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29. Jahrgang.
IluLöa, Dienstag, den 25. Februar 1902.
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sich von einem Jahre zum anderen gehoben, nicht zufrieden, meinte vielmehr, man sollte doch Daß die bedingte Begnadigung hauptsächlich bei lieber auf ein gutes Verhältnitz zwischen Industrie jugendlichen Personen Anwendung findet, ver- und Landwirlhschaft hinwirken. Abg. Dr. Hah «
Der 'Weiter Schuld
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der Strafvollstreckung endgiltig Abstand genommen werden, denn die bedingt begnadigten Personen hatten sich während der gestellten Bewährungsfrist von zwei bis drei Jahren nichts zu schulden kommen taffen. Ganz anders aber sieht die Sache bei den Leuten aus, die bereits vorbestraft waren. Solchen Leuten wird die bedingte Begnadigung nur mit äußerster Vorsicht gewährt, nur ausnahmsweise; und dennoch haben sie sich nach dem vorliegenden amtlichen Ausweise in beinahe 50 v. H. aller Fälle der bedingten Begnadigung nicht würdig bewiesen, sondern verfielen während der Bewährungsfrist der Strafvollstreckung. Interessant und erfreulich ist die Entwickelung der bedingten Begnadigung im Allgemeinen. Im ganzen Reiche ist sie seit ihrer Einführung ungefähr 41000 Mal durchgeführt worden und der Erfolg hat
steht sich von selbst. Gerade bei jugendlichen Personen ist eS von der größten Bedeutung, fie vor den verderblichen Einstüffen der Gefängnisse
Original-Roman von Fr. Collet.
------ (Nachdruck verboten.)
elbst redete dem Centrum zu, nicht unfreundlich legen den Bund zu sein. Im Rheinlande könne reSwegen von einem Einbrüche deS Bundes nicht die Rede fein, weil man dort in weiten Kreisen
Auch jetzt dauerte es noch eine ziemliche Weile, ehe Bcrnard antwortete. In seinem Herzen Mitten Furcht und Freude um die Oberhand. Furcht packte ihn, wenn er daran dachte, daß sein Vater zu einem Bunde zwischen Elise und einem Zollbeamten nie seine Zustimmung geben, und welche Kämpfe und bittere Stunden dies für die geliebte Schwester im Gefolge haben würde. Freude wollte dagegen sein Herz empfinden bei dem Gedanken, wie glücklich seine Schwester in der Liebe zu diesem Manne fein müsse, der, schön wie ein frischer Maimorgen in der Vollkraft seiner Jahre, gebildet und von edlem Charakter war, nicht angekränkelt von dem, sich auch damals schon in ge« wiffer Weise breit machenden, vornehm sein sollenden Wesen, deffen einzige Wirkung die ist, seine Träger alle vernünftig denkenden Menschen zum zu machen. Es war darum mehr das Produkt feiner Verlegenheit, als die eines bestimmten Wollens, als er fragte:
„Und denken Sie nun daran, eine Verlobung mit ernstlichen Absichten zwischen Ihnen und meiner Schwester herbeizuführen?"
Wagner pikirte diese Frage, er wollte diesem Gefühle aber wohl keine Rechnung tragen, denn er antwortete nicht auf Bernards Frage, sondern -fragte selbst:
»Glauben Sie, daß ich in den nächsten Tagen Ihren Herrn Vater in der Angelegenheit besuchen darf?"
Deutsches Keich.
Berlin, 24. Februar 1902.
X Die Minute Ztegusdi-ttttg. Bei der Berathung des Justiz Etats im Reichstage in diesen Tagen war mehrfach die Rede von der bedingten Begnadigung. Von verfchiedenen Seiten wurde der Wunsch ausgesprochen, eS möge das System der bedingten Begnadigung durch dasjenige der bedingten V-rurtheilung ersetzt werden. Inzwischen ist dem R-ichstage die alljährliche Zusammenstellung über die Anwendung der bedingten Begnadigung zugegangen, und man kann nicht sagen, daß die Angaben derselben ein volles Lob für das herrschende System enthielten. Dasselbe bewährt sich gut bei den Personen, die noch nicht vorbestraft find. Bei diesen konnte in mehr als vier Fünfteln der gääe von
Fast einem Schrei gleich, kam aus Bernards Munde die Antwort:
„Ums Himmels willen, Herr Wagner, das thun Sie nicht!"
