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Juköa, Mittwoch, den 2. April 1902.
29. Jahrgang
Zweites Wtatt
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I im Durchschnitt der Jahre preiSfteigernd wirke«, «o» dieser Preissteigerung kommt erfahrungS- gemäß in dem Brodpreise wiederum nur etwa die Hälfte zum Ausdruck. Bon der Zoll« erhöhung dürste also nur ein Viertel als belastend für deu Verbrauch in Rechnung gestellt werde«. Um aber die Aufstellung ficher nicht zu Uuguusten der Arbeiter vorzunehmen, nehme« wir ein Drittel deS ZollbetrageS als preissteigernd für das Brod an. Mithin würde die «e- lastung aus dem gelammten Zollbetrag für Rogge« und Wetze« «ach dem Zollsätze des Kompromißantrages von 5,50 Mark für Roggen u«d sechs Mark für Weizen für eine Person etwa 3,20 Mark betragen.
Betreffs der übrigen Zölle auf landwirth- schaftliche Erzeugnisse, wie diejenigen für Vieh. Fletsch, Butter rc. sei bemerkt, daß diese kaum eine Preissteigerung herbeiführen werden, we die Einfuhr im Verhältniß zur Eigenproduktion im Jnlande mit Leichtigkeit wesentlich gesteigert werden kann. Beim Vieh und Fletsch kommt »och in Betracht, daß wir seit Jahren eine fast vollständige Sperre gegenüber der Einfuhr aus | fast sämmtlichen Ländern habe», und zwar aus veterinären Gründen zur Verhinderung der Seuchenetnschleppung. Der die Einfuhr viel weniger einschränkende Zoll kann also hier ficher keine Preissteigerung bewirke». Eier werde» ja verhältnißmäßig stark einzeführt; aber gerade der kleine Mann deckt durch Halten vo« Hühner» den Bedarf in äußerst zahlreichen Fällen selbst. Selbst bei den Industrie - Arbeitern, welche auf de« Ankauf vo« Lebensmitteln angewiesen find, würde die Gesammtbelastung nur etwa den oben berechnete» Betrag von 3 20 Mk pro Kopf jährlich betrage«, und dafür würde im Falle der Verwendung der Mehrerträge aus den landBirthschaftliche» Zöllen für eine sWittwen- und Waisenversicherung den Wittwen und Wai- sen »ach dem Tode des Ernährers eine dankens- werthe und werthvolle Unterstützung gewährt. Welcher Familienvater lvird diese Wirkung nicht gern und freudig begrüßen!
Durch de» Centrumsantrag kommt also die für unsere Landwirthschafts, diesen bedeutsamen Erwerbszweig, nothwendige Zollerhöhung i« weisem Ausgleich der Jntereffen auch in hervor« ragendem Maße den Arbeitern zu gute, zumal durch dieselbe auch die durch eine» Ruin der Landwirthschaft eintretenden schlimmen Folge» sür unser Wirthschastsleben, namentlich für die Arbeiter, verhütet werden.
Qualität, Ausstattung und Auswahl der Maaren gestellt; die dadurch bedingten höheren Preis« sind aber häufig recht schwer oder gar nicht zu erreichen. Der raffinirte Luxus in den Geschäftsbetrieben ist in der That auf da» höchste gestiegen; mächtige Verkaufspaläste mit fürstlicher Einrichtung und Riesenvorräthen erheben sich überall in den großen Städten, ziehen gleich kolossalen Polypen mit vergoldeten Fgng- armen allen erreichbaren Profit an sich und vermehren noch „das glänzende Elend hinter blitzenden Spiegelscheiben".
