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Zweitetz Blatt
Irrlöa, Montag, den 24. März 1902.
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Reklame». A«zeige»1hril.
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29. Jahrgang.
der Hosen und Strümpfe vertraten. Je nachdem sie den Ober-oder Unterschenkel bikleidete», hießen sie Feminalia oder Tibtalia.
Die Fußbekleidung war überaus mannigsaltio, jedoch lagen sich zwei Hauptarten unterscheid,». Die Soleä wurden von Männern und Frauen vornehmlich im Hause, aber auch auf der Straße getragen; sie waren mit Riemen befestigt. Der TalceuS, ein wirklicher Schuh, bedeckte den gan. »en Fuß. Es gab drei Arten: rothe, weiße und schwarze oder dunkelfarbige; buntfarbiger bedien, ten sich nur ausnahmsweise die Frauen. Die unterev Volksschichten kleideten fich im Allgemeinen auf dieselbe Weise, nur daß' selbstverständlich in Farbe und Feinheit der Stoffe eine Verschieden, heit stattfand.
Bei den Kleidungsstücken der Römerinnen ist e« schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine genaue Beschreibung derselben zu geben, wenig- sten» scheiterten bisher alle derartigen Versuche. Savtil ist wohl gewiß, daß fich die National tracht der Römerinnen bi» in die späte Zett er halten hat. Zahlreiche Kunstdenkmäler liefern dafür den Beweis. Der völlige Anzug einer römischen Dame bestand aus drei Stücken, au» der Tunica inferior, der Stola und der Palla. Erstere war ein einfaches Hemd, da«, wenigstens in der ältesten Ze t, keine Aermel hatte, bis ans Knie reichte unv nicht umgärtet wurde. Denn nicht nur kannten die Alten die gefundheitr- tödtenven Schnürleiber nicht, sondern hätten auch Ekel empfunden vor einer Wespentaille. Ueber die Tunica ward die Stola geworfen, welche eigentlich auch eine Tunic«, aber bi« auf die Füße herabreichte und mit Aermeln versehen war, die wenigsten« den halben Oberarm bedeck en. Der nach außen fallende Schlitz wurde durch Agraffen zusammengeholten und oben am Halse war die Stola vornehmer Frauen mit Golbstre fen besetzt. Die Palla wurde nur außer dem Hause g'tragen und war m:t der Toga der Männer identisch. Und wie die Römer im Wurf der Toga geübt waren, verstanden es die Römerinnen nicht weniger, die Palla auf die zierlichste und vor> thetlhafteste Weise zu gebrauchen. Zu diesen!
Mele Leute glaube«, es sei vortheilhaft, eine billige Sorte Kaffee zu kaufen. Das ist aber ein großer Jrrthum! Man nehme lieber einen guten Kaffee und setze »/» bis V» Kathreiners Malzkaffee hinzu. Das gibt ein vorzügliches, wohlschmeckendes und sehr bekömmliches Getränk zu mäßigem Preise.
Faltenwurf erreicht werden, wie die Römer ihn schon zu Augustus Zeiten liebten? Daß sie rund gewesen und nicht viereckig, ist gewiß, nur muß fie einen größeren Kreisabschnitt gehabt haben.
Dar Umwerfen der älteren Toga geschah so: Der eine Zipfel wurde über die linke Schulter nach vorn geworfen, daß die runde Sette nach außen fiel; daS Gewand selbst aber ward hinter dem Körper weg über die rechte Schulter ge. zogen, sodaß der Arm darin wie in einer Binde ruhte, während der ganze' übrige Theil der Toga über den vordere« Theil der Körpers fich hin. wegziehend wieder über die linke Schulter fiel. Der zweite Z pfel hing über den Rücken herab und der linke Arm wurde von dem darüber» fallenden Gewände bedeckt.
Viel schwieriger war eine zweite Art de» UmwurfS, der mit einer überau- weite» Toga I geschah. Dies Gewand wurde zwar auch in der eben angedeuteten Weise über die linke Schulter geschlagen, nur daß der mit dem Z'pfel vorn überhängende Theil viel weiter hinabreicht, bis auf die Füße, mitunter bis auf den Bode» und der linke Arm schon durch diesen Wurf völlig bedeckt wurde. Dann zog man di« Toga hinter dem Rücken weg nach vorn und faßte fie etwa in der Mitte ihrer Weite faltig zusammen, sodaß der obere Theil alS SinuS herabfiel, der den untere» Leib und die Schenkel deckte. Der übrige Theil wurde sodann über die linke Schulter und den Arm geschlagen, der nun doppelt bedeckt war. An den Zipfeln waren häufig Quasten oder Knöpfchen, die entweder zur Verzierung diente« oder bestimmt waren, durch ihre Schwere daS Gewand niederzuhalten. Endlich wurde ei« Theil deS vorn Herabhängenden unter dem schrägen Faltenbausche heroorgezogm, sodaß es wie ein kleiner Sinus über drm Bausch hing. Die Farbe der Toza war weiß; nur Knaben trugen mit Purpurstreife verbrämten. Später war eine Toga parparea Auszeichnung der Kaiser, Cäsar trug vielleicht die erste.
