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FuldaerMZeitung

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Jutöa, Samstag, den 19. April 1902.

29. Jahrgmg.

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Pascha zu Herrn v. Hügel, der für den König von Württemberg echte Racepferde an Ort und Stelle eingekauft hatte:Wenn ich auch glaube, daß e« Ihnen gelungen, wirklich edle arabische Pferde sich zu verschaffen, so dürfen Sie deshalb doch nicht glauben, daß Sie arabische Pferde von ihnen züchten, denn ein arabischer Pferd ist nur so lange ein arabisches, al« er die Lust der Wüste einathmet."

So originell und bizarr nun auch diese Aeuße- rung im ersten Augenblicke erscheinen mag, so liegt ihr eine tiefe Wahrheit zu Grunde, und wer sich den Genuß verschafft hat, von Kairo au«, vor deffen Thoren die Wüste beginnt, einen Ritt in diese hinein zu machen und die in ihren Wirkungen auf den ihierischen Organirmur der hohen Gebtrgr- luft vergleichbare Wüstenluft einzuathme«, der wird schon theilweise begreife«, «ar der Vize* könig mit jenen Worten sagen wollte.

Nicht »eil die Lust, welche dar arabische Pferd in unserem Lande einathmet, ihm schädlich ist, vermindert sich seine Leistungsfähigkeit, sondern weil der rasche Wechsel der Temperatur, sowie lange anhaltende Näffe und Kälte er uns unmög* lich machen, da« hier gezogene beständig im freien Genüsse derselben zu lasten, geht die Beschaffen­heit der inner» Organe, inrbesondere die Lungen- thätigkeit gegen die de« Wüstenpferde« zurück. Diesem Kinde der Wüste den unau«gesetzten Genuß der freien Natur zu entziehen, heißt nichts Anderes, als ihm den Hauptfaktor feiner Entwickelung nehme». Am Kopfe angebunden, theilnahmlos gemacht durch die Einförmigkest seiner Leben» im Stalle, worin das Thier bei Weitem den größten Theil derselben zubringt, wird das Nervenleben abgestumpft; aber noch viel nachtheiliger wirkt da« Einathmen der mit ammoniakalischen Dünsten angeschwängerten Stallluft, besonder« während des angen Winter« auf die Funktionen der Lunge, riese» für jede Art von Leistung so wichtigen Organs.

* Jugendliche Könige.

Alfons XIII., der in wenigen Wochen seine Großjährigkeit erlangt und al« Sechzehnjähriger auf den Thron steigt, erscheint in unsere« modernen

Spitz« «r de« Aennel«, darunter die tief herab-1 und geqnält von Zweifeln, die ihm der nackt gehend« Weste, mit dem Zabothemd, dessen um* dargestellte Mephisto taS Ohr flüstert.

