FuldaerMZeitung
29. Jahrgang.
Irrtöa, Dienstag, den 11. März 1902.
JK58.
Tagegelder in der Zolltarif - Kommiffion. Daß die Retchrregierung keine Bedenken zu erheben hat gegen die Zahlung von Entschädigungen en die Mitglieder der Zolltarif. Kommission de« Reichstages, hat am letzten Freitag bereit« Staat«« sekretär Graf Posadowsky in der Kommission selbst angedeutet. Solche Entschädigungen find auch schon früher gezahlt morden, nämlich an die Mitglieder der Juftiz-Kommisson im Jahre 1876. Damals wurde an jede« Mitglied derselben die Bauschsumme von je 2400 Mk. gezahlt. Da«selbe Verfahren wird auch die«mal eingeschlagen werden, und ohne Zweifel wird es die Billigung bet allen Parteien ohne Unterschied finden — hat er bezw. bereit» gefunden. Um ein solche« Verfahren ein« zuführen, bedarf es eine« besonderen Gesetze». Daß ein solche« Gesetz unter den obwaltenden Umständen ohne weiterer Annahme findet im Reichstage, versteht fich von selbst. E« ist darum wahrscheinlich, daß e« noch vor Beginn der Oster« pause eingebracht und verabschiedet wird.
Von allen möglichen Seiten verwahrt man fich dagegen, daß eine solche Entschädigung im Widerspruch stehe zu der Verfaffung des Reiches, nach deren Bestimmungen die Mitglieder des Reichstage«, wie sattsam bekannt, ohne Entschädigung ihre Arbeitskraft in den Dienst de« Reiche« stellen sollen. Staattsekretär Graf Posadowrky betonte da« sehr lebhaft, und sehr umständlich äußert fich beispielsweise die konservative „Kreuz- Zeitung" darüber, die sonst, wie man ja weiß, von Tagegeldern für die Mitglieder de« Reichstage» nicht» hören will. Auch fFllrst Bismarck, sonst ebenfalls ein Gegner der Reichstagsdiä en, hätte ja im Jahre 1876 — so sagt die „Kreuz- Zeitung" — die Gewährung der Entschädigung an die Mitglieder jener großen Justiz-Kommiffion mit veranlaßt.
Man mag indeffen sage«, was man wolle, so bleibt doch das Eine klar, daß die Zahlung einer Geldenrschädigung an die Mitglieder der Zolllarif-Kommissto« dem Sinne der BerfaffungS« destimmung von dem entschädigungslosen Arbeiten der Mtglieder deS Reichstages widerspricht. Die Mitglieder der Kommission find das nur als Mitglieder deS Reichstages; und die Arbeit, die fie i» der Zolltarif-Kommission auSüben, leiste« sie nur in ihrer Eigenschaft als Volksvertreter im Reichstage. Deswegen sollten fie, we»n alles genau nach der Verfaffung ginge, auch für ihre Kommisfionsarbeit keine Entschädigung erhalte« dürfen. Daß fie dieselbe doch erhalten sollen und alle Welt damit einverstanden ist, beweist aufs neue, daß diese VerfaffungSbestimmung von der Diätenlosigkeit der Reichstag-abgeordneten nicht vollkommen durchführbar ist. Wirft man aber erst die Grundsätze über Bord, dann kann man fich auch nicht leicht dem Gedanken an. bequemen, daß die Mitglieder deS Reichstages überhaupt für ihre persönlichen Ausgaben während der Ausübung deS ReichStagSmandateS eine Geld, entschädigung erhalten. Geld bleibt Geld, ober nun in der Form von Tagegeldern oder als Bauschsumme gezahlt wird. In Frankreich beispielsweise erhalten die Mtglieder der De- putirtenkammer ihre ganze Geldentschädigung in der Form einer einmal gezahlten Bauschfumme!
Geld, Lebensmitteln und Kleidungsstücke» nach den Konzentrationslager« in Güdasrtka.
