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"Tä.” K.’SSr»äi' ■' mit Anlertzaltungs -Meikage „Illülsirirte Sonntags-Zeitung"
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42 80'Jul^öa, Mittwoch, den 9. April 1902. 29. Jahrgang.
Kleme Ursachen — große Wirkungen.
ich, weniger schön und nicht mit jener rasenden Leidenschaft liebend, die mich zu Ihnen trieb ..."
Mit der erhobenen Rechten machte ihr Wagner ein Zeichen, einzuhalten, während die Linke sich gegen die Stirne preßte und seiner Brust sich ein deutliche» Stöhnen entrang.
Das in seinem Haß unbändige Weib aber grub den Dolch, den sie in des Gegners Herz gestoßen, tiefer und tiefer, sich mit teuflischer Freude an seinen Qualen weidend. Triumphirend ging ein Leuchten über ihr Gesicht, al« sich der Gefolterte überwältigt auf einen Stuhl finken ließ, die Stirne auf die Lehne stützend.
Ganz nahe ging sie an ihn heran und beugte sich vor, als ob sie es ihm recht deutlich sagen wollte, was jetzt noch an galligen Worten zu sagen war: „Ich kenne Sie, Karl Wagner, ich weiß. Sie werden auch jetzt nicht von jenem Mädchen lassen, unschuldig an ihres Vaters Ver. gehen, wie ich an des meinigen. Aber sorglos und schmerzlos sollte dieLiebe der blaffen Schönen nicht sein zu dem Manne, um drffentwille» ich die Qualen des Todes hundertmal gekostet!!--
Ich gehe!" sagte sie dann in einem Tone, als sei sie müde und abgespannt, „unsere Wege werden sich nicht mehr kreuzen!"
Langsam, schlürfende« Schrittes ging sie der Thür zu, eine Weile horchte fie, dann glitt fi- unhörbar über die trppichbelegte Treppe und im nächsten Moment war fie an der Gaststube vor- bei in's Freie gelangt.
Der, dessen Lebrnsmuth ihr Haß gebrochen, »erharrte oben noch immer in der Stellung, die er vor ihrem Weggange eingenommen hatte. Es war keine Ohnmacht, die ihn umfing, aber wie
Besten niemand übersehen sollte. Allgemeine Neuwahlen unter der Zolltarifparole find gewiß nicht zu wünschen, Aber zu fürchten find fie schon lange nicht, wenn sie etwa doch nicht zu vermeiden sein sollten!
fie erhielten dafür ein Drittel aller Stimmen, nämlich 22 von 68 Die Beranlaffung dazu war wiederum das Wahlrecht zum Landtage. Herr Sindermann, der Vorsitzende des Zentralkomitees, hat eine Petition um Abänderung des Wahlrechtes an den Landtag gerichtet, und die Radikalen tadelte» es grundsätzlich, daß man sich zu solchen „Bittgeiuchen" hrrbeilaffe. Außerdem sind sie aufgebracht über de» Inhalt dieses Bittgesuches: dasselbe will das Wahlrecht Jedem verliehen sehen, der „seine Pflichten gegen den Staat erfüllt." Die Radikalen verlangen das Wahlrecht für Jedermann, der daS 21. Lebensjahr vollendet hat, ohne Ansehen dieser Pflichte» und auch ohne Unterschied deS Geschlechtes. Der RrichstagSabzeordnete Hofmann machte Herr» Stndermann daS liebenswürdige Kompliment, dieser habe „mit seinem Bittgesuche das traurigste Affentheater in Szene gesetzt, das je zu sehen war."
