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jß 48. Juköa, Donnerstag, den 27. Februar 1902. ■ 29. Jahrgang.
e 4040 Millionen Mark kostet iM Ganze» genommen der Bure»krieg bereits den Engländern — eine solche Riesen- summe gegen ein kleines Völkchen, von dem die Engländer im Anfänge «ar nicht verächtlich genug sprechen konnten! Und von einer Unter« merfung dieses kleinen Volkes ist noch gar nicht einmal die Rede. Dasselbe macht im Gegen« theil den Briten noch genau so viel zu schaffe», wie im Anfänge des Krieges!
Die Summe der englischen Geldopfer für diese» entsetzlichen Krieg läßt sich ungefähr berechne» auf der Grundlage einer Denkschrift, die der britische Kriegsmtnifier Brodrick dem Parlament hat zugehe« taffen. Für das neue Budgetjahr verlangt der Kriegsminister 1400 Millionen Mark, von denen 800 Millionen für de» südafrikanischen Krieg in Aussicht genommen find. Im Laufe dieses Etatsjahres vom 1. April 1901 bis zum 31. März 1902 verschlingt dieser Krieg allein mehr als 1200 Millionen Mark, außer dem übrigen Militar-Mat. Man hat also anzunehmen, daß die Forderung des Kriegsministers für daS neue EtatSjahr noch erheblich überschritten werden wird, wenn nicht etwa wider Vermuthen bald ein Friedensschluß fiattfinden sollte. Herr Brodrick hat selbst in seiner Denkschrift gesagt, daß er zunächst bei seiner Forderung nur acht bis neun Monate des neuen Fiskaljahres in Anschlag bringe. Dann aber, auch wenn nach dieser Zeit der Krieg wirklich beendet sein sollte, wird es sich noch um die Riesenkosten der Heimschaffung der Truppen handeln. Im Ganzen hat England gegenwärtig 420,000 Mann unter den Fah«en stehen. Als Herr Brodrick vor einem Jahre seine Forderungen für dieses laufende EtatSjahr erhob, sagte er, daß diese (damalige») Forderun« gen „die äußerste Grenze der durch den Krieg bedingten Opfer darstellten". Inzwischen hat der Herr Kriegsminister Nachtragskredite be« willigt erhalten, und nun kommt er mit neuen Riesen « Forderungen für daS nächstfolgende Finanzjahr!
England hatte tm Jahre 1898 ein Kriegs- budget von 410 Millionen Mark — jetzt beträgt es beinahe zwei Milliarden. Dafür aber sind während derselben Zeit die englischen Consols während desselben Zeitraumes von einem Kurse von 113 auf die heutige Kursnotiz von 94 gesunken. Und wenn man berechnen will, was den Engländern dieser scheußliche Krieg wirklich kostet, dann darf man nicht nur die Summen des Budget» allein in Anschlag bringen, sondern muß auch die Verluste mttrechnen, die den Engländern au» der Entwerthung ihrer StaatSpapiere infolge de« Krieges erwachse», und die Zinsen, die sie für die Kriegsanleihen aufzubringen haben. Und diese» Alle» zusammen macht die in der Ueberschrist aufgeführte runde Summe von 4040 Millionen Mark au»!
Dazu kommen die unzähligen Opfer an Menschen, der Haß, den sich England überall zugezogen hat durch seine unmenschliche Kriegführung, und die Verminderung de« britischen Staatsansehen« dadurch, daß die Briten trotz aller dieser Riesen« anstrengungen da» kleine Burenvolk nun durchaus
Der Väter Schuld.
Original-Roman von Fr. Sollet.
B ------ (Nachdruck verboten.)
Ihrem B.uder gab die Freude des Mädchens neuen Mutt), am Abend einen weiteren Schritt auf dem W'ge zu lhun, de« er in der Frü(e durch seine Erklärung dem Vater gegenüber betreten hatte.
Der Nachtwächter des Städtchens hatte eben mit dem Schlage der elften Stunde seinen Dienst angetreten, als Bernard sich leise von seinem Zimmer, das er schon gegen 9 Uhr, Ermüdung vorschützend, ausgesucht, hin unter scklich. Ein schwerer Mantel hing ihm um die Schultern, in den Hände» trug er ein Paar derbe, strohgefüllte Holzschuhe. In einer, im Garten an der 'Ems, dicht bei der Landungstreppe gelegt»en Laube enMngt, steckte er seine Füße in die Holzschuhe, hüllte sich in den Mantel und kroch in eine Ecke, ungewiß, wie lange die Schmuggler Mit ihrer Waare roch auSbleiben würden.
