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mit AnterHattungs-Aeilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung"

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Heil. Uater. Die katholischen Mitglieder der Centrumssraktionen des Reichstage» und Land» tage« hatten am S. März, wie die ,Fuld. Ztg. schon am selben Tage ihren Lesern mittheilen konnte, dem heiligen Vater warm« Glückwünsche in seinem Jubeltage telegraphisch ausgesprochen. Darauf ist am folgenden Tage nachstehende De­pesche eingelaufen:

Doctoribua Spahn et Forsch

Berlin.

Snmmns Pontifex libentisaime accepit gratuJationes et Iota Catholicoram qui in imperii geratenici et regni prnwici senatibns centri partes tuentnr, eisqne ex antao benedioit M. Card. Bampella.

h Die Hsterferie« de, Fleichotages werden bald beginnen. Nach einem Arbeit» - plane, den heute (Mittwoch) der Senioren» konvent de» Reichstage» verabredet hat, soll vorher außer dem Etat nur der Gesetzentwurf über den Schutz de» Genfer Neutralitätszeichen» erledigt werde», dessen recht baldige Erledigung von der Regierung gewünscht wird. Man hofft, die zweite EtatSberathung »och int Laufe dieser Woche zu erledige», worauf da»» am nächsten Montag die dritte Lesung de» Etat» würde be» ginnen können. Somit wäre e» möglich, daß die Osterferien bereit- am 12, März beginnen. Nach Ostern werden die Plenarsitzungen am 15. April wieder ausgenommen werden. Ob die Zolltariflommisfion länger zusammenbleiben wird, al» da» Plenum, ist »och unbestimmt.

h pie tafeoMtiMräe Inlüerüonferenz hat beschlossen, dar Zuckerabkommen an diesem Donner-ta, zu unterzetchuen. Der Wortlaut der Vereinbarung wird alsbald nach erfolgter Unter­zeichnung »eröffentlicht werden.

+ Die Schicksale der ostafriüsnische« Aisewlwtz« liegen »och ganz im Dunkeln. Bor» läufig erscheint eine Annahme de» Gesetzentwürfe» über den Bau einer Eisenbahn von Dar»eS»Salaam »ach Mrogoro vollständig ausgeschlossen; da» habe« auch die Freunde dieser Vorlage eingesehen. Des­wegen find fie sehr einverstanden mit einem An­träge, der im Reichstage zu der zweiten Lesung dieses Gesetzentwürfe» eingebracht worden ist, näm» lich die Vorlage zu erneuter XommisfionS.Berathung an die Budget-Kommisfion de» Reichstage» zurück» zu»erweisen. Dieser Antrag ist gleichmäßig von Freunden und Gegnern deS Bahnbaues unter» zeichnet, so namentlich von de» Abgg. Müller» Fulda(ventr.), Graf v. Roo« (kons.), v. Rat» borff (freikons.), Büsing (natl), Frese (stets. Verein.), Eickhoff (steif. BolkSp.) und Singer (Soz.), Daß der Antrag unter solchen Umstän­den angenommen wird, versteht fich von selbst.

+ Die Iinanzßeralhmege« der Mudget Kommtssto« de« Reichstage« haben heute (Mitt­woch) ihre« Abschluß erreicht. E« handelte fich heute um die Finauzirung de« Etat«, d. h. um die Anordnung der Zunahmen und Ausgaben in der Weise, daß »on der vom BundeSrathe beantragten Zuschuß-Anleihe im Betrage von 35 Millionen Maik gänzlich Abstand genommen wird. -Bei den Ausgaben find rund 12 Millionen gestrichen, bei den Einnahmen au« den Zöllen 121/a Millionen zugesetzt worden. Außerdem find gewisse Annahmeposten in der

Höhe von rund 11 Millionen Mark au« den außerordentlichen zu den ordentlichen Deckung«» Mitteln umgestellt worden. Diese Anordnung der Finanzen war beantragt von einer Gruppe unter der Führung de« Centrumrabg. Speck, und dieser Antrag wurde nach kurzer Erörterung an­genommen. Außerdem wurde beschlossen, di« im dritten Paragraphen de» Etatsgesetze« enthaltene Ermächtigung zur Ausgabe von höchsten» 176 Millionen Mark Schatzanweisungen zum Zwecke der vorübergehenden Verstärkung der ordentlichen Betriebsmittel der Reichshauptlass« um hundert Millionen zu erweitern.

