge auch bet Andern einschmuggeln möchte. Diese „neutralen" Gewerkschaften werden jetzt aufgerufen zur Unter- fiützung der belgischen Rroolution!

Als Vorwand dazu muß «Ztürkich der fo$e« nannte belgische „Arbeiter-Ausstand" her- halten. Dir Gewerkschaften, das ist wahr, sollen solche Arbiter unterstützen, die eine« Kampf um die A<ifb'fferu,g ihrer wirthfchaftlichrn Lage aufgenomm.n haben und zur Durchsührung diesis Kampfes der Unterstützung bedürfen. Aber in Belgien handelt es sich um einen solchen Kai, pf ja gar wcht, und wirklich treiben die Macher der Revolution di« Entstellung der Thatsachen nicht so weit, daß sie zu behaupten versuchen wollten, e§ sei so. Die internationale Zentralstelle der Sozialdemokratie wendet sich nämlich in einem Aufrufe an „die Arbeiter aller Länder" zur malertellen und moralischen Unter­stützung des belgische« Generalstreiks". Ss kommt hier nicht weiter darauf an, daß von einem „Generalstreik" in Belgien gar nicht die Rede ist; denn es feiern zwar sehr viel« Arbeiter, aber doch nicht alle. Und i« manche« Bezirke« hat die Zahl her Ausständige« bereits wieder abgenommen. Aber es kommt darauf, wie gesagt, «icht weiter an. In besagtem Auf­rufe beißt eS vielmehr wörtlich:

Der Weiter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

49 ------(Nachdruck verboten.)

„Würde er einen solche« nennen, bann wäre er schon halb besiegt, denn eS gibt keinen Grund, ber stichhaltig genug wäre, um meinen Vorschlag z« bekämpkm," «i klärte Karl.

„Wie denkt er sich den« die Zukunft?" fragte jetzt Elise, di« traurigen Muth» an Karl» Arm daherschritt.

„Genaue« über seine Pläne we ß ich nicht, e« scheint mir aber, als ob er hofft, aus einem Kriegsfreiwilligen ein solcher für die Dauer ber ganzen Dienstzeit zu werden, nach bereit Ablauf er Verjährung eingetreten glaubt. Dabei bedenkt er aber nicht, daß «s der Militärverwaltung un­möglich ist, ihn ohne wettere« nach dem Kriege }tt führen, vielmehr feine Vorgesetzten, die Kenntntß von feiner Strasthat haben, ihn den Gerichten überweisen müssen. — Außerdem verjährt auch jetzt, da da« Verfahren gegen Bernard nicht ein­gestellt ist, die Sache nicht; eS bleibt ihm also nur Flucht oder Selbststellung, und da» Letztere ist für ihn und uns da« Beste!"

Die Mädchen stimmten de« Argumenten Karl« zu und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß e« ihren vereinten Bemühungen gelingen werde, Ber­nard zu Überzeugen.

Ma« hatte sich den Baracken genähert und Karl nahm Elisens Arm au» dem seinigen, indem er sagte: „Wir «ollen e» nicht wagen, Bernard fo unooibereUet zu überfallen, erwartet mich dort

„Wir zählen hauptsächlich auf die Ge- „werkschaften der Nachbarländer. „Sie werde« Anstalten zu htfftn wissen, „den 6tr eil für das a llqemeine „Wahlrecht zum Siege zu führen."

Es wird in dem Aufrufe also ganz unum­wunden zugegeben, daß dieser Streik nur zur Verfolgung politi cher Zwecke entfacht worden ist, und diese politischen Zwecke der delaischen So­zialdemokratie sollen nicht nur moralisch, sondern auch materiell, also durch Geldspenden, die Ge. werkschasten der Nachbarländer unterstützen. Die Nachbarländer, auf die es hier hauptsächlich an­kommt, sind Frankreich und Deutschland; und die deutsche Sozialdemokratie leistet willig ihre Hilfe, um jenen fremden Ausruf auch in Deutsch­land zu Derbttiien an die sogenannten „neu­tralen" Gewerkschaften. Ein tollerer Hohn auf die Behauptung, daß es sich in diesen deutschen Gewerkschaften um „neutral" wirthschastliche Gruppen handele, ist noch nicht dagewesen, und auch noch kein klarerer Beweis dafür, daß die Sozialdemokratie in diesen Gewerkschaften durch­aus nichts weiter sieht, aU Hilfstruppen, die sie bei der Verfolgung und Erreichung ihrer polt- tische« Z ele unterstützen sollen. Hoffentlich wird nun die heuchlerische Behauptung von der angeb­lichen „Neutralität" dieser Bereinigungen für immer von der Bildfläche verschwunden fei«!

