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Iu^öa, Samstag, den 22. Februar 1902

Bon den Unruhen in Spanien

□ Rekruten aus Stadt und Land.

Kürzlich ist im Reichstag wieder einmal das alte Thema aufs Tapet gekommen, woher die meisten Rekruten stammen: vom Lande, oder aber aus der städtischen und industriellen Bevölkerung. Seit mehreren Jahren schon ist in der Budget» kommission des Reichstages immer wiederholt das Verlangen erhoben worden nach einer zuverlässigen amtlichen Statistik darüber; aber bisher haben die Vertreter der Militärverwaltung immer von einem Jahre zum andern vertröstet, und auch diesmal ist cs so gewesen. Im nächsten Jahre — so hat der militärische RezierungSvertreter gesagt — wird eine Denkschrift darüber dem Reichstage zugehen.

Run gibt es wohl wenige Leute, die über die Wahrheit noch im Zweifel find, trotz der Behaup­tungen des Münchener Professors Lujo Brentano und einiger verwandter Seelen. Wer nur einiger­maßen Bescheid weiß in solchen Dingen, der weiß auch, daß der Bauernstand dem Reiche die meisten Soldaten liefert, und da nun für dar nächste Jahr die amtlichen Aufschlüsse bestimmt in Au-stcht gestellt sind, so könnte man diese eigentlich mit aller Gelassenheit erwarten- Aber die Wenigen, denen die Wahrheit unangenehm ist, behaupten fortgesetzt so hartnäckig das Gegentheil, daß eine Widerlegung ab und zu nothwendig ist.

Erst in diesen Tagen hat der Abgeordnete Bebel im Reichstage auf das Königreich Sachsen mit seiner be,onders stark entwickelten Industrie hingewiesen und dir Behauptung auf­gestellt, daß dieses ebenso viele taugliche Rekruten stelle, wie die Thkile des Reiches mit vor.

sanft her Aber er ist vielleicht noch der Einzige, der wirklich die Fähigkeit besitzt, die auflodernde Revolution niederzuwerfen. Denn um eine Revo­lution handelt es sich, um wirkliche, blutige Revo­lution, nicht um wirthschastliche Kämpfe der Arbeiter zur Verbesserung ihre» Looses. Im höchsten Grade auffällig ist die Meldung, daß die Aufwiegler große Summen Geldes aus England erhalten —

des Aufenthaltsortes gebührend berücksichtigt, dann würden die Rekrutenziffern für die Städte und Jndustriebcztrke noch erheblich ungünstiger au?fallen. In diesem Sinne hat ganz kürzlich der deutsche LandwirthschaftSrath eine Ent­schließung angenommen, in der der Reichs­kanzler ersucht wird, sorgfältige statistische Er­mittelurgen über die eigentliche Abkunft der Rekruten anzuordnen. Soll eine Statisti' dieser Act genau sein, dann muß sie unbedingt diese ursprüngliche Abkunft der militärtauglic i befundenen jungen Leute berücksichtigen. Sons würde sie immer m-genau fein and bleiben.

Bei den Unruhen in Spanien handelt "'n wem denÜ" rz fich nicht mehr um Barcelona, oder auch 1 '

nut UN die Provinz Katalonien allein. Und Wher ist es, trotz aller in Barcelona bereits vorgekommrnen Unruhen, augenscheinlich auch dort roch niemals so fürchterlich zugegangen, wie gegenwärtig. Die spanischen Behörden (offen die allerwenigsten Telegramme durchgehen, die Nachrichten über die Aufruhrbew.'gung ent­halten; man kennt deswegen den wahren Um­fang derselben nicht. Aber, daß sie schlimmer «nb gefährlicher, als alle ihre Vorgängerinnen in neuester Zeit ist, unterliegt keinem Zweifel. Schon die eine Thatsache weicht von den vor- aufgegangenen Ereigniffrn ab, daß mit -der Verhängung des Belagerungszustandes und in i

dem Eingreifen der bewaffneten Macht die Ruhe nicht wieder ein gekehrt ist. Straßenkämpfe reihen sich an Straßenkämpfe, alle ohne Zweifel schrecklich und leidenschaftlich; aber über die Zahl der Getöteten erfährt man nichts. Am deutlichsten wird die traurige Lage dadurch gekennzeichnet, daß alle Handelsschiffe den Hasen von Barcelona wieder verlaffen haben, ohne ihre Ladung zu lösche». Sie fürchteten äugen- scheinltch, daß die Behörden und die be­waffnete Macht ihnen nicht den auSreichen- den Schutz gegen Ausplünderung gewähren könnten!

