Fuldaer
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JK'76.
JuLöa, Freitag, den 4. April 1902.
29. Jahrgang.
ÖL'.
wenden können: „im übrigen ist mir hinterlegt die Krone des ewigen Lebens". Das glauben wir, das hoffen wir. schloß der Bischof.
Hierauf wurden für die Seelenruhe deS Hi«, geschiedenen noch einige Gebete und liturgische Gesänge verrichtet, und der Camberger Kirchen- chor sang einen deutsche» Trauergesang, womit die ergreifende Feier ihre» Abschluß fand.
Auch der Oberprästdent Graf Zedlitz und Kardinal Kopp haben Beileidstelegramme gesandt. Kardinal Rampolla sandte folgendes Beileidstelegramm: „Der hl. Bater, auf das Tiefste betrübt über die schmerzliche Nachricht, welche er soeben empfangen hat, bittet den lieben Gott für die ewige Ruhe seines Geheimkämmrres und sendet seinen Segen der so schwer geprüften Familie. Kardinal Rampolla." Das Telegramm des Staatssekretärs Tirpitz hat folgenden Wortlaut: „Ihnen und Ihrer Familie spreche ich mein herzlichstes Beileiü aus zu dem schweren Verlust, der Sir betroffen hat; in der Marine wird man Ihrem Herrn Grmahl wegen seiner Verdienste um die Schaffung einer gesetzliche« Grundlage für die deutsche Flotte ein dankbares Andenken bewahren. Tirpitz/ — Erzbischof v.Stablewski nennt in seinem Beileids-Telegramm den verewigten Führer deZ SentrumS den mächtige« Vertheidiger der katdolischen Kirche, mit dem ihn innige Bande vereinigen.
Tochter, die seit jenem Auftritt nach der Herbst, kirmeß kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hatte: Uneingrstsnden war wohl der Haupt- beweggrund seines Handelns, das ihn mehr und mehr beschleichende Gefühl der Vereinsamung, nach jener Nacht, in der er vergeblich seinen Sohu vom Streifzuge heimerwartet hatte und die Sehnsucht nach wenigstens einem feiner Kinder als Gesellschaft. Er dachte, jetzt, da er aus dem Munde Bernards wußte, daß btt Oderkontrolleur dessen Schwester freie, würde Stephanie, die Nutzlosigkeit weiteren Harrens et» kenneib, die Liebe zu jenem Manne überwinden lerne«, mit dem Vater, der doch richt dis Schuld am Scheitern ihrer Pläne trug, Friede schließen und sich nicht sträube«, feen« mit ihm, sei es daheim oder in Münster, ruhig und friedlich I zu leben.
Der abgelebte Mann, der derartige Pläne mit jugendlicher Lebhaftigkeit verfolgte und sich chon im Geiste der Stunden stillen Glück s reute, die er an der Seite seines schöben Kindes verlebe« wollte, dachte nicht an die Gewalt der , Leidenschaft, die ihn doch selbst einst so beherrscht hatte, daß sie ihn auf die Bahn drängte, von der nun sei« Sohn und gelehriger Schüler inS Unglück gestürzt war, er dachte auch nicht deS । Stachels, de« verschmähte Liebe besonders im ' :raue«h.rzen zurückläßt, u«d der zur Quelle etneS unauslöschliche« HaffeS werden kann, der eine Opfer selbst über Tod und Grab hinaus n ihren Nachkommen zu treffen sucht und oft chon getroffen hat.
„Fräulein Stephanie, Ihr Vater ist ba!" Mit diesen Worten kündete ein Dienstmädchen
den Besuch Kemper's bei seiner Tochter an, die in einem großen Z mmer des palast ähnliche« Hauser, in welchem ste diente, vor eisern Berg von Leinwand und Wäsche stand, mit deren Unterbringen in die riesigen Eichrnschränke ste eben beschäftigt war.
Anstatt einer freundlichen Antwort wurde dem Mädchen der kurze Bescheid, es möge dem Be- suchet sagen, daß Stephanie vor 5 Uhr nicht zu sprechen sei.