st In der ZoKtarif- KorrnnWon Wes Meichskages entstand am heutige« Dienstag wiederum eine lang« und thetlweise recht auf­geregte Debatte über die Geschäftsordnung, well die Sozialdemokraten Mdersprnch erhoben gegen den Schluß der ®ebatte über Position 10 de» Zolltarif»: Einfuhrzoll für ünpolirten Rei». Schließlich wurde der Zoll «ach de« Entwürfe der Regierung mit vier Mark angenommen. Der Zollsatz für Leinsaat und Hanfsaat wurde »ach dem RegierungSentwurf« mit 0,76 Mark gut- geheißen. Am Donner»tag werden die Be- rathungen fortgesetzt.

* A», dem „Seich ber Gottesfurcht rmd fromme« Kitte". Rach den von den kirchliche« Behörden angestellten Ermittelungen hat der Prozentsatz der protestantischen Taufe« und Trauuxge», im Vergleich zu de« standesamtlichen Eintragungen, abge- nommen, trotzdem, wie e» «der bezügliche« Veröffentlichung heißt, die Minister be« Innern und der Jnstiz schon 1897 angeordnet habe», daß der Wortlaut de» ß 82 de» Personenstand- gesetzeS, betreffend die kirchlichen Verpflichtungen in Bezug aus Taufe und Trauung, auf de» Stande»amtSformularen zu vermerke» und jede», mal in Erinnerung zu bringen fei, und daß die Standesbeamten bet Aufnahme der Berhandlunge» über Aufgebot, Eheschließungen und Geburten die Betheiligte» auf ihre kirchlichen Verpflich- tungen hinzuweisen hätten. Die Verwunderung, die au« dem letzten Thelle der Ritthellung heran«, klingt, ist wirklich naiv. Hat mau denn je ge­hört, daß staatliche Behörde« den Beruf und die Fähigkeit hätten, Christen zur Befolgung kirch­licher Vorschriften anzuhalten, und daß da« mit Erfolg geschehen sei? Zumal derselbe Staat, b«t durch sein Avilehegesetz selbst de» Damm ein­gerissen hat, welcher in Bezug auf die Ehe dl« kirchlichen Vorschriften und deren Beachtung schützte! Jetzt, da die Folgen jener unheilvollen Gesetzgebung immer offenkundiger zu Tage treten, milchte man denselben vorzubeugen suchen. Aber da zeigt fich» daß man wohl niederzureiße», aber nicht aufzubauen vermag. Man sucht fich damit zu triften, daß der Rückgang ei« nur geringer sei. Wenn er aber ständig auch nur gering ist, so wird er auf die Dauer doch recht groß. In den großen Städten liegen die Dinge ja längst schon so, daß man in Bezug auf Taufen und Trauungen immer mehr von einem offiziellen Neuheidenthum sprechen kann, an dem der Staat seine „Freude" erlebt.

An einem zwar kalten, aber Hellen Winter­morgen treffe« wir den Oberkonttolleur in Begleitung seiner berittenen Aufseher« aus einem Streifzug zu Pferde. ES sollten die Posten reoidirt, deren Meldungen entgegen- genommen und nach den gemachten Beobach­tungen und Erfahrungen der Dienst für die nächste Zeit organtfirt werde».

De« Berichten «ach zu schließe», war ei« größerer Zug feite«» der Schmuggler geplant. Von Warendorf auS hatte man einige int Ge­ruch de» Schmuggel» stehende Leute auf dem Weg in» Hannover'sch« bemerkt, auch a«S Sassenberg und Füchtorf waren einzelne Rötter, die fich in der Regel int Winter, wo e» int Haufe wenig zu schaffen gab, den Banden an- schloffen, auf dem Wege durch» Moor über die Grenze gesehen worden; waS aber den Brr- muthnngen einen fichern Boden gab, der fie fast zur Gewißheit werden ließ, war die That- fache, daß man den schwarzen Jopp keck und dreist über die Grenze hatte gehen sehen; dieser Mensch gab fich nicht mit Kleinigkeiten ab, daS weiten die Beamten, also hatte man für die nächsten Aage etwa» besondere» zu erwarten.

