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guTirtb: Dk» Ltnfvallige Petit- Etile ober Deren RaumISPfa.,Re­klamen die Petit» MUt 25 Pfg.; bet Wiederholungen wstL entsprechend.

geivfihrt»

mit Anterhattungs-Meikage „Muflrirte Sonntags-Zeiülng!' petetegagt 0». 2 (Harmonie).

JE 63.

Jutöa, Montag, den 17. März 1902.

29. Jahrgang.

D Die Arbeiten der Zolltaris- Kommiffion

des Reichstages haben, wie ja sattsam bekannt, keinen allzu schnellen Fortgang genommen. Sie hat 37 Sitzungen abgehalten und ist im Zolltarif nicht weit über den 37. Tarifposten hinauSzekommen. Da nun der Tarif 946 Tarifpositionen enthält, gibt daS eine artige Rechnung, wenn man aus diesem Zahlenverhättniß auf die Dauer der ganzen Be- rathungSzelt eine« Schluß ziehen wollte.

Man muß ja auch immer daran denken, daß die Kommission noch eine zweite Lesung abhalten muß, des ZolltarifzefetzeS ebenso wie des ZolltariftS selbst, und daß nachher erst dre zweite und dritte Lesung >m Plenum des Reichstages stattfinden müssen; und unter solchen Umstände« kann man sich schon immer darauf g-faßt machen, daß die Neuwahlen zum Mchstage im Jahre 1903 unter dem Motto des Kampfes um den Zolltarif vor sich gehen werden. Was vorher unglaublich schien und nur als ein verwerfliches Streben der obstruktions- lüstune« Linken angesehen wurde, wird also ohne solche Obstruktion zur Thatsache werden, wenn nicht sehr bald ein ganz anderes Tempo in den Berathungen angeschlagen wird.

Die Schild liegt möglicherweise nicht an der Zolltarif-Kommission selbst, sondern auch schon vorher an dem ebenso schleppenden Gange der Verständigungs-Konferenzen, die von Mitglieder» der tariffceundlichen Parteien sbgehalten werden. Unter diesen befinden sich Herren, die bei solchen Gelegenheiten ebenso lange Reden halten, wie etwa im Plenum des Reichstages, und daß ein solches Verfahren «icht gerade zur Beschleunigung der Dinge bei­trägt, kann man ohne weiterer denken. Nament­lich von einem bekannten freikonferoattoe» Abgeordneten erzählt man sich in diesem Sinne Wunderdinge. Wenn diese vertraulichen Vorbrrathunzen prompter und mit weniger aus­gedehnter Beredtsamkeit arbeite« und im Gegen- satz? dazu mit größerer Geschlossenheit und mit vorh-r fest verabredeten Anträgen in die eigent­lichen Kommiffro»sberathnnßen eintreten wollten, dann würde vermuthlich Manches nicht nur besser werden, sondern die ganze Arbeit schneller grthan sei».

Bevor die parlamentarischen Zolltarif-Arbeiten begannen, lautete bei de« Mehrheitsparteien die Losung: Möglichst schnelle Arbeit zu machen. Diese g»te Losung scheint in der Lvischenzeit vollkommen vergeffen worden zu fein. Je m-hr verschiedene Abänderungs-Anträge von den Mitgliedern der Mehrhritsparteien in der Kommission gestellt werden, desto mehr Ge­legenheit wird auch für die Gegner aller Tarif- bestrebung-n geschaffen, lange Reden zu halten und die Verhandlungen auch noch ihrerseits in ganz unnöthiger Weise zu verschleppe. Das sollte man niemals vergessen!

[] England und der Zucker.

Die falsche Berichterstattung des Wo'.ff',chen DrahtbureauS über eine Aeußerung des britischen

Der 'Werter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

23 ------ (Nachdruck verboten.)

Eines der Mäochen erklärt.', daß Dora nach dem anderen Verwundeten sehen wollte und in den G'si tdtflüzil gegangen sei.

„Noch tit V-rwundeter?" fragte erstaunt das Fräulein.

„Gewiß, ein Schmuggler, den der Sch aß des Oberkontrolleurs in dem gleichen Augenblicke traf, alS dieser ooi dem Schmuggler verwundet wurde," erklärte der Graf, de« die Beamten über die Art des Kampfes aufgek.ärt hatten.

