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LlüdnerWIeiturm

Helba und eni» LMSlM-SSPf.

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-Ä'mit Nnterhalümgs-Anlage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!'

M 60.

Jutöa, Donnerstag, den 13. März 1902.

29. Jahrgang.

G Zollpolitik im Reichstage und preußischen Landtage.

Der BundeSrath hat am Dienstag eine Sitzung abgehalten, über deren BerathungSgegen- stände und Verlauf nicht in der üblichen Weise durch das halbamtliche Berliner Drahtbureau berichtet morden ist. Nach einer vereinzelten Zeitungsmittheilung hat der BundeSrath seine Zustimmung ertheilt dem Gesetzentwürfe, wonach die Mitglieder der Zolltarif-Nommission des Reichstages als Entschädigung für ihre per­sönlichen Au!lagen eine Geldvergütung er­halten sollen, und zwar in der Gestalt einer Bauschsumme von 2400 Mark. Dieses Verfahren würde, die Richtigkeit der Meldung vorausgesetzt, dem im Jahre 1876 befolgten Verfahren entsprechen, als feen Mitgliedern der damaligen großen Justtzkommisfion auch eine Entschädigung für ihre persönlichen Auslagen zugewandt werden sollte. Nunmehr kann der Gesetzentwurf über die Zahlung von Geldern an die Mitglieder der Tarifkommisston noch vor der Osterpause des Reichstages auch von diesem er­ledigt «erden. Dcß er Annahme im Reichstage findet, kann als stcher angesehen werden, obwohl die Fceistnnigen und Sozialdemokraten dagegen stimmen wollen. Dadurch will die Linke ihre Entrüstung darüber kundgeben, daß der Bandek- rath noch immer keine Antwort ertheilt hat auf den Antrag des Reichstages, allen Mitgliedern desselben Tagegelder zu gewähren.

Augenscheinlich hat sich der BundeSrath in seinen letzte», rasch aufeinanderfolgenden Sitzungen auch mit dieser allgemeinen Diätenfrage be­schäftigt — mit dieser Frage und im Anschluffe daran mit einer eingehenden Berathung über die ganze politische Sachlage, namentlich über das große Thema, was nun eigentlich mit dem Reichs­tage geschehen soll. Daß dieser ohne Tagegelder nicht über Pfingsten hinaus zusammenzuhalten ist, wird von der überwiegenden Mehrheit als unvermeidliche Thatsache angesehen. Damit tritt wieder die alte Frage in den Vordergrund: ver­tagen oder schließen? Gegen eine erneute Ver­tagung liegen allerhand Bedenken vor, und namentlich im Bundesrathe mag man deren sehr viel hegen. Aber wenn der Reichstag geschloffen würde, dann fiele die ganze, bis dahin geleistete Arbeit der Zolltarlf-Kommlsfion unter den Tisch.

Wenn nun der Bundesrath den Mitgliedern der Tarifkommission eine Entschädigung für ihre Auslagen gewähren will, dann muß er unbedingt willen» fein, diese Kommission weiter tagen zu lassen, auch wenn das Plenum des Reichstages nicht versammelt ist. Und daraus kann man nun wieder den weitern Schluß ziehen, daß die Ver- bändeten Regierungen an eine erneute Vertagung de« Reichstage» denken. Denn nur unter dieser Bedingung bleibt die Zolltarifkommisfion de» Reichstage» überhaupt bestehen; oder aber e» müßte ein weitere» besonderes Gesetz gemacht werden, in dem ausdrücklich bestimmt wird, daß der Reichstag geschloffen wird, die Zolltarif-Kom- misfion aber beisammen bleibt.

Der Antrag der Konservativen und de» Gmtrum», der im preußischen Abgeordnetenhause eingebracht worden ist und die preußische Staats-

Der Wäter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

20 ------ (Nachdruck verböte«.)

Nur kurze Zelt hatte er so gestanden, dabei an die vielleicht bevorstehenden Kämpfe mit den Schmuggler» und an die möglichen Folgen denkend, «ls der eben abgegangene Bote wieder mit der Meldung ankam, drei der Schmuggler seien auf dem Wege zur Kontrolle der Grenze. Wenn die Schwärzer den Uedergang nicht für sicher hielten, würden sie durchgehen und die andern Ihnen in einer Stunde folgen, ohne etwas herüber zu bringen.

