Einzelbild herunterladen
 

ih.

ettungW

dt«s«n

62.

Iuröa, Samstag, den 15. März 1902.

29. JahrgMg.

WeVMifchtKKo

Reklame«- **> A»zeige«thei!.

mif Zinterb atlungs -Anlage „Illullrirle Sonntags-Ieitung"

Unpolitische Zeitläufe.

(Nachdruck verböte».)

® Berlin, 13. März 1902.

„@ine»on Mißgeschicken und Krankheiten heim, gesuchte sorgende Wittwe" schreibt dem ^Un­politischen" :

U Bon der deutschen Südpolar- Expedition.

Ich beantrage den „Augenschein": Soffen wir tue Sitzen,ebliebeuen in der einen R«ihe und die vtelgeplagten Hautmütter in der anderen Reihe antreten. Auf welcher Seite werden die meisten «friedenen Gesichter zu finden sein? Wenn man ix jebe Gruppe einen Topf Milch stellt, so wette

ten sich Anzeichen von Krankheit, vermuthlich von BeMeri, bemerkbar, die sich auf den Kerguelen so steigerte, daß immer 8-10 Mann krank dar. Niederlagen und 4 von den Chinesen starben. Die übrigen Kranken befinden sich jetzt alle auf dem Wege der Befferung.

sich während der ganzen ein recht gutes Seeschiff erwiesen; Schiff und Maschinen haben tadellos gearbeitet, so daß irgend welche Störungen nicht vorgefallen sind

Mißgeschick und Krankheiten — davor sind ®ÄIet "icht gesichert. Das unoer. meidliche Päckchen Unglück trägt sich aber zu Meien leichter, als in der „stolzen Vereinzelung". Die Eheleute stützen sich einander, trösten sich einander, pflegen sich einander. Wenn überhaupt der Spruch gilt, daß geteilte Freude doppelte Freude, getheilter Schmer, halber Schmerz sei, dann muß er für eilt christliches Ehepaar mit der vollen untheilbaren Herzens, und Lebensgemein- schäft doch et ft recht zutreffen.

Aber die Kinder? Nun ja, da seufzt wohl manchmal ein sorgenvoller Vater und erklärt die Kinderzucht für ein schlechtes Geschäft. Ihr dürft ihn aber nur nicht beim Worte nehmen und ihn von den „Plagegeistern" entlasten wollen.

I «x er euch schön ins Gesicht springen und sich ausbitten, daß ihr den Stolz und die Freude seines LtbenS ihm ungeschoren ließet. „Ach was", "ürbe er sagen, „ihr versteht das nicht. Dieses Joch ist leich und die Bürde ist süß. Die Reich.

Rothschilds habe ich nicht und in die Weltgeschichte komme ich auch nicht; aber in meiner Kinderstube habe ich lebendige Schätze, von denen mein Herz reichliche Zinsen der Glückes zieht, und wenn ich gut erzogen- Kinder hinterlaffe, dann habe ich nicht umsonst gelebt und mein @ra6 wird nicht ganz verlassen und vergeffen f<in- bin ja nicht gefühlsduselig, aber schön ist es doch, wenn das Kroppzeug einem so sacht- unter den Hand-n heranwächst. Man weiß doch warum und wozu man sich abrackert!"

Die Mutter hat noch mehr Last und Roth mit dem Nachwuchs, als der Vater. Und doch braucht man nur sich das Wort „Mutter" in seinem hohen und heilige« Sinne recht auSzu- denken, um die Ehre und die Glückseligkeit zu ohnen, die aus der Erfüllung dieser erhabenen Pflichten zurückströmt in die Seele der einfachen Frau. AlS eine Gesellschaft von alten Römer, innen sich di- Zeit verkleb mit der Ausbreitung und Anpreisung ihrer Schmucksachen, da holte die edle Cornelia ihre zwei aufblührnden Söhne heran und sprach: DaS ist mein Schmuck und mein Vermögen, — und alle verstummten vor dem Reichthum düser Wittwe. Die Dichter und die Maler wissen mit den Profeffortnnen. den Schriftstellerinnen, den Aerztinnen und all' de« emanzipirten Frauen nichts rechtes anzufangen; aber wenn sie ein Stück Himmel auf Erden be- singen oder abbilden wollen, dann greifen sie zu dem uralten Stoff von „Mutter und Kind", der trotz der steten Behandlung von Jahrtausenden in seiner wunderbaren Fülle von Lieblichkeit und Seligkeit noch längst nicht erschöpft ist. Und der letzte Künstler wird am Vorabend des jüngsten TageS roch die Mutterliebe und dar Mutter«

glück verherrlichen als die beste Ueberleitung zu dem Jenseits, wo die Mutter Gottes als Königin des Himmels bereit steht, die Frauen zu em-I pfasge». die als Mütter mit ihr in Thränen ge- fäet haben, damit in Freuden geerntet werben könne.

