Einzelbild herunterladen
 

29. Jahrgang.

Iutöa, Montag, den 24. März 1902.

M69

gange der Etatsberathung im Abgeordneten»

Anrecht auf längeres Verweilen hätte geben

n» ent«« Ui Jtütti Xdkntee«** PitefWl« Of. 1 (karaMti).

Wer sitzt im Zuchthause?

Die Beobachtungen der letzten Jahre lehren mit erschreckender Deutlichkeit, daß die Zahl der rückfälligen Verbrecher im Verhältnisse zu der Gesammtzahl der bestraften Personen ständig zu» nimmt. Man kann daraus eigentlich nur eine Lehre ziehen, nämlich die, daß wir uns bester als bisher gegen die rückfälligen Verbrecher sichern sollten, daß unser gegenwärtiges Gtraf- system an bedenklichen Mängeln leidet. Freilich nicht das Strafsystem allein, sondirn außerdem auch das Erziehungssystem worauf weiter unten genauer eingegangen werden soll.

Die Frage: wer bevölkert die Zuchthäuser? wird alljährlich einmal beantwortet durch die Zusammenstellunss des Abganges und Zuganges und des Jnsaffenbestandes in den Zuchthäusern; und gerade jetzt ist diese amtliche Ueberstcht für den Staat Preußen aus dem Geschäftsjahre 1900/1901 erschienen. Man hat ohne weiteres anzunehmen, daß die VerhältnißMer«, die nur für Preußen ausgestellt sind, auch den richtigen Aufschluß über dieselben Dinge im ganzen Reiche -geben; freilich ist es zu bedauern, daß dieselbe Statistik nicht auch sür das ganze Reich bear­beitet wird, wie es mit der Kriminalstatistik ge­schieht, mit der Zusammenstellung der ergangenen Strafurtheile und der Personen, gegen die diese Urtheile gerichtet werden.

In dieser Zuchthaus-Statistik ist ein Umstand erfreulich: Die Grsammtzahl der Zuchthaus- gefangenen ist in dem Berichtsjahre mit rund 22 500 die kleinste gcwesen seit 1869 trotz der starken Beoölkeruugszunahme seit damals! Leider aber war während dieses Jahres der Zugang mit 5500 Verurtheilten wieder größer, als im Jahre vorher, so daß die Gesammtzahl der Zuchthaustosasten inzwischen eine Steigerung erfahren hat. Von diesem neuen Zugänge waren 4743 Personen männlichen Geschlechtes.

Aber nun kommt die Hauptsache: was für Leute diese 4743 neuen Zuchthäusler find! Mur bet zehnte Theil betritt das Zuchthaus zum ersten Mal. Die Übergroße Mehrheit der zu Zuchthausstrafen vrrmtheilte« Personen besteht auS rückfälligen Verbrechern. Man hat Zähl­karten eingesührt sür diese Rückfälligen. Des­wegen kar-n man sehr genauen Aufschluß über sie geben. Die Zählkarte wird ausgestellt, sobald eine Person drei Mal oder öfter mit Zucht­haus bestraft wird; fir gibt genauen Bericht über die Herkunft, das Vorleben und dis per» sönlichen Verhältnisse des Sträflings. Vom Oktober 1894 bis zum April 1901 find solche Zählkarten sür 31000 Sträflinge ausgestellt worden; und von diesen war ein Drittel schon

ihn gepflegt hatie.

Früher, wenn er den Arzt gefragt hatte, wann er wohl die Heimreise nach Warendorf antrelen könne, hatte dieser stets gesagt:Hat durchaus keine Eile; hier sind sie noch vorläufig gut auf» gehoben uud draußen ists noch Winter, der uns auf der Reise allerlei Streiche spielen kann; wir wollen noch etwas warten," und Wagner hatte sich zufrieden gegeben, mußte ihm doch selbst daran liegen, den vollen Gebrauch seines Armes wieder zu erlangen, also nicht vorzeitig den Heilungsprozeß zu unterbrechen.

Als nach emigen Tagen der Arzt wieder nach- sah und auf die gleiche Frage wieder die gleiche Antwort gab, da sand er an Karl Widersprach: Sie mögen recht haben mit Ihren Bedenken, H»rr Doktor," entgegnete et, müssen jedoch auch zugeben, daß ich nun schon eine lange Zeit hin- durch die Gastfteundschaft dieses Hauses genieße und wohl mit Recht mein Verweilen im jetzigen Zustande als einen Mißbrauch der Gastsreund», j- ------

schäft empfinde. Zudem geht der Urlaub des | deutlich, was sie empfand, aber auch ihr Mund langen Grafen zu Erde, er verläßt dieses Haus - ""5-ktlt- ihre Keküble nicht: alückfrohen Mangel | uns mit ihm schwinort das, was mi: roch ein

wurde, unter der Kinder Pflege wärmere Ge­fühle in seinem Herzen Einlaß fanden, bann würde wohl, so dachte sie, auch der Kinder Bitte Gewährung finden. daS Vaterherz noch zwei andern Mmschenkindern zu öffnen, die gekommen waren, mit seinen Kindern vereint des Vaters Lebensabend zu verschöne«.

Warum sollte Brrnard diesen schönen Wahn zerstören, hoffte er doch selbst auf das Glück, wenn auch erst nach Jahren. Für ihn ging der Stern deS Glückes auf an jenem Tage, an dem fein letzter Schmuggler,ug über die Grenze verjährte, an dem keine Sühne mehr von ihm gefordert werden konnte. An jenem Tage durfte er einem Weibe seinen Namen geben, der dann nicht mehr in den Koth gezerrt werben konnte.

Bis dahin wollte er sich der Liebe jenes Mädchens versichern, in deren Besitz fein Glück begründet wat. ,

So hoffte jedes der Geschwister sein Glück sich selbst bilden zu lönnen, war in dieser Hoffnung froh und weidete sich am Glück bei andern.

Auf Schloß Hargut waren ebenfalls zwei Glückliche, ein Mann, der immer und immer wieder die zierlichen Schriftzsichen betrachtete, die eine ihm so liebe Hand zu liebenden Worten ge» fügt, und ein Mädchen, das einen langen Kuß auf die Stelle seiner Rechten preßte, an der es vor Stunden den Druck einer Männerhand ge­spürt. .

Schon am nächsten Tage erhielt Karl wtedsr einen Brief feiner Braut, in dem zu feiner Freude gemeldet wurde, daß Brrnard andern Sinnes ge­worben fei und der Liebe zu Josephine nun ganz und gar fein Herz eingeräumt habe.

+ Da» peitsche Aerrenhims bat am heutigen Gamslag verschiedene Berichte und Vorlagen ohne wesentliche Debatte erledigt, darunter namentlich den Gesetzentwurf über de« Bau von Arbeiterwohnungen. Bei dieser Gelegenheit ermahnte Oberbürgermeister Struck» mann-Hildesheim die Regierung zur Unter» stützung des Hemdwerkerstar des durch Verträge unmittelbar mit Handwerkern. anstatt mit Generalunternehmern, die bestrebt sied, die Preise zu drücken. Gras von Hohenthal-Dölkan bezeichnete es als wünschenswerth, bei dem Bau von Arbeiterwohnungen auch auf die Gebote der Sittlichkeit zu achten und für besondere Räume für ältere Kinder zu sorgen. Ein Regier ungs- vertreter bemerkte darauf, daß dieser letzt­genannte Punkt bereits Beachtung stade. Der Äesetzeniwurf wurde unverändert nach den Be» schlüffen des Abgeordnetenhauses angenommen. Nach der Erledigung einiger Petitionen wurde die Sitzung geschlossen. Die nächste Sitzung wird am 29. April, im günstigsten Falle am

Hause ab.

Di- Ilmversiiät Münster wirb ihre neue Juristensakultät mit btm Beginne be8 nächsten Wintersemesters eröffnen können. Unter den Professoren, die für die Besitzung der juristischen LrhrMle in Aussicht genommen sind, befindet sich Dr. von Savigny, sitzt ordentlicher Profrffor der Rechtswiffenschasten an der Universiiät h Marburg, ehedem Pro» feffor an der katholischen Universität in Frei­burg i. d. Schweiz Auch der außerordentliche Professor Dr. Jacobi in Bre?lau wird unter denen genannt, die nach Münster berufen werden sollen. Professor von Savrgny wird vermach» lich mit der Organisation der neuen Itristen- fakultät betraut werben.

+ Technische Kochfchnle in Ar-ola«. Die Schlesier haben sich nicht umsonst geregt: in neuester Zeit ist er wahrscheinlich geworden, daß die neue technische Hochschule in Breslau gleich­zeitig mit derjenigen in Danzig zur Eröffnung ge- ! langt. Go hat sich Ministerialdirektor Althoff i selbst in einer Versammlung in Breslau auige sprachen.

| x MM«---« KtäStetag. Daß die B-rlmer freisinnige Stadtverwaltung einen Ttädtetag ver» | anfsalten will, um diesen gegen den ihr verhaßten ! Zollfchutz für die Landwirthschaft ausspielen zu können, ist feit längerer Zeit bekannt. Aber sie scheut sich doch davor, die Veranstaltung all Stadtverwaltung kinznleiten und als Berliner Magistrat an die Verwaltungen anderer Städte mit bet Einladung zu besagter Versammlung heranzutreten und damit kennzeichnen die Herren vom Berliner Rathhausfretsinn ihr Verfahren selbst am allerschärssten. Die Sache soll viel­mehr folgendermaßen gemacht werden: nicht vom

Goldberger und Genoffen ihre schönen Hoffnun­gen nicht ganz erfüllt sehen. Aber die vorher angeführte Schreiberei kennzeichnet das Streber- thum, das in jenen Kreisen sich breit macht denwinselnden Freisinn", wie dieser Tage die demokratische .Berliner Zeitung' sich treffend auS- drückte, ganz vortrefflich!

mehr als elf Mal bestraft, etwa drei von Hundert sogar schon mehr als dreißig Mal.

Ganz besonders wichtig ist es, zu reiften, in welchem Alter die erste Zuchthausstrafe eintrat; und damit kommen wir zu dem zweiten dunkeln Punkte in unserer Kriminalstatistik. Nämlich die Hälfte aller dieser Gewohnheitsverbrecher hat bereits vor dem zwanzigsten Lebensjahre mit dem Zuchthause Bekanntschaft gemacht, und rund sieben vom Hundert hatten gar schon vor dem vierzehnten Jahre ihre erste Strasthat begangen. Die jugendlichen Verbrecher liefern die Haupt­masse für die späteren Gewohnheitsverbrecher, für die Stammgäste unserer Zuchthäuser!

Unter solchen Umständen müssen sich die Zuchthausbeamten sagen, daß alle die Leute, die ste aus dem Kerker entlassen, wahrscheinlich über kurz ober lang in denselben zurückkehren werden. Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, daß nach der Ansicht der Zuchthausbeamten die Rück­kehr in das Zuchthaus nur bei siebenhundert unter den 31000 Sträflingen mit Zählkarten als unwahrscheinlich gelten konnte, daß aber etwa 30 000 gegen die Gesellschaft losgelassen wurden mit der größten Wahrscheinlichkeit erneuter Brr» brechen gegen dieselbe ein äußerst trauriges Bewußtsein!

Die Hauptsache ist und bleibt der erste Schritt auf der Bahn des Verbrechens; und da dieser erste Schritt bei der überwiegenden Mehr­zahl der Verbrecher in ein sehr jugendliches Alter fiUt, ersieht man auch aus dieser preußischen Zuchthaus-Statistik von neuem, daß die Behand­lung der Jugend in der Schule und bald nach derselben, die allergrößte Hauptsache ist für die Ausbildung des Menschengeschlechtes. Die Jugend- erziehunz übt den entscheidenden Einfluß ans auf die ganze Lebensgestaltung des Menschen. Nichts ist dafür wichtiger, nichts bedeutsamer, als die Behandlung unserer Kinder; und darum ist es die allerwichtigste Aufgabe unserer Zeit, der hrr- anwachsenden Jugend durch eine geeignete Er­ziehung, durch eine gute Ausbildung ihres Charakters und ihrer gtifitge« und sittlichen Kenrtniste und Fähigkeiten einen sichern Schutz gegen alle sittlichen L'brnkgefahren mitzugrben. Daß da dir geeignete Unterweisung in der Re­ligion an allererster Stelle steht, kann nur der- jenige bezweifeln, der verblendet ist von leiben» chaftlicher Feindschaft gegen das Christenthum. Aber von fast derselben Wichtigkeit ist die Haus» liche Umgebung, in der das Kind auf wächst; und nun werden hoffentlich die neuen gesetzlichen Be­stimmungen über Fürsorge- und Zwangserziehung recht bald ihre guten Früchte tragen.