Dieser, gewaltige Summen verschlingende Luxus, der in gar keinem Verhältniß zu dem Betriebskapital, dem Umfang der Geschäfts, ja nicht einmal zu den Bedürfnissen der Publikums steht, das die Geschäfts frequentirt, ist oft die alleinige Ursache de» Zusammenbruchs kleiner Detailgeschäste. Denn das Publikum ist er keineswegs, das diesen Glanz und diese Herrlichkeit verlangt; e» verlangt in erster Linie gute, solide und preirwerthe Maare. Nein, die Konkurrenz ist e», die zu solcher Ueberschreitung de» Spesenetats vieler Geschäfte zwingt. Menn die Einrichtung heute nicht eine streng moderne, womöglich in echt Mahagoni mit echter Bronze gearbeitet ist, Krystallkronen und kostbare Spiegelscheiben überall, so glaubt mancher Detailltst, er könne nicht mit Ehren bestehen; denn sein Konkurrent um die Ecke hat es ebenso. Und nicht bloß in den großen Städten, im kleinsten Nest glaubt man sich er schuldig zn sein, mit seiner Zeit fortzuschreiten. Ein sehr löbliches Thun: nur muß man seine Verhältnisse nicht überschreiten. Ein geschmackvoll und wirksam dekorirte» Schaufenster, «ine saubere und einladende Auslage im Laden, find unumgängliche Voraussetzungen eines Detailgeschäste», aber nicht zu viel de» Guten.
Vielleicht zwingt die jetzige, gewiß nicht günstig« Zeit manche Geschäfte dazu, mit dem allzu großen Luxus und Massenbetrieb« ab- zurüsten, sowie die Spesen auf ein vernünftige» Maß zu reduziren, und verhilft dadurch wieder zu normalen Verhältnissen und besseren Zuständen in unserem arg daniederliegenden HanvelSgewerbe!
(*) Glänzendes Elend hinter blitzenden Spiegelscheiben.
Unter dieser Ueberschrist bringt der .Konfektionär' einen Artikel, dem man nur beipflichten kann; möge er seinen Zweck nur auch erfüllen. In demselben heißt e»:
Die Verkaufsläden haben z. Z. überall ihr prunkender Saisongewand angelegt und strahlen am Abend vdrsührerlsch im elektrischen oder Glüh- licht, das meist in verschwenderischer Fülle angebracht ist. Die Auslagen in den Schaufenstern präsentiren die neuesten Erscheinungen der Mode für Frühjahr und Sommer, sowie die mehr oder weniger kostbaren sonstigen Erzeugnisse menschlicher Kunst und Arbeit, welche zumeist mit viel Raffinement und gutem Geschmack zur Schau gestellt find. Einer sucht den anderen durch Originalität und Pracht der Ausstellung seinen Etablissement« zu überbieten, und man findet in der That kaum in London und Paris schönere Verkauftläden und Auslagen, als in deutschen Landen. Wie oft mögen wohl die Inhaber solcher Geschäfte von den bewundernd vor den Auslagen stehenden Leuten beneidet werden um ihren Besitz, chre großen Einnahmen und Gewinne; aber in wie wenig Fällen ist dieser Neid berechtigt.
MssM schien
* Ein seltsamer Jagdunfall wird aus Nizza berichtet: Ein 17jähriger Jüngling Namens Pierre Masse hat bei einer Jagdparthie unter ganz außer- gewöhlich dramatischen Umständen den Tod gefunden. Er war mit zwei Kameraden bereits mehrere Stunde» herumgeschweift, als er auf einen Graben stieß. Um über diesen hinwegzuspringen und bei seine« Bewegungen nicht behindert zu werden, warf er zunächst seine Flinte hinüber und schickte fich zum Sprunge an. Die Flinte war aber gerade auf den Hahn gefallen und ging los. Die Kugel traf den unglücklichen Masse mitten in die Brust, als er gerade die Beine zum Sprunge zusammendrückte und streckte ihn auf der Stelle tobt nieder.
* Schlau. Frau (zum Mann): „Wie konntest Du nur den Leuten neben uns zehn Mark leihen?" — Mann: „Damit ich ihnen recht bald das Klavier -fänden lassen kann."
* Hieb. Arzt (zu einem überaus devoten junge» Streber): „Siesind eigentlich ein medizinisches Wunder." — „Wieso denn?" — Arzt: „Weil Sie ohne Rückgrat leben können."
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All' diese Pracht und Herrlichkeit kostet Geld, sehr viel Geld; schon in de« eleganten Einrichtungen nach neuestem Etile steckt manchmal ein Vermögen.
Für Miethe, Beleuchtung, Personal und Steuern sind erhebliche Summen zu zahlen, und in den mächtigen Auslagen verderben die feinen, theueren Sachen gar zu leicht. Meist ent- prechen die Einnahmen, so groß sie dem Laien auch scheinen mögen, doch nicht im richtigen Maße den enormen Spesen, die , Geschäft verursacht, sodaß der Reingewinn Wk recht bescheiden ist. Demzufolge muß der 'Dchaber, will er mit Ehre« bestehen, in vielen Fälle« einfacher leben, als ei» Beamter mit mäßigem, aber festem Einkommen.