Wagner und sein Begleiter waren auf dem Rückwege nach Warendorf, wohin ersterer für dm Mittag alle Beamte bestellt hatte, die bei Sreuzdienst nicht direkt in Anspruch »ahm. Der begreifliche Ehrgeiz, einen seltenen Fang zu thun und so seine Befähigung für den über­tragenen Posten zu beweisen, andererseits aber auch der Wunsch, seine Braut davon zu über- zeugen, daß eS ein Leichte» sei, die Schmuggler zu fangen, und dadurch der beständigen Angst

■■■■■■■■■«■■■■■■■■■■Bese™ de» geliebten Mädchen» ein End« zu machm, ließe« de« Oderkontrolleur schwsHgch eine« Pla» entwerfen, wie der Schwärzergefellschaft diesmal ficher beizukommen und neben der zu erbeutenden Koutrebande auch einige der Schmugg. ter, wenn möglich der als Anführer bezeichnete schwarze Jopp, zu fangen sein.

Nur selten sprach er mit seinem Begleiter, wenn er von diesem die Richtung irgend eine» Wege», die Entfernung bestimmter Punkte von einander, o'er sonst etwa» über Trrraiuverhält- ntffe wissen wollte, war doch dieser Beamter bereit» seit mehreren Jahrm auf diesem Posten und hatte al» Berittener da» ganze 8mt»gebiet feine» Vorgesetzten, wie er glaubte, genau kennen gelernt. Daß es Wege gab, die außer den Schmugglem niemanden bekannt warm, und die von diese« auch nut im äußerste« Noch- falle begangen wurden, ahnten die Beamten wohl, hatten aber nie sichere» darüber erfahren können.

Schon war man ein gute» Stück Wege» der Stadt zugeritten, al« die Erscheinung eine» Artilleristen zu Pferde oie Aufmerksamkeit der Beamtm auf sich lenkte. Man näherte fich und mit einem Rate ging e» wie plötzliche» Erkennen über Wagner'» Züge.

»Mein Leutnant von Hargntk rief er sröh- ich an», dm Offizier erkennend, zu deffm Ad- Heilung er al» Einjähriger gehört und der fich mmer recht liebenswürdig und fteundlich zu einen Letten zu fielen wußte, der aber be- anders viel Werth auf die Pflege guter Be­ziehungen zu dm Reserve-Offizieren legte, weich' letzterem Korps Wagner jetzt angehörte.

JK 54-

Jutta, Donnerstag, den 6. März 1902.

DaS ist geschehen mit Rücksicht auf die großen Brauereien, die doch namentlich in Bayern ihren Sitz haben; und daS ist ferner geschehen im Gegensätze zu den wichtigste» Jntereffen deS bayerischen Bauernstandes---Nun möch­

ten wir wiffen, ob daS nicht Dinge find, die ein ganz ausgesprochenes bayerisches Gepräge an fich tragen, mit ganz eigenartigen bayerischen In- tereffenfragen zusammenhängen, und wie man behaupten kann, das seien Reichsangelegenheiten, deren Besprechung nicht in die bayerische Kammer gehöre! Mit solchen Spiegelfechtereien sollte man lieber daheim bleiben. E» steht gerade „liberalen* Blättern sehr schlecht, in solcher schlecht begründeten Manier an ganz klaren und unzweifelhaften Rechten einer Volksvertretung mäkeln zu wollen. Aber leider weiß man längst, daß gerade bei dieser Presse die wahre Grund­satztreue am allerseltensten zu finden ist.

Außerdem aber find die Bundesregierungen für ihr Verhalten im BundeSrathe ihren Land- tagen Verantwortung schuldig. Wenn eS sich also bei der Frage be» Serstenzolle» auch nicht nur um eine Angelegenheit von ausgesprochen bayerischem Gepräge gehandelt hatte, find die Mitglieder des bayerischen Landtages jederzett berechtigt, von ihrer Regierung Rechenschaft zu verlangen Über deren Verhalten zu den Zoll- fragen im BundeSrathe. Und niemand andere« alS der erste Kanzler deS Deutschen Reiches ist eS gewesen, der geradezu die Behandlung von Reichsfragen auch in den Landtagen einzelner Bundesstaaten empfohlen hat: DaS soll nun, — so behauptet ein nationalliberales Berliner Blatt — am letzten Ende zu der Ersetzung deS Reichstages durch eine Versammlung von Ver­tretern der einzelnen Landtage führen . . . Wie in aller Wett reimt fich da» zusammen?

