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Jutöa, Montag, dm 24. Februar 1902.
29. Jahrgang.
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mit Zlnlerhaltungs -Aeikage „Illustrirte Sonntags-Zeitung"
Ein Glück für diesen, daß die Finsterniß sein Gesicht verhüllte, denn der Beobachter würde gewiß den Ausdruck panischen Schreckens bemerkt haben, der sich darin wiederspiegelte. Wenn sich der Zollbeamte so viel um seine intimen Angelegenheiten bekümmerte, daß er sogar von dem beabsichtigten Pferdetausch wußte, dann hatte das einen andern Grund, als de» persönlicher Neugier.
Wagner wollte den, um dessen Freundschaft es ihm zu thu» war, nicht länger über die Lösung deS Räthsels, das in seine» Worte» gelegen, im Zweifel lassen, deshalb fuhr er, ohne eine Antwort abzuwarten, fort:
„Sie wunder» sich wohl, Herr Kemann, daß ich mich so genau beka»nt zeige mit Ihre» Absichten. Das geht jedoch, wie Alles in der Welt, mit natürlichen Dingen zu."
Der Angeredete mochte wohl glaube», sei» Schweigen könne ihm Übel gedeutet werden, deshalb warf er recht »"passend dazwischen:
„Dar glaube ich wohl."
„Können Sie sich denn auch erklären, wie eS zugeht?" fragte Wagner, der den Versuch machen wollte, sich eine Erklärung zu ersparen.
Das „Nein" seines Gegenüber zwang ihm jedoch eine solche ab.
„Sie erinnern sich," begann er, „deS Nach- barnballeS im Hotel „Zur Krone", der vor einigen Wochen statifand. Da ich im Hanse wohne, nahm ich anfangs als bloßer Zuschauer, später den Damen des HauseS zu gefallen, auch aktiv an dem Vergnügen tbeil. Ich fand mit der Zeit wieder Freude am Ta'.iz, dem ich
auf mehr staatsbürgerlichem als kirchlichem Boden steht,nichtidealer und rechtlicherdenken.... Aber auch die folgenden Artikel find im Ginne weitherzigster Dulvung gehalten. . . . Der To- leraazantrag des Centrums ist eine Beschämung der freisinnige» Parteien, nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz.
+ Die Anovildnng altkatyolischer Priester an ber Universität in Bonn hat von neuem die Budgetkommisston des preußischen Abgeordnetenhauses beschäftigt. Ehedem wurden die entsprechenden Gelder von der Regierung innerhalb der Aufwendungen für die theologische Fakultät gefordert; diesmal hat ste den Versuch gemacht, fieunter den Ausgaben für die philosophische Fakultät durchzubringen. Nach längerer Debatte hat aber die Budgetkommisston auch diesmal die Forderung mit elf gegen zehn Stimmen auf de» Antrag des CentrumS hin abgelehni. Dabei ist zu bemerken, daß die Regierung dem Herrn Erz. bischof von Köln das Verspreche» gegeben hat, die Professur nicht mehr zu besetzen, wen« der letzte altkatholische Professor in Bonn gestorben sein sollte. Die Konservative» habe» diesmal getrennt gestimmt, thells für, theilS gegen dit Forderung.
* Sine Abänderung der §§ 133 cunbf der chewerveordntms erstrebi eine soeben dem Reichstage eingereichte Petition deS Centralvorstandes des Deutschen Werkmeister-Verbandes (Titz Düsseldorf), nach der das Gehalt ähnlich wie bei den Handlungsgehilfen in Krankheitsfällen in voller Höhe fortgezahlt und die jetzt zulässig« Kürzung der Kranken- und Unfallgelder vom Gehalt beseitigt werden soll. Begründet wird dieser Wunsch durch die unbestrittene Thatsache, daß die Aufwendungen in Krankheitsfällen fast stets höher sind als in gesunden Tagen, wodurch die meist zahlreiche Fa- milie besonders in Mitleidenschaft gezogen wird. Weiter wird eS als äußerst wünschenswerth bezeichnet, nach den gleichlautenden Bestimmungen tot Handelsgesetzbuchs auch in der Gewerbeordnung festzulegen, daß Konkurrenzklausel t sofort nichtig werden, falls der Engagementsvertrag durch Verschulden deS Prinzipals oder sonst ohne wichtigen Grund gelöst wird.
