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9*ntU»iii StikL*** mit Ilnterkaüungs-Beilage „Illullrirte Kormtags-Zeitung" »-
M 82.
JuLöa, Freitag, den 11. April 1902. .
29. Jahrgang.
[] Das Ueberkartell.
Die angekündigte Versammlung der Syndi- katleute hat Mittwoch Nachmittag in Berlin stattgefunden natürlich unter dem Vorsitze deS unvermeidl'Geheimrathes Jencke, des Vorsitzenden des Direktoriums deS Zentralverbaudes der deutschen Industriellen. Mau bekommt schon großen Respekt, wenn man sich durch diese lange Tharakterbezeichnung hindurcharbeiten muß; ein Mandarin erster Klaffe in dem Lande der Zöpfe und deS Opiums kann ja kaum eine längere Tharakterbezeichnung haben! Aber gerade des. «egen bekommt der gewöhnliche Sterbliche, dem die Fleischtöpfe der Zeutraloerbände und Syndikate nicht vorgesetzt werden, ein gewisses Grauen vor einer Sache, die diese Leute mit den langen Namen ix die Hand nehmen. Er kommt sich unwillkürlich als das arme Opfer vor, das dazu auSersrhen ist, die Fleischtöpfe der großen Herren von den Kartellen, Ringen, Syndikaten, Zeutraloerbänden u. s. w. u. s. w. zu füllen, ohne davon miteffen zu dürfen; und wenn nun alle diese Kartelle auch noch zu einem Ebbet« kartell sich zusammenthun wollen, bann wird die ganze Sache noch unbehaglicher. Zur Verfolgung idealer Zwecke thun sich die Herren doch nicht zusammen, sondern nur in der Absicht, um beffere Geschäfte zu machen; und wenn der eine TheU beffere Geschäfte macht, als bisher, dann muß nothgedrungen der andere Theil dafür sufkom- men. Der andere Theil ist das allgemeine Publikum und Niemand kann es diesem da? um verdenken, wenn eS allen diesen Ucherkartellbestrebungen mit ausge- sprochenen Mißtrauen gegenüber steht.
Das Ergebniß der Mittwochsoelsammlung ist, mit kurzem Worte gekennzeichnet, daS Folgende: alle versammelten Syndikatsoertreter haben sich ohne viele Umschweife einverstanden erklärt mit dem, was die Herren Jencke und Bueck ihnen vorschlugen, und haben dem Direktorium des CentralverbandeS alle weiteren Maßnahmen vollkommen überlaffen. Ein Ausschuß von sechs Mitgliedern soll „gewählt" werden; aber diese „Wahl" wird dem genannten Direktorium über« taffen, und wenn die Dinge sich so weiter entwickeln, wie sie damit angefangen haben, dann wird bald die gesammte deutsche Industrie, dann wird in absehbarer Zeit unser gesammte» gewerbliches Leben und Treiben unter dem unbeschränkten Oberbefehle einiger weniger Leute stehen. Und dann wird die ungesunde moderne Entwickelung in dem Ueberkartell ihren Gipfelpunkt erreicht haben.
Es ist allerhöchste Zeit, auch gesetzgeberische Schranken dagegen aufzurichten, so weit das eben möglich ist. Leider ist noch gar keine Aussicht darauf vorhanden, denn erst am Mitt« woch wieder ist von Herrn Pieper, dem Vertreter des westfälischen Kehlensyndikates, festgestellt worden, daß das gänzlich unwahr sei, was die Presse von einem fertigen Gesetzentwürfe zur Regelung de» Kartellwesens gemel- bet hat. Zunächst wolle das ReichSamt des Innern „nur wiff-n, wie weit die Bundes- stauten über die in ihrem Bereiche vorhandenen Kartelle und Syndikate unterrichtet seien". Noch zarter kann man freilich die Sache nicht an- taffen. Und danach ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß man auch nach weiteren zehn Jahren
Der Wäter Schuld.
Original-Roman von Fr. Collet.
42 ------(Nachdruck verboten.)
Brrnard war jedoch nicht auf sein Zimmer gegangen. Den Schlüffe! zu diesem hatte er in die Tasche gesteckt, oben jedoch öffnete er leise die Ttzür zu dem Prunkzimmer, in welchem sich das uns bekannte Versteck befand, mit einem Nachschlüssel, schloß von jenen wieder zu und verschwand im Kamin, jene Manipulation wiederholend, die wir ihn schon früher ausführen sahen.
