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JuLöa, Samstag, den 1. März 1902

29. Jahrgang.

JE 50

Geburtstagstisch sie junge Leute

zu gestalten drohte, nehm sie den Arm dem Zelte zu.

Wagner ging

brachten, ihr eine Kleinigkeit nachtsbaum oder- auf den legten. Die Neckereien, wie

mit Zlnterhaltungs -Anlage „Issuflrirte Sonntags-Zeitung."

an seinen Platz zurück. Stürme seine Anwesenheit

Sätze gesprochen wurden, deuteten auf inner« Bewegung hin, die aber, bei dem Jihalt ihrer Worte, rur zu begreiflich war.

Sei eS, daß man dem Stadtherrn die Unterhaltung mit der schöne« Stephanie nicht gönnte, oder hatte der Bauernbursche, der eben oorüberging, keine andere Tänzerin mehr, kurz, Stephanie wurde, als sie eben das bittere Bekenntniß ihrer gesellschaftlichen Abhängigkeit abgelegt, zum Tanze febeten und sie sagte zu, froh der peinlichen Situation entschlüpfe» zu können, zu der sich dar Wiedersehen mit Wagner Diesem freundlich zunickend, ihrer Tänzer- und schritt

ahnungslos, welche

im Herzen des Mädchens entfesselt! hatten. Eine solch« Ahnung konnte ihm auch kaum werden, hatte er doch nie etwas gethan, um bet dem Mädchen irgend welche zärtliche Ge» fühle für sich zu wecken. Kleine Aufmerksam­keiten hatte er ihr erwiesen im Hause der Frau Stahlhut, ohne dabei mehr zu denke» als die andern jungen Leute ta Hause, die dem »Fräulein" auch gelegentlich eine seltene Blume unter de» Weih»

n Die Verbrechen und Vergehen in Deutschland.

Die Ergebnisse unserer Strafrechtspflege sind nicht erfreulich; denn wir wissen leider nur zu gut, daß die Bestrafungen bei uns in Deutsch­land wegen begangener Vergehen und Verbrechen während der letzten zwanzig Jahre ganz erheb, lich an Zahl zugenomme« habe». Auf 100,000 Personen entfielen im Jahre 1882 im ganzen 1040, 1892 schon 1212 und 1898 nicht weniger alS 1257 Vrrurtheilungen. Diese letztere Ziffer war die höchste; auf 1899 entfallen 1236 Ver- urtheilungen. Dennoch darf man nicht auS diese» .Ziffern schließen, daß die Volksmoral bei uns j« demselben Verhältnisse gesunken sei, wie die Zahl der Verurtheilungen gestiegen ist. Denn die Gelegenheit zu Verurtheilungen ist während der letzten zwanzig Jahren größer geworden, weil im Lause dieser Zeit neue Strafgesetze zu de« alten hinzugekommen find; und dann ist in diesen Ziffern alles enthalten, waS überhaupt zu irgendwelchen Verurtheilungen Veranlassung gibt, beispielsweise auch die Festungshaft, die Studenten erhalte», wenn sie mit Schlägern die ersehnten Schmisse auf der Wange sich beibringen und da- bei abgefaßt und zur Strafanzeige gebracht werden. Die Schlägermensur und Mord stehen beide gleichmäßig unter diesen Verurtheilungen.

Zur Beurtheilung der VolkSmoral, so weit man aus dieser Zusammenstellung überhaupt ein solches Urtheil fich bilden kann, ist zunächst ein Vergleich wichtig zwischen der Zahl der zum ersten Mal verurtheilten Personen jetzt und früher; und da kann man sagen, daß eS bei uns nicht schlimmer, sondern eher besser geworden ist. Von je 100,000 Personen wurden im Durch­schnitte von 1882 bis 1899 jährlich zum ersten Mal 764 verurtheilt und zwar 781 im Jahre 1882 und beispielsweise nur 761 im Jahre 1896. Aber das iss ein eigenartiges und recht un» erfteuliches Kinnzeichen uiserer Zeit, daß die Rohyeitsoerbrechen während der letzten zwei Jahrzehnte recht erheblich zugenommen haben und namentlich auch bei den zum ersten Mal bestrafte« Persone«. Die Körperverletzung spielt dabei bei weitem die erste Rolle. Von der Zu­nahme der RohheitSoergehen entfällt auf sie allein rin reichliches Drittel.

