diesen Tagen von
Man sagte ihr di« Gewährung ihres Wunsches zu und nicht lange nachher hatte str durch geschickt angekrrüpfte Vnbindurgm eise Stellung bet einer Fabrikantrnfamilie ist Warendorf er« fangt, wo rhr dir Obhut über zwei heranwüch- sende Kinder ««vertraut wurde.
So war sie vorlärfiz am Ziel ihrer Wünsche. Jetzt galt cs. Mit gtschickter Hand die Knotm zu schnüre« zu dem Netze, in dem sich W-Zuer fangen---oder Elise mit ihm zu ®ti nbe
gkhr« sollte. Dafür mußte sie jedoch ihrs« Vater vom Halse zu halte« wissen, er durfte vorläufig uicht zwischen fir und ihre Pläne treten, wie- doch alle W;lt mit de» Fingern auf ihn, den Vater des ZuchthiuÄers J-pp Kemper!
Do b-Ndtzre sie denn einen freien Tag, nach Oftberven zu fahren und ihrem Vater den Plan mttzutheilen, den sie gefaßt: De« Mann zu er-,
mehr als Vertraute ihrer Herrin behandelt, fand sie Gelegenhrji, sich durch Lektüre zu zerstreuen; mit den Kindern allerlei Kurzweil treibend, sportlichen Spielen obliegend, kräftigte sich ihrKöipe'-. Haar und Teint pflegend, erhöhte fis fortgesetzt auch deren Schönheit, und al» einige Wochen verstrichen waren, konnte sie sich stolz seg:n, ich kann den Kampf wieder aufnehmrn.
Sie begann einen Eitschluß au-zuführen, der ihr die Entscheidung über ihr Lebensloor bringen sollte. Am ersten Juli kündigte sie ihre Stellung, m:t der Bitte, str am ersten Oktober zu entlassen. Als Grund gab sie ihren Entschluß an, in Hrr- kunst nicht mehr in einer großen fStadt, sondern auf dem Sande wohn n zu wollen, da sie sehe, wie dieses ihrer Gesundheit wett zutiäslicher sei, als das Leben in der Stadt.
Dentfchrs Krich-
Berlin, 5. April 1902.
ringen, oder ihn semmt der Nebenbuhler«.» zu verderben!
Das war der Tag, an dem sie die still genährte Hoffnung 'ihres Vaters vernichtet?, und seit dieser Stunde ging es bergab mit dem alten Kemper, körperlich und morabsch.
Leine 100 Thaler hatte er bi» dahin ängstlich Kehrtet, gegeizt halte er mit jedem Groschen, LA rur auSzukcmmm ohne dm Schmuggel und ohne eisen Axzriff auf seinen Schatz, der. er Etrpranie unversehrt übergebtn wollte. Jetzt Dinge» sie in kurzer Züt durch die Gurgel. In Ostbeyern, in Miltö, tv Füchtorf und Sassenberg, suchte u«d fand er Gesellen, die in obskure« Kneipen auf seine Kosten zechten. Bald war sein Geld vertha«, nicht aber seine Lust zu weiterem Zeche«. Bernard Krman« war es, dm er brandschatzte. Erft gab diese? gutmüthig, später mußte Kemper schon drohe», aber er bekam und immer «och mehr, bis schließlich die Unverschämt- h-it feister Fsrderusgsn Boards Zorn erregte, und er ihn abwies.
So warm eines Abends Bernard und Elise mit Karl ist dem kleinen Stübchen beisammen, während am Bette des VeterS eine Kranken' schwester Wache hielt. Man batte sich wieder, so gut es gehen mochte, getröstet, eines dem an. dern zu lieb, ohne selbst recht an die eigene« Trostgründe zu glauben. D« hörte man mit kirrem Male einen Wortwechsel im Laden, Bernard ging »achzufthrn, hinter ihm drei« Wagner, der sich schon zum Abschiednehmen erhoben hatte und Elise.
