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hi JxlM. mit Zlnterßattungs-Anlage „Issuflrirte Sonntags-Zettungt'

JuLöa, Donnerstag, den 17. April 1902.

JK87.

29. Jahrgang.

O Kornzölle.

Darüber, war die Getreidezölle in Deutsch­land bewirke» sollen, wird hier nicht mehr die «gebe sei«. Das wäre vollkommen über flüssig. Die Einführung vo» Korn ölle« ix England, Unb zwar die unmittelbare Einführung derselbe», ist vielmehr dle Veranlaffung der nachfolgende» Zeile». Die Einführung eines Kornzoües in England ist mit 254 gegen 135 Stimmen im Unterhaus« gutgeheißen worden. Es handelt sich dabei nicht allein um einen Einfuhrzoll für Brod- getreide, sondern auch für Mihl: nach unserem Gelbe 25 Pfennige für de» Crntnrr Getreide und 40 Pfennige für den Eextner grobe» oder feinen Mehle-. DaS ist kein hoher Zoll, auch kein Schutzzoll. Es handelt sich dabei nur um die Erschließung einer neue« Geldquelle für die englische Staatskaffe, die in Folge des Buren­krieges einen Fehlbetrag von einer runde« Milliarde zu decke« hat; der Ertrag dieses Zolles wird aber immerhin von drm britischen Schatz- kanzler Hicks Beach auf 52 Millionen Mark jährlich veranschlagt. Von besonderer Bedeutung ist indeffe» die Thatsacks, daß dir britischen Staatsmänner in ihrer Geldnoth gerade zuerst nach Getreidezöllen greifen und dies damit br- gründen, daß durch die Einführung derselbe« eine Vertheuerung des Brodes nicht zu befürchten sei. So sagte Hicks Beach ausdrücklich im Unter- Hause, und die große Mehrheit desselben hat sich ihm angeschloffe«. Dre neue» Zölle find unmittelbar nach dem entsprechenden Beschluffe deS Unterhauses in Kraft gesetzt worden — seitdem 1.Juni 1869 wieder die ersten Lebensmittel zille in Groß­britannien ! Man mag diese Zölle ja nun Schutzzölle oder Finanzzölle oder sonstwie nenne»: auf jede« Fall bedeuten fir einen grundsätzlichen Bruch mit dem ganze» freihändlerischen System in England, daS freilich schon an einigen anderen Stellen durchlöchert worden ist. Die Einfuhr stemden Viehes ist verboten, es gibt ZuckerzSlle und eine» Ausfuhrzoll für Kohle«, die Einfuhr von Erzeugniffen fremder Geiängnißarbeit ist verboten, und die Vorschrift des bekannten „made in Gtermany" gehört in dieselbe Rubrik. Man darf auch nicht vergeffen, daß die Einführung dieser neuen britischen Getreidezölle in einer einzigen Sitzung deS englischen Unterhauses er­ledigt worden ist, und sogar unmittelbar nach der ganz unerwartet erhobenen Regierungs­forderung. Und trotz der anscheinenden Gering­fügigkeit des englischen Zolles soll er jährlich 52 Millionen Mark einbringen, SaS heißt nicht weniger als die Hälfte der deutschen Getreide- zölle im durchschnittliche» Betrage der letzten fünf Jahre. Englands .Landwirthschaft ist durch de» britischen Freihandel der voraufgegangenen Jahrzehnte bereits vollkommen ruinirt. Der Brod- bedarf der ärmeren Volksschichten in England wird fast vollkommen durch die Einfuhr fremden Getreides gedeckt. Es kommt also nicht mehr darauf an, die englische Landwirthschaft zu schützen, sondern nur darauf, Geld zu machen, während wir in Deutschland unsere Landwirth­schaft erhalten wollen und erhalten müffen, also höhere Zwecke damit verfolgen, als die Engländer,

Der Weiter Schuld.

Original-Roman von Fr. Colle t.

47 ------(Rachdruck verboten.)

„Wofür ich Ihnen im Namen aller, die ihn lieben, danken möchte!" sagte Karl, voll ehrlicher Bewunderung für diese gerade Soldatennatur.

