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29. Jahrgang.
JK71.
Jutöa, Donnerstag, den 27. März 1902.
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Wegen des hl. Karfreitage- wird die »iichste Nnmmer unseres Blattes erst am Gamstag ausgrgebe«.
[] Handelspolitische Verständigung.
„Wenn in Centrumsblättern angedeutet wird, es kämen bei den gegenwärtigen Berständigungs- »rrsuchen mit der Regierung (über die Ausgestaltung des ZolltarifeS) hauptsächlich die Rinimalzölle für Weizen und Gerste in Betracht, so darf doch wohl daran erinnert werden, daß eine Verständigung über diese Punkte nach der bündigen Erklärung des Grafen Posa- dowsky zu den Kompromiß-Sätzen nur eine einseitige sein kann."
So schreibt ein nationalltberales Berliner Blatt. Dasselbe will damit sagen, daß die Verbündeten Regierungen nach den verschiedenen Erklärungen ihrer Vertreter in der Zolltariskom- Mission des Reichstages gar nichts anderes könnten, als unentwegt auf den Zollsätzen ihres Tarifentwurfes zu bestehen; daß also eine „Ver- ständigung" über andere Zollsätze zwischen den Mehrheitsparteien und der Regierung unmöglich sei und nur einseitig innerhalb der Mehrheitsparteien selbst erfolgen könne.
Bereits vor mehreren Wochen ist in diesem Blatte angedeutet worden, daß einzelne und zwar sehr einflußreiche Mitglieder der Regierung sich nicht in diesem Sinne gebunden haben, wie jenes freihändlerische Blatt andeutet; daß man vielmehr trotz alledem und alledem aus gewissen Anzeichen auf ein späteres Etnlenken der Verbündeten Regierungen in der Getreidezollfrage schließen könne. Dies ist während der letzten Tage von mehreren Zeitungen als richtig Betätigt worden, so von der »Kölnischen Volkszeitung', von der »Germania', von der »Kreuz- zritung'. Staatssekretär Graf PosadowSky hat ix der Zolltarif«Kommission des Reichstages gesagt, die vorgeschlagenen Kompromißsätze würden für die Verbündeten Regierungen „ix keinem Stadium der Verhandlungen annehmbar" sein. Damit hat er thatsächlich nicht gesagt, daß er auch jeglichen anderen Ausgleich der Gegensätze für unmöglich hielte, und wenn beispielsweise der preußische Handelsminister Möller der Ansicht sein sollte, daß die Verbündeten Regie« runge« auf keinen Fall und um keines Haares Breite von den Getretdezollsätzen des Regierungs- entwurfes abgehen dürften, so 'würde das doch noch lange nicht maßgebend für alle Mitglieder des BundeSrathes sein. Nach einer Mittheilung, die der.Korrespondenz für dieCen trums- p r e s se' aus parlamentarischen Kreisen zugegangen ist, kann man vielmehr al§ sicher annehmen, daß sehr einflußreiche Mitglieder der preußischen und auch der bayerischen Regierung nicht abgeneigt sein würden, einer Erhöhung der Einfuhrzölle für Weizen und für Gerste über die Sätze des Zolltarifs hinaus zuzustimmen. Die Herren, die damit gemeint find, haben auch X»SSSSSSSSSSW°SS»SS»»«SSSSSSW«SW Der Weiter Schuld.
Original-Roman von Fr. Tollet.
61 ------ (Nachdruck verboten.)
5. Kapitel.
Ein verknöchertes Herz.
Dunkel! All Dunkel schwer!
Wie Riesen schreiten Selten her lieber Gras und Laub Wirbelts wie schwarzer Staub; Hier und dort ein grauet Stamm, Am Horizont bei Berges Ramm I Hält die gespenstige Wacht,
Sonst alles Nacht — Nacht — nur Nacht. Annette von Droste-Hülshoff.
Einige Tage nach diesen Vorgängen erhielt Bernard eine Nachricht, die ihn fast so herzlich freute, al» der Besitz seiner Josephine; nahm sie ihm doch eine Angst vom Herzen, die bisher auf sein Glück einen um so tieferen Schatten geworfen hatte, als er die Schatten dieser Angst allein tragen mußte. — Es war die Furcht vor dem Lerrath durch die in Münster in Untersuchungshaft fitzenden Schmuggler.
