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Juköa, Freitag, den 21. März 1902.
29. Jahrgang.
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sa-e», daß Josephine für ibn ein außerordentliche- Interesse bekundet, daß sie über fein tben, seine Beschäftigung, seine Steigungen sich atte so eingehend unterrichten lassen, daß bloße Neugier keine genügende Erklärung dafür geben konnte.
energischer Wille es verhindern kann, daß sich diese Empfindungen kund geben; sie auszurotten bedarf es jahrelanger Selbstzucht.
Der junge Mann, der mit dem heroischen Entschlüsse, gegen die Liebe in feinem eigenen Herzen einen Kamps zu führen, einschltes, sollte bald genug e fahren, daß fein Herz stärker war als sein Verstand.
Tag um Tag mußte er gegen die Versuchung ankämpsen, nach Hargut hinauSzureiten, und ehrlich gestand er sich ein, daß es weniger die Sorge um Karl Wagner, sondern die Sehnsucht nach Josephine war, die diese« Wunsch «achries.
Eine ganze Woche hatte er, mit sich selbst kämpfend, auSgrhalten. als seine Schwester ihn bat, doch noch einmal nach Karl zu sehen, da sie wohl ahnte, was mit ihrem Bruder oorging, aber seine Zurückhaltung ganz auf Konto seiner Bescheidenheit setzte, während in Wirklichkeit ein gut Theil davon auf daS Schuldbewußtsein kam, von dessen Berechtigung die Schwester nichts ahnte.
So mußte sich denn Bernard, wollte er der Schwester nicht einen lieben Wunsch versagen, abermals auf den Weg nach Hargut machen, ließ jedoch vorher durch den Arzt anftagen, ob sein Besuch angenehm sei.
Diekmal war die Zusammenkunft ganz anderer Art und sehr verschieden von derjenigen, die eine Woche früher stattgefunden.
Der junge Graf ließ es sich nicht nehmen, de, Freund seines Freundes, wie er sagte, die die Honneurs zu mache», die freilich mehr burschikos als aristokratisch suSfirlen, trotzdem aber de» Besucher auf ein Gebt« drängte», ba:
t« die Hand zu nehmen. Nach längerer Debatte, au der sich auch die Abgg. Herold und Müller und Herr Landrsth SteffenS beteiligten, konnte der Vorsitzende die allgemeine Anschauung dahin feststellen, daß die Gründung von Orts vtehversich-rungs. Gesellschaften für den Kreis F»l)a von der allergrößten Bedeutung sei und deren Gründung möglichst bald zu wünschen sei.
Herr ReichstagSobgeordneter Müller-Fulda nahm darauf das Wort zu folgenden Ausführungen:
Meine Herren! Der Herr LandwirthschastS- Minister von PodbielSki hat mich beauftragt, dem heute hier versammelten Bauerntag einen freundlichen Groß zu bestellen. Der Herr Minister ist leider verhindert, selbst hierherzukommen, sonf würde er sich gefreut haben, persönlich am Bauern» tag theilzunehmen. Ich hoffe aber, daß er uns ein andersmal diese Ehre schenken wird, nämlich bei Eröffnung des von einem großen Tdei der anwesenden Herren angestrebten Korn Hauses. Dieses führt mich gleich zum zweiten Theil meines Auftrages, ich kann Ihnen nämlich heute die angenehme Mittheilunq machen, daß sich der Herr Minister für diese Angelegen- heit sehr lebhaft interessirt und Ihnen von der hierfür angeforderten Summe einstweilen den Tbeilbetrag von 35000 M., die er noch für solche Zwecke szur Verfügung hat, fest zusaßt. Auch den Rest sollen Sie erhalten, sobald weitere Mittel frei werden, was in nicht mehr ferner Zeit der Fall sein wird. Sie können also jetzt ruhig ihre Vorbereitungen treffen und de« Bau in die Hand nehmen, er wird ja doch einige Zeit erfordern und bis dahin wird auch der Rest des Geldes zur Verfügung stehen. Die Bedingungen sind die günst'gsten, welche über- Haupt bisher gestellt