Und dann ist und bleibt weiterhin die traurige Erscheinung der fortdauernde« Zunahme der Verurtheilungen von jugendlichen Personen im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren. Am Srg- sten sieht eS damit auS in den OberlandeS- gerichtSbezirken von Hamburg und Zweibrücken;

wenigsten schlimm in zwei Oberlandes, gerichtsbrzirke» mit ganz vorwiegend ländlicher Bevölkerung, nämlich in den Bezirken von Oldenburg und Kiel. Unter den «trafthatrn dies» jugendlichen Personen steht wiederum die Körperverletzung obenan; nach ihr kommen Dieb­stahl und Unterschlagung.

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Im allgemeinen haben indessen die Verur- theilungen wegen Eingriffe in fremdes Eigenthum nicht zugenomme», sondern abgenommen. Auch diese Tbatsache spricht für die Hebung des allge- meinen Volkswohlstandes. Die Roth der ärmeren BevölkerungSfchichten, unter deren Einflüsse ein großer Theil aller Diebstähle begangen wird, ist nicht mehr in dem früheren Maße vorhanden; aber e8 ist gar nicht unwahrscheinlich, daß diese Aufbesserung der Lebenshaltung auch ihren Theil beiträgt zu der Zunahme der Verurtheilungen wegen Körperverletzung. Nichtsdestoweniger ist der einfache Diebstahl «och immer der häufigste Anlaß zu Verurtheilungen, wie überhaupt die Vergehen gegen daS Vermögen Anderer der Häufigkeit nach an der Spitze stehe». An zweiter Stelle stehe» die Verfehlungen gegen die Person, an dritter Stelle die Vergehen gegen Religio«, Staat und öffentliche Ordnung.

Sehr »ahe liegt die Frage, von wem den« eigentlich diese Strafthaten hauptsächlich be­gangen werden. Daß das männliche Geschlecht dem weiblichen weit voraus ist, wisse» wir ja längst. Uster den 478139 Verurtheilten des Jahres 1899 gehören 84,4 vom Hundert dem männlichen und nur 15,6 v. H. dem weiblichen Geschlechte an. Aber freilich sieht es auf manchen einzelnen Gebiete« sehr arg mit dem Weibe auS: ««f hundert Männer, die wegen Kuppelei ver« urthetlt wurden, entfielen in demselben Jahre nicht weniger als 765 weibliche Personen.

Außerdem ist von hohem Interesse der Beruf der Verurtheilten: die Industrie steht mit dem Löwenantheil von 193 226 Verurtheilungen weit obenan; daS macht mehr als 40 vom Hundert aller Verurtheilungen auS! Die Landwirthschaft, die doch ebenso viele Personen umfaßt, wurde «ährend derselben JahreS 1899 von nur 96806 Verurtheilungen betroffen, obwohl doch gerade in landwirthschastlichen Vrrhältniffen die Versuchung zum Diebstahl außerordentlich groß ist, nämlich zum Diebstahl von Feldfrüchte»! Trotz alledem ist die Zahl der Verurtheilungen in der Industrie mehr als als doppelt so groß, als in der Landwirthschaft. Auch Handel und Verkehr hat schlimme Ziff.-rn, nämlich trotz der vergleichsweise geringen Zahl der in dieser Be- rufSgruppe beschäftigten Personen nicht weniger alS 65 564 Verurtheilungen.

.In mehreren in den letzten Tage« verSffentkichtM Zeitungsartikeln, »eiche die Berhandlung der Brannt- wein-Kommisston über Paragraph 1 betreffen und an- geblich von einem Mitglieds dieser Kommission her« rühren, befinden fich durchaus entstellte, dem Sach­verhalt nicht entsprechende Angaben betreffs unserer Aeußerunge» fioer den Branntweinverbranch in den Apotheken, Wir protestiren gegen eine derartige (fett» stellung unserer Aussagen und müssen solche als unzn- treffend zmückweisen."

