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mit Zlnterhaltungs-MeilageIssustrirte Sonntags-Zeitung."

JH 43

Jutöa, Freitag, den 21. Februar 1902.

29. Jahrgang

L

Römische Briefe.

! der hat keinen Adel nöthig. Dieser gute Dienst im Sinne der Christenpflicht, im Sinne der sozialen und charitativen Thätigkeit, das ist der wahre Adelstitel aller höheren Klassen (Beifall). Und diesen Adelstitel hat der junge Mann sich erworben im Vincenzverein. Und nun sage mir mal einer, der Vincenzverein wäre nicht vornehm (Lebhafter Beifall). Aberer ist zu langwellig". Ja, mein seliger Vater sagte seinen Kindern immer, wenn sie sich langweilten: Ein geist­reicher Mensch langweilt sich nie (Heiterkeit), auch nicht im Vincenzverein. Wenn der Mann sich da langweilt, dann ist es auch ein bischen seine Schuld (Heiterkeit). Der Mann soll nur dazu übergehen, dafür zu sorgen, daß dieCharitas" im Vincenzvereine gelesen wird. Natürlich muß er sich nicht daraus be­schränken, daß überhaupt gelesen wird, sondern als praktischer, gescheidter Mann muß er auch dafür sorgen, daß der richtige Mann vorliest; die richtigen Kapitel vorgelesen werden. Der Mann kann dann weiter

Rom, 19. Februar 1902,

Die diesjährige» Fastenpredigte« haben in de« hirfiges Kirche« unter großer Betheiltgung seitens der Bevölkerung begonnen. Fast die ge» fammte deutsche, österreichische, sowie schweizer Kolonie war am Freitage in der Nationalkirche der Anima versammelt, t» welcher nach voraus« gegangener Kreuzweg. Nodacht in deutscher Sprache (t» der Sakristei) der Sekretär der Index-Kan.

gregation, k. ThomaS Esser von de« Domini­kanern, seine erste Fastenpredigt hielt. Unmittel­bar vor Beginn der Fasten waren alle römische» Pfarrer, sowie die Fastenprediger im Vatikan er­schienen, um den vorgeschriebenen Lid und dar SlaubenSbekenntniß vor dem Vizegerente», Erz. bifchof Ceppetelli, abzulegen. Sodann begaben sich alle in den Thronsaal, woselbst der hl. Vater auf dem Throne, umgeben von seinem'hohen und niederen Gefolge, Platz genommen hatte. Nach einer kurzen Ansprache seitens Sr. Heiligkeit ver­las der Oberhofmeister BiSleti ein Dokument, in welchem Papst Leo XIII. die Anwesenden zur eifrige» Ausübung ihres Berufe- ermahnte und namentlich auf die der katholischen Kirche und deren Institutionen in Rom selbst drohenden Ge­fahren durch die akatholischen Sekten und beson­ders durch die protestartische Propaganda hin- roteS. Mit dem Küssen drS päpstlichen Fuße- und der Ertheilung des apostolische« SegenS endete der Empfang.

Die Leichenfeier für den verstorbenen Augustiner Kardinal Eiasra fand in beson« der- großartiger Weise in der durch den Aufent­halt Luthers bekannten Kirche an der Piazza bei Popolo statt; 24 Mitglieder des Kardinal-Kolle­gium-, eine sehr große Anzahl von Bischöfen, hohe und niedere Prälaten, Monfignori re., namentlich auS dem Augustiner» Orden, wohnten der Feier bei. Außerdem sah man sämmtliche Ordensgenerale, die Konfultoren und Beamte» der Propaganden, die Rektoren der hiesige« inter­nationale» Kollegien, sowie eine Unmasse von Mitgliedern der römischen Gesellschaft und von persönliche« Freunden des verstorbenen Kardinal-. Die hl. Messe celebrirte der Bischof von Alessan­dria, die Gesänge wurde« von der päpstlichen Kapelle au-geführt und die Absolutton ertheilte >er Kardinal«Bischof von FraScati, Serafino Vannutelli. Später wurde die Leiche in aller Stille auf den Central-Friedhof überführt unb daselbst in ihrem dreifachen Sarge in der dortigen »ugustinergruft beigesetzt.

