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Ircköa, Mittwoch, den 16. April 1902.
29. Jahrgang.
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G Gewerblicher Kinderschutz.
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Berlin, 15. April 1902.
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* Ate Depr.1atior»eu deutscher Mereiue Seim hl. Maler. Wir werden um Veröffent- ichung der nachstehenden Bekanntmachung gebeten: J"'- “ u' ' ’ ‘ ”
Josephine und gelegentlichen Nachrichten von dem am Kampf gegen die Dänen beteiligten Geliebten in Verbindung stand.
Der Kampf um die Düppeler Schanzen war zu Ende. Nah achtstündiger Beschießung waren die Dänen aus ihrer Stellung vertrieben, die Preußen Herren der Schanzen.
Aber schwere Opfer hatten die Erfolge dieser acht Stunden gekostet. Auf preußischer Seite waren 16 Offiziere und 213 Mann getödtet, 14 Offiziere und 428 Mann schwer und 40 Offiziere und 438 Mann leicht verwundet morden. jß?
Karl Wagner war unverletzt davon gekommen. E« war e n Zug seine« Menschenfreund ichen edlen Herzen«, der ihn am Tage nach de» Sturme antrieb, einen Gang durch die Spital-Baricken zu unternehmen, die, nachdem der Kampf entschieden war, wie hervorgezaubert entstanden, weithin erkenntlich an dem Zeichen der Genfer Konvention, dem rothen Kreuz im weißen Felde.
Wie man ste fand, so brachte man sie in die Spitäler, Schmer- und Leichtverletzte, Freunde und Feinde in bunter Folge. Die Baracke, welche Karl am nächsten lag, machte keine Ausnahme, auch er fand Kameraden, die, von der Wucht hre« Schmerze« oder vom Blutverlust erschöpft, äum ein Lebenszeichen mehr von stch gaben, au- »rre, denen die Schmerzen ihrer Wunden herz- zerreißende Klagelaute erpreßte, dann ober auch welche, bie in stoischer Ruhe, ohne ein Zeich-m de« Schmerzes, die Pein ihrer Wunden erduldeten, Helden des Kampfe« und jetzt Helden i« Leiden!
Ob Du keinen Bekannten unter den Verwunden findest, dem Du einen Dienst erweisen : könntest? so fragte sich Karl, al» er durch die
heilen, sowie für alle Abgeordneten oder Deputationen katholischer Vereine, die sich ersterer in Rom (am 26. o#. Mi«., Vormittag« im Hotel d'Angleterre) anschließev, findet voraussichtlich am
— , M ... -r-H’ r‘ Ir-itzr,»«, 15. April 1902. Von der
niub , fü.r bi- recht«- und.staatswissenschaftlichen Fakultät unserer
Deputation de« Komitee« für römische Angelegen- Universität wurde Herr Landesrath MaxBrandts u-u ------L- ' inD üssel do r f zum Ehrendoktor in den Staats-
wiffenschaften kreirt auf Grund seiner Wissenschaft' lichen und praktischen Arbeiten auf dem Gebiete der Wohnungsfrage.
des Bettes, ehe er sich dort niederließ, den Kopf in die Hand stützte und seinen Gedanken nachhing, die ein fast gleichmäßige« Gemisch von Freud« und Bitterkeit dar stellten.
Gewiß, er hatte den so schmerzlich Vermißten wiedergefunden, aber wie kam dieser hierher, welch« Aussicht bot die Zukunft? Da» waren die Erwägungen, die den Artillerteleutnant em Krankenbette seine« Freunde« beschäftigten und ihn so in Anspruch nahmen, daß er da« Nahen zweier anderer Militär« nicht bemerkte, die ebenfalls dem Platze zuschritten, an dem er sich befand.
Erst ein kräftige« militärisches „R'Morgen!" ließ ihn auffahren.
Vor ihm stand ein Infanterie-Hauptmann, den ein Feldwebel begleitete.
„Reserve-Leutnant der Artillerie Wagners stellte sich Ka.l vor.
„Hauptmann von Bülow," entgegnete der Angekommene, und gleich die Frage anschließend: „Kennen Ste den Kemann?" erkundigte er sich nach dem Zweck von Karl'« Hiersein.