Der Herd der Ausruhrbewegung ist ohne V Zweifll Barcelona. Aber in anderen Thkilen des vielgeplazten Landes züngeln gleichzeitig die Flammen des Aufruh s empor, uno die Nachrichten erhalten sich, daß, wie schon gemeldet, mit dem ersten März der bereits mehrfach an­gesagte Generalstreik losbrechen solle. Bon einer Lohnbewegung ist dabei keine Rede mehr. Die unaufhörlichen Hetzereien unter der Arbeiter­schaft durch gewerbsmäßige Aufwiegler tragen chre böle Feucht: Der Arbeiter ist da« gefähr­liche Werkzeug geworden in der Hand der­jenigen, die über die bestehende Ordnung hin. weg, durch Brand, Raub und Mord hindurch zu eigner Macht im Staate emporsteigen wollen. Und das geschieht unter dem liberalen Ministerium des Herrn Lagasta, wiewohl doch die L.beralen das Heilmittel zu besitzen Vor­gaben gegen die Aufruhrbewegung, die bereits unter den voraufgeganaenen konservativen Regie­rungen der Herren Azcarraga und Silvela da und dort zu zucken begann.

Dieses liberale Ministerium hat sich als voll­kommen unfähig erwiesen, der bös-n Lage Herr zu werden. Run soll eine Militärdiktatur helfen, und General Wepler soll der Mann sein, der Mit Pulver, Eisen und Blei die blutige Beruhigung«- Operation an dem bedauern swerthen Lande vor-! nehmen soll. General W yler war, wie bekannt,' du letzte spanische Generalgouverneur der Insel Cuba, und wo er zu befehlen hat, geht es nicht

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29. Jahrgang.'

Sir Mt Redaktion San», fit vnlerate J. Parzelle, t« Fulda.

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handeln; aber Freiherr von Hammerstein wußte sich vortrefflich zu helfen: die Städte sollen ihr Recht haben — sagte er — müssen aber auch der Krone ihr Recht ungeschmälert lassen. Die Debatte darüber wurde h-ute nicht beendet.

X Die Zolltarif Aomnrisfio« desKrich,- tage* hat am Freitag ihre Berathung der Ge« tretdezölle fortgesetzt, wobei sich zunächst weder eineGcschästsordnungs-Dtbatte entspann, worauf der konservative Abgeordnete Freiherr v. Wan- ge nh e irn das Wort zu einer längeren Erklärung erhielt. In dieser Erklärung stellte er fest, warum er den Kompromiß - Antrag nicht unterzeichnet habe; er behält sich seine Stellung zu der ganzen Sache vor, um erst einen Ueberblick darüber zu gewinnen, wie überhaupt die Zölle sich gestalten würden. Die RegierungS - Vorlage bezeichnete Freiherr v. Wangenheim ohne Veränderung als vollkommen unann.hmbat. Sonst sprach keiner der konservativen und Centtum; - Abgeordneten, die der Kommission angehöcen. Die Fortsetzung der Debatte wird am nächsten Dienstag statt finden. Staatssekretär Graf PosadowSky zeigte sich heute wieder einmal von seiner guten Seite: er legte in klarer und überzeugender Ausführung dar, daß die Getreidepreise im Jnlande nicht von der Höhe der Zollsätze abhängig sind. Auch Geheim- ralh Wermurh, Direktor im Reichsamte des Innern, sprach in ähnlichem Sinne. Er wies darauf hin, daß unkontrollirbare Faktoren bei der Bildung der Brodpreise mitwirken: man hat sogar häufig verschiedene Brodpreise in einer und derfilbrn Stadt. Jedenfalls kann der Getreide- preis nicht allein den Brodpreis bestimmen.