komplizirten Zeiten gewiß sehr jugendlich für sein verantwortliche» Amt. Indessen ist er sogar noch älter als viele seiner Vorgänger auf dem spanischen Thron I Wie der spanische Gesandtschaftssekretär Brtto in einem Pariser Blatte aurführte, setzten im letzte» Jahrhundert die spanischen Staatrver- faffungen von 1808, 1842 und 1869 die Groß­jährigkeit auf achtzehn Jahre fest, die von 1837 «nd 1845 auf vierzehn Jahre, und die jetzige hat sie auf sechzehn Jahre festgesetzt. Ueber die Frage der Majorennität ist in Spanten sehr oft gestritten worden, und viele schon in ihrer Kindheit ge­tränte Könige haben vor dem 20. Jahr den Thron bestiegen. Der 1359 geborene Jnfant Don Juan wurde von seinem Vater Heinrich II. für fähig erklärt, ihm vom 15. Jahre ab auf dem Thron z« folgen,infolge seiner guten Urtheilskraft und seiner glücklichen Anlagen". Fünf Jahre später starb Heinrich II. und Johann I. folgte ihm im Alter von 20 Jahren. Sein Sohn Heinrich III. »ar beim Tode seines Vaters erst elf Jahre alt, und dieser hatte vor seinem Tode die Großjährig- teitrerklärung feines Sohnes auf 14 Jahre fest­gesetzt. Aber er mußte sogar noch zwei Monate früher die Zügel der Regierung ergreifen, da unter den Regenten Uneinigkeiten entstanden. Heinrich III. setzte die Volljährigkeit seiner Sohne« gleichfall« auf 14 Jahre fest, und dieser erbte im Alter von 22 Monaten die Krone. Isabella die Katholische vertraute in ihrem Testament ihrer Tochter die Regierung an, bi« ihr Neffe Don Carlos 20 Jahre alt wäre; aber diese späte Großjährigkeit, die «ine Ausnahme von den Gebräuchen de» König- reichs darstellte, erregte eine» Sturm des Un­willen«. Karl I. setzte also für seinen Nachfolger Philipp I. die Großjährigkeit auf 14 Jahre fest, dieser bestimmte sie für Philipp II. auf 18 Jahre, und Philipp III. kam auf 14 Jahre zurück. Isabella II., die während ihrer Minderjährigkeit Königin wurde, sollte mit 14 Jahren majorenn «erden, wurde e« aber schon zu 13 Jahren in- folge der Unruhen, die der Regentschaft General Espartero» ein Ende machten. Sogar mit neun Jahren schon wird Jakob L von den Adeligen mit der Macht bekleidet, aus Haß gegen seinen Onkel Sancho, der ihn einsperrte. Heinrich I. von Castilien herrscht infolge der Tode» seine» Bruder» und der Abdankung seiner Mutter Beren- gania mit 16 Jahren. Ferdinand III. überträgt seinem Sohne Ferdinand IV. im Alter von 14 Jahren die Macht. Alfon« X. wird mit einem Jahr König und übernimmt mit 15 Jahren die Leitung der Geschäfte. Mit 15 Jahren besteigt Peter der Grausame den Thron, und Heinrich III von Castilien folgt seinem Bruder mit 11 Jahren und regiert vor 14 Jahren. Während der Periode de» Hause« Oesterreich regiert Philipp IV. mit 16 Jahren, Karl II. mit 14. Im Hause Bourbon regiert Philipp V. mit 18 Jahren und sein Sohn Ludwig I. mit 16 Jahren. Dabei ist zu be­denken, daß die Aufgabe für die Vorgänger Alfons XIII. noch viel schwerer war al« für ihn, da heute auch von Spanien gilt, daßle roi rigne, mais il ne gouverne paa.

So schön auch das außerhalb seiner Heimath gezogene arabische Pferd sich erhalten hat, so voll­kommen es auch allen praktischen Anforderungen entspricht, so wenig es auch i« den äußere« Formen sich verändert hat, so hat doch da« arabische Pferd der^e in seinem Blick und dem eigenthümlichen $ ?:llglanz de« Haare«, in der Derbheit seiner Muskln, in dem Stahle seiner Sehnen und Hufe, in »m eigenthümlichen Feuer seine« Temperament« ti. - Charakteristische«, war es vor jenem auszeichvs «nd gleichwie der wahre Kunstkenner das Original be« berühmten Meister« vor der gelungensten K pic auf den ersten Blick unterscheidet, ebenso wird auch der Kenner de« arabischen Pferde« |ben Araber der Wüste leicht von dem hier gezogenen LAterscheiden, denn stet« wird die Kunst nur wenig gegen die Natur ver* mögen.

Her Inder md fein Md.

Studie von E. von Bodmann.

(N«ch»ru«e Herbsten.)

Gott rief den Wind de« Südens zu sich heran und sprach zu ihm: Ich will au« Dir ein neue« Wesen schaffen. Verdichte Dich, lege Deine Flüssigkeit ab und bekleide Dich mit sichtbarer Gestalt. Der Wind gehorchte; da nahm der Schöpfer eine Hand voll von der Masse, worin sich der Wind verwandelt hatte, blies seinen Äthern darüber hin und da« Pferd entstand. Geh, sprach der Schöpfer zu dem neuen Thiere, läge durch die Gefilde und werde für den Menschen eine Quelle de« Glücke« und de« Retchthum«. Der Ruhm, Dich bezähmt zu haben, wird eine der vor­züglichsten Thaten sei», die ihm vorbehalte» find."

So beschreibt Mahomed die Schöpfung de« Pferde«, diese« edelsten Kleinode«, da« der Araber besitzt.

Geboren unter dem »»eiten Himmelszelte der Wüste, und bis zum letzten Athemzuge eines künstlichen, schützenden Obdaches entbehrend, liegt das arabische Pferd vom Augenblicke seiner Ge. burt an im Kampfe mit den Elementen. In frühester Jugend schon beginnt fein mühsames, «tt Entbehrungen jeder Art verbundener Leben, ***** schon «18 Fohlen Mich ei die lögen |