Der Oberkontrolleur wußte sich keine Erklärung für den Schrecken und die Angst zu geben, die aus des jungen Kemanns Worten sprachen.
Dieser selbst hatte daS Gefühl, als habe er etwas sehr Unbedachtes gethan, indem er seine Seelenangst verrieth. Erfinderisch jedoch, wie die Roth ist, hatte er bald eine entschuldigende Erklärung für sein Benehmen:
„Sie wundern sich wohl, daß ich so erschrecke, bei dem Gedanken, daß Sie bei meinem Vater i um Elisens Hand bitten sollten. Sie werden mich begreifen, wenn ich auf die Thatsache Hinweise, daß Diele unserer alten Leute in ganz Westfalen, besonders aber im Bereiche beS ehemaligen Hochstifts Münster nicht gut auf die preußische Herrschaft zu sprechen sind."
„Ich weiß daS," bestätigte Wagner.
„Zu diesen Leuten gehört mein Vater, ein Mann der alten Schule, der seine Rennhnffe lediglich zu geschäftlichen Zwecken auSnützte, von der Welt und ihren Wandlungen keine Notiz nimmt und noch in den politischen Anschauungen lebt, die ihm in seiner Jugend, vielleicht von seinem Großvater beigebracht worden find. Eine Folge dieser althergebrachten Ansichten ist eS aber, daß et als Bauer in einer Verbindung seiner Tochter mit einem preußischen Beamten eine Mißheirath sehen würde, zu der seine Zustimmung nur schwer zu erlangen fein dürste."
War auch von dem, waS Bernard zu seiner I Rechtfertigung gesagt, der erste Theil nicht so
(*) Ein jeder kehre vor seiner Thür.
Unter dieser Spitzmarke gibt die,Frankfurter Zeitung' (Nr. 50, Abendbl. vom 19. Februar) einer Zuschrift Raum, welche es für sehr erfreulich hält, „daß der Unfug des Gesund- betens von den Zeitungen aller Parteirichtungen als lächerlich hingestellt wird", indeffen dazu folgendes bemerkt:
„Wie aber katholische Bettungen es fertig bringen, ebenfalls darüber zu höhnen, ist schwer zu »erstehen. Die katholische Kirche benutzt doch daS Gebet nicht allein zum Gesundmachen, sondern noch zu viel sonderbareren Dingen."
Die Zuschrift erinnert dann an di« Titte öffentlicher Gebete für Kranke, für gute Witterung und fragt:
„Ist das nun, was die Berliner und Königsberger Beter machen, wirklich um so viel anders, alS waS die katholische Kirche feit Jahrhunderten und angeblich mit den besten Erfolgen macht? Werden in den frommen katholischen Zeitschriften nicht Fälle gebucht, wo Leute durch Examina durchgebetet wurden und ähnliche,®e= betserhörungen' ?"
In „frommen katholischen Zeitschriften" mögen manche Fälle von „GebetSerhSrungen" aufgeführt werden, die wirklich keine ©ebetSer» Hörungen find und beffer nicht als solche veröffentlicht würden. Jedenfalls ist eS aber der «Franks. Ztg/ bei der Aufmerksamkeit, welche fie den katholischen Dingen schenkt, nicht entgangen, daß seitens der kirchlichen Behörden dieser Gepflogenheit energisch zu Selbe gegangen worden ist, und daß auch die katholische Presse eS an absprechenden Urtheilen nicht hat fehlen laffen. Warum „vergißt" baß Frankfurter Blatt, darauf hinzuweisen? Die katholische Presse kann also ruhig den Unfug des „Gesundbetens" verurtheilen, ohne inkonsequent zu sein. Ja, noch mehr. In der katholischen Kirche gilt der Aberglaube als schwere Sünde. Und eS ist eben Aberglaube, wenn die „Gesundbeter" dem Gebete eine sichere Wirkung zuschreiben, ganz' abgesehen davon, daß sie auf die Anwendung natürlicher Mittel verzichten. Sicher oder mit auch nur lirgendwelcher Gewißheit Hilst nach katholischer Lehre kein Gebet, weil eS eben bei GotteS unerforschlichem Willen und weiser Vor- sehung st eht, ob er das Gebet erhören will ober nicht. Und wo lehrt die katholische Kirche, daß man die natürlichen Mittel zur Erreichung irgend eines Zweckes außer acht lassen und sich allein auf das Gebet verlassen dürfe, um den Zweck zu erreichen? Ein netter Katholik, der nichts studirt und hofft, mit Gebet durcks Examen zu kommen, oder der in schwerer Krankheit nicht den Aczt zuzieht und sich seinen Weisungen fügt, weil daS Gebet ihm sicherer helfen soll!