Schon hatte der Polizeidiener unten »eit länger gewartet, als man zum Anziehen Zeit gebraust. Da kam eben Eltse vom Garten in die Küche und grüßte freundlich.
„Ach, Mädchen!" bat dieser, „willst Du nicht einmal auf BrrnardS Zimmer gehen und ihm sagen, er möge sich beeilen;" den wahren Grund zu sagen, weshalb er auf vernarb warte, brachte der Alte auch fttzt noch nicht Über's Herz.
Elise, nichts ahnend, ging hinaus, klopfte vergeblich an der Thür von BrrnardS Zimmer, warf einen Blick in ihres LaterS Krankenstube, ob er auch dort nicht sei und rief dann dem unten stehenden Beamten zu: „Hier oben ist Bernhard nicht zu finden!"
Diese Nachricht brachte Leben in das alte Gehwerk des Polizeidieners; so schnell seine Füße es nur vermochten, stürmte er die Treppe hinauf: „War, nicht zu finden? Schnell alle Schlüffe! her, ich muß ihn haben!" sagte er zu Elise, die
fich das sonderbare Benehmen be« Mannes nicht erklären konnte und darum ganz naiv fragte:
„Wc^u müssen Sie ihn denn haben?"
Brr Beamte nahm fie beim Arm und führte fie bis zu dem Fenster, von welchem aus der Flur erleuchtet wurde. „Hier, Mädchen, da strht's, da kannst Du es lesen, verhaften sollte ich ihn, und da ließ ich. . ."
Er mußte abbrechen. Die Gestalt neben ihm, starr auf daS verhängnißoolle Papier blickend, wankte und brach mit dem leisen Ausruf: „Mein Gott, verhaften!" in fich zusammen.
Dem armen Polizeimanne entfiel aller Muth. Ihm bangte vor den Folgen seiner GutmÜthig- leit, er scheute sich, einen Hausauflauf durch strenge Durchsuchung zu vrranlaffen, da er von dem Be. finden deS alten ManneS Kemttniß hatte, und doch mußte er etwas thun, um den Flüchtling zu fangen. Zunächst ging er nach unten, schickte eine Magd nach oben, um der ohnmächtigen Elise bei- zustehen, während er Hermann, den Knecht, aufforderte, die Schlüssel zu allen oberen Zimmern zu nehmen und ihm aufzuschließen.
Der Knecht, schon aus MsenS Ohnmacht schließend, daß etwas nicht in Ordnung sei, nahm, was er an Schlüsseln fand, und öffnete Thür um Thür. Der Beamte durchsuchte jede Ecke, jeden Winkel, jedes Bett, jeden Kasten und Schrank; auch in des Alten Zimmer, der dem Beginnen des Polizisten mit weit aufgerisseuen Augen folgte, wurde vergeblich gesucht. Selbst das Absuchen deS Bodens, der Tenne, der Stallungen und deS Gartens war erfolglos.
Schimpfend und feine Gutmüthigkett verwün-
noch nicht über das berühmte Stadium der „Erwägungen" hinausgekommen fein wird.
• Der Mündschurei-Bertrag.
Nun ist also wirklich der Vertrag zwischen Rußland und China Über die Mandschurei unterzeichnet worden. Rußland verpflichtet fich wirklich, den gegenwärtigen Besitzstand Chinas anzuerkenneu und die Mandschurei nicht in Besitz zu nehmen, und aus Japan meldet der Ducht, daß die Japaner „den abgeschlossenen Vertrag mtt Sympathie begrüßen". Mehr kann man nicht verlangen. Denn wenn die Russen in Oft- affm etwas thun, das von den Japanern mit Sympathie begrüt t wird, so kann das nur etwas fein, das der bisherigen russischen Haltung und den seither erhobrnen Ansprüchen des Zarenreiches nicht entspricht. Und so ist es such: Rußland hat ohne Zweifel vor dem Ewfluffe deS englisch-japanischen Bundes einen Rückzug angetreten. Man hatte sich schon vollkommen an den Gedanken gewöhnt, daß der russische Bär seine Pranken niemals mehr von dem Mandschurei-Gebiete wegnehmen werde; und jetzt wird die Welt überrascht durch die Nachricht, daß Rußland sich dazu verpflichte, diese- Gebiet nach und nach zu räumen, und daß es außerdem auch die Politik bet offenen Thür für die Mandschurei anerkenne, also gar lerne Handelsmonopole für fich verlange. Also amerikanische Unternehmer können in der Mandschurei Berg- werke betreiben; der englische Handel kann fich in dem fraglichen Gebiete ohne Einschränkung entfalten, und wer sonst noch zu anderen wirth- schaftlichen Unternehmungen in der Mandschurei Lust hat, mag diese Lust befriedigen. Rußland hindert ihn nicht daran. Nur die Eisenbahnen sind ausschließlich dem Zarenreiche vorbehalten.
