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3. »eiltUt« i* SxUeu "* mit Dlnterhaltungs Beilage „Zllussrirte Sonntags-Ieitung!'

JE 66.

Juköa, Donnerstag, den 20. März 1902.

B

Frauenbildung

«u stören."

Es war aufrichtige Bewunderung für sein Gegenüber, als er nach deren Erzählung auftrief:

»Und das alles haben Sie m:tgemacht, er­tragen für »einen Freund, ohne irgend ein an­dere« Interesse dabet zu heben al» da«, welche« der Mensch für den Nrbenmenschen haben soll! Fräulein Wiemann," sagte er, sich erhebend und ihr die Hand entgegenstreckend, „ich bin nur eine« Bürger« Sohn, und nicht gewohnt, mich jener Formen zu bedienen, die in den Kreisen üblich sind, denen Sie angehören. Nehmen Sie deshalb weine Dankesworie für all die Sorge und Mühe so hin, wie ich sie Ihnen sage, einfach uwb schlicht aber aus einem überströmenden Herzen kommend."

„Das war ja eine ganze Rede," versuchte j Josefine zu scherzen, indem sie sauft ihre H,nd aus derjenigen Bernards zog. Thatsächlich war aber der Scherz nur ei« Mittel, ihre Rührung zu verbergen, denn Bernard» inniger Blick und Händedruck, seiner Stimme warmer Ton hatten ihr das Blut schneller zum Herzen getrieben, ihre «ugen genetzt, und die Rührung würde Re über- wonnt haben, wenn sie nicht schnell eine Ablenkung gesucht und gefunden hätte,

auf dem weiten Gebiete des Unterrichtes, zu deren Behandlung durch den preußischen Kultur. Minister wir »olles und unbeschräaktes Vertrauen haben körnen. Namentlich diesen Hauptpunkt hat auch der Minister hervorgehoben, daß wir bei der Ausbildung unserer Mädchen in erster Reihe die Frauenbildung und erst nach dieser die Berufsbildung bedenken müsse». Und so müsse» nach der ganz richtiae« Darlegung des Ministers erst alle unsere Mädchen die Mädchenschule durchmachen und können dann erst, wenn sie wollen, an weitere Ausbildung von gelehrter Art denken. Ein allgemeine« Bedürfniß nach gelehrten Schulen für unsere Mädchen ist durch­aus nicht vorhanden und hat keinen Anspruch auf Berechtigung; und allgemein findet der Mi« »tster in deutschen Landen Beifall für seine Aeußrrung, daß die Einrichtung vollständiger Mädchengy mnasten durchaus nicht zu empfehlen ist. Die Gelegenheit zur Gymnastalaurbildung ist gegeben: nachdem die Mädchenschule durch- gemacht ist, können deren Schülerinnen »och Gymnasialkurse von 4jähriger oder Sjährtger Dauer durch machen und daS muß genügen. Die allgemeine Einrichtung von Mädchengymnasirn würde die Gefahr mit sich bringen, daß unsere Mä ichen planmäßig von ihrem eigentlichen Be- rufe in der Häuslichkeit abgelockt und entfremdet und wir in unserm DrutsLland am (Knie mehr Gelehrte Mädchen haben würden, als solche, die fähig und geneigt sind zur verständigen und segensreichen Führung eines Haushaltes und zur guten und verstäodnißinnigen Mutter ihrer Kinder.

„Wichtiger als die Ausdehnung wissenschaft­licher Kenntnisse und gesellschaftlicher Fertigkeiten ist eine Ergänzung der Bildung unserer jungen Mädchen in der Richtung der allgemeine» Lebens«

schließt, Staatssekretär Richthofen habe im Ab- geordnetenhause die sehr verständige Mahnung ausgesprochen, die durch das südafrikanische Un­glück entstandene engl. Empfindlichkeit zu achte». Die Voraussetzung hierzu aber sei die Forde­rung, daß auch unsere nationalen Ge­fühle namentlich da, wo ste so berechtigt seien, wie bei der jüngsten amrrilaniscken Kundgebung, geschont würden. Auf die Dauer habe Nie- mand Lust, einen Igel zu streicheln, der bei jeder paffenden und unpassend?»Gelegenheit gegen unS die Stacheln sträubt. — Wie eS scheint, kommt man im Auswärtigen Amte zu Berlin all­mählich dahinter, daß die englischen Machthaber für die von dem offiziellen Deutschland zur Schau getragene leidenschaftliche Freundschaft für Eng­land nur sehr wenig Verständniß zeigen. Ob der schwache Verfuch, einmal mit den Herren Chamber­lain und Genosse» deutsch zu rede», a» diesem Verhältnisse im gegenwärtigen Augenblicke etwas ändern wird, daS bezweifeln wir.