X Ki« An-fahrzoil für Kohle« ist heute in der Budgetkommission der Reichstags vorn Reichstagsabg. Müller-Fulda empfohlen worden als beste« Mittel gegen die Preistreiberei durch die Syndikate. Es handelt sich in der genannten Kommission um den Etat der Reichseisenbahnen, bei dem die Kohlenpreise natürlich eine hervor­ragende Rolle spielen; und der Cmtrumtabg. Dr. Bachem war e«, der von neuem darauf hinwie«, daß der Kshlen- und der Elsenring trotz des wirth- schaftlichen Niederganges ihre hohen Preise auf­recht erhalten. Sehr richtig bezeichnete diese« Verfahren der Abg. Dr. Bachem al« eine wucherische Ausbeutung des Reiches durch diese Jndustrieringe, gegen bie man mit allen Mitteln der Tarifpolitik ankämpfen müsse. Darauf empfahl Abg. Müller- Fulda al« bestes Hilfsmittel Ausfuhrzölle für die Kohlen. Die Berathung über den Eisenbahn-Etat wurde heute nicht zu Ende geführt, sondern bis zum nächsten Dienstag vertagt.

• §er Kefätzi-a«-- , AaHmei» für da- Aaugerverve soll j tzi die Hand» Werkskammern beschäftigen nach dem Wunsche mehrerer preußischer Minister. Die Gutachten der Kammern sollen bis zum 1. Juli eingereicht werden unter Benützung eine« Frage» bogens, in dem sechSandzwanzig verschiedene Fragen gestellt si,d.

A«s dem Reichstage.

V 149. Sitzung vom 21. Februar 1902.

Am Militär-Etat, der heute weiter berathe» wird, hat die Budgetkommission die Forderung eine«

Bernard aus dem nächtlichen Dunkel die Schatten der ersten Häuser von Füchtorf auftauchen. So ging es noch eine geraume Weile weiter. Jrn Halbschlummer, den Rücken an die Wagenwand gelehnt, den Kops auf die Brust gesenkt, über» ließ der Führer sich ganz der Klugheit seiner Thtere. Er sah nicht, wie sich vorn Schatten einer hohen Hecke zur rechten Seite des Wege- sine Gestalt abhob. Über den Chauffeegraben p ringend, sich dem Wagen näherte.

Erst ein kräftiges „Halt!' in den Wagen linein gerufen, ließ Bernard auffahren und die Pferde zum Stehen bringen. Der Rufende trat n den Lichtbereich der Wagenlaterne, während Bernard den Kopf über die Kroupe deS Pferdes hinaus streckte.

„Ach, Sie find es, Herr Kemann," lachte der draußen, „da kann ich freilich keinen Fang machen!"

„Ist such ein schlecht Geschäft für Sie, Herr Oberkor, trolleur, bei Nacht unb Nebel hier auf »er Lauer zu stehen," meinte mit etwas un« rcherer Stimme Bernard.

„Wenn einem nur etwas von dem Schmuggler» zestndkl in den Weg laufen wollte, ließe man’« wch gelten," klang es halb ärgerlich, halb im Scherz zurück. „Für heute habe ich's satt," prach der Oberkontrolleur nach einer Pause weiter, „wenn Sie erlauben, steige ich zu Ihnen auf und fahre mit heim."

„Gewiß, recht gerne nehme ich Sie mit, er ist langweilig genug, zu nachtschlafender Zeit mutterseelenallein im Wagen zu hocken."

Während Bernats von den beiden Pferde» decken, auf denen er faß, die eine neben sich

wiegend landwirthschaftlicher Bevölkerung. Das ist nun ga-z einfach eme Unwahrheit. Die preußische Provinz Ostpreußen ist im ganzen Reiche derjenige größere Verwaltungsbezirk, der in seiner Bevölkerung den flärkflev landwirth- schaftlichen Prozentsatz hat. Vergleicht man Ostpreußen mit der Stadt Berlin, bann erhält man das Ergebniß, daß es im Verhältnisse zur B-cölkerungSziffer doppelt so viele Sok» baten liefert, als Berlin, unb baß bas König­reich Sachsen nur rund 24 vom Hundert hinter der Provinz Ostpreußen zurückbleivt.