)( Wie der „neue Kulturkamps" sich steigert.
Naive oder auf die Gutwülhigkeit der deut, scheu Kathol km rechnende Sezte habe« wiedrr- bet ‘.ü der gegnerischen Presse und «och jüngst ir. preußischen Landtazr sich darüber beschwert, d^ß auf der vorjährigen KLthslikensersammluvg zu Osnabrück der Warnruf erhoben wurde: wen« nicht alle Zeichen trüßiep, drohe ei« »euer Kulturkampf hsranzvzikhen. Do« Tag zu Taz lehre« die Ereignisse deutlicher, wir berechtigt jene zur Wachsamkeit Karrenden, richt zum Angr Mampfe suftuftndrn Gtimmen waren. Ein rrMeÄies Kulturkampfstück war schon die GraßmLKNuffaire, dieser in plumpster Weife an die M sie". cpiH-.rease Sturm geger die katho- ltschen Sirter. lehren urrd iuLbrsonLere die heil. Beicht?. Ein gleiches Kulturkampfstück bildet die feit Jshrm in cvcmgelifch -bündkrischen, kirchenfeindliche«, nicht zulch! auch sozialdeWokra- ttschkn Blättern soltzrfttzte VnLffentlichung von Skandalgrschichtrn über eirz-ine Geistliche, Klöster rc, die sihr oft ganz s.stsch oder doch boshaft aufgebauscht sind. Selbst einem süddeutschen Führer der SozialdeNvkcstkn würbe dies Hrr- deizrrrrn ei-zelner LkanLalzeschichtep, an die dann dir boshafteste« Verdächtigungrn der kathc- lischen Kirche, ihrer Lehren, Dirx er und Em» richtungeu geüüpft Wurden, zu stark, so daß er empört von eiset ,Sch»iiLep:essr" sprach, die mit Behagen in drrartigen Dingen umkerwühle.
Wer inrbesondLre die fichubLfte ThätigkeU des Evangelischen Bundes beobachtet, überzeugt sich bald, daß zu einer vollständigen E-neuerung des alten Kulturkämpfe» ihm nur bie Macht über die Klinke der Gesetzgebung fehlt. Darum auch einerseits die Freude über das staatliche Vorgehen gegen die Di »en in Frankreich und Spanien, andererseits die frntMhrevde Klage über „bie Macht des Ultramontaniem«» im deutschen Reiche". Diese seine politische Mschtlofttst-it sucht er aber zu ersitzen durch die Aufteizuna der Massen in einer Fiuth von Zritungsartikel«, Flugblättern «nd Broschüren. Da läßt man keinen Stein liegen, der irgendwie geeignet erscheint, als Wurf» zeschoß gegen den Katholizismus geschleudert zu werden. Und da» soll dann kein neuer Kulturkampf sein? Man Vagt das „nothgedrungenr Ab»ehr" zu nennen! Was zwingt denn von katholischer Seite zu jener „Abwehr" ? Nicht- anderes weiß man anzuführen, als die wachsende Macht bei Ultramotttanirmus (soll heißen bei C-ntrums im R-ich-tage), das Verlangen der Katholiken rach endlicher Durchführung der ver- fassnngt mäßig ihnen zustshenden Parität, «ach Be- seittgung der Reste der alten Kultmkanipfsgesctz- gebung. Alfs weil wir, die bisher vielfach Unterdrückten urrd Zmückgesetzten, unser gutes R-cht verlangen, weil wir Freiheit der Entwickelung unserer verfassungKmäßrg anerkannten katholischen Kirche fordern, sind wir dir »--.greifende» und Friedensstörer. Das könne» nur jene behaupte», die, durch die Macht üöermüthig geworden, kein anderes Recht neben dem ihrigen dulden mögen.