Durch die große, zum Theil unlautere Kon- urrenz »erde» die Preise gedrückt und die Ge- chästsleute gezwungen, übergroße Läger zu halten; auch geht bet den der Mode unterworfene« Sachen an den «»»erkauft gebliebenen Saisonneuhetten viel verloren.
Welche Unsumme »o« Mühe und Arbeit »er- ursacht die Leitung derartiger Etablissement», und mit welchen Sorgen hat der Chef, na«e»tlich in der jetzigen Periode btt wirthschaftlichen Rieder- ganges, ,« kämpfen, wenn da» B«1ri«b»kapttal nicht in g«nüge«der Meuge vorhanden ist. Di« höchsten Ansprüche «erden vom Publikum betreffs
* 6ii Wort ae die Ellen der EOnmMntn.
Unter diesem Titel finde» wir in der.AugSb. Postztg.' recht deherzigenswerthe Ausführungen, die wir unseren Lesern, insbesondere den Eltern unserer lieben Erstkommuuikanten nicht vorenthalten wollen:
Eine erhebende Feier, mit der kein anderes Familienfest zu vergleiche» ist, steht euch, christ. liche Eltern, bevor und seit Wochen beschäftigt I euch der eine Gede cke, wie ihr und eure kleinen ! Götterlieblinge am oesten und segensreichsten den langersehnte« „großen Tag" feiern möchtet.
Die Herzen eurer Kinder werden nicht nur durch den Kommunionunterricht, sondern auch durch eure begeisterte Mithilfe aufs beste für de» j himmlischen Säst gereinigt und geschmückt. Aber auch c» äußerliche Verherrlichung des „großen Tages" müßt chr denken, und mit Freuden traget ihr Gorge dafür, daß eure Kinder in un- tadelhaft anständiger und sauberer Kleidung am Tische des Herrn fich einfiuden möchten. Das ist angesichts der hohen Feier gewiß lobenSwerth und eine bübsche Gitte muß man eS nenne«, I wenn am Erstkommunikanten-Anzug alle« ganz neu ist, um gewiffermaßen bamtt anzudeuten, wie der ganze Mensch durch die erstmalige Ver- I einigung mit seinem Heiland erneuert werde« I möge und ein neuer Lebensabschnitt ernstere« Strebens nach Heiligung für die Kinder beginne.
Aber ließe sich nicht vielleicht neben dieser schöne« Gitte, die nur wohlhabende Eltern mA- mache« könne«, »och eine andere einführe», die ganz ficher auf unsere lieben Erstkommunikantz, und deren Familien GotteS Gegen herabbräch^ Mit Recht kleidet ihr eure Kinder festlich für die hl. Kommunion und mit Recht beschenkt ihr stauch »och mit finnige« Andenken a« ihren Ehrentag.
Aber habt ihr wohl auch schon daran gedacht, auch demjenigen, der eure lieb«« Kinder so unaussprechlich glücklich mache» will, auS Dankbarkeit ein Andenken zu geben, damit er jenes schönen TageS nicht mehr »ergeffe? Und waS sollte dies mm sei»?
Es gibt noch andere Elter« vo« Srstkommu- »ikanten, darunter viele recht brave, fromme, die sich gar so gerne, gerade wie ihr, einer u»-
Ktterarifche».
Bon BroSH««»' Aonnerfatto«, - A-xilto» liegt der fünfte Band der neuen revidirte» JubilSumS-AuS- gabe vor. Der pauptartikel dieses Bandes ist der nicht weniger als 580 Spalten füllende Artikel über Deutsch- land mit 27 und 4 Tabellen. Leider läßt der kirchen- politische Theil dieser «erthoolle» Darstellung die wün- chenswerthe Objektivität sehr vermissen. WaS soll man z. B. zu Wendungen sagen wie die: Die katholische CentrumSpartei habe die mittelalterlichen Römerzüge erneuern wollen! In den technische» Artikeln ist daS Werk aus der Höhe. Die neuesten BolkSzähluvgen find berück- ichtigt, die neueste» Fortschritte und Entdeckungen auf dem Gebiete der Elektriziiät, die wichtige Jonen-Theo- rie, die amtliche» Bestimmungen elektrischer Einheiten vom 6. Mai 1900 nnd der Diebstahl von Elektrizität find behandelt. Die Karten und Städtepläne wurden nach den neuesten Quelle» bearbeitet. Bon »euen Bilder» bringt der Baud da» großartige Werk der Kaiser- Wilhelm»Brücke bei Müngsten und daneben die älteste Eisenbrücke auS dem Jahre 1779.
|[J Zolltarif und Wittwen- nnd Waisen-Bersicherung.