Diese waren jetzt, da man ihnen weiter nichts nachweisen konnte, al» daß sie Salz in Rotenfelde axfgekauft hatten, aus der Haft entlassen worden. Bon dieser Seite war also em Verrath nicht mehr i« befürchten; cs blieb nur noch der „schwarz« 3opp", gegen den Anklage wegen Bandenschmuggel und vorsätzlicher Körperverletzung erhoben war, und der in den nächsten Tagen abgeurtheilt werden sollte.
Der Tag, au dem über ihn dar Urtheil gefällt werden sollte, kam. Aus der ganzen Gegend
von Warendorf strömte bte Bevölkerung nach Münster hin und süllte die Landstraße buchstäblich mit Fuhrwerken und Fußgängern an.
Die Leute aber waren etwas enttäuscht. Ein raifinirt oorgehender Axaeklagttr, nicht mehr zugebend als bewiese» werden konnte, ein halbes Dutzend Beamte als Zeugen, die knapp und klar die Geschichte der Verfolgung der Schmugg- ter erzählten, der Oberkontrolleur, der die Schieß- Affaire mit allen Detail» wieder gab, da« war wenig, im Vergleich zu der Sensation, die man erwartet hatte.
. Einiger Aufsehen verursachte des Oberkon- trolleurs Bekundung über die Frage, ob der Angeklagte zuerst mit Schießen gedroht habe, oder ob er, wie von ihm behauptet wurde, erst dann von der Waffe Gebrauch gemacht habe, al» der Oberkontrolleur feine Drohung: „Steht, oder ich lasse Feuer geben!" mit gehobenem Revolver habe wahr machen wolle».
Daß Jopp den Revolver schon vorher ergriffen habe, wußte der Oberkontrolleur genau, aber trotzdem er wohl glaubte annehmen zu können, daß er bei seiner Absicht, die Affaire blutlos verlaufen zu laffe«, erst dann geschoffen, als er sich von Jopp bedroht sah, so schloß er doch, da er nicht» sagen wollte, wa« er nicht ruhig zu vertreten im Stande war, diesen Theil seiner Aussage vom Eid. Da auch die anderen Beamten nur das säst gleichzeitige Knallen der Schüffe feststellen konnten, so war der Berthei- digung hier ein Angriffr punkt gegeben, sür die Bestreitung der Absicht der Angeklagten, den Gegner zu verletzen, wenn dieser nicht gedroht hätte.
bereits bestimmte Ziffern als Höchstgrenze für ihre Bewilligungsueigung angegeben, jedoch eignen sich diese Ziffern noch nicht zur Br- sprechung in der Oeffentlichkrit. Deswegen hat es auch nicht allzu viel zu bedeuten, daß der hessische Staat?Minister Rothe in der zweiten Kammer zu Darmstadt es abgelehnt hat, im Bundesrathe auf die Erhöhung der Getreidezölle hinzuwirken. Deswegen ferner war es auch thöricht, daß einige freihändlerische Zeitungen es geradezu als eine Beleidigung der Regierung bezeichneten, sie im preußischen Abgeordnetenh ause nochmals zu einer Erhöhung der Mindestzölle für Getreide über den Tarifentwurf hinaus auszufordern. Am letzten Ende wird auch eine Mehrheit des BundeSrathes dieser unausbleiblichen Noch- Wendigkeit fich^ fügen müffen.
• Die Vorgänge in Belgien.
Der König von Belgien hat seine Osterreise angetreten. Zunächst ist er nach Paris gefahren, wo er sich ja immer sehr gern einmal aushält. Alsdann gedenkt er einige Wochen in Nizza zu verlebe«. Er kümmert sich also um die Wahlrechtsbewegung im Lande Belgien nicht weiter, sondern läßt dem Ministerpräsidenten de Smet de Nreyer freie Hand. Das könnte man so deuten, als habe es mit dieser ganzen Bewegung gar nichts weiter auf sich. Haben ja doch die gemäßigten Liberalen und christlichen Demokraten, als sie sich in der Behandlung der Wahlrechtsfrage mit den Sozialdemokraten verbündeten, die ausdrückliche Bedingung gestellt, daß die öffentlichen Kundgebungen für die Einführung des neuen Wahlrechtes keinen revolutionären Charakter annehmen dürfen! Die sozialdemokratischen Führer find freilich auf diese Bedingungen etnge- gxngen; aber werden sie sie auch halten können?
