FuldaerMZeitung
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29. Jahrgang.
Iuköa, Mittwoch, den 12. März 1902.
JK 59.
G Som Burenkriege.
Nur wenige Tage find verflossen seit der letzte» Rede deS Kriegs Ministers Bro srick im britischen Unterhause, in der er von neuem zu der Prophezeiung sich hinreißen ließ, der Burenkrieg werde, müsse bald beendet sein. Nun freilich, Christian de Wet wäre beinahe vo» ber englischen Uebermacht umzingelt und gefangen ge- nomme» worden, aber auch wirklich nur beinahe. Ein Stückchen von seinem Fell mußte der alte Bär lasten, aber der Bär selbst entkam und macht nun hoffentlich recht bald den Engländern von neuem tüchtig zu schaffen. Aber mit dem Burengeneral Delarey ist es den Engländern nun sehr schlecht ergangen — wie, das wiffen wir aus den Telegrammen, die darüber Montag Abends und in der Nacht zum Dienstag versandt worden find. Der britische General Lord Methuen sollte Delarey fangen. Mit einer stattlichen Streitmacht rückte er aus, aber der Ausgang der Sache gestaltete fich ganz erheblich anders, und nun befindet fich Lord Mrthuen als Kriegsgefangener bet den Buren. Das ist ein sehr harter Schlag für die Engländer und für das Ansehen der englischen Armee, und sogar der britische Ministerpräsident Lord Salisbury machte im Oberhause kein Hehl daraus, daß es fich dabei um sehr traurige Nachrichten handele. Daß er hinzusügte, «an müsse mit dem Urtheil darüber noch zurückhalten, war ja nur eine leere Redensart; die Engländer haben eben wieder einmal eine so vollkommene Niederlage erlitte», daß alle Welt ihr Urtheil fich daraus bilden kann: der Widerstand der Buren ist nicht nur nicht gebrochen; dieser Krieg wird vielmehr noch sehr lange dauern, wenn er nicht durch verständige Bermsttelung beigelegt werden kann.
Der Burengeneral Delarey ist neben Christian Dewet und Louis Bocha ohne Zweifel der bedeutendste Burenführer. Manche halten ihn für den Ersten unter ihnen. Bis in die jüngste Zeit hinein schaltete er als Gebieter ganz ungestört in dem Rusterburger Bezirk, gar nicht weit in nordwestlicher Richtung von Pretoria. Die Magalies-Berge geben dort einen ausgezeichneten Stützpunkt ab für militärische Unternehmungen. Sie gewähre» einen vortrefflichen Schutz gegen Angriffe von außen und gebe» die beste Gelegenheit, Ausfälle gegen den Feind i» weitem Umkreise zu unternehmen. Außerdem aber ist dieser Bezirk von Rustenburg noch nicht verwüstet und vollkommen ausgesogen, so daß er auch eine gute Verpflegung der Streitkräfte ermöglicht, dre fich darin festgesetzt haben. Dem General Delarey selbst schulden die Buren die allergrößte Dankbarkeit. Seine persönliche Energie ist ungewöhnlich groß, und immer dann erschien er als der rettende Mann der That, wenn die Sachen eine unglückliche Wendung für die Buren zu nehmen begannen. So ist eS auch jetzt wieder gewesen. Es galt, die Niederlage Dewet's auszuwetzen, und er hat die Scharte doppelt und dreifach ausgewetzt und den Eng-
Der Wüter Schuld
Original-Roman von Fr. Colle t.
19 ------ (Nachdruck verboten.)
Um für den Nothfall ein Versteck zu haben, das ihm die Möglichkeit des Entkommens böte, ließ er die Schtafstubenthür nur angelehnt, während er die Hofthür vorsichtig wieder einklinkte. Dann schlich er bis zur Küchenthür vor. Das Ohr fest an die Ritze der Thüre gelegt, dabei jeden Augenblick zum Sprung in die Schlafstube bereit, stand der Horcher im Dunkel. Was er vernahm, waren Aeußerungen des Unwillens über das Ausbleiben des erwarteten Fuhrwerks und Streitigkeiten darüber, ob dasselbe absichtlich in Warendorf zurückgeblieben sei, oder ob ein Unglücksfall seine Ankunft verhindert habe.