| * Schauspieler und Wilddieb. Ein Schuhplatt,

lervortänzer der Tegernseer Truppe wurde dieser Tage in Landsberg a. L., wo die Truppe gastirte, ! verhaftet, nachdem man drei Jahre lang auf ihn als einen Wildschützen gefährlichster Art gefahndet hatte.

5 Er war vor drei Jahren in St. Quirin am Tegern­see von einem Gendarmen wegen Wilderns verhaftet worden und hatte den Gendarmen einfach in den See geworfen. Dann war er außer Landes gegangen, in der Schweiz als Küfer beschäftigt gewesen und endlich

! in den Vereinigten Staaten als Kunstschütze aufge­treten. Dort schloß er sich den Tegernseern, die da­mals auf einer Tournee waren, an und galt als einer ihrer besten Schuhplattler.

* Zäh. Herr (der in seiner Wohnung von einem Hausirer belästigt wird): „Wenn Sie nun nicht bald machen, daß Sie 'rauskommen, so rufe ich meinen Diener." — Hausirer: „Wenn Sie so fteundlich sein möchten, vielleicht kann der etwas gebrauchen!"

* Abgewieseuer Gläubiger. „Könnte ich den Hausherrn sprechen?" „Der ist ausgegangen!" — „Vielleicht die Hausfrau?" — „Die ist ausgegangen 1" — „Dann will ich mich einstweilen etwas am Feuer Wärmen!" — „Das ist auch ausgegangen!"

ich. daß sie bei den alten Jungfern viel eher sauer wird.

•wettwrtU*-. tta Ht Xtiwtttex 3,f.

H» Jlfr*«:« 3. Petgtiit, f,

Hochfeine, stilvolle 11SXÄ1

EinrichtungenJ^S,^"

Etablissement allerersten Ranges.

Grosih. Hessischer n. Kaiser!. Russischer Hoflieferant.

Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Elnrlohtungen.

Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Hauptcollection.

AE-l „Wittwen- und Waisenversor. gung" ist für uns arme Zurückgebliebene recht gut gemeint. Auch volle Zustimmung Ihnen •I* i.’Jc die Emanzipirten von oben herunter nicht mit ihren Ansprüchen auf Universttäisstudien, noch viel weniger mit Stimm- und Wahlberech. tigung helfen können. Daß aber das Heirathen den Kohl fett machen soll, will mir nicht ge» °^en- Nach Ihren Worten ist „eine magere Herrath besser als eine fette Einsamkeit. Ei guter unpolitischer Onkel, diese Rede tönt gewiß nicht aus einer mageren Heiralh heraus. Bei Um dljck auf die Unterschrift dieses Briefes Wittwe!) werden sie lachen und denken: „Selbst j r« di- Falle gelaufen!" Er ist so, ich bin es;

9Itab« auJ dieser Falle eines 11jährigen glücklichen Ehestandes heraus, dem bereits ein 14jähriger Wittweustand gefolgt ist, sage ich: heirathen ist gut, nicht heirathen aber ist bester! kbenso denken mit mir bis heute meine drei Töchter, die jede für sich etwas lernen, um un» begleitet durch das Leben gehen zu können. Sollte einmal eine ihrem Grundsätze untreu werden, so verweigere ich ihr als christkatholische Mutter zwar nicht meinen Segen, würde ihr aber di- Verantwortlichkeit ihres Schrittes ganz anheimstellen. — Fern fei es von mir, ihre Ge­duld durch Widerlegungen ihrer Worte in An- spruch zu nehmen, auch möchte ich nicht indiskret gegen meine Verhältnisse werden, noch den Schein auf mich werfen, mit Gottes Zulassungen hadern zu wollen; nur sei meine Urberzeugung kurz ausgedrückt: Es wäre nicht so viel Dürftig­keit und Armulh, wenn weniger geheiratetI wütbe. — Zum Schluffe erlaube ich mir, einen anderen Vorschlag, der zwar niemals durchge- führt wird, zu machen. Wir wäre es mit einer Steuer (Verzeihung! das war einbös-S Wort) die alle Männlichen vom 22. Lebensjahre an bis zum 36. zahlten zu Gunsten der Wittwen