Dieser bejahte, gleichzeitig erklärend, daß er den Bekannten seit einiger Zeit au« dem Auge verloren habe und sehr erstaunt sei, ihn hier unter den verwundeten Soldaten zu finden.
„DaS glaube ich J-nen, Kamerad," meinte der Hauptmann, „ist auch eine originelle Ge- Lichte." Dann besann er sich einen Augenblick, ah nach seinem Feldwebel: „Gehen Sie nur urück, Wülkow, wir wollen ihm die Ruhe nicht lören, nachher kommen wir noch einmal hierher. — Und Ihnen, Herr Leutnant, will ich erzählen, wie der Mann da unter die Soldaten und tnS Lazareth kam!"
I . st I». Aiever smd der Miniflerposte«. I Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' bringt folgende Mittheilung:
,AuS Wiesbaden und Frankfurt a. M. wird in der Presse verbreitet, daß nach der Erledigung de« erste» Flottengefetze, non Er. Majestät dem Kaiser und König dem Abgeordneten Dr. Lieber ein höhere« ReichSamt »der ein Oberpräfivium angrboten worden fei. Wir find zu der Erklärung ermächtigt daß ei« derartige« Angebot niemals erfolgt ist."
Aus dieser Mittheilung geht nicht klar genug bervor, ob damit gemeint ist, daß ein solches Angebot wirklich niemals, oder nur vom Kaiser aus niemals ergangen fei!
h I-r Atw-utsch- MerSauö wollte einen Ausflug nach Siebenbürgen veranstalten — natürlich ganz und gar nicht zur Freude der ungarischen Regierung. Jetzt wird bekannt gegeben, baß dieser Ausflug „vorläufig aufzeschoben" sei, und zwar angeblich deswegen, weil „nur wenig Theilnehmer sich gemeldet hätten, und darunter verhältnißmäßig viele Damen die man nicht eventuellen Insulten aussetzen wolle".
nöthig ist, aber auch nicht gesonnen! 27. oder 28. d. M. statt. Kleinheubach, 12. April find, plötzlich rn übertnebener Werfe in alle mög- j 1902 Karl Fürst zu Löwenstein." lichen kleinlichen Verhaltmsse sich einzumischen. ~ --- ' ' —
Parlamentarische Nachrichten.
X Nie AsMarifLommisflsn de, Aeich,- t«-e,. In der Zolltarifkommiffion des Reichstages wurden heute (Dienstag) die Tarisposttionen 103 (Schafe), 103 (Ziegen) und 105 (Schweine) erledigt. Die Einfuhr der Ziegen soll auch nach dem Beschlüsse der Kommission frei bleiben. Für Schafe wurde nach dem Antraae der Abgg. Camp (sreikons.) und Herold (Centr.), ab. weichend von der Regierungsvorlage, ein Zoll non achtzehn Mark für den Doppelzentner beschlossen. Die Regierungsvorlage schlägt einen Stückzoll vor. Derselbe Zoll von achtzehn Mark für den Doppelzentner Lebendgewicht wurde nach dem Anträge der Abgg. Gamp (freit), Herold (Centr.) und Graf von Schwerin-Löwitz (kons.) auch für die Einfuhr von Schweinen beschlossen, wahrend die Regierungsvorlage nur einen Zoll von zehn Mark vorschlägt. Die Vertreter der Regierung verhielten sich längere Zeil still. Erst auf eine Herausforderung des fress. Abg. Schrader hrn erklärte Staatssekretär Graf Posadowsky: „die Regierung habe ihren Standpunkt bereits klar gelegt und erachte es nicht für ihre Aufgabe, um allerhand Einzelheiten zu streiten. Die Regierung habe dort höhere Zölle beantragt, wo nationale Interessen zu schützen seien oder handelspolitische Gründe es geboten erscheinen lassen. Solche Gründe lägen aber bei den fraglichen Tarifposttionen nicht vor usw." Darübe» hat aber nicht der Bundes- rath allein zu entscheiden! — Die Berathungen werden Mittwoch früh 9 Uhr fortgesetzt. Nach der Sitzung der Kommission begab sich der preußische Landwiribschaftsminister vonPodbielski zu dem Reichskanzler Grafen Bülow, in dessen Wohnung eine längere Berathung beider Herren staitfans. Man bringt diese Berathung wohl nicht ohne Grund mit den Verhandlungen über den Zolltarif in Zusammenhang.
