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Juköa, Montag, den 3. März 1902.

29. Jahrgang.

Zucker!o»fer«iz, ist der Anficht,

staatösekrrtärS im Kultusministerium handelte und Kügler dabri übergangen wurde, hieß eS schon,

Ans dem Reichstage. «s> 155. Mtzimg vom 1. März 1902.

gier dabri übergangen

er wolle gehen. Aber er ist dann doch geblieben^ Sollten heute die erneut umlaufenden Gerüchte wahrer fei», dann würde wenigstens das Crntrum das auf keinen Fall bedauern.

Bestimmungen über den TetmtiHandel mit Ge­treide ausgearbeitet. Danach sollen Börsen­geschäfte in Getreide- und Mühlenerzeugniffen registrier werden. Der Terminhandel in Ge­treide wird überhaupt und grundsätzlich verboten, nicht nur der Blankoterminhandel, daS aus­gesprochene Glücksspiel mit Getreide, das nur auf dem Papier« steht, in Wahrheit aber gar nicht vorhanden ist. DaS Verbot wird gestützt durch Strafen, die festgesetzt werden für lieber- tretungen desselben. Mit strengem Arreste von der Dauer einer Woche biS zu einem Jahre und gleichzeitig mit einer Geldstrafe bis zu 2000 Kronen wird derjenige bestraft, der vorsätzlich in Getreide oder Mühlenerzeugniffen ein Ge­schäft abschließt, bei dem er ausschließlich die Er­zielung eines Gewinnes aus dem Steigen oder Fallen dr« Preises beabsichtigt und bei dem er annehme« muß, daß er außer Stande sein werde, die Lieferung oder Uebernahme der Waare zu bewirken.

Daraus ersieht man, daß dem reellen, wirk- lichen GetreidegsichSfte auch in Oesterreich Niemand etwas thun will. Denn als Vorbedingung einer Strafe wird ausdrücklich angenommen, daß das Geschäft nur auf dem Papier gemacht werde, daß wirkliche Lieferung oder Uebernahme von Waare ausgeschlossen sei. Daß es den Börsianern aber gerade auf solche reine Spielgesckäfte an­kommt, kann man aus den wüthende» Ausfällen der Börsenpreffe gegen diese neu vorgefchlagenen Bestimmungenfthen. Wen« diese Börsenpreffe nur das solide und reelle Getreidegeschäft ver- theidigen und stütze» wollte, müßte» ihr diese Strafbestimmungen vollkommen gleichgiltig, ja so­gar ebenfalls erwünscht und willkommen sein. Aber ihre Auftraggeber haben das größte Inte­resse am Jobbern, an dem reinen Glücksspiel ohne wirklich vorhandene Waare, und deswegen schreie» sie Ach und Weh darüber, daß ein Ge­setz komme» soll, um das große und mit der Börsenspieleret weniger vertraute Publikum vor der Gefahr des Aurgejobbertwerdens nach Mög­lichkeit zu schützen.

Gibt daS Vorgehen der österreichischen Re­gierung den Männer« unserer deutsche Re- gierunK nicht zu denken? Sollen wir in Deutschland die wohltthätigen Schranken wieder einretßen, die um den unselizen Terminhandel gezogen find, während unser Bundesstaat Oesterreich umgekehrt zu dem Berbote dieses gefährlichen Glücksspieles in sehr richtiger Erkenntniß der Dinge, auf die eS ankommt, auch Strafbestimmvnze« einsührt für Uebrrireter dieses Verbotes? Wir würde» uns damit ein sehr trauriges Zrugniß ausstellen, ei» so armseliges Zeugniß, daß man noch immer nicht recht glaube« kann an die Uebersetzung der lex Möller in die Wirklichkeit I

auSzuschließrn. _

Ab». Dr. ztoefickie-KaiserSlautern »out Bunde der Landwtrthe spricht sein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß Deutschland in dieser Frage dem Drängen deS Auslandes nachgeben will: daS dürfe nicht ge- schehen. Bei einem Zolle von nur vier Mark, von dem in den Zeitungen berichtet wird, kann sogar Rußend unS mit seinem Zucker überschwemmen. Mit welchem Rechte mischt sich überhaupt England in unsere inneren Zollverhältnifse ein? England hat doch allen Anlaß, sich auf guten Fuß mit uns zu stellen!

