Einzelbild herunterladen
 

nab «* 181.609$.

pewstlUf ix *1N. mit Ztuterhaltungs -BeilageIllustrirte Sonntags-Zeitung."

pkMüP n. ammM

JK 74. Julöa, Mittwoch, den 2. April 1902. 29. Jahrgang.

«

4

dies

Men

s

Unermüdlichkeit, mit einer Beharrlichkeit, wie sie nicht leicht bei einem Manne wiedergefunden werden. Die Grundsätze blieben dieselben. Nur die Aeußerungen dieser Grundsätze wurden an­dere, weil sie andere werden mußten; und auch alle Gegner des nunmehr zur ewigen Ruhe ein- gegangenen Mannes müssen anerkennen, daß die Erfolge, die er erzielte, glänzend find. Dr. Lieber wurde während seines Lebens nicht nur von den politischen Gegnern angegriffen. Er hatte in früheren Jahren, wie ja die meisten Partei­

heimliche Liebschaft, wie die Tochter, waS sollte ihn anders in der Winterkälte da auf Stunden hinausgetrieben haben außerhalb Füchtorf, wo nichts zu sehen war als Moor und Haids?

Lange saß der Alte in tiefe Gedanken ver- sunkrn. Vielleicht, daß ein Kampf fich absptelte um Gut und BöS in seinem Herzen, wer kennt die Geheimnisse solcher Stunden verschlossener Gedankenarbeit? Jedenfalls siegte das Gute nicht.

Bernard ängstigte die Stille, welche oben herrschte; war es doch sonst nicht der Vaters Art, unangenehme Vorkommnisse in sich zu ver­schließen. Leise schlich der Besorgte nach oben und da kein Ton an sein Ohr drang, öffnete er. Schlimmes befürchtend, die Thüre.

Der Alte sah auf, und etwas wie Freude blitzte in seinen Augen, da er Bernard eintrete« sah. Mit jenem ironischen Tone, der, wenn er auS dem Munde eines Lieben kommt, so kränkend wirkt, sagte er:

»Du kommst mir wie gerufen, Söhnchen! Ist j es wahr, hat jener Srünrock, dem ich soeben die Thüre gewiesen, ein Recht, fich Deinen Freund zu nennen?"

vorhanden gewesen waren; und gar viele Poli­tiker, die noch immer ihre Zukunftspläne auf­bauten auf der Hoffnung, daß der Thurm der Centrums einmal berste» und in fich zusammen­krachen würde, haben inzwischen einsehen gelernt, daß ihre Hoffnungen Wind waren.

Daß es so ist, ist nicht Lieber's Verdienst allein. Aber wer dem Manne, der soeben von dem Schauplatze seiner reiche» und verdienstvolle« Thaten abgetreten ist, gerecht werden will, Geg­ner und Freund, muß bekennen, daß er in hohem Grade mit seiner Thätigkeit daran betheiligt ist. Und welche mannigfache, unermüdliche und be­harrliche Thätigkeit ist das gewesen! Sellen sind die Männer zu finden, die sich ihm darin gleichstellen können. Sein ganzes Thun, sein ganzes Leben waren dieser Arbeit gewidmet. So rastlos war diese, so umfangreich, daß die alberne Mär erfunden und ab und zu auch von verein­zelten Parteifreunden geglaubt werden konnte, Dr. Lieber bediene fich aufreizender chemischer Mittel, um die Riesenarbeit in der politischen Werkstatt bewältigen zu können, die er bewäl­tigte ! Aber als die heimtückische Krankheit ihn zum erstenmal in Berlin auf das Leidenslager warf, da zeigte fich in der ungemeinen Theil- nahme, die ihm von allen Seiten entgegengebracht wurde, erst in ihrem ganze« Umfange die hohe Anerkennung, die die Mitwelt ihm zollte. Jeder aufmerksame Zeitungsleser muß fich noch der Thatsache erinnern, daß Kaiser und Kanzler täglich durch besondere Sendboten über sein Be­finden sich berichten ließe«; der Führer der führende« Partei im Reichstage war auch in feiner schweren, fast gänzlich hoffnungslosen Krankheit der Gegenstand der regsten Theilnahme in allen Kreisen.