Zu dem 8»trage des Centrums, daß «ach Annahm? des neuen ZolltarifeS über die Mehr- ertrüge der Zölle auf agrarische Produkte durch ei« besonderes, spätestens b!S zum 1. Januar 1910 zu verabschiedendes Gesetz zur Erleichterung einer Wittwen- und Waisenverficherung Bestimmung zu treffen sei, bringt dar soeben er- schienene 1. Heft der Zeitschrift.Arbeiterwohl' des Verbandes katholischer Industrieller und Arbeiter fteunbe eine Zusammenstellung, von welchen Lebensmitteln die Mehrerträge für die Einrichtung einer Wittwen- und Waisenversorgung Ver- wendung finden solle», und wie hoch fich die Mehrerträge aus de» einzelne» Artikeln vorauS- fichtlich belaufen «erden. Nach dem Anträge soll der Ertrag aus den bestehenden Zölle» nach dem Durchschnitt der Jahre von 1895—1902 zu Stunde gelegt werde«. Da zur Zeit die Ein- fuhr des JahreS 1902 noch nicht sestzustellen ist,! ist i» der Zusammenstellung für die vier Gr- treidearten (Roggen, Weizen, «erste u«d Hafer) die jährliche Durchschnittseinfuhr der letzten fünf Jahre 1897-1901 «»schließlich zu Grunde I ?ielegt, und zwar unter Abzug der Ausfuhr, da ür die ausgeführten «etreidemengen Eiufuhr- fcheine gewährt werden. Für dir übrigen Gegenstände ist die Einfuhr des Jahres 1901 angenommen und zwar ohne Berückfichtigung der Ausfuhr.
getrübten festfreudigen Stimmung hingeben möch- ten — aber, ach, sie können eS »icht! Mit Augst und Gorge sehe» sie den Tag herannahe», der fie und ihre Kinder doch so selig machen sollte. Es fehlt ihnen ja am Nöthigste», um ihre Kommunionkinder nur einigermaßen so aus- zustatten, daß fie, ohne Anstoß zu erregen, dem Tisch des Herr» fich nahen könne». Wie traurig, wenn unter solchem Druck der VerhSltniffe die Andachtsgluth, die Festesfreude leide« soll!
Wollt ihr, liebe wohlhabende Eltern unserer Erßkommunikanten, nicht dem lieben Heiland als kostbares Andenken etwas sür seine armen Lieblinge schenken, die zugleich mit euren festlich geschmückten Kindern fich seinem Mahle nahen? Kann auch nicht jedes von euch ei« armes Kommunionkind vollständig ausstatte», das braucht's ja nicht. Aber einen kleinen Beitrag kau« gewiß jede Familie, die so glücklich ist, ein Kommunion- krnd in ihrer Mitte zu haben, für ein anderes ärmeres leisten. Wie viele Gaben würden auf solche Weise jedes Jahr zu einem großartigen Festgeschenk für den himmlische« König zusammenfließen, der so fteigebig eure Kinder an seine Tafel ladet.
Sorget aber auch dafür, daß jene Liebesgaben i« die Hände würdiger Elter» und braver Kinder gelangen. Fehlt euch selbst die Gelegenheit, solche aufzufinde», so wendet euch vertrauensvoll an die geistlichen Herren; Niemand kennt besser als fie wahre Noth und wahre Tugend. Es wird leider entsetzlicher Mißbrauch getrieben, indem für angebliche Erstkommunikanten, die entweder gar nicht existiren oder der Unterstützung höchst unwerth sind, vo« Haus zu Haus gebettelt wird. Da verschließet eure Hand, sonst beraubt ihr de« lieben Heiland, statt ihn zu beschenken. Vereinigt fich aber Klugheit mit eurer Liebe zu den arme» Kommunionkindern, so wird der liebe Säst der Seelen dieses Andenken an da« Fest, mahl, das et ihnen und euren Kindern bereiten will, wohl in Ehren halte« und wird'S euch einmal wieder vorweise« zu einer Stunde, da ihr recht ftoh sein werdet, wenn er euch und eure Kinder nicht vergessen habe« wird!