Dieses Zugestäudniß in der Handelsfreiheit hat in diesem Falle seine ganz besondere Bedeutung. Die russische Industrie fist nicht im Stande, mit den Industrien anderer Länder ix freien Wettbewerb einzutreien, wenigstens vorläufig noch lange sicht dazu im Stande. Sie häkle also in der Mandschurei nur dann erfolgreich das Feld behaupten können, wenn ein künstlicher Schutzwall um fi« herum errichtet morden wäre zur Abhaltung der anderen Mitbewerber. Jetzt fehlt dieser Wall; und deswegen werben diese ausländischen Mitbewerber obsiegen.
Dennoch darf der neue Berttag^nicht gar z« sehr al- ein Erfolg des englisch-japaxischen Bündnisse- betrachtet werden. Das größte Interesse an der Handelsfreiheit in der Mandschurei haben nämlich die Engländer und natürlich schon gar nicht die Japaner, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika. In Folge der geographischen Lage der Mandschurei haben die ÜnionSffaaten stets die größte Hoffnung auf diese gesetzt als auf ein neues und für sie sehr wichtige- Gebiet für Handel und andere Unternehmungen; und die Yankee-Staatsmänner find e- gewesen, die mit allergrößtem Nachdrucke immer und immer daraus gedrungen habe», für die Mandschurei die Politik der öffenen Thür zu erhalten. Mit den Nordamerikanern geraden die Russen aber ungern in Widerstreit, am unliebsten auf solchen Gebieten, für die auch der
englische Mitbewerb in Frage kommt. Denn nicht mit Unrecht sehen die Russen in den Amerikanern einen der mächtigsten Nebenbuhler Englands; und fie machen fich alle diejenigen gern zu Freunden, die fie als Rivalen Groß- britanniens betrachten. Der Wunsch, den Vereinigten Staaten gefällig zu fein, mag also bei dem Abschlüsse des Mandschurei-Vertrazes eine ebenso mächtige und vielleicht noch stärkere Triebfeder gewesen sein, als der Druck, den das eng» lisch-IZpanische Bündn.ß ausübte. Rußland kann, unterstützt von der „befreundeten und verbündeten Nation" in Frankreich, wohl gegen England und Japan das Gleichgewicht halten. Aber wenn auch die Amerikaner ihr Gewicht noch dazu in die Waagschale leg»n, dann geht das über seine politischen K äste. Es kommt ja auch dazu, daß die Vereinigte« Staaten in Korea neuer« dings eine bedeutende Rolle spielen; und da- macht einen Grund weiter für daS Zarenreich aus, in Frieden und Freundschaft mit den IrnkeeS zu leben. Rußland ist einen Schritt zurückgewichen mit der Unterzeichnung dieses Mandschurei-Vertrage-, das ist ohne Zweifel richtig. Aber eS hat dadurch die Vereinigte» Staaten von Amerika fich verbunden, und infolgedessen seine Stellung in Ostafien im allgemeinen nicht geschwächt, sondern gestärkt.