Ein wenig freundliche« Prädikat auf das Lein- «andfräulein anwendend, ging das Mädchen hinab, um dem alten Kemper, der in der Küche faß, und nach alter Hanssitte mit einem Töpfchen Kaffe« I bewirthel wurde, die Botschaft zu bringen. Zu zartfühlend, um dieses in der For»r zu thun, wie j Stephanie er ihr abgetragen, wählte sie einige bedauernde und entschuldigende Worte, die de« alten Mann sichtlich wohl thaten, weckten und stärkten ste doch die Hoffnung in ihm, seine Tochter wieder für sich gewinnen zu können.
Freudigen Herzens betrat Kemper zu der ihm angegebene« Zeit wieder da« Haus, von de» gleichen Mädchen in Empfang genommen, da« am Morgen feine Ankunft der Tochter gemeldet hatte. Dar Mädchen, um der Gefahr zu entgehen, noch einmal die Botin einer Absage zu feilt, nahm den alten Mann gleich mit nach oben, klopfte an de» Zimmer, in welchem sie Stephanie vermuthete, recht kräftig an, öffnete und sagte, Kemper vor fich herschiebend:
„Hier bringe ich Ihren Vater, Fräulein Stephanie I" dann zog sie die Thüre zu und huschte, als fürchtete sie Schelte, eilig die Treppe hinab.
Schatze« dagegen seine fünf Genoffe«, vonderie« wohl nie einer so viel sein eigen genannt; eine« freundlichen Gute Nachtgruß entbietend, verließen sie das Zimmer.
Bernard war mit sich zufrieden. Die 600 Thal«, die er da wrggerebe» hatte, brannten ihm schon lange auf der Seele; war er doch der Verdienst, den er im vorigen Jahre mehr heraus- brachte, als die Bücher am Schluffe nachwiesen, also der Ertrag des Schmuggels. Mit dem Vorsatz, den Profit auS dem noch im Hause be- findliche« Vorrath seine« Knechte» zukommen zu laffen, begab fich Bernard zur Ruhe, da er um Mitternacht seine Schwester beim kranken Vater ablöse« wollte.
Währens die fünf übrigen Schmuggler in eine Kneipe einkehrten, um dort im Flüsterton vertraulich Rath zu pflege», ob sie nicht mit ihrem vielen (Selbe nun selbständig den Schmuggel im Großen beginne« sollten, zog Kemper »«ruhiger Gedanken »oll, gegen Ostbevern.
Am nächste« Marge« war sein Plan gefaßt. Der Nachbarin, die ihm seine häuslichen Be- sorgungen verrichtete, sagte er, daß er des AlleinlebenS leid sei. „Ich gehe »ach Münster jur Stephanie; will sie nicht mit.mir zurück »ach hier, bann bleibe ich dort und verkaufe hier die Wirchschaft."
Damit hatte er seine Pfeife angezündet, «ahm derbe« Stock zur Ha«d und schritt zur Thüre hinaus, es der Nachbarin überlassend, dar Vieh zu besorgen, wozu diese jedoch gerne bereit »ar.
Den alte» Kemper triebe» Erwägungen sonderbarer Art vom Hause fort, zu seiner
Deutsches Weich»
Berlin, 3. April 1902.
X Aesli« «fcb London. Bei de« Krö- nungsfrierlichkeiten in London wird der Kaiser durch seinen Bruder, den Prinzen Heinrich von Preußen, vertrete« fein. Dieser wird außer von feinem Hofmarschall, Vizeadmiral Freiherrn von Seckendorff und einem Adjutanten, begleitet fein von dem Felsnarschall Grafen von Walderfee, Admiral von Kolster, dem Oberhosmarschall der Kaiserin Friede ch, Grafe» von Seckendorff, und dem Flügeladj -kanten Obersten Grafen v. Hohenau. Auch die Prinzessin Heinrich wird fich nach England zu d n Krinungsfeierlichkeiten begeben, einer besondeu n Einladung de« König« von England folgend. E re« der größte» deutschen Schlachtschiffe wird außt-'dem nach England entsandt, wo e» dann an der Flottenparade bei Spithead theil- nehmeu soll. Zu diesem Freitag hat fich der Kaiser zur Rütagstafel bei dem britische» Botschafter in Berlin ansagen lassen. Er find dazu zahlreiche Einladungen ergangen.