Diese Z ffern geben nur Aufschluß Über die augenblickliche Herkunft der Rekruten, Über deren Aufenthaltsort zur Zeit der Aushebung. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß viele Rekruten, die in einer großen Stadt oder in einem Jndnstriebezirke auSgehobeo werden, dort gar nicht heimisch sird, sondern vom Lande her- stammen. Vom Lande sind sie vor dem militär­pflichtigen Alter abgewandert, um dann in der Stadt oder im Jrdustriebezirke zum Militär ausgehoben zu werden; und würde in der amtlichen Rekrutenstatistik auch dieser Wechsel

Bernard war kein entschiedener Cyarakter, auch jetzt gab er den Argumenten de- Knechte- nach, wie jüngst Abends denen des Vaters.

Ein leichter Peitschenschlag brachte die Pferde wieder in Gang. Die Begleiter schauten unver­wandt nach dem rothen Lichtschein, den der wal­lende Nebel bald erscheinen, bald verschwinden l,eß. Bernard wagte es kaum mehr, etwas zu sagen, wie fatalistische Ergebung war es Über ihn gekommen, so daß er, auch jenseits der Grenze, ruhig weiter fuhr, trotzdem es bei ihm feststand, daß der rothe Schein, der ununter­brochen zu sehen war, ein deutliryes Z-ichen von der Anwesenheit der Grenz^eamten im Re­vier sei.

Den Knecht, der ein gleiches wahrnahm, mochte auch wohl Unruhe beschleichen, aber er vertraute zu fest auf den Spürsinn seiner vor» ausgeschwärmten Genoffen, eine Eigenschaft, so oft und glänzend erprobt, daß er ihr mehr ver­traute, als der eigenen Wahrnehmung, der stummen Warnung im Haidkotten.

Er hatte sich nicht getäuscht. Der aus ganz geringer Eatsemung an das Ohr der beiden dringende Schrei einer Eule ließ Bernard mit einem Ruck den Pferden Halt gebieten. Bald klang der Eulenichtei aus nächster Nähe unb ge­spenstig stieg aus dem Graben an der Landstraße bie Gestalt beS schwarzen Jopp herauf.

„Die anderen find im Anzüge," zischte er Bernard zu, laß sie eilig den Wagen leeren. Du, Hermann," wandte er sich an den Knecht, „weißt Bescheid. Fünf Sack in den hohlen Baum an de: Goffenkreuzuog, dar andere in bie Löcher, daß nur der Wagen weiter kann. Die

Deutsches Keich«

Berlin, 21. Februar 1902.

+ Jubelfeier des hl. Jäters wer» den nicht erst, rote es anfänglich hieß, auß-r» ordentliche Gesandtschaften im März des nächsten Jahres nach Rom gehen, um bie Glückwünsche der Monarchen zu überbringen; dies wirb viel- mehr schon jetzt geschehen. Die Glückwünsche bes Kaisers soll der Generaloberst der Kavallerie, Freiherr von Löß zu Bonn am 3 Mär überbringen. Im Auftrage des Prinzregenten von Bayern wird sich zu bemfelbett Zweck: Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg, Kronobersthofmeister, nach Rom begeben unb bem Papste ein wertvolles Kleinod, ein Kreuz dar­stellend, überbringen. In Rom selbst haben die Festlichkeiten programmgemäß am 20. d. Mts. begonnen. Bei den Empfängen überraschten wiederum das frische Aussehen des Papstes und die Lebhaftigkeit seiner Ansprachen. Der Kaiser von Rußland entsendet keine besondere Ge­sandtschaften, sondern wird den hl. Vater durch seinen diplomatischen Vertreter beim Vatikan in feierlicher Form einen eigenhändig geschriebenen Glückwunschbrief überreichen kaffen.

• Aie Kentrnmsfraktrov des Keichs- ta-es ist für heute (Freitag)-Abend 7r/2 Uhr zu einer weitern Berathung der Zolltarif. Frage einberufen worden. Bekanntlich hat sich bei der ersten Fraklionsberathung Über denselben Gegenstand die große Mehrzahl der Anwesen­den bem vom D geordneten Herold angeregten Kompromiß-Anträge angeschloffen.