Schatzsekretär Irhr. ** Shrelma«« gtbt daS Letztere «IS durchaus richtig z», aber ebenso hatten auch wir Anlaß, uns mit England gut zu stellen. Ein Einmischen des Auslandes findet nicht statt. Der Vorredner hat von einem 4 Mark-Zoll gesprochen. Bon einem solchen ist nicht Die Rede. Es handelt fich nur um einen Web er zoll in der Höhe von etwa sünf oder seckS Mark über unsere Verbrauchssteuer binaus. (Der Ueberzollbeträgt gegenwärtig zwanzig Mark! D. Rev.) Wir glaube«, daß ein solcher Ueber-

Usberemkommens an diesem Montag, den 3. Mär^ zu erwarten. Nach übereinstimmenden Meldungen soll es fich um die nachfolgenden Abmachungen handeln: Alle Staaten verzichten auf die direkten und die indirekten Prämien. Der Einfuhrzoll für Zucker wird in allen Vertragsstaaten auf sechs Franken festgesetzt, (soll wohl heißen: Ueberzoll! nämlich sechs Franken mehr, als die Jnlandsteuer beträgt! D. Red.) Der Vertrag soll eine be­sondere Bestimmung enthalten, die den Vertrags­staaten die Berechtigung zur Heraufsetzung dieses Einfuhrzolles gibt, wenn derselbe nicht hinreichen sollte, um die Einfuhr fremden Zucker» zu ver­hindern. Dar Jahr 1903 hat man in Ausficht genommen al» den Zeitpunkt für da» Inkraft­treten de» internationalen Zuckerabkommens. Sollte die Unterzeichnung de» Vertrages an diesem Mon­tage erfolgen, dann wird man deflen Inhalt bald genug kennen lernen, und dann muß dieser Ver­trag sehr bald auch dem Reichstage zur Ge­nehmigung vorgelegt werden, da ohne besten Zu­stimmung die Zölle nicht verändert werden dürfen. Im übrigen ist auf die Verhandlungen de» Reichs­tages hinzuweifen, in dem am heutigen Samstag die Zuckerfrage ausführlich besprochen wurde.

legium Komanum in Rom; 1832 erhielt der junge Pecci den theologische» Doktorgrad, worauf er in die Accademia dei nobili ecclesiastici ein­test. Am 31. Dezember 1837 wurde er zum Priester geweiht, 1846 Erzbischof von Perugia, 1853 Kardinal und 1877 Kardinal-Kamerlengo. Am 20. Februar 1878 wurde Kardinal Prcn zum Papste gewählt und am 3. März als Leo XIII. gekrönt. Mir frischem, fast jugendlichem Geiste empfängt der hochbetagte Jubelgreis heute dir Glückwünsche aller Länder, Regierungen und Herr­scher, die zum Th-il durch besondere Gesandt­schaften in Rom sich vertreten lassen. Auch der Köaig dox England hat sich im letzten Augen­blicke entschlossen, eins besonders Glückwunsch- Mission Nack Rom zu entsenden. General-Oberst Freiherr o. Los, der außerordentliche Gesandte des deutsch« Kaisers, überdüngt dessen Glück» wünsche an diesem 3. März. Derselbe ist begleitet von dem General-Major v. Hausmann, dem Kommandeur der 28 Kavallerie-Brigade in Karls­ruhe, und dem Prinzen Emanuel Salm- Salm, Leutnant beim Regiment Gardes du Corps. General v. Hausmann begleitet den Freiherr« v. Los nicht zum ersten Male nach Rom. Dies geschah schon, als Freiherr v. Los dem Papste die Kaiser!. Glückwünsche zum 50jährtge?> Bischofs- Jubiläum überbrachte.

+ Die Mitglieder der Centrums- fraktio« des druschen Reichstags und des preußischen Abgeordneten­hauses senden heute gemeinsam ein längeres Hl«ckwtt«fch. Telegramm an de« heiligen Vater ab, worin sie zugleich das Gelöbniß kindlichen Gehorsams und unwandelbarer Treue kundgeben.

+ WiuisterisMrellLsr Mgler im preu­ßischen Kultusministerium soll amtsmüde sein. Er ist der oberste Leiter deS Bolksschulwesens in Preußen und einer derjenigen Männer, die in erster Reihe die Schuld daran tragen, daß der Volksschule nicht der konfessioMe Charakter ge­geben und dem christlichen Geiste der Volksschule nicht die richtige Entwickelung gegeben wird. AlS es fich um die Ernennung eines neuen Uuter-

Der Etar der Zuckersteuer steht zur Be- rathuug. Es haben fich dazu am Tische deS Bundes- ratheS eingefunden Echatzsekretär Ireiherr eo* Fhiek- tttttatt und Landwirthschaftsminister vox Wodvieksüi.