E-n Weiteres echtes Kulturkamp!stück erkannten wir von Anfang an in der in Oesterreich ent- fachtm Los von Rom-Bewegung. In dem.
erregten 'Beifalls, in der persönlichen utb finanziellen Unterstützung, die dieser Hetze auch von Deutschland aus gespendet wurden, mußten wir die drohende Gefahr erblicken, daß man dikse Bewegung auch in unser Vaterland herüberzuleiten versuchen werde. Wir haben uns nicht getäuscht. Als vor mehr denn einem Jahre eine Gesellschaft zur Ausoreitung deS GoangeliumS unter den deutschen Katholiken gegründet wurde, kormtrn wir nach ollem Vorangegangenen schon ahnen, in welche Tonart diese Bewegung fallen werde. Nun glauben Rufer im Streite vom Evangelische« Bunde die Zeit gekommen, die Los von Rom-Bewegung auch in unserem Vater» lande zu entfalten. Als „das groß angelegte Unternehmen, das b rufen ist, die Führung der Bewegung i« die Hand zu nehmen", stellt sich die in der ,Fuld. Zig.' schon mehrfach gekenn- zeichnete, seit dem 1. April d. I, in München (im Verlage von I. F. Lchmasn) erscheinende Wochenschrift „Die Wartburg" vor. Als Herausgeber zeichnet neben dem österreichischen Führer der Los von Rvm-BrwegU8g, Rrichsrathabg. Sisenkolb, der Superintendent Mty-rin Zwickau. Letzterer war es, der schon 1898 auf der Generalversammlung des Evangelischrn Bundes unter stürmischem Beifall« auZrirf: „Meine Herren, der Kulturkampf kommt wieder!- Die Karten liegen sitzt offen. Mögen Die deutschen Katholiken überall wie einst im alten Kulturkämpfe auf dem Platze fein, nicht zum Angriffe, sondern zur loyalen aber energischen Abwehr.
□ „Unter keinen Umständen."
Eine ganze Reihe von Zeitungen und Zeitungs- Korrespondenzen, die Regierurgsesi flössen zucäng. lich find, überschlage» sich förmlich in ihrem Eifer, der Welt zu versichern, daß die Verbündeten Regierungen „unter keinen Umständen sich auf eine Erhöhung der Minimalsätze für Getreide einlaffen würden," und daß auch „keine Einfügung weiterer Minimalzölle in de» Tarifentwurf die Billigung der Verbündeten Regie- rungen finden werde". Die Rundreise des Staatssekretärs Grafen PosadorEy gelte nicht einer Erschütterung des Entschlusses des Kanzlers und der Verbündeten Rrgierungen, den Anträgen auf Zollerhöhurige« über den Entwurf hinaus sich zu widersetzen usw. usw. Das hecht gegen einen alten uns sehr häufig bewährten Grundsatz verstoßen, daß man nämlich ganz besonders in der Politik niemals „niemals" sagen soll. Im Uebrige« sollten die Verbündeten Regierungen selbst nicht erwarten, daß sie durch dieses Schüßen mit den Preffekanonen die Reich-tagsmehrheit einschüchtern könnten. Aber es kann wohl sein, daß die Notiz von einer neu angebahnten Verständigung mit Getreideköllen unterhalb der Festsetzung des bekannten Kompromisses auf die Herren von dcr Regierung einen so ermuthigenden Einfluß au-grübt hat, daß dies«, halb schon zum Nachgeben oereit, von neuem sich auf die unveränderte Beibehaltung der Getreivezollfätz» ihres Tariftntwurfes zurückgezogen haben.