Das HauS und Grundstück, das die Familie Kemann schon seit Menschen gedenken bewohnte, eignete sich wie kaum ein anderes als Hehlerort für die geschmuggelten Waare», vielleicht war «s gerade die vorzügliche Lage deS OrtS, der die Bewohner zur Ausnutzung für das dunkle Gewerbe verleitet hatte.
An lebhafter Straße, durch die Nähe zweier den Verkehr fördernder Kirche», derjenigen der Franziskaner- und der alten Pfarrkirche auSge- jeichnct gelegen, war daS Vorderhaus von jeher
nicht zu besiegen im Stande sind- Und das Alles — um die früheren Worte des jetzigen britische« Oberbefehlshabers in Südafrika selbst zu brauchen — das Alle» geschieht „um einer Börsenclique willen", die den Hunger nach den Goldgruben und Diamantenfeldern in Transvaal nicht überwinden konntet
Der politische und der moralische Verlust Englands sind bereits riesengroß. Der geschäftliche Gewinn aber ist schon im Vorau» dahin, auch wenn es den Engländern schließlich doch noch gelingen sollte, da» tapfere Volk der Buren zu zerreiben !
Deutsches Weich«
Berlin, 26. Februar 1902.
* Die planmäßige Werßeidang und Knt- fittrichun« unseres Dolüs leöens wird z Z mit einer Energie betrieben, die in der christlichen Gesellschaft nicht durchweg unbeachtet bleiben darf. Die Popularifirung Nietzsches, dessen Geisteslichtung in feine» Werken doch immerhin nur auf eine verhältnißmäßig kleine Anhängerzahl wirken konnte, macht Fortschritte vermöge der Feuilletons der Tagespreste. Die neueste Leistung dieser Art finden wir in der «Franks. Ztg/ vom 19. Februar ds. Js., wo Dr. Meyer«Benhey aus Göttingen über „modere Religion" u. a. schreibt:
„. . . Schlagwörter: Gelt, Seele, Unsterblichkeit haben für un» ihren Sinn verloren. Die Frage vom D a s e i n Gottes istunS einfach gleichst iltig und belanglos geworben. Die Forschung hat sie erledigt, indem (I) sie über sie hinweg zur Tag-S- ondnung geschritten ist. Wir brauchen Gott nicht mehr, janoch mehr, wir können ihnnichtmehr gebrauchen, wir wüßten mit ihm gar nichts mehr anzufangen. Dieser Gott, der in der engen Welt deS Mittelalter» so patriarchalisch schaltete und waltete, — eS klingt wie Spott und Lästerung, und eS ist doch nur die nackte Thatsache: in der weiten Welt, bie unS die moderne Wissenschaft kennen gelehrt hat, ist für ihn kein Raum mehr. Und ebenso ist fein Amt auS in der Welt der Sittlichkeit. Wir haben den Gesetzgeber und Richter im eigenen Busen entdeckt (!) und weisen jede fremde (!) Einmischung ab. (!!) Ja, ich gehe noch weiter: wenn wir es recht erwägen, so vermöchten wir die Vorstellung eine» persönlichen GottrS nicht mehr ertrage». So viel wird klar geworden fein, daß die alte Gottesvorstellung für unser modernes Denken und Fühlen in gleicher Weise unmöglich geworden ist. Mag der alte Einsiedler im Walde noch weiter seinen Sott verehren, wir Jünger ZarathustraS wissen, daß Sott tobt ist und nicht auferstehen wird."