Erstere Ansicht wurde hartnäckig von jemanden vertreten, der nach der Anrede, die «an bei der ^rtgegnung brauchte, niemand anders als der schwarze Jopp sein konnte. Gerne hätte der Lauscher gewußt, wer denn eigentlich der ausge- bliebene Verbündete der Bande sei, um zu den Schwärzern auch noch ihren Hehler packen zu können. Es wurde jedoch nur vom Alten, von Bernard und Hermann gesprochen, ohne daß ein Anhalt für irgend einen bestimmten Verdacht geboten wurde.
Da» lebhafte Gespräch über diesen Punkt wurde durch die von einer Frauenstimme ausgesprochenen Aufforderung zum Essen unterbrochen, der man mit Eifer nachzukommen schien, denn
I ländern eine Schlappe beigrbracht, die die Bedeutung derjenigen weit übertrifft, die Christian Dewet unter dem Drucke der riesigen englischen Uebermacht erlitten hat.
Und es ist ohne Zweifel sehr schwer. Buren- general zu sein, auch fitzt noch, nachdem die Burrn, durch trübe Erfahrungen klug geworden, eine Ahnung davon bekommen haben, was Disziplin heißt. Im Anfänge des Krieges war ja keine Rede davon, ebenso wenig wie von planmäßiger kriegerischer Taktik. Es ist häufig genug schon erörtert worden, was die Bure» hätten erreichen können, wenn fie im allererste» Anfänge des Krieges die Offensive fortgesetzt und die Engländer gleich auch in ihrer eigne» Kapkolosie schachmatt gesetzt hätten. Deswegen ist eS vollkommen versehlt, die Buren und ihre kriegerischen Erfolge immer wieder als ei» Zeugniß anzusühren für die Vorzüge des Miliz- Systems, wie es von gewisser Seite immer und immer wieder geschieht. Denn gerade dieses System und seine Art und Weise find für die Buren unglücklich ausgeschlagen. Eist nachdem sie nach und «ach im Verlaufe dieses Krieges theilweise die Gepflogenheiten, dir Disziplin und manches Andere von der Art und Weise der modernen stehenden Heere angenommen habe», st es ihnen bester gegangen. Hätten sie von Anfang a» aus dem Standpunkte gestanden, wie heute, dann würde dieser Krieg höchst wahrscheinlich überraschend schnell mit einer gänzlichen Niederlage der Engländer geendet haben. Außerdem aber sind gerade die englischen Truppen unter allen europäischen Heere« wohl die am wenigsten guten und am schlechtesten geübte» und disziplinirten. Eine ganz hervorragende Truppe soll die „Imperial Deomanry" fei«, und so oft die Helden derselben im Feuer den Bure» gegenüber gestände« haben, find fie ohne Waffen und Kleider, nur mit abgelegten Burenhemden a«>etha», nach einiger Zeit ins britische Lager zurückgekehrt.
Im Ganzen genommen find die Verluste der britischen Truppen während des Mono ist Februar stärker gewesen, als i« de« Stottern vorher. Es find «ährend dieses letzte« Mo» t3 30 englische Offiziere und 232 Mann gefallen, 41 Offiziere und 470 Mann verwunde worden; und außerdem mußte» 101 Offiziere mb 2266 Mann als Invaliden nach Hause geschickt werde». Die Gesammtzahl der nach England heimgeschickten Invaliden beläuft fich auf 2832 Offiziere und 65869 Man»!
Deutsch« Deich«
Berlin, 11. März 1902.
+ Der zreichshaushall. Nunmehr ist die amtliche Zusammenstellung über den ReichShaus- halt für das Geschäftsjahr 1902 nach den Beschlüssen der zweiten Lesung des Etats erschiene«, die ja ohne Zweifel unverändert auch während der dritten Berathung bsibehalten «erden. Danach betrage» die fortdauernden Ausgaben des Reiches 1,971,527,823 die einmaligen Aus. gaben im ordentlichen und auß-rordentlichen Etat zusammengenommen 331,482,006 Jt>., die Ausgaben zusammen also 2,303,009,829 J6 Mit
außer dem Klapper« de« Geschirrs, hörte man bald keinen Tsn mehr.