Bisher hat man ix Belgien noch immer die Erfahrung gemacht, daß durch Stroßenkuud- gebungen die allgemeine Volksstimmung eine mächtige Erregung erfuhr. ES ist a's- allermindestens unwahrscheinlich, daß die f' ^alberne« kratischen Führer in der Laue sein w cdrn, für den ruhigen Verlauf der öffentliche Straßen- kundgebungen zu sorgen, auch wenn sie ernstlich diese Absicht hege« sollten; und desw ^?n haben solche Vorausabmachungen geringen V^rth. Und man soll doch ja nicht glaube«, daß die Ltoerale» von dem einmal geschloffenen Bunde zurücktreten würden, wenn nicht alles nach Wunsch gehen sollte. Jetzt weiß man erst genau, was die Liberalen wollen: sie haben nicht allein das allgemeine Wahlrecht im Auge; sie haben es vielmehr aus den Sturz des Ministeriums abgesehen, und wenn sie diese» herbeiführen könnten, würden sie wenig danach frage«, ob bei de« Straßenumzügen ein wenig mit dem Revolver geschoffen würde oder nicht. Das ist nun ohne Zweifel ein leichtsinniges Verfahren, wenn man nicht einen noch schärfere« Ausdruck zur Kennzeichnung desselben anwenden muß, aber leider verhalten sich die Dinge ix Belgien eben doch so, wie es hier geschildert ist.
Die letzten Ereignisse im Parlamente haben noch mehr dazu beigetragen, die politischen Gegensätze zu verschärfen. Der Ministerpräsident hat
die für einen Minister wenig vortheilhafte Eigenschaft. nur schwer sich mäßigen zu können in dem Widerstreite der politischen Meinungen; und die Aeußerungen dieser Heftigkeit haben ohne Zweifel auch zu dem Ausbruche der unerhörten Austritte in der belgischen Kammer beigetrogen. Die Hauptschuld daran tragen ja ohne Zweifel die Sozialdemokraten, die die Minister in unverantwortlicher Weise herauSgefordert hatten. Aber wo solche Gereiztheit erst entstanden ist, pflegen auch die allergeringsügizsten Umstände zu bereit Steigerung beizutragen; und es ist ein nichts weniger al» geringfügiger Umstand, wenn der verantwortliche Leiter einer Regierung nur schwer seine Heftigkeit gegenüber dem politischen Gegner zügeln kann.
Wie leicht es in Belgien zu Ausschreitungen kommt, weiß man aus den Vorgängen bei den verschiedenen Arbeiterausständen dort Und noch während der allerletzten Tage hat man trübe Erfahrungen in diesem Sinne gemacht. Prinz Albert von Belgien hatte im königlichen Opernhause in Brüssel einer Wohlthätigkeitrvorstellung beigewohnt und wollte seinen Wagen zur Heimfahrt besteigen. Aber ehe man sich dessen versah, war er, bevor er das thun konnte, von einer Menge von sozialdemokratisch gesinnten Studenten und von Straßenbummlern umringt, d e ihn mit dem Geschrei begrüßten: „Es lebe das allgemeine Stimmrecht! Nieder mit dem Pfaffenregiment!" Und sehr viel bösartiger ging es in dem Stauchen Binche im Hennegau zu, wo eine verbrecherische Hand aus zweifellos politischen Beweggründen da« Haus des Bürgermeisters und Abgeordneten Derbaix mit Dynamit in die Luft zu sprengen versuchte. Wenn solche Erscheinungen schon auftreten vor der Durchführung der beabsichtigten allgemeinen Straßenkundgebungen, ist die Lage sicherlich nicht mehr als harmlos und unbedenklich aufzufaffen; und es liegt gar nicht außerhalb der Möglichkeit, daß diefe Kundgebungen den Anstoß geben zu einer aufruhr- artigen Bewegung größeren Maßstabes.