Man sah auch nach Jopp, der einen Schuß i« die rechte Seite auf wies, jedoch hatte daS Geschoß Len Weg aus dem Körper wieder her- ausgenommen und nur einen etwa fiagertiefen Kanal int Fleische cffengelegt, sodaß die Wunde, abgesehen von dem Blutverlust, der den Patien­ten geschwächt hatte, kaum gefährlich erschien.

Dora erwies sich als ebenfalls geschickte Pflegerin, so daß daS Fräalein hier nicht einzu­greifen brauchte, was ihr auch sehr lieb zu sei« schien, da düs Aeußere des Verwundeten, dessen Wanze« Todtenbläff; zeigten, besonders aber der unfreundliche Blick, mit dem er den Grafen uib feine Begleiterin streifte, ihr wenig Mitleid ein­flößten.

Dagegen nahm daS Fräulein nun die Br- forgung des für den anderen Verwundeten Nöthize selbst in die Hand, wozu sie sich von Dora die Schlüssel erbat.

Nach einer weiteren halben Stunde war

Staatssekretärs des Auswärtige«, Marquis of Lansdowne, hatte eine arge Verwirrung in einem Theile der deutsche« Presse angerichtet. Im allgemeinen verläßt man sich darauf, daß derartige Berichte dieses Telegraphenbureaus, das unter unmittelbarer Aufsicht von Regierungsor­ganen betrieben wird, zuoerläfstz seien; und nun war in diesem Falle dir naturgemäße Folge die, daß verschiedene Zeitungen bittere Beschwerde führten über die herausfordernde Sprache, des genannten britische« Ministers und verläßliche Auskunft darüber verlangten, ob den« wirklich dem britischen Reiche eine besondere Vergünstigung in dem Brüsseler Zuckeroertrage eingeräumt fei. Deswegen war die wortgetreue Veröffentlichung dieses Vertrages gerade an der Zeit Die bett. Stelle desselben hat folgende« Wortlaut:

.Die Regierung von Großbritannien erklärt, daß dem Zucker-der Kronkolonien während der Ber- tragssauer keinerlei direkte oder indirekte Prämie gewährt werden wird. — Ausnahmsweise und unter grundsätzlichem Vorbehalt ihrer vollen Hand- lunesfreihett bezüglich der fiskalischen Beziehungen zwischen dem Bereinigten Königreiche und seinen Kolonien und Befitzungen erklärt fle ferner, daß dem Kolonial- zucker währe») der Bertragsdauer im Bereinigten Königreiche keinerlei Vorzug vor dem aus den Vertragsstaaten stammenden Zucker bewilligt werden wird. — Sie erklärt endlich, daß der Vertrag durch sir den Selbstverwaltungskolonien und Ostindien vorgelegt werden wrrd, damit diese ihren Beitritt zu demselben erklären können."

Also die Kronkolonien sind grundsätzlich vo« jeglicher Pcämiengewährung ausgeschlossen. Die Selbstverwaltungs-Kolonien, d. h. also Australien, Neuseeland, Kanada. Kaplarrd, Ost­indien, sind ausdrücklich vorläufig von dem Ver­trage ausgeschlossen. Nach Artikel 4 des Vertrages

„verpflichtenfich die Vertrag schließenden Theile, Zucker, der aus Ländern stammt, welche für die Er­zeugung oder die Ausfuhr Prämien bewilligen, bet der Einfuhr in ihr Gebiet mit einem besonder» Zolle zu belegen. Dieser Zoll darf hinter dem Betrage der im Ursprungslande bewilligten direkten oder indirekten Prämien nicht zurückbleiben. Die Mächte be­halten sich, j-de für ihr Thril, das Recht vor, die Einfuhr prämiirten Zuckers zu verbieten."

Die vorgenanntenbrit schen Selbstoerwaltungs- kolonten würde« also für ihren Zucker keinen Vortheil erlange«, wenn sie ihm irgendwelche Prämien gewähren wollten; noch mehr, sie wür­de« sich damit der Möglichkeit auSsetzm, daß die Einfuhr ihres Zuckers überhaupt verboten wird. DaS gilt so lange, wie sie außerhalb des Ver­trages bleibe«. Sollte« sie aber dem Vertrage beitrete«, dann würde auch für sie die Bestimmung des Artikels 1 in Kraft treten, die folgender­maßen lautet:

„Die hohe» Beitrag schließenden Theile verpflichten sich, vom Tage des Inkrafttretens des gegenwärtigen Vertrages ab, die für die Erzeugung oder die Ausfuhr von Zucker gewährten direkten und indirekten Prämien aufzuheben und keine solchen Prä­mien während der ganzenDauer dieseSBer- trages einzuführen."