UR& auc6 der alleinstehenden anderen Weiblichen, Letzterer vielleicht vom 40. Lebens- jähr- an? Es müßte das nicht eine Unter, stützung fein, deren die Betr.sftnden sich schäme», sondern etwas, was das schwache Geschlecht mit gehobenem Haupte vom starken Geschlecht in galanter Weise als Rente zugebilligt entgegen- nimmt. Würde nicht wohl auch durch diese Ab­gabe vielleicht dem zu vielen und zu frühen Heirathen wörtlich und bildlich entgegengesteuert? — Sollten Sie, geehrter Herr, nun unmuthig werden wollen ob dieser Zeile», bann, bitt?. Der- zeihung, denn die Schreiberin ist eine von Miß­geschicken und Krankheiten h-imgefuchte

„ t sorgende Wittwe."

Unmuthig werde ich nicht, vielmehr mitleidig, denn die Schreiberin ist offenbar sehr stark heim- gesucht worden, so daß eine gewisse Erbitterung eingenistet hat. DaS ist auch verzeihlich, denn der Wiltwenschleier verdeckt eine Dornen- kröne Aber i» kenne auch Wittwen, die mit der schwersten Mühsal sich und die halbverwaisten i Rinfcer durchschlagen müssen und doch auf die grage, ob sie nicht lieber als alte Jungfern ohne lästigen Anhang durch die Welt gehen möchten, i cier m, Kopf kriegen und mit einem wehmüthigen Blick auf das Bild des verstorbe­nen RanneS „Nein, nein, nein"rufen. Ich kenn- auch Ehefrauen, die fich im schärfsten 6tnne des Wortes aufreiben in Arbeit, Sorgen Uttb Leid für den stets wachsenden HauShalt und doch Jeden ans lachen würden, der ihnen die Herrlichkeiten und Süßigkeiten der He,rathSlofigkeit anpreisen wollte. Sie denken: Bequemer mögen die alten Jungfern eS wohl h«b-n. aber langweilig ist es doch, und wenn m,r die Familie den Kopf heiß und die Knochen wacht, so macht sie mir auch mein Herz

I zumal, thrils aus Beobachtung, theils auS eigener Erfahrung.

Leichtsinnige Heirathen zwischen unreifen Menschenkindern find natürlich zu verurtheilen. Vorsicht bei diesem wichtigen Schritte sollen die Eltern ihren Kindern nicht nur predigen, son­dern auch durch Eflehung und Ueberwachung da­hin wirken, daß nicht vorzeitige oder sonst unver­nünftige V-rhältniffe angeknüpft werden. Da­gegen laben die Eltern eine schwere Verantwor­tung auf fich, namentlich gegenüber den Töchtern, wenn sie ihnen den „Grundsatz" der Ehescheu beibringen oder fie zu derartigen Ansprüchen auf­stacheln, daß st- schließlich fitzen bleiben. Der Versuch, di- Verantwortlichkeit für ein solches verpfuschtes Leben den Kindern zuzuschiebe», kann nicht glücken. Woher sollte denn dem jungen Menschenkinde die nöthige Erfahrung und der Ueberblick über den ganzen Gang deS menschlichen Lebens kommen? Was weiß denn die grüne Jugrnd von den Bedürfniffen des reifen Alters, von oen Gebrechen des Greisenthums? Hat daS Mädchen, das fich in seinem jungen Uebermuthe auf die Eheverächterin hinausspielt, einen Begriff von der Einsamkeit und Abens leere einer alten Jungfer? Da müssen die Eltern oder — wenn bie auch versagen sollten — sonstige vernünftig« A» verwandte ein greifen, um der verzeihlichen, aber gefährlichen Dummheit der Jugend aufzuhelfen.

Gewiß, die Töchter müssen so erzogen werden, daß sie tm Nothfalle unbegleitet durch's Leben gebe» können. Aber nicht so, daß fie unbegleitet gehen wo.llen. Wird ihnen der „Grundsatz" eingeimpft, daß Nichthrirathen das beste fei, so werben sie zu anspruchsvoll und zu wählerisch. Sie weisen gute Bewerber ab, weil fie denken, fie könnten ja ganz ruhig auf die allerbeste Par­tie warte», da ihnen ja die wunderschöne Ehe- lostgkeit immer noch bliebe. Haben sie bei vor­gerückten Jahre» in der wunderschön gepriesenen Selbständigteit und Einsamkeit allmählich ein Haar gefunden, so ist es für manche nicht mehr mög­lich, den Anschluß zu finden, und andere nehmen schließlich Bewerber an, welche an Werth weit hinter den früheren Korbempfängern zurückstehen.