Und außerdem muß man immer beoenken, daß Rußland die einzige Großmacht ist, die in fortlaufendem, ununterbrochenem Zusammenhänge mit jenem ostasiattschem Gebiete steht. Russische« Gebiet umschließt die Mandschurei von mehreren Seiten. Die Russen haben nach wie vor da« Eisenbahnmonovol in der Mandschurei. Er kann nicht fehlen, daß durch Kolonisation vom asiatischen Rußland her da« mandschurische Gebiet nach und nach russisch«« Gepräge annimmt, wie da« bisher immer mit denjenigen Landgebieteu der Fall war, die unter dem Einflüsse gleicher Verhältnisse standen; und die Russen haben sich bisher noch immer al« sehr geschickte Kolonisatoren bewiesen. Endlich ist e« die Frage, wie lange denn da« japanisch-britische Bündniß in den Fugkn bleiben wird? E« beruht nur auf Beweggründen gegenseitigen Eigennütze«; und den gapauetn steckt von jeher der Gedanke einer großmongolischen Herrschaft in Ostafien im Kopfe. Die Japaner find die Allerletzten, einen ewig unveränderten Zustand der Dinge in Ostafien zu wünschen; denn ihr Zukunftstraum ist ein Bund der gelben Raffe unter ihrer eignen Führung und Unterwerfung der weißen Machte in Ostafien unter diese Pan« Mongolei. In der richtigen Erkenntniß der ost- afiatischen Dinge stimmen die englischen Blätter auch kein Triumphgeschrei über den Mandschurei- Vertrag an, sondern beurteilen denselben außerordentlich nüchtern. Und da« entspricht den vor. liegenden Thatsachen jrdenfall« am besten.
Berlin, 10. April 1902.
X ZleSer dis As» von Itam Ztewegimg hat der bekannte evangelische Pastor Sic. Bräun- schead trat der Polizeidirner schließlich allein den Weg zum SerichtSßebäude an, woselbst der Kreis- richter schon seit einer Welle die Vorführung Kemanns erwartete.
Der Bericht bestimmte den Richter, mit einem Schreiber und dem Pelizeidiener gemeinsam nun selbst in'S Kemann'iche Haus zu geben.
Elise war aus ihrer Ohnmacht erwacht, aber <8 war ihr nicht möglich, aus die Iheilnehmenden Fragen der alten Magd, die sich um sie bemühte, Auskunft zu geben. Wie ein böser, unwahrer Traum kam es ihr vor, was sie vorhin erlebt hatte und deshalb fragte sie zitternd:
„Wo ist Bernard?"
„Ja, wo ist er?" fragte die Magd zurück, „auch die Polizei hat ihn gesucht und nicht gefunden."
„Nicht gefunden?" wiederholte Elise. Sie hatte früher schon den Verdacht gehegt, ihr Vater sei am Schmuggel beteiligt und auch den Bruder, im Falle dieser Verdacht auf Wahrheit beruhen sollte, wenigstens der Mitsissenschast schuldig sprechen müssen; bie traurigen Vorgänge im Laufe der Zeit, die beständige Sorge um den Vater, vor Allem aber bat Fernbleiben der verdächtigen Personen au8 dem Hause, hatte fie diesen Verdacht vergessen lassen. Jetzt stieg er in seiner drohenden Gestalt wieder vor ihr aus; man hatte vernarb beschuldigt, er wußte fich nicht rein und war geflohen, so dachte sie und der stille Wunsch, daß ihm die Flucht gelingen möge, stieg in ihr auf.
DaS Eintreten deS KreiSrichterS mit feinem Gefolge machte ihrem Sinnen ein Ende. Der alte Herr schien auch nicht eben freudig an die
lich bei der Versammlung des evangelischen Bundes der Mar! Brandenburg in Neuruppin eine zusammensaffendr Uebersicht gegeben. Danach zählen die Los von Rom-Leute seit dem Anfang ihrer Bewegung als Erfolge ihrer Thä- tigteit für ganz Oesterreich 19 680 Üebertritte zum Protestantismus und 8230 llebertritte zum Altkathokiz-smuS auf — für Böhmen im ganzen etwa 9600, für bis Stadt Wien ungefähr 4000, Seit 1898 hat fich die Zahl der protestanttfchen Kirchen in Böhmen von 23 auf 40 vermehrt, die Zahl der entsprechenden Prediger von 25 auf 54. Die evangelischen Kirchenbehörden in Wien wollten im Anfänge von der Bewegung bekanntlich gar nichts wissen. Nach der Versicherung de- Pastors Bräunlich ist das jetzt ander« geworden. Nun weiß man ja, und auch die Mehrzahl der liberalen Blätter gibt das unumwuiden zu, daß die ganze Bewegung mehr nationalen als religiösen Charakter trägt. Die katholische Kirche verliert die Elemente, die fie in Wahrheit schon gar nicht mehr besaß, auch nach der äußeren Form, erleidet also nicht gar so schlimme Verluste. Und das hat Herr Bräunlich jetzt in Neuruppin selbst bestätigt. M t anerkennenSwerther Offenheit hat er festgestellt, daß die Bewegung manchen Leuten schon jetzt „zu religiös" fei. Da haben wir's! Daß das aber die Pflicht der katholischen Kirche zur nachdrücklichen Abwehr nicht im geringsten herabmindert, versteht fich von selbst.