Diese Pause wollte der Lauscher ausnützen; leise schlich er in da« Schlafzimmer, schloß d-ssen Thüre, zündete ein Streichholz an und beleuchtete den Raum, sich vergewissernd, daß niemand dort zu Bett liege. Dann öffnete er das Fenster und stieg durch dieses hinaus, e» leise hinter sich zu- ziehend. Da das Oeffnen leicht vor fich ging, so nahm der Beamte an, daß zur Nacht in dem Zimmer jemand schlafen müsse, da sonst wohl das Fenster zur WinterSz i! kaum geöffnet wurde und in Folge dessen festgefroren sein müsse.
Mit Freude, gleichzeitig aber auch mit Schrecke» machte er die Wahrnehmung, daß ein ruhiger, aber stetiger Schneefall begonnen hatte, der zwar die Spur der Schmuggler überallhin verraihen mußte, aber auch jedem zufällig auf dieser Seite au» dem Hause tretende» die Fußspuren des Schleichers zeigen mußte.
Von dem draußen harrenden Kollegen erfuhr er, daß der ausgeschickte Freund noch nicht zurück sei, woraus man schloß, der Weg bis zur Grenze müsse noch ziemlich entfernt sein. Da ihm die Füße, schon längst kalt, zu schmerzen begannen, ließ er fich seine Stiefel hinüberreichen, zog ste an und schlich, vorstchtig wie er gekommen, wieder durch da» Schlafzimmer auf seinen Posten.
Erst oaurrte das Effen noch eine Weile, dann vernahm der Horcher wieder eine Unterhaltung und die Abmachung, man wolle versuche», daß jeder doch mindestens einen Sack über die Grenze schaffe, daS dann an der Ladung Fehlende könnte ja aus Rotenfelde «achgeholt und so die
dieser Summe sind Ausgaben und Einnahmen gegen einander abgeglichen.
X Die Kvglävder *nb da» deutsche Auren - Ailfsstomitee. Mit allgemeiner Spannung sah man am heutigen Dienstag im preußischen Abgeordnetenhause de« Mittheilunge« entgegen, die Staatssekretär Freiherr von Richthofen über die Antwort der britischen Regierung auf die Vorstellungen wegen der Zu« laffung des deutsche» Hilfskomitees in den südafrikanischen Konzentrationslagern nach vorher erfolgter Ankündigung mache« sollte. Die Antwort ist in jeder Weise befriedigend ausge- salle«: Die britische Regierung gestattet die Thätigkeit des Hilfskomitees in den Burenlagern und will die Sendungen dorthin befördern, ohne Steuer, Zoll ober Fracht dafür zu fordern. Der Staatssekretär versprach weitere Vermitte- lung in London, um auch die Zulaffung deutscher Ambulanzen zu gestatten. An diese Mit- thellung knüpfte der Staatssekretär eine Bitte und eine Mahnung, die wohl auch von London aus veranlaßt worden war — gewiffermaßen zum Ausgleiche für die Zulaffung des Suren» Hilfskomitees: Die deutsche Kritik an der englischen Kriegführung soll verstummen im Jntereffe unserer befreundeten englischen Nachbaren! Noch mehr: der Staatssekretär meinte, er habe von vertrauenswürdiger Seite erfahren, daß die gesundheitlichen Maßregeln in den Kor-zentrationS- lagern ganz vorzüglich seien. Wenn der Herr Staatssekretär gerade diese'Bemerkung nicht gemacht hätte, würde er wahrscheinlich mehr Eindruck mit seinen Ausführungen erzielt habe» als so. Denn gerade diese Behauptung widerspricht den oorauf gegangenen Thatsachen doch gar zu sehr. Woher würde denn sonst die ungeheuere Sterblichkeitsziffer in den Burenlager« kommen, wen» dort Alles mit rechte» Dingen zuginge ? Diese, ungemein große Sterblichkeit ist durchaus nickt -^egzuleugnen, den« fie ist auch mehrfach durch die amtlichen englischen Berichte festgelegt worden. Die Sendungen der Hilfs - Komitt's zuzulaffen, ist ganz einfach die Pflicht und S 'ruldigkeit der Engländer. Würde fie es nicht th a«, so würde ste zu ihre« vielen wr auf gegangen ??» Unmenschlichkeiten neue hinzufügen. Daß der Krieg die Engländer nervös gemacht hat, ist gern zu glauben. Aber warum habe« fie denn dieirn Krieg angefangen? Warum haben sie ihre Beutegier nicht gezügelt? Die Folge« müffeu fie nun selbst tragen.