Es gehört zu den schlimmsten Verirrungen, daß auf dem sogen. Heirathsmarkte der Besitz ober der Rang mehr gelten, als die persönliche Tüchtigkeit und Gutmülhigkeit Die Töchter sol­len materiell und gesellschaftlich herrlich „versorgt" sein; ob fie einen braven, liebevollen Mann be­kommen und am häuslichen Herde das wahre Glück finden, gilt als Nebensache. Bei solchen Heirathen aus Eitelkeit, Habsucht oder Bequem­lichkeit kann freilich nicht viel Gutes herauskom- men. Aber man darf doch deshalb HeirathS scheu lehre», weil durch die Thorheit der Menschen un­passende und unglückliche Ehe zustande kommen. Heirathen ist gut, wenn nur gute und tüchtige Menschen fich heirathen.

Keine Rose auf Eiden ist ohne Dornen. Unser ganze- Wirke» und Streben, auf welchem Felde es fich auch bewegen mag, ist mit Schweiß und Aerger und Sorge verknüpft. Aber deshalb kriecht der gesunde Mensch nicht in den Schmoll- winkel oder bleibt nicht »orfichttla'ber den ganzen Tag im Bette liegen. Immer frisch voran, immer wetten und wagen, das Glück zu erjagen! AuS Scheu vor Schwierigkeiten und Mißgeschicken sich auf die faule und feige Seite zu schlagen, ist der beste Weg zum Unglück, zu einem unbefriedigten Dasein. Wetten und Wagen ist auch die Familiengründung, aber eS ist kein bloßes Glücksspiel, sondern eine vernünftige Jagd nach dem Glück, bei der die Tüchtigkeit j und die Ausdauer die besten Aussichten haben.

Wenn weniger aeheirathet würde, meint unsere melancholische Zuschrift, würde eS nicht so viel Dürftigkeit und Armuth gebe». DaS ist noch sehr die Frage. Die Shelofigkeit treibt durchaus nicht die Leute zum Fleiß und zur Sparsamkeit an, namentlich die Männer nicht die beim Mangel der eigenen Familie ihr Ver- gnügen außerhalb deS Hauses suchen. Man kann überall beobachten, baß Leute mit vielen I Kindern eS wirthschaftlich weiter bringen, als Hagestolze. Und wenn etwa kinderlose Ehepaare auf ihr Sparkassenbuch stolz find, so können die Väter und Mütter mit Recht auf ihre Kinder- stube weisen und sagen: DaS ist unsere Spar, kaff- und unser Geldschrank; daS Geld, was die Kinder kosten, ist wahrlich nicht verschwendet, °«b-rn trügt die reichsten Zinsen im wirth- schaftlichen und im gemüthlichen Sinne, für diese und für jene Welt. Dürftigkeit und Armuth wird -S allezeit in diesem Jammerthale geben;

Menschheit aber ein recht erträg- ®afein lühren. Und daß Geld allein nicht glücklich macht, wissen wir doch nachgerade all-!

Nachdem am 13. Dezember sämmtliche für „Gauß bestimmte Ladung gelöscht war, konnte auch noch der Rest der für Kerguelen bestimmten Ladung an S Land gebracht werden. Inzwischen war daS Wohnhaus soweit fertig gestellt, daß die Herren der Expedition einziehen konnten. Am 21. Dezember verließ der „Tanglin", nachdem der Leiter der Expedition fein Verbleiben für nicht nothwend g erklärt hatte, die Kerguelen - Inseln. Die Rückfahrt nach Sydney verlief in sehr be- g^igenber Weise und nahm nur 18 Tage in

Leider ist es nicht gelungen, den Auftrag der Regierung auSzuführen, nach Möglichkeit Pinguine und sonstige Exemplare auS der Fauna der Ker- guelen mitzubrmgen. Pinguine und Seehunde waren in den ersten drei Wochen überhaupt nicht

UNb traten auch hernach nur vereinzelt ouf. Von ersteren wurden im Ganzen nur 6 ge« Tangen, die aber alle eingeganpen sind; von letz, teren gelang es den fibirischen Huadewärter», ob­wohl sie fast stets auf der Suche waren, nur k»/l8 et Hjühttrrb der Gesundheitszustand ku *?t0?r5Ir durchweg befriedigend war, hatten

Reiter sehr unter Krankheit zu Wben. Sobald das Wetter kühler wurde, mach­

Wo herrscht Keuchhusten?