Abg. ZUchter erstattet Bericht über die Berhand- lungen in der Kommisfion. r m .

Abg. Dr. NachniLe von der freis. Berg, bittet den Schatzsekretär um Auskunft über de« Stand der Verhandlungen in der internationalen Zucker konfereuz, so weit das Möglich ist. Der Redner ist der »nficht, daß der Einfuhrzoll für Zucker park herabgesetzt werden wüste, um daS Zuckerkanell zu Grunde zu richten.

Schatzsekretär Irhr. v. Thielman« erwidert ettva das Folgende: Sie werden nicht erwarten, daß ich über die Verhandlungen in Brüste! schon heute eine aus­führliche Erklärung abgebe; denn diese Verhandlungen sind noch nickt abgeschloffen. Ich glaube aber, daßdaS Abkommen schon in allernächster Zeit zu Stande kommen wird. Ich kann auch hinzufügen, daß die Zeitungsangaben richtig sind, wonach erstens dre Aus- fuhrvergütunge» fallen sollen, zweitens die Festsetzung eines Höchst,ollsahes, eines so- genannten UeberzollrS beabsichtigt ist. und dritten» die Staaten, die der Vereinbarung beitreten, sich gegön dte- Kiifsni Staaten, die den Beitritt verweigern, durch Zuschlagszölle sichern sollen. Im Interesse un- serer deutschen Zucker-Industrie war es dringend geboten, uns von den Berathungen in Brüffel nicht

+ Der Aachtragoetat für bie Neterarre« ist dem Reichs tage zuzegangen. Dadurch werde» die Beihilfen für hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer auf 71!» Millionen Mark für das neue Etats­jahr erhöht, entsprechend der von der Budget- kommisfion vorgeschlagenen und vom Plenum des Reichstages einstimmig angenommenen Resolution.

+ Mo« der iuterxatiottsle» Auckier- A<mfere«z in Brüffel wird in den Zeitungen nach einer Meldung des Wiener Fremdenblatt» berichtet, daß die Unterzeichnung der Vereinbarung bereits am 1. März statifinden sollte. Das trifft indeffen nicht zu. Vorher war di« Genehmigung der verschiedenen Regierungen zu der Unter­zeichnung einzuholen. Nach einer Notiz der,Nat. Ztg/, die auf amtlichen Quellen zu ruhen scheint, ist die Unterzeichnung des internationalen Zucker« behrten Vergnüge«, oder die Eleganz, mit welcher Stephanie Kemper tanzte, Wagner hätte in diesem Moment selbst nicht gewußt, was ihn dazu veranlaßte, seine Dame zu bitte», ihm auch «och den nächsten Tanz zu schenken und fie bis dahin etwas herumführen zu dürfe«.

Stephanie tonnte es nicht ab schlage«, ohne unhöflich zu scheine«, aber es wäre ihr auch eine Absage schwerer geworden als die stumme Zusage, mit der sie den Schritt drs Be­gleiters auf jenen Weg lenkte, den sie kurz vorher am A,mr des Bruders gegangen, als fie diesen veranlaßte, ihre Nähe bis zum Abend zu meide».

Sein gutes Gedächtniß ließ Wagner eine Reitze kleiner Episoden auffrischen, die sich i« de« Tagen des Zusammenlebens in Münster zugetragen, meist heroorgerufen durch de« Hebet- muth der jungen Leute, die gar zu Gerne dem weiblichen Theil der Hausbewohner, näm­lich Mutter Stahlhut, Fraulei« Stephani«, der stets Vorhandenen Lehrköchi» Md den Dienstboten einen Strich spielte«.

Ei« lebhafter Erzähler wie er war, siel es Magner gar nicht auf, daß seine Begleiterin recht einsilbig dahirschritt, nur das zeitweise Aust-uchten der unergründlichen Augen zeigte Stephanie'« Jntercffe, wenn Wagner etwas auffrischte, das auf sie und ihn BeMg hatte. Stets hatte fie früher »ach der Be­deutung derartiger Kleinigkeiten geforscht, immer aus der Suche nach eine» Anhalt dafür, daß ihre Liebe bei Wagner VerfiüAvniß und Er­widerung fände.

Dem ersten Tanz folgte d« zweite. Es

begann zu dunkeln, über da die Tänzer uner­müdlich blieben, auch Beruard sich seine» Verpflichtungen gegen einige bekannte Bauer«- töchter nicht länger entziehen konnte und er deshalb in der Regel allein am Tische saß, bat Wagner Stephanie, bei ihr Platz nehmen zu dürfen, waö sie, de« Triumph des nahend« SieoeS ihrer Schönheit spürend gerne gestattete.

