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Jutöa, Samstag, dm 15. März 1902.
29. Jahrgang.
[] Der Wahlrechtsstreit in Belgien.
Seit einer Reihe von Jahren leidet Belgien xater dem unaufhörlichen Streite um das Wahl, recht; und jetzt ist der Streit ärger al« je zuvor geworden, obwohl erst im Jahre 1899 eine Reform der Wahlrechtes durchgeführt wurde nach dem Grundsätze der Verhältnißwahl, die auch den Minderheitrparteien wieder zu einer parlamentarischen Vertretung verhalf. Am letzten Donnerstag haben sich in der belgischen Kammer Auftritte ab. gespielt, die bisher dort sogar als unerhört galten, obwohl man in Brüffel durch das häufig rohe Auftreten der sozialdemokratischen Abgeordneten einigermaßen abgehärtet gegen solchen Parlamentslärm ist. Vermuthlich würden die Minister mit Fauststößen von den Vertretern der Sozialdemokratie bedacht worden sein, wenn nicht noch im letzte« Augenblicke die Saaldiener und die Liberalen sich dazwischen geworfen hätten.
Die Veranlassung zu der Erregung war eine Rede de« Ministerpräsidenten de Sm et de Rae-er. Dieser stellte fest, daß die Regierung die Gewährung de« allgemeinen Stimmrechtes ab» lehnen müsse, weil es unvereinbar sei mit den belgischen Staatieinrichtungen — und er hatte dabet die Worte gebraucht: „das Herz müsse dem Vaterland-freunde bluten, wenn man an die Möglichkeiten denke, die von den Sozialisten in Aussicht gestellt würden". Da« «ar theilweife falsch »erstanden worden bei den Sozialisten. Der sozial- demokratische »bg. Anseel« rief au«: der Minister habe gesagt, es müsse „Blut fließen" — und als der Minister diese unrichtige Behauptung in erregtem Tone leugnete, «ar der Lärm entfesselt.
Man kann gar nicht leugnen, daß es bis 1899 mit de« Wahlrecht in Belgien wirklich recht traurig bestellt war. Das Wahlrecht war viel zu sehr zum Vortheile der reichen und zum Nachtheile der unvermögenden Lenke zugeschnitten, als daß es den politischen und sozialen An- forderungen unserer Zeit auf die Dauer hätte genüge« können, und seine Aenderung war unvermeidlich geworden. Das sah denn anch schließlich die Regierung ein, und so einigte man sich im Jahre 1899 auf den „Proporz" — auf das neue Proportionalsystem. Vorher hatte in der Kammer eine katholische Zweidrittelmehrheit bestanden, der eine starke sozialdemokratische Gruppe entgegengesetzt war; die Liberalen und Fortschrittler waren fast vollständig aus der Abgeordnetenkammer verschwunden. Der rechte Flügel der katholische» Partei unter der Führung des Herrn Woeste war dem Proporz wie überhaupt jeder Neuerung abgeneigt und entschloß sich nur mit Widerwillen dazu, und ebenso sah es bei den Sozialdemokraten aus; und die Erfolge lehrten, daß beide Gruppen die Laae ganz richtig beurtheilt hatten im eigenen Sonder- intereffr. Denn diese beiden äußersten Gruppen der belgischen Abgeordnetenkammer mußten Plätze abgeben für Männer der Parteien zwischen ihnen, und daß gerade solche Opfer keine Partei gern ■HggggBHBHBBWBggWHi
Z>er WäLer Schuld.
Original-Roman von Fr. Collet.
82 ------ (Nachdruck verboten.)
Diesem Vorschläge wurde jedoch mit Recht entgegengehalten, daß das Abfeuern »on Schüssen die Verwundeten erschrecken, sie aus der bis zur Unterbringung gewiß noch wvhlthätigen Ohnmacht aufwccken, andererseit« »der auch im Schlosse mißverstanden werden könnte.
Da entschloß sich denn einer der Beamten, Goit und seiner Schwimmknnß vertrauend, den Weg über das Eis des Grabens zu »er suchen. Nachdem er einige Schritte vom Ufer die Tragfähigkeit des Eises erprobt, ging er wieder zurück, »ahm einen kräftigen Anlauf und rutschte in kühnem Schwünge bi« an da« gegenseitige Ufer.