X St« „Reifer Wasserstrahl" für die „Alkdexfscheu". Die Schönerer, Eisenkolb, Jro, Franko Stein und Genossen rufen im öster­reichische» Abgeordnetenhause „Heil Hohenzollern". Aber im Reiche der Hohenzollern will man heut­zutage von den Helden dieser traurigen Schlages ebenso wenig re ffe», wie früher zur Z dt des erste» Reichskanzlers. Die offiziöse .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' richtet vielmehr den nach­folgenden „lalttn Wasserstrahl" auf die erhitzten Gemüther der AL deutschen:

„Fürst BtSma ck hat stets daran festgestalten, „daß wir uns nicht in die inneren Angelegen- „heiten anderer Staaten einmischen sollen, und „daß die Achtung der Dynastiee» einen „wesentlichen Brstandtheil guter internationaler „Politik blldet. DaS gilt tn besonderem Maße „für dar Verhältniß der Deutschen Reicher „zu der verbündeten österreichisch-ungarischen „Monarchie, sowie in Bezug auf die beiden „eng befreundeten Herrscherhäuser Hohenzollern „und Habsburg, und zwar heute ganz ebenso „wie zur Zeit Kaiser Wilhelm'« der Großen „und seiner großen Kanzler«. Der Abg. „Schönerer hat gegen diese bewährten „Grundsätze mit dem Schluß-Satze seiner Rede „gröblich verstoßen und der Wirkung nach, „was auch seine Absicht gewesen sein mag, „nur seinen tschechischen Gegnern und anderen „zersetzenden Elementen Vorschub geleistet.

veranlaßte Notiz al« lunrichtig bezeichnet: e« sei überhaupt zwischen Souveränen nicht üblich, auch nicht unter Verwandten und befreundeten Monarchen, zur Krönung Geschenke zu machen.

* Der englische Agel. Einen hochoffiziöse» kalten Wafferstrahl richtet die «Köln. Ztg/ zur Aufmunterung der „thurmhohe» Freundschaft" mit England von Berlin nach London. Sie verbreitet sich an hervorragender Stelle, äugen- scheinlich tnspirirt, über die Ursache und den Verlauf der Reise des Prinzen Heinrich. Das Blatt weist scharf die englischerseits ausge­sprochenen Verdächtigungen zurück. Die eng. lischen Blätter sollten getrost die Sorge darüber den Amerikaner« Überlaffr», ob ste die soeben angeknüpfte Freundschaft vor ihrem politischen Gewiffen verantworte» 15 »»en. Das Blatt

bareaukratlschen Geschäftsgang; den» schon feil änger als fünf Jahren wird von den Minister» tets von neuem verfichert, daß dar Fidei- !ommtß-Gesetz „vorbereitet" werde. Es geht nicht nur mit diesem Gesetze so zu, leider auch mit anderen, die erheblich wichtiger find. Graf Mir- »ach hat hernach dem Minister den Gefallen ge- han, daS Wort „demnächst" in seinem Anträge n „baldthunlichst" umzuändern.

• Dir veerätherischen Ilmtrieve des Höersie» von Grimm in Warschau sollten nach den Angaben einiger ausländische» Blätter auch zu Haussuchungen im deutschen Gene­ralkonsulat in Warschau geführt haben. Oberst von Grimm hat bekanntlich militärische Geheim- nisse an ausländische Staaten verschachert und ieht ohne Zweifel sehr schwerer S.rafe entgegen. Ab.-r die Meldungen von Haussuchungen im »rutsche« Generalkorisultat stad falsch. ES haben dort keine solchen Haussuchungen stattgefunde».

ziehungSlehre und Kinderpflege in HauSwirth- schaft und Wohlfahrtrkunde und in die weiten Gebiete helfender Liebe." Nur auf dies- Weife „kann der deutschen Familie die eigenartig ideale Stellung der deutschen Frau erhalten bleiben." So sagte »ach dem amtliche» Ste»- amm der preußische Kultusminister, und man fax» nichts Besseres wünschen, als daß diese Gru-. sätze stet« in der deutschen Mädchenerziehung volle und un­eingeschränkte Geltung behalten mögen. Ein Theil der Zukunft des ganzen deutschen Volke« beruht auf der Erhaltung dieser guten und ge- sunden Grundsätze!