Das heißt ein Spül mit dem Reichstage treiben, von dem man nicht bihaupkn kann, daß es klug oder auch nur liebenswürdig z-egen den Reichstag fei. Durch drn Wechsel der Stimmungen und durch das offiziöse Bombardement mit Zeitungsversicherungen ärgert man höchstens die zollfrenndliche Mehrheit des Reichstages und reizt die bestehenden Gegensätze in ganz unnöthiger und geradezu schädlicher Weife zu immer un> angenehmerer Schärfe auf, macht aber den ausgesprochenen Gegnern deS Zolltarifts die allergrößte Freude; und das ist unmöglich klug zu nennen. Außerdem aber ist dieses Verfahren unliebenswürdig gegen den Reichstag bis zum Aeußerstcn. Wie durch ein solches Verfahren die Stimmung verschlechtert wird, können die Verbündeten Regierungen aus den Kundgebungen der zollfteundlichen Presse schon jetzt sihr deutlich ersehen. „Da schließe man doch lieber gleich die Bude" — ruft ärgerlich die »Kölnische Volkszeitung' aus: „bern daß die Reichstagsmehrheit auf alle ihre Wünsche rund- weg verzichten sollte, während bi? Regierung „ehtmfltbig und unverrückbar" an ihrer Vorlage festhält, bas glauben wir nicht. D«S hieße dem Reichstage überhaupt eine ganz unwürdige Rolle zumuihen." Dar-mf hat ja auch der Centrums- abgeordnete Dr. Spahn in der Zolltarif-Kom- Mission des Reichstages hingewüse«; und Herrn Dr. Spahn hat wohl noch niemand in dem Verdachte gehabt, ein Heißsporn iger Agrarier 4« fein.
weigert?. Bcrnard, -er nicht wußte, cbKemper bem Ober tonhclls u c pn önlich bekannt fei, redete den Betrunkenen nicht mit Name» an, sondern sagte in befehlendem Tr.ne:
»Sie wiffer-, dass hier im Hause an Betrunkene nichts verabreicht wird, gehen Sie Ihrer Wege."
„Jo, lallte Kemper, „daß mich nur nicht der schöne H-rr (Stih tck si cht I Um Euch die Thaler- sackweise ins Haus zu chleppe», dafür waren die Kempers gut gmig, b<?r Alte und der Junge! Über wartet, wir werden Euch noch eines Tage- zum Tanz uufspirlrn, ich und mein Mädchen, paßt mal auf!" Da^it wankte er zur Thür hinaus.
Bersard war kalb starr vor Schreck bei diesen Worten, da aks Wagner mit Elise im Gespräch begriffen war, schien er nicht auf Kempers Worte geachlet zu habe».
Was der ©eiriinfm- da von feiner Tochter gesprochen, war Brrnard ganz räthselhast. War sollte ihm Kemprr's Tochter, mit der er doch nur einmal im Leben, bei jetier Kameß in Oftbeoem, zusamRSRße troffen?
Der Zustan» de« allen Kemann veränderte sich nicht. K^iu T»n tarn über feine Lippen, jeder Versuch zu sprechen, erstarb in einem Röcheln, bas dem eines Zterbendrn ähnlich war. A;<ch alle Versuche, irgend ein Glied zu rühren, endeten erfcltzlos. Daß der Alte jedoch derartige Versuche unterushm, bewies, .wie sehr er sich nach drm Gebrauch seiner Glieder und seiner Zange schnte, wie ptiniflst.b es für ih» sei» mußte, sich berex nicht bediemr! zu könne«. — Os friedliche Sefirnuxg xxb sreuuoüche Worte zum Ausdruck gebracht worden wäre», wen» fein Wunsch sich
h AeiHMsWzler Graf ISlsw wird in diesen Tagcn von Obsritalikn nach Berlin zurück- kehren. Am 8. April beginnen, wie bekannt, die weiteren Verhandlurßen der Zolltarif-Kom- misfion des Reichstages, am 9. Apn!die Plenarsitzungen des preußischer- Abgeordnetenhauses.