Unter der Toga trugen die Römer die Tunica, anfänglich ohne Aermel, dann mit kurzen, die Hälfte deS Oberarms bedeckenden Aermeln, später bi- an die Hände reichende, die jedoch selten I
GMesdienstordnung in Fulda.
Dienstag, 26. März. (Mariä Verkündiauna) m^r.hint “v n A Messen, 8 Uhr Pfanamt E Predigt, '/, 0 Uhr Kathedralamt, 1! Uhr hl. Messe. J Andacht, 4 Uhr Andacht, 7 Uhr Andacht in b« Snarientap.-nc, — -tadtpfarrktrchr. 5'/« Uhr hl. Meffe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl Messe und Predigt, S'/> Uhr Amt und Predigt, 3 Uhr Andacht <- riaW ä Ä“- krrflsrofr*r®’ :?I«3Re^en um *' '/•7 und 7 Uhr, 8 Uhr hl. Mess« mit AnioniuSandacht, 9 Uhr Fastenvrediat Nachmittags 2 Uhr feierliche Kreuz! wegandacht mit fakram. Segen.
I Kleidungsstücken kommt noch eine Art Schleür der Fächer und der Sonnenschirm.
Das Fußwerk der Frauen war dem der Männer ähnlich, nur daß eS meistens Helle Farben hatte und auch zierlicher gearbeitet und reicher geschmückt war. Auf den Haarschmuck aber legten die Römerinnen einen ungemein hohen Werth, auf Schmucksachen nicht weniger. Gewöhnlich waren diese aus Gold verfertigt mit Edelsteinen und Perlen verziert. Namentlich waren die letzteren sehr werthooll. Die Arm- bänder hatten mehrentheilS die Form von Schlangen, die an der Stelle der Augen Rubinen hatten. In den Ohren trugen dte Frauen Perlen oder eigens dazu bestimmte Ohrgehänge. Ringe und andere Toilettegegenstände waren in Menge vorhanden. Die Kämme waren aus Elfenbein und Buxbaum; Schminkbüchsen, Salben, Oele und überhaupt der ganze Apparat der Kosmetik war reichlich vertreten. Die Stoffe der Kleider waren Wolle, Seide, Leinwand, Baumwolle. Wolle war jedoch der vor» herrschendste und zur Toga konnten gar keine anderen gebraucht werden. Seidene Stoffe wurden erst viel später gebräuchlich, denn ein Pfund Seide kostete ein Pfund Sold. Obgleich man die Leinwand wenig zu Kleidern benutzte, denn linnene Gewänder der Männer kommen erst in später Zeit vor, so brauchte man fie doch im Hause vielfältig, theils als Ueberzüge, theilS als Tücher zum Abtrocknen usw. Ursprünglich wurde« diese Stoffe in weißer Farbe getragen, wenigstens war dtefe bei der Toga die einzig erlaubte. UebrigenS trugen die Römerinnen gern bunte Gewänder; hyccinthenf^rbig, eisen» farbig, meerfarbig, grünlich usw. Wenn auch vom eigentlichen Druck keine Rede fern kann, so hatten dte Kleider doch etwa- Kattunähnliches und entstanden durch Weben oder Sticken.
Im Allgemeinen kann man annehmen, daß die Stoffe zu den Kleidern von de« Sklavinnen unter Ausficht ihrer Herrin gesponnen oder gewebt wurden; ganz fertig gewebt wurde jedoch ein solche- Kleid nie, der obere Theil mußte erst immer zusammenaeheftet werden. Die Vornehmen und Große« hatten in ihren Häusern e^ene Zimmer, wo Spule und Schiff rauschten. Waren die Kleider untei», so so wurden fie dem Fullo übergeben, dem eS oblag, die Wäsche zu besorge». Dieser Fullo spielte bei den Damen eine bedeutende Rolle. Da die Römer den Ge- brauch der Seife nicht kannten, so wählten fie Nitrum. DaS war schon im höchsten «lterthum daS gewöhnlichste und am häufizsten angewandte Reinigungsmittel. Nach der Wäsche und nach dem Trocknen kamen die Kleider unter eine große, zweischraubige Preffe, um ihnen die letzte Appretur zu geben.