„Ich wette, Sie hätten es auch so gemacht!" sagt« ver Hauplman«, den Dank Karls absichtlich überhörend, „und Ehre habe ich mit ihm einge­legt," fuhr er begeistert fort, „mehr als ich und einer meiner Offiziere hat er die Kompagnie an- gefeuert; wo die Situation gefährlich schien, da war er zur Stelle, und wenn wir es waren, die die erste preußische Fahne auf Schanze I zeigen konnten, dann verdanken wir es seinem Tode«- muth. — Es war uns allen klar, Kemann hatte mit dem Leben abgeschlossen, er suchte den Tod! Gottlob, daß er ihn nicht gefunden hat! Unser Feldwebel vermißte ihn bet einer kleinen Pause, als wir nach Einnahme von Schanze sechs eben Athem hielten und flüchtig unsere Leute musterten. Auch er hatte ihn ins He z geschloffen und des­halb fand er auch keine Ruhe, bis er ihn ge­funden hatte. Was meinen Sie, was Kemann wachte? Er mir dabei, seine Wunde mit Taschen­tüchern zu verbinden, um, wie er sagte, wieder witthu« zu können. Dem hat die Kompagnie- Mutter aber doch gleich vorgebeugt, indem er ihn unter sicherer Begleitung 'n« Feldlazareth schickte So," schloß er seine Erzählung, , jetzt haben Sie die Geschichte!"

„Gestatten Sie mir, Herr Hauptmann, Ihnen üochmal« oerbiadlichst zu danken", sprach Karl,

den Zweck der nationalen Selbständigkeit, der Unabhängigkeit vom AuSlande.

Und dennoch kaffen die deutsche» Sozial­demokraten nicht nach mit ihrem Geschrei vom sogenannten „Brotwucher"! „Die Getreidezölle — so behauptet sie — nütz;« nur dem Groß- grunübefitzer. Denn der Bauer verkauft kein Getreide. Darum find wir gegen die Zölle." Aber die deutschen Sozialdemokraten stehe» mit dieser unsagbaren Behauptung allein da. In Frankreich gehe» die Wogen der Wahlbewegung bereits hoch; dort aber ist noch kein Mensch auf de» unfinnigen Gedanke» verfallen, die Erhebung des hohen Getreidezolles von fieben Mark für den Doppelzentner als „Brotwucher" anzugreifen.

Und nun gar in der Schweiz! In der Schweiz gibt es keine Großgrundbesitzer, sondern nur Bauern und diese Bauern verlangen genau ebenso wie die viele» Bauer» in Süddeutschland wirksame Schutzzölle für das Getreide. Da reden die Herren Sozialdemokraten, die so gern auf den Bauernfang ausgehe« möchten, obwohl es ihnen verzweifelt wenig nützt, denn auch ganz anders: Auf dem kürzlich in Bern abgehaltenen schweizerischen Arbeitertage hat der sozialdemo­kratische Arbeitersekretär Greulich ganz unmittel­bar im Jntereffe der Bauern der Schweiz hohe landwirthschaftliche Zölle für nothwendig und ge­rechtfertigt erklärt. „Die Getreidezölle nützen nur dem Junker, denn der Bauer verkauft kein Ge­treide —" sagen die Herren Genoffen bei uns in Deutschland — „darum find wir gegen diese Zölle". I« der Schweiz aber lehren die Sozial­demokraten: „Bei uns gibt es keine Junker, sondern nur Bauern; darum fordern wir hohe Grtreidezölle für die heimische Landw rthschaft."

Hat es jemals einen größeren Unsinn ge­geben ?

Berlin, 16. April 1902.

* Der neu gewählte hochwürdigst- Herr Avt vo« M«ri«-F»ach von Stotzinge« ist gestern Abend hier eingetroffen und im St. Hedwigs-Krankenhause abgestiegen. Heute Mittag 1 Uhr hatte der Herr Prälat die Ehre vom Kaiser in Audienz empfangen zu werden. Se. Majestät empfing den Nachfolger deS Hoch- würdigsten Bischofs Benzler in feinem Prtvat- kabtnet und unterhielt stch längere Zeit huldvoll mit demselben. Bor der Frühflückstafel, zu der außer dem Herrn Abte auch die beiden Brüder desselben, Leutnants von Kto hing en im Regiment Gardes du KorpS bezw. 1, Garde- Ulanenregiment, eine Einladung erhalten hatten, stellte der Kaiser den neuen Abt seiner hohen Gemahlin vor. DaS Kaiserpaar war voll Huld und Gnade gegen den jugendlich auSsehenven, bescheidenen Sohn des heiligen BenediktuS. Morgen Abend gedenkt der Herr Abt, in dessen Begleitung sich der bekannte Pater Sebastian

wobei er dem ältern Offizier in überwallendem Gefühl seine Rechte entgegenstreckte. „Ihr Edel- muih hat meinem Freunde wieder den Weg in die menschliche Gesellschaft gebahnt."