Man travk sich zu, Wagver war fast aus­schließlich Stephanie'» Tänzer, denn dir Söhn« deS Dorfes, die den Oberkontrolleur nicht kannten, respektirten btffen sicheres Auftrete« sowohl als auch die älteren Ansprüche, die dieser Stadtherr ollem Anscheine nach hatte, und die er ja schon gleich bei seinem Erscheinen geltend machte.

Wagner war eine Zeit lang vortrefflich auf­gelegt, aber plötzlich begann daS ungewisse Ge- fühl einer ihm drohenden Gefahr in ihm aufzusteigen u»d ihm die Laune zu verderb«, mc ging deshalb, als einer der Watens orfer Stephanie zum Tanze führte, a« de» Tisch der ungen Leute, bet dene« auch Beruard saß und uchte mit einigen scherzhaften Bemerkung« >ie Laune bir jung?« Volkes zu zwecke», um o selbst «tue Lust und Lebensfreude in sich zu entfache«; es gelang ihm nicht; deshalb ver- achte er es auf andere Weise, indem er Sernard bat, doch mit hinüber zu komme», und ihm zu Helsen, der Dame etwas Gesellschaft i» leiste», einer Aufforderung, welcher Ber««d ofort nachkam.

Kaum hatte man am Tische Stephame'S wieder Platz genommen, als diese, vom. Tanz zuröckkohrend, erschien. Wagner stellte den

Derrtschr* Keich.

Berlin, 3. März 1902.

X S-. AEgKett zfiapß Ae» XHI. feiert heute de» 24. Jahrestag feiner Krönung, nachdem er gestern fei« 92. Lebensjahr vollendet hat. Der­selbe wurde bekanntlich am 2. März 1810 zu Larpineto bei Auagui geboren, im Jesuiten-Kol- legium in Viterbo erzogen und studirte im Col- BSBBSMMeWHeeeBeSBBIBMHHBHgg®!

DcrS fühlte Stephanie und glaubte diesen Zweck zu erreiche«, wen« fie fich mit eiset red- seligen Gesellschaft abgab. Gen Bauerudirue« die Zunge zu löse«, bestellte sie eine »eitere Flasche Wei«, und amüfirte fich köstlich übet das Staune«, das ihr männliches Handeln am Tische heruorries. Sie trank Mutter «nd Töchter» p, selbst trinkend, um die andern zu ermuntere, damit fie ihr helfen möchten, be* Herzensschmerz zu stille«.

Erst ließ sie einige Tänzer g»hrn und ver. schaffte so d«« Mädchen am Tisch Gelegenheit, auch ein Tänzchen zu mache», worauf diese, wie sie »ohl merkte, laugst erpicht waren. Diese Freundlichkeit ließ dm letzte« Rest von Scheu, der de« Rädchen »och an haftete, ver­schwinde», fie fingen an, von ihre« kleinen Angelegenheiten zu erzählen und lenkten Sto- phanie's Aufmerksamkeit ab, wie es deren Wunsch »*r.

Wagner, der bis dahin eben so wenig getanzt hatte, »te Beruard, mit dem er i« anregendem Gespräch begriffen wat, hielt fich »och für verpflichtet, seiner Bekannt« eiwa Tauz angubiete«, welcher Abficht Beruard leb- haft zusiimutte.

Das Fräset« möchte sonst glaube«, wir litte« Dich mit unserm Spießbürger stolz ange- keckt," scherzte er harmlos.

Bald sah man Wagner mit der schöne« Sie- chasie dem Zelte zuschreiten.

Da« schönste Paar von allo«/ meinteFrau Schutte begeistert zu ihren Töchtern, aB beide außer Hörweite «Hirett.

War es die erwachende Lust am langest«

[J Börsenresorm in Deutschland und in Oesterreich.

In diesen Tagen hat die längst vorhandene Annahme ihre Bestätigung erfahren, daß die Novelle zum Börsengesetze in d eser Tagung bett Reichstag nicht mehr beschäftigen werde. Es wäre auch wirklich zu unverstäudig gewesen, be« Reichstag unter den obwaltenden Umstände« auch noch mit einer solchen Vorlage zu belaste«, die nichts weniger als nothwendig ist und die Mehr­heit des Parlamentes nicht für fich hat. Mit den Herren von der Börse und vom Handel wird ohnehin schön genug gethan; eS würde eine sehr unkluge Politik der ReichSregierung gewesen sein, wenn fie gerade jetzt mit einer Vorlage dieser Art noch mehr ba$u beigetragen hätte, die zollfreundliche Mehrheit de» Reichstages in gegen» fätzliche Stellung zu fich selbst zu bringen.