Die Gebetsheiler verwerfen die Anwendung natürlicher Mittel bei Krankheiten. Aber selbst wenn die Leiter und Leiterinnen der „metaphysischen Kliniken" ihre Gebetslehre nach dieser Seite hin modifiziren wollten, so würden für die Katholiken noch Gründe genug vorhanden sein, ihr Treiben als Unfug zu verurtheilen. Denn eS ist doch Simonie, geistliche Dinge um Geld zu verkaufen, wie eS Seitens der Gesundbeter geschieht, und Überdies süßt daS
preußischen Antheil wurden rund 8400 Jk zuge- führt; 44,000 Jfc. blieben in den Händen des Haupt - Komitee's und 59,000 Jk sind bei der Handelsbank in Krakau angelegt worden.
ft D-r 3teie9»fbat am heutigen Montag den Etat der Verbrauchssteuern erledigt, ausgenommen die Zuckersteuer. Der Etat wurde ohne Veränderung bewilligt. Im Laufe der kurzett Debatte erklärte gegenüber dem Abg. Dr. Roesicke- Kaiserslautern der Sckatzseketär Freiherr vvtt Thielmann, daß er für den Tabak weder die Flächensteuer, noch die Werthsteuer annehmen könne, obwohl bekanntermaßen die jetzt angewandte Gewichtssteuer arge Nachtheile für den Tabakpflanzer hat. Um der Budgetkommisfiott mehr Zeit für ihre Arbeiten zu laffen, fallen am Dienstag und Mittwoch die Plenarsitzungen au8.
4- Das prettßifche ASgeordttetetthatt» hat die Debatte über den Etat des Mi niste- riuntS deS Innern heute (Montag) fortgesetzt und muß sich auch noch morgen damit beschäftigen. Von der Berliner Bürgermeisterfrage ist nicht mehr die Rede gewesen. ES handelte sich um verschiedene andere kommunale Fragen, namentlich auch um die Wirkungen des Kommunal- abgaben-TesetzrS, daß von den Abgeordnete« Dr. LotichiuS (natl.) und Westermann (natl.) in einigen Punkten als verbesserungsbedürftig bezeichnet wurde. Der dänische Abg. Haussen brachte die Beschwerden der dänischen Bevölkerung in NordschleSwlg vor, namentlich über die Ausweisungen von Dänen aus deutschem Gebiete, erhielt aber vom Minister beS Innern Freiherrn von Hammerstein die sehr temperamentvoll gehaltene Antwort, die Regierung werde sich durchaus nicht beirren laffen in ihrer be- währten deutschen Politik. Dieselbe Frage wurde außerdem behandelt von dem freis. Abg. Dr. Barth, der Herr« Hanffen zu Hilfe kam, und von dem «atl. Abg. Bachmann, der sich auf die Seite des Ministers stellte. Auch der Bund der Landwirthe spielte heute wieder eine Rolle in den Berathungen. Aus die Beschwerde« des Abg. von Eynern versprach der Minister, Frauen sollten nicht mehr geduldet werde« in den Generalversammlungen des Bundes, und derselbe Abg. von Eynern wiederholte seine scharfen Angriffe von neulich gegen den Abg. Dr. Hahn, den Direktor beS Bundes. Aber fein Parteigenosse Westermann war damit gar
Gebühren derselben auf ganz falschen Voraussetzungen deS Verhältnisses zwischen Mensch und Gott. — Aber waS halten wir uns mit dem Einwurf eines Zweiflers an der Berechtigung beS Bittgebets auf, wo gerabe in ben Kreisen dieser Zweifler der Aberglaube graffitt! Sie beten nicht, aber fie laffen sich ein Hufeisen auf die Thürschwelle nageln, um Unglück von ihrem Hause fern abzuwenden, erschrecken, wenn sie zu dreizehn zusammen sind, u. dgl. mehr. Ganz recht: Ein Jeder kehre vor seiner Thüre. Wir thun eS.