Wohl erstand Dr. Lieber noch einmal von diesem fürchterlichen, qualvollen Krankenbett. Aber seine Kraft war gebrochen. U«d leider währte eS nicht mehr lange, bis feine Freunde zu der traurigen Erkenntnis gelangen mußten, daß der irdische Stern ihre- Führers im Erlösche« sei. Die LebenSfackel deS vordem unvergleichlich thätigeu Mannes brannte schwächer und schwächer, und ihr zeitweises Aufflackern konnte nicht mehr darüber täuschen, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern sei, an dem sie vollkommen verlöschen würde.

DaS Crntrum, die deutschen Katholiken weihen dem verewigten Führer die treuesten, die dank­barsten Gesinnungen, beten sie fähig find; und hohe Achtung, bewunderungsvolle Anerkennung der Allgemeinheit folgen ihm nach. WaS Lieber L bei den deutschen Katholiken war, daS weiß nur der, der den brausenden Beifall gehört hat, mit : dem er in allen Versammlungen, wo Katholiken zusammenströmten, begrüßt und angehört wurde. Niemand konnte fich eine katholische Veranstaltung ; größer« Stils denke», bei der Dr. Lieber fehlte. I

Und stets war es Dr. Lieber, der als der Haupt- redner, als der Held deS Tage« mit Spannung erwartet und gefeiert wurde. Aber nicht nur i» <-«<#* Mtytue««, in Deutschland allein war es so. Dr. Lieber

und gerade während der Zeit, in der daS Ceutrum hat ebenso die Katholiken drüben, jenseits deS -ri- atlantische» Meeres, durch seine Worte zu heller Begeisterung mit fortgeriffen, rote bei uns hier im deutschen Vaterlande; und wie hoch er ge­schätzt und geehrt wurde von dem Oberhaupte der Christenheit, von dem hl. Vater in Rom, daS weiß die Welt.

Nun ist der beredte Mund verstummt. Trauernd stehen wir an dem Grabe deS abbe-

Was Du eine Liebschaft nennst, Vater, ist das Verhältniß zwischen Karl und Elise nie ge­wesen. Nein, es war und ist ei» HerzenSver- löbniß, das von edlen Mensche» geschloffen ist und niemals seinen edlen Charaöer verlieren wird, das aber auch kein Machtwort wird trenne» können!"

Der Vater des Verstorbene» war der Lega­tionsrath Dr. Moritz Lieber in Camberg, der eine sehr bedeutenoe Rolle spielte bei den Bestrebungen am AuSgange der vierziger Jahre, die katholische Kirche in Deutschland auS ihrer bevrückte» Lage zu befreien, und namentlich auch bei der allerersten Katholikenversammlung i, I 1848 in Mainz. Vater und Sohn habe» fich um daS katholische Leben in Deutschland gleich hohe Verdienste erworben.

Die Beerdigung Dr. Lieber's findet am Donnerstag Nachmittags 3 Uhr in Camberg statt. Die feierlichen Handlungen am Sarge des Verstorbenen wird ver Hochroürdigste Herr Bischof von Limburg vornehmen. Die letzte Zeit seines Lebens hat fich Dr. Lieber verhält- nißmäßtg wohl befunden. Da wurde er am Gründonnerstage von einer Lungenentzündung befallen, dir nach dem kurzen Krankenlager von vier Tagen seinen Tod verursachte.

rufenen Führers, und schwer liegt auf uns das Bewußtsein der Thatsache, daß wir seinen Worten nie mehr lauschen dürfen. Aber nie­mals aufrichtiger, niemals inniger als ihm rufen wir die alten Worte nach: Requieacat in pace! Gott, lasse diesen treuen Mann in Frieden ruhe»!

unter Lieber's Führung stand und kämpfte, hat es fich durchgerungen zu einer Einigkeit und zu einer kernfeste» Geschlossenheit i» fich, wie sie bis dahin auch fogar beim Crntrum noch nicht dauernd

führer, auch zu kämpfen mit verschiedenartigem Widerstande auS de» Reihe« seiner politischen Freunde heraus. Die nachfolgenden Ereignisse aber haben ihm und seinem Thun recht gegeben;

für daS Mädchen aus derselben entsprießen sah. Die nächste Begegnung mit ihr warf meine Bor-

O Dr. Ernst Maria Lieber f.