. .. _ ~ ttouet »uH«e,

Hkls-re-it «»tarrtz, Hal»-, »rast, u«» 8uuo«nlti»te, 3tu t Ja «len Fällen, auch la, wo bereit« in Folge Gebrauch

Neiiülcher, wertloser Mittel oder schädlicher «eheimmittel Schwäch«, «ustände durch Rückgang der Kirrerkräste eingetteten find, gebrauche man mit »allem vertrauen 6en feit »SZahren unübertroffen und einjig bewährten, dabei hochköftlichen und billigen Nhektische* Xteeletu v«*st-H»nig, echt unter Garantie allein bei

Bin Uth IieM., Carl Pauly.

Wahrend der Dampfer der deut chen Süd­polar. Expedition „Gauß" von Kapstadt nach den Kergueleninseln fuhr, wo er inzwischen an« gekommen sein dürste, wurde der Dampfer «Tanglin" des Norddeutschen Lloyd von Sydney nach den Kerguelen gesandt, um die Astronomen Enzensperger und Luyken nebst 63 Eskimohunden und deren drei fibirischen Wärtern, sowie Kohlen, Proviant und Ausrüstungszegen- stände für die ForschungSixpedition dorthin zu bring«». Dem Berichte, den Kapitän Neuhaus des Dampfers „Tanglin" nach seiner Rückkehr von Sydney aus an die Direktion des Nord- deutschen Loyd eingesandt hat, entnehmen wir folgende Einzelheiten über die Reise:

Der Dampfer „Tanglin", der am 12. Okto­ber 1901 Sydney verlassen hatte, erreichte am 9. November dre Kergueleninseln. Außer der Gegenströmung waren es besonders die vielen schweren Stürme aus vorwiegend westlicher Rich­tung, welche den Fortgang stark hinderten. Häufig konnte nur durch entsprechende Kursänderung, so daß dre See mehr von der Seite einkam, etwas dazu gethan werden, um überhaupt voranzukommen. Nachdem am 9. November im „Drei-Insel- Hufe n" der Kerguelen-Inseln geankert war, setz­ten die Herren der Südpolar-Expedition laut Verabredung am Ufer die Reichsflagge auf als Erkennungszeichen für den zu erwartenden „Gauß", und hinterlegten eine Flasche mit Notizen für den Letter der Expedition. Darauf fuhren wir weiter nach der „Beobachtungsbucht", wo irn Jahre 1874 die englische Expedition zur Beobachtung de« Venusdurchgange» eine Station errichtet hatte. Nach mehrtägiger Umschau beschlossen di« Herren der Expedition, denselben Platz zu wählen, weil er auch für ihre Zwecke am günstigsten gelegen tp. Am 14. November konnte mit dem Ausladen der Güter begonnen werden, das aber die denk­bar größten Schwierigkeiten bot, da sowohl sehr viel stürmisches Wetter aus den Kerguelen herrscht, als auch dre ziemlich steil auslaufende, ungefähr 50 Fuß hohe Küste, an der alles beraufgezogen werden mußte, gleichzeitig ein Abtheile» der hal­ben Mannschaft an« Land nothwendig machte. Am 30. November waren alle Kerguelen Güter gelandet und nach der Baustille des Wohnhauses gebracht mit dessen Aufbau schon em 20. No­vember begonnen worden war.

Als am 1. Dezember der „Gauß" immer noch nicht angekommen war, wurde beschlossen, auch die für ihn bestimmten Güter zu landen. Währeno die ersten Güter in Booten an's Land gebracht worden waren, mußte für die zweiten -in anderes Verfahren gesucht werde», da sie allzu umfangreich waren, denn der „Gauß" hatte nicht nur 360 Tonnen Kohlen, sondern auch die doppelte Anzahl an Baumaterialien, Proviant rc. zu empfangen. Deshalb wurde der „Tanglin" an einen Felsenvorsprung, der ziemlich flach ist und das Landen der Güter ermöglicht, angelegt und, nachdem er fest verankert war, mit Leinen und Stabltroffen sestgemacht. Die Annäherung deS SchtffeS an s Land konnte bis auf einige Meter erfolgen, so daß durch AuSlegen zweierLaderäume mir dicken Brettern und Plattformen eine Brücke gebildet werden konnte, über die alle Güter in verhältnißmäßig kurzer Zeit an's Land gebracht wurden.

e fnlime