„Modern" ist a« diesem atheistischen Bekennt- »iß nicht Diel. Es verdeutlicht in der Hauptsache nur, war die Philosophie der 18, Jahr- Hunderts bereits in Formeln gebracht hatte, und selbst die Anlehnung an Voltaires Ausspruch fehlt nicht: „Wehe mir, wenn es einen Gott gibt!" Innerhalb dieser Phrasen und gedankenarmen Behauptungen haben Vernunftschlüsse und historische Beweise allerdings keinen Raum, allein trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb ist die Gefahr, daß dadurch tausende von zweifelnden Gemüthern zur offene» Gottesfeindschaft bekehrt werden, nicht klein. Ihr beizukomme», ist schwer, weil diejenige», die für derartige Lektüre empfänglich find, den Gegenbeweisen auS dem Wege gehen. Welches V e r d e r b e n unter der heran
der Sammelpunkt etnet Reihe von Kleinhändler» aus den benachbarten Octschastrn gewesen, die dort ihre» Bedarf a» Rcloniafroaarin einkauften, wie denn auch eine Menge Besitzer großer Bauernhöfe dort gut und b.llig bedient zu werden glaubte». Dieses rege geschäftliche Lebe« erleichterte den Absatz der Schmuggler« waaren sehr, von der auch Theile int Engeos» Verkauf an andere Händler nach auswääS, zum größten Theil »ach Münster, verkauft wurden. Das Haus selbst stand in direkter Verbindung mit einer Scheuer, die in ihrem hohen Dachraum als Heuboden auSgenutzt wurde, was feine Ursache darin batte, daß man für die eilige Unterbringung des Schmugglergut; einen Raum haben mußte, in dem sich Material zum Zudecken der Säcke befand, die vor den Auge» Unberufener geschützt werde» mußte». Der Hof schloß mit der Scheuer ab und war durch ein Holzstaket von einem kleine» Ziergarten getrennt, der in seinem hinteren Theile da» eine Ufer der Em» bildete, eine« dort kleinen aber sehr fischreichen Flusses, der nur an dieser einen Stelle für eine kurze Strecke die Stadt berührt. Auf der Em» wurde in der Regel da» Schmuggelgut für Kemann herbeigeschafft. Da dem Emsufer entlang kein Weg noch Steg auf eine Verbindung mit der Grenze hinwies, übrigen« etwa eine halbe Stunde oberhalb der Stadt eine Mühle die Fahrbarkeit hinderte, so war e» niemals jemandem in den Sinn gekommen, dort einen Schmugglerweg zu suchen. Aber der Fluß «ar es trotzdem für die in Kemann's Diensten stehende Bande. Ein Bauer, nahe der Mühle, oberhalb der Stadt wohnend, war Mitwisser und
wachsenden Jugendaugerichtet werden muß, die solchen mit der Miene der Autorität vorgetragenen Wahnwitz in sich aufnimmt, ist nicht auszudenkrn. Mit der gleichen diabolischen Beharrlichkeit arbeitet die belletristische Literatur der Modernen auf de» Umsturz der Grundpfeiler jedes sittliche» Gefühls hin. Zu de» schon bestehenden Erzeugnissen dieser Gattung ist soeben ein neues getreten: „Isis", Blätter aus der Vergangenheit. Herausgeber Robert Heyman» (!) in München. Er zeigt in der Probenummer des „Isis" gleichzeitig das Eingehen des „Affen- spiegels" an, der dem Heymann kürzlich wegen Schmähung der Beichte eine Haftstrase von 6 Wochen eintrug. Daß die Leistungen des erste» HesteS des „Isis" zum Theil überhaupt gedruckt werden durften, ist unS nicht verständlich. Der Inhalt in Reime» und in Prosa ist »ine so hündisch - widerliche Verherrlichung der Schamlosigkeit und Geilheit, daß es keine pornographische Literatur gibt, wenn die „Isis" nicht dazu gehören soll. Aus dem Gesagten geht hervor, daß Proben aus diesem Schweiuekübel hier auch nicht angebeutet werden können. Bezeichnend ist aber der Umstand, daß Druck und Ausstattungswerth deS Heftes sich bei dem Abonnemeutspreis von 1 Mk. pro Heft nur durch großen Absatz, der natürlich wieder nur auf entsprechende „gesellschaftliche" Kreise beschränkt ist, bezahlt mache» könne». Ob die buchhändlerische Spekulation, bei der Nachsicht unserer Strafgerichtsbarkeit, auf die Dauer gelingt, ist eine andere Frage. Aber mit jedem solchen Exemplar in de» Hände» der Jugend von heute steige» die Aktien des Satans. Und die Sozialdemokraten stehen dabei — und lachen.