* Krmäßigrm- der Irachtsätze für Zkssustr,steine. Der Eisenbahnmintster hat kürzlich die Eisenbahn-Direktionen veranlaßt, zu prüfen und zu berichte», für welche Stem- versand-Statione» ihres Bezirks etwa ein wirth- schastliches Bedürfniß zur Einführung ermäßigter Frachtsätze für Pflastersteine zur Herstellung von Reihenpflafier nach den dem Wettbewerb ausländischer Stein- ausgesetzten Stationen vor- liegt, auf welcher Grundlage die hinsichtlich ihrer Höhe kurz zu begründende Ermäßigung zu gewähren ist, welchen Erfolg fie verspricht welche Rückwirkungen aus einer solchen Maß- nehm« auf die Einnahmen der preußischen SraatSbahnen zu erwarten sind, sowie ob und welche Bedenken hiergegen namentlich unter Berücksichtigung etwa entstehender inländischer Interessen obwalten. Bezüglich der Form der etwaigenfFrachtermäßigung haben die Direktionen gleichzeitig zu erörtern, ob es angängig und zweckmäßig erscheint, die E<mäßtgu«g »ach
x Zur Amerikafahrt des Prinzen Heinrich.
Es ist wohl nicht ohne Bedeutung, daß Prinz Heinrich von Preußen seine Fahrt nach Amerika ans einem Paffagierdampfer zurückgelegt hat. Dadurch kommt ganz besonders deutlich zum Ausdruck, daß er die Reise nicht i» politischer Sendung unternimmt. Diese Reise würde an der Spitze eines Geschwaders unter, nommen worden sein, wen» ihr ei» politischer Charakter beigelegt werden sollte. So aber kommt der Bruder des Kaisers als vornehmer Privatmann zu den Bürgern der amerikanischen Republik und nimmt gern und unbefangen deren Gastfteundschaft an, so wie sie ihm geboten wird.
Man hat darauf hingewiesen, daß in den Bereinigte» Staaten ungefähr zehn Millionen Deutsche leben, von denen noch etwa drei Millionen im Mutterland« geboren worden sind. In New-Ao, k allein wohne» nicht weniger als <800,000 Deutsche, in Chicago 400,000; fehlt es doch nicht a« Städten in der Staatsunion, die überwiegend deutsch sind. Die Einwohnerschaft von Milwaukee ist zu zwei Dritttheilen deutsch, in Hoboken ist daS Verhältniß nicht viel anders, und große Städte, in denen etwa 40 v. H. aller Bewohner Deutsche sind, gibt eS eine ganze Reihe in den Vereinigten Staaten: so beispiels- weise Cincinnati, Buffalo, Jersey City, Cleve- land, Newark, St. Louis und manche andere mehr. Sogar daS ferne St. Franzisko an de» Gestaden des Pazifischen Weltmeeres hat noch 65,000 Deutsche unter seinen Einwohnern auf« zuweisen.
Die Auswanderung von Europa noch Amerika begann zahlreich zu werden in der zweiten Hälfte deS fiebz» hüten Jahrhunderts. Wer weiß, was geworden wäre, wrnn damals unsere deutschen Lande nicht verheert und verwüstet dagelege» hätte» in Folge deS dreißigjährigen LkiegeS. Wäre Deutschland damals dichter bevölkert ge- wesen, dann würde die deutsche Auswanderung mach Nordamerika v-rmuthltch die englische» BolkSelemente übertroffen und dem ganzen neu erschlossenen Riesengebiete den Stempel deS DeutschthumS ausgeprägt haben. Obwohl nun aber daS Gepräge ein englischer wurde, ist das Verhältoiß zwischen Nordamerika und Deutsch« land immer bester gewesen, als zwischen Nordamerika und England. Die Engländer konnte» eS lange Zeit nicht vergeffen, daß das Gebiet der Vereinigten Staaten einst ihre Kolonie «ar; und als die Macht der neuen Republik in unge» ahnter Weise wuchs, da kam bei den Engländern die Eifersucht hinzu auf den neu erstandenen Nebenbuhler. Diese Eifersucht war eS, die Eng« land den Gedanken eingab, die Vereinigten Staaten von dem Krieg- gegen Spanien abzuhalten. Dieselbe Eifersucht bildete die Beran« laffung, daß die Engländer bei dem großen nord- amerikanischen Bürgerkriege zwischen Nordstaaten und Südstaaten eifrigst diese Letzteren unter- stützten.