* No« Demel» nettesten» Reiterstück.

Au- dem englischen Lager von Wolvehoek kommt ei» »o« 8. d. Mt-. datirter Spezialbe- richt über die großen, mtt einem Aufwand vo» etwa 55 000 Mann unternommenen Operationen zur Gefangennahme Deroet- und SteijnS, denen jedoch, wie wir schon telegraphisch berichteten, beide verwegene Bärenführer mtt unglaublicher Kühnheit und Geschicklichkett entgangen find. Wir heb« au- de« Bericht, der natürlich in erster

Die Pflichten der höheren Stände aus sozialem und charitativem Gebiet.

(Hebe deS Rechtsanwalt Justizrath Earl Triwborn »o« Köln am Rhein auf dem EharitaStag zu Aachen am 17. Juli 1901.)

(Fortsetzung)

Beginnen wir mit der Erziehung des Kindes für die Charitas.

Die Almosen soll man, soweit es geht, durch die Kinder geben lasten. Ach das ist so einfach und doch liegt darin so viel Wahrheit und so viel päda­gogisch erzieherische Kraft! ES ist die erste Berührung der Charitas mit dem Kinderherzen, so schön, so

Mädchen von denen muß ich doch auch etwa- sage« die werthen Damen auf dem Lande wollen sich doch auch nützlich machen, und sie haben so viel ge­sunden Menschenverstand und so viel gesunde- Uttheil und kräftigen Willen, einen s» kräftigen Wille«, daß

Beka«ntlich hat der Deutsche Kaiser der Stadt Rom ein Standbild Goethes versprochen. Als das die Franzosen erfahre», wollten fie ohne Zweifel nicht den Deutschen gegenüber zurück­bleibe» und stifteten eine Marmorbüste ihre- Dichters Victor Hugo, welche am demnächst statt» inbenbe» 100jährigen Geburtstage desselben in eierlicher Weise der Stadtbehörde auf dem Ca­pitol überreicht werde» soll. Jndeffe» hat sich hier merkwürdigerweise Weise einige Opposition gegen die Goethe »Statue herausgebildet und zwar wegen der Persönlichkett de- mit der Aus­führung derselben beauftragten Bildhauers. Auch glaubte man daran Anstoß nehmen zu müssen, daß angeblich der in Frage stehende Entwurf einmal bei einer PreiSausschretbung in den deut­schen Reichslanden abgelehnt »der nicht prämiirt worden sei! ES dürfte noch einige Zeit dauern, bis ein Theil der öffentlichen Meinung, die Übrigens nicht allein auS Italienern gebildet wird, sich beruhigen wird. Der betreffende Künstler wird in nächster Zeit hier erwartet, um mit dem Bürgermeister über de« Ort der Auf­stellung zu berathen.

Die Verhandlungen zwischen der montene­grinischen Gesandtschaft und der römischen Kurie in Sachen gewisser Ansprüche, der durch den Fürsten Nikolaus vertretene« serbischen Na­tion, machen nicht nur sehr langsame Fort­schritte, sondern find gegenwärtig an einem Punkte angelangt, an welchem - sich recht bald entscheiden muß, ob diese Verhandlungen über­haupt zu einem gedeihlichen Abschlüsse kommen oder nicht. Die kürzlich von anscheinend interes» strter Seite in die Welt geschleuderte Nachricht von einem Abbruch der Verhandlungen beruht auf Unwahrheit. Es handelt sich gegenwärtig noch um die Frage der künftigen Benennung beS Instituts von San Sirolamo; die Montenegriner wünschen bekanntlich, baß baSselbe eine Be­zeichnung erhalte, aus welcher hervorgehe, baß auch die serbische Nation ein Anrecht auf bieS Kollegium habe (welche- sie tatsächlich bereits besitzt). Der Fürst von Montenegro hofft um so sicherer auf bie Erfüllung seiner Wünsche, als er bekanntlich bet erste orthodoxe Herrscher ist, mtt welchem bet Vatikan ein förmliche- Cenkorbat (1886) abgeschlossen hat unb welcher viel für seine katholischen Unterthanen gethan hat.