tt Die Akeich seife« Satz ne« haben am letzte« Dienstag die Budgetkommiffton deS Reichstages i« zwei Sitzungen beschäftigt. Nach längere» Auseinandersetzungen hat die Kommiffion beschloffe», im Plenum die Annahme der nachfolgende« Resolution zu beantragen: Der Reichstag wolle beschließen, unter Anerkennung der bisherige« Bestrebunge« d-r Verwaltung der Reichseisenbahnen, die Niveau-UebergSnge bei den Reichseisenbahnen nach dem heroorgetretenen Bedürfniffe allmSH> lich zu beseitigen, den Wunsch auSzusprechen, daß die Verwaltung der ReichSeisenbahnen, unter entsprechender Heranziehung des LandeS- fiskus von Elsaß-Lothringen sowie der.betreffenden Gemeinden zu Beitragsleistungen, noch energischer als bisher mit der Beseitigung der besonders gefährlichen Niveau-Uebergänge vor« gehen möge." Diese Resolution, die auS einer Anregung des Abgeordneten Schlumberger her- oorgegangen ist, wurde von der Kommiffion einstimmig gutgeheißen.
tl Die preirhische A-rgw-eks Dorlage ist von der Budget-Kommisston des preußischen Abgeordnetenhauses unverändert angenommen worden. Sie kann, wie es Niemand anders erwartet hat, also auch auf unveränderte Annahme im Plenum des Abgeordnetenhaus« s rechnen. Es handelt sich, wie bekannt, um die Bewilligung von 58 Millionen Mark zum Ankäufe von Bergwerken im westfälischen Kohlenbezirke.
Mithelfer. Dorthin hatten die Schmuggler auch noch in drr vorigen Nacht, während Bernard mit dem Oberkontrolleur gegen Warendorf fuhr, da» meiste von dem geschmuggelten Salz theilS auf einem großen Handwagen, theils auf dem eigenen Rücken befördert. Vorher aber war der schwarze Jopp mit einem zuverlässigen Kameraden, jeder einen Sack auf der Schulter, auf Umwegen und in der entgegengesetzten Richtung an die ausgestellten Posten herangeskdliche». Noch reichlich außer Schußweite, hatten sie, anscheinend aus Unvorsichtigkeit, den Beamten ihre Anwesenheit verrathen, als diese die Verfolgung aufnahmen, schien» gst das Weite gesucht und sich, während die Grenzwächter sie in jener Richtung suchte« und die beiden Säcke konfik- zirten, mit ihren Genoffen und der Hauptbeute in Sicherheit gebracht.
In einem nahen Wäldchen, am Ufer der äußerst tückischen Muttenbach sich erstreckend, hatte die Gesellschaft unangefochten den Tag verbracht, gegen 11 Uhr Abends beluden zwei von ihnen den große«, dem Bauern gehörende« Kahn mit so vielen Säcken, als er tragen konnte, und ließen ihn, kaum die Ruder zum Richtung- Halten gebrauchend, mit der Strömung der Stadt zutteibrn. Bei der Treppe zu KemannS Garten hakte man daS Fahrzeug fest, schleppte die Säcke hinaus, kettete den dort liegenden Kemann-fchen Kahn an de« anderen a« und ruderte mit beide», ohne daS mindeste Geräusch gemacht zu habe», den Weg zurück.
Noch einige Male ging es so die Ems hinab und hinauf, «ach drei Stunden war die Arbeit getha«. Kemann's Knechte, auf dem Booen Über
n Die Dernnstottnng schor»-» Land- schnste«. Kürzlich ist, wie bekannt, im preu- ß,scheu Abgeordnetenhause ein Gesetzentwurf durch die erste Berathung gegangen und an eine Kommission verwiesen worden, der die Verunstallung landschaftlich hervorragender Gegenden »er- hindern soll. Im Plenum des Abgeordnete«. Hauses waren all-rhand Bedenke» geäußert wor- de«, daß di« Ausführung des Gesetzes i» der Form manche Eigenthümsr schädige» könne in der Ausübung ihres Eigmthumsrechtes, und gerade deswegen wurde Borberothung in bet Kommission beantragt und beschlossen. Die Mehrheit ber Kommission hat sich aber auf be« Stand- punkt der Regierungsvorlage gestellt und nur in einem Punkte bie vorher geäußerten Bedenke» als gerechtfertigt erachtet: deswegen soll durch das Gesetz die Landes Polizeibehörde die Befug- niß erhalte», Reklameschilder und andere Auf- schrifte» und Abbildungen außerhalb der Ott- schäften zu verbieten, wenn sie da» Landschafts- bild verunziere». Grundsätzlich und allgemein wird dadurch die Aufstellung solcher Sachen nicht verboten.