* Dem Aba. Ir. LieSer ist «ach Durch- bringe r«g der ersten Flottenvorlage von 1898 ~b<e Wahl gestellt worden zwischen einem Ober« Präsidium, eisern BraatSsekretärposten und einem Ministerportefeuille. Auch fei ihm rin hoher Orden angrboten worden. Die Nachricht, welche der ,Berl. Lok.-Anz.' vor einigen Tagen brachte, erschien nach ollem, waZ sonst bekannt geworden war, wenig glaubhaft. Nun aber schreibt der »Köln. Volksztg/ „ein parlamentarischer Freund des Verstorbenen", die Nachricht fei richtig. Lieber hab? jene Angebote auszeschlagm und von den Angebstr« auch nur ganz wenigen Vertrauten Mittheiluxg gemacht, und auch diese« nur unter bem Sieg-l der Berfchsiexx«heit. Eine hohe Stelle im Staatsdienst hätte Lieber in Archrtracht f??rer sehr zahlreichen Familie au? persönlichen Rück- sichten nur erwünscht sein können. Ader Lieber habe jene Anerbieten ausgefchlagen, ebenso wie seiner Zeit Abg. Windihorst die sehr hoch dotirte Stelle eiAes Verwalters der Fürstlich Thnrn und Tcxischrn Vermögens. Für Dr. Lieber sei ?.-om Standpunkt seiner prrjönltchM Neigungen in erster Lirie in Betracht gekommen das Angebot eines Ober Präsidiums feiner Heimathprovkz
Hessen.Nassau. H Der damalige Oberprästden t Magdeburg war! in Aussicht genommen als Prrsioest der Oberrechnunzskammer. Die so eröffnete Vakanz sollte benutzt werden, um das Oberpräsidium in Kassel für Dr. Lieber frei zu machen." — Die .Deutsche Tagesztg/ hält Lieber zwar für 6efä!r;t, ein höheres GtaatSamt auszufüllen, bezw-i elt aber, „ob es zweckmäßig sei, die höchsten Etnatsämter gewissermaßen als Belohnung für partamer tarifche Leistungen zur Wahl auszubieten".
4- Das Ies«ite«^esstz sollte «ach de« 93er« sicherungen mehrerer Blätter einer der Gegenstände gewesen sein, die in München zwischen dem Staatssekretär Grafen Posadowsky und den bayerischen Ministern besprochen wurden. Die sberoffiz'öfe .Nordd. Allg. Ztg/ druckt eine Mittheilung der Münchener Allg. Ztg/ ab, in der jene Meldung alsunzutrefsendbezeichmtwird.
+ Die Ileichstagsmahl in KlSi«t- Marie« Snrs« Daß in dem wchpreußifche« Wahlkreise Elbirg Marienburg der konservative Wahlbewerber von Oldenburg im erste« Wahlganze de« Sieg davongetragen hat, ist Freitsg Abend bereits durch den Draht berichtet worden. Die Wahl hat manche interessante Seiten. Da ist an erster Stelle die ganz besonders lebhafte Agitation der Nationalliberale« zu erwähnen. Herr Patzig, der Geueralsekretär der nationalliberalen Partei, hat selbst de« Wahlkreis bearbeitet; aber eine größere Er t- täutchung als diesmal hat auch die an Wahl- enttässchuuZe« so reich? nstiosalliberale Partei noch nkmaTi erlebt. Im Jahre 1898 wurde» «och 1048 Stimmen für den narionalliberalenWahl- bewerbet abgegeben; diesmal ist diese Ziffer her« abgesunki« auf — 415! Und das ist ein Wahlkreis, in dem in früheren Jahren 5000 und mehr «ationalliberale Stimmen bet den Wahlen abge- gegeben wurde«. Die Wahlbetheiligurg ist diesmal schwächer gewesen, als im Jahre 1898. Damals wurden im