I Gericht; er hat da seine Thätigkeit, die ihn nachher auch noch beschäftigt, die ihm auch einen bestimmten Freundeskreis verschafft. Was ist dem gegenüber bei den jungen Mädchen vorhanden? Die häuslichen Ar­beiten werden durch Dienstboten gemacht; was dann? Wo bleibt dann die Thätigkeit, die einen wirklich strebsamen und gediegenen Menschen befriedigt? Und Ihre Töchter sind sehr strebsam, find sehr gediegen! (Große' Heiterkeit.) Wenn sie sich dann bei Euch lang­weilen es fehlt ihnen eben ein Wirkungskreis. Da ist in der That eine Lücke zwischen dem Ende der Pension und dem Beginn der Verlobung, wenn die ersten Strahlen der Morgenröthe erglühen. (Heiter­keit.) Da ist eine Lücke, und glauben Sie mir; Hier liegen für manches junge Mädchen die trübsten Jahre seines Lebens; denn dieser Mangel an Wirksamkeit, diese Langeweile macht nicht zuftieden, führt aber leicht zu Verwicklungen in der Familie. Und nun sieht man so ein armes begabtes Mädchen, dar so gern etwas thun möchte, aber noch nicht recht weiß, was und wie, da- sieht man auf der einen Seite und dicht daneben, womöglich im Nachbarhause, das größte Elend, die größte Noch. Warum da nicht die beiden zusammenführen? Warum da nicht die brach liegende Kraft, die guten Willens ist, hinführen zur Noth und zum Elend, um dort Segen zu stiften? Das liegt

I doch so nahe! Aber es ist vieles in der Welt, was so nahe liegt und doch nicht geschieht. Deshalb sollten unsere verehrten Eltern darauf ein ganz besonderes wachsames Auge haben. Gerade in den eben bezeich­neten Jahren, wenn die Töchter aus der Pension kommen, sollen Sie ihnen einen Wirkungskreis schaffen außerhalb des Hause», der sie befriedigt; und da I bietet sich dar soziale und charitative Wirken von selbst an. Darum haben wir in Köln, um nur ein Beispiel anzuführen, einen Nähverein begründet, wo die jungen Mädchen alle Freitag zusammen kommen. Sie haben sich in Verbindung gesetzt mit Lehrern und Lehrerinnen. Die bezeichnen ihnen würdige Kinder und würdige Familien und für die weroen dann Kleider angefertigt, oder es wird für die Kommuni­kanten gesorgt usw. Nun muß man das aber geschickt machen. Man muß nicht nur dafür sorgen, daß die Mädchen nähen, sondern man muß das grüne Heft derCharitas" heranholen und den jungen Damen hier und da etwa» vorlesen und fie allmählich in den Geist der Sache hineinführen, fie mit dem und jenem allmählich bekannt machen; und wenn man dann eine schöne Einrichtung geschildert gefunden hat in der Charitas", muß man ihnen sagen: Die wollen wir mal versuchen, da wollen wir mal hingehen. Und so wächst allmählich da» Jntereffe; die Mädchen finden in der That da», was fie bisher vermißt haben: einen Wirkungskreis. Aber nun die armen lieben Land-