X I». A«-per, der holländische Minister- Präsident hat die technische Hochschule in Char- lottenburg am Mittwoch besucht und hat fich am Donnerstag nach Dresden begebe», um auch dort dis großartigen höheren Anstalten zu besuche«. Dem Staatssekretär des Auswärtigen i Freiherr« vo« Richthofen, stattete er alsbald | nach seiner Ankunft in Berlin de» üblichen Höflichkeitsbesuch ab. DaS wirkliche und lebendige Interesse, das Dr. Kuyper mit voller Berech. tigung den deutsche» technischen Hochschulen ent- gegenbringt, schließt natürlich nicht aus, daß nebenher im stille« auch Themata der auswärtigen Politik besprochen werde«, lieber eine Zusammenkunft der Burenvertreter wird
[J Die Beisetzung des Abgeordneten Dr. Lieber.
Heute Vormittag 9 Uhr zelebrirte Herr Stadtpfarrer Bertram in der Stadtpfarrkirche zu Cam- berg ein feierliches Requiem für die Seelenruhe des Abgeordneten Dr. Lieber. Um 11 Uhr Vormittags überreichte eine Deputation der Centrumspartei, bestehend aus den Herren Schädler und Spahn, der Wittwe und den anderen Angehörigen eine Beileidsadreffe. Die eigentliche Trauerfeier begann um 3 Uhr Nachmittags in der Billa des Verewigten, in deren Vestibül der Sarg inmitten eine« Haines von Blattpflanzen, umgeben von brennenden Kandelabern aufgebahrt war.
Der Hochwürbigste Herr Bischof Willi von Limburg, asststirt von Prälat Keller-Wiesbaden, vollzog unter den kirchlichen Gebeten die Einsegnung der Leiche. Schulen, Klosterschwestern, Vereine mit Fahnen, Pallottner, Klerus und Bischof gingen dem schlicht eichenen Sarge vorauf. Hierauf folgten die Abgeordneten Reichsgerichtr- rath Spahn, Dompropst Schädler, Landesgerichts- rath Gröber, Marbe, ». Grand-Ry, Frhr. von Hertling, Schmidt-Mainz, Dr. Bachem, Cahensly, Dr. Marcour, Dr. Trimborn, Ruegenberg, Müller- Fulda, Pingen, be Witt, Wellstein, Broeckmann, Krupp, Dasbach, Stttart, Pichler, Lama, Braun- Ravensburg, Zehnter, Dr. Hitze, Kirsch; ferner Prälat Dr. Werthmann aus Freiburg i. Br., P. Mix als Vertreter des Jesuitenordens, Dr. Pieper, Generalsekretär des Volksoereinr für da« kathol Deutschland, Dr. Wetlbächer, Generalsekretär des Augustinusoereins, und Chefredakteur der »Germania le« Brink. Ferner folgte« dem Traurrzuge die nationalliberale« Abgeordneten Dr. Lotichius und Schaffner, der Oberpräsident Graf Zedlitz, Regierungsprästdent Dr. Wertzrl und Geh. OberregierungSrath Hempfing-Wies- baden, der langjährige Vorfitzende des Provinzial-Ausschusses Seh. Justizrath Hill, Bürger- meister Kauter von Limburg und Bürgermeister Schlitt als Vertreter des KreisaukschuffeS, Justizrath Müller-Koblenz, Rabbiner Horowitz dus Frankfurt, drei Deputationen aus Simburg, Wiesbaden, Krefeld und 14 Dortmunder Vereine mit ihre« Fahnen, darunter auch mehrere Bergknappen. Viele Leidtragende aus Camberg und Umgegend schlossen fich an. Die Gruft des Kirchhoses »ar mit Tannenreifig geschmückt. Der Bischof segnete den Sarg ein; die Verbindungen vollzogen die übliche Ehrung und gaben ihrem Ehrenmttgliede Band und Mütze mit in die Gruft. Dann senkten fich die Fahnen noch einmal über derselbe«, und der Führer der Cen- trumsfraktion hatte feine letzte Ruhestätte gefunden. An dem Grabe wurden herrliche Kränze niedrrzelegt, darunter einer der Centrumsfraktion mit der Aufschrift: dem unvergeßlichen Führer; des Volksvereins für das katholische Deutschland: dem unermüdlichen Förderer. Ferner von der Frei- firmiaen Vereinigung: dem hoch geehrten Kollegen.
Bon den Geschwistern des Entschlafenen waren Jesuitcnpater Lieber aus Stockholm, Dr. med. Lieber aus Innsbruck sowie die beiden Schwestern im Traurrzuge, ebenso sämmtlichr zehn Kinder. Urb er dem Städtchen Camberg lagert stille
Trauer, man merkt es den Einwohnern an, wie tief ihnen der Tod des Verewigte» zu Herze« gegangen ist.