* Der -n»ett« Kongreß -er christliche« chemerkschnfte« Deutschland» findet am 29. und 30. Juni, sowie l^Juli in München statt.
• Der den IWW«rif betreffende, beim Ab» geordnetenhause eingegangene Antrag der Abgg. zu Limburg-Sttrum, Dr. von Heyde« brand, Dr. Porsch und Herold hat folgen« den Wortlaut: „Die Staatsregierung aufzuforder« im Bundesrathe dafür einzutreten, daß den von der Mehrheit der Reichstagszolltarifkommisston auSgedrückten Wünschen auf Verstärkung des landwirthschaftlichen Zollschutzes über die Zoll- tarifvorlage hinaus entsprochen werde." Der Antrag ist von sämmtlichen Mitgliedern der konservattnen Partei mit Ausnahme des Abg. Frhrn. von Wangenheim und von der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Mit« glteber des Eentrnms mttuuterzeichnet.
* Kisenach, 10. März 1902. Die Kon« feien; sämmtltcher deutsch-evangelischen Kirchenregirungen ist zum 29. Mai in Eisenach etnverufen. Zur Berathung steht ein An« trag auf Herbeiführung einer evangelischen Kirchen« gemeinschaft im Sinne der Gothaer Kaiser- Rede.
• Weimar, 10. März 1902. Der Wei« «arische Landtag wird der .Deutschland' zufolge am Samstag den 15. März geschloffen werden.
Beim Etat des Auswärtigen Amtes empfiehlt der nationalliberale
Ad». Mllnch-Ierver eine von ihm beantragte Resolution zu Gunsten der Errichtung deutscher Handelskammern im Ausland«. —JmNamen de» Centrum- spricht Abg. Hahenskq gegen dir Re« solution. Dasselbe thut Staatssekretär Ireiherr von Aichthof«», worauf die Resolution ab gelehnt wird.
Die Wünsche der Abgg. Dr. Aaste (natl) und Schrader (fietf. Bereinig ), dem deutschen Schulwesen im AuSlande vermehrte Forderung angedeihen zu laffeu, erkennt Staatssekretär Ireiherr von Ittchlhofe« als berechtigt an: leider reichen die jetzt vorhandenen Geldmittel nicht dazu auS Gleichzeitig thetlt der Staatssekretär mit, daß die Berbündeten Regierungen geneigt find, den Zuschuß für die AuSkunftSstelle für Auswanderer al» einen einmaligen anzunrhmen.
Im Anfchluffe hieran wird eine von dem CentrumS- abgeordneten Gah«»sky eingebrachte Resolution angenommen, in der die Kolonialgesellschaft zu einer alljährliche» Berichterstattung über jene Auskunftsstelle verpflichtet wird. Auch mit vteser Resolution ist der Staatssekretär einverstanden.
Beim Etat des Reichs amteS deS Jnnernbe- mängelt der nationalltberale Abg. ZSech-Heidelberg die Auslegung, die der preußische Handelsminister dem neue» Sewerdegerichtsgesetze gegeben hat, indem er die Bedingnung, daß in Orten von mindesten» 20,000 Ein- wohnern ein Gewerbegericht Borfchrift ist, schon dann für erfüllt hält, wenn in dem betreffenden Orte ein Gewerbegericht für einen einzelne» Gewerbezweig oder für einen einzelnen Ortsbezirk vorhanden ist. Diese Auslegung bezeichnet der Redner alS ganz unverträg« lich mit dem Sinnendes Gesetzes.
Der sozialdem. Abgeordnete DuSeik äußert fich in demselben Sinne.
Abg. TrimSvr« vom Centrum legt dar, daß auch er jenen Dtinisterialerlaß in dem Punkte, um den eS fich hier handelt, nicht mit dem Sinne des Gesetzes in llebereinstimmung bringen kann.