I vorkommen. Wer gegen dte Kälte empfindlich war, zog wohl auch mehrere Tunicas übereinander. Vor» in der Mitte der Tunica, vom Halse bis zum untere» Saume, trug man einen herablaufende» eingewebten Purpurstreifen. Unter der Brust wurde die Tunica gegürtet. Ma» könnte fragen, zu welchem Zwecke, da schon die Toga den unteren Theil der Tunica ganz verbarg, allein wir müffen bedenke», daß die Toga daS römische StaatSkletd, die Tunica daS Hauskleid war. DaS Ablegen der Tunica geschah bei Trauer, das der Toga bei den Saturnalien.
Bei schlechtem Wetter und auf Reise», wo man die Toga nicht trug, bedurfte man eines anderen Kleidungsstückes, um fich gegen Regen und Staub zu schützen, und dies Kleid war die Pänula, eine Art Mantel ohne Aermel, der nicht nur von allen Klaffen, sonder« selbst von Frauen getragen wurde und vermuthlich nur einen Halsausschnitt hatte, durch den man den Kopf steckte. Zu tiefem Kleidungsstücke nahm man dichtes, starkes Zeug für die rauhere Jahreszeit, verfertigte eS jedoch später auch aus Wolle.
Der Gebrauch der Pänula ist sehr alt, schon PlauthuS gedenkt ihrer als etwas Gewöhnlichen. Verwandt dieser Pänula war die Lacerna, eben- fnllS ei« Mantel, aber ein offener, den man später sogar an Stelle der Toga trug. Die Vornehmen trieben damit einen bedeutenden LuxuS, namentlich in Gesellschaften und im Theater wußten ste lebhafte Farben anzuwenden. UebrigenS hatten die alten Römer »och eigene sogenannte Tafelkleider SyathestS genannt. Welche Form diese gehabt, wird sich schwerlich mit Srw.ßheit sagen laffen; daß fie farbig und nur ein Ueberwurf waren, ist aber gewiß. Eitle und besorgte Männer wechselten fie auch wohl bei Tische. Oeffentlich jedoch wurde die SynthefiS nur bei den Saturnalie« getragen, dann aber vou den höhere» Ständen auch allgemein.
Dte sonst noch üblichen Kleidungsstücke der Römer find kaum mit einiger Sicherheit zu bestimmen. Die Läna wie auch die Abolla scheinen ein warmes Gewand gewesen zu sein, daS gar noch über die L«cerna (Pallia) geworfen wurde. Kopfbedeckungen scheinen ihnen gänzlich entbehr- ltch gewesen zu sein. Sie zogen die Toga über de» Kopf und nur beim Stelldichein benutzten sie eine Art Capuchon, den CuculluS, welcher zu der Lacerna gehört«; auf der Reise einen Hut. Selbst Beinkleider waren ihnen bis zu den Zeiten der Kaiser unbekannt; nur die im Kriege gegen die „Barbaren" begriffenen Römer nahmen die Tracht der nordische« Völker, die Hosey, an. I« Rom selbst aber waren die Braccä noch von HonoriuS verboten. Statt dieser Beinkleider hatten die Römer FaSeiaS, Binden oder Streifen Zeug, die um die Beine gewickelt wurden und die Stelle
M Mora ta jmMMog.
Studie von Dr. Max Breyer.
(N«ch»ruck »erbeten.)
Schon feit Jahren macht fich in Künstler- I kreisen eine Bewegung geltend, deren Ziel eine
IReform der Frauenkleidung ist.
„Hinweg mit dem Modetaud, den uns Paris > bringt, hinweg mtt all dem Firlefanz, der Frauenschönheit in Fesseln schlägt!" so ruft man aus. „Wenn heute die Frau mehr denn je heimgesucht wird von Krankheiten und Leiden, wer trägt die Schuld? Nur einzig und allein der lästige Zwang der Mode, einer geradezu entsetzlichen Mode!"
„Ist die heutige Mode schön?"
„Nein, in keinem Falle! Häßlich und unbequem ist fie und hier Wandel zu schaffen, muß unserer Zeit vorbehalten bleiben."