worden stnd. Die Genossen- schsft hat im ersten und zweiten Jahr je l°/0, im dritten 1'/««/», im vierten 2°/., im fünfte« 21/*°/o Zinsen zu zahlen. Sie sehen daraus, ,aß der Herr Landwirthschaftsminister Ihren Bestrebungen sein Wohlwollen zu Theil «erden äßt u»d ich möchte auch Sie bitten, dieses Entgegenkommen durch Vertrauen zu vergelte» und ich ohne Scheu durch ihre berufene« Organe, den Kreistag und die Landwirthschastskammer, a» den Herrn Minister zu wenden, wen» die andwirthschaflliche« Interessen einer Förderung bedürfen. Ich kenne den Herrn Minister seit 9 Jahren persönlich, er »ar mein früherer Kollege m Reichstage und so wie er ;chon als Staats- ekretär desReichSpostamts gerade dem flachen Lande sein Wohlwollen zugewendet hat, so wird er auch jetzt als Landwirthschaftsminister erst recht bestrebt sein, den ländlichen Interessen überall eine Fürsorge angedeihen zu lasse«. Ich möchte dies umsomehr betonen, weil ich erst dieser Tage in einer Z-itung laS, er habe auch nur chöne Reden für die Landwirthschaft; ich kann Ihnen dagegen sage», und seine Zusage für das Kornhaus beweist es Ihnen ja, er hat auch wirk- ich ein w a r m e S H e r z für die Landwirthschaft und Sie dürfen ihm volles Vertrauen schenken. Meine Herren! Nachdem daS Kornhaus nun soweit «sichert ist, möchte ich diejenige«Anwesende», welche entsprechende» Körnerbau haben und noch ! nicht beigetreten sind, bitten, nun gleichfalls der
Fuldaer Bauerntag.
Fulda, 21. März 1902.
Die Fuldaer Bauernvereine hielten gestern Nachmittag im großen «aale der „Har- monie" ihre diesjährige Generalversammlung ab, der u. a. auch die Herren ReichStagSabgeord- neten Herold und Rich. Müller, Herr Land- lagSabgeordneter Geheimer Regierungsrath Dr. Goebel, sowie Herr Landrath Steffens bei- wohnten.
Der Vorfitzende der Centralstelle der Fuldaer Bauernvereine, Herr Direktor Schoppmann, eröffnete die Versammlung gegen »/,3 Uhr mit einer herzliche« Begrüßung der Gäste und Mit- glieder und einem Rückblicke auf die Beschlüsse der letzte« Generalversammlung. Redner wies sodann darauf hin, daß vom 1.—5. April an d-r hiesigen Landwirthschaftlichen Winterschule rin Obstbaukursus abgehalten werde, dessen Besuch er allen Landwirthen aufs wärmste ans Herz legte, um so mehr, als damit keinerle Unkosten verknüpft sind. Ebenso empfahl er de» Besuch der Landwirthschaftlichen Winterschule für die angehenden Landwirthe
Herr Direktor Scho ppm aun sprach sodann über die neue von der Landwirthschastskammer herausgegebene Buchführung für landwirth. schastliche Betriebe. Die äußerst praktisch eingerichteten drei Bücher, die zusammen von der Landwirthschastskammer für nur 1 Mk. 20 Pf. zu beziehen stnd, können allen Landwirthen aufs dringendste empfohlen werden.
Der nächste Punkt der Tagesordnung lautete: Vortrag über die Viehoersicherung, von Herrn Direktor Schoppmann. Nach kurzer Darlegung der Noth Wendigkeit, den oft recht schmerzlichen Verlusten im Viehstande durch Verstcherung vvrzubeuge«, erörtert; Redner die Von heile und Nachrheile, die einerseits in Pri- vatoersicherungSgesellschafte« und andererseits die OrtSoiehoersicherungS-Vereine biete«. Da bei ersteren im Allgemeinen die Prämien ziemlich hoch find, wurde lediglich dar letztere Versiche- rungssystem erörtert. Redner empfahl die Grün- düng von Viehversicherungsvereinen i« möglichst allen Gemeinde« deS Kreises Fulda (u»d der Nachbarkreise) und den Zusammenschluß all dieser Vereine in einen Kreisoerband. Ein Statute». Entwurf für derartige Viehversicherungsvereine wurde verlesen und erläutert.