Das mußte vermieden, werde». Deshalb ließ Wagner auf der ganzen Kette zurücksetzen, befahl vorsichtigstes Versteck und verbot jeden Anruf, gleichviel, wer oder womit jemand die Grenze pasfire; nach einer Stunde sollten die alten Poste« wieder eingenommen werden.

Inzwischen hatten die drei Schmuggler den ihnen folgenden Beamten unbewußt einen bösen Streich gespielt, Nicht wett von der Grenze trennte sich nämlich der eine von ihnen und bog rechts ab in einen Feldweg hinein, wobei aus den abgebrochenen Sätzen der Unterhaltung der Schmuggler die Absicht zu errathen war, daß der andere bald ebenfalls abbieqen und der dritte die Chaussee entlang gehen sollte. An eine Vrr- folgung war nicht zu denken, da immerhin ein, vielleicht der wichtigste Weg unbesetzt bleiben mußte. Deshalb beschlossen die beiden Beamten, hinter der Wallhecke, die de« etwas tiefer als

regierung auffordert, im Bundesrathe für eine Erhöhung der Setreldezölle über die Sätze de« Zolltarifentwurfes hinaus einzutreten, trägt die stattliche Anzahl von 232 Unterschriften. Davon gehören 143 den Konservativen und 90 dem Centrum an. Vom Crntrum fehlen also nur zehn Unterschriften, woran» man ersehen kann, daß eine nur verschwindende Minderheit de» Centrum» mit diesem Vorgehen im preußischen Landtage nicht einverstanden ist. Da» Fehlen der Unter­schrift braucht ja auch noch gar nicht einmal an­zudeuten, daß der betreffende Abgeordnete sachliche Bedenken gegen den Antrag hegt. Die Bedenken können auch persönlicher Natur sein.

Aus der Zahl der Unterschriften, die der Antrag erhalten hat, geht ohne weiteres klar hervor, daß derselbe im Abgeordnetenhause auch angenommen wird. Daraus muß man dann den weiter» Schluß ziehen, daß die Konseroatioen und das Centrum auf keinen Fall im Reichstage den landwirthschaftlichen Zöllen zusttmmen wer­den, wie fir von der Regierungsvorlage vorge- schlagen werden. Denn wenn sie im Innersten ihres Herzen» mit solchen, vorläufig noch geheim gehaltenen Absichten sich trügen, würden sie u». möglich mit dieser Aktion im preußischen Abge- ordneteuhause hrrvortreten können. Also alle die Spekulationen darauf, daß das Vorgehe»» der genannten Parteien in der Zolltarif-Kommission des Reichstages nur Schemmanöoer und für später schon jetzt der Rückzug vor der Regierung heimlich beschloffene Sache sei, mögen diejenigen, die sie stets von neuem ausbringen, nur ruhig begraben. ES ist nichts damit aufzustellert.

Das Widersinnigste aber ist dabei wieder einmal das Benehmen einer ganzen Reihe von liberalen und freihändlerischrn Zeitungen, die sich so anstelle«, als hielten sie den Antrag des CentrumS und der Konservativen für eine ungebührliche Herausforderung der Regierung. Seit wann ist es denn liberaler politischer Grund­satz geworden, daß feie Parlamente durchaus einer Meinung mit der Regierung sein mAffen? Es hieße ja emes der allerwichtigsten Rechte der parlamentarischen Volksvertretung aufgeben, wenn man dieser Gedarkenfolge sich im Ernste aus­schließen wollte. Noch mehr: wenn es immer nach diesem Grundsätze in der Politik zugehen sollte, dann würden ja alle Parlamente über­flüssig sei«. Dann würden eben die Regierungen ganz allein feie Gesetze machen und der Mit­wirkung der Parlamente dabei gar nicht bedürfen. Mit solchen ungereimten Dingen sollten doch die Liberalen daheim bleiben. Sie machen sich da­mit nur lächerlich!

Deutschrs Keich»

Berlin, 12. März 1902.