Diese Erklärung richtet fich besonder- gegen die Unterstellungen der .Apothekerzeitung', welche von agrarsscher Begehrlichkeit, Engherzigkeit und Mißgünstigkeit spricht und anführt, daß die An­regung zur Beseitigung der Steuerfreihett für die Apotheker aus den Kreise« derselben Agra» riet herstamme, welche für ihre eigeneu Taschen den ReichSsäckel um alljährlich mehr alS 40 Millionen Liebesgaben auS der Branntweinsteuer erleichtern. Der Abg. Müller-Saga« (fr. V.) bekannte fich als dasjenige KommisfionSmitglied, welches die Angelegenheit in die Presse gebracht habe, allein er habe dieselbe nicht in der be­sprochenen Weise veröffentlicht und behielt fich eine Gegenerklärung vor.

ti De» KirrfrthrzoK für Mai« soll «ach dem Regierungsent würfe des neuen Zolltarifs vier Mark für den Doppelzentner betragen, wäh­rend er jetzt 1,60 im Vertragstarif und 2 Mark im Generaltarif beträgt. Nach einem mit 14 gegen 13 Stimmen angenommenen Be- fchluffe der Zolltarif Kommission des Reichs­tages soll er künftig fünf Mark betragen.

* Ein zweites Verzeichniß von Aetitioue« z«M Zssstarif ist im Reichstag ausgegeben worden. Das erste Verzeichniß, das am 7. Januar abge­schlossen wurde, war 58 Druckseiten stark. Da« zweit« Verzeichniß ist am 24. Februar abge- schloffen und enthält auf 36 Druckseiten eine Zu­sammenstellung der vielen tausend Petitionen, die in den fünf Wochen seit dem 7. Januar dem Reichstag neu zugegangen find.

-f- Aäudktche KrauKenvestrtHeriuueu de« AharitasverSsude». Ein recht erfreuliches Resultat hat der CharitaSverband für daS katho­lische Deutschland (Geschäftsstelle in Freiburg i. Ä.) auch auf dem Gebiete der Ausbildung ländlicher Krankenbesucherinnen zu verzeichnen. I« den zu Arenberg durch den Verband bisher veranstalteten 6 Kursen wurden bis jetzt 102 Krankenbesucherinnen outg-bildet. Dieselben haben im Jahre 1901 bei 14 676 Krankenbesuche« Dienste geleistet. Dazu kommen noch viele Besuche, welche ledig­lich wegen der Wundverbände gemacht wurden. Außerdem haben fie 1441 Tagpflegen und 1316 Nachtwachen aufzuweisen. Bet 109 schweren Unfälle« haben fie Nothverbände angelegt und weitere 10301 Wundoerbände bez. Verbandser- Neuerungen vorgenommen. Ungefähr drei Viertel der Krankenbesucherinnen ist mit Pflegegeräthe» ausgerüstet, welche fie nach Wunsch aurlrihe» und es steht zu ermatten, daß fernerhin alle Mädchen mit Geräthen versehen werden könne«. Von dem Münchener LokalcharitaSverband fi«v bis jetzt ebenfalls 13 Krankenbesuchrrinnen aus­gebildet, dis in den verschiedenen Theileu Bayerns de« leidende« Mitmenschen Samariterdienste leisten. Welch großer Segen für die ländliche Bevölkerung aus diesem Zweige der christliche« Charitas zuflißt, wird so recht deutlich, wen«

Daß dies nicht gelungen war, hatte Ste­phanie gefühlt, als ihr Blick demjenigen Wagner's oegegnete; aber das Mädchen verstand eS, fich zu beherrschen, nichts verrieth dem junge« Manne vo« ihr, waS in ihrem Herzen vorging, nur der etwas bittere Ton, in dem die letzten

etwa vierzig Katholiken angefiedelt. Rächstdem ist es am interessantesten, zu erfahren, aus welchen Bezirken die Ansiedler stammen. Di« Provinz Posen steht darin obenan mit 915 Ansiedlern, dann folgen Westpreußen mit 807, Westfalen mit 616, Brandenburg mit 395, Sachsen mit 303, Pommern mit 241, Schlesien mit 201 und so fort. 301 Ansiedler sind Deutsche, die aus dem Ausland« zurückgewandert stnd nach der deutschen Heimath; 383 stammen ans den übrigen deutschen Bundesstaaten. Im Jahre 1901 find der Ansiedelungs-Kommis­sion mehr Güter zum Ankäufe angeboten worden, als jemals vorher, nämlich nickt weniger als 301 Güter und 238 bäuerliche Grundstücke im Umfange von 153,329 Hektaren. Davon befan­den fich in polnischen Händen 82 Gü er und 102 bäuerliche Grundstücke mit einem Umfange von 52,056 Hektaren, Ss sind als geeignet zum Ankäufe erachtet worden 15 Ritter­güter, 16 größere andere Güter und 8 einzelne Bauerngrvndstücke. Dieses sehr starke Angebot erklärt sich sehr leicht aus der schwere« Nothlage, in der die östliche» Landwirthe in Folge der FrostschäSe« des Winter- von 1900 auf 1901 und der Dürre des darauf folgenden SommerS sich befanden und zum Theil noch befinden. Dem Zahlenverhältniffe der katholischen zu den prote­stantische« Anfiedlir« entspricht die Konfession der erbaute« Kirchen: so wurden 20 protestantische Kirchen erbaut und eine katholische! Man be- greift nicht, warum denn angesichts dieser Ziffer« die Vertreter der Regierungen noch immer im Parlamente leugnen, daß daS Anfiedelungswrrk vor allen Dingen eine Protestantistrung dieser preußischen LandeSrheile bezweckt. Solche Zahlen laffen fich doch durch nichts widerlegen!