Da« Wagestückchen «ar gelungen und freudigen Herzens betrat der Beamte die Steinfließen de» Hofes und ging geradweg« auf die Hausthüre zu, die er, nachdem fein Suchen nach einem Schellen- »ug oder einem Klopfen erfolglos geblieben, mit dem Flintenkolben zu bearbeiten begann.
Das war da« Zeichen zu einem Hundekonzert schrecklichster Art. Neben dem Beamten kläffte ** von zwei Seiten los, wo dieser erst jetzt Hundehütten gewahrte, im Hause selbst erhob sich ein ebensolche« Gemässe, jedoch in feineren Tönen und hinter dem Hause fiel ein ganzes Rudel von Jagdhunden ein. — Das wirkte. Nach wenigen Augenblicken gebot eine frische Stimme von oben her Ruhe.
Der Beamte draußen meldete kurz und knapp,
bringt, versteht fi d non selbst. Die Abneigung gegen den Proporz ist also nach 1899 namentlich bei de» Sozialdemokraten »och stärker geworden als vorher, und ihr Verlangen »ach dem allgemeinen und gleiche» Wahlrechte — ein Man» eine Stimme! — ist jetzt womöglich noch heftiger, als vor 1899.
Damit würde die Sachlage höchstens ein wenig verschärft, aber im Grande genommen nicht anders geworden fein, wenn nun nicht auch die christlichen Demokraten, die Radikalen, die Fortschrittler und die Liberalen in der Be- urtheilung der Wahlrechtsfrage gemeinsame Sache mit den Sozialdemokraten machten und gemeinschaftlich mit ihnen das allgemeine Wahlrecht verlangte». Leider maß man, wenn man die Dinge rein fachlich benrtheileu will, die bedaner- liche Thatsache feststellen, daß bei der Ausführung des Proporz nicht alle- ganz mit rechten Dingen zugegangen ist. Namentlich in den flandrischen LandeStheilen ist dabei willkürlich verfahre« worden in der Zutheilung der zweiten und dritten Wahlstimme an die wahlberechtigten und mehrstimmenberechtigten Leute, und dadurch hat man selbst den Grund gelegt zu der erneuten Mißstimmung. Würde der Proporz ganz gerecht und vorurtheilsfrei durchgeführt worden fein, dann würde zwar auch die Opposition der Sozialdemokraten nicht beseitigt, aber eS würde höchst wahrscheinlich daS Bündniß zwischen den Sozialisten und den andere», kleineren Oppositionsparteien vermieden worben sei».
Nach den getroffenen Verabredungen soll die Agitation gegen das Verhältniß-Wahlsystem am 17. d. M. beginnen mit großen öffentlichen Kund- gedungen gleichzeitig in mehrere» Städten. Diese Kundgebungen sollen nicht allein von der Sozialdemokratie veranstaltet werden, sondern von allen vier Opposttionsgrvppen zusammen, aber unter einer Bedingung: die Kundgebungen sollen ruhig gehalten und revolutionärem Anstriche frei fein, widrigenfalls die Liberalen und christlichen Demokraten nichts mehr damit gemein haben wollen. Man soll sich auch nicht auf das allge -eine Ein- stimmen-Wahlrecht versteifen, sonderr die Kundgebungen so einrichten, daß nrbenhe als Möglichkeit auch ein Zmeistimmenwahlrn' t bestehen bleibt, verleihbar auf Grundlage des L ters ober der reichen Familienzahl. Unb außerdem haben sich die Gozialdemokraten zu jeglichem Anschlüsse seS Frauenwahlrechter verpflichten müffen.
Im Laufe bet nächsten Woche werben also bie Wahl- Kundgebungen m Belgien sich vollziehe». Bis zu welchem Grade dabei die Ruhe wirklich wird ungestört bleibe», ist abzuwarten. Die wüsten Auftritte in der Kammer kann man auf keinen Fall als ein gutes Vorzeichen dafür auffaffe«.
Deutsches Deich«
Berlin, 14. März 1902.