„Da trren Sie, mein Lieber", wehrte von Bülow ab, „das hat er selbst gethan, und wir wollen hoffen, daß e« gelingt, ihn wieder mit der Menschheit auszusöhnen."

Die Offiziere trennten sich. „Gewiß sehen wir uns an Kemanns Bett noch wieder", sagte der Hauptmann, dem Leutnant zum Abschied die Hand schüttelnd.

Dieser schlug den Weg zur Baracke wieder ein, in tiefstes Sinnen verloren. Gewiß war e« eine Fügung der Vorsehung, die ihn mit dem Freunde zusammengeführt, ihn auffordernd, nun­mehr die Regelung von deffm Geschick mit in die Hand zu nehmen Und hatte nicht der Haupt­mann einen Fingerzeig gegeben, in der Richtung, die da einzuschlagen war, al« er davon sprach, daß er dem Bernard habe Gelegenheit geben wollen, sich mildernde Umstände zu erkämpfen? Gewiß, so mußte der Weg in die Gesellschaft ge­sucht werden, der W.'g, der endlich auch zum Glück führen sollte.

Bernard lag mit offenen Augen, jedoch mit einem mißrnuthtgen Ausdruck im Gesicht auf dem Feldbett, als Karl feiner ansichtig wurde.

Letzterer machte sich durch ein Räuspern be­merkbar, dessen Ton Bernard zwang, nach der Richtung hinzusehen, aus welcher es kam.

Mit diesem Blick aber änderte sich auch alles an dem Verwundeten. Der Kopf hob sich, die Augen schienen sich zu vergrößern, äußerste Spannung malte sich auf feinen Zögen; so mag wohl ein Mensch liegen und aurschauen, der in

so« Oer aus dem Beuroner Mutterkloster befindet, Berlin wieder zu verlassen und fich wieder »ach Maria-Laach zurückzubegebe».

X Di« ZoKtarif Aommisüou de» Aleich» tage» hat am heutige» Mittwoch die Zölle für Federvieh, Fleisch und Erzeugnisse aus Fleisch erledigt. Beim Federvieh (Pos. 106) blieb eS bei dem Zollsätze der Regierungsvorlage. Die Zölle für Fleisch (Pos. 107) und Würste (Pos. 112) wurden erheblich erhöht. Für Fleisch in den verschiedenen Zubereitungen steht die Re- gierungSvorlage Zollsätze von 30, 35 und 70 Mk. vor. Nach einem Anträge der Abgg. Gamp (freikons) und Herold (Centr.) wurde diese Zoll­sätze auf 45, 60 und 120 Mark erhöht. Außer­dem wurde beschlossen, daß sie bei dem Abschlüsse von Handelsverträgen um nicht mehr als 20 o. H. herabgesetzt werden dürfen. Die Würste sollen nach dem RegierungSentwurfe mit einem Zolle von 45 Mk. belegt werden; die Kommission nahm aber einen Antrag des konservativen Abg Frh-n. von Wangenheim a» und erhöhte damit diesen Zollschutz auf 70 Mark für den Doppelcrntner, entsprechend den erhöhten Fleischzöllen. Staats­sekretär Graf Posadowsky unterließ es nicht, auch die heute beschlossenen Zollerhöhungen als „absoln t unannehmbar" für die verbündete» Regierungen zu bezeichnen, nicht nur die Zölle für Wurst und Fleisch, sonder» auch die vorher beschlossenen Erhöhungen der Viehzölle. — Am Donnerstag wird die Berathung fortgesetzt. Die Zahl der Petitionen, die bis jetzt zum Zoll­tarif eingegangen find, beträgt nicht weniger als 115,678. In den Fi sch. Zöllen hat der konsv. Abg. Frhr. von Wangenheim beantragt, den Zoll für Lachs auf 100 Mark, für andere Süß­wasserfische auf 30 Mark zu erhöhe». Nach dem Regierungsvorschlage sollen Karpfen nut 15 Mk. verzollt werden, die andere» Süßwasserfische frei bleiben.