+ K«ßlische Aöffichüeit Die freundlichen und verbindlichen Worte, die Staatssekretär Freiherr von Richthofen im preußischen Abgeordnetenhause über das Verhältniß zwischen Deutschland und England gesprochen hat, finden in England einen theilweise recht sonderbaren Widerhall. Die Londoner konservative,Mor»ing Post', ein Blatt, da» dem englischen Minister-

dar Ackerland liegenden Weg eivschloß, Posto zu fassen und die Rückkehr der Bande abzu- warten, die in einer Stunde ja erfolgt sein mußte'

Nachdem man sich, stcher nicht beobachtet zu werde», an den Vorräthen von Knappsack und Flasche gestärkt und die Pfeifen in Brand ge­setzt hatte, bemühte man sich, durch Auf- und Abgehen die Füße warm zu halten, was jedoch nur unvollkommen gelingen wollte. Den von seiner Mission zurückkehrende» Kollegen, der seinen Standpunkt etwas mehr landeinwärts hatte, fing man auf der Rückkehr ab und vernahm von ihm alles Wiffentwerthe, ihn gleichzeitig be­auftragend, mit dem anderen Beamten, gut ver­steckt, die Rückkehr der Schmuggler zu ihrem Standquartier abzuwarten, wohin man ihnen dann nachschleichen wolle.

Die Zeit verstrich langsam, da die Erwar­tungen auf daS Resultat der Mühen dek heutigen Tage» konzrntrirt waren. Ein Bick auf die Uhr, deren Zifferblatt man durch einen kräftige« Zug an der offenen Pfeife erleuchtete, zeigte 9 Uhr; bis gegen 11 Uhr war also nichts Be- stlmmtes zu erwarten; dies war ja auch die Zeit, zu welcher man gewöhnlich auf die Schmuggler stieß, wenn bis zum Hinüberdringen ins preu­ßische Gebiet auf den oft weite Bogen schlagen­den gehümen Wegen noch eine weitere Stunde gerechnet wurde.

Es war etwa eine halbe Stunde seit dem Abgehen der Schmuggler verfloffen, als der zu­erst Abgegangene zurückk-hrte. Langsam ging er, als keiner seiner Genoffen auf einen kurzen Pfiff antwortete, die Chaussee hinab, der Grenze zu, gefolgt von einem der Beamten, der, auf

Präsidenten nahe steht, schreibt: sie sei „erstaunt" über die Erklärung be» Fehrn, von Richthofen, daß beide Völker auf gegenseitige freundschaftliche Beziehungen angewiesen seien, da „diese lieber» zeugung erschüttert worden sei durch Handlungen der deutschen Regierungen und systematische eng­landfeindliche Propaganda in Deutschlans". Aber nicht alle Londoner Zeitungen find von dieser wirklich erstaunlichen — Liebenswürdigkeit. Ein andere» konservatives Blatt, .Standard', spricht fich dahin au», daß „alle Klaffen der Bevölkerung in England die Worte Richthofen'» zu würdigen wissen würden und froh sein würden bei dem Ge­danken, daß der Staatssekretär die Meinung der gebildeten Deutschen vertritt". In derselben höf­lichen Tonart äußern fich der liberale ,Daily Telegraph' und das ebenfaB» liberale .Daily Chronicle'.

* Persorgrmß feer Khinnäämpfsr. Der Minister der öffentlichen Arbeiten bat bestimmt, daß stellenlose und arbeitslose ehemalige An­gehörige des ostafiatischen Expeditionskorps und der ostastatischen Besatzungsvrigade, selbst wenn sie noch in keinem Arbeirsoerhältniß zur Eisen­bahn gestanden haben, in gleicher Weise wie die zur Ableistung der Militärpflicht aus der Be­schäftigung bei der Staatseisenbshnverwaltung ousgeschiedenen Hilfskräfte und Arbeiter, wenn sie nach Beendigung ihres Militärdienstes ihre Wiederei«steÜMg nachsuchen, bei der nächsten fich darbietenden Gelegenheit vor anderen Be­werbern zu berücksichtigen sind.

* SteuenSefretunge» «ege« Kinderzahl. Der § 18 deS preußischen Einkommensteuer-Ge­setzes, nach welchem bei den bis zu 3000 Jt>. Einkommen veranlagten Einkommensteuerpflichtigen für jedes Kind unter 14 Jahren der Betrag von 50 A von dem an sich steuerpflichtigen Einkom­men ix Abzug zu bringe« ist, ist beim Einkom­mensteuer -Veranlagungs-Geschäfte für 1901/02 wieder in erhöhtem Maße angewandt worden. Es wurden auf Grund dieser B.stimmungen im ge- lammten Staatsgebiete 269,156 (gegen 250,467 im Vorjahre) Steuerpflichtige ganz steuerfrei und 835.870 (gegen 638,477) auf eine niedrigere Stufe gesetzt. Der in Folge dessen eingetretene Ausfall an Steuer betrug 5,462,900 Jk. Die Maßregel hat also eine für den Staatssäckel außerordent­lich einschneidende Wirkung. Für die Regierungs- Bezirke und die Stadtkreise läßt fich leider nur die Anzahl der thatsächlich Freigestellten, nicht auch die drr auf eine niedrigere Stufe Ermäßig­ten und nicht der Betrag des Ausfalles ermitteln.