x Das amerikanische Getreide
ist bisher zu geradezu lächerlich billigen Frachtsätzen nach Europa herübergekommen. Die englischen und amerikanische« Dampfer sind darin immer am weitesten gegangen. Sie haben amerikanisches Getreide zu Frachtsätzen befördert, mit denen ein Wettbewerb vollkommen unmöglich war. Häufig genug ist sogar Ge- treibe als Ballast ausgenommen, b. h. so gut wie umsonst befördert worden. Niemand kümmerte sich ernstlich um die eigentlichen Frachtsätze, die drei Mark für tausend Kilogramm Getreide und 6,25 Mark für dieselbe GewichtSmenge Mehl betrugen, obwohl ja auch diese ganz außerordentlich niedrig genannt werden müssen. Von irgend welchem Nutzen für die Schifffahrtsunternehmer konnte dabei nicht die Rede sein. Die Direktoren der beiden großen Schifffahrtsgesellschaften in Hamburg und Bremen haben sich jetzt, wie bekannt, in Nordamerika aufgehalten, um mit den amerikanischen und anderen SchifffahrtSgesellschaften bestimmte Vereinbarungen über eine Reihe von Frachtsätzen abzuschließen. Die ,New-Aorker Handelszeitung' will wissen, wie hoch diese Vereinbarungen für Getreide und Mehl ausgefallen sind: Die Fracht für tausend Kilogramm Getreide soll danach fortan 4,65 Mark und für btefelbe GewichtSmenge Mehl 7,50 Mark betragen. Der New-Aorker Vertreter der Hamburg-Amerika Linie glaubt «ach der Versicherung beS genannten New-Aorker Blattes, daß diese Frachterhöhung eine einschneidende Wirkung auf den New Anker Getreidemarkt haben werde: D.e Getreide preise seien dort stetig gestiegen, | und ba Europa von anderen Ländern billigeres Getreide erhalten könne, dürfte die Ausfuhr von nordamerikanisch rm Getreide «ach Europa vorläufig aufhören.
Die Vereinbarung der transatlantische« SchifffahrtSgesellschaften ist ebenso vernünftig, wie begreiflich, wenn fie nämlich den Angaben der ,New Iorker HandelSzeitung' entspricht. Man kann eS den Gesellschaften nicht verdenken, wenn fie für die Arbeit, die sie leisten, einigermaßen entsprechenden Lohn suchen. Ob nun aber die Ausfuhr von amerikanischem Getreide nach Europa aufhören werde, ist mehr als fraglich. Das muß man doch erst einmal abwarten, bevor man glaubt. Namentlich Kanada erzeugt viel mehr Getreide, als es braucht; urb es wurde bisher ein schwang- Hafter Schmuggel mit kanadischer Frucht nach Deutschland über Nrro-Iork betrieben, um dieselbe zu billigem Zollsätze bei uns einzuführen, obwohl wir ben Generaltarif gegen Kanada anwende» wollen. Das Geschäft maß immer gut gewesen fein, sonst würde man es nicht gemacht haben. Sollte bas nun ganz aufhören wegen einer Frachterhöbung von 1,65 Mark für tausend Kilogramm? Wir bezweifeln es.
ein Streben billige.
+ Am« chetreibezokk - Aompromitz hat der ,Staatsanzeiger für Württembergs eine be« achtenswerthe Kundgebung veröffentlicht. Es wird darin gesagt, daß nicht abzusehen fei, wie bei dem Gerstenzoll des Kompromißantrages ein befriebtgenber Handelsvertrag mit Oesterreich- Ungarn möglich fein sollte. Die württembergische Regierung — so heißt es dann in dieser Kundgebung weiter — glaubt die Grenze des Möglichen und Erträglichen bei den schwur jeder sich ,elbst, dem Wohlergehen der kleinen Elise sein ganzes Streben zu weihe«. Bei dem jungen Kemann war dieses gleichbedeutend mit dem Vorsatz, nie und unter keinen Umständen den Schmuggel weder selbst zu treiben, noch ihn zu unterstützen, ein Vorsatz, der jetzt, wo der Furcht vor dem Vater die Liebe zur Schwester als Gleichgewicht gegenüberstand, alle Aussicht auf Erfüllung hatte. Wie ernst aber Karl Wagner das Gelöbniß dieser Stunde «ahm, werden wir im Verlaus der Erzählung zu erfahren Gelegenheit haben.