* * *

Nachträglich hat nun auch der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion deS Reichstages einen Aufruf erlassen zu Eamm- hingen für die Ausständigen in Belgien und diese« unmittelbar einen Beitrag ans der sozial­demokratischen Parteikasse zugewandt. Dieser Beitrag beläuft sich auf zehntausend Mark, ist durch de« Abgeordneten Singer Überreicht worden und ist der höchste der bisher ei«, gelaufenen Zuschüssen.

War in Belgien weiter werden wird, bleibt abzuwarten. Unruhen sind vorläufig nicht weiter vorgekommen. Da» Parlament t|i geschlossen. Die Liberalen und Sozialdemokraten wollen nun­mehr den König anrufen al« die letzte Instanz. Man darf sich indessen durch die äußere Ruhe nicht täuschen lassen. Die Wahrheit ist und bleibt, daß die Sozialdemokraten da» Aeußerste versuchen werden, wenn sie glauben sollten, damit den ge« wünschten Erfolg zu erzielen.

0 Der Katechetenparagraph im bayerischen Schulgesetze.

Am letzten Donnerstag hat, wie schon kurz ge­meldet, die bayerische Abgeordnetenkammer mit 80 gegen 62 Stimmen den sogenannten Katecheten. Paragraphen angenommen, der vom Centrum beantragt, von der Regierung hartnäckig be­kämpft worden ist al» „absolut unan­nehmbar".

E? handelt fich um den Religionsunter­richt an den Bolkrschulen. Die Volksschulen müssen von ben Gemeinden unterhalten werden nach ganz bestimmten Grundsätzen, die durch Gesetz geregelt und alsdann von der Regierung ganz gewiss nhaft und st eng durchgeführt werden

am Zelteingcnge, ich will hine'ngehen und Ber- nard etwas vorvere'ten."

Während die Mädchen, dieser Weisung folgend, Arm in Arm auf- und abzu^ehen begannen, trat Karl in das Zelt, ctwar früher, als es sonst seine Gewohnh.it war. In der Baracke hatte sich während b.r letzten Tage manch s verändert; die Schwerverletzten waren in andern Bgrscken unter« gebracht die transportfähigen Verwundeten ins Land befördert worden, sodaß nur verhältntßmäßig wenige mehr hier lagen, die, meist von Herzen gesund, recht lebh ist waren. Nur Bernard machte eine Ausnahme von dieser Regel.

Auch jetzt, al» er Karl auf fich zukommen sah, hellten fich seine Züge kaum auf; ihn mußten un­freundliche Gedanken beschäftigen. Wagner bemerkte dieses und suchte den Freund umzust:mmen:

„Du bist wohl schlechter Laune, wie es scheint?" fragte er.

„Wie sollte ich nicht," war die Antwort, „je mehr ich über mein Geschick nachdenke, desto traniger und düsterer erscheint mir die Zukunft."

„Ganz ohne Grund, mein Lieber," stritt Wagner, „so habe ich zum Beispiel j tzt eine ganz ausgezeichnet freudige Nachricht für Dich!"

„Was sollte für mich freudig sein? fragte ber Andere ungläubig.

„O, es gibt allerlei Freuden, auch noch für Dich gab Karl zurück, „Denke Dir nur, daß Elise Dich besuchen würde!"

„Elise? Mein Gott, die ist doch nicht etwa hier?" fragte b«w egt, gleichzeitig in Hoffnung und Zweifel der Verwundete.

„Gewiß ist sie hier, und zwar nicht allein, sondern in ganz lieber Begleitung! Doch Du sollst