h Ai« inlernatwrrsle Zucker Konferenz in Brüssel hat am letzten Donnerstag roteber mit ihren S tzungen begonnen. Nach Drahtmeldungen über Wren haben die deutsche und die öster­reichische Regierung angeboten, die AuSfyhrvrr- gfitungen vom September 1903 an auSfaÜen zu laffen und die Einfuhrzölle für Zucker zunächst auf fünfzehn und dann allgemach bis auf sechs Franken herunterzusetzen. ES ist wirklich sehr gut, daß darüber die Regierung bei unS in Deutschland nicht allein zu bestimmen hat, jo«- der« auch den Reichstag darum befragen muß.

+ In der gestrigen Sitzung der Krrd,et lommiflTio« de« Abgeordnetenhauses stand da« Kap'tel „S ch u l u n t e r h a l t u n g- zur Besprechung. Auf eine Anfrage, wie es mit der Gesetzesvorlage betr. Schulunterhaltung stände, erklärt Ministerial­direktor Knegier, dar Finanzreffort komme be> sonders in Betracht, weil eine Neuregelung der Schulunterhaltungrpfltcht nur unter. Aufwendung erheblicher staatlicher Mittel geschehen könne. Ein prinzipieller Widerspruch des Finanzministers be­stehe in dieser Beziehung nicht; die jetzige Finanz­lage sei allerdings nicht dazu angetvan, eine un­mittelbare gesetzliche Regelung in Aussicht zu stellen. Gegenwärtig fänden weitere kommissarische Be­sprechungen zwischen dem Kultur- und Finanz- reflort statt.

* In der heutigen Sitzung der gBraant- «<tn-Aom«ifston gaben die Abgg. Lurz und Müller-Fulda folgende Erklärung zu Protokoll:

MWMSMLWWWzMWUMiDWWNWW» gWIUMWWUWWM Verwunderung und Vorwurf darstellte. „Die arme Dame wird fich schwer daran gewöhnt haben, Sie zu entbehren, Fräulein Stephanie. War sie so voll von Ihrem Lobe, daß es nur deS geringsten Anlasse- bedurfte, um dieser Herzensst'mmung zum Ausbruch zu verhelfe«."

„Ja," gab Stephanie ehrlich zu, „ich war dort gut aufgehoben und ich achte und ehre Frau Stahlhut auch heute noch wie eine Mutter, besuche fie oft und werde von ihr wie früher verhätschelt.-----Aber," fuhr sie

nach einer Pause, die nicht ganz natürlich schien, fort, „ich bin nicht auf der Welt, um mich verzärteln zu laffen; unsereins muß immer für den Kampf um's B ot bereit fein und da hilft eS wenig, wen« Ma« irgendwo allzu lange der Ruhe pflegt, und fich selbst vergißt."

DaS klang so wahr und vernünftig, daß Wagner ihr im Stillen sein Kompliment wegen ihres Heroismus machte; aber daS Mädchen hatte nicht wahr gesprochen. Sie hätte sage« müssen, daß ihr das Liebste im Hause ihrer gütigen Herrin fehlte, nachdem Wagner ver- fetzt war, der mit einige« ander« Herr« besserer Stände das kleine Pensionat der Frau Stahl­hut in Münster bewohnte, während er dort als Steuerbeamter auf dem Bureau arbeitete. Daß sie er unerträglich gefunden hatte, den jungen Mann dessen Bild ihr ganzes Herz ausfüllte, täglich und stündlich vermissen zu müssen, ja noch mehr, fie hätte gestehen müssen, daß Mutter Stahlhut schließlich den Grund ihres geheimen Kummers entdeckt habe und selbst dafür sorgte, daß Stephanie in eine andere Um­gebung kam, damit fie vergessen lerne.