Die Auseinandersetzungen im Parlamente über da» Wahlrecht haben übrigens von Neuem gezeigt, wie leicht die Snzialdemskratte ihre Grundsätze über Bo» '> wirft, wenn ihr die« gerade in den Kram paß: Die Sozialdemokraten haben bekanntlich als Grundsatz vollkommene Frauen- emanzipation, völ! ge Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern auf ihre Fahnen geschrieben. Al« aber in der belgischen Kammer die Rede auf die Möglichkeit der Einführung de« Wahlrechte« auch für die Frauen kam, wehrten die Herren „Genossen" ab; davon wollten sie nicht« hören. Man kennt die Gründe dafür ganz genau: sie fürchten den Einfluß der Geistlichkeit auf da« weibliche Geschlecht und meinen, die Verleihung der Wahlrechte« auch an die Frauen könnte ihren Bestrebungen verhängntßvoll werden; und unter dem Einflüsse solcher kleinlichen Besorgnisse werfen sie ganz einfach einen ihrer vornehmsten Grund- sätze über den Haufen. Es geht nichts über Grundsatztreue und Gesinnuagstüchtigkeit!
Deutsches Keich.
Berlin, 26. März 1902.
+ Di- N-kitiK de- p-exßi-
scheo Kegi-ruxs flößt in vielen Punkten auch
Aber die Geschworenen, wenn auch meistens auS ländlichen Kreisen stammend, bei denen die Vrrtheidigung etwas Sympathie für die Schmuggler oder wenigstens keine direkte Abneigung wie gegen andere V-rbrecher voraursetzte, waren doch zu sehr von der Schuld bei Angeklagten überzeugt, als daß sie hätte« viel Milde walten taffen. Sie billigten ihm zwar den Glaube« au einen bevorstehenden Angriff, die Absicht der Nvthwrhr, cl't mildernd zu, bejahte» aber die Frage der Absicht, den Gegner zu verwunden, mit aller Bestimmtheit, denn nur darin konxte der auf Fischt Bedachte sein H-il finden, daß er den Gegner unfähig machte, ihn zu »erfolgen.
Anders würde die Ansicht der Geschwo--erEn gelautet haben, wenn sie von dem Haß gewußt hätten, den Jopp gegen den Oberkontrolleur fett jenem Austritt mit der Schwester im Herzen trug. Dieser Huß stempelte ihn dem Willen nach zum Mörder. Aber niemand, selbst der Obrrkoatrolleur, ahnte derartiges.
Ein Jahr Gefäugxiß und fünf Jahre Ehr- Verlust waren Jopp« Loos. ®n Grinsen der Freude verzog sein Gesicht, er hatte mehr Strafe erwartet.
Das Schauspiel war zu Ende, die Zuhörer zogen wieder heimwärts, auch die Schmuggler, die der Verhandlung beigewohet hatten. Ihr Urtheil war dieses: „Jopp hä te in die Last schieß-.n sollen, um die Beamten stutzig zu machen, und dann gleich ihnen das Wette suden"; er kannte ja alle Pfade im Moor noch besser aI8 sie, ihm wäre ein Entkommen sicher geglückt. Das Schmuggeln war also nicht so gefährlich, meinten sie, man konnte es jetzt ja ans einem
bei den deutschen Bewohnern der Ostprovinzen auf Widerstand. Zu den Plänen im Interesse der Verbreitung des Deutschthums gehört unter anderen auch die Errichtung von deutschen Vereinshäuser« in der Provinz Posen, zunächst in den beiden größten Städte« der Provinz, in Pofen und Bromberg. Diese Absicht hat aber arge Verstimmung unter den deutschen Gastwirthe« hervorgerxfen, und so hat der Der« bandsoerein der Gastwirtb« in Bromberg eine Eingabe an de« Oberpräfisenten gerichtet gegen diese geplante Vereinshausgründung: Bromberg habe nur deutsche Gastwirthe, und in deren 28 Sälen gebe es Raum genug für alle möglichen Vereinigungen! Damit haben dir Bromberger Gastwirthe jedenfalls recht, und die Regierung wird sich wohl die Ausführung ihres Planes für Bromberg noch zweimal überlege« müssen!