X Die Kerlirrer Bürgermeister I rage hat heute (Freitag) das preußische Abgeord­netenhaus beschäftigt. Der Abg. Träger von bet freisinnigen Volkspartei vertrat dabei den Standpunkt der Stadt Berlin und bezeichnete es als einen Verstoß gegen die Städte-Ordnung, daß der Oberpräsident bee Provinz Brandenburg sich geweigert hat, die erfolgte Wiederwahl de« Stadt- rathes Kauffmann nochmal« dem Kaiser zur Be­stätigung zu unterbreiten. Herr Träger sprach in ziemlich gemäßigtem Tone; er unterschied sich da­durch vortheilhaft von der Presse seiner Partei und namentlich der Sozialdemokratie, die bekannt­lich diesen Fall in einer überaus heftigen Weise behandelt hat. Au« der Erwiderung de» nen-n Ministers de« Innern, Frhrn. von Hämmer­st ein, werden eie F eistnnigen die Wahrnehmung gemacht haben, daß dieser feinen Mann steht und nicht so leicht aus dem Kurse zu bringen ist. Gerade diese Sache ist sicherlich schwierig zu be- Grümöcke stehen an allen Wegen, unten an der Straße, nahe bei Füchtorf, der Kontrolleur. Ich pfeife irre."

Damit war der Geselle, dem in der That etwas Diabolisches anzuhaften schien, ver­schwunden.

Bernard und der Knecht begannen nun den Wagen zu entladen.

Nach wenigen Minuten hörte man aus der Richtung, die der Schwarze eingeschlagen, einen Ruf, wie ihn der Fasan thut, dann wieder das Eulengekrächze, dann den Schrei der Krähe. Das mußten Sammelfignale fein, denn bald waren die vier Genoffen zur Stelle, hoben laut­los die Säcke, bie Bernarb unb ber Knecht vom Wagen warfen, unb verschwanden damit in bem schmalen Waldstreifen, der sich zwischen bem Haidelanb unb ber Landstraße hinzog, um bald wteberzuk.hren unb rastlos weiter zu tragen.

Währenb dieser Arbeit hörte man bald ba, bald dort, in den verschiedensten Richtungen, nah und fern das Eulenkrächzen; der schwarze Jopp verstand es meisterhaft, bie Beamten irre zu führen, wenn sie auS bem Geschrei auf bie Anwesenheit von Schmugglern schließen sollten.

Vernarb hatte baS Wegbringen ber letzten Säcke nicht abgewartet. Sobalb sein Wagen leer war, unb er bie Stücke, bie um die Räder- reifen gewunden waren, entfernt hatte, fuhr er weiter. Nach einiger Zeit zog er die Hülle von »er Laterne, hing diese an die rechte Seite de- Wagens, stieg selbst auf unb knallte recht derbe mit der Peitsche, als ob er bie Braunen zur We antreibe. Wirklich zogen bie Pferde den jetzt leichten Wagen auch schneller fort, bald sah

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Aer Mäter Schuld.

Original-Roman von Fr. Collet.

------ (Nachdruck verboten.)

So viel man durch bie dichte Nebelschicht, oie den Haidegrund bedeckte, wahrnehmen konnte, Wen es wirklich, als ob in unbestimmter Ent­kernung ein rotheS Lichtchen schimmere, bet wallende Nebel jedoch, bald stärkere, bald schwäch re Massen bildend, hinderte ein deutliches : unter scheiden.

I Beim Nebel hat es uns oft schon betrogen, Herr," gab der Knecht zurück, da ba« Moor Manchmal leuchtet, wenn Nacht« ber Haidemann (Haidemann nennen die Moorbewohncr den Herbst- FrühlingSnebel ber Haide) drüber zieht; ich Anke, wir fahren vorsichtig weiter. Bi« zur

i «renzc haben wir noch eine gute Viertelstunde, es ‘onn uns also nicht« passtren. Halten können hier doch nicht, da in der Nähe kein Versteck ” wir müßten schon zum Hof zurück."

L „Wozu ich große Lust hätte," meinte ^ernar?, „sieh' nur hin, baS Roth leuchtetrecht ^>rk, und in jener Richtung liegt bestimmt bet vaidkotten."

9 -WaS hilft das Umkehten?" meinte bet unb lebhafter Unmuih klang au8 bem 5®” feiner Stimme, „wir machen nur bie an- ®*£en kopfscheu unb vertrödeln bie Zeit. UebtigenS I?””. eS auffallen, wenn Sie heute nicht nach $5uie kommen, bie Grünröcke achten an ben Markttagen auf alle-, unb in Dissen habe ich ihrer Spione gesehen." j