Es fehlte nicht an Bremsern in den Reihen des Zentrum« und der Konservativen, die in wirkungsvoller Weise besäeftigendeS Ort auf di­erregten Wogen der Frauenbewegung goffen; aber diesmal muß man dem Kulturminister Ttudt und seinen Ausführungen Über diesen Gegenstand die Palme de« Sieges zuerkenne». Er hat diese» Gegenstand in meisterhafter Weife behandelt, und so gibt e« wenigstens eine Frage

Fürst Bismarck hatte für bte ebenso albernen wie landeSoerräthrrischen Phantastereien dieser Leute bekanntlich de» Spottnamen der „Herbst­zeitlosen" erfunden, nach dem deutschwüthen- den Abg. Herbst, der damals zu ihnen gehörte, und hatte gar nichts für diese Helden übrig. Nichtsdestoweniger haben sie sich stets mit wider- licher Zudringlichkeit an den Fürsten Bismarck herangedrängt. ohne Rücksicht darauf, daß dieser ihnen mit ausgesprochener Geringschätzung de- gegnete. Außerdem ist die Schönerer - Politik einfach Wahnsinn. Denn Deutschland braucht ja gerade ein starkes Oester- reich, daß diese Tovköpfe aber zerstöre» wollen I

+ Die auch von uns wiedergegebene Meldung deS .Hamburger Kirresp.', Graf Schlleffe« sei zum Katholizismus übergetreten, ist der.Korrespondenz Meyne' in Hamburg zu­folge unrichtig. Graf Schlieffm liegt äugen- blicklich schwerkrank im katholischen Krankenhaus« zu Potsdam darnieder, wodurch zweifelsohne die irrige Notiz veranlaßt worden fei.

4- Die Irdeikommisse haben die Finanz- kommission des preußischen Herrenhauses be­schäftigt. Graf Mirbach brachte in dieser Kommission den Antrag ein, „demnächst" beiden Häusern der preußischen Landtage« einen Gesetz­entwurf über die Herabsetzung deS Fideikommiß- Stempels vorzulegen. Finanzminister Freiherr von Rheinbaben antwortete ganz richtig, daß nur in einzelnen Gegenden Neugründungen von Fideikommissen so wichtig feien, daß die Er­mäßigung des Stempels sich rechtfrrttge. Na- mentlich für den Osten der preußischen Monarchie »ezeichnete der Minister die Errichtung kleinerer Fidetkommiffe als wünschenSwrrth. Bei dieser Gelegenheit äußert- der Minister von neuem, daß ein Gesetzentwurf über dir Fidetkommiffe ich in der Vorbereitung befinde in den Ministerien, und bei der Berathung dieser Vor- age werde dann die geeignete Gelegenheit sein, auch die Stempelherabsetzung zu regeln. Nun eilt eS ja gerade nicht mit der Vorlage eines olchen Gesetzes. Aber wenn man zurückdenkt, wie lange schon dieser Gesetzentwurf „in der Vorbereitung" sich befindet, bekommt man wieder einmal ganz besondere Gedanken Über den

befettiren, Fcäulem Wiemann," klang eS be­fremdet von beS V-rwunbeten Lippen, unb ge­rade heute, wo Niemand da ist, mit dem Sie sich unterhalten könntm."

„Ich dachte, daß Sir und Herr Krmann gerne ein vertrauliches Plauderstündchen unge­stört genoffen hätten," entschuldigte sich die junge Dame.

„Gewiß, aber Sie stören nicht, im Gegen- thcil, eS wird uns freuen, unsere kleinen ßeiben unb Freuden vor einem th-ilnehm-nden Herzen besprech?» zu können."

Em fragender Blick aus den großen blaue« Augen Josephinens traf Bernard, der, dadurch ermuntert, sich erhob und einen Schritt nährr auf st- zulretend, bat:

„Gönnen Tie meinem Freunde Ihre ge­wohnte Gesellschaft, F fiulein Wiemann, unb geben Tie auch mir em kleines Zeichen Ihres Wohlwollens."