+ Oi«e eigenartige Auszeichnung ist dem Reich« tagspräsidenten Grafen von Balle - fitem zu Theil geworden: e« ist ihm die China- denkmüuze au« Stahl verliehen werben, also die Denkmünze für „Nichtkombattanten."
daß man draußen mit dem im K impfe gegen die Schmuggler verwundeten Oberkontrolleur Wagner harre . . . Seine weitere Erklärung und die Bitte um Aufnahme konnte er jedoch schon nicht mehr anbringen, denn oben wurde das Fenster zugeschlagen, im Hause regte es sich fast gleichzeitig überall, nur wenige Minuten und ein junger Herr in elegantem Schlafrock öffnete selbst die Thür, stürzte mit einem Schlüsselbund in der Hand nach dem Thore zu, um auch dieses zu öffnen. „Folgen Sie mir, meine Herren," sagte er, vorangehend und brachte die Gesellschaft in ein Zimmer de« Erdgeschosse«, wo er schnell einige Kerze» auf den das Kamingestm« zierenden Kandelabern anzündete unb befahl, den Verwundeten auf das Sopha zu legen.
Dienstpersonal erschien, zwei Mädchen, ein alter grauköpfiger Diener in Begleitung zweier jungen Burschen, die alle nicht genug zu geftiku- liren wußten ob bet im Hause unerhörten Störung unb bes keineswegs nobel aussehende« Volkes, das sich in dem Zimmer breit machte.
„Wir haben «och einen Gefangenen, Herr Graf, der ebenfalls verwundet ist unb bem das Liegen wohl beffer bekommen wirb als bar Stehen," melbete bet berittene Aufseher, bet in dem jungen Herrn be« Offizier erkannte, mit bem sein Vorgesetzter neulich gesprochen.
Der Angerebete sah sich um unb gewahrte die beibe« Aufseher, bie in einer Ecke bes Zimmers den „schwarzen Jopp" gestützt hielte«.
Dieser wat zwar zur Besinnung gekommen, hing aber noch schwer auf bie Beamten sich stützend, mehr in bereu Arme», als er aufrecht stanb.
+ Letter de» preußische», Aolsioschnl- wtfews soll nach einer Mittheilung der,Neuen Polit. Korresp/ an Stelle be« aulgeschiedenen Ministerialdirektor« Dr. Kügler Geheimerat Dr. Schwartzkopff werden. Derselbe ist der Aelteste unter den Vortragenden Rächen be« Kultusministeriums unb hat durch sein gemäßigte« Auftreten während der noch andauernden Debatte über den Kultur-Etat im preußischen Abgeorbneten- hause einen günstigen Eindruck Hervorgerufe«.
+ Unsere englische« Iren»de. Ein weiteres Beispiel dafür, wie wenig erkenntlich man in England für die freundlichen Worte des Staats- sektelärS Freiherrn v. Richthofen im preußi- schen Abgeordnetenhause ist, liefert die Auslassung eines recht angesehenen Londoner Blattes, beii -Daily Graphik': „Wir befürchten," so schreib dieses Blatt, „daß das, waS Baron v. Richthofe» sagte, nicht sehr zu unserer Besänftigung beitragen sann. . . Wenn Baron v. Richthof-n die An- kchten der deutsche« Regierung äußerte, bann wäre es bet richtigeWeg gewesen, baß'GrafBülow für seine Rebe (rüher gegen Chamberlain fim Verzeihung gebeten hätte, weil biese Rebe de» beleidigende« Gedanken enthielt, daß es für die deutsche Armee ein Schimpf fei, in einem und demselben Athemzuge gleichzeitig mit englischen Soldaten erwähnt zu werden. . . . Wir haben kein B-rständniß für daS deutsche System, den einen Minister schmeicheln zu laffen, während der andere Minister beleidigt. . . ." Nicht viel anders klarg es aus de« Spalte« der .Times' heraus und mancher andere« Blätter, woraus man von neuem die nicht erfreuliche Lehre ziehe» kann, daß die Engländer im Allgemeinen Höflichkeit und Liebenswürdigkeit nicht vertragen könne».