Die Veröffentlichung des Gesetzentwurfes über die gewerbliche Beschäftigung der Kinder hat nichts Neues mehr gebracht. Nichtsdestoweniger ist die ganze Angelegenheit so wichtig, daß sie durchaus nochmals besprochen zu werden verdient, auch in Verbindung mit der inzwischen ebenfalls erschie- neuen Begründung, die der Bundesrath dem Ent- würfe beigegeben hat.
@8 handelt sich, wie ja bekannt ist, bei der Vorlage um den ganz neuen Grundsatz, daß das Gesetz auch in das Berhältniß zwischen Eltern und Kindern eingreift. Bisher machten alle die erlassenen Schutzbestimmungen vor dem gewerb- lichen Familienbetriebe Halt. Man hielt sich nicht für berechtigt, den Eltern, die eine Haus-Jndu- strie betreiben, Vorschriften über die Art und über die Zeit der Beschäftigung ihrer Kinder in ihrem eigenen Gewerbe zu machen. Endlich aber soll nun mit diesem Grundsätze gebrochen werden, und das ist durchaus nothwendig. Die Verhältnisse in vielen hausindustriellen Betrieben spotten jeglicher Beschreibung, und dem Gesetzgeber er- wächst die unabweisbare Pflicht, hier einzugreifen zm Aufklärung der Eltern und Erzieher darüber, was sie an gewerblichen Leistungen dem zarten Kindeskörper bieten dürfen und was nicht.
„Die Bedenken — sagt darüber die Begründung de« Gesetzentwürfe« — welche gegen eine Regelung der Kinderarbeit in solchen Betrieben sprechen, in denen der Arbeitgeber ausschließlich Familienangehörige beschäftigt, also in Betrieben, wie ste stch besonder« zahlreich in der Hausindustrie finden, find eingehend erwogen worden. Namentlich «ar man sich der Schwierigkeiten einer ausreichenden Kontrolle wohl bewußt. Allein in dieser Beziehung kam zunächst in Betracht, daß schon dadurch viel gewonnen ist, wenn überhaupt Bestimmungen bestehen, welche eine unzulässige Kinderbeschäftigung für die Folge aurschlteßen, da solch« Vorschriften den Eltern einen Maßstab dafür geben werden, wa« sie ihren Kindern ohne Gefahr für deren körperliche und geistige Ent- wickelnng zumnthen dürfen; auch wird hierdurch da« Bewußtsein der Eltern von ihrer ethischen Verantwortlichkeit ihren Kindern gegenüber geweckt und geschärft. Ferner bietet da« Interesse . der Lehrer und Geistlichen an den zu erlassenden Vorschriften immerhin eine nicht zu unterschätzende Bürgschaft für ihre Innehaltung." E« waren, wie man ja weiß, der »u«arbeitung dieser Gesetzentwurfes umfassende Erhebungen über die gewerbliche Beschäftigung von Kindern voranaegangen „Die Ergebnisse der Erhebungen — lassen in Verbindung mit dem sonst vorliegenden Material ein Vorgehen auch auf dem Gebiete der Familienbetriebe so dringend nothwendig erscheinen, daß dem gegenüber die bestehenden Bedenken zurücktreten müssen." Man kann diese Art der Beurtheilung der fraglichen Angelegenheiten nur billigen. Sie läßt hoffen, daß die Verbündeten Regierungen zwar helfend und bessernd einschreiten
Die Zahl der Kinder, die außerhalb der Fabriken gewerblich beschäftigt sind, beträgt nach den Erhebungen von 1897 im Deutschen Reiche weit mehr als eine halbe Million; wobei stets von neuem daran erinnert werden muß, daß es sich nur um gewerbliche Beschäftigung von Schul- lindern handelt, nicht auch um die leichten Hilfe- leistungeu der Kinder in der Landwirthschaft. Der Gesetzentwurf geht von dem richtigen Grundsätze aus, daß eine mäßig und angemessene Beschäftigung von Kindern ganz und gar nicht zu verurtheilen ist, sondern viel dazu beiträgt, ste allmählig an körperliche und geistige Thätigkeit, an Fleiß und Sparsamkeit zu gewöhnen; und die leichten landwirthschaftlichrn Hilfeleistungen in Gottes freier Natur find den Kindern nach dem Sitze« auf der Schulbank durchaus heilsam und förderlich.