Josephine verstand ihn, und sich mit einem Lächeln verbeugend, antwortete sir, mehr zu Karl hin unb auf dessen Worte Bezug nehmend:

„Wenn Sie an meine Theilnahrne für Sie appelliren, bann darf ich Ihnen nichts abschla­gen, ich würbe bie Vertretung der Familie vo» Hargut schlecht führe», wenn ich dem Gastftennd« meine Theilnahrne versagte." Damit huschte ste hinaus.

„Ein Engel in Menschengestalt," lebte ste Karl enthusiastisch, eS gibt nichts, was si- mir in de» Woche», seitdem ich hier liege, nicht an de» Augen abgesehen tä te. Ich wundere mich immer nur »och darüber, daß fi- nicht auch mrine Gedanke» erräth!'

narb ganz in ba« Zimmer und huschte hinaus mit den Worten: „Ich will den Kassee besorge», meine Herren!"

Erne Welle stand Bernard sprachlos am Lager des Freundes, einem Ruhebett, das so gestellt war, dem Kranken den Blick ins Freie und über das ganz? Z mmer zu gestalte». Hand in Hand, Auge in Auge staube» sie sich gegen­über unb beider Herzen bewegte wohl der eine Gedanke: Gottlob, daß wir uns so wieder sehe»!

Dan» kam Bernards Fragen nach des Freundes B-finden, seine Grüße von der Schwester, dir stürmische« Fragen Wagners nach Elisens I Befinden, nach der Art, wie fir bie Botschaft von I feiner Verwundung ausgenommen.

Tag und Nacht schien der Verwundete keinen andern Gedanken gehabt zu habe", als den an die Geliebte, eine solche Menge Eu-zriheit-n wußte er »u erfragen, so vieles zu erkunden, daß eS dem von diesem Sturm getroffenen Bernard unmöglich war, über alles Auskunft zu geben.

„Wenn es mir daheim nun wieder so geht," scherzte er, bann bin ich heute zum ersten unb letzte« Male Bote zwische« Euch Liebesleuten gewesen!"

„Warte nur erst, bis Amor Dich auf« Korn nimmt," gab Karl ebenso zurück, „vielleicht baß Du noch mehr verliebte Flausen machst; man weiß ja: Stille Wasser gründen tief!"

Dir Ankunft Fräulein Wiemanns, die Kaffee zu serviren tarn, machte dem Gespräch ein Ende. Betroffen schaute ihr Wagner zu, als er sah. wie sie nur für zwei Personen deckte.

„Sie wollen wohl heute von ihrem Postm

29. Jahrgang.

Auf allen wirihschaftliche», sozialen unb po­litischen Gebieten gibt eS stürmische Geister, die mit grenzenlosem Wagemuthe gleich einem wild gewordenen Rrnner blind und toll übet alle Hindernisse hinwrgzusetzen suchen, ohne danach zu fragen, was jenseits wohl sein, waS wohl die Folge deS tollkühnen Sprunges fein könnte. Die Grundlage ihrer Anschauungen kann ganz gut und kernfest sein, aber ste find in Folge ihrer unbesonnenen Hrstigkeit vollkommen un- fähig, dieses Gute in ihren Anschauungen auch in verständiger Weife zur Ausführung zu bringen.

Solche Stürmer und Dränger machen sich gegenwärtig in befonders unangenehmer Weise bemerkbar auf dem Gebiete der Frauenbewegung. Daß der Frau ein weiteres Feld als bisher für öffentliche Thätigkeit eröffnet werden muß, daß die Srwrrbsmözlichkeiten für unsere Mädchen und Frauen vermehrt werden mflffen, ist eine Thatsache, an der vernünftige Menschen längst nicht mehr zweifeln. Auck bann, wenn man es bedauert, daß in unserer Z-it das weibliche Gr- schlecht nicht mehr in allen seinen Gliedern auf daS stille Walten im Innern deS Hause« und I der Familie unb auf bie Werke bet Mildthatig- kett unb christlichen Barmherzigkeit beschränkt werben kann, muß man verständigerweise biefe Nothwenbigkeit anerkennen unb ihr Rechnung | m man diese an j >» «»<, ue«. ungemeinen ticeeui«