Ein Vertreter der Perleberger Viehoer» rficherungS-Gesellschaft empfahl die Versicherung bei dieser Gesellschaft, die sehr große Vortheile biete und einer eigenen Gründung vorzuziehen sei. Herr Oberamtmann Köhler- Neuenberg hielt die Gründung vcn Ortsversicherungs-Vereine» für besser und vortheilhafter.
Herr Amtsgerichtssekretär Drinnenberg wies auf Versuche dieser Art, die schon früher rm hiesigen Kreise gemacht wurden, hi« und em» Pfahl den Raiffeisenoereinen, die Biehverstcherung
Kornhausgenossenschaft beizutreten ' und damit ihren Wille», die gemeinsamen Interessen der Landwirthschaft zu fördern, zu ; beroeifen.
Herr Landrath Steffens dankte dem Herrn Abg. Müller für seine Ausführungen und hob hervor, daß nunmehr der hiesigen Kornhausgenoffenschaft keine Schwierigkeiten mehr im Wege stehe«. Es sei aber auch nothwendig, daß dir Landwirthe derartigen Einrichtungen, wie sie vom Staate und den sonstigen Behörden im Interesse der Landwirthschaft ins Leben gerufen werden, kein Mißtrauen entgegenbringen. Es gelte das nicht bloß vom Kornhause; dasselbe Mißtrauen zeige sich z. B. in Betreff der Fern- sprechstellen, die einige Gemeinden gar nicht haben wollten, ferner bei den Maßregeln zur Hebung der Rindviehzucht, wofür der Kreis große Summen aufwende, die meisten Gemeinden aber wollten nichts davon ra ffen.
Herr Oberamtmann Köhler-Neuenberg forderte zur regeren Bitheiligung an der Korn- houSgenoffenfchaft auf und ersuchte unter Zustimmung der Versammlung Herrn Müller, dem Herrn Landwirthschaftsminister zu danken für das wohlwollende Jntereffe, welches er den Fuldaer Bauer« bewiesen habe.
Der letzte Punkt der Tagesordnung lautete: Vortrag des Herrn ReichllagSabg. Herold über die Getreidezölle. Herr Abg. Herold wies zunächst auf den langsamen Fortgang der Kommisfionsberathungrn hm, deren Esde «och gar nicht abzusehen sei. DaS in der Kommission bereits dmchberathene Zolltarif-Gesetz enthalte schon einige für die Landwirthschaft wichtige Be. stimmungen, z. B. daß Minimalzölle für Getreide eingeführt werde« sollen, ferner Beschränkungen der Konzession für gemischte Transitlager rc. Auch sei ein Antrag eingebracht worden, daß die auS den Zöllen auf Lebensmittel sich ergebenden Mehrerträge zur Erleichterung der Durchführung einer Wittwen- und Waisen- verstcherung verwendet werden müsse«. Ein an- derer Antrag, diese Erträge ähnlich wie bei der lex Hnene^ben Kreisen zur Verminderung der KreiSlasten zu überweisen, fei abgelehnt worden, weil er der Gerechtigkeit nicht entspreche. Gerechtigkeit müffe in allen Dingen herrschen. WaS nun die Höhe der Zölle für die einzelne» Getreidearten angehe, so fordere bekanntlich der !stund der Landwirthe für die drei Haupt» Getreidearten eine« Mtnimalzoll von 7 A. 50 sf>; dieselbe Forderung fei auch von einigen Bauern- Vereinen erhoben worden. Zölle in dieser Höhe eien ja auch für die Landwirthschaft recht roüx» chenS werth, aber sie seien nicht erreichbar. Er »rrsünlich habe niemals eine solche Forderung auf» stellt; wen» das von gewiffrn Z-ttungen behauptet werde, so sei das durchaus unwahr. Er iahe nur eine rechnerische Aufstellung gemacht, daß zur Sicherung deS gewiß nicht zu hohen Preises von 16 A für Rogge« und von 20 A ür Weizen ein Zollsatz von 8 A. für Weizen und von 6 A. 50 H für Roggen erforderlich sei. Diese rechnerische Aufstellung sei unbestreitbar richtig; aber et habe nie gesagt, daß er Zölle in liefet Höhe verlange. Er fei zwar Überzeugt, daß >ei solchen Zöllen eine ungesunde Preissteigerung
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ihm fremd war und auf welchem er sich nut gezwungen bewegte. Karl fühlte dies und suchte zu vermitteln, was ihm auch soweit gelang, daß dem Grasen die ungemüthliche Situation seines Gastes nicht auffi l, womit alles erreicht war, was unter den ovwaltenden Umständen sich erzielen ließ.