X De«kschsei«dliche ZlmtrieSe i* Mord- «merisi«. Unmittelbar nach kr Abreise des Prinzen Heinrich find wiederum deutschfeindliche Umtriebe in hen Vereinigten Staaten von Amerika angezettelt worden, augenscheinlich von der Englandpartei vu ch einen gewissen Emil Witte, einen früheren Wiener Journalisten, der in den Jahre» 1898 und 1899 in der deutschen Botschaft zu Washington beschäftigt war. Der Mann verfolgt den deutschen Botschafter Dr. v. Holleben schon längere Zeit mit allerhand verkehrten Zu- muthungen und Bedrohungen. Sogar mit der Ermordung hat er den Botschafter schon bedroht. Vor einem Jahre sandte er an Wiener sozialdemokratische Blätter Hetzariikel gegen Holleben. Kürzlich wurde der Rann von den amerikanischen Behörden verhaftet, nachher aber wieder frei» gelassen, weil Herr von Holleben keinen Strafantrag gegen ihn stellte. Jetzt- wird gerichtlich gegen ihn wegen schwerer Erpressung vorgegangen werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist genau über die ganze Sache unterrichtet unb legt ihr nicht ben geringsten Werth bei. Die über Sonbon an deutsche Zeitungen gesandte Meldungen, der deutsche Botschafter von Holleben werde von seinem Posten abberufen werden, weil er sich Einmischungen in die amerikanische innere Politik erlaubt habe, find vollkommen falsch unb unbegründet.
+ Aer Wortlaut der ZLriisseler Jucker- Aerei»Sar««s wird vom .Reich -anzeiger' in
„Setzen Sie ben Man« in einen Sessel," befahl bet Graf, „unb Sie, Friebrtch," wandte er sich an den Diener, „schaffen Sie irgendwo in Ihren Gestndezimmern ein Bett zurecht für ihn."
Der Diener ging; während nun einige der Beamte« sich daran machten, den immer roch bewußtlosen Wagner mit der größte« Vorsicht zu entkleiden, wobei eS sich zeigte, baß bet Schuß die linke Schulter getroffen hatte, sagte der Graf: „Entschuldigen Sie mich für eine« Augenblick, ich will meinen Papa unb bie Damen, bie «och vollstänbig über bie Ursache ber Störung im Ungewisse« sind, aufklären. Die Damen werben wir bei bteser Affäre doch gebrauchen."
„Würden Sie vielleicht Anweisung gebe», mir ein Pferd zu satteln, ich möchte nach Waren- darf, ärztliche Hilfe zu besorgen," bat ber berittene Aussetzer, mit bem Grafen bas Zimmer verlaffenb.
„Brav von Ihne», bar an zu denken," lobte der Graf, „he da, August und Theodor!" rief er den jungen Burschen zu, die sich an be« schwarzen Jopp herangeschlichen hatten unb bie i« sich zusammengesunkene Gestalt aufmerksam betrachteren, „schleunigst ein gutes Pferd für den Herrn unb einige Flaschen Wein für bie Ber- wunbeten unb die Gesunde» be drinnen!" Dann stürmte er bie Treppe hinauf, die ganz in weiß gehalten unb mit einem schön geschnitzten Geländer versehen, in be» Flur mflnbete.
Als er nach kurzer Zeit wieber hinunter kam, begleitete ihn eine Dame, bie in ein schlichtes Morgenkleid gehüllt, bas Haar von einem Netz gehalten, durch ihre achtunggebietende Erscheinung
deutscher Sprache mitgetheilt. Ma« findet durch diese Veröffentlichung bestätigt, wa« man schon wußte: Die Vertragsstaate» verpflichten sich, bie mittelbaren unb unmittelbaren Prämien aufzn- beben unb keine solchen Prämien während der Vertragsdauer einzuführen. Da« soll nicht nur für Zucker allein gelten, sondern für alle zuckerhaltigen Erzeugnisse, wie Zuckerwerk, Chokolade, Cake«, eingedickte Milch und bergt, mehr. Die Zuckerfabriken, Zuckerraffinerie» und Melaffe-Ent- zuckerungsanstalten müssen unausgesetzt bei Tag und bei Rächt durch staatliche Beamte« bewacht werden. Für bestimmte Abschnitte der Fabrikation müffen Kontrollbücher geführt, der fertige Zucker muß in besonderen Räumen gelagert werden, di« jede Gewähr für die Sicherheit bietet. DerUeber- zoll (der Unterschied zwischen dem ganzen Zoll- betrage unb der Jnlandsteuer) darf