Staatssekretär chraf ^asadawsk, ist ebenfalls der Anficht, daß ei» Gewenbegericht dort, »o e» vor« geschrieben ist, für alle Arbeiter errichtet werden muß, und er ist deswegen mit Minister Möller in Verbindung getreten. Dieser hat ihm nun heute einen Erlaß vom 8. d. M. zugesandt, in dem der vorauf«-,angrne Erlaß in dem gewünschten Sinne erläutert wird.
Der sozd. Ab,. Wurm bemängelt einen Erlaß deS preußische» HandelsmmisterS Möller an die Gewerbe- inspektore»: e» schein^ ihm, alS könne der Reichstag auf diese Weise mit den JnspekttonSberichte» hinter» Licht geführt werden. Und daun kommt der Redner auf die — 12,000 Mark-Affaire zurück, von der er sagt, daß fie »och lange nicht erledigt sei. Darauf antwortet
Staatssekretär $«*f ^osab-W-ü,. daß er für alles, »aS dazu gehört, die Verantwortlichkeit über- nimmt. Die Gewerbeinfpektoren sollten in ihre» Berichten nicht zu weitschweifig sei» und keine Gesetzes- Vorschläge machen, daS sei Alle».
Der natl. Ab,. Iranüen befürwortet eme von ihm beantragte Resolution über die Vorlegung eirreS Gesetzentwurfes bett. Uufallfürsorge bet Arbeiten, die freiwillig zur Rettung von Personen und zur Bergung von Gegenständen vorgenommen werden.
Nach längerer Debatte wird dies« Resolution angenommen, die im allgemeine» freundliche Besprechung findet, wobei allerdings der »entrumSabg. Hpfergekt auch auf die vorhandenen Schwierigkeiten aufmerksam macht.
Staatssekretär Graf ist der Ansicht,
daß da» mehr zur Lande»,esetzaebun, ,ehöre, gibt aber zu, daß da» Reich vorgehe» müsse, wen» lene versa,«.
Am DieuStag wird die heutige Berathung fort» gesetzt.
Erscheint täglich, - Ai,nähme der MSZL
«d Bestellgeld in
Selbe und ou»«
Deutsche* Keich.
Berlin, 10. März 1902.
X Aandelovertrag zwischen Deutsch- l«md «»- Hefterreich. Var einigt« Tage« machte der Abgeordnete Fürst Herbert Bismarck ei«e intereffante Bemerkung im Reichstag«. Danach sollten in der Zeit, als Graf von Caprivi Reichskanzler war, die deutschen Unterhändler so stürmisch vorgegangen sein in dem Betreibe«, de« Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn abzn» schließen, daß dieses mehrere Zugeständniffe auf dem handelspolitischen Gebiete, zu denen es bereits vollkommen entschlossen war, gar nicht erst zu machen brauchte. Ein freisinniger Abgeordneter nannte diese Erzählungen Klatsch. Aber so gänzlich grundlos find fie doch nicht gewesen. Die freihändlerische .Neue Freie Presse' in Wien bringt darüber eine Darlegung aus der Feder eines sicheren Gewährsmannes, in der es heißt: „Daß einige nicht los gegangene Torpedos, wie wir damalSZ ugeständnisse nannte«,die wir zu machen bereit gewesen wären, ohne zu deren Bewilligung verhalten worden zu sein, ist richtig. Das war aber nicht nur gegenüber Deutschland, sonder« auch gegenüber Italien der Fall, wobei nicht daran zu zweifeln ist, daß auch die Deutschen manch solchen Torpedo übrig behielten .. Fürst BtSmarck mag dir Sache also erwaS interrffanter dargestellt haben, als er eigentlich berechtigt war; aber daß Thatsachrn vorliegen, die ihm die Berechtigung zu einer solchen Aeuße- rnng gaben, ist augenscheinlich zweifellos. Bei dieser Gelegenheit wird in demselben Wiener Blatte eine Aeußerung über die deutschen Getreidezölle gelhrn, oie man fich merken muß. „Die wiederholte« Erhöhungen der Getretdezölle in Deutschland, die dem HandrlSoertraße vorangegangen find, habe« uns eigentlich nicht geschadet." Das sagt die — wohl gemerkt — srethändlerische ,Neue Freie Preffe'. Da muß es wohl auch wahr fein.