Thalsächlich sind wir also vor Prämiengelüsten der vorher genannten britischen SelbstoerwaltungS- Kolsnien geschützt. ES frort sich nur, ob der ausgemachte Vertragszoll hinreichen werde, um unS den «öthigen Schutz vor solchem Zucker zu gewähren, wenn diese britische« Srldstoer-

Wagner weich und sorglich geke tet, feine Rechte hielt die Hand des Leutnants v. Hrrgut, der ihm leise Trost- und Ermuntern igsworte zu­flüsterte.

In der Küche saßen und stand.« die Zoll­beamten, jeder eine Taffe Kaffee mit dem dazu gehörigen Butterbrot verzehrend, als Stärkung für die Fahrt nach Warendorf, die nunmehr an­getreten werden sollte.

Der G.af hatte auf Vorstellung des ältesten der Beamten einen Leiterwagen zur Verfügung gestellt; auf diesen sollte die von de« be.ben Be­amten im Moor bewachte Kontrebande geladen un) dann die Rückkehr nach Warendorf ange- treten werden. Wer die Wache bei dem ver­wundete« Gefangenen beginnen, also vorläufig im Schloß bl üben sollte, hatte das LooS be­stimmt.

Diesem Programm gemäß konnte man denn auch verfahren. Scho« sagte« die Hähne von HauS zu Haus de« neuen Tag an, all die Thürme von Warendorf im Grauen auftauchten. Ein Wage«, der den Beamten entgegenkam, war der des Arztes, welcher sich hinausbegab, um sich der Verwundeten anzunehmen.

Nachdem ihm über den Stand der Dinge in E l: berichtet worden, hieß er seine Pferde wacker ausgreif.n Die Beamten waren ebenso eifrig bemüht, ihr Ziel zu erreichen, wo ihnen >ie reichlich verdient- Ruhe nach der Mühe und Aufregung «ach de« letzte« Stunden winkte.

4. Kapitel.

Die Samariterin.

Wer eine ernste Fahrt beginnt. Die Muth bedarf und frischen Wind,

waltungS-Kolonien dem Zuckeroertrage beitreten sollten. Daß der Centrumsabgeordnete Herold im Reichstage den ausbedungene« Zollschutz als zu niedrig für die Wahrung der deutschen Interessen bezeichnete, ist ja bekannt.

D-tttfchr- Weich.

Berlin, 15. März 1902.

+ Hrd-«« A«szeich«««ge« der Schiff- faHrts Direätore«. Herr Balli«, der Ge­neral-Direktor der Hamburg-Amerika-Linie, ist vom Kaiser mit dem Rothen Adlerorden zweiter Klaffe ausgezeichnet worden; die dritte Klasse des­selben Ordens hat Herr Ttetgens erhalten, der Vorsitzende des Aufstchtsrathcs derselbe« Gesell­schaft. Der Kronenorden zweiter Klaffe mit Bril. kanten ist den Herren Geo Plate, Präsident, und Wiegand, General-Direktor des Norddeut­sche« Lloyd in Bremen zu Theil geworden. Bor einigen Tage« wurde berichtet, daß die Herren Balljn und Wiegand bei ihren Unterhandlungen mit amerikanischen SchW. Gesellschaften und Indu­striellen ausgezeichnete Ergebnisse im Interesse der deutschen Schifffahrt erzielt hätten. Welcher Art diese Ergebnisse seien, hat man biser noch nicht erfuhren. Aber jedenfalls hängen die Auszeich­nungen, die den genannten Herren ertheilt wur­den, mit diesen Vorgängen zusammen. Daß die Befürchtung, amerikanische Einflüsse könnten i« unsere« deutschen Schiff ^-Gesellschaften das lieber» gewicht erlangen, unbegründet seien, wurde schon vor langem Zeit von Bremen wie Hamburg aus behauptet. Immerhin sind solche Behauptungen «och keine Beweise; da die deutsche Allgemeinheit Interesse an diesen Vorgängen hat, hat sie auch Anspruch auf zuverlässigeMitlheilungen über den Stand der Dinge. Diese Mittheilungen werde« hoffentlich nicht mehr gar zu lange auf sich war­ten lassen.