Ganzen 18530, diesmal iuSgesammt 18398 Stimmen abgegeben. Davon fielen auf den 'konservativen Kanridatrn damals 9348, diesmal 9205. Das Verhältniß der konfer«stive« Stimme« zur gesammten Stimme«- zahl ist demsach dasselbe geblieben. Die Ver- Minderung liberaler Stimmruzahk« zu Gunsten der Sozlaldsmokratie ist ein altgewohntes Schauspiel, da« man auch hier beobachten kann. Unaufhörlich ist seit dem Jahre 1877 der Liberalismus zr-rückgegangen und die Sozialdemokroile»" in demsilbrn Maße gewachsen. Zum erste« Mal hat es ei?e ansehEche sozialdemokrstische Stimmerrzahl im Jahre 1887 gegeben, rämlich 2144; diese Ziffer ist auf nunmehr 4930 arge« wachsen. Im Jahre 1877 siegte in der Stichwahl d.-r Lbtrale Kandidat, Oekonomierath HauSbuxg. Der WrhlkreiS 'gkhSrt also nicht zu Derjenigen, i>ie von j,her als konservative Domänen za b-trechie« warru; und des- wkgLA ist rieftr Wahlsieg des konservative« Herrn von Oldenburg gleichzeitig ein Sieg der Schutzzollfreun'oe über die Zoll- gegner, wie er nicht deutlicher gewünscht werden fatm. C-?ttrrimZstimme« wurden im
Jahre 1898 für Dr. Spahn 3034 abgegeben, diesmal 2588 für Prcpst ZagermaAN.
Im La?en war Krmper, schwer betrunken im 1 Streit mit der Mag», welche ihm Schaops ver-
Original-Roman von Fr. Coll et.
®8 ------(Nachdruck verboten.)
»Ist sie etwas Besseres als Du?" fragte der Haß, „Nein " war die Antwoit, „fir ist eines Schmugglers Tochter, einesGchmugslers Schwester gleiq; Dir!"
»Oder schöner?* ging das Fragen weiter. ..GEtß nicht, denn schon kannte er sie, als er .ast verchrMd vor Dtiuen Füßen lag!"
»Bikllkicht ist sie reich?" zweifelte es drinren, ober Stsphanie schätzte den Charakter Karls zu hoch, als drß si: ihn einer Geldhrirath für fähig gehalten hätte. Aber einen anderen Wunsch als den der Rache regte der Haß in ihr an: Wieder schön zu sein, wie sie es einst gewesen! Warum sollte dies nicht möglich jein? Die Jahre der Jugend und Schönheit waren ihr ja noch ge- oaebiH, warum sollte nicht neues Feuer in diese Augen p.eues Leben i« diese Züge, Glanz auf
H-?* ö» bringe« fein? „Nur nicht mehr sildst qua.e» darfst Du Dich, mußt wieder Ab- tenkung, Zerstreuung suchen, wie Du es früher gethan. Noch ist er ja nicht mit unlöttichen Bande» gefesselt, dauernd fessele Du ihn und er
-£a r^te der Haß gegen die un.
$r®e r® t’e^r.l!R?) Stephanie folgte ihm, nicht bX Ktem .^°hue« des FriedenskngelS, der ÄfiSÄ ä"",t'0,6 ''s™'8
Freuden nahm sie den Antrag ihrer «errscyLst an, mit dieser auf» Land zu gehen;
Fuldaer
itxi tüglrch,
M 78.
Stuföa, Montag, den 7. April 1902.
29. Jahrgang.
xxb Dnrütg knr jhilM't Xrtien«ni»Ne y<t<f«tafle Bf. t tlfranuiaM.
eirispallige Petit» teile über btrt» Raum 15 Pfg.,Re* kramen die Petit» {eile 26 Pfg.; det Wiedcrda'nngen inrd-nlfprecht-nd^ J:abati gewahrt.
m. Ausnahme der Sem» und Stier* * tagt. Bierteliährl. ft)Xg«ptti« vhueBrinaerlohn und Bestellgeld in Gulda und aus* GtrttlM.bOPf.
Patjent«" t« jMta.* mit AnterhaÜungs -Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung