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mit Zlnterhattungs -Aeikage „Zlluflrirte SoMlags-Zeitung" Peterasaff« ll». 1 dwemdt).

M 68.

JuLöa, Samstag, den 22. März 1902.

29. Jahrgwg.

G Griechische Anleihen.

TS gehört kein besonders gutes Gedächtniß dazu, um sich die bösen Finanzoperationen in Erinnerung zurückzmufen, die der griechische Staat schon unternommen hat; denn sie reichen LiS in die letzten Jahre des vorigen Jahrhun­derts hinein. Er hat ja eine Zeit gegeben, die Zeit der nationalen Wiedergeburt Griechenlands, die Zeit, in der auch deutsche Dichter ihr Volk auftiefen zur aufopfernden Hilfe für das arme anterdrückte Griechenland, während deren die an die Griechen geliehenen Gelder gar nicht als eine sichere oder auch nur einigermaßen sichere Kapi- talsanlage betrachtet wurden. Damals «ahm man güechische Papiere zum überwiegende« Theile aus Mitleid mit dem schmählich unter­drückte« Volke, aus Schwärmerei für die natio­nale Wiedergeburt de- Hellenenthums, und man fragte nicht viel danach, ob man daS Geld pünktlich verzinst und später zurückgezahlt erhalten würde. Wer darüber find nun drei Vierteljahrhunderte verfloffen, und längst, längst schon sind, die ro­mantischen Zeiten vorüber, in denen man den Griechen Geld gab, ohne auf Wiedergabe und Zinsen zu rechnen. In unserer nüchternen, prak­tischen Zeit will man mit bankerotten Staate« nichts zu thu« haben, und namentlich ist man — «nd mit Recht! — empfindlich, wen« ma« merkt, daß die national Wtedergedorenen selbst sich gar nicht scheue« vor allerhand Praktiken, die ihre Staatsgläubiger unmittelbar schädigen sollen. Für solche Romantiker haben wir Kinder unserer Zett nun schon gar kein Verständniß!

Am ärgsten dagege« gi«g es mit den griechische« Fi«a«zr« im Jahre 1893 zu. In rascher Auf­einanderfolge hatten die Griechen in der Zeit von 1881 bis 1893 viele Hunderte von Millto- «en an Anleihen ausgenommen, so daß für de« einigermaßen kundigen Mann der StaatSkrach ««t noch eine Frage der Zeit war. Da kam er denn auch, und zwar in sehr bedenklich gründ­licher Form. Die Griechen setzten sich mit edler Dreistigkeit auf die Hinterbeine, erklärte« ga«z einfach, nicht zahlen zu wollen. u»d kümmerten sich nicht im geringste« um die voraufge­gangenen Abmachungen über die Sicherheiten, die sie für die verschiedenen Anleihe« gestellt hatten. Sie nahmen diese Sicherheiten nun ganz unverfroren wieder für sich selbst in Beschlag, und die Inhaber griechischer StaatSpapiere be­kamen das unanaenehme Gefühl, als könnten sie sich mit diese» Papieren getrost die Pfeife an­zünde«, ohne weiteren Schaden an ihrem Ver­mögen zu nehmen. Kurz uno gut, die griechischen Staatsgläubrger bekamen Jahre lang nicht einen rochen Heller. Aber es dauerte nur 5 Jahre bis zur nächsten großen Anleihe: 1898 erschiene« die Griechen schon wieder mit leeren Tasche» u«d mit der Bitte um neuen Kredit, und er gelang chnen auch wirklich, solchen in der Höhe vo» 160 Millionen zu erhalten. Aber sie mußten sich die Gesetzgebung einer internationale» Gläu­bigerkommission gefallen laffen, die darüber zu wachen hatte, daß bestimmte Staatseinnahmen z« Gunsten der griechische» Gläubiger verein- «ahmt würde. Derartige Sicherheiten waren Früher auch gestellt worden, und voch kümmerten sich die Griechen nicht im mindesten darum, und «in vorsichtiger Mann wird erneuten solchen Ver­sicherungen nicht mehr ohne Weiteres Glauben schenken.

Nichtsdestoweniger brauche« die Griechen auch Jetzt schon wieder sehr viel Geld: die neueste griechische Anleihe soll in dem Betrage von 35 Millionen untergebracht werden, und ein Bankhaus hat sich zur Vermittelung des Geschäftes Hergegebe«, das seine» Wohnsitz in Deutschland hat, nämlich dar Bankhaus von Erlanger und Söhne in Frankfurt am Main.

Früher waren es außer dieser Firma auch tzie Nationalbank und die Firma S. Bleichröder, die sich mit der Vertreibung griechischer Anleihen beschäftigten. Aber ihnen ist das griechische Ge­schäft augenscheinlich zu anrüchig geworden, und «unmehr erscheinen Erlanger und Söhne allein mit der neuesten griechische» Anleihe auf dem Markte. Was eS damit für eine Bewandtniß hat, möge man daraus entnehme«, daß diese An­leihe höchst wahrscheinlich an de« Börse« gar «icht zur offiziellen Auflegung wird zu­gelassen werde». Daraus kann man schon «sehen, wie es damit bestellt ist: so faul nämlich, wie möglich, und wer klug ist, gibt nicht einen Pfennig für die sonderbaren Romantik« am Hellespont.

Es ist nun ohne Zweifel lei» gesunder Zu­stand, daß ein Bankhaus so ohne Weiteres mit einer Anleihe hausire« und auf de« Bauernfang

gehe» darf, von deren Schwindelhaftigkeit oder doch wenigstens großer Unsicherheit alle Welt voll- komme« durchdrungen ist. Gewisse Leute werden bekanntlich niemals alle; und die Zeitungen mögen nun schreibe« und warnen, was und so viel sie wollen, es werden am Ende doch noch so und so Viele vo» denen, die nicht alle werden wollen, an den ausgesteckte« Leimruthen hängen bleibe«. Das Bankhaus Erlanger und Söhne kann unmöglir i diese neueste Griechenanleihe sür solide halten un i sucht dennoch Dumme dafür einzusangen, die Geld darauf geben. Sollte es nicht endlich an der Zeit sein, durch ein geeignetes Gesetz solche Praktiken unmöglich zu mache«?

Die solide» Fi«a«zkreise und Bankfirmen selbst sollten sich im Jntereffe ihres eigene« Rufes und Ansehen« zusammenthu», um einem solche« Gesetze die Wege ebne« zu helfen!

Wie lies ist das Meer?

Von St. Karl Kuntze.

------ (Nachdruck verboten)

Während seit Jahrtausenden das feste Land den begabtesten Männern aller Zeiten und Völker Gegenstand scharfsinnigster Forschungen war, während Gelehrte und Naturforsch« dasselbe «ach alle« Richtung«« durchzogen, blieb bis «och vor kurzer Zeit dar Meer in eine« geheimniß- vollen Schleier gehüllt. Des Ozeans Tiefe» mit ihren Wunder» und Schrecken waren bisher dem menschliche« Auge und Geiste verschloffen. Die A«regu«g zu einer Untersuchung der Meeres­tiefe« gaben die Vereinigte« Staate« von Nord­amerika, unter Leitung eines Mannes, der sich in der gesammten zivilifirten Welt eine« be­rühmten Namen erworben hat.

Mamy, Kapitän der amerikanischen Marine, gab durch seine Bemühungen dem ganzen see­männischen Stande eine höhere Stufe; ihm ist es gelungen, jenen bewunderungswürdigen Berg­rücken zu entdecken, auf dem dar transatlantische Kabel vom Kap Nace in Neufundland bis Kap Elear in Irland gelegt werde« konnte, ja die Auffindung dieser Bergrückens rief die erste Idee zur Legung bei Telegraphen wach, da hier die Möglichkeit zu Tage kam, nicht so ungeheure Tiefen überwinden zu müffe«.

Die Ergründung der Meerestiefen erstreckt sich nicht über gewiss« Grenzen hinaus, die ge­bräuchliche« Instrumente erlaubten keine sicheren Messung«« auf größere Tiefen und ste konnte« sich nur auf die Nähe der Küsten und flacheres Waffer beschränken. Auf guten Karten fand ma» Tiefe» bis zu 300 Klafter verzeichnet, daS eigent­lich „blaue Waffer" aber galt als unergründlich. Wiffenfchaftlich gebildete Seefahrer versuchten auf alle mögliche Weise, die Tiefen des blauen WafferS zu ergründen, allein ihre Bemühunge» scheiterten. Ihre sinnreichsten Erfindungen, auf de» Grund dieser unermeßliche» Tiefen zu ge­langen, erwiese» sich auS physikalischen Schwierig­keiten, die sich ihnen allseitig entgegenstellten, als durchaus unausführbar. D« Druck deS WafferS, schon i» geringen Tiefen, zeigte sich als enorm, die Kompression der Elementes war in größeren Tiefen so ungeheuer, daß die versenkten volu­minöse« Instrumente verloren ginge«, da eS eine positive Unmöglichkeit war, dieselbe» wieder a» die Oberfläche zu ziehen.

Gedenken wir des allbekannte» Gpielwerkes, welches zur Belustigung der Reisende» vo« den Seeleute» unternommen wird, um eine» schwache« Begriff vo« dem mächtige« Druck deS WafferS ■iu erhalte». Ei»e leere Weinflasche, fest und sicher verkorkt wird dem Senkloth übergebe». Die Flasche kehrt sich, sobald fie vom Beigewtcht x die Tiefe gezogen wird, mit dem starken Ende nach oben und ihre« Hals dem Meeresgründe zu.

Nachdem kaum 1500 Fuß Faden abgelaufen, wird das Ga«ze vorsichtig (sonst würde die Log- eine reißen) an die Oberfläche gezogen, und o Wunder — die Flasche ist nicht mehr leer, die 3uft ist heraus u»d durch Seewaffer ersetzt, der Kork aber unvnsehrt!

Vielfach glaubte mau, sobald das Senkblei >en Meeresgrund erreichte, man eine» Stoß ühlen und die Seiet nicht mehr auSlaufe« würde, allein man bedachte nicht, daß eS nur et»« Tiefe von einige» tausend Fuß bedurfte, um die aus­gelaufene Leine schwerer als da- Senkblei und omit den «wartenden Stoß «nfühlbar zu machen, a«ch konnte man nicht wissen, daß die unteren Me«esströmu»gen die ziemlich starke Leine mit ich fortriffen.

Den Schall zu Hilfe zu rufen, versäumte man auch nicht, um sich Gewißheit zu verschaffen: ma« versenkte mit Pulv« gefüllte Körper, die nach ein« bestimmte» Zeit explodire« müßen, um «ach dem Schall der Explofio« die Tiefe zu berech»e«. Die Explosion fand statt, fie gab sich an der Bewegung der Welle» kund, jedoch kein Laut gelangte an die Oberfläche. Kurz, was für

gewöhnliche Tiefen ganz genaue Resultate lieferte, erwieS sich für bte Tiefen des Ozeans unanwend- bar. Dem i« ihnen herrschenden Wasserdrücke von vielen hundert Atmosphäre« konnte kein Instrument widerstehen.

Die Forscher wurden durch daS Fehlschlagen aller dies« oft sehr kostspielige« Versuche keines­wegs estmuthigt; man verfiel bald auf ei« ebe» so ««facher, als glücklicher Mittel, dessen Ver­such allen Erwartungen entsprach.

A« ganz gewöhnlichem Bindfade« befestigte ma« et«e 30pfündige Kugel und warf fie über Bord, 5kugel und Fade» waren natürlich ver- lorev, ab« man bekam Grund. Die ganze Länge deS FadeuS «ar vo» hundert zu hundert Fuß genau abgemessen: wenn er mit Auslaufen nachließ, wurde er abgeschnitten und man konnte auS dem zurückgebliebenen Ende die Tiefe wissen.

DaS geringe pekuniäre Opfer kam dabei, de« gewonnenen Resultaten gegenüber, in keinen Be­tracht, ma« war im Stande, die Tiefe» deS Ozeans zu messe», und die Wissenschaft war um ein wesentliches gefördert. Vielfältige Versuche gaben eilte große Fertigkeit in diesem Verfahren, und um die Messungen ganz stcher zu machen, befolgte man Erfahrungsregeln, zu denen gehörte, daß man für die ersten 3—500 Faden den Bind­faden verdoppelte, daß man ihm überhaupt eine bestimmte Stärke gab und die Zeiten »otirte, in welchen die ersten 100 Faden ausliefen. Im Jahre 1851 erließ die amerikanische Marine­behörde ein Reglement für das Verfahren bei Tiefmeffunge« im Ozean und seit jener Zeit wurde« von den V«einigten Staate», England, Holland, Frankreich rc. diese Lochungen mit einem Eifer betriebe», daß Manry auf Grund des ge­sammelten Materials vom Nordatlantischen Ozean eine orographische Karte konstruiren konnte, die ei» höchst anschaulicher Bild vom Aussehen des Meeresbodens gibt.

Wir finden ans dieser Karte die Tiefen der »ordatlantischen Beckens des „Blau - WafferS" variiren zwischen 9000 und 40,000 Fuß. Die Mitte deS Beckens ungefähr umfaßt de» flachsten Theil in sich, vom 55. bis 30. Glatze nördlicher Breite bildet er einen sich nach Süden verengen­de» Gürtel, der vom 30. bis 35. Grade west­licher Länge am schmälsten ist, aus ihm wechselt die Tiefe vo» 9—12,000 Fuß, auf seinem nörd­lich sich hinziehenden Rücken ist später dann daS transatlantische Kabel in einer DurchschnittS-Tiefe vo« 10,000 Fuß gelegt.

Zwischen dem 45. bis 67. Grade westlicher Länge befindet sich daS tiefste Becke» im Süden von Neufundland, hier ergaben die Lothunge« eine wechselnde Tiefe von 30—40,000 Fuß.

Diese günstigen Resultate spornten den tüch­tigen Seefahrer an, de» südatlantische» und de« stillen Ozean orographisch festzustellen; eifrigst und sorgfältigst angestellte Lothunge» ergäbe» da­selbst bedeutendere Tiefen. Beispielsweise fa»d man ca. 100 Meilen von der La Plata-Mündung eine Tiefe vo« 50,000 Fuß.

Diese enorme Tiefe könnte zweifelhaft er- cheinen, jedoch kreuzte« dort einige Zeit später i«ei amerikanische Kriegsschiffe, die 45, 46 bis 48,000 Fuß lothete«. Der vorgeschriebene Bind- ade« muß 0,07 Zoll Durchmesser haben und irka 1100 Faden auf das Pfund messen bei einer Kugelschwere von genau 32 Pfund.

Auf diese Weise fi»d viele Tausende vo» Lothunge« gemacht, die »ach einem System ver- ölgt wurden, indem der Ozean in Netze gelegt, >eten jeder Theil 5 Grad Länge und Breite einschloß.

Wenige Jahre genügten nun, um ei» Bild der Grundzüge des Ozeans darstellen zu können, und man hat es heute dahin gebracht, überall die Tiefen des Meeres zu messen.

Nermifchtrs»

♦ Maudervitt nxb »ie Mankos«!. Set amerika­nische Millionär Banderbilt hat, wie der,Belo' erzählte eine merkwürdige Erfahrung mit feinem Automobil nur dem Maulesel machen müssen. Wie man weiß, ist der nnge Herr ein leidenschaftlicher Automobtlfahrer, der einen größten «Stolz daran setzt, mit seinem schnellen Sefährt immer neue Rekords aufzustellen. Um zu einem fit feine Bemühungen geeigneten Platz zu kommen, mußte er von feinem „Schloß" auS durch ein kleine- Rest fahren. Sert paffirte eS ihm trotz feiner Geschick­lichkeit eines TageS, daß er einen Maulesel überfuhr. Er mußte halte», und der Besitzer bei Thiere- stimmte laute Klagelieder an; ober seine Trauer verwandelte ich in Helles Entzücke», als ihm der Millionär zur Ent- chädigung hundert Dollar- in die Hand drückte. Da- Gerückt vo» feiner Freigebigkeit verbreitete sich, und am nächsten Tage fand Vanderbtlt auf seinem Wege eine ganze Anzahl beharrter und gehörnter Thiere von höchst erbärmlichem Au-sehe». Wieder fuhr et eines an, wieder ertönte da- Jammergeschrei, und wieder zahlte er seine Entschädigung. Seine Sroßmuth sollte chlecht belohnt »erbe». Ste Straße bevölkerte sich derart mit alle» möglichen Thiere», daß et kam» noch durch­kommen konnte und einen andern Ort suchen mußte, w» et sich ungestört mit seinem Automobil tummeln konnte.

♦ Mas Mnnderkinber verdiene». Von Kinder«' die ein fürstliches Einkommen haben, erzählt eine eng­lische Zeitschrift: Besonder- bte Konzertbühne hat sich schon für eine Reihe von musikalischen Wunderkindern alS eine wahre Goldgrube erwiesen. Zu diese» Glück­lichen gehört auch der kleine Pianist Pepita Rodriguez, der vor fünf Iahten in Ferrol tu Spanien geboten wurde, und der zur Zett der Weltausstellung in Part- die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt erregte. Al- Dreijähriger konnte er jede Melodie, die er einmal !ehött hatte, auS dem Gedächtniffe spiele». BiS jetzt at er nur wenig regelmäßigen Musikunterricht gehabt, und doch erhielt er bei seinem Auftreten in bet letzten Saison in Pari- für den Abend 2000 biS 4000 Mark. Jetzt hat et sich kontraktlich zu 50 Vorstellungen für je 8000 Mark in den Vereinigten Staaten verpflichtet, und man kann ihm sichet Voraussagen, daß er, biS seine Schulzeit herankommt, ein Vermögen erworben haben wird. Joseph Hofmann verdiente im Älter von zehn Iahten 6000 Mark jährlich. Er wat ein Schüler Rubinsteins, reifte durch ganz Europa und konzertirte in allen großen Städten. Da er sein Einkommen aber »och vergrößern wollte, ging er über den »großen Heringsteich" und verdiente in 52 Konzerten 240,000 Mark; bann zog er sich zurück, um seine Ausbilbung zu vollenden. Ein anderer Wunberjüngling, Otto Hegner, verdiente 600,000 Mark, ehe er noch fein zweite- Jahrzehnt vollendet hatte, und zog sich daraus zurück. Sa er aber des Nichtsthuns bald müde wurde, begann er gegen sehr hohes Honorar zu unterrichten und verdient dadurch jährlich gegen 200,000 Mk. Set erfolgreichste kindliche Schauspieler war zweifellos W. H. Betty, da- Kind RoseinS genannt. Mit acht Iahten ging et auf die Bühne und mit elf »ar er der Star im Eovenl Garde» Theater und in ganz Großbritannien. Er wat so beliebt, daß et länget als ein Jahr jeden Abend 1200 Mark verdiente, und mit 16 Jahren zog er sich mit 800,000 Mark zurück, um sich ausbilden zu taffen. Fünf Jahre später erschien et wieder, aber feine Beliebtheit war geschwunden, so daß er sich inS Privat­leben zurückzog und von feinem in der Jugend erworbe­nen Vermögen lebte. Italien ist stolz auf seinen jugendlichen Bildhauer Viktor Righetti, der im Alter von zehn Jahren schon die außerordentliche Summe vo» 80,000 Mark jährlich verdiente. Righetti modellirte, lange ehe er gehen konnte, Figuren, die für 1000 Mark verkauft wurden, und obgleich er noch nicht fei» zwanzigstes Jahr erreicht hat, verdient et vielleicht mehr alS jeder andere italienische Bildhauer. Willie Hoppe auS Cornwall Landing, Rewyork, ist für fein Alter der geschickteste Billardspieler, der bisher bekannt geworden ist. Et ist noch nicht zwölf Jahre alt und verdient seit einiget Zeit schon 1400 Mark wöchentlich. Er hat bereits eine Tournee durch Europa unternommen und Meister wie Bert Laylor, Burroughes und Voscouo, die zu den besten lebenden Billardspielern gehören, geschlagen.