ft Professor Lehma«« i« Höitiuge« erklärt in einer Zuschrift an die Berliner ,National-Züiung' nun selbst klipp und klar: „Aus d.r hi sagen (Göttinger) Gesellschaft der Wissenschaften bin ich ausgetreten. . . weil die Gesellschaft de» Bischof Kopp zu ihrem Ehren­mitglied gewählt hat." Kurz und bündig brand­markt sich damit der Herr Professor selbst zu einem Fanatiker der Unduldsamkeit und des Religionshaffer, wie er nicht ärger gedacht werden kann. Und solche Herren nehmen für sich da« Verdienst in Anspruch, ganz allein berufen zu sein zur sachgemäßen und „voraussetzungslosen" Ge­schichtswissenschaft. O weh!

h LarrdgerichtvprSfibeut Ar. AedeLwd in Braunschweig ist der Verfass r der Denk­schrift über die rechtlichen Verhältnisse der Regentschaft Im Lande Braunschweig, von der kürzlich die Rede war. Diese Denkschrift ver­langte, daß Gesetze und Verordnungen die Ein­gangsformel erhalten sollten: Im Namen des Herzogs von Camberland usw. — als deS recht­mäßigen Throrifolgeberechtigten. G gen Dr. Dedekind ist nunmehr wegen dieser Denkschrift das Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Er schaut »erlangend in die Weite Nach eines treuen Auges Brand, Nach einem warmen Druck der Hand, Nach einem Wort, das ihn geleite.

Annette von Droste-HülShvff.

Mit größerer Schnelligk.it, als sich der Funke entroii.lt, der an der Zündschnur entlang läuft, verbreit:« sih in kleinen Orten Neuigkeiten aller Art. Man pflegt scherzweise zu sog-n, fünf Mi- nuten, nachdem der Kochtopf in dem Hause an einem Thor versorgt ist, weiß man am anderen Thor schon, was es dort zu Mittag gibt. Sen» sationSmeloungen, wie die von einem Kampfe der Grenzbeamt:« mit den Schmugglern, pfl gm jedoch nicht nur äußerst schnell verbreitet zu wer­den, sondern rufen auch eine gew.ss; Unruhe hervor, die man zwar aus guten Gründen zu verbergen such^, die aber doch wie ein Alp auf der Bevölkerung ruht.

Um bei unferm Falle zu bleiben, wollen wir unS zunächst erinnern, daß drei van de« sechs Schmuggle.« anS Warendoff stammten, Fami lienväter, reich verschwägert und versippt, wie eS ja die meisten gam.Ue« in kleinen Störten sind.

Da war es nun bei all diesen mit den Schmugg' lern versippten Familien die Frage: J l er auch gefangen, verwandet, vielleicht er Hoffen wo.den?, die alle Gemüther beschäftigte. D-r Arzt war htnausgefahren, von den Beamten fehlten welch?, der Oberkontrolleur und die Wache nämlich, wie mochte es da m t dem und jenem stehen, für den man sich intrtessirte?

Erst als die Frauen und Kinder der hcim- gekehrt?« Beamten auf die Straß», in die Bäcker­läden und sonst wohm kamen, wurde die Sorge

X Lto«sessto«-lr- Kyumafteu. Am letzten Donnerstag war im preußischen Abgeordnetenhause die Rede von der Umwandlung des katholischen Proghmnafiums in Duverstadt in eine Vollanstalt. Der Centrumsabgeordnete v. Hagen stellte das Ersuchen an den Minister, bei btefer Umwandlung den konfessionellen Charakter der Anstalt zu wahren; ein Gcheimrath aus dem Kultusministerium antwortete aber, eine solche Festlegung des konfessionellen Charakters könne nicht zugegeben werden: denn grundsätzlich sollten staatlich unterstützte höhere Lehranstalten nicht ein­seitig konfesfionellen Charakter tragen. Diesen Grundsatz stellte der Geheimrath auf gegenüber der Forderung, den katholischen Charakter einer höher» Lehranstalt nicht etwa neu eiuzuführen, sondern ihn einfach zu wahren, so wie er be­steht. Der Grundsatz besteht aber als solcher gar nicht. Die .Hildesheimsche Zeitung" macht mit Recht darauf aufmerksam, daß beispielsweise das Gymnasium Andreanum in Hildes­heim — in der Bischoff st rdt Hildesheim! — konfessionell evangelischen Charakter trägt und lediglich aus Staatsmitteln erhalten wird! Die Parität und da« berühmte „Wohl­wollen" für alle» Katholische im preußischen Staate haben eben überall, wohin man blickt, bedenkliche Löcher.