Nicht durch Reformen auf dem Gebiete des Strafrechtes allein kann hier Abhilfe geschaffen werden.' Natürlich empfiehlt sich rücksichtslose Strenge gegen rückfällige Verbrecher. Da ist das gar nicht angebracht, was man alsHuma­nitäts-Dusel" mit Recht zu verspotten gewohnt ist. Aber vorangehen muß die sorgfältigste Be­wachung unserer Ktnderwelt und deren gewissen­hafteste, eifrigste Ausbildung in dem Sinne des ; lebendigen, charakterklärenden Christenthums.

anblickend. _ .

Iährs Roth auf ehren Wangen vernech

verhehlte ihre Gefühle nicht: glückfrohen Klange» kam e« über ihre Lippen:

gemaW

Herrisches Keich.

Berlin, 23. März 1903.

Netch-Kemzl-rs Hraf Mlow hat heute (Samstag) seine Erholungsreise nach Italien an» getreten, und zwar in Gemeinschaft mit seiner Gattin und begleitet von dem Prinzen LichnowLky als Sekretär. Die Fahrt war geplant Über Nürnberg und München, Innsbruck, Ala, Venedig. Nach mehrtägigem Aufenthalte in Venedig wird ein Abstecher nach den oberitalienischen Seen er» folgen.

4-I-ittlch österreichische- Mvdnist.« Der Londoner .Daily-Expreß' berichtet ganz ernsthaft, zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn sei ein SonderbÜndmß abgeschloffen, ober werde bald ab geschloffen werden. Italien sei unsicher für den Dreibund geworden, und nun sollten besondere Abkommen getroffen werden für den Fall, daßFrankreich und Rußlands ge» tneinfam dem Deutschen Reiche dm Krieg erklären oder Rußland die Stellung Dmtschlands in China zu schädigen suche usw." Die ganze Ge- chichte ist Natürlich von Anfang bis zu Ende

fc--------,tst-----------

Wegen des Feiertags Mariä Ver- Wndigung wird die nächste Rnmmer ««- seres Blattes erst am Mittwoch ansge- gebe«.

vorzubereiten.

Gelassen nahm diese feilte Mittherlung hm. Es würde mir wenig nützen, Sie zum Bleiben auszusordern," sagte sie,ein Mann muß immer Gründe für fein Handeln haben, die Ihrigen glaube ich zu kennen und achte sie."

Und was denken Sie von meinem Plan, Elise und Bernard zu bitten, mich mit ihrem Wagen abzuholen?" fragte Karl, das Mädchen forschend

Unsinn.

IlotteukrwdgeStms zur WrsrrSe- steig«: S i« Spasie«. Nach BMtermeldungM aus Riel wird vermuthlich das erste Geschwader

können." , .

Diese Gründe mußte der Arzt gelten laffen; aber ehe eine WoSe vergangen war, durste nach seiner Meinung eine Ueberstedelung nicht stattfinden.

Der Oberkontrolleur sah damit seine Absicht erfüllt, weshalb er sich zufrieden gab. Nach einigen Tagen reiften die gräflichen Geschwister ab, nicht ohne vorher von Karl die herzlichsten Danke«; und Segensworte vernommen zu habe«.

Sowohl der Gras als seine Schwester wiesen diesen Dank jedoch zurück, indem sie Fräulein Wiemann als diejenige bezeichneten, die ihn allem verdient habe.Aber nächste« Jahr, Kamerad!" meinte der junge Graf,sollen Sie sich revan- chiren; ich lade Sie za den Jagden und dann dürfen sie mir Ehre machen!"

Will schon mein B ste» thun, Herr Leutnant! verficherte Karl.

Al» die Herrschaften abgereift waren, begann Wagner feine Pflegerin auf fein baldige» Scheiden

Der Werter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

29 ---- (Nachdruck verböte«.)