Die Berathungen innerhalb des BundeSrathes, aus denen nunmehr der fertige Gesetzentwurf hervorgeganoen ist, haben zur Verschärfung^ einiger Bestimmungen im Entwürfe geführt, wie i er anfänglich aaS der gemeinsamen Arbeit der I Berliner Ministerien des Innern, des Unter- richtes und des Gewerbes heroorgegaugen war. i Nach dem ursprünglichen Entwürfe sollten fremde, \ über zwölf Jahre alte Kinder in Werkstätten bis zu vier, ausnahmsweise sogar bis zu sechs Stunde« täglich beschäfssgt werden dürfe«. Diese Zeit ist erfreulicherweise auf drei Stunden herabgesetzt worden und soll nach der Vorlage nur «ährend der Schulferien auf vier Stunden ausgedehnt werden dürfen. Leider aber hat der Bundesrath die Festsetzung einer beschränkten Stundenzahl für die Beschäftigung der eignen Kinder fallen gelassen und nur vorgeschlagen, daß bie Zeit von acht Abends bis acht Uhr Morgens von Beschäftigung frei bleiben soll. Wenn der Reichstag an dieser Stelle wieder die zuerst be- abfichligte Beschränkung einführen wollt.- würde er stch ohne Zweifel ein Verdienst erwerben. I« der Begründung der Vorlage w» b ja ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das Vorgehen auf dem Gebiete der Familienbetrieb-- dringend nothwendig ist. Da sollte man nich t auf halbem Wegestehen bleiben, sondern ganze
Reihen der Feldbetten schritt, welche die einzigen > Ausstattungsstücke der Baracken bildeten. Aber er sah nirgend« ein bekannte« Gesicht, es mußte dort, wo diese Verwundeten gefallen waren, wohl kein westfälische« Regiment am Kampfe theilge- nemmen haben. So denkmd, schritt Karl Wagner durch die Reihen, als er mit einem Male wie gebannt stehen blieb.
In einiger Entfernung hatte er ein Gesicht ge- sehen, da« ihm anfangs wte eine Vision erschien, bei näherer Betrachtung jedoch In ihm die lieber» zeugung «eckte: E« ist Vernarb Kemann, der dort liegt. A g|
Der Verwundete schien zu schlafen, wenigsten« lag er, ruhig athmend, auf der rechten Sette, den eine« Ann über die Decke hinausgestreckt. Karl trat näher; ja, r« war kein Zweifel, derjenige, den Schwester und Braut als Verschollenen betrauerten, lag hier vor ihm; fitzt war koch einer da, dem er einen Dienst erweisen konnte!
„Ist drr Man« h'er gefährlich verwundet?" fragte Karl einen in der Nähe hantirenden Lazarcth- gehtlfen.
„Ich glaube nein, Herr Leutnant, so viel ich weiß, eine Schußwunde im linken Bein," meldete >£t Soldat.
„Und ist er verbunden?" forschte Karl weiter- „Ja," war die Antwort, „er kam selbst her, um sich verbinde« zu lassen und wollte dann wieder rnitthun, der Herr Stabsarzt befahl ihm aber, sich zu Veit zu legen."
„Braver Barsche, lieber Freund!" flüsterte Karl innig, „ich wußte doch, daß ich mich in Dir nicht täuschte!"
Vorsichtig befühtte er den Raum am Fußende
+ Ao« der neue« Jucker - Dorlage. Nach einer Meldung der -National-Zeitung' ! haben „die Vorarbeiten für die Vorlage über die Genehmigung der Brüsseler Zuckerpra- mien-Vereinbarung alsbald nach dem Ab- schluffr dieser Letzteren begönne«. Sie sollen derart gefördert werde», daß die Einbringung der Vorlage im Reichstage «och vor der Unterbrechung der Sitzungen derselben bis zum Herbste zu erwarten ist." — Man darf diese Meldung als richtig annehmen und hat sich nunmehr wohl darauf gefaßt zu machen, daß der Reichstag schwerlich bis zu Pfingsten j mit der Erledigung der nothwendigsten Arbeiten fertig werden kann. Ob ein Theil dieser Ar- beite« verscho en, ober ob der Reichstag auch । "ach nach Pfi gst n tagen soll, ist eine wichtige Frage, mit der sich vermuthlich demnächst der I Seniorenkonverr des Reichstages wird beschäf- tige« müsse«.