In Deutschland hat man stets andere Ansichten über die Sache gehabt. Wie Friedrich
De«tsche« Keich«
Berlin, 22. Februar 1902.
X ch-tz-imralh Ar. v. Woedtäe f. In Wiesbaden ist in der Nacht zum Samstag der Wtrkl. Geheime Obrrregierungsrath Dr. v. Woedtke gestorben, der Präsident des Reichsauffichtsamtes für Privatoerficherungen. Am meisten genannt wurde der Name des nunmehr Verstorbenen bei der sogenannten 12 000 Mark-Affäre, für die nachher Staatssekretär Graf PosadowSky ganz allein die Verantwortlichkeit vor dem Reichstage übernahm. Geheimrath von Woedtke sollte eS, wie bekannt, gewesen sei», der vom Crntralverbande der Industriellen die be- wußten 12000 Mark annahm zur Betreibung einer Agitation für die sogenannte Zuchthaus- Vorlage. An der sozialen Gesetzgebung hatte Dr. v. Woedtke vorher in hervorragender Weise mit gearbeitet. Man mußte jetzt oar nicht, daß der erst 54 Jahre alte Mann schwer leidend war. Man kanntr nur die Thatsache, daß er mit längerem Urlaube lud, Wiesbaden sich be« geben habe.
X Minister von AodSielsKi und die land«ir1tzfchafttichs« Zölle. Die ,Nordd. Allg. Ztg/ versichert in eimr halbamtlichen Notiz, daß der preußische LandwirthschaftSminister von PodbielSki „in voller Usberetnstimmung mit der Haltung des gesammten preußischen Staats- Ministeriums" die Ansicht vertrete, daß „durch weitere Steigerung oder Vermehrung der Mindest- sätzr für landwirthschaftliche Erzeugnisse die Interessen der Landwirthschaft selbst gefährdet werden müßten, und daß eS die Land- wirthe bei voller Erkenntniß des Ernstes der Lage als ein dringendes Gebot betrachten sollten, sich auf de« Boden des Tarifentwurfes der Verbündeten Regierungen zu stelle» . . ." Es ist eine merkwürdige Zumuthung, daß die Landwirthe etwas als ein „dringendes Gebot" betrachten sollte», waS für fie durchaus »»zulänglich ist. Auch Herr von PodbielSki scheint mehr ein Ma»n der schönen Worte, als der Thate» zu sein!
X Die NniverstkLI Münster hat in der letzten Sitzung der Budget-Kommisston des preußischen Abgeordnetenhauses eine Rolle gespielt. SS ist von der Mehrheit b«r Kommission ein Antrag der Nationalltberalrn angenommen worden, der bestimmt, daß der paritätische Charakter der Universität Münster sahungSgemäß festgelegt werden soll. Nach diesem Beschlüsse wurde die Be- rathung der Kommission abgebrochen und bis Dienstag Abend vertagt.
* Urber den Gokeranzautrag des Kentrnm» urtheilt ein Schweizer Protestant, der Redakteur und Dichter Bopp, wie folgt: „Der Antrag will grundsätzlich jeder Religion die Kultusfreiheit gewährleisten. Er bildet vor der Welt di- grelle Bestätigung der Thatsache, daß, wo der Freisinn sich Meister fühlt, er die primitivste, idealste Freiheit, diejenige der Religion, nicht anerkennt, und daß er denselben verhängniß- voüen Zwang ausübt, dessen er in tausend Rückerinnerungen die Gegnerschaft sonst anklagt... . Man könnte sich z. B. den ersten und Haupt- artikel des CentrumSantrages, auch wenn man
Dieser Vorsatz beschäftigte ganz den Gedankengang Bernards, so daß eine Stockung im Gespräch entstand, die den Oberkontrolleur wieder den Gedanken fassen ließ, Bernard von seinem Verhältniß zu dessen Schwester zu erzählen.