| man fast bange fein müßte, sie zu heirathen. (Große Heiterkeit.) Was kann ich denen denn rathen? Da bin ich etwa» in Verlegenheit; denen kann ich praktisch nur rathen: packt cs resolut und ernst an und besucht Euren Herrn Pastor und sagt ihm: Ich will mich nützlich machen in Ihrer Pfarrei; sagen Sie mir, wie? Da wird-der Herr Pastor unter Umständen in große Verlegenheit kommen (Heiterkeit), unter Um­ständen sage ich. Die meisten Herren werden sich immer zu helfen wiffen; aber es gibt auch Herren, die etwas schwerfällig find (Heiterkeit), die die ganze soziale und charitative Literatur nicht beherrschen (Heiterkeit); nun, ein solcher Herr wird sich dann da» grüne Heft derCharitas" ansehen und mal blättern, ob er gar nichts findet, womit er sie beschäftigen kann. Vielleicht verfällt er auf die ländlichen Krankenpflege­rinnen und dann erlernt die Dame munter Nasen» abschneiden (Stürmische Heiterkeit), Nasenverbinden, wie wir gehört haben ; vielleicht aber auch findet sich etwa» anderes; die Liebe ist erfinderisch; sie wird auch das Streben des biedern und braven Mädchens vom Lande schon zu befriedigen wissen. Dann, um noch einmal auf die Stadt zurückzukehren: wenn das Mäd­chen an dem Nähverein keine Freude hat, nun, dann geht sie in den Ladnerinnen-Berein, läßt sich dort durch eine Dame einführen und Hilst dort. Da ist doch so viel zu helfen; da kann man bei der Kranken­kaffe Aushilfe leisten, man kann bei der Stellenver­mittlung Aushilfe leisten, eine sehr interessante Arbeit. Man kann schließlich bei Versammlungen und Fest­lichkeiten Deklamationen machen, man kann Klavier spielen und wenn man gar nichts kann, nun ja, dann ist's schon viel und ist ganz gut, wenn es nachher heißt: Es war ein schön gekleidetes, feines Mädchen da; das ist schon was Werth. (Heiterkeit.)

Und nun ein kurzes Wort über die Folgen. Auch die Folgen, sie sind sehr segensreich. Wissen Sie auch, meine geehrten Damen und Herren, daß mir mancher Student und spätere Referendar gestanden hat, daß er auf der Universität und während seiner Referendarzeit seinen Glauben nicht verloren habe, schreibe er wesentlich dem Umstande zu, daß er chari- tativ und sozial thätig gewesen sei; dadurch habe er niemals die Berührung mit dem Ernst des Lebens verloren! und ich sage mehr: dadurch hat ihm die göttliche Vorsehung die Gabe des Glaubens erhalten! Wie viele von uns, die sich der Gnade des Glaubens, eines felsenfesten, unerschütterten Glaubens in dieser glaubenslosen Zeit erfreuen, wie viele verdanken ihn im tiefften Grunde dieser ihrer Wirksamkeit, ihrer Barmherzigkeit, ihrer Liebesthätigkeit! O wie schön ist es, daß unsere heilige katholische Kirche nicht nur den Glauben, sondern auch die Werke hochhält und nicht nur die Werke, sondern auch den Glauben. Der Glaube fördert die Werke, und die Werke fie fördern den Glauben. Sehen Sie nun, was die soziale Thätig­keit und die charitative Arbeit Ihren Kindern werth ist? Wie gestaltet sich nun das Leben für Ihre Kinder, die nun auch außer dem Hause eine Wirk­samkeit, die auch außerhalb der vier Wände ein In­teresse gefunden haben, wie gestaltet sich ihr Leben vielfach amüsant! Man hört doch mal auch von an­deren Dingen reden, als von der Frau Base so und so und von der Tante so und so. (Heiterkeit.) Man hört doch mal, wie es in anderen Häusern zugeht; es wird darüber gesprochen das kommt ganz von selbst wem ist das zuzuschreiben, wie können wir da helfen? usw. So erweitert sich der Wirkungskreis und mit dem Wirkungskreis erweitert sich das Herz. Die Kinder werden großherziger; der ältere Bruder und die ältere Schwester haben etwas B?sseres zu thun als sich zu necken, sich mit dummen kleinlichen Dingen zu ärgern und zu zanken, fie find einig in hohen idealen Bestrebungen, in denen sie sich gegen­seitig fördern und aneifcrn. In solche Herzen kehrt Zufriedenheit ein und damit die herrliche und köstliche Blume, die nur aus einem zufriedenen Herzen ent­springt, der Humor, der Humor, der seine lieblichsten und herrlichsten Früchte bringt in der stillen fried­lichen Häuslichkeit des Familienlebens. Und, meine verehrten Damen und Herren! Auch die Ballgespräche werden andere, die Ballgespräche dieser jungen Damen und Herren. Die wiffen dann auch von anderen Dingen zu reden, als von dem letzten Bild in der Schulteschen Ausstellung, und von den letzten Ro­manen, die fie nie gelesen haben. (Heiterkeit.) Die wissen von anderen Dingen zu reden, und glauben Sie mir: die jungen Herren, fie haben doch schließ­lich auch ein Auge dafür, und ein derartiges Mäd­chen kommt nachher bei der Nachkritik, die immer hinterher am Biertisch stattfindet, viel besser weg. Vielleicht tanzt sie schlecht. Ach, sagt der andere: Mir tanzt sie gut genug; und da kommt der dritte und sagt: Es ist aber ein gediegenes Mädchen, und da stimmen sie alle ein, und ihre Aktien steigen. (Stürmische Heiterkeit.)