Dentschr« Keich.

Berlin, 28. Februar 1902.

4- Di- A»siedeln«g«srveit in West. p*«»rßen *«b Dose«. Dem preußischen Abge- ordnetenhause ist die Denkschrift zugegangen, die Bericht erstattet Über die Beförderung deutscher Ansiedelungen in den preußischen Provinzen mit polnischer Bevölkerung, also in Wkstpreußen und Posen, für da« Jahr 1901. In der Uebei sicht, die der Denkschrift beigegeben ist, findet man, daß bisher im ganzen genommen 4695 Ansiedler her- emgezogen sind, darunter 4439 Protestanten und 256 Katholiken. In allerneuester Zeit find Katho­liken fast gar nicht mehr angefiebtlt worden; die allermeiste« katholischen Ansiedler unter den wenigen, die vorhanden sind, stammen au« den Jahrgängen 6t« 1897 und 1898. Nachher haben sich nur »och Stephanie'-, die im nämlichen Augenblicke noch ihm hinsah.

Ueber beider Züze ging es wie freudiges Staunen, dann ging Wagner zu Stephanie hin- über, die fich, als er näher kam, erhob und ihm mit unverkennbaren Zeichen der Freude, leichtes Roth auf den Wange«, entgegen ging

Wie zwei alte Freunde schüttelten fie fich die Hände, während Wagner sagte: „Es ist mir wirklich eine unverhoffte Freude, FräuieinSttphanie, Sie zu sehe»; besonders hier, wo wir jaGelegeu- heit haben, uns einige Zeit miteinander zu amü- firev. Aber sagen Sie um's Himmelswille«, was führt Sie eigentlich hierher «ach Ostbevern?"

»Ich folgte der Einladung einiger Verwandten, da mir eine Reife meiner Herrschaft Zeit dazu verschaffte," gab fie Bescheid, wobei sie etwas verwirrt die Auge« niederschlug.

Sie hatte nicht ganz wahrheitsgetreu berichtet, aber daS Mädchen kannte sowohl Wagner'S Stel­lung als ihre- Bruders Gewerbe, und nicht- in der Welt hätte fie vermocht, die beiden mitein­ander in Verbindung zu bringe», da fie nicht wußte, ob ihr Bruder nicht dem Beamten be» tannt sei.

Wagner merkte von der sichtlichen Verlegen- geit Stephanie'- nichts.

»Frau Stahlhut ist also verreist?" fragte et in Verfolg der Erklärung, die ihm Stephanie gegeben hatte.

»Nicht Frau Stahlhut, sonder» meine jetzige Herrschaft, bei der ich seit einem holden Jahre tn Stellung bi»," klärte fie ihn weiter auf.

»Sie habe» Frau Stahlhut verlaffe»?" fragte er in einem Tone, bet ein Gemisch von

Der Wäter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

------ (Nachdruck verboten.)

»E« ist manchmal, als öffne fich die Erde und verschlänge diese Menschen," schimpfte er, noch Amtlich in der Erinnerung an den verfehlten Zug; „an jenem Abend hatten wir wenigsten« auf eine Wagenladung al« Beute gehofft, denn e» war in den Tagen vorher, wie un« unser Beo­bachter i» Rotenfelde mittheilte, dort große Quanti­täten Salz von Leuten au« Warendorf und der Umgegend gekauft worden. Drei Tage nach der Reihe haben wir alle Tag und Nacht dort Wache Zehatten, alle« umsonst und auch nachher haben die ,^°oppelten Posten nichts gemerkt; ttotzdem bin «g sicher, daß die Kontrebande i« Warendorf ist."

Demjenigen, der diese Ausbrüche des Unwillens wu anhören mußte, waren sie in der Seele zu- antwortete er auch nicht, sondern lUwte da» Gespräch auf irgend etwa« anderes zu kttl Hm auch bald gelang.

”et Kaffee eingenommen war, schlug man oen Weg zum Tan,lokal ein. Als die Beiden oo t ankamen, begrüßte fie ein laute, Halloh ihrer hith ^uggefahrten, die sich nicht wenig darauf ein-

' e ne,n Beamten, wenn er auch in seinem c f°^er kenntlich war, in ihrer ^ntte zu haben.

den^n^. O,b"kontrolleur schaute, nachdem er für wie nn« ^"geräumten Platz freundlich gedankt, uugesahr über die Gesellschaft hin. Sein

8 haftete mit einem Male an der Erscheinung