4- Die Answandernng an» tschland ist ebenso wie im Monat Januar, w auch im Monat Februar etwas stärker grafen, al« während des gleichen Zeitraumes iw Vorjahre, namentlich über Bremen. Mehr alS 200 beträgt die Zunahme der deutschen Auswanderung über Bremen während des letzt vergangenen Monats tm Vergleiche zu demselben Monat deS Jahre» 1901.
h. Vom „Liegenden Gerichtsstände der Ur-sse.", Der schon mehrfach in Aussicht gestellte Gesetzentwurf, durch den der sogen, fliegende Gerichtsstand der Preffe beseitigt »erden soll, ist nunmehr dem Bundesrathe zugegan- gen. Nach dieser Vorlage solle« Preßvergehen bei der periodischen Preffe dort, wo die Druck- fchrift erscheint, verfolgt werden; nur int Wege der Privatklage soll die Verfolgung auch am Wohnorte des Verletzten, doch nicht an dritten Orten, geschehen können.
h Kngland und der deutsche Htnrenhilfs- ßnnd. Im preußischen Abgeordnetenhause wird am Dienstag vom Staatssekretär Freiherr« von Richthofen die endgiltige Antwort der englischen Regierung auf die Wünsche deS deutsche« BurenhilssbundeS mitgethrtlt werden. Es handelt sich dabei, wir bekannt, um Sendungen von machen; also dort drüben sind sie?" fragte er, der Sicherheit halber, noch einmal.
„Ja, ich komme eben von dort," bestätigte der Fuhrmann und trieb dann mit einem träft • gen „Hüh" seine Pferde zur Weiterfahrt an.
„Gute Nacht!" rief ihm der Beamte noch nach, dann ging er weiter, dem Bauernhöfe zu, bei dem er seinen Freund zu finden hoffte.
Alles lag dort tm tiefsten Dunkel; der blaffe Sternenschtmmer, der vom leichtbewölkten Himmel herabfiel, vermochte nicht so viel Licht zu schaffen, daß man zehn Schritte weit einen Gegenstand oder einen Menschen deutlich erkennen konnte. Es waren auch nur die Umriffe der vorderen Maner, die dem Beamten den Weg nach dem Anwesen enbentete, den er jetzt einschlug. Mit der Oertlichkeit durchaus nicht bekannt, mvßte er jeden Augenblick befürchten, daß feine Anwesen» heft durch das Anschlägen eines Hundes, durch einen unglücklichen Schritt oder sonst einen Zufall verrathe« würde. So schlich er mehr als et ging, dem Hausse zu Endlich sah er fich vvr einer Mauer, vor einem Thor, wie ihn da« Betasten mit bet Hand belehrte. Er fühlte mit der Hand «ach der Klinke, fand diese und ein Schlüsselloch, aber drinnen mußte wohl der Schlüssel stecken, denn man sah und hörte nichts. In der Hoffnung, an irgend einer Wand ein Fenster zu finden, schlich er weiter nm daS Gemäuer, diese« mit den Händen betastend. Jetzt kam die Ecke, die Längs- oder Tiefsette, kaum war er um diese herum, als et ziemlich unsanft in einen Graben stürzte, wobei das Geräusch zertretenen Eises und ein brennender Schmerz
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Ans dem Reichstage.
-W> 161. Sitzung 08t» 10. März 1902.