Ja, meine Herren, solche junge Leute und solche junge Mädchen, sie wählen viel besser, viel gediegener, aber sie ziehen auch viel gediegenere und bessere Kräfte und Männer an sich heran.

(Schluß W.)

dafür sorgen, daß im Sinne des soeben Gehörten, so vorzüglichen und ansprechenden Vortrages die Vincenz- c , , .. .. ., , vereine ausgebaut werden. Wenn es im Vincenzver-

ftuchtreich. Da kann man die eine langweilig ist, dann liegt es nur in der Hand Beoba^tung machen, die der chrrstllche Philosoph in eines gescheidten Kerls, die Langweile zu beseitigen.

I dem Satze ausgesprochen hat: Des Menschen Seele (Beifall und Heiterkeit.) b 3 B Menschen Seele ist von Meine verehrten Herren! Um auf den besagten

* Referendar zurückzukommen, der im Vincenzvereine

bie Familie kennen lernte und sich ihrer annahm, ; Mpelt mtt ben «6^" Füßchen über bald für dieses, bald für jenes Kind sorgte - ja meine

$exuber' trotz J?cr Gefahren des Wagen- verehrten Herren, wird das nicht der beste Bormund-

»in dem armen Manne mit einem kräftigen schaftsrichter werden, den man fich denken kann? i J? ^?« ldfennig-Stuck m bte Hand z» werfen? Dieser Referendar ist schon von dem Geiste des Fürsorge- : ®e rwch me die siegesgewlsse Miene be- gesetzes voll und ganz durchdrungen, und die Studien

i öuruckkehrt und dann ge- des ausgezeichneten Kommentars meines Freundes

- Gesichtchen verbirgt, um fein Lob, Schmitz, fie werden ihm keine Schwierigkeiten machen.

«Än ttr & A?V^»en? Ja, solche i (Beifall und Heiterkeit.) So bringt diese Thätigkeit ' ;!nen Mtttel, solche feinen Zuge, sie muffen gehegt auf sozialem und charitativem Gebiete ihre Frucht und gepflegt werden. auch für das spätere Leben.

hna nun toetter. Ein sehr wichtiger Punkt ist Nun zur höheren Tochter. (Heiterkeit.) Sie

«9i> .^halten gegen bte Dienstboten un sehen, ich erspare Ihnen gar nichts. (Erneute Heiter- Herren! In kett.) Das ist eine sehr wichttge Sache, eine wunde dem Dienstboten tritt zum erstenmal an das Kind Stelle, die ich hier berühre bei den heutigen höheren heran der Unterschied der Stande. Zum erstenmal, Ständen 4 a y