Einen Anknüpfungspunkt suchte er in der Frage: „Sind Sie ganz allein rach Dissen hinauSgrfahrr», Herr Kemann: In der Regel nehmen Sie doch einen Knecht mit?*
Bernard wußte nicht, was er au8 dieser Frage machen sollte. Im Munde deS Zoll- beamten klang ste jedenfalls verdächtig; andererseits mußte er sich auch wieder sage», daß jetzt nach fast einstündiger Fahrt keine Der- anlassung fei, inquisitorisch gegen ihn vorzugehen.
Diese Gedanke» zöge» ihm mit Blitzesschnelle durch's Hirn und mit aller Ruhe, deren er fähig war, gab er zur Antwort: „Ich hatte einen Knecht mit, aber ein Bekannter bat mich, ihm derselben zum Transport einet Koppel Pferde abzulassen, die er zwecklos auf den Diffener Markt gebracht hatte und nun weiter bringe» mußte."
„Dann war der Handel dort wohl nicht bedeutend heute?"
„Im Allgemeinen wohl, nur an Pferden war wenig Auswahl."
„WeShalb sie auch Ihre Braune» wieder zurückbringen," schloß Wagner, während ein verschmitztes Lächeln um feinen Mund spielte, und seine Augen in der Dunkelheit die Wirkung feiner Worte auf BernardS Zügen zu «nt- decken suchten.
der Große einer der allerersten Monarchen war, der nach dem Befreiungskriege der Amerikaner gegen England die neue Republik anerkannte, so hat zwischen Amerikaner» und Deutschen eigent- lich immer ein gutes und freundschaftliches Ver- hältniß bestanden auf politischem Gebiete. Schon damals, im Befreiungskriege gegen England, spielte» Deutsche eine Hauptrolle neben Washington als Organisatoren des republikanischen HeereS und als Strategen; und ausschließlich deutsche Soldaten waren es, mit denen sich Washington als Leibwache umgab. Das amerikanische Unterrichtswesen ist dem deutsche» nachgebildet, und junge Amerikaner haben stets mit großer Bor- liebe ihre Unioerfitätrbildung in Deutschland erworben, ober doch zu vervollständigen gesucht. Und dieses freundschaftliche Verhältniß ist von dem neuen Deutschen Reiche fortgesetzt worden: dessen erster Kanzler, Fürst Bismarck, hat diese» Verhältniß sogar ganz besonders gepflegt. Damals kam die erste große amerikanische Weltausstellung in Chicago. Die deutsche Industrie und HandelSwelt befand sich in gereizter Stimmung gegen die Bereinigten Staaten wegen des Umschwenkens derselbe» zu einer Politik des Hoch- fchutzzolleS, wie sie bis dahin »»erhört gewesen war, und hatte gar keine Lust zur Beschickung dieser Ausstellung. Da war es Bismarck, der sich für das Segentheil tos Zmg legte und damit bekanntlich auch durchschlagende Erfolge erzielte.
So ist es nun auch neuerdings gewesen, wie es festgestellt wurde durch die Auseinandersetzungen über die Ereignifle vor dem Ausbruche des Krieges zwischen den Vere nigten Staaten »nd Spanien. Das moralische Recht lag bei Spanien. Die Gefühle des deutschen Volkes neigten sich den Spaniern zu. Die Politik Iber deutschen Reichs- regierung ging andere Wege, oder hütete sich doch vor irgendwelcher Parteinahme und Einmischung; »nd wenn man nur erwägt nach den Gesichtspunkten der kühlen „Staatsraison", bann muß man wohl oder Übel zugestehen, daß das im Interesse der politischen Machtstellung be« beutschen Reiches das einzig Richtige war.
Sehr erheblich find die wirthschaftlichen Gegensätze, bte zwischen Amerika und Deutschland bestehen. Hierbei handelt es sich aber weniger um Amerika und gerade Deutschland, sondern um Amerika und im allgemeinen Europa. Und so sehr Deutschland Ursache hat zur kräftigsten Abwehr de» »bsturme« der Amerikaner auf wirth- schaftllchem Gebiete, so ist da« nun gerade nicht deutsches Jntereflengebot allein. Da« geht anderen europäischen Staaten genau ebenso, »nd er würde nicht klug von uns Deutschen gehandelt sein, die wirthschaftlichen Gegensätze ohne Roth auch auf das politische Gebiet zu übertragen.