+ Arne Wechsel in de« hechfie« mitt- ISrischr« AommündosteKe« werden in be­stimmter Form süc den 22. März angekündigt. Man sagt, sir sollen sich diesmal „außer­ordentlich umfangreich gestalten". Ts soll sich dabei nicht nur um die neue Besetzung zweier KorpskommandoS handeln, sonder« auch um diejenige einer großen Anzahl von Divisionen, einer Kavallerie-Inspektion und mehrerer FestungS- Gouvernements. Prinz Friedrich Leopold von Preußen wird nicht Korpskommandeur, wie kürzlich in einigen Z itungen ausgestreut wurde; General von Liegnih, dessen Gattin 'in der vornehmen Berliner Gesellschaft eine be­deutende Rolle spielt, wird nach wie vor die brandenburgischen Regimenter führen und nicht, wie es hieß, Kommandeur des 17. Armeekorps in Danzig werden.

• Eine Wrrveffe»««- des Aettrmgswesr«» Sei Kise»SaH««»säSe« hat, wie die »National- zeiiuag' berichtet, der Eisenbahnminister auf Gruno der beim Eisenbahn-Unglück bei Alten­beken gemachten Erfahrungen veranlaßt:

An 7S größeren Stationen sollen Hilfszüge, be­stehend aus einem GeräthschaflsDaren und einem Aerztewagen dauernd aus gestellt werden und lediglich zur Verwendung bei Eisenbahnunfällen zur jederzertigen Benutzung bereit gehalten werden. Für die Hilfszüge sollen die besteingerichteten Geräth- schaftswagen ausgesucht werden. Bei der AuS» rüstung dieser Wagen tst u. A. auf möglichst voll­kommene Einrichtungen zur Beleuchtung der Unfall­stellen in der Dunkelheit Bedacht zu nehmen, für jede» HilfSzug und Hilfsgeräthschaftswagen ist ein Beamter zu bestimmen, der für die gute Beschaffenheit der Fahrzeuae und Geräthe, sowie für daS Vorhandensein aller Geräthschaften und Materialien verantwortlich ist. Die zur Begleitung der Hilfszüge erforderlichen Beamten und Mannschaften find ein für alle Mal für diesen Z-veck zu bestimmen. Mindestens zweimal im Jahre ist eine unverrnuthete Alarmirung vorzunehmen. Auf den für Hilfszüge und Hilfsgerät^- schaftswagen bestimmten Stationen find die zum Theil um Leben und Gesundheit der Ihrigen von manchen glommen. Ader die Fcage: Ist er nicht erkannt worden und kommt er nicht vorS Gericht? „bl.tb noch zu löse« und hinter­ließ gerade gmug Stoff zu Sorgen und Aengsten.

Auch Bernard Kemann, der einer der ersten war, dem die Nachricht wurde, da Wagner feine« Leute« aufgetragen hatte, den Freund in schonen­der Weife von seiner Verwundung in Kenntniß zu fetzen, hatte Grund genug zar Sorge.

Z wächst dachte er nur cn die Schwester und den Freund, dann aber, je mehr er nachsann, erinnerte er sich auch der Gefahren, die ihm jetzt drohten. Die Schmuggler, vor allen der schwarz« Jopp, würden j tzt das ganze Unglück darauf zu­rückführen, daß der K mann'sche Wage« nicht i ir Stelle gewesen sei; Rache war den Leuten mit so niedriger Denke- sart ei« sehr naheliegen­des Empfinden, wie leicht war es möglich, daß der schwarz? Jopp ihn resp. seinen Vater alS Hehler denunzirte, und dom't das G.ück deS Hauses von Grund aus z'rfiörte.

„Ich will der Väter Sünden rächen an den Kindern!" dies Wort der hl. Schrift fiel ihm ein, da er die ganze Folgenschwere der Gescheh­nisse der Nacht überdachte; seufzend schloß er sich in fein Ardeitszimmerchen ei« und grübelte, wie er feiner Schw-st r die traurige Nachricht von des G.liebte« Verwundung in schonendster Weise überbringen köane.

Während er jedoch noch nachsan«, hatte die Schwester schon das Schwerste, den E n -ruck der ersten Kunde, mit jer^r Meisterschaft Überwände«, die reinen Gemülhern, deren kindliches Vertraue« sofort den Blick nach oben wendet und dort