Der Gesetzentwurf zum Schutz« de» Genfer NeutralitttSzeich«»» wird »hne Debatte und im lanie» in zweiter Lesung nach dem «»trage der Kom- misfion angenommen. Die einzige wesentliche Aenderung, die die Kommiffion mit dem Regieru»,»entwürfe vorgenommen hat, besteht in einem Zusatze, wonach die Erlaubniß zur Verwendung de» Rothen Kreuzes denjenigen Vereine-, und Gesellschaften nicht versagt »erden d«rs, die sich der Krankenpflege widmen und für de» Kriegsfall zac Umerstützung de» militärischer» Sanitätsdienste» zugeü-ffcn find.
v» fvlgt die dritte Lesung de» Etat». In der Generaldedutte spricht der polnisch« Abg. »ex Avmiervwsüi gegen .Ungereimtheiten", die der nat. Abg. Knttker im Januar über galizische Veryältrnffe »orgebracht habe. «bg. Dr. Aaffe nimmt den Abg. Sattler in Sckutz, da dieser »egen Krankheit ad»esend ist. Präsident Graf »am Aakkearem »uft den «da. von Komiero»»ki noch nachträglich zur Ordn«»,, »eil dieser dem Abg. Sattler „Klatsch nach Altweiber-Manier" vorgewvrse» hat.
Der drutschharnivv. Abg. »o» Kcheke-Wunstorf stellt fich auf die Seit» dr» polnischen Redner», indem er von „Mißhandlungen" der Polen durch die Regierung spricht. Auf ei» bestimmte Bemerk»», des polnische» Redners erhebt
Staatssekretär Iraek»« Widerspruch gegen drffrn Behauptung, daß in der Provinz Pose« da» Brtefge- hrimniß gegen die Polen nicht beachtet werde.
Der polnische Ab,, von DziemVomoKi will bei dem Etat der Postvermalmng darauf zurückkommen.
Dio Generaldebatte wird geschloffen. Beim Etat de» Reichskanzlers tritt Ab,, von D,i«m»»»«Ai (Pole) für ein« Trennung der «erntet des Reichskanzler» und deS preußischen Mmisterpräsrdemen ei»; der Reichskanzler »erbe kann wohl mehr Zeit haben für die R-ich»,efchäfte und mehr Zeit, Wünsche deS Reichstag,» sorgfälti, zu überlegen.
Staatssekretär Graf HfosadowoäH theilt mit, Reichskanzler Graf Bülow fei heute durch ein leichtes Unwohlsein am Erscheinen verhindert. Im Übri,en handele eS fick hier um preußische Angelegenheiten, übet die dem Reichstage kein Betfü,un,»recht zustehe.
an »er eine« Hand ihn belehrte, daß er in einem Wassergraben stehe und fich am zerschlagenen Eise die Hand verletzt habe. Bevor er jedoch ausstieg, vergewisserte er fich, daß die Breite an der Wand, die an einer Sette glatt abfiel, bis zu dem entgegengesetzten Ufer deS Grabens nicht sehr beträchtlich sei. Dann stieg er mit Hände« und Füße» zugleich empor, ohne zu bemerken, daß fein Thun von einem hinter einem etwa drei Schritt entfernten Baume stehenden Manne scharf beobachtet wurde.
Der Beobachter ließ den anderen noch einige Schritte gehen, bann kam er hervor, schlich ihm nach und raunte ihm, als er nahe genug zu fein glaubte, ein scharfes „Halt, wer da V zu, worauf der Gestürzte fich umwendend, seinen Kollegen erkannte.
Stumm «ahm ihn dieser bei der Hand und führte ihn einige Schritte weit weg:
„Die ganze Gesellschaft ist da drinnen, aber im Hofe liegt ein Hund, da ist also nichts zu machen. Ich bin schon ganz herumgeschlichen. Wo die Gebäude aufhören, beginnt eine lebendige St, die einen Garte« umschließt, zu dem jeden-
auS dem Haufe eine Thür hinführt. Ist dann unverschlossen und die hintere Seite nicht durch einen Hund bewacht, bann müssen wir von da aus die Gesellschaft, die jedenfalls in der Küche fitzt, zu beschleichen suchen, um ihre Abfichte« zu erfahren."
Der Andere theilte dem Kollegen den Inhalt seines Gespräches mit dem Fährmann mit, wie er ihm auch sagte, daß die beiden Kollegen weiter abwärts wartete«. Dan« kam man Überein, daß
A«s dem Landtage.