X Eine Statistik der Influenza für das Königreich Preußen bringt die amtliche.Statistische Korrespondenz". Man erfährt daraus, daß diese heimtückische Krankheit während des Jahres 1900 beinahe ebenso viele Opfer gefordert hat, wie in dem Hauptinfluenza-Jahre 1892. Die Zahl der Todesfälle in Folge von Influenza betrug 1889 erst 314, bann stieg sie geschwind bis auf 15,911 im Jahre 1892, fiel allmählich wieder bis au 2866 im Jahre 1898 und stieg von neuem bis auf 14 329 im Jahre 1900. Die preußische Statistik dürfte im Großen und Ganzen aus das Reich überhaupt zutreffe«; danach erlagen also durchschnittlich im Jahre 1892 etwas mehr als 4 von 10,000 Personen (4,29) der Influenza.
* Im Monate Januar ds. IS. find au deutschen Eisenbahnen (ausschließlich der
Fuhre vollständig herübergeschafft werden. „Falls Bernard dazu Lust zeige ober Herman« es ohne des andern Wille durchsetzen könne," fügte Jopp spöttisch hinzu. Andernfalls konnte man ja noch einige Male so herübergehen. Schon dacyte der Beamte, der Transport würde jetzt beginne« und wollte sich schon eilig entfernen, damit für eine gehörige Verfolgung Sorge getragen werde, als er Worte vernahm, aus denen er schließen mußte, daß erst nur ein Theil der Bande ausgehen und das Terrain sondiren wolle. Waren diese Posten Ir einer Stunde nicht zurück, dann, so wurde abgemacht, sollten die andern mit leeren Händen nachkommen, da dies ein Zeichen von der allzuzroßen Wachsamkeit der Grümöcke fei.
Der Horcher wußte genug. Er zog sich zurück, verschloß oas Fenster im Schlafzimmer von innen und schlich dann wieder zurück und durch die Hof- thüre hinaus. Deine Schritte hinterließe», wie er sah. schon deutliche Spuren, weshalb er mit de« Zehen auftrat, und fo wenigstens den Zveifel veranlaßte, ob hier ein Mensch, ober ein Thier her- geschlichen fei.
Nach einigen vergeblichen Versuchen, über die Hecke hinüberzuklettern, fand er im Garten ei« Loch in der Hecke, das ihm den Durchschlup ermöglichte. Mtt dem draußen harrenden Kameraden kam er eben «och früh genug am Eingänge an, daß er, die Chaussee meidend, über das seitwärts liegende Ackerland setzen konnte, um die Meldung von dem, was sich jetzt vorbereite, weiter zu tragen und den jedenfalls auf dem Rückwege befindlichen Bote» zu warne».
Kaum waren die Schritte des Davoneilen den
bayerischen) 13 Knk-leisrmge« auf freier Bahn raoou 6 bei Personenzügen), 12 Entgleisungen n Stationen (davon 3 b i Personenzügen), 1 Zusammenstoß auf freier Bahn (bei ©fiter» ■ igen), 19 Zusammenstöße in Stationen (davon ) bet Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurde« 4 Bahnbedienfiete getödtet, 7 Reisende und 11 Bahnbedlerstets verletzt.