So denkt man in Künstlerkreisen und schon hat man zur Reform der Frauenkleidung be- achtenswertheS gelchaffen. In großen Ausstellungen, wie 1899 in Krefeld, später in Berlin, Dresden und Darmstadt haben hervorragende Künster ihre Reform-Ideen dargestellt und der große Beifall, den man ihnen zollte, beweist, daß man in weite» Kreisen ihren Mühen und ihre» Anregungen Aufmerksamkeit leiht.
Aber schwere Kämpfe wird eS noch kosten, bis man fich freigkmicht von der Herrschaft der Mode und wieder zurückgekehrt ist zu jener Eleganz und Zweckmäßigkeit in der Frauenkleidung, wie fie schon im alte» Rom bestand.
Wie war die Kleider der Römer u»d Römerinnen. Dies darzuthun soll der Zweck dieser Studie sein.
Nur in Nebendingen «ar die Kleidung der Römer und Römerinnen dem Wechsel der Mode unterworfen, im Wesentlichen blieb fie bis zum Untergänge der Republik dieselbe. Zuerst nennen wir die Toga, den« fie ist wohl alS das älteste und damals einzige Kleidungsstück anzusehen, wenn auch schon um diese Zeit der Tunica erwähnt wird. Daß die Toga von den EtruSker» nach Rom verpflanzt worden, leidet keinen Zweifel, denn eben von diesen wurde fie auch alS einziges Kleid am bloßen Leibe getragen. Doch gehörte fie bei den Römern nur für daS öffentliche Leben, im Hnufe legte man fie ab; jedoch war ste nur dem erlaubt, der da« Bürgerrecht erworben; der Verbannte, der Fremdling durfte fie nicht trage«. Als aber immer mehr die Bedeutung des Römische» NamenS schwand, kam auch die Toga außer Gebrauch. Ueber die Form der Toga ist viel gestritten und doch wird fie uns von römischen wie von griechische« Schriftsteller« in so klaren Umriffen dargestellt. Horaz bezeichnet zwar eine sechSellige Toga schon als eine sehr weite, allein könnte wohl mit drei Eilen Breite ein so reicher
Wichtige WaMmgen
wird der deutsche Reichstag in dieser Session noch vornehmen müffen. Noch wichtiger aber ist für unS Christen, insbesondere für uns Katholiken, der neue KÄturkampf, dessen Vorzeichen sich von Tag zu Tag mehren. Die Feinde der christlichen Weltanschauung haben er auf die Vernichtung der katholischen Kirche | abgesehen und aus der ganzen Linie einen p'an-I mäßigen Ansturm unternommen. In Frankreich,^'! Spanien und Oesterreich ist der Kampf schon hell, entbrannt und bei unS in Deutschland mehren* sich die Vorzeichen deS Sturmes in erschreckender^ Weise von Tag zu Tag. Ein großer Theil dieses? Kampfes wird und muß in der Tagespresse,' die mitten int Leben, aber auch mitten im Kampfe steht, auSgefochten werden. Soll aber der Kampf durchgefochten, der Sieg erfochten werden, bann müffen alle Katholiken auf dem Plane erscheinen zur Unterstützung ihrer Presse.
Katholiken! Lernt von unseren Gegnern, die da unermüdlich find in der Verbreitung ihrer Presse. Der hl. Vater, die H. H. Bischöfe, die geistlichen und weltlichen Führer der Katholiken und die Katholikenversammlungen haben es wiederholt al» eine Pflicht eine» jeden Katholiken bezeichnet, nach besten Kräften an der Verbreitung der katholischen Presse mitzuarbeiten. Katholiken seid eingedenk dieser Mahnung! Haltet die gegnerische Presse fern au« euren Häusern und sorget dafür, daß in jeder katholischen Familie ein katholische» Blatt gelesen wird.
Die Haltung einer guten Blattes ist auch im Hinblick auf die politischen und sozialen Zeitverhältnisse dringend geboten. Interessante )Dinge dürfte, fich in nächster Zeit gar manche auf der politischen Bühne Deutschlands abspielen. Dazu kommen aus der ausländischen Politik der Burenkrieg, der in letzter Zeit wieder recht interessante Ueberraschungen gebracht hat, und die gespannten Verhältnisse in fast allen Kulturstaaten Europas. Unter solchen Umständen ist das Lese« einer Zeitung, die täglich über alldiese Dinge rasch und zuverlässig berichtet, ei« Bedürfniß für Jedermann, der für die Vorgänge auf der Weltbühue Sinn und Interesse hat.
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