Kommen Sie bald wieder," sagte mehr schwermüthig als freundlich Bernard, al« er dem Besuch die Hand zum Abschmd reichte.

Auf Wiedersehen!" wünschte Josephine, aber Bernard fühlte wieder den Druck der Hand ganz deutlich, und er erwiderte ihn mit einem innigen Blick in des Mädchens aufschauende Augen.

Elise begleitete die neue Freundin ein Stück­chen und als sie zurückkam, las sie noch einmal den Brief; wollte sie sich doch auf alle jene Ein» wände oorberetten, die Karl als nur möglich ins Auge gefaßt hatte. Für jeden wollte sie die rechte Antwort haben, ihr Bruder sollte in sei­ner Bescheidenheit nicht sein und dieses herrlichen Mädchens Lrbensglück verscherzen.

Als sie jedoch am Abend de» Sturm auf des Bruders Herz beginnen wollte, hatte dieser schon vor sich selbst kapitulirt; das Erscheinen der Geliebten hatte alle seine Vorsätze besiegt, er mußte sich gestehen, daß er in diesem Kampfe sich zwar verbluten könne, niemals aber der Sieger über das eigene Herz sein würde.

So verlebten die Geschwister eine ihrer glück- lichsten Stunden, an die sie späier, da der Sturm der Leide« über sie htofegte, oft mit Inbrunst dachten.

Elise sah als einziges Hinderniß des Glücks nur bta Vater; aber wen» dieser wieder gesund

W KnldaerMIeitung

-ys**:mit Anterhallungs-AnlageIllustrirte Sonntags-Zeitung" Sfw

anwesend feto. Ä ....

X Ai« «e«-r Krrr-«ha«s - Kandidat. Ein großer Mann unter den Leuten vom Handels­vertragsverein ist der Geheime Kommrrzienrath Goldberger in Berlin. Er ist nun ohne Zweifel ein tüchtiger Mann in feinem Fache und ein guter Beobachter und Beurtheiler von in- ländifchen uud ausländischen Handelsverhältnissen. Aber es ist spaßhaft zu lesen, wie ble Leute vom Handelsvertragsverein ihn feiern und seine Be­deutung für die Entwickelung unserer Handels- politischen Verhältnisse herausstreichen. Nament. lich sucht die freihändlerische Presse der Oeffent» lichkeit klar zu machen, daß der Kaiser Herrn Goldberger besonders hoch schätze und ferne handelspolitischen Anschauungen über Amerika nach dessen Schriften und Darlegungen bilde. Der Kaiser soll danach die wirthschaftlichen Be» richte Goldbergers aus Amerikamit einer geradezu bewundernden Kritik bedacht haben", und daran wird nun in einer freisinnigen Berliner Wochenschrift folgende weitere Bemerkung ge- knüpft:Ts ist für die Tendenz der ökonomischen Entwickelung und ihre Macht bezeichnend, daß der Kaiser eines Reiches, besten verantwortlicher Staatsmann eine fchutzzöllnerische Politik ein- leitet, die Berichte eines freihändlerischen Kauf- manr:5 aus dem interessantesten Wirthschafts- gebiete von heute (eben Nordamerika!) den amt­lichen Rapporten weit vorzieht und auf jene Be- richte so gespannt ist, daß er ihre Fortsetzungen faum erwarten kann u. f. re." Und bann wird erzählt, es solle für Herrn Goldberger ein ganz neues wirthschaftliches Staatsamt geschaffen werden: der Vorsitz einer Zentrale für alle preußischen Handelskammern; und außerdem solle Herr Goldberger ins preußische Herrenhaus berufen werden! Vermuthlich werden die Herren ........................................................................

Wer war froher als Karl! Immer wieder sann er nach, wie eS wohl kwzurichten fei, daß es in nächster Zeit zu einer Erklärung zwischen beiden komme; Senn das sah er wohl ein: spielte er j tzt nicht etwas Vsrsehung, bann konnte «och eine lange Zeit vergehen, ehe der Zufall die beiden mieser zusammenfüyrte.

Nach langem Sinnen war fein Plan gefaßt. Mußte er auch selbst ein Opfer bringen, er wollte es gerne thun, um seines Freunoes und des Mädchens willen, das mit so viel Aufopferung