' Die reinigende Kratt der Sonne. Interessant« Untersuchungen hat Professor v. Esmarch in Kiel an­gestellt, die beweisen, daß die Sonne unter Umständen ein übetau- wirksames Reinigungsmittel abgibt. Et füllte Kleidet, Betten, Felle, Möbel, Wäsche rc. mit den verschiedensten KtankheilSettegetn, setzte fie den Sonnen­strahlen auS und untersuchte dann alle Stunden, ob und wo Pilze al- KrankheitSerteget noch vorhanden waren. Sie Ergebnisse waren, wie die ,Med. Wochenscht/ mit- theilt, durchaus günstige. Namentlich bte Cholera- Bazillen wurden nicht nur an der Oberfläche, sondern auch an den tieferen Schichten bet Betten rc. schnell durch die Sonnenstrahlen getöbtet. Ebenfalls vernich­tend, wenn auch erst nach längerer Zeit, wirkte die Be­lichtung auf die Bakterien des TyphuS, deS Milz­brand-, bet Tuberkulose, der Lungenentzündung und anbetet Krankheiten. Demnach habe» wir in der Be­sonnung da- beste und billigste, weil kostenlose Sei« infektionsmittel. Für daS tägliche Leben ist das natür­lich von außerordentlicher Bedeutung. Senn da sich fast stets und überall Krankheitserreger befinden, so muß man alle Gegcnstände, die mit unserem Körper in Be­rührung kommen, wie Kleider, Wäsche und Betten, öfters mehrere Stunden hindurch den Sonnenstrahlen auS» setzen. Dadurch werden die wenigen anhaftenden Keime edeSmal getöbtet, können sich also nicht so leicht zu olchem Uebermaße vermehren, daß der Mensch ihnen erliegen muß.

• Eine sonderbare Heschichk« wird dem,Figaro" au- Anger- gemeldet. In einet Gemeinde bet Chalet beauftragte der Maire den Feldhüter und einen Bäcker, das wahnsinnige Semeindemitglied Legrand in baS Irrenhaus St. Bemme- bei Anger- zu führen. Unter­wegs bemerkte bet Feldhüter, daß Legrand just an diesem Tage ganz vernünftig war und eS schwer fallen würbe, ihn gutwillig zum Eintritt in bas JrrenhanS zu bewegen. Man beschloß, den Irren daher betrunken iU machen, und die drei Helden führte« in einer Schenke n AngerS eine kleine Orgie auf. Legrand wat bald lark berauscht, aber seine beiden Wächter noch mehr,, und a(8 das Trio ix bet Irrenanstalt erschien, konnte der Direktor auS den Reden d.r drei Betrunkenen nicht klar werden. Et telegraphirte daher an den Maire bet Gemeinde kurz: „Welcher ist »er Verrückte von den Dreien?" Ser Matte antwortete „Legrand." Ser Telegraphist aber übertrug: „Le grand“ (bet Stoße). Der Direktor ließ nun die drei Männer messen und lie­be» Feldhüter kurzer Hand alS den größte» vor ihnen tx bte Zwang-jacke stecken. Vergebens schrie dieser: »Ich bin ja gar nicht der Verrückte, ich bin der Feld­hüter !“ Je mehr er sich aber wehrte, um so über­zeugter »er max von feinem Wahnsinn. Ser Jrrthum wurde aber erst drei Tage später enthüllt, als der toll» Legrand bei der Frau de- Feldhüter- eintrat und sagte : »Ich wußte nicht, daß bet» Mann wahnsinnig ist, aber ich habe ihn selbst in die Irrenanstalt geführt."

Rekla«e«. n»> Axzeigextheil.

Am verkehrten Platz

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