•OP — 44. Sitzung vom
10. Mär, 1902.
Bei der fortgesetzten Berathung de» KultuS- Etat» empfahl zuoächst der freifiuntge
Abg. Prust die von dem Ab,. « opfch «»gebrachte Resolution zu Gunsten einer Untersuchung über die AuSführun, deS Lehrer üesoldungSgesetzes, woraus
Kultusminister Ktirdi «r widerte, die Regierung sei »ach Kräften bemüht, dem L.hrermangel durch die Errichtung von Seminaren abzuhelfen.
der eben Snaetommexe wieder zurückzehen und die Kollegen herbeiholen sollte, und bann wollte man in Verbindung mit diesen die Benachrichtigung des Oberkontrollems und das Beschleichen der Schmuggler vornehmen.
Der eine schlich auf die Landstraße zurück und begcnn dann einen Dauerlouf, der ihn in kurzer Zeit in die Nähe der Häusergruppe und zu seinen Kameraden brachte, bei denen eben der Wagen vorübsrges chren war, den fie auch, in der richtigen Voraussetzung, daß ihr Kollege auS dem Erscheine« deS Wagens die richtigen Schlüffe ge- zogen, ruhig passtre« ließen.
Kaum aus der Häusergruppe heraus, begannen die Drei wieder Laufschritt zu mache«, der fie in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu dem Posten beim Bauernhof zurückbrachie.
Emer wurde mit der Meldung von dem Geschehenen abgeschickt, der zwefte nahm den Posten hinter dem Baume ein und die beiden andern gingen an die Gartenseite de« Hause«, um den Versuch zu machen, die Schmuggler zu belauschen. 6« war verabredet, daß von allem, roa« vorging, dem an der Gartenseite Postirten Mfttheilung zu machen sei.
So ging denn jeder an seine Aufgabe. Der schwierigste Theil der Arbeit war noch zu leiste«, da ohne Kenntniß der Pläne, welche die Schmuggler jetzt verfolgten, eine Jnstruirung der Kameraden an der Grenze nicht stattfinden konnte.
Mft einigen mühsam au« dem gefrorenen Erdreich losgelösten Steinchen, die man in der Nähe de« Hauses auf verschiedene Entfernungen über die Hecke warf, versuchte man es, einen etwa dort
Original-Roman von Fr. Tollet.
18 ------ (Nachdruck.verboten.-
„ Der Beamte wußte davon nichts, er war gänzlich auf feine Kombinationsgade und sein Glück angewiesen. Er hatte eS übernommen, dem Wagen nachzuspüren, weil er gesehen hatte, wie der Fuhrmann in Müschen für die Fuhre gewonnen wurde, also etwas mehr vom Aussehen deS Fuhrwerks und deS Fuhrmanns wußte, als seine Kollegen.
Der näherkommende Wagen ließ in dem Späher den Gedanken aufsteigen, es sei wohl möglich, daß eS der Gesuchte wäre, und deshalb ging er frisch auf den Leiter loS und bat ihn nach fteundlichem Abendgruß, er möge ihm doch sagen, ob er die Salzfuhre für die sechs Männer gemacht habe, die fich in Glandorf zusammengefunden. „Ich sollte die Gesellschaft erwarten," fügte er erklärend bei, „aber ich verspätete mich, ließ mein Fuhrwerk stehen und kam nach."
„Wenn Ihr der Bemard oder der Hermann seid, von dem die Sechs fich den ganzen Weg unterhalten, dann rathe ich Euch, geht nicht zu ihnen hinüber, ohne Euren Wagen geholt zu haben. So wüthend, wie die Gesellschaft auf den ist, der nicht mit seinem Wagen zur Stelle war, habe ich noch nie Menschen gesehen. Wenn Ihr einer von denen seid, dann haltet Euch abseits."
„Es wird so schlimm nicht sein," sagte der Pseudo-Fuhrmann ruhig, „ich rolU fie wohl stille
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mif Zlnterhaktnngs-Beilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung!' ptteiegal« N». 2 Oterawwi«).