4- Aröe.ir«achweise Im statistischen Reichsamte werden Vorbereitungen getroffen, um einen Arbeitsnachweis für das ganze Reich einzurichten, fo berichtet ei« national- liberales Parteiorgan und berichtet damit hoffent- Nch de« Thatsachen gemäß. Eine einheitliche Organisation der Arbeiternachweise Über das ganze Reich würde ohne Zweifel für alle Be- thelllgten von großem Vortheil fein. Daß „an. gefichts der Schwierigkeiten der Vorarbeiten noch einige Zeit verfließen würde, ehe diese Vorbe- reitungen zu praktischen Vorschlägen und Ausführungen heranreifen würden," würde leicht zu begreifen fein. Wenn nur überhaupt etwa« daraus »erben sollte.
Ans dem Reichstage.
-«* 165. Sitzung vom 15. April 1902.
Bor dem Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Präsident Graf ». «attestrem sie erschienenen Mit- glrrder de« Hauses und gedachte sodann de« BerlusteS, den da« Hau« durch das Ableben de« Abg. Dr. Lieber erlitten hat: „Wa« der «erstorbene mit seinen ihm oon Gott verliehenen großen Baben an Arbeiten für da« Wohl und die Größe de« Baterlande« geleistet het, lebt in unserer dankbaren Erinnerung fort. Ungeachtet der schweren Krankheit, die ihn seit Jahren ergriffen hatte, und ungeachtet der schweren körperlichen Schmerzen, hat er mit Selbstlofigkeit und mit Muth und Kraft gerungen für des Baterlande« Herrlichkeit bis zum letzten Hauche. Sein Andenken wird bei u«8 in Ehren bleiben!" Da« Hau« hatte stch zu Ehren de« Berstorbenen von den Plätzen erhoben.
Die Berathung der SeemannS-Ordnung wurde bet § 54 fortgesetzt: Wenn der Schiffsmann nach dem Antritte de« Dienstes erkrankt »der eine Verletzung erleidet, müffen die Kosten der Verpflegung von dem Rheder für die Zeit von drei Monaten getragen «erden — für sechs Monate nur dann, wenn der Erkrankte das Schiff in einem außereuropäischen Hafen oder in einem Hafen der Türkei, des Schwarzen oder Asowschen Meeres hatte verlaffen müffen.
Ein sozialdemokratifcher Antrag «areingebracht worden, die Beipflichtung des Rheders auf 26 Wochen auSzudehnen. Er wurde zunächst von dem Abg. Stadthagen befürwoitet.
Der Weiter Schuld.
Original-Roman von Fr. Tollet.
46 ------(Nachdruck verboten.)
Was er aber zuerst gesagt hatte, mußte Geltung behalten, benn es war von feinem «ohne, dem schwarzen Jopp bestätigt worben, ben nu« im Gefängnisse vernommen hatte uwb ber keinen Grund zu haben glaubte, bie Kemanns »u schonen, wenn fein Vater sie anzeigte.
Verschollen, gleich Bernarb, war Stephanie Kemper. Um sie trauerte Niemand: Nur ihre frühere gütige Herrin, die Frau Stahlhut in Münster nahm oft einen zerknitterten Brief zur Hand um sie wirren Gedanken zu enträtseln, deren Z-ugen diese Zellen waren. „Wo mag fte sein?- fragte stch bie gute Frau, und wischte stch eine Throne aus dem Auge.
Dem Rathe des Bruders folgend, war Elise darauf bedacht gewesen, für das Anwesen einen Käufer zu finden. Waren auch die Kriegszelten rtnem solchem Vorhaben nicht eben günstig, so fanb stch doch Jemand, der um ben von Ber- narb festgesetzten Preis bas große HauS ankaufen wollte. Elise schlug zu und zog, dem Rathe Karls gemäß, nach Münster; war ste doch in dem kleinen Warendorf «oH fortgesetzt Gegenstand einer Art Aufmerksamkeit, die sie unangenehm berührte.
3n Münster lebte sie still und eingezogen, unbeachtet und selbst der Außenwelt wenig Be- achtung schenkend, mit welcher sie nur durch eine regelmäßige Korr/spondinz mit ihrer Freundin
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