Hi« Land, in tztM «t<m nicht drxckt, ist P er f i r n. Für seine eind?i«tsche Produktion an Bücher« und Zeitschriften ist Prusten M8 zum heutige» Tage gänzlich auf die Lithographie beschränkt. 68 wurde zwar schon einmal eine Presse mit beweglichen Type» ausgestellt, mit der auch eine Anzahl Bücher gedruckt wurden. Der Seifut« fand jedoch keinen Anklang und mußte kurz daran, wieder aus,«gebe» «erde«. Die Unbeliebtheit deS TypendrnckS in Persien Hut zwei Hauptgründe: erstlich beleidigt die Geradheit der Lmte» den künstlerischen ©tun der Perser, und zweitens geht in gedruckten Büchern der Charakter der Buchstabe« ganz verloren. Der persische Leser hat seine Freude an einem gut geschriebenen Manuskript, und wen» er ein solches nicht habep k' g, begnügt er fich mtt einer Lithographie, die gewSimlich da» Facisimile der Schrift eines ziemlich gute» Gchr-iberS ist.

* Hi« gakanler Shrfeind. Eingefleischter Jung, geselle:Das muß ich sagen, gnädige Frau, meine» Freundes Vermählung mit Ihnen ist «och seine »er. zrthlichste Dummheit.-

E« steht fest, daß di« arabischen Pferde wr» Heren, wenn man sie in andere Länder bringt, selbst wenn Vater und Mutter zur vorzüglichste« Race gehören. I« Jahre 1852 sagte Abbas

I Wanderungen der Nomadenhorten in der glühen, den Hitze jener Zone mitmache«. Kaum hat eS das zweite Jahr erreicht, so trägt es schon den Beduinenknabe», um unter dessen leichtem Ge­wicht auf feine Bestimmung vorbereitet zu werde». AIS Futter erhält es ein paar Hände voll Gerste, einige Datteln und etwas Kameelmllch, zu ge­wissen Zeiten eine Art Wüstenklee, welchen die »eduinenstämme als daS zuträglichste Futter sorgfältig nachziehe». Da« Wasser mißt man ifjm nur spärlich zu, theils weil es daran man- gelt, thellS um es an diese in der Wüste so häufig wiederkehrende Entbehrung zu gewöhnen. Nach zurückgelegtem dritten Jahre ist ver Araber schon ein gemachtes Pferd, und der Beduine mnthet, ihm jetzt jede Anstrengung zu; von jetzt an bleibt er auch der unzertrennliche Begleiter seines Herrn und trägt ihn auf den langen Mär­schen, wie auf den gefährlichen Raubzügen. Vor der Thüre deS Zeltes, an einem Vorder- oder Hinterfuß angebunden, ist der Kopf stets frei; er beobachtet Alles, was um ihn vorgeht und lernt schnell jede Bewegung im Lager begreifen. Tag und Nacht unter freiem Himmel, athrnet « die frische, trockene, reine Wüstenluft, welche fei» Blut verdünnt und feiner Lunge jene be« wnnderswerthe Elastizität und Kraft verleiht. Die Sinne des arabischen PferdeS, nie durch eine» dumpfen Stall und durch müßiges Wohl, leben betäubt, erreichen eine Schärfe, die etwas wahrhaft Staunen-würdiges, ja zuweilen fast Unglaubliche« hat, denn ehe selbst daS Falken, äuge des Beduinen den Feind oder die Beute erspähen kann, zeigt ihm schon daS Gebühren seines treuen Pferdes die in weiter Ferne drohende Gefahr. Märsche von 30 und mehr Stunden in der Glühhitze mit wenig Futter und ohne ernen Tropfen Wasser, Raubzüge von vielen Tagen, mit der unglaublichsten Schnelligkeit und nur kurzen Ruhepausen ausgeführt, daS sind die Leistungen, die sich stets wiederholen, denn der Beduine kennt das WortEntfernung" kaum dem Namen nach. In dem gebirgigen »heile Ara­biens, im Nedjid Hedjaz, find diese Thiere selbst den schroffste» Temperaturwechseln ausgesetzt und haben oft wochenlang fußtiefen Schnee zu er« tragen. Auf diese Weise in der freien Natur der heißen Zone aufgewachsen und schon i» frühester Jugend an Strapazen und Mäßigkeit gewöhnt, müsse» Knochen und Sehnen fich stähle», die Organe sich kräfttgen, der Instinkt sich schärfe» und so die Thiere zu Leistungen befähigt werden, die de» Europäer in Erstaunen setzen, dem Beduinen aber durchaus »öthig find.