X Neue^ole« DeSatte«? Der,Kuryer Poznanski'. ba8 leitende Blatt der gemäßig­ten polnischen Richtung, knüpft eine auffällige Be­trachtung an die Thatsache, daß das Reichsgericht die Revifionen im Wreschener Schulkrawall.Pro­zesse verworfen hat. „ES bleibt nun", schreibt das genannte Posener Blatt, „nur der eine Weg übrig, die Kritik und Beurtheilung der gericht­lichen Verhandlung von den Abgeordnete« ix den gesetzgebenden Körperschaften . . . Hierzu würde wohl die zurückgestellte Jnterpeltation deS Fürsten Radziwill daS geeignete Mittel sein. Die Polen-Fraktion hat allerdingS s.Z. beschlossen, die nochmalige (d. h. fortgesetzte! Red.) Berathung der Interpellation nicht mehr zu fordern, weil die Angelegenheit selbst genügend geklärt worden sei. Heute aber ... ist der Augenblick wieder­gekommen, um eine Aussprache über das Urtheil herbeizuführen. Die Polen-Fraktion müßte sogar unter Androhung der Obstruktion fordern, daß die Diskussion über den neuen Akt deS Wreschener Dramas wieder eröffnet werde. . . Wen« der Präsident oder der Senioren-Konvent die Zulassung dieser Angelegenheit zur Tagesord­nung nicht gestatte« wollte, müßte die Polen- Fraktion die Beschlußfähigkeit deS HauseS immer wieder anzweifel», um den geschäft-

irgend einer unheimlichen alten Burg zu Gast, Nacht» aus einem phantastischem Traum erwacht und nun die Spukgestalt seines Traumes in Wirklichkeit vor sich zu fegen glaubt.

Doch lange sollte fein Zweifel und feine lieber» raschung nicht währen. Im Nu war Karl an feinem Bette und hatte ihn, stch auf ein Knie viederlaffend, umschlungen.

Auch Bernard, im Gefühl der Freude, den theuer» Freund a» seiner Seite zu sehen, legte den Arm um dessen Hal« und eine ganze Weile lagen die beiden, fest umschlungen, Brust an Brust.

„Mein Gott, Karl Du hier?" machte endlich Bernard seiner Überraschung Luft.

„Wie Du siehst, mein Lieber, und nicht zum ersten Male heut. Schon vorhin, während Du schliesst, hatte ich Dich entdeckt."

„Da wußtest also nicht, daß ich hier war?" forschte der Kranke.

„Wer sollte e« mir gesagt haben?" entgegnete Karl, „und Du wirst doch zugeben", fuhr er scherzend fort, „daß e« schwer »st, von selbst auf den Gedanken zu kommen. Dich hier zu suchen."

Der Verwundete lächelte wehmüthig zu dem Schmerz.

Der Ankunft de« Arzte«, der nach dem Ver­wundeten zu sehen kam, störte in diesem Augen­blicke da« Bessammensein. Der Freund verab­schiedete fich kurz von Bernard mit dem Ver­sprechen, am Nachmittage, wenn der Dienst e« eben erlaube, wieder zu kommen.

Draußen jedoch erwartete Karl auf- und ab­gehend den Arzt, bei dem er fich nach dem Zu­stande de« Freundes genauer erkundigen wollte. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe ge­stellt; al« der Arzt nach Verlauf von mehr als

lichen Fortgang des Hauses dadurch aufzuhal­ten 20. 20." In der Thal könnte die kleine Polen- Fraktion dem Reichstage gewaltige Schwierigkeiten bereiten, wen» sie nach diesem Rezepte verfahre» wollte. Ob sie eS thu» wird, bleibt abzuwarten.

h Aach immer kein Gude. Nach augen­scheinlich halbamtlichen Meldungen wird der Buxdesrath bex Rest der AuSführungsbestimm- ungen zum Fleischbeschau-Gesetze „erst in einigen Wochen" erledigen. Wie viele Wochen das sein werde», wird einstweilen wohlweislich schwiege».