* Ifleivliche Angsflellte. Der Kaiser hat in einem Erlaß an den Minister der öffentlichen Arbeiten und den Krieg-Minister genehmigt, daß bei der Staatrbahnverwaltung, wie schon jetzt im Fahrkartenausgabedienste, so auch im Tele­graphen- und ® fit er ab fertig ungibienfte weibliche Beamte unter Beobachtung bet Grund­sätze für die Besetzung der Beamtenstelleu mit Militäranwältern nach Maßgabe be» Etat» ein­gestellt werben. Gleichzeitig hat Der Eisenbahn­minister bestimmt, daß weibliche Personen für den Kauzleidienst nicht mehr anzunehmen find. Die gegenwärtig im Kauzleidienst beschäftigten weiblichen Personen find unter Anrechnung der seitherigen Eisenbahndienstzelt in den Fahrkarten­

allen Vieren kriechend, über das höher liegende Feld neben ihm Herzog. Da wo ein Weg nach der entgegengesetzten Seite abgiug, blieb der Schmuggler stehe«, pfiff abermals und machte dann den Weg wieder zurück. Der Lauscher oben lag platt am Boden in gehöriger Entfernung vom Rande und horchte auf j-de§ Geräusch; endlich kam der zweite Schwärzer aus dem Seitevpfade und nach kurzer Zeit auch der dritte, der schwarze Jopp, der die Chaussee bis zur Grenze und darüber hinaus abpatrouillirt hatte. Man hörte, daß keiner einen Grünrock gesehen habe, ja Jopp wollte nicht nur alles abgestrichen, sondern auch ganz stramm auf der Chaussee bis 5 Minuten weit ins Preußische hineingegangen sein, ohne etwas gesehen zu haben.

Trotzdem, so wollte es den Beamten scheinen, war Jopp nicht dafür, heute etwas mit herüber zu nehmen.

„Wir legen uns in» Heu und schlafen aus," schlug er vor, „morgen kann dann Jemand herüber- gehen und sehen, wie es mit dem Wagen ist."

Die übrigen schienen jedoch nicht Lust zu haben, noch eine Nacht vom Hause weg zu bleiben. „Es ist schon die dritte," meinte einer, „die Weiber ängstigen fich halbtodt."

Von den L pprn JoppS kam etwas, das mit einem Fluch für das ganze weibliche Geschlecht sehr viel Aehnlichkeit hatte.

Die Entscheidung hing also von jenen Drei ab, feie zurückgeblieben waren. Jopp gab fich alle Mühe, auf dem Wege seine Genossen von dem Plan abzurathen. Der Umstand, daß er und auch die andern keinen einzigen Beamten gesehen hatten, in Verbindung damit, daß

ausgaben-, Telegrapyen- ober Güterabfertigung»" dienst zu überführen.

* De» Alevergaug zrr den ueuerr Dofl- werthzriche«. Sicherem Vernehmen nach wird noch im Laufe dieser Woche eine Bekannt­machung des Reichspostamts erscheinen übet die Grundsätze, nach denen während einer be­stimmten Uebcrgangszeit diejenigen Postsendungen behandelt werden sollen, welche nach dem 1. April mit den bi» jetzt giltigen ReichSpoststeimarken franhrt werben. Die Verhandlungen zwischen d« Reichspostverwaltung und der württembergischen Postverwaltung über diese Uebergangsbestimmrmgen haben ein durchaus befriedigende» Ergebniß erzielt.

+ ZnrückzieHuug »e* Zolltarif ■ Knt- «mrfes schwebt bekanntlich dem Abg. Eugen Richter als das Ideal einer Lösung der gegen­wärtigen polttischen Schmierigkeiten vor. Diese Idee ist nun schon mehrfach auch in auswärtige Blätter übergegangen, neuerdings wiederum in die Wiener »Neue Freie Presse'. Es ist daran kein wahres Wort!