+ Vermehrung der Arveiteransstärrde. Gegen daS Ende des voraufgegangenen Jahres hi» waren die Arbeiterausstände sehr zurückgegangen — eines der vielen Kennzeichen für den Niedergang der Industrie. Während des ersten Monats dieses Jahres ist aber ein nicht nnbe- trächtliches ««schwellen der Lohnbewegungen zu bemerken gewesen, namentlich bei de« Arbetter« der Gewebe-Industrie, und zwar gleichzeitig in allen Ländern, besonder- aber in Frankreich und in England. Während des Monats Dezember betrug die Zahl aller AuSstSnde in Deutschland, England und Frankreich b7, im Monat Januar dagegen 89; und während in dem zuerst genannten Monat bie Gesammtzahl aller Streiter in Frankreich und England 7848 betrug, wuchs sie im Monat Januar auf 26,321 an. In bet Gewebe-Industrie waren im Dezember 15, in Januar 32 Streitfälle in Frankreich, Deutsch- land und England zu verzeichnen. Die Bewegungen in Italien und in Spanien find je hinlänglich bekannt; bie Vereinigten Staaten von Amerika find auch noch im Januar von solchen Bewegungen fast vollkommen frei geblieben.
4- Ja dem Artikel „Kin jeder Rehre «ar seiner Fhfir" in Nr. 46 der,Fuld. Zrg/ vom 25. d. M. findet sich ei» Satz, bet, für sich allein betrachtet, leicht irresühren könnte, ja gerade als dogmatisch falsch bezeichnet werden muß. Der Satz lautet: „Sicher oder auch nur mit irgend welcher Gewißheit hilft nach katholischer L.hre kein Gebet, weil es eben bei GotteS unersorsch- lichem Willen und weiser Vorsehung steht, ob et das Gebet erhören will oder nicht." Dieser Satz ist, wie gesagt, falsch. Der göttliche Heiland selbst sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, um was immer ihr den Vater in meinem Name« bitten werbet, das wirb er euch geben!" Das Grbet findet demnach, wenn es in ber richtigen Weise verrichtet wird, immer Erhörung. SS iß dabei zu unterscheiden, ob um natürliche ober um übernatürliche Güter gebetet wirb. Das Gebet um übernatürliche Güter (Gnaden rc) wird, wenn
der Scheuer stehend, zogen Sack um Sack mitte» einer Winde dort hinauf, stellten fie in eine Ecke und bedeckten sie mit Heubündeln, so daß jede Spur der Arbeit zweier Nächte nunmehr beseitigt war.
In ber Mitte des Gartens, wo eine Gruppe von Sträuchern ihn deckte, staub Bernard, tm Halbkreis vor ihm bie Schmuggler.
„Wie viel Säcke waren es?" fragte et den Schwarzen.
Dieser nannte bie Zahl und erwähnte dar PreiSgebe» der beiden Säcke., c
Bernard rechnete und sand, daß ine ZaP mit der Summe überein stimmte, welche der Schwarze von Bernards Vater für den Ankauf von der Saline Rorenfelde in Empfang genommen. Dann zählte er den Schmuggler« Prozente ab, gab jedem noch einen blanken Thaler dazu und sagte, dem schwarzen Jopp dabei fest ins Auge sehend:
„Von jetzt ab habe ich für Euch alle keine Arbeit mehr im Schmuggeln. Sucht Euch einen anderen Auskäufer oder, wa« noch bester ist, gebt die Geschichte auf und macht ehrliche Arbeit, die daS Tageslicht vertragen kann. Gute Nacht!"
Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte sich Bernard und schritt dem Hause zu, den verblüfft dastehenden Schugglern bald entschwindend.
Diese, an strenge Disziplin gewöhnt, verstummte», als ihnen der schwarze Jopp ein scharfes „Pst!" in bie Unterhaltung warf. Einige bestiege« KemannS Kahn, mit dem fu sich an daS gegenseitige Ufer ruderten, worauf der Kahn an einem angebundenen Seile wieder