Zu seiner Grabrede hatte der Hochwür- digstr Herr Bischof Willi als Borspruch die Worte des Apostels Tim. 4,7 genommen: „Ich habe eine« guten Kampf gekämpft, de« Lauf vollendet, de« Glauben bewahrt". Im Anschluß daran führte er etwa folgendes aus: Dankbare Völker ehre» ihre große« Fürsten und Feldherrn auch im Tode; so beweist das große Leichengefolge auch hier, daß ein außergewöhnlicher Mann hingeschieden ist: Mit de« Anwesende« find Millionen Katholiken hier versammelt, welche ihre« Führer beklage«. Ueber sein Leben und Wirken, seinen Werdegang, seine Rede« und Thaten kann ich »ichtS neues sagen, eS liegt wie ein offenes Buch vor uns, und die TageS- blätter haben ausführlich darüber berichtet. Wie sehr aber baS Urtheil in politischer Beziehung über ihn auch auseinandergehr« mag, in einem Punkte ist es einstimmig: Dr. Lieber war ein untadelhafter, war ein ganzer Man«, an dessen Lebe« kein Makel haftet.
Der bischöfliche Redner warf bann einen kurze« Blick auf die Jugend des Verstorbenen und seinen Einttitt in das Parlament: „Es war jene große Zeit, in welcher das deutiche Volk nach einem ruhmvollen Kriege wieder zur nationalen Einheit gelangte. Leider sollte dem blutigen Krieg auf dem Schlachtfelde bald ein zwar unblutiger aber dennoch an Opfer« und Ruinen reicher geistiger Kampf folgen, in welchem das kath. Volk für seine heiligsten Güter, sür feine religiöse Freiheit einzustehen gezwungen war. Doch am offenen Grabe eines so hervorragenden Führers ist nicht der Ort, alte Wunden auszureißen und «ehmüihige Erinnerungen zu wecken, um so weniger, als unser theurer Todter wohl treu gefochten hat, aber auch mit seinen Mitkämpfer« freudig die dargebotene Friedenshand ergriff. Aber undankbar wärest du, katholisches Volk, wenn du jemals vergess? > solltest, was der Verstorbene sür dich gethan Lu: er hat sich, seine Zeit, seine Talente, fei Vermögen und seine Gesundheit in deine Dienst- und in die seines Gottes, seiner Kirche und fe st s Vaterlandes gestellt."
Weiter gedachte der Bischof der vielfachen THStigkeit Lieber« in Volksversammlungen i« der Heimath, wie weit Über dem atlantische« Ozean; ferner seiner Treue gegenüber der Kirche: nie hat er fogenannte GewiffenSkämpfe durchgemacht, sondern die Slaubensemscheidungen der heilige« Kirche stets mit kindlichem Gehorsam angenommen, und mit Zuverficht konnte er selbst in seine« letzte« Stunden, nach Empfang der Sterbesakramente noch sagen: „Niemals i« meinem Leben habe ich meine« katholische« Glauben verleugnet, auch nicht eine halbe Minute."
Endlich gedachte der Bischof des glücklichen Familienlebens Dr. Lieber«: eine« zärtlichere« Gatten, einen sorgfältigeren Vater konnte es nicht geben. So gilt in Wahrheit von ihm: cinum consumari, den Lauf habe ich vollendet. Und wie sein Leben, so war auch sei« Tod, so daß wir auch das folgende Aposielwort auf ihn an-
I aus Brüssel berichtet: Mittwoch Abend waren alle europäischen Vertreter der Burenrepublike« bei Dr. Leyds in Brüssel versammelt. Zunächst wurde der Bericht von Wessel und Wölma- raus Über ihre Reise nach Nordamerika angehört, und eS wird versichert, daß dieser Bericht einen sehr günstigen Eindruck machte. Sodann wurden verschiedene Möglichkeite» der Ergebnisse der angebahnten Friedensveryandlungenbesprochen. Nach den vorliegenden Berichte« herrschte bei der Zusammenkunft die Zuversicht vor, daß sowohl Schalk Burger als auch Präsident Steijn nur unter ehrenvollen Bedingungen und nach Einvernehmen mit de« europäifchen Burenvertreter« Frieden schließen werden.
h Staaissekreläv Kral Aosadomsliy trifft von München her a« diesem Freitag in Stuttgart ein und wird am Samstag vom König empfange« und zur Tafel eingeladen werden. Bekanntlich handelt es fich dabei um die Fortsetzung seiner Rundreise zur mündlichen Besprechung schwebender politischer Fragen. Die Ergebnisse dieser Besprechungen werden fich bald genug auZprägrn bei den weiteren parlamentarische« Berathungen »ach der Osterpause.