höchstens sech« Franken (4 80 Mk) für den Doppelzentner rafft- nirten Zuckers und höchsten« 51/» Franken für anderen Zucker betragen. Die Vertragsstaaten find verpflichtet, mit einem besonderen Zoll solche« Zucker zu belegen, der au« Ländern mü Ausfuhrprämien herstammt. Eine ständige, gemeinsame Kommission der Vertragsstaaten soll mit der Aufgabe eingesetzt werden, die Ausführungen der Bestimmungen der Vertrages zu Überwachen. Der Kommission wird ein ständige« Bureau beigegeben, da« Nachrichten aller Art über die Zuckergesetzgebung unb die Zuckerstatistik nicht nur der Vertragsstaaten, sondern auch der übrigen Staate« sammeln, übersetzen, ordnen und veröffentlichen soll. Oesterreich und Ungarn werden al« zwei getrennte Vertrag«stauten angesehen. Zürn ersten Mal soll die Kornrniffion auf Veranlassung ber belgischen Regierung ix Brüffel zusammentreten, und zwar wenigstens drei Monate vor bem Inkrafttreten bes Vertrages. Der Vertrag soll mit bem 1. September 1903 in Kraft trete« unb von diesem Tage an fünf Jahre gelten; er soll, wenn Niemand dagegen Widerspruch erhebt, da»« immer um ein Jahr verlängert sein. Einsprüche dagegen müsse» zwölf Monat« vorher kundgethan werde». Im elften Artikel wirb bestimmt, daß die britische» unb bie holländischen Kolonien außerhalb des Vertrage« stehe». Die Schutzgebiete unb Kolonie» bet übrigen Vertragsstaaten fallen unter bie Vereinbarung. Der Vertrag wirb nur bann rechtsverbindlich, wenn er zum mindesten von England, Frankreich, Holland, Belgien, Deutschland unb Oesterreich-Ungar» ratifizirt wirb. Wenn einer ober mehrere dieser Staaten bis zum 1. Februar 1903 bie Ratifikationsurkunde nicht beim Ministerium des Aeußern in Brüssel nieder- gelegt haben sollten, soll bie belgische Regierung eine Entscheidung ber übrigen SßertragSfloate» darüber herbeiführen, ob ber Vertrag unter ihnen allein in Kraft gesetzt werden soll. Jedem Ver- tragStheile steht es frei, einen höheren Ueberzoll zu beantrage», wenn beträchliche Zuckermenge« auS einem ander» Vertragsstaate bei ihm einbringe» sollten. Die Erhöhung soll aber nicht mehr als eine« Frauken für be« Doppelzentner betragen. Danach könnte also ber Ueberzoll niemals über 5.60 Mark, ber Gesammtzoll bei uns in Deutschland niemals Über 25,60 Mark hinausgehen.
bewies, baß sie keiner Toilettenkünste bebflrfe, um fich vor vielen ihres Geschlechts vortheilhast auSzuzeichnen. Der Aufseher war schon wegge« ritten, auch ben „schwarzen Jopp" fanben bie Eintretenbe« nicht mehr vor, da man ihn auf Friedrichs Meldung, daß alles bereit sei, in eine ber Gesindestuben getragen unb dort warm unb weich gebettet hatte.
„Hier ist unser Patient, Fräulein Josefine," führt ber Gras bie Angekommene ei», die dem Sopha näher kam, während bie Beamten zurücktraten. Nur einer ber Letzteren, der in ber Absicht, dem Verwundeten etwas Wein einzuflöße», dessen Kopf gestützt hielt unb eben daS Glas an dessen Lippe« gebracht hatte, stand bei bem Sopha.
„Bitte, wollen Sie bas Glas zurücknehmen," agte bie Dame ganz bescheiben, „es wirb besser ein, wenn wir erst die Wunde auswaschen und «othdürstig verbinden," fügte sie erklärend Hinz«. Dan« zog sie vorsichtig das Taschentuch weg, >aß man vorhin zur Stillung der Blutung zwi- chen die Kleider und die Wunde gestopft. Nur n kleine« Tröpfchen ran« ber Quell des Lebens« aftes noch aus ber Wunde. Aber wenn man sie Kleider ansah, da»« konnte man sich die Er« chöpfung be« Verwundeten wohl erklären. „Rur ine Handbreit tiefer," erklärte bie Dame mit
Schaudern, „unb das Herz war getroffen."
„Vielleicht hat ber Hund von Schmuggler darauf gezielt," wetterte ber Graf.
„Rufen Sie einmal Dora," befahl bas Frän« ein bem einen bee Mädchen, das sich noch im Zimmer befand. „Sie soll mir warmes Wasser unb alte Leinwand bringen."