X Iürssrge-Krzte-u«g. Wie außerordentlich notywendig die Durchführung der Zwangserziehung oder Fürsorge-Erziehung ist, wie man in Preußen sagt, geht auS der Art der Wirkung des entsprechenden Gesetzes im Staate Preußen heroor. Als das Gesetz im preußischen Abgeordnetenhause berathen werde» sollte, wurde angenommen, man werde damit zu rechnen haben, daß schließlich etwa die doppelte Aazahl von Kindern auf öffentl che Kosten zu erziehe» sein würde. Man »ahm ferner an, daß dieser alsdann dauernde Zustand, der Beharrungszustand, etwa zehn Jahre nach der Einführung deS Gesetzes eintrete» würde. Die Verdoppelung wird
tarische Lage i» Oesterreich von neuem einen recht unliebsame» Charakter bekommen. Bernahe sah es so auS, als sollte an der Klippe der slooenische» Gy-nnosialklaffe« in Cilli von neuem daS ganz- österreichische Parlament scheitern, bevor auch nur der Etat durchberathrn ist — und nun daS, nachdem es kaum gelungen ist, die Tschechen von ihrer Obstruktionstaktik ab- zubringe» I
In einem Punkte haben die deutschliberalen I und deutschnationale« Parteien recht: Cilli ist nänzfich eine rein deutsche Stadt. Soll hierbei nach denselbex Grundsätzen verfahre» werden, welche die Regierung beispielsweise in Böhmen bei der Behandlung ähnlicher Fragen befolgt, vann । kann gerade C lli nicht als der geeignete Ort für slooenische Gymnasial Klaffen angesehen werden. Aehnliche Gedanken möge« nun wohl auch dem Minister.Präsidenten v. Körber aufgrstirgen sei«. Er ist nachträglich mit den Parteiführern in Unterhandlung getreten und hat folgende» Ausweg vorgeschlagen: Das rein deutsche Städtchen C;lli wird von den slooenischrn Klaffen befreit; dafür werden den Slooenen zwei eigene Gymnasien in Steiermark überlaffrn, davon eins in Marburg, ei» anderes in Sachsenfeld.
Der Vorschlag ist verständig und am Montag haben die Obmänner der deutsche» Parteien in einer gemeinsamen Sitzung darüber berathen. Neber die Ergebniffe dieser Berathung ist der O ffent- lichkeit zunächst nichts berichtet worden. Die par- lamentarischm Verhandlungen des österreichischen Abgeordnetenhauses werden sehr bald darlegen, wie es damit bestellt ist. Man kann nur wünschen, daß von rechts und von links her der gute Vrrmittelungs. Vorschlag deS Minister-Präsioenten angenommen werde.
X Nie MeichviAgserfaHwahl im Meehl, «reife Klöiug Marienvnrg haben verschiedene Blätter als Anlaß benutzt, um vor Neuwahlen unter dem Loosungsworte der Zollpolitik zu warnen: man sehe ja auch aus diesem Wahl- ausfalle klar, daß die Mehrheit deS Volkes nicht
X Nie -eitze« Attchtrmge« i« der Sozial- demoüraiie. Je weiter die Entwickelung der Sozialdemokratie in einem Lande gedeiht, desto deutlicher tritt ihre Zwiespältigkeit zu Tage. In Frankreich ist diese Entwickelung am weiteste« gediehen; dort hat sich die Spaltung ix zwei vollkommen getrennte Partrilager bereits voll- zogen. ES befehde» einander die „Ministeriellen" und die „Revolutionären", und wenn die Erstere» eine» Parteitag auSfchretben und abhalten, wie unlängst in Lyon, bleiben die Letzteren weg. Innerhalb des Deutschen Reiches zählt die Sozial- demokratie besonders zahlreiche Anhänger im Königreiche Sachsen; uwb dort pflegen auch die Gegensätze innerhalb der Partei am schärfsten auf einander zu platzen. Kürzlich wurde in Meißen die Landesoersammlung der sächsische» Sozialdemokratie abgevalten, und bei dieser Gelegenheit gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Richtung der schärfsten Tonart und der Parteileitung, di« durch das Zentralkomitee in Dresden verkörpert wird. Die Radi- kale» stellten sogar den Antrag, daS ganze Dresdener Komitee abzusetzen und das Zentral- komitre von Dresden nach Leipzig zu verlegen.
aber weit schneller erreicht sein, als man vorher gedacht hatte. DaS alte Gesetz über die Unterbringung verwahrloster Kinder (vom 13. März 1878) hörte auf zu bestehen am 1. April 1901; und die Zahl der Fürsorgezöglinge betrug damals in Preußen rund 10500. Nach der anfänglichen Annahme müßte man etwa im । Jahre 1911 den BeharrungSzustand mit etwa 21000 Kindern erreichen; aber deren Zahl beträgt bereits jetzt. Nach erst einjährigem Bestehe« des Gesetzes, ungefähr 15 500, so daß die Verdoppelung voraussichtlich schon im nächsten Jahre erreicht sein wird. Wenn man auch annimmt, daß nach diesem ersten Ansturm die Entwickelung eine langsamere werden wird, hat man doch ohne Zweifel damit zu rechnen, daß dir BrharruxgSziffer nicht 20000, sonder« mindestens 30000 betragen werde.