Die genannte Zusammenstellung berechnet nun, daß nach de» im RegierungSentwurf vorgeschlagenen Zölle« auf landwitthschaftliche Erzeugnisse, die bekanntlich z. B. für Roggen 5 Mk., für Weizen 5,50 Mk., für Gerste 3 Mk. und für Hafer 5 Mk betrage« sollen, gegenüber dem bestehenden BertragSzoll fich aus denselben eine Mehreinnahme vo« 82,127,103 Mk. ergeben würde. Der Berechnung fliegt die Annahme zu Grunde, daß die Einsuhrmenge« durch die Zollerhöhungen nicht wesentlich beeinflußt werden. Sollten aber die Einfuhrmengen herabgehe», u»d dadurch die Mehrein»ahme an Zöllen nicht die berechnete Höhe erreichen, so wäre dies «ur möglich durch eine Produktionssteigerung im In- lande, wodurch ehe vermehrte Zahl von Arbei- tern Beschäftigung finde» muß, sodaß bet in- direlte Nutzen für die Sesammtvolkswohlfahrt, speziell für die Arbeiter, »och größer sei» würde, als der auS der vermehrten Zolleinnahme. Würde der bekannte, vo« der Kommiffionsmehrheit vorgeschlagene Kompromißantrag Annahme finden, der für Roggen 5,50, für Weizen 8 und für Hafer und Gerste 5,50 Mk. vorsieht, so würde durch die Zollethöhung des Kompromißantrages em »eiteret M-Hrerttag von 36,419,630 Mk.! eintreten, somit die Gesummt- und Mehreinnahme 118,546,733 Mk. betrugen.
Was nun die Belastung der Arbeiter-Bevölke-! rung durch die vorgeschlagenen Zollerhöhungen I anbelangt, so fei zunächst bemerkt, daß durch die I Mehteinnahme aus dem Gerste- und Hafetzoll der Arbeiter gar nicht belastet wird; und doch! ^ttägt diese Einnahme nach dem Zollsätze der Vorlage 17,313,186 Mk., bie Steigerung der Ein-! nahmen aus diesen beiden Getreide - Arte« nach dem Komptomiß Anttage 26,293,815 Mk., so daß also übet 44 Millionen Mark jährlich im Interesse der Arbeitet Verwender wrrden würde«, ohne daß dieselben ihrerseits irgendwie dazu beitrage«. Vo« der Gerste wird ja ein Theil jur Bierberei- tung verwandt; die Zollerhöhung «acht aber für sowenig au8< bag bet Bierbrauer und Zwischenbetrieb denselben trage» und der Ver-! kauftpreis für Bier sicher »icht erhöht werde« dürfte. Zudem sei bemerkt, daß eine große An- zahl von Arbeitern durch die Zollerhöhungen aber überhaupt nicht betroffen wird, nämlich alle die- Miqe«, welche Natural - Verpflegung erhalten, z. B. Geselle» und Lehrlinge, daS Gesinde rc., ferner fast sämmtliche landwitthschaftliche Arbeiter, da dieselben be» Lohn zum größten Theile in I Naturalien empfangen ober burch Eigen-Bewirth- schaftung einer kleinen Landfläche die Lebensmittel selbst probuztren.
Aber auch für die lediglich auf be« Ankauf ta Lebensmittel angewiesenen Arbeiter ist bie Ahstung eine verhältnißmäßig geringe. Der verbrauch an Btobgetreide für be» Kopf der Bevölkerung beträgt bekanntlich in Deutschland 171 Kilogramm, wovon beim Arbeiter wohl etwa,40 Kilogramm Weizen, 131 Kilogramm loggen anzunehmen find. Der ZoRbetrag wird dn der jetzige« Marktlage und nach den Er- knhrunge» der letzte« beide» Jahtzehrtte halb »om Auslände, halb vom Jnlande getragen und demgemäß höchstens ix feinem halb.'« Betrage
vanHouteris Cacao