+ Der Zolltarif tat preußische«» Landtage. Die Konservativen und das Centrum haben im preußischen Abgeordnetenhause vor den Osterferien, wie bekannt, einen gemeinsamen Antrag eingebracht, in dem die preußische Staatsregie- rung aufgesordert wird, imBundeSrathe auf eine weitere Verstärkung des lavdwirthschaftlichen Zoll- schütze- über die Sätze dK Regierungs-Entwurfe- hinaus hinzuwirken. Der Antrag Mrd vorläufig noch nicht zur Verhandlung gelangen. Zunächst soll die weitert Entwickelung der Dinge in der Zolltarif-Kommission des Reichstage- abgewartet werden.
+ Die Wehjölle werden in der Zolltarif- kommiffiou des Reichstages wieder zu lebhafteren Debatten führen. Es sind eine Reihe von Anträgen auf Erhöhung dieser Tarifsätze deS Re- girrungSentwurses eingebracht worden, und zwar gemeinsam von den $bgg. Graf Schwerin- Löwitz (konf.), Gamp (fteikons), Herold (Centr.), Sieg (natl). Er handelt sich durchweg um Erhöhungen der Zollsätze für Pferde, Rindvieh, Schafe und Schweine. Bei den Pferden und beim Rindvieh sollen nach den An» trägen die Zölle außerdem so gebunden werben, daß sie bei dem Abschlüsse von Handelsverträgen um nicht mehr als 20 v. H. herabgesetzt werden dürfe«. Nach den Anträgen sollen die Zollsätze u, a. betrage«: 30 Mark für Pferde im Werthe von weniger als 300 Mark, 90 Mark bei einem Werthe bis 1000 Mack u. s. w. — 18 Mark für den Doppelcrntner Lebendgewicht bei Rindvieh — 18 Maik ebenso' bei Schweinen, bet «neu die Regierunasvorlaze nur 10 Mark vor- chlägt — ebenso 18 Mark bei Schafen, für die m Entwürfe ein Stückzoll von 2 Mark oorge- chlagen ist. Auch die Fleischzölle sollen nach !>en Anträgen höher genommen werden. 45 Mk.
Erfüllung seiner Aufgabe heranzutreten. Er entschuldigte sich des Langen und Breiten bei Elise, warf die Schuld ans das Amt, das einen solchen Dienst mit sich bringe und verhörte dann in schonevdster Weise da» Mädchen; diesem Verhör folgte dasjenige deS übrigen Personals; alles mit vollständig neMinem Erfolge.
Ehe er in’8 Haus gekommen war, hatte et nach dem Arzte geschickt, der gegen den Schluß deS Verhörs erschien und auf die Frage des Richters erklärt, daß er keine Verantwortung für die Folgen übernehme!: könne, die aus einem Versuche, den alten Kemann zu verhören, entstehen würden. Deshalb sah man davon ^ab. Unter den Augen des Richters wurden dann nochmals alle Räume deS Hauses durchsucht, allein vergebens.
Die Kunde von den Vorfällen im Kemann'- scheu Hause war bald durch die ganze Stadt verbreitet; al« der Richter dasselbe verließ, hatte schon ein ganzer Schwarm Neugieriger die Straße besetzt, die da- Haus anstarrte«, als müsse sich an demselben bald irgend etwas Wunderbares zeigen.
Elise beschäftigte, nachdem die Gerichtspersonen fort gegangen waren, aresschließlich der Gedanke an Karl Wagner und die Folgen dieses neuesten Unglückes für ihn und fie. Je mehr fie nach- dachte, desto mehr wurde es ihr klar, daß dieser Schlag der letzte sei, der ihre Liebe treffe, mußten sie doch beide jetzt aushören, den Geoank-n des gegenseitigen Besitzes weiter zu denken; verzichten auf Liebe und Glück war nun ihr Loos. Selbstlos, wie die wahre Liebe ist, fragte sie nicht danach, wie sie selbst das Schwere ertragen würde; Karl- Schmerz, fein Kummer trat ihr lebendig