Erst später, als sich der Gras zurückzog, seinem Papa in gewohnter Weise Gesellschaft zu leisten, konnten sich die Freunde ungestört unterhalten, und seltsam, «ach wenigen Minuten schon wat daS Gespräch auf Fcäulein Wiemann gebracht.
Dem Freunde erzählte Karl, daß auf fei« Bitten hin sich Josephine jetzt wieder mehr der junge« Gräfin wiome, da er sich selbst helfen, lesen und im Hause hecumgehen könne, außerdem am jungen Grafen, der gewiffenhaft feine Zeit zwischen dem Vater und ihm theile, einen angenehmen Gesellschafter habe.
Die letzte Bemerkung betrachtete Bernard nun mehr als ein liebenswürdiges Kompliment, denn als Ausdruck deS wahren Empfindens seines Freundes. Innerlich erfreut war er, als er vernahm, daß die Gräfin und der Graf im Laufe der Woche nach Münster gehen würde«, der Graf dessen Urlaub abgelaufen, i« daS Regiment zurückkehrend, die Gräfin Faber eine befreundete Familie besuche, mit der fie de« Rest der Wintersaison zu verleben gedachte.
„Unb wird Fräulein Wiemann sie begleiten?" fragte Bernard, um gleich, nachdem er die Frage ausgesprochen und er des Freundes Blick schelmisch auf sich gerichtet x:; cU syhi; zu erröthen.
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Sinnenlebea so viel Nahrung, daß nur ein ganz
des Getreides nicht eintreten werde, aber eS sei sicher, daß Zölle in dieser Höhe durchaus nicht zu erreichen seien. Es sei ein großer Fehler, wenn man in die landwirthschaftliche Bevölkerung eine Erregung hereingetragen habe und Hoffnungen erweckt würde«, die unerfüllbar sind. Eine große Mehrheit der Kommisstons-Mitglieder habe sich geeinigt einen Zoll von 5A 50^ fürRog- gen und Hafer, von 6 A 50 für Weizen und von 5 A. für Gerste zu beantragen und man werde sich bestreben, diese Sätze durchzusetzen. Dem Zustandekommen des Gesetzes drohe eine dreifache Gefahr: 1) Von Seiten der positive« Parteien, also von denen, die Werth auf daS Zustandekommen des Gesetzes legten. Es würden von dieser Seite viel zu viel Anträge gestellt, die keine Aussicht auf Annahme haben. Dadurch gehe viel Zeit verloren und es werden dem Gegner Stoff zu endlosen Debatten geboten; 2) von Seiten der Verbündete« R-glerungen, die bisher eine ablehnende Haltung gegen alle Beschlüsse der Kommission einnehmen und starr an ihrer Vorlage festhalten. Es sei aber zu hoffen, daß diese Schwierigkeit schwinden werde; 3) von Seiten der Linken, also der Sozialdemokraten und Freisinnigen, die durch zahllose Anträge und endlose Debatten und namentliche Abstimmungen die Erledigung der Vorlage zu Schanden machen. Wenn das Gesetz, wie er hoffe, zu Stande komme, dann werde sich zeigen, daß sowohl die Erwartungen der einen Seite, wie die Befürchtungen der andere« Seite weit übertrieben seien. Es sei nicht einmal sicher, daß die Zollerhöhung eine Steigung der Getreidepreife herbeiführen werde, jedenfalls aber werde wohl dem weiteren Sinken Einhalt gethan und so werde der neue Zolltarif sich als «in wirksames HtlfS- mittel erweisen zur Erhaltung der Landwirth- schäft und zum Segen des gejammten Vaterlandes.