+ Die internationale ZnLer Uerei«- varrrng ist am letzten Montag auch im englischen Unterhause besprochen worden. Nach einem Draht­berichte de» Wolff'schen Telegraphenbureau« sollte Marquis of Lausdowue, ;ber Staatssekretär de» Auswärtigen und Sohu des Minister Präsiden­ten Lord Salisbury, folgende« gesagt haben: „England habe die Übrigen Mächte nur um die Annahme eine« Arrangements ersuchen können, da« die Bewilligung von Prämien, seien e» direkte oder indirekte, in jeder Weise ausschließt, während England absolute Freiheit behielte, für Zucker aus seinen Kolonien Prämien zu bewilligen." Unmittelbar nach dem Abschlüsse der bewußten Vereinbarung war darüber in der halbamtlichen ,Nordd. Alldem. Zeitung' zu lesen: „Großbritannien übernimmt gleichfalls die Ver­pflichtung, daß es Prämien nicht gewähren wird... Ferner hat Goßbriiannieu das wichtige Versprechen gegeben, während der Dauer bei Vertrag?« den Zucker seiner Kolonien nicht günstiger, al« den Zucker der Vertragsstaaten zu behandeln..Man muß immer im voraus annehmen, daß dem halbamtlichen Drabtburean wieder einmal eine böse Entgleisung paffirt sei, und das ist wirklich der Fall. Lord Lansdowne h-t nämlich im Gegentheil gesagt: „Die allge­meine Bestimmung über die Kolonien verpflichtet un«, dem kolonialen Zucker nicht irgendwelchen Vorzug zu geben vor dem Zucker, der aus den Ländern der hohen Vertrag schließenden Theile entstammt." Rur eine grobe Unkenntniß der eng­lischen Sprache oder aber unverzeihliche Flüchtig­keit konnte jenen bösen Fel ler entstehen lassen.

X Zölle auf HemÜse find am heutigen Mittwoch von der Zolltarif-Kommission des Reichstages beschlossen worden, obwohl die Ver­treter der Regierung entschieden Widerspruch Sa- gegen erhoben. Es handelte sich dabet um Po­sition 33: frische Küchengenächse. Die Gärtner in allen Gegenden Deutschlands haben dem Reichstage Petitionen zugehen lassen, in denen sie dringend um die Einführung von Gemüse- zöllen bitte». Nach einem Anträge der Abgg. Herold (C-ntrum) und Gymp (frelfonf.) soll erhoben werden für R ithkohl, Weißkohl und

nirgends weder ein WaiNungs- noch ein * Ec- munterungszelchrn zu sihrn war, die doch feiten! der Grenzbewoyr.tr so gerne gegeben wurde», hatte ihn stutzig gemacht.

So lebhaft hin und wider streitend, gelangte man auf den Bauernhof, wo jedoch Die Sache bald entschieden fein mußte. Der Horcher von vorhin hatte nämlich roch nicht Zett gefunden, das Loch in derH-cke zu erreichen, durch welches er wieder auf seinen vorigen Posten zurückkehren wollte, als von vorae gemeldet wurde, der Schein einer Laterne beleuchte den Hos und Stimmengeflüster ließe auf den Abmarsch schließen. Zwei der Br amten gingen wieder voraus, um die Kollegen von dem Anrück-n der Schmuggler zu benachrichtigen und die Mög­lichkeit zu wahren, auch daS Einschlagen von Seitenwegen durch die Schmuggler melden zu können.

Zwischen letzteren mußte alles sehr genau verabredet sein, oder aber es war die Ge­wohnheit des Geschäfts, die sie stumm neben- und hinter einander ihren Weg verfolgen ließ, jeder einen Sack auf der Schulter, der, nach der Art deS Tragens zu schätzen, nicht leicht sein mochte. Diese Säcke aber waren sonder­barer Weise nicht mehr von jener leichtgrauen Farbe, die man im Lause des Tages gesehen. Dieselben waren vielmehr schwarz und diese- brachte im Dunkel der Nacht den Eindruck her­vor, als ob der Träger und seine Last ein einziger Körper sei.

Nach etwa einviertelstündiger Wanderung legte man die Lasten nieder, die Säcke als Sitz benutzend, trocknete den Schweiß von der Stirne