Deswegen können alle Deutschen ganz zufrieden damit sein, wenn die Amerikafahrt des Prinzen Heinrich dazu beitragen sollte, da» politische Ver- hältniß zwischen Deutschland und der nordamerikanischen Staatenunion zu einem noch bessern al« bisher zu machen. Ein gute» politisches Ver- hältniß zwischen den beiden Ländern wird ein weiterer Damm sein gegen Uebergriffe Großbritanniens zu denen diese« Letztere nun einmal gar zu geneigt ist und bleibt.
Gesetzen seine» Landes, einerlei was sie betreffen, Gehorsam schuldig."
Der Sprecher hielt inne, jedenfalls erwartete er eine Einrede feines Gegenüber; da aber diese nicht erfolgte fuhr Wagner fort:
„Wir Christen haben aas dem Evangelium doch auf j-de GewiffenSfrage eine klare Ant- wort zu schöpfen und ich muß, wenn ich die Ausrede von der moralische« Srlaubtheit de« Schmuggelns höre, an die Erzählung de« Evangeltums denke». Christus sagt ausdrücklich, daß die Kinder seines Reiches eigentlich von Zoll und Zins frei sein sollen. Auf daß aber kein Aergerniß gegeben wird«, wirkt er trotzdem ein Wunder und läßt Petrus das ZinSgeld für sich und die Jünger finden. DaS ist doch deutlich genug, da braucht man sich gar nicht auf daS be» meiste» wohl geläufigere „„Gebet dem Kaiser, was deS Kaisers ist,"" zu berufen."
„Sie habe» Recht," stimmte Kemann zu, „man nimmt tS in der Regel zu leicht mit be« Lehre», die aus den Evangelien zu ziehe» find, daher dann die Begriffsverwirrung t» Sachen, die eigentlich jedem klar auf der Hand liegen sollten."
Die Wärme, mit welcher er feine Zustimmung zu erkennen gab, kam vom Herze», i» dem jetzt abermals der Entschluß reifte, dem gefährlichen Schmuggel, d.ffen Rechtlichkeit man nur mit Scheingründen oertheidigte, dessen Trieb- feder der Hang »ach leichtem Verdienst unb die Mißachtung vor ben Gesetzen war, ein für allemal zu entsagen. In biefem Punkte war Vernarb fest entschlossen, bem Vater ben Gehorsam zu kündigen, mochte folgen was da «olle!
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Rabatt
5>er Wäler Schuld.
Original-Roma» von Fr. Collet.
8 ------ (Nachdruck verboten.)
Wagner, einmal im Eifer, fuhr fort: „Es scheitern unsere ganze» Bemühungen, dieSchmugglerei auszurotten daran, daß das Volk, die Bauersleute, an allen Ecken und Kanten zu dem Schmuggler- gesindel hält. Diese sorgen schon dafür, daß die Kötter und Kleinbauern erfahren, warnt ein Zug gemacht werden soll; läßt sich dann unserein« nachher auf dem Wege sehen, e« sei in welcher Verkleidung immer, er wird erkannt, und Nachts prangt, zur Warnung für die Schmuggler, da» rothe Licht am Fenster."
„Soviel man hört, halten die meisten Leute aus dem Volke den Schmuggel überhaupt nicht für sündhaft," warf Bernard schüchtern ein; ihm »ar daran gelegen, des Oberkontrolleurs Ansicht über diese, sein Gewissen quälende Frage zu hören.
.,Wa« man wünscht, das glaubt man gern," war die Antwort, „jedenfalls ist diese Ansicht von Schmugglern am Wwihstisch und nicht vom Pfarrer auf der Kanzel gepredigt."
„O, ich kenne ehrbare Leute, die dieser Ansicht huldigen."
„Gewiß, ich gebe gern zu, daß der Zoll, besonders der Salzzoll, auf ben erste» Blick be» fege», als ungerechtfertigte Bertheuerung eines nothwenbige» Lebensmittels erscheint. Aber selbst angenommen, der Zoll wäre ungerecht, 1° ist er doch gesetzlich eingeführt unb der “Arger ist vor Gott unb seinem Gewissen ben
W Fuldaer