An der nun folgenden Debatte beteiligte« sich zunächst die Herren Oberamtmann Gundheim-Ziehers, Henrich, Reinhardt-Mauer- chell, Oberamtmann Köhler-Neuenberg und Reichstagsabgeordneter Müller -Fulda. Letzterer machte folgende Ausführungen:
M. H. In einem ,Kreisblatte' las ich liefet Tage „es fei nicht ausgeschlossen, daß bte Tatifoorlage scheitert und dies wäre für die deutsche Landwirthschaft ein schwerer Schlag, für unsere Volkswirthschaft eine Nieder- age von verhängnißvoller Beden- ung, deshalb müsse immer wieder »avor gewarnt werden, den Bogen zu überfpannen." Dieser Ansicht kann ich vollständig beipflichten; eine solche Gefahr >e steh t th at sächlich, ich würde es bedauern, wenn die Anstrengungen der Regierung, eine« «eue« Zolltarif durchzubringen, der die Zage der Landwirthschaft bessern soll, vergeblich ein würden und es nachher beim Alten bleibe« müßte. Wie die Dinge aber einmal liegen, kann ich mich der Befürchtung nicht verschließen, daß es so kommen muß, wenn auf die seitherige Weise fortgearbeitet wird. Wer den Zolltarif ernstlich will, darf die gegebene Arbeitszeit nicht mit Kleinigkeitskrämereien zer-
Und er? Mit allen Fasern seines HevzenS zog es ihn hin zu diesem Mädchen, ihr Bio schwebte ihm als die verkörperte Schönheit, ihr handeln als das Muster üeS Guten vor. Aber konnte, durfte er seine Augen zu diesem Mädchen erheben, daS um so vieles besser und klüger war als er, deren Name gewiß rein und fleckenlos war, während der [einige vielleicht in Wochen öffentlich gebrandmcltkt wurde, als der eines Schmugglers und Hehlers? Dann dachte er an daS Leben, welches dieses Mädchen jetzt führte. Konnte et sie hinabziehen in den Kreis seiner kleinen Handelsintereffe«, würde sie den Schritt thun, zur Krämerfrau zu werden, um seinetwillen, der er ihr doch nichts bieten konnte, als sich selbst, seine unbeholfene, ihr an Bildung deS Geistes weit nachstehende Person?
Ehrlich, wie Bernard auch gegen sich selbst war, sagte er sich, daß die Wage hier sehr zu seinen Ungunsten zeige und in seiner Bescheiden- heit suchte er auch nicht «ach Mitteln, dieses Resultat zu ändern. Nur einer unsäglichen Traurigkeit gab er sich hin, wie wen« er sein Liebstes begrabe« hätte mit dem Entschluß, die keimende Liebe aus seinem Herzen zu verbannen.
Liebe und Haß find wohl diejenige« Empfindungen deS Herzens, die stch am schwerst, bekämpfen lassen. Beide finden durch d<
Der Werter Schuld.
Original-Roman von Fr. Collet.
87 ------ (Nachdruck verboten.)
Und al« dann später die Geschwister Hand in Hand in Bernards Kontor saßen und dieser der Schwester m't ungewohnter Beredisamkeit den herz- Uchen Empfang, die anregende Unterhaltung schil- derte, die liebenswürdige Sorgfalt lobte, mit der ökarl gepflegt und bedient werde, als er immer nnb immer wieder bedauerte: „Wie schade, daß Du nicht dabei warst!" ba glaubte Elise schließlich den Schlüssel zu der ungewohnten Aufregung suche« zu müssen und fand ihn bald.
Nachdem ihr eigene« Verlange« nach Einzel- heiten über Karl« Befinden befriedigt war, begann sie die Gedanken fortzuspinnen, ob wohl das Zusammentreffen mit diesem Fräulein Wiemann, für die Gestaltung der Zukunft des Bruder« von Bedeutung fein, ob diese dann die rechte Frau sein werbe, dem Leben Bernard« Inhalt und Zweck zu geben.
Sie hielt eS jedoch noch nicht an bet Zeit, mit dem Bruder über diese Herzenssrage zu reden, sah fie doch ein, daß darin nicht Zurede» noch Abreden helfe» könne, zu dem fie ja auch weder daS Wissen noch das Recht hatte.
Bernard beschäftigte sich in der nun folgende« Rächt ausschließlich mit dem Gedanken an die schöne Josephine. Zwar hielt er den warmen Händedruck beim Abschied für eine Täuschung, aber wen» et an viele andere kleine Umstände m Verlauf der Unterredung dachte, mußte er
mit Zlnlerhaktungs -Ieitage „Illufirirte Sonntags-Ieitung" ,”w -.7522"“'