*** Vor einigen Tagen gaben wir eine Meldung ver ,Dorfzeitu«g' wieder über die kirchliche Trauung bei der bevorstehenden Hochzeit deS (katholischen) Krvpri«ze« vo« Isenüxrg- Airstet« mit der (lutherischen) Prinzessin Olga von Sachsen-Weimar. Nach dieser Meldung sollte der regierende Gropherzog die Ansprüche der kathol schen Kirche mit Entschiedenhüt zurückgewiesen haben und die kirchliche Trauung würde daher nach protestantischem Ritus ersolgen. — Diese Meldung der ,Dorfzeitung' ist, wie unS von betheilig- ter Seite mitgitheilt wird, durchaus unrichtig „Derartige Verhandlungen haben überhaupt nicht geschw:bt" und der Erbprinz als Katholik „wird nur den Bestimmungen der katholischen
ein Traum zog alles an seinem Geiste vorüber, das Empfinden, als ob Jemand auf ihn einspräche, von ihm Abschied nehme, auch daS Ver* ständniß für die Worte, die gesprochen worden, hatte er. Nur lag es ihm in Kopf und Glieder« wie Blei und hemmt? das Denkoermögen wie die Fähigkeit, sich zu erheben — Alles unter dem Banne einer furchtbaren Anklage, die immer und immer in feinen Ohren hallte:
„Elise Kimann, gleich mir eines Schmugglers Tochter und eines Schmugglers Schwester!"
Wie large er so verharrt hatte, er wußte es nicht, erst et« energisches Klopfen an der Zim- merthür brach de« Bonn, der auf ihm lastete. Er richtete sich auf und ließ de« Klopfenden ein« treten. Man fragte nach, ob er unten oder auf feinem Zimmer zu Abens effe« wolle.
„Ich will es nachher selbst auSrichten," sagte er, „taffen Sie mir jcht noch etwas Ruhe."
„Ja, man ließ ihm Ruhe und doch ward ihm keine; wälzte fich doch m seinem Gehirn Gedanke um Gedanke, Plan um Plan, und er kam zu keinem Entschlüsse. Immer enger, dünkte ihm, wurde das Zimmer, stets drückender die Atmosphäre; er sah «ach der llhr, nahezu Acht. Er wollte fich ertig machen zu einem Gange nach der Grenze; Bewegung und frische Luft würde« ihn beruhige«, der weite Weg in der Abend stille würde ihn einen guten Entschluß soffen laffen.
Gei» Effen berührte er kaum; rein gewöhn- -eitsmäßig machte er einige Bissen zum Mitnehmen ertig und ließ von dem Kellner die Feldflasche ülleu. Dann zog er Stiefel, Pelzmantel und Mütze ex, warf die Flinte über und schritt in die
Deutsches Keich«
Berlin, 8. April 1902.
lernte aber in der Arbeit Vergessen suchen und finden, bis jener Tag in Ostbevern kam, wo der Rausch de« Tanzes mich packte, wo Sie vor mir stoben. Seit der Zeit wollte ich nicht mehr ver- geffen, ich wollte St« lieben und an dieser Liebe ju Grunde gehen.--Hätte man mir wenigstens
diesen langsamen Selbstmord gestattet! Aber auch das war mir nicht vergönnt, noch einmal sollte aller Glücksgefühl der Hoffnung mein Herz beleben ..."
„Genug!" gebot jetzt Wagner, „wenn Sie noch ein derartige» Wort reden, rufe ich Leute herbei!" Ein Schritt nach der Thür hin, neben welcher ein Klingelzug hing, sollte den Ernst der Worte klar machen.
„Laffen Sie den Skandal, er wird groß genug ! werden, ohne daß Sie ihn jetzt schon beginnen." Ein höhnischer Grinsen überflog bei diesen Worten der Sprechenden Züge. Ihre Augen, die bisher auf de« Teppich sm Boden gerichtet waren, suchten letzt die (einigen und Wagner fühlte da« Herz in der Brust erzittern unter diesem Blick, der ihn förmlich bannte.
"Sie sollen jetzt auch etwa« Interessantere, hören! höhnte die Unheimltche weiter, „etwas von meiner schönen Nebenbuhlerin, von Ihrer Elise! E« gab eine Zeit, wo ich so viel Gewalt über mich erlangt hatte, daß ich eine andere vetdlo« an Ihrer Seit« hätte zum Altar schreiten sehen können, ja wo ich diejenige gesegnet hätte, durch welche Sie glücklich waren. — Da, ist »crbei, »ar unmöglich geworden in dem Moment, al« ich vernahm, daß Ihre Braut, daß Elise Keman« gleich mir eine« Schmuggler« Tochter, «ine« Schmuggler« Schwester sei, nicht besser al«
zialen Fürforgegesetzex an der Spitze der Cioilj» sation marschirtl
+ Staatliche Aufsicht SSer die Aypo- thesieavaake«. Die angekündigte Virsammlung hat am heutigen Dienstag unter der Leitung des Landwirthschastsmii-isters o. Podbielski im Abgeordnetenhause zu Berlin stattgefunden. Es waren geladen je zwei AusfichtSrathSmit- glieder aller preußischen Hypothekenbanken, und erschienen etwa 30 Herren. In der Hauptsache handelte es sich um die Frage, ob es sich empfehl-, bei jeder Hypothekenbank einen staatlichen Kommissar zu bestellen, der als Auf- fichtsbeamter im Hauptamts thätiz fein und möglichst aus den Rethen der Vortragenden Rath« bestellt werden sollte. Der Minister meinte, es genüge schon, wenn je ein Kommissar für einen bestimmten Kreis von Hypothekenbanken angestellt werde; außerdem sollte er im Nebenamt« für die Banken thättg fein, damit fein Charakter als Staatsbeamter besser gewahrt bleibe. Außerdem wurde über die Taxe« und über die Regelung der Provisionen gesprochen.
+ Unsere Uersicheruugsreaturr. Nach den neuesten amtlichen Zusammenstellungen beträgt in diesem Jahre bte Zahl derjenigen Personen, die nach den Gesetzen der Unfall-, Alters- und Jnoaliditätsoerficherungs-Renten oder E«t- fchädigungen empfange», etwa l1/» Million. Die Zahl dec eigentliche» Renten bezifferte fich am AuSgange des Jahres 1901 bei der Unfallversicherung auf 768255, bei der Invaliden-, Alters- und Krankenversicherung auf 675,095. Dazu körn, men dann noch die K ankenuvterstützungen. Es fehlt ja noch recht viel, bis wir selbst mit diese» unseren Verstcherungseinrichtungen ganz zufrieden sein werden. Thatsache ist es aber schon jetzt, daß Deutschland mit den bereits bestehenden so«
Man sollte nicht glaube«, daß di« Einführung und Abschaffung einiger Parallelklaffen mit slawischer, in diesem Falle slovenischer Unterrichtssprache an einem Gymnasium in einer kleine», «och nicht siebentausend Einwohner zählende« Stadt ein ganzes großes SiaatSwesen in Aufregung bringen könnte; und doch verhält eS sich jetzt fo in Oesterreich, ES handelt sich um das Gymnasium in der steyrischen Stadt • ®illi, das von alters her als deutsche Lehranstalt bestanden hat. Im Jahre 1895 wurden durch einfache Verordnung der Regieruna neben den deutschen auch slooenische Parallelklassen ein- gesühn, ein Verfahren, daS nicht ganz den be- stehenden gesetzliche» Bestimmungen entspricht. Von Rechtswegen hätte zur Durchführung einer j solchen Maßregel die Zustimmung des Parlaments ! eingeholt werden müssen. Nur fragt es sich, ob es der politischen Klugheit entspricht, die damals getroffene Einrichtung jetzt ohne Weiteres wieder aufzuheben, nachdem sie nun schon sieben Jahre bestanden hat. Jeder Deutsche muß bedauern, daß es in österreichischen Landen m t dem Deutschthum den Krebsgang geht. Aber wenn nun einmal in einem Lands verschiedene Völker- flämme vorhanden find, dann bleibt einer gerechte» Regierung gar nichts A-dere« übrig, als Licht und Schatten gleichmäßig unter diese beiden Stämme zu vertheilen. Was dem Einen recht ist, muß dem Andern billig fein.