Wie wir schon gestern an dieser Stelle Anseren Lesern mittheilen konnten, find am zweiten Ostertaqe die deutschen Kathollken und namentlich die Centrumspartei von einem schweren Verluste betroffen worden, indem Dr. Ernst Maria Lieber von dem Schauplatze feiner Thate« iit das Jenseits abberufe» wurde. In Samberg, in demGoldenen Grunde", hatte er das Licht der Welt erblickt. Während der ganzen Dauer seiner langen und überaus rreignißreichen parlamentarischen Thätigkeit hat er seinen heimathlichen Wahlkreis im Reichstage und auch im preußischen Landtage vertrete». In Cam> berg, i» demGoldenen Grunde", hat er, um­geben von seinen Angehörige», den letzten Athem- zug gethan ein Vorbild der Treue, der Be­harrlichkeit, der Unermüdlichkeit!

Und doch haben fich gerade während der Zeit, in die Lieber's politische Thätigkeit fällt, Veränderungen in seinem Hetmathlande und in ganz Deutschland vollzogen, die ihres Gleichen suche» i» der Weltgeschichte. Denn Camberg liegt in Naffau; zu der Zeit, wo Lieder als Gehllfe seines Vaters den politischen Schauplatz betrat, war Naffau noch ein selbständiger Staat, noch nicht ei» Theil des Königreiches Preußen. Und als der junge Dr. Lieber bereits politisch thätig war, gab es noch kein Crntrum! Was heute ist, sah man damals noch als eine voll­kommene Unmöglichkeit an. Die weisesten Leute jener Zeit würden bedenklich die Köpfe ge­schüttelt haben über Einen, der als kommend das prophezeit hätte, waS inzwischen Ereigntß geworden und unerschütterlich fest begründet worden ist in dem Gefüge der Staaten und in dem Leben der Völker. Der Politiker Lieber entwickelte fich unter dem Einfiuffr unvergleich­licher weltgeschichtlicher Ereignisse; und groß waren die GefichtSpunkte, von denen später der glänzend beredte Parteiführer fich unter allen Verhältnissen leiten ließ.

Nicht immer ist Lieber der Gleiche geblieben. Aber seine Ziele waren unverrückbar fest ge-

Das wird fich finden," warf der Alte leicht hin,es gibt viele Mittel, trotzige Köpfe zu beugen, wenn man lebt und Herr seines Eigen- thums ist. Deine Anficht über den Charakter dieser kindischen Liebschaft aber lehrt mich Deine Meinung über die Sache kennen. Gewiß würdest auch Du kein Bedenke» tragen, daS erste beste Mädchen von der Straße weg zu heirathen, wenn ihr hübsches Lärvchen, oder ihre Manieren oder sonst etwas an ihr Dir gefiele?"

Der blutgetränkte Blick, dr« der Vater auf den Sohn heftete, das stoßweise Athme« der wogenden Brust sprach deutlich genug. Mochte denn das Unglück auch über ihn hereinbrechen, mit Heuchelei und Lüge konnte er sein Glück doch nicht begründe« helfe«:

Meinetwegen sei außer Sorge, Vater," sagte er in bescheidenem Tone,ich habe gewählt, aber nicht auf der Straße."

Und wo denn, wen« man fragen darf?"

Der Ort thut wohl wenig zur Sache," machte Bernard dem Gespötte ei» Ende, dann

[] Die Presse über Dr. Lieber.

Die Kunde von dem Ableben de« Abg. Dr. Lieber so läßt fich die offiziöse Nord­deutsche Allgemeine Zeitung' vernehmen wird in den weitesten Kreisen lebhafte Theil- «ahme erwecken. Der nunmehr verewigte Parla­mentarier war eine der markantesten Persönlich­keiten im öffentlichen Leben unsere« Volke« und, al« Führer der stärksten Partei de« Reichstages, einer der einflußreichsten deutschen Politiker. Die Schaffung eine« Deutschen Bürger!. Gesetzbuches, die letzte Erhöhung der militärischen Friedens- präsenz, die Flottengesetze vom Jahre 1898 und 1900 und viele andere, die gedeihliche Ent­wickelung der inneren Verhältniffe des Vater­landes und feine Machtstellung nach außen fördernde bedeutungsvolle, gesetzgeberische Neuordnungen sind unter der hervorragenden Mitwirkung Dr. Lieber'« zu Stande gekommen. Und auch unter seinen politischen Gegnern wird da« Gefühl lebendig sein, daß er an der Lösung der zahlreichen, die letzten Jahre parlamentarischer Arbeit ausfüllenden schwer wiegenden Fragen mit seinem großen Wissen und Können in dem aufrichtigen Bestreben mitgewirkt hat, dem Wohle des deutschen Volke« zu dienen."