Die Abgeordneten Freiherr von Heyl und Genossen haben recht daran gelte«, daß fie in der hessischen Kammer mit der Frage um Aus­kunft Über den Stand der Zollfrage an ihre Landesregierung herangetreten find. Der Een- tmmkabgeordnete Dr. Heim hat fich ein unbe- streitbares Verdienst dadurch erworben, daß er in der bayerischen Kammer der Abgeordneten noch einmal vom besonder» bayerischen Stand- punkte au» die Frage deS Gerstenzoles zur Sprache gebracht hat. Und e» ist durchaus zu wünschen, daß in den anderen Landtagen nach demselben Rezepte verfahren werde. Denn auf diese Werse wird die Orffentlichkeit, werden die Regierungen am klarsten darüber unterrichtet, wie man im Volke denkt. Rur auf diese Weise erfuhr man, daß schwäbische Demokraten Freunde höherer Setreibezölle find. Ihren norddeutschen GefinnungSgenoffen und deren Oderhaupte, Eugen Richter, war da» höchst unbequem und unbehaglich. Aber folgt daraus vielleicht, daß die Landtage mtt solchem Vorgehen nicht in ihrem Rechte find oder waren? Die Antwort darauf ergibt fich von selbst i

O Regierungen und Parlamente.

ES ist ja wahr, daß in manchen deuischen - und natürlich auch anderen! - VolkSoer- tretungen der Sang der B-rathungen schiller sein könnte, als er es zuweilen in Wirklichkeit ist. N haben diejenigen vielleicht nicht unrecht die eS tadel», daß das preußische Abgeordnetenhaus wieder einmal bis zum 1. April nicht mtt der Matsberothuug fertig wird; «nd diejenigen haben a»tti aewiß recht, die abfällige Kritik üben an an den endlosen Reden der Sozialdemokrat» bei reckt nebensächlichen Beranlaffungen im Reich«. taa . ES würte ,um Beispiel auch nicht Ehig aewesen fein, den „Fall Btedenbeck" und den Fall Kuhlenkampff" im Reichstage und auch im preußische« Abgeordnetenhaus« zu besprechen; es würde genügt haben, wenn dies nur in einem ber beiden Parlamente geschehen wäre. Aber ein Unglück ist das boch gerade nicht; und da die Freiheit der Rede in den Parlamenten unbedingt aufrecht erhalten werden muß, soll nicht anders der ganze Verfaffungsapparat zum Schaden der Volksrechte einen anderen Charakter bekommen, so ist es unbedingt sehr schwer, wenn nicht ge­radezu unmöglich, immer die rechte Grenze ein- zuhalten zwischen dem Genug und dem Zuviel.

Run aber erscheinen auf einmal liberale Blätter mit bet Behauptung auf dem Plane, e» fei ungehörig, daß auch in den Landtagen der einzelnen Bundesstaaten die Zollfrage noch einmal lebendig gemacht würde. I« der zweiten hesfi. schen Kammer find der Abg. Fchr. Heyl zu Herrnsheim und Andere mit der Frage an die Landesregierung herangetreten, wie fie sich nun- mehr zum Zolltarisentwurfe im BundeSrathe zu verhalten gedenke; und in der bayerischen Abge­ordnetenkammer hat, wie bekannt, am letzten Samstag der Erntrumsabgeordnete Dr. Heim der bayerischen Regierung deren höchst auffällige Haltung zum Gerstenzolle vorgehatte». Da» ge- fällt den liberalen FreihaudelSgeistern nicht, und auf einmal soll es nicht statthaft fein, derlei zu thu« — .Reichsangelegenheiten in Einzelland­tagen zu besprechen"!