+ KeiletdsKttttdKsSn«--« «« Msm Ir. KieSer haben Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Graf Posadowsky gelangen lassen. DaS Beileidstelegramm des Grafen Bülow hat folgenden Wortlaut:
Tief bewegt durch die soeben erhaltene Trauer- künde spreche ich Ihne« und allen Ihrigen mein herzlichstes Beileid aus. Lauterkeit und Selbstlofigkeit des Charakters, Ueberzengungs- treue und hingehende Thätitzkrit im Dienste des Vaterlandes, um dessen Wehrkraft er fich so hohe Verdienste erwarb sn hat, sichern Ihrem verewigten Gatten ein dauerndes Andenken. Ich persönlich werde der politischrn Unter- stützung wie der freundschaftlichen Gesinnungen, die ich bei dem Heimgegangenen gefunden habe, stets dankbar eingedenk bleiben. Reichskanzler Graf Bülow.
Staatssekretär Graf PosadowSky preist in seinem Beileidstelegramm vornehmlich die Selbstlosigkeit Dr. Liebsr'S und seine großen Verdienste um das deutsche Vaterland. Recht angenehm berührt die Form, i« die die offiziöse »Nordd. Allg. Ztg/ ihre Kundgebungen für den Verewigten kleidet. DaS halbamtliche Blatt veranstaltet eine Sammlung von Stimmen der Presse über Dr. Lieber und vermeidet dabei gefl ffentlich alle Aeußerunge«, die nicht auf Lob und Dank für de« Heimgegangene« Crntrumsführer gestimmt find.
+ An» IorstfaH erfreut sich, wie bekannt, eines Andranges vo« Bewerbern, der de» Bedarf an solche» ganz erheblich übersteigt, Für Preußen hat infolgedessen Minister von Pjodbielski neue Bestimmungen erlassen über die Prüfung und Vorlage der Gesuche um Zulassung zur Forstoerwaltungslaufbahn. Danach Übersteig n die einlauftndrn Gesuche von Bewerbern den Bedarf um das Drei- bis Vierfache. Die Gesuche sollen von jetzt an nur immer während des Monats Februar an der zuständigen Stelle in Berlin eingereicht, und es soll alsdann die Entscheidung darüber anfangs
Original-Roman von Fr. Coll et.
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Beim alten Kemper tarn auch ein solcher cn ä&er die Lippe»; mit krampfhaft ge- baUten Fäuste», de« Blick ins Leere gerichtet, dte Züge vom Zucken der Muskel» entstellt, stand er auf dem Sprunge, das Zimmer zu verlassen, als ihn Bernards Stimme zurückhielt.
„Bedenkt, daß ich Elisens Lebensglück zerstören müßte, um Eurem Willen zu folgen" wandte er fich wieder» an die Leute, „und Ihr werdet von Eurem Verlange» abstehen. Ihr sollt jedoch nicht leer ausgehen," tröstete er die Leute, die mit ihren eigenen Gefühlen hadernd keineswegs fröhlich dreinschauten, „ich will Such eine Abfindung geben, die Euch vor Noch schützt, bis Ihr aibete Arbeit gefunden habt. Ist $g hier nicht, bann anderswo; in der Jndustrie- Segenb, im Bergischen, kann man Arbeiter genug, sam brauche«. — Seid Ihr zufrieden, wenn ich Jedem von Euch 100 Thaler gebe und wollt Ihr mir versprechen, dann in Zukunft weder mich noch meinen Vater, so Gott ihn gesund werden »aßt, mit Bitten um Hilfe beim Schmuggel zu gufilen?"
Zustimmendes Gemurmel war die Antwort; Nur Kcmper sagte nichts; nicht ein Wort des Dankes hatte er, als ihm Bernard 100 Thaler yjßupter und Gold auf den Tisch zählte. Er Neckte das Geld ein und ging mürrisch hinaus, wreubiger stimmte der Anblick des ungeahnten