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M 83.

O Die Unruhen in Belgien.

Eine unliebsam reichhaltige Sammlung von ungünstigen Meldungen liegt über die Wahlrechts« bemegung in Belsien vor. Innerhalb der Ab« geordnetenkammer konnten wiederum Faustkämpfe nur mit Mühe verhindert werden; außerhalb deS Parlaments aber toben Straßenkämpfe, platzen die Dynamitpatronen und krachen die Revolver« schüffe ganz Belgien befindet sich in einem höchst bedenklichen Zustande. ES haben leider diejenigen Recht behalten, die von Anfang an für die Aufrechterhaltung der Ruhe stch wenig versprachen von dem Abkommen zwischen den Liberalen und den Fortschrittle n auf der einen und den Sozialdemokraten auf der anderen Sette, wonach die Straßenkundgebungen für das allge­meine Wahlrecht zwar staltfinden, aber in aller Ruhe und Ordnung verlaufen sollten. Die Häup­ter der belgischen Sozialdemokratie haben dem Abkommen gelassen zugestimmt; sie wußte ja vorher, daß sie im entscheidenden Augenblicke gar nicht die Macht über die Genoffen habe« werde, diesem Abkommen gerecht zu werde«. Auch diesmal bestätigt sich wieder die alte Er« fahrung, daß in Belgien solche Volksbewegungen immer einen aufruhrartigen Charakter annehme», wögen nun die Veranstalter sich Mühe geben um die Aufrechterhaltung der Ordnung, oder nicht. In diesem Falle wird die Mühe, die die Herren sich gegeben h 'ben, wohl nicht allzu groß gewesen sein; und Liberale und Fortschrittler machen in Helle» Hausen den Rummel lustig mit!

Daß es sich bei der Sozialdemokratie i« Belgien gar nicht allein um das Wahlrecht han­delt, sondern auch um ganz andere Dinge, geht aus dem Besuche der spanischen republikanischen Genoffen" hervor. Wozu in aller Welt braucht man die spanischen Aufrührer, um in belgische« Ortschaften Straßenkundgebunge« für das allge­meine Wahlrecht zu veranstalten? Warum habe» sich ganze Scharen von Bergwerks« und Jndu« striearbettrrn fett Monaten i» de« Besitz großer Dynamitmenge« gesetzt? find diese etwa »öthig zuruhige«" Straßenkundgebungen? Und war bedeutet denn der Aufruf, den der sozialdemo­kratischeTrneralrath der Arbeiterpartei" an die Mafien gerichtet hat? Die Bevölkerung wird darin vom nächsten Montag ab gleichsam zu de« Waffe« gerufen. Außerdem steht ein weiterer solcher Aufruf bevor, um die Arbeiter aufzufor­dern, am nächsten Mittwoch bis auf den letzten Mann auf der Straße in Brüffel sich einzufin­den, um mit allen Mitteln die VerfaffungSreoi- fion zu erzwingen, über die an diesem Tage in der Kammer verhandelt werden soll.

DaS Alles steht gar nicht nachRuhe und Ordnung" auS, und es war eine durchaus ver­werfliche Handlungsweise der Fortschrittler und Liberalen, mit diese« Elements» ein politisches Abkommen zu treffen. Die Vorgänge i» Belgien find außerdem eine recht hübsche Illustration zu dem wunder! che« Märchen von derMauseru»g" der Soz'aldemokratie in eine radikale Bürgerpartei! «S^SS^^SS^MSSSSSSS^SSSSSSSS

Der Weiter Schuld.

Original-Roman von Fr. Coll et.

48 ------ (Nachdruck verboten.)

De« Mädchens Herz brach fast bei diesem Ge- ständniß, durch das ihr Glück endgiltig zerstört schien.

Bernard ist fort?" fragte, gespannt ihre Züge betrachtend, der Kranke.

Ja, er war nach oben gegang-n und ist seit- dem verschwunden."

Geh', hole den Schlüffel zur guten Stube, schließe auf und sage laut:Bernard komm, der Vater ruft Dich, und er wird bald da sein."

Da« war so mysteriös gesprochen, daß Elise an d r Zurechnungsfähigkeit des Vaters zu zweifeln begann. Al» sie jedoch noch eine Weile stehen blieb, drängte der Vater mit vorwurfsvollem Blick:

Geh!"

Da« Mädchen gehorchte, es war zu viel des Leide» über sie gekommen, daß sie noch vor irgend etwas Unbekanntem Furcht gehabt hätte. Die Thüre zu der Stube auffchließend, ließ sie die Aufforderung an den Bruder ergehen, wie der Vater es gewünscht und kehrte dann in'» Kranken­zimmer zurück.

Dort lag Kemann, äußerste Spannung auf den Züge«, die Augen auf die Thüre gerichtet. Ein leise» Knacken ließ sich draußen vernehmen, sachte und vorsichtig öffnete sich die Thüre, die da» Schlafzimmer mit der Prunkstube verband und Bernard stand im Rahmen derselben.

IrrLÄa, Samstag, den 12. April 1902.

29. Jahrgang.

Berlin, 11. April 1902.

+ Der englische Ftzroxselger t« Aew- A-r». Die Reife des Prinzen Heinrich von Preußen nach de« Vrreinigten Staaten von Amerika hat den Engländern keine Ruhe mehr grlaffe«, bis sie etwas AehnlicheS ins Werk ge­setzt Haden: sie habe« so lange in Amerika sich abqemüht, bi» der britische Thronfolger die förm­liche Einladung erhalten hat, de« Festlichkeiten beizuwobnen, die im Oktober stattfinden werden bei der Ü bergebe bis neuen Gebäudes der New- Aorker Handelskammer. Das Festprogramm soll sich ähnlich gestalten, wie bei dem Empfange des Prinzen Heinrich vo« Preußen. Wir Deutschen brauchen uns über diese« Empfang des Prinzen vo« Wales ficherlich nicht so auf- zurege», wie die Engländer über den Befuch des preußischen Prinzen. Aber sehr geistvoll ist diese ziemlich unveränderte Wiederholung der deutschen Erfindung durch die Engländer auf keine« Fall!

4- Der Berliner KSrgermeisterfirett sollte dadurch in eine ganz neue Ent- Wickelung? stufe getreten sein, d der erwählte, aber nicht bestätigte Stadtrath Kaufs man« angeblich auf das Bürgermeisteramt verzichtet haben sollte. DaS tiarg um so wahrscheinlicher, als Herr Kauffmann zur Befreiung von einem schweren Nervenleiden in einer Nervenheilanstalt sich befindet. ES entspricht aber nicht den That- fachen, denn Herr Kauffmann hat diese« Verzicht noch nicht geleistet. Der Jrrrhum ist daraus entstanden, daß Herr Kauffmonn ei« Schreibe« a« den Stadtverordnete«. Vorsteher Dr. Langer- Hans richtete, in dem von der fraglichen Sache wohl die Rede aber in so unklare« Aus­drücke», daß Dr. Langerha«S Herrn Kauffmann persönlich auffuchen muß. Vermuthlich wird eS nun nicht mehr lange dauern bis zur eigentlichen Entscheidung darüber.

h Die Mertagnng be» Aketchska,-- soll nach der Mittheilung eine» parlamentarischen Be­richterstatter« für die Mitte der Monat« Mai in Au«ficht genommen fein zu Gunsten der befferen Förderung der Arbeiten der Zolltarif-Kommission. Die Maßregel würde ohne Zweifel zu billigen sein. Im übrigen bleibt die B-stätigung der Nachricht abzuwarten.

ti. §-» preußische Kt«t wird bi« zum 19. d. M. noch nicht im Abgeordnetenhause durch- berathen sein, wie Präsident von Kröcher die« al« wünschenswert- bezeichnet hatte. Finanzminister Frhr. von Rheinbaben soll am 17. und 18. April den Kaiser auf der Reise nach der Nordsee be- gleiten, sodaß die dritte Lesung de« Etat« voraus- sichtlich erst am 19. April begonnen werden wird. Dem Herrenhause wird der Etat also auch erst am 22. April zuqestellt werden können.

+ Ai- Zölle für Weh #»6 Misch «ach dem Aompromitzantrage «»genommen. Die Zolltarif.Kommtsfion de« Reichstages hat Henle (Freitag) die Anträge der Abgg. Herold (Ctr.), Graf Schwerin-Löwitz (kons.), Gamp (frei-

Ein Schrei, den Elise au«stoßen wollte, er­starb ihr auf den L'pven, al» der Bruder eine ängstliche Bewegung machte, auf die Straße deutend.

Bernard kam näher:Da« Haus ist umstellt," flüsterte er,man glaubt mich noch hier und will mich beim Entweichen abfojfen."

Kinder!" tief« da vom Bett herüber.

Der Sohn war ebenso schmerzlich bewegt, wie vorhin Elise, da er de« Vater» Stimme in ge­quälten Lauten vernahm. Leise trat er an» Belt, der Schwester Hand ergreifend.

Nehmt auch meine!" bat der Vater.

Thränenden Auge» zogen die Kinder de» Vater- steife Rechte unter der Decke hervor und hielten sie in ihren Händen.

Ich war schlecht, Euer Unglück, auch da» Eurer Mutter!" stöhnte der Kranke,vergebt, geht weit fort von hier, Ihr habt Geld genug. heirathet, werdet glücklich---ohne

mich,--ich sterbe!"

Keine« Worte» mächtig, sanken die Geschwister vor dem Bette in die Knie, leise« Schluchzen drang |u de« Kranken Ohr und geleitete seine Seele hinüber in eine andere Welt, wo die Reue der letzten Zeit gewip mttgewoge» wurde in der Schale des Guten.

Ein krampfhaftes Zucke« der Fi«ger, die seine Hand umspannt hielt, ließ Bernard besorgt auf- schauen, da klang noch einmal jenes Röcheln, >ie Äugen wurden starr, der Sohn wußte, daß sein Vater auSgelstte».

Er ist tobt, Elise!" sagte er, schluchzend, drückte dem Todten die Augen zu und sank in die Knie, ein stilles Gebet z» sprechen.

Leise weinend kniete die Schwester neben ihm.

Es war ei« schwerer Kampf, der jetzt in dem Herzen der jungen Mannes gekämpft wurde, als der Eindruck des Sterbens vorüber war. WaS hatte jener Leblose nicht alles a« ihm ver­schuldet I Wie viel Glück hätte er ihm schaffen könne«, wie viel Unglück hatte er ihm gebracht! Alle die bitter» Stunde« der letzte« Jahren durchlebte Bernhard jetzt im Fluge »och einmal; einen bittere» Stachel hatte diese Erinnerung für ihn, aber da- Gute wurzelte zu tief in ihm, als daß es ihm nicht geholfen hätte, alle» z» überwinden.

Gleiche Gedanken mochten wohl feiner Schwester Seele jetzt bewege», mancher Seufzer stieg aus ihrem Herze» auf.

Endlich, als schon der fahle Schein des Morgens in» Zimmer fiel, erhob sich Bernard, anft nahm er die Schwester bei der Hand und ührte fie zu einem Stuhl.

Ich muß jetzt wieder in mein Versteck, ilife, flüsterte er,der Trost, den ich Dir geben en«, ist nur gering; hoffe und harre gleich mir, Morgen komme ich wieder!" Eine» leise« Kuß »anchte er auf der Schwester reine Stirne, die Thüre öffnete sich. Bernard war verschwunden.

Einen langen Blick warf (Ktfe nach dem Bette hinüber, wo der Schein des Morgenlichts geister­hafte Bläffe auf des Todten Angesicht breitete.

Ihr schauerte, leise, als begehe sie eine böse That, schlich sie hinunter in ihre Kammer, wo le im Gebete Trost suchte sür ihr ««endliches Leid.

Die ReuigkeitSverbretter in Warendorf hatte« am nächsten Morgen KemaunS Tod als fette«

Ab,. Dr.

A«s dem Landtage. gUlgeerb««tex|e**. 56. Sitzung vom 11. April 1902.

kons.) und Sieg (natl.) angenommen, obwohl auch diese Anträge von der Regierung bekämpft wurden. Minister von Podbiel«ki sprach namentlich gegen eine Bindung der Viehzölle, Staatssekretär Graf Posadowrky schleuderte gegen die Anträge wieder da« üblicheUnan­nehmbar" aber nicht nur gegen die beantragten Zölle für Vieh und Fleisch, sondern auch gegen den Donnerstag Abend angenommenen Quebracho- Zoll von sieben (statt einer!) Mark. Der Siaat«- sekretär stellte von neuem den Gesichtspunkt auf, daß Handelsverträge mit solchen Zollsätzen unaus­führbar wären, immer so, al« ob nicht da« wirth- schaftliche Gedeihen bei «n« im Reichs die Haupt­sache wäre und danach erst der Abschluß von Handelsverträgen an die Reihe käme! Aber auch Graf Posadowsky gibt die Hoffnung ans eine nach­folgende Einigung noch nicht auf: er meinte heute, er hoffe, daß in der zweiten Lesung aus dem rohen Marmorblocke" der Zollvorlage eine wunderbare Bildsäule" heraus kommen werde. Da müsien aber die Verbündeten Regierungen der Mehrheit noch weit entgegenkommen!

X Da* Sacchuri« mtb die Zuckerstener. Es ist ein interessantes Exempel, zu berechne«, welche« Schaden die Grzruzung des Saccharins für die Reichseinnahmen bedeutet. Durch dir Saccharinmenge, die gegenwärtig in Deutschland erzeugt wird, werden, «ach der Süßkraft be­rechnet, jährlich ungefähr zwei Millionen Zentner Zucker verdrängt. DaS b-deutet einen Ausfall von zwanzig Millionen Mark Zuckersteuer alljährlich, denn die Herstellung deS ebeln Saccharins an« Steinkohlenteer und an­deren appetitlichen Stoffe« bringt dem Reiche nichts ein. Man hat sich an die Bearbeitung einer neue« Zuckersteuergesetzes gemacht, und man versichert, man wolle se« Zucker für de« Ver­brauch im Jnlande billiger mache«. Das ist eie löblicher Bestreben, daS aller Unterstützung werth ist. Gleichzeitig aber sollte man daran denke», durch wirklich geeignete gesetzgeberische Mittel der Verdrängung des nahrhaften ZuckrrS durch daS widerliche und vollkommen wehrlose Saccharin rin Ende zu bereiten. Das würde eine wirklich oolksfreundliche Maßregel sein!

X Arger««- der grw-rrSkicherr Kinder- «rleif. Der BundeSrath hat am letzten Donnerstag dem Gesetzentwürfe über die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit in der Form die Zustimmung ertheilt, wie er aus dem Ausschüsse a» das Plenum des BundeSratheS zurückgelangt ist. Wesentliche Veränderungen find von dem AuSschuff« an der ursprünglichen Faffung des Entwurfes nicht vorgenommen worden. Der Inhalt desselben darf nach den verschiedenen voraufgkgangeneN Mittheilungen als bekannt vorausgesetzt werden. Die Sache kann, wie man weiß, nicht durch eine einfache Verordnung deS BundeSratheS erledigt, sondern muß deswegen auch dem Reichstage zur Genehmigung vorgelegt werden, weil eS sich, abweichend vo« den bis­herigen gesetzliche« Bestimmungen, auch u» die Regelung der Beschäftigung von Kindern durch die eigenen Eltern unb Erzieher handelt, das heißt nur um gewerbliche Beschäftigung, nicht auch um die Verwendung zu häuslichen und land wirth schaftliche« Hilfeleistungen. Ais Kinder im Ginne dieses Gesetzes gelte» Knaben und

Biffen zu verabrerchen. Die Thatsache wurde, da auch daS Gerücht umging, daß er kurz vor dem Sterben die Sprache wieder erlangt habe, in schauerlich schönster Weise ausgeschmückt. Da­rüber vergaß man fast die frühere Affaire mit Bernard und bedauerte nur die arme Elise. Auch diese selbst beschäftigte jetzt lebhaft die Frage, war nun aus ihr werden solle; daß sie dem Hause und Geschäft nicht allein vorstehen könne, sah sie ein; auch war ihr alles, waS an die traurige Vergangenheit erinnerte, schon jetzt zu­wider.

Hätte Karl mich nur freigegeben, sein Wort zurückzenommen," dachte sie, als der Postbote ihr eine« Brief überbrachte, der Karls Hand- schrist trug.

WaS fie sich ebe« «och als Vorbedingung für die Gestaltung eines neuen Lebens herbeige- sehnt, schien ihr dieses Schreiben zu bergen, trotz- dem überkam fie eine Abneigung, ja, eine Art Furcht, daS Kouvsrl zu öffnen. Gewiß war die- menschlich und entschuldbar, vermuthete sie doch in diesem Briese de« Zerstörer ihres selige« LiebeStraumes, herbeigerufen durch deS VaterS Strafthaten.

Endlich überwand fie jedoch ihre Abneigung, öffnete den Brief und laS:

Köln a. Rh., den 25. Nov. 1863.

Geliebte!

WaS Euch betroffen, ist mir bekannt; Euer Unglück, vo« dem ich früher erfuhr, -als Ihr, hieß mich in der Stunde der Roth von Demer Sette «eiche«, wollte ich nicht der Gefahr aus«

Mädchen unter dreizehn Jahren und solche Knabe« und Mädchen über 13 Jahre, die noch zum Be­suche der Volksschule verpflichtet find. Der Wort­laut be* Gesetzentwurfes wird durch die,Nordb. Allgem. stg/ veröffentlicht.

-ie Grwetternng de» Kafen* vo« Staff el t bildet ben Inhalt eines besonder« Ge- setzeuw.rfes, bet bem preußischen Abgeordneten- Hause zugegangen ist. Zur Ausführung dieser Bauten soll eine Anleihe von sieben Millionen Mark aufgenommen werden, die mit 31/» v. H. aus ben Einnahmen -er- Ruhrschifffahrt und be» Ruhrorter Hafen« zu verzinsen ist. Die Bau­kosten sinb inrgesammt auf 131/* Millionen Mark veranschlagt.

X Ki« Zwist zwischen Ztnkien ««d der Schweiz. Die Ausfälle sozialdemokratischer und anarchistischer Blätter in der Schweiz gegen das italienischeKönigthnm haben zu einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Italien und der Schweiz geführt. Erhandelt sich dabei namentlich um eine lange Reihe von Ar­tikeln i« dem Anarchisten-Blatte ,Le Rsveil', in denen das Andenken der Königs Humbert bejubelt unb ber KönigSmorb von Monza vLrherrlicht wor­den war. Herr Silvestrelli, der italienische Gesandte bei der Schweiz, forderte die Bundes­regierung ber Schweiz aus, gegen baS genannte Blatt einzuschreiten; bie eidgenössische Regierung lehnte das aber ab unb erwiderte, nach ben Ge­setzen der Schweiz fei dazu ein förmlicher Antrag Italiens nothwendig, sowie bie Zusicherung eines entsprechende« Vorgehens der italienischen Behör­de« gegen Beleidigungen ber Schweiz auf italie­nischem Boden. Her. Silvestrelli lehnte eS ab, einen solchen Antrag zu stellen unb sprach gleich­zeitig sein Bebauern über di« Haltung ber Re­gierung ber Schweiz aus. Nun verlangte die eidgenösstsche Regierung, daß Herr SLoestrelli von seinem Gesandten-Posten in Bern abberufen werbe; bie italienische Regierung kam aber biefem Ver­langen nicht nach, beließ vielmehr Herrn Silve­strelli auf feinem Posten. Darauf hat nun bie schweizerische BunbeSregierung die Beziehungen zu dem italienischen Gesandten abgebrochen und eS ist in Folge biffen ber italienischen Regierung nichts Anberes übrig gebliebe«, als «u« auch ihre Beziehungen *u Dr. (Karlin zu löse«, bem Ge­sandte» ber Schweiz i« Rom. Die Bundesoer- farnmlu»! ber Schweiz hat am Donnerstag vo« biefem Thatbestande i« aller Form Kenntniß ge­nommen u«b bie Erwartung ausgesprochen, daß der BundeSrath ihr Mittheilung von ber weiteren Entwickelung dieser Angelegenheit machen werde.

Bei der fortgesetzten Versitzung de« Eisenb ahn­st at» verbreitete stch der freifinnige

Kriiaer Bromberg über allerhand Dti­lgen: Landwirthschaft, Handel und Ber­

schirdene Fragen. ----------,

kehr, sogar Konsumvereine. Zum Schlüsse kam er auf die Kanalpolitik zu sprechen, und fragte den Minister vo« Thielen, was es denn nun eigentlich mit seinem Morte auf sich habe: Gebaut wird er doch nämlich der Mittellandkanal. Außerdem trat der Redner für Tartfermäßigungen ein. Auf einzelne Aeußerungen be» Redners antwortete:

Minister ». Thieken: Der «usnahmetarif für Futtermittel für W-stpreuße» und Posen besteht noch.