Er war ein Mann von großer Klugheit so äußert fich in einer längeren Darlegung die agrarisch-konservative .Deutsche Tagerztg/ von tiefem, reichem Wissen und von der Fähig­keit, fich auch tn die Gedankengänge einet Andern zu vertiefen . . . Ein Agrarier im eigentlichen Sinne war er nicht, aber tief durchdrungen von der Bedeutung der Landwirthschaft und von der Ueberzeugung, daß ihr geholfen werden müsse. Den Haß, der fich gegen ihn wandte, haben wir niemals recht verstanden ... Wir betrauern in ihm einen Mann von hoher Begabung und von starkem, ernstem Willen, der . . . für dar deutsche Reich . . . viel gethan hat . .

Der konservative.Reichsbote' schreibt u. A.:

DaS Crntrum hat in ihm viel verloren. Besonders durch eine versöhnliche Haltung bei der Militär- und Flottenvorlage gelang es Dr. Lieber, den Einfluß des CentrumS zu be­festigen. Er war überaus fleißig, und das muß ein parlamentarischer Führer sei», wenn er Ein­fluß erringe» und behalten will. Nicht bloß im Parlament war er außerordentlich thätig und schlagfertig, sondern agitirte auch im Lande während der Ferien für seine Politik und die Interessen des CentrumS. Lieber besaß nament­lich im katholischen KleruS viel Symathieen, die durch seine persönlichen Eigenschaften unterstützt wurden.

Zu einer Krists int Crntrum wird das Hi«» scheiden Liebers jedenfalls nicht führen. Aber immerhin ist der Tod Dr. Liebers für daS Crntrum ein empfindlicher Verlust; denn er war ohne Zweifel ein kluger und gewandter Redner und Taktiker, der zu seiner Kirche eine feste, klare Stellung hatte."

Die .Nationalzeitung' schreibt am Schluffe eines längeren Artikels über Dr. Lieber:

In der Anpassungsfähigkeit an die verän­derten Vorbedingungen für den Erfolg hat Dr. Lieber, das muß man ihm ohne Zweifel zugeben, Hervorragendes geleistet. Er konnte sich in jede Taktik hineinpaffen, wenn er nur über­zeugt war, daß fir nach der Lage der Dinge das beste Mittel wäre, um jenem großen End­ziel der klerikalen H.-rrschaft entgegenzuführen, das er schließlich in seinem Toleranzantrag so wrntg verblümt gezeichnet hat. Für das Cen- trnm bedeutet das Hinfcheiden eines Parlamen- tariers von dieser eigenartigen Fähigkeit einen erheblichen Verlust. Auch in der Geschichte des deutschen Parlamentes hat er sich dadurch einet Platz gesichert, daß er der größten Partei eine- von Grund aus veränderte Richtung gegeben hat. Aber es darf nicht vergessen werden, daß eS nur ein neuer Weg zum alten Ziel ist, der jeden Tag wieder verlaffen werden kann, wenn andere Mittel im Augenblicke geeigneter erschei­nen, die Ziele te» herrsch süchtigen UltramontaniS- muS zu erreichen."

Die »Freis. Ztg.' sagt u. A.:

Nach dem Tode des Abg. Windthorst im Jahre 1891 wurde Lieber bald das einflußreichste Mitglied des C rttrumS. Er verdankte dies jener rastlose« Thätigkeit, die er fortan innerhalb und außerhalb des Parlaments, im Plenum und in Kommifsionen, in Wähleroersammlungen, auf Katholikentagen und bei Konferenzen aller Art

sätze über Bord, entflammte die Liebe nur noch mächtiger in mir und zwang mich, dem Mädchen mein Herz und meine Hand anzutragen. Seit jenem Tage weiß ich, was Glück ist und habe ein neues Leben begonnen, soweit mich die Schmuggelgeschichten, die Du zu unferm Unheil anzettelst, Ruhe finden und Glück genießen lassen."