* Im Aogeorduelentzasse ist mit Rücksicht auf die verspätete Erledigung des Etats folgender Antrag von allen Parteien eingebracht: Das Haus wolle beschließen, indem Gesetzentwürfe betreffend die Feststellung des Staatshaushaltsetats für das Etatsjahr 1902 nach dem § 3 folgenden § 3a einzuschieben: Die >iS zur gesetzlichen Feststellung des Staatshaus- »altsetats innerhalb der Grenze« derselben gegifteten Ausgaben werden hiermit nachträglich enehmigt — Dem Abgeordnete»Hause ist ferner »er Entwurf eines Gesetzes betreffend die Gebühren der Medizinalbeamten(sog.Kreisärzte) jugegangen,
4- De» AppkenzoK hat am Montag die Zolltarif-Kommission des Reichstages beschäftigt. In der Regierungsvorlage ist für den Doppelzentner Hopfen ein Einfuhrzoll von 60 Mark in Aussicht genommen, für Hopfenmehl Lupulin) ein Zoll von 90 Mark. Der gegenwärtige Zoll beträgt 20 Mark. Die Centrums- abgg Speck und Dr. Heim brachten den Antrag ein, den Zoll für Hopfen auf 87,50, für Hopfenmehl auf 120 Mark festzusetzen, außerdem diese Zölle zu binden: fie sollten bei dem Abschlüsse von Handelsverträgen nicht unter 70 Mk. ür Hopfen und nicht unter 100 Mk. für Hopfenmehl ermäßigt werden. Dis Sozialdemokraten beantragten, wie überall, vollkommene Zollfreiheit, die Freisinnigen eine Herabsetzung des gegenwärtigen Zoller auf 14 Mk Außerdem lag noch ein Antrag der Abgg. Graf Kanitz und Broekmann vor: den Zoll für Hopfen auf 70 und für Hopfenmehl auf 100 Mk. festzusetzen. Abg. Speck machte nochmals eingehend aufmerksam auf die ungeheuerlichen Mißbräuche bei dem ausländischen Hopfenhandel: in Böhmen mischt man böhmischen Hopsen mit russtschen Erzeugnissen und bringt fie al« böhmisches Erzeugniß in den Hmdel; gegen solche Schwindelmanöoer müsse man einen ganz nachdrücklichen Zollschutz einführen. Vertreter der bayerischen und der «ürttembergischen Regierung schilderten die bedrängte Soge der Hopfenbauer, die dazu führt, daß der Hopfenbau ständig zurückgeht. Aber der Antreg Speck—Dr. Heim wurde mit 13 gegen 13 Stimmen abgelehnt und der Antrag Graf Kanitz mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. Nach einem voraufgegangenen Beschlüsse soll über da« Zolltarif-Gesetz schriftlich, über den Zolltarif selbst mündlich im Plenum des Reichstages Bericht erstattet werden.
N«rN«, 11. März. Der Kaiser ist heute Bormittag '/»8 Uhr auf dem Bahnhöfe in Breme» etngetroffen und nach kurzem Aufenthalt nach Wilhelmshaven weitergereist, wo er kurz vor 10 Uhr etntraf. Er wurde vom Chef der Marinrstation der Nordsee, Admiral Thomsen, dem Bizeadmiral Büchsel und dem Kontreadmtral von Prittwitz und Gastro» empfangen. Der Kaiser begab fich alsbald an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm 11." und besichtigte sodann auf der Werft das Linienschiff »Wittelsbach- und in der alten Maschinenbauwerkstatt die Maschinen
verhallt, als vorsichlig das Thor geöffnet wurde und drei der Schmuggler hinausschlüpften. Die Beamten, von Denen der eine noch hinter dem Baume stand, der andere seitwärts beim Hause langhin am Boden lag, ließen den Schmuggler« Zeit zu einem guten Vorsvrung, dann schlichen fie ihnen nach, dabei vor sichtig die Spuren der vor ihnen hergehenden stummen Gesellschaft benutzend.
Während dieser Vorgänge hatte der zur Berichterstattung abgetanste Beamte nach halbstündiger Wände, ung die Grenze und einen Poste» erreicht, seine Meldung erstattet und vom Ober- koutrolleur, der persönlich herübnkam, die Weisung erhalten, unter keinen Umständen die Schmuggler aus dem Gesicht zu verliere« und nicht eher mehr zu berichten, bis eine Aktion nach der Grenze zu gemacht werde. Da er vernahm, wie wett entfernt von ihm der Ort der Zusammenkunft der Schwärzer lag, bestimmte er, daß zwei von den Beamte« die Ueberwachung und zwei den Meldedicnst besorge» sollten, damit jeder derselben die Hälfte in größter Eile zurücklegen und so die Entfernung durch Schnelligkeit wett gemacht werden könne. Da inzwischen der Schneefall eintrat, befahl er nock, auf dem Ackerland zu bleiben und nicht die Chaussee zu betreten, woraus er de» Boten entließ, de» an dieser Stelle die Wache versehende» Beamte» auf de« Posten schickte, den er selbst inne gehabt batte und fich bann, jede Muskel gespannt in der Erwartung dessen, was nun kommen sollte, an einen Baumstamm lehnte, brr ihn de« Augen etwaiger Späher von jener Sette verbarg. (F. f.)