AnderSwo mag es stattlichere und selbst triftigere Pferde geben, doch allein in Arabien kommen ste der wirklichen Vollkommenhett nahe. Hier zeichnet fich das Pferd aus durch einen zierlichen Kopf mit spitzen Ohren, muskulöse, aber feingeformte Glieder, eine schlanke, nicht große Gestalt und oreite lebhafte Augen, die wie beim Hunde jene Intelligenz verrathe», welche aus dem fortwährenden Zusammenleben mit seines Herrn Familie hervorgeht. In der That theilt es auch gewöhnlich die Mahlzeit mit ihr. Steht aber eine besondere Strapaze bevor, so gibt man ihm Fleisch, roheS oder gekochtes, je- doch meist letzteres. Ma» nimmt daS Fleisch

von ganz jungen Äameelen oder Schafen, läßt es kochen, gibt de» Pferde» die Brühe und legt daS Fleisch auf einen Tisch, um welchen die Pferde herumstehe», wo dann der Ggenthümer die Knochen ablöst und jedem Thiere feinen Theil gibt.

Bekanntlich hat Kaiser Wilhelm der Stadt Rom zur Erinnerung an die Tage, die Göthe in derewige« Stadt" verlebte, das Denkmal deS Dichterfürsten geschentt und de» Bildhauer Gustav Eberlei» f. Z. mit der Herstellu»g be­auftragt. Nunmehr ist daS Gipsmodell deS ganzen Denkmals fertiggestellt, weshalb wir unfernLefer» beistehend eine Abbildung desselben geben. Die auf hohem Postamente thronende Figur des Dichters ist eine Verkörperung desselben aus jener Zeit, als er in jugendlicher Männlichkeit auf dem langersehnten Boden der ewige» Stadt wellte. Um de» linke» Arm ist der Mantel ge. chlunge», der nach hi»te» auf einen Olivenstamm herabfällt, auf dem Göthe eben sinnende Ruhe gepflogen hat; die Finger der rechten Hand affe» ei» Bnch, in das der Poet sein Denke» und Dichten niederlegt. Die Figur trägt die malerische Kleidung der Empirezeit, mit Knie. Hosen, dem langfchößige» offenen Leibrock und Spitzen an de» Aermeln, darunter d

Die Beduinen zählen fünf edle Race», die a-err,^a\ ursprünglich au« Nedschd stamme», nämlich die Taneyse, Manekeye, Koseyl oder Kohlariy, Saklawye und Julfa, von denen die letzteren und die Kohlany am meisten geschätzt werden. Da« Julfa-Pferd, ein kleine«, lebhafter Thier, da« große Anstrengungen ertragen kann, gehört der Provinz El Ahsa, da» andere, «in wenig größer, der Provinz Demen oder eigentlich Nedschd an. Außerdem gibt e« mehrere Seiten- äste dieser vornehmsten Race» und auch andere zwetten Range«, da jede von edlem Blut, wenn ste besonder« schnell und schön ist, einen neue» Namen begründen kann. Die Liste dieser ver­schiedenen Stämme ist wahrhaft endlo«, den» di« Abkunft jede« einzelne» Pferde« wird durch Certifikate bezeugt, die vom Vater auf den Sohn Übergehen und sehr sorgfältig austewahrt werde». Nicht selten gehören ste mehr al« einer Familie, denn die Partnerschaft im Besitz von Stuten ist häufig. Daher wird e« so schwierig, dergleichen an fich zu bringen. Die Araber bestimmen die Race »ach der Mutter, wie ste den« auch wenn man ste fragt, ob ei» Pferd diese »der je»« Lristung erfüllen «erde, antworten:Fragt des Pferd«« Mutter!"

gelegter Krage« angesichts der Wärme des Südens geöffnet ist.' 41« Postament dient der Figur ein prunkvolles altes korinthische- Säulenkapitäl. Dieses Kapttäl erhebt fich auf einem Sockel, der aus zwei gewaltige» Bruch« stücke» a»ttker Tempelarchitektur zusammengefügt ist und auf einem drnstusigen Unterbau hervor, tritt. Der Sockel wird von drei Gruppe« belebt. Die Gruppen selbst stelle» die lyrisch« und die dramatische Poesie dar, lebendig

körpert aus den Dichtungen GötheS. Eberlei« wählte für di« Lyrik die Gestalt der Rigno« mit dem alten Harsuer zur Seite und für das Drama ei» Motiv aus ,Iphigenie". I» dieser zweiten Gruppe erscheint Orest, der von de« Furien gepeinigt zu feiner Schwester flüchtet. Die Gruppe an der Rückseite führt t« Göthes philosophische Gedankenwelt. Hier fitzt Fanst, der unbefriedigte Forscher «nd Grübler, finnend auf den Stufe» über eine« Folianten brütend

Goethe

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