Ti, et! Der Zolltarif als Ganzes und feine parlamentarische Behandlung als Entwurf eines Reichsgesktzes find ohne Zweifel ReichSangelegen- heilen. Aber wir möchten einmal sehen, wie es denn anzufangen fei, gerade die bayerische Re­gierung wegen ihrer ganz besonder« Haltung in der Frage der Gestaltung des GerstenzolleS im Reichstage vor die Schranken zu fordern? Dieser Zoll hat bas bei weitern größte Interesse für Süddeutschland und ganz besonders für die mitt- lere» und Heinere« Bauern in Bayern. Auf das Betreiben der bayerischen Regierung hi» ist der Getreidezoll mit einem so niedrigen Satze i« den Zolltarifemwurf hineingekom- men. Wenn auch jetzt Herr Minister Frhr. von Riedel um diese Thatsache herumzukommen sucht durch bett Hinweis auf die Einheitlichkeit bet Anschauungen aller Bundesregierungen, so macht et mit diesen Versuchen gar keinen Eindruck. Die bayerische Regierung ist und bleibt es, die auf die niedrige Festsitzung deS SerstenzsSes im Tarifentwutf« hauptsächlich hin gearbeitet hat.

Der 'Käter Schuld.

vriginal-Roman von Fr. Tollet.

14 ------ (Nachdruck verboten.)

3. Kapitel.

Der Kampf im Moor.

v, schaurig ist's über» Moor »u geh'». Wenn eS wimmelt vom Haiderauche, Eich wie Phantome die Dünste dreh'» Und die Ranke häkelt am Strauche. Unter jedem Tritt ein Quellchen springt, Wen» au« der Spalte eSnscht und fingt — O, schaurig ist'« über» Moor zu geh'«, Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

Annette v. Droste-Hülsho ss.

Ei» Monat wat ins Land gegangen, dem Herbst war der Winter gefolgt, es ging aus Weihnachten zu. Oberkonttolleur Wagner hatte bald sein seelisches Gleichgewicht wieder gefunden, als et am Tag« nach jenem Kitmeßadenb schon in der Frühe seinen Stenzpaste« lontroBhte, und auf diesem einsamen Sange Vergleiche zag zwischen der stillen, madonnenhaften Schönheit feiner geliebten Elise und dem finnberückenbe» Zauber Stephanie'», dem et gestern nahezu et- legen wäre. San der Szene im Hause Kemper», bete» unschuldige Veranlassung er wat, ahnte et Mchls, ebensowenig von dem blutigen Haß, bet in der Seele deS schwatzen Jopp gegen ihn glühte. Der Verkehr zwischen Stephan und ihre« Angehörige« wat nicht wieder angeknüpft worden, eines wußte vom andere« nicht». Da» Mädchen litt mehr, al» e» sich selbst und der mütterlichen Freundin, der Frau Stahlhut, ge»

Deutsch-- Deich.

Berlin, 5. März 1903.

* Die Gratulation der Gentrnmsfraü- fion Wes Keichs- 'nab jLanbtage» an den stehen machte; ber seelische Schmerz untergrub ihre Schönheit zusehends, durchwachte Rächte zelchneten blaue Ringe um ihre Augen, ließen daS in diese« glühende Feuer erlöschen, bleichten bi« rafig angehauchten Wangen. Sie selbst sah und bemerkte diesen Verfall ber Reize wohl, aber eS berührte fie wenig, nut der bittere Ge­danke stieg in ihr auf: Welkt nur, ihr Blüthen bet Jugend, eurer freut fich doch niemand mehr!

Die alten Beamten, auf deren Erfahrung und Uttheil fich Wagner in bet Praxis feine» schweren Berufe» allein verlassen könnt», brachten zur Sprache, daß in der Zeit vor be« hohen Fest- tagen der Schmuggel in der Regel stärker bitrieben werde al« sonst, besonders glaubten fie, daß die» vor Weihnachten der Fall sei, wohl deshalb, weil die langen Winternächte bei EinschwSrzen besonder» begünstigten, dann aber auch, weil, wie die Beamten glaubten, da» Bedürfniß nach Geldmitteln für die Schmuggler eben s» gut «m die Weihnachtszeit stärket sei al» für alle übrigen Mensche«, die gerne ihren Angehörige» und Kindern eine Weihnacht»- frende bereiten.

Man uchtete deshalb fettens der Zollbeamte» scharfen Dienst eie, blieb wochenlang von Hause fort, indem man bald in diesem, bald in jenem Wirth-Hause der Dörfer a» der Grenze sein Nachtquartier unter allerlei Verkleidungen «ahm, fich jedem verdächtigen Gesellen auf dem Wege in» Hannovn'sche anschloß, vb nichts zu erfahren fei, dabei aber auch die Wache an bet Grenze selbst auf ba» Schärfste versah.

29. Jahrgang.