Vielleicht haben auch innerhalb der Verbün­deten Regierungen schließlich doch grundsätzliche Bedenken dagegen bett Ausschlag gegeben, unser Börsengesrtz überhaupt in dem Sinne der Be­streb ungen des preußische» H andelS Ministers Möller umzugestalten. Man kann da« nicht wissen; aber es wäre durchaus möglich. Unser Börsengesetz besteht erst kurze Zeit und hat nach der Ansicht aller vorurtheilsfreien Politiker sehr gut gewirkt. Nur die gewerbsmäßige Spekulation fühlt fich eingeengt in ihrer freien, ungebundenen Beweg- kichkeit und Begehrlichkeit; und deswegen will sie das Gesetz zurück reoidirt haben.Treu und Glauben" sollen dadurch i« Gefahr gebracht werden. Die Herren Spekulanten aber vergehen fich tagtäglich gegen die Bestimmungen des be­stehenden Gesetzes über die Terminspekulation. Davon redet niemand etwas bei uns! In Oesterreich geht es ein wenig anders, zu. Und wie eS dort zugeht, das sollte für uns und für unsere Regierung ei« Vorbild sein, dem wir je eher desto bester nachstrebe« sollten.

Auch die österreichische Regierung hatte den Einflüsterungen her Börsencllque ein gar zu williges Ohr geliehen. Sie halte dem Parlamente ein sogenanntes Börsenreformgesetz vorgelegt, da» von einer wirklichen Reform ihatsächlich aber nicht» an sich hatte, sondern nur Sand in die Augen der- jenigen sein sollte, die e» mit der Sache ernst meinen und aufrichtig die vorhandenen Mißstände zu beseitigen wünschen. Der Entwurf war in Wahrheit nach den Wünschen der Börsianer zu­geschnitten da» genügt zu seiner Kennzeichnung. Der Mißerfolg im österreichische« Abgeordneten­hause war durchschlagend. Mit mehr al« zwei- hundert gegen ei« halber Dutzend Stimmen wurde die Vorlage abgelehnt, und gleichzeitig wurde in einer Entschließung kräftigster Tonart von der Regierung verlangt, fie solle einen andern Gesetz­entwurf vorlegen, der den Terminhandel mit Ge­treide nicht nur verbietet, sondern auch bestimmte Strafen für diejenigen festsetzt, die diesem Verbote entgegen dennoch da« Terminspiel mit Getreide fortsetzen. Die Strafen, da« ist der Punkt, auf den e» hauptsächlich ankommt. Sie fehlen leider auch in dem geltenden deutschen Börsengesetze.

Die österreichische Regierung ist de« Wünschen ihres Parlamentes nachgekomme» und hat neue

$>etr Wüter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

11 ------ (Nachdruck verboten.)

Das Gemisch »on Bitten und Befehlen in des Mädchens Stimme, der traurige Ausdruck der schönen Augen, der leise Druck ihres Armes, alle« das beherrschte den Bruder vollkommen, ohne Widerrede sagte er zu, und ging mit der Schwester zum Zelte zurück. Dort stand eine Frau mit mehreren erwachsens» Töchter«, e« »ar Kempers Nachbarin, die scheu seit dem Tode von Stephanie« Mutter im Kötterhause die «schlichen Arbeiten »«richtete. WRBZZ2Z"

-Habt Ihr keinen Platz, FrauHchultr?« redete Stephanie die Mutter an,an meinem Tische ist «och genug, und mit thun Sie eine« Gefalle», »ernt Sie sich mit Ihre« Töchter» zu mir setze«. Joseph »ill ins Dors und ich mag nicht mit ihm geh«."

Die Angeredete, hocherfreut über die Ehre, bei der schöne« RachbarStochter sitz« zu dürfe», gab gern ihrem Wunsche Folge und Stephanie, eine der Töchter m ihr« Arm eiuhastmd, ging voran, chrrm Platze zu. Aeußerttch schier- sie ruhig, i« Herz« aber pochte mit uuo«. mindertet Heftigkeit, »le seit dem Augenblick, da fie Auge i« Auge oem Raune ihrer Siebe gegenüber gestand«. Dieses herzbeklemmende Gefühl matte fie verwinde», wollte fie ihre Würbe »ehre«, und dem Manne dort, der Hr ein Fremder bleib« mußte, sich nicht ver- rathen.