Der Ernst des Gesprächs, die Aufregung, in welche eS die Männer versetzt hatte und die reiche Fülle von Gedanke«, die in seinem Gefolge auf Beide einstürmten, ließen nicht nur daS Entschwinden der Zeit, sondern auch den fort- gesetzten Wechsel des OrteS vergessen. Erst als Warendorfs Kirchthürme an dem durch das bleiche Morgendämmern kaum erhellten Horizont auf» tauchten, besann sich Bernard des Wechsels von Zeit und Raum.
„Da find wir im Eifer beS Gesprächs durch Sassenberg gefahren, ohne uns dessen bewußt zn sein," gab er seinem ehrlichen Erstaunen Ausdruck. , t
„Und find dabei dem Barriörepächter mit der Abgabe durchgegangen," fügte der Oberkontrolleur hinzu, „ich wundere mich übrigens, daß die Barriöre offen gelassen war."
Kemann versicherte seinem Begleiter, daß er bei der nächsten Gelegenheit an die nicht entrichtete Abgabe denken und den Schaden gut machen wolle. Ein Gespräch Über gleichziltige Dinge anzuknüpfen, dazu war jedoch keiner do«
zu bewahren.
+ Der Wresch-ner Iond«. Kürzlich wurde in diesem Blatte dt« Thal lache verzeichnet, daß polnische Zeitungen die Verwendung der Gelder tadelten, die für die B-rurtheilten des Wreschener Prozesses gesammelt worden waren. Es handelt sich um eine bedeutende Summe. Diese Summe ist aber thatsächlich ben Verurtheilten nur zum kleinsten Theile zugewandt worden. Diese erhiel- ten bisher rund 9000 Jk Für die in Thorn verurtheilten Gymnasiasten wurden etwa 2000 Jk auf gegeben, einem „Fonds für die Jugend" im ernst zu nehmen, rote er ihn vorgebracht, die Schlußfolgerung traf wohl um so genauer zu. Das empfand Bernard, und mit diesem Empfinden schlich sich die Sorge um seine ihm so theure Schwester in sein Herz, gleichsam mit Gewalt den Entschluß zeitigend, den Liebesfrühling in dem unschuldigen Herzen derselben vor jedem kalte« Hauch zu bewahren. Und als nun Wagner seine Rechte faßte, und in hoffnungsloser Be- sorgniß fragte: „Wozu rathen Sie mir den«?", da war Bernard ganz Mann! Die Liebe zur Schwester hatte daS i« ihm geweckt, was bisher nur die Liebe zum Reichihum, die Liebe zu sich selbst auszurütteln vermochte, baS Erkennen seiner Verantwortlichkeit. Deshalb klang es auch in seiner Festigkeit außerordentlich beruhigend, als er sagte:
„Ueberlaffen Sie eS mir, bei meinem Vater die vorbereitenden Schritte zu thun, Ihnen und Elise daS Feld zu bearbeiten; meiner Schwester aber sprechen Sie, ich bitte dringend darum, nicht von ben beim Vater zu erwartenden Schwierigkeiten. Die Kleine in ihrer Unschuld würde sich zu sehr darüber grämen. Wir beide aber," und dabei drückte et fest und warm WagnerS Rechte, „wollen es uns zur Ausgabe machen, Eiise, die wir ja beide, jeder auf feine Weise, lieben, vor Allem zu bewahren. »aS den Frieden ihres reinen Herzens stören könnte!"
Es war ein feierlicher Augenblick im Leben der beide« jungen Leute, gleichsam die Stunde, wo man den Grundstein zu einem Werke legt, daS erhabenen Zwecken dienen soll. Beide begriffen sie die Bedeutung desselben, und wortlos, aber darum nicht minder ernst und feierlich,