DaS Mädchen ist natürlich gerade so eine Bettelprinzeffin, wie der Grünrock ein Bettel- prinz?" forschte der Vater.

Sie ist eine geistig hoch über unS stehende, fein gebildete Dame, die als Schwiegertochter in jedem Hause willkommen geheißen würde!"

Nur hier nicht, nur nicht von mit!" be­feuerte, fich langsam erhebend der Alte.Und daß ich eS Dir nur gleich sage," fuhr er fort, mein Entschluß ist gefaßt: Elise sperre ich auf ein Jahr in rin Kloster et«, und Du versprichst mir heute noch, oo» Deiner Liebschaft zu kaffen."

Ich kann Dir das nicht versprechen!" sagte Bernard fast tonloS.

Du kündigst mir also auch hierin den Ge­horsam!" fauchte ihn, kaum mehr menschenähn­lich, der Vater an;gut, dann hatS ein Ende! Ich will Dich morgen nicht mehr im Hause---sehen!"

Nur stoßweise konnte er noch reden, die letzten Worte waren kaum zu verstehe», er taumelte und stürzte, ehe Bernard ihn greifen konnte, auf den Teppich, den stieren Blick gegen die Decke gerichtet, die Hände im Krampfe geballt.

Bernard kannte diese Erscheinung, es war der zwette Schlaganfall, den fich der heftige Mann im Slrett mit seines Sohnes Tugend und Ehrgefühl zuzog.

Als der Sohn sah, daß die Aufregung an- cheinend spurlos an ihm vorüber gegangen, »ankte er im Stillen Gott, glaubte aber mit einer Ansicht nicht zurückhalten zu dürfen und antwortete deshalb ohne Zögern: ___________________Cl eilve, uull

"S* " ist mein Freund, und ich kenne nie- fuhr et] fort:Wochenlang habe ich, nachdem

EN außer ihm, dem ich daS Recht geben ich das Mädchen gesehen und gesprochen, mit

ü c mir gekämpft, habe redlich versucht, die Liebe zu

k klingt ia sehr wichtig," höhnte der ihr im Keime zu ersticken, da ich nichts Gutes

«1'- -van« weißt Du auch wohl um Deiner für das Mädchen aus derselben entsprießen sah.

Schwester Liebschaft mtt dem Mensche»?

nommen; und wenn er fich während seiner polt tischen Entwickelung veränderte, so geschah unter der Wucht der Eretgniffe, die keinen V scheu unbeeinflußt ließen. Was an Lieber fich veränderte, veränderte sich im Interesse der guten, der gewaltigen Sache, die er verfocht mit einer

Original-Roman von Fr. Collet.

84 ------ (Nachdruck verboten.)

Seine Kinder hatten viel von dem Eigensinne ihrer Mutter geerbt, das erfuhr er an setn-m Sohne und da« Mädchen war gewiß nicht anders. Zunächst mußte man eS mit Güte versuchen, ihr sage«, daß so ein Beamter kein Man« für ein westfälischer Bürgermädchen sei, daß sie ihn bald vergessen würde und dergleichen mehr; dann mußte sie fort, irgendwo hin, wo sie für LiebeS- gedanke« keine Zeit fand. Inzwischen wurde er ja wieder kräftig, konnte Sonntag« Nachmittags zum Schützenhof gehen und einmal mit dem und jenem anbinden, der einen heirathsfähige« Jungen hatte. Das wollte er schon alles machen, aber erst mußte er dem Mädchen den Kopf zurecht setze».

I« diesem Sang bewegten fich deS Alten Gedanken, während er, von der Aufregung körper­lich ermattet, auf dem Stuhle saß.

Mit einem Male fiel ihm Bernard ein! Hatte der Zollbeamte nicht von einer Freundschaft ge- sprachen? Gewiß, er entsann fich genau der Worte! Da war eS kein Wunder, daß der Bengel nicht mehr mitthun wollte beim Schmuggel; also auch daS hatte der verdammte Grünrock verschuldet!--Und was hatte ihm einer

seiner Leute, der Kötter auS Füchthof, erzählt? Wenn Bernard im Dorfe war, ging er immer auf Stunden weg, in der Richtung nach der Grenze zu! Gewiß hatte der Sohn auch eine