• Tripoli» Reichskanzler Graf Bülow hat Herrn Prinetti, dem italienischen Mi­nister des Auswärtigen, in Venedig die Zu­sicherung gegeben, daß Deutschland niemals etwas gegen die Anwartschaft Italien» auf Tripolis einwenden werde. Einig« französische Blätter betrachten es als ihre Aufgabe, Miß­trauen zu säen zwischen Deutschland und Italien; und sie können e» auch diesmal nicht unterlassen, zu jener erneuten Verabredung in Venedig ihr« besonderen Glossen zu machen. So läßt sich der Pariser,Setup»' aus Konstantinopel melden, daß „die amtlichen türkischen Kreisen infolge dieser Erklärung des Reichskanzlers Grafen Bülow sehr beunruhigt feien, da Tripolis in das türkische Gebiet gehöre". An fich ist es einigermaßen drollig, Frankreich di« Rolle eines Beschützers der Türkei spielen zu sehen; als ob nicht eben erst ein französischer Admiral mit einem ganzen Panzergeschwader den Türken den Daumen auf das Auge gesetzt hätte! Außerdem aber ist doch die Verabredung zwischen Deutschland und Italien über Tripolis wahrhaftig nicht« neues mehr. Sie stammt vielmehr aus der Bismarck'schen Zeit her, als der Dreibund gegründet wurde; und damals erfolgte diese Verabredung gerade gegen Frankreich, das Tripolis durchaus selbst haben wollte. Die Pariser Weisheit also über die Be­sorgnisse der Türken wegen der Erklärung de« Grafen Bülow ist ganz außerordentlich unange­bracht. Etwa« noch Ungeschicktere« hätte der ,Tempi' kaum erfinden körnen. Von Interesse ist übrigen» bi« Nachricht, daß nunmehr auch England die italienische Anwartschaft auf Tripolis anerkannt hat.

h Die Hfekinger astronomisch«« Instru­mente werde» jetzt wirklich vor dem Orangerie- gebäude im Park« von Sanssorei bei Potsdam aufgestellt — einer der auffälligsten Plätze, den man dafür nur überhaupt finden kann. Sine nachträgliche Rückgabe der Instrumente wäre gewiß lächerlich gewesen. Aber dieses Prunken mit der „Kriegsbeute" berührt stcherlich auch nicht angenehm.

Aus dem Reichstage.

*W> 166. Sitzung Dom 16. April 1902.

Bor recht schwach besetztem Hause wurde heute (Mittwoch) die zweite Berathung der Seemanns- ordnung bei Paragraph 66 fortgesetzt. 68 handelt stch dabei um die Unterhaltung eines erkrankten Schiffr- mannes im Krankenhause. Dort soll ihm die Heuer nicht gebühren. Aber er soll ein Viertel davon erhalten, wenn er bisher den Unterhalt von Angehörigen überwiegend aus seinem Heuerverdienfte bestritte« hat.

einer Stunde erschien und Karl seine Frage an ihn richtet«, meinte dieser:

„Gefährlich ist die Geschichte nicht, aber immerhin erfordert sie einige Zeit lang Ruhe und Schonung. Der Mann hat übrigen«", fügt« er hinzu, „eine Konstitution von Essen; als ich ihn verbunden hatte, da meinte er, jetzt könnt« er wohl auch noch helfe», den Dänen den Rest zu geben. Ich sagte ihm, da« würde gerade so gut ohne ihn gehen, aber die« schien ihm nicht recht einzuleuchien, und ich mußte meine militärisch« Autorität zu Hilfe nehmen, um ihn zu Beite zu bringen." < i

„Glauben Sie denn, daß ich über eine ernste, ihn betreffende und vielleicht auch aufregende An­gelegenheit mit ihm reden dürfte, ohne ihck zu schaden?" fragte Karl.

„Wenn da« jetzt sein muß, dann versuchen Sie e« nach einigen Tagen immerhin; solch« westfälischs Knorren können etwa» aushalien."

Mil diesen Worten nahm der Arzt kurz Ab­schied, da man bei einer andern Baracke angelangt war, wohin ihn feine Pflicht führte.

Karl überlegte. Unter diesen Umständen schien es ihm besser, mit der Wiederholung feine« Besuchs noch einige Tage zu warten, denn er fürchtete, Bernard würde selbst da« Gespräch auf die Vergangenheit bringen und so Anlaß zu einer GemÜthSaufregung geben, die der Arzt seiner starken Natur erst nach einigen Tagen zutraute. Aber Elise sollte die Freudenbotschaft gleich er­fahren.

Zunächst schrieb er auf ein Blatt seines Notiz­buchs einige Zeilen für Bernard, mit welchem er fich für den heutigen Tag entschuldigte, dienstliche Behinderung vorfchützeno. Diesen Zettel übergab