* Tine Zl«v«-f-o-extz-tt leistet sich ein Münchener Verlag, indem er uns und wahrscheinlich auch anderen katholischen Blättern die erste Nummer einer neuen Zeitschrift „Die Wartburg" zuschickt, ein Organ, das dazu „berufen ist, die Führung der Los von Rom- Bewegung in die Hand zu nehmen". Dem Hefte ist ein Cirkular beigelrgt, welches wörtlich beginnt: „Um die Leser Ihres Blattes in den Geist „der Wartburg" einzuführen, dürfte es sich empfehlen, de« trefflichen Leitartikel von Superintendent Meyer im Wortlaut mit genauer Quellenangabe abzudrucken." Es ist doch wirklich schon stark, mit welcher Frechheit man von jener Seite also die Katholiken belästigt. WaS würden wohl unsere Gegner für einen Radau machen, wenn von unserer Seite ein solches Ansinnen ax sie gestellt würde. Allerdings paßt ja ein solches Verhalten ganz zu jenen Leuten. Wesse« Geiste» Kinder sie aber in Wirklichkeit sind, hat der Verlag der „Wartburg", F. I. Lehmann in München erst dieser Tage wieder gezeigt. Durch Zufall flog nämlich auf den Redaktionstisch einer katholischen Zeitung folgende- Rundschreiben an die deutschen Logen:
„Streng vertraulich. An die Logen de» deMschen Reiche». Von der Annahme ausgehend, daß auch die Logen in erster Linie berufe» find, im Kampfe gegen Rom mitzuwirke», gestatte ich mir, Sie auf eine neue Zeitschrift aufmerksam zu machen, die soeben m meinem «erläge zur Ausgabe gelangt ist. ES ist dies „Die Wartburg", daS Organ der gesammten LoS von Rom- Bewegung. Jetzt soll versucht werden, die B e w e g u n g in das deutsche Reich herüberzutragen. Die Kräfte eines Einzelnen reichen aber nicht aus, die Be- strebung in allen Kreisen bekannt zu machen, in die fie dringen muß» und ich stelle daher die Frage an die Loge, ob Sie geneigt wäre, sowohl in Ihrem Kreise für die Verbreitung zu sorgen, alS auch bei der allgemeinen Verbreitung mitzuwirken. Die Nummern könnten In diesem Falle von der Loge selbst an die von ihr zu bestimmenden Adressen versandt »erden, oder die Loge könnte mich beauftragen, daS Heft an z. B. 1000 oder 2000 besser fituirte oder gebildete Leute zu senden. Ich stelle die Hefte, deren Verkaufspreis 10 Pfg. beträgt, zum Herstellungspreis von 3 Pfg. zur Verfügung: habe ich die Versendung zu besorgen, so kommt das Porto mit 3 Pfg. »och dazu. Betheiligt fich eine größere Zahl von Logen, so kann allein auf diese Weise eine i<am= hafte Zahl von Exemplaren oertheilt und der Bewegung damit in Deutschland die Wege wesentlich rascher geebnet werden."
Jrterrffast ist zunächst das offene Eingeständ- viß, daß jetzt versucht werden soll, die Los von Rom-Bewegung in dos Deutsche Reich herüber-
zwar weiteren, aber weniger gefahrvollem Wege, dem von Rotrnfeldr über Vrrswald «ach Sassenberg versuche«, an den gewiß kein Beamter dachte. Wenn nur Krmann's mitthu« und das Seid sowie den Wagen hergrbe« wollten.
Dahin mußte gearbeitet werden; da man aber auf Bernard kein Vertrauen fetzte, so galt es, den Alten herumzubringen, der seit einigen Tagen wieder auf Stunden in der Küche saß und dem Anscheine «ach da« Ruder führte.
Eine« So mtags, al» ein gesellige« Vergnügen Elise und Bernard aus dem Hause geführt, schlichen fich denn auch die drei Warendorfer Schmuggler wieder an den Alten heran. Durch Sorgfältige« Forschen versicherten sie fich, daß dieser von der ganzen Affaire nitts wußte und rückten dann mtt ihrem Plane einen Zuz über Ver«wald zu wagen, heraus.
Sie erreichten jedoch an diesem Abend nichts weiter, als daß Kemann die Sache mit Bernard zu überlegen versprach, ein Zeichen seiner heimlich gehegten Hoffnung, Bernard doch «och auf de« Wege zu halte«, den er selbst lebenslang gewandelt.
Der gleiche Abend sollte ihn jedoch eines ankeren belehre«. Mit dem Befehl, Bernard auf fein Zimmer zu senden, wenn dieser mit der Schwester heimkehre, war btr Vater früh nach oben gegangen. War es auch bereit» wett über Mitternacht, al» Bernard seinem Wunsche Folge gab, so traf er ihn doch noch im Leinstuhl zusammen gekauert, seiner harrend.
Ohne Umschweife ging der Alte auf fein Ziel los, und kurz und bündig gab ihm Bernard seine ablehaende Antwort. «Sber- rege Dich nicht auf, Vater, über einen Anschluß, der