Die deutschliberalen und deutschnationalen Parteien im österreichische» Abgeordnttmhause denken aber anders über die Sache. Sie versteifen sich auf die gesetzlichen Vorschriften, nach denen jene in Cilli getroffene Einrichtung ohne Zustimmung des Parlaments unzuläffig war, und fordern ungestüm die nachträgliche Beseitigung der slovexischen Parallelklaffen. Am 21. März, bevor daS Abgeordnetenhaus in die Ferien ging, Hmtbnna niufr hinter denZollfreundenstehe! EZist"unbegr'eiU
«affenst? S mit h« ,man d-n Muth zu so vollkommene» WÄÖ Äfft I »
für oder dawider aufgetrete» wäre. Nur der polnische Landsmavnmixister Pientak stimmte mit der Mehrheit gegen den Antrag Stürgkh.
Das hat unter den deutschen Parteien eine über Erwarte» lebhafte Erregung heroorgerufen; und eS erfolgte die Drohung, zur parlamentarischen Arbeitsverweigerung zurückzukehren, wenn eS bei diesem Beschlüsse und bei dem Bestehe» der flovenischen Symnasi Massen ix Cilli sein Be- wenden hübe« sollte. Dies« Drohung ging nicht nur von den Schönerer, J.o, Franko, Stein und Gexoffen aus. Auch die im allgemeine« gemäßigte deutsche Volk-partei machte fie zu der ihrigen, und dadurch hat die ganze parlamen- I
im Jahre 1898. Das entspricht indessen, worauf in der ,Fuld. Ztg/ schon hingewiesen wurde, der diesmal geringeren Wahlbetheiligung. Nu« aber stellt eS fich heraus, daß di« Stadt Elbing 551 konservative Stimmt« weniger als im Jahre 1898 geliefert hat infolge von häuslichen Zwistigkeiten innerhalb der Konfervatioen selbst. Die Thatsache also ist die, daß der An- Hang des Hauptoertreters der Schutz- zollpolittk im Allgemeinen gewachsen ist, aber nicht abgenommen hat. Ein CentrumSblatt hat nicht dis Aufgabe, dis konservative Partei gegen Angriffe zu vertheidigen. Aber hier handelt es sich um dis Feststellung einer sehr wichtigen Wahrheit, die zum eigenen und allgemeine«
Der Wäter Schuld.
Original-Roman von Fr. Collet.
40 ------(Nachdruck verboten.)
„Ich bin eines Schmugglers Tochter, eines Schmugglers Schwester," begann fie wieder in jenem zischenden Tone, „der Schurke, der dar tückische Blei nach Ihrem Herzen sandte, war — mem Bruder! Wenn ich es dennoch wagte, eine Liebe zu hegen, di« mit dem ersten Blick in mein Herz gepflanzt ward, der mich aus Ihren Augen traf, wenn ich weibliche« Zartgefühl, weibliche W^cde vergaß, von dem Gedanken getrieben, es möchte mir gelingen, mich Ihrer begebrenswerth zu machen: wenn ich da« Weiv in mir mit Füßen trat, Karl, so mögen Sie daraus ermessen, welch' eins rasend« Leidenschaft mich gepackt hatte, wo« ich nicht alle« darum gegeben hätte. Sie mein »u nennen!" °
Ein Gefühl, au« Staunen und Ekel gemischt, -hatte bis dahin des also Angeredeten Mund g«. schloffen. Eine Pause der Erschöpfung, die da« Mädchen machte, ließ ihn zur Besinnung und zu Worte komme«.
„Wenn Sie gekommen find, mir derartiges zu sagen", sprach er rauh und bestimmt, „dann haben Sre fetzt genug geredet, ich mag nicht mehr hören, gehen Sie!"
„Nein", entgegnete fie fest, „ich gehe nicht! Bon mir habe ich auch wenig mehr zu sagen", fuhr fie dann fort. „Daß Sie kein «erständniß für meine Gefühle hatten, wurde mir in Münster «lar, ich grämte mich nach Ihrem Wegzug darum,