S Nothwenbigkeit als bie Regel aufgaben einer gebildeten deutschen Frau, ihre Jjj,. ^*an stellen und nun mit Einführung in den Pflichtenkreis des häuslichen

yne1*eiten' daß bie Frau wie des weitern Gemeinschaftslebens, in bie Er- so bald und so vielfach, wie nur irgend möglich, - - - -

unb systematisch aus ihrem angestammten Berufe in bet Familie unb bet Häuslichkeit heraus- gelottt werde auf ben Kampfplatz be« öffentlichen Lebens. Und i« diesen Tage« ist diese wichtige Frage ans« „neue im preußischen Abgeordneten- hause erörtert worbe«, unb aufs neue erschienen bie unvermeiblichen Stürmer auf bem Plane um in geradezu leidenschaftlicher Weise bas Wort für eine immer weiter voranschreitende Frauen- emanjtpation einzulegen — darunter sogar ein protestantischer Geistlicher, bet nationalliberale Abgeordnete Hackenberg, ein Mann von ben Schaaten beS Evangelischen BunbeS, derselbe, der neulich daS unsäglich scharf herausfordernde Wort hinwarf, daß bie Katholiken schon baburch „das evangelische Bewußtsein verletz-«", wenn fi- nur öffentlich „ihre religiösen Anschauungen erörtern".

Nchtht-', nach bet Uhr sehend. 'bie auf" bem »tatmoilamin ihr eintönige« Ticktack sprach,

Deutsche* Deich.

Berlin, 19. März 1902.

• N-ichokanzler Graf Kitto«, wirb währenb bet Osierzeit einen kurz-n Aufenthalt in Vruedig unb an ben Oberitalienischen Seen nehme», wie nunmehr bestimmt in Au« sitzt ge. nommen ist.

• Kein Geschenk für ASnig Kbnartz. Englische Blätter hatten kürzlich Angaben über ein Geschenk gemacht, da« Kaiser Wilhelm bestellt habe al« Gabe für den König non England bei dessen Krönung. Die Meldung wird durch eine, augenscheinlich vom Auswärtigen Amte tn Berlin

Bernard folgte bem vor ihm her schreitende« Mädchen, dessen liebliche Erscheinung erst jetzt feine Augen fesselten. Aber die Art, wie sie seine ehrliche Dankbarkeit behandelt hatte, mochte ihm nicht behage«, er fürchtete, zu stürmisch, zu I aufdringlich gewesen zu sein. Al« man den | ersten Treppenabsatz erreicht hatte, faßte er sich i Herz, und dicht neben Josephine tretend, sagte

er mit seinem ehrlichen Tou:

„Sie sind mir böse, Fräulein 8331 man», wegen meiner U.beholfenheit und Heftigkeit, aber glauben Sie, es war ehrlich gemeint."

„Ich zweifle daran nicht, verdiene aber so- ! viel Dank gar nicht," gab fi- zur Antwort und zwar in einem Tone, bet nicht sehr entmuthigend klang; ihrer Stimmung nach aber wäre sie dem jungen Mann der neben ihr ging, am liebsten an ben Hals geflogen und hätte ihm in'« Ohr geflüstert: „Sprich nur immer so zu mir, Du guter, ehrlicher Mensch, ich will gar nichts anders wehr hören, als grabe, offene Worte von Deiner Stimme mein Leben lang!"

Sie selbst war sich im Augenblick nicht klar über ihre Gefühle zu bem jungen Manne, sie wußte nur, daß sich in ihrem Innern etwas bis­her Ungekanntes bildete, daß sich eine Wandlung vollzog, die ste gleichzeitig ausjauchzen ließ und beben machte.

, Da man die Thüre von AagnerS Zimmer und gefunden hätte. erreicht hatte, öffnete Josephine, that einen Blick

Seim Plaudern vergeht die Zeit," sagte sie hinein und scherzte, indem ste eintrat:

auf dem „Schimpfen Sie mich nicht, Herr Wagner, irf. —7 <n*e wegen des Ausbleibens, ich bringe ihnen hier

glaube wir dürfen eS wagen, unseren Patienten einen besseren Gesellschafter, als ich es bin," da- ■ ”*■ — - _____ I mit schob ste den in der Thüre stehenden Ber-

Original-Roman von Fr. Collet.

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