S ti1 "LT bv arGen Bedeutung, daß hier Ich habe so die Beobachtung gemacht: wenn die °n^K°nd gletch tn bte richtige Fährte hmemgeleitet jungen Mäbchen, bie jungen Damen aus der Pension ^ rd- Spater macht man ja bie Erfahrung daß em kommen, daß sie zu Hause oft nicht wiffen, was fie gut Theil der sozialen Frage nicht eine Frage des thun sollen und was sie thun wollen. Sie langweilen ^ren Geldes und des Magens, sondern etne Frage sich, mit einem Wort gesagt. Natürlich, die Eltern ^"/blungift Und dafür muß des Menschen wollen davon gar nichts wissen, denn das sieht so H?r, bes Kindes Seele gleich richtig gestimmt toerben. aus, als wenn- die Eltern selbst langweilig wären. m° °em Kinde sagen, wenn es em nasenweises Wort (Heiterkeit.) Aber, glauben Sie mir, meine lieben gegen den Dienstboten sich erlaubt das von der An- Mütter, die Mäbchen langweilen sich wirklich sehr oft schauung ausgeht, als ob es selbst bie Herrschaft wäre, in Ihren Häusern. Es ist eine bittere Wahrheit, aber ^^E^L ^ch belbrmgen, baß die Dienstboten einen es ist wahr. Unb das ist auch erklärlich. Es fehlt hochachtbaren Staub bilden, baß sie, wenn sie ihre, ihnen ber rechte Wirkungskreis. Vergleichen Sie boch Pflicht treu erfüllen, möglicherweise über bem Kinde, mal so einen jungen Referendar und so eine junge ja über ber Herrschaft selbst stehen! Solche Eindrücke, höhere Tochter: Der Referendar geht um 9 Uhr aufs glauben Sie mir, sie haften tief, tief in der Seele des ' «... T/ I

Kindes und sie sind oft von dauerndster weittragendster Bedeutung. Der Arbeitgeber, der später mit seinen Arbeitern gut umzugehen versteht ob er diese Kunst, die man von der Natur nicht lernen muß, ob er diese Kunst nicht damals in seinem Elternhause ge­lernt hat unter der Zucht einer feingesinnten Mutter und eines richtig und vernünftig regierenden Vaters?

(Beifall.)

Nun kommen wir zum Jünglings- und Mädchenalter. Um ganz kurz und resolut zu sprechen, meine Herren jetzt nur die Herren Heiterkeit): den jungen Mann in den Vincenzverein! Ich habe gesagt, ich will praktisch reden Sie sehen »4 bin mitten in der Praxis des Lebens! Da wird in den höheren Ständen der Einwand gemacht: Ach, das ist nicht vornehm, der Vincenzverein ist zu lang­weilig; das find lauter alte Spießer wir wollen e» mal gerade heraus sagen, wie gesprochen wird (Heiterkeit) und das ist langweilig; da kommt nie etwas Neues vor und das ist nicht vornehm. Ach, meine Herren, darf ich Ihnen ein Bild aus meiner eigenen Praxi» erzählen? Ich erinnere mich, an einem Landgericht als Anwalt auf der Referendarbank einen jungen Mann beobachtet zu haben von feinsten Formen, von ausgezeichneter Bildung, voll frischen Humors, I bie Zierde der Rathskammer, die Freude seiner Kollegen. Daneben war ein anderer, auch ein netter Mann, er gehörte den besten Familien an wie der andere, vom dem ich eben gesprochen habe. Aber er erging sich mehr in den Freuden des Sportplatzes und des Rad­fahrens, dem übrigens der andere auch nicht ganz fremd war. Der erstgenannte Referendar, er gehörte Jtnem Vincenzverein an und ich erfuhr von ihm water, daß er eine Familie besuchte von 5 Kindern.

habe den jungen Mann infolge dessen verfolgt »nd da habe ich hinter seinem Rücken von ihm er­fahren: Er ging in den Vincenzverein, nahm seine »arte und besuchte die Familie. Aber wie besuchte sie! Er kannte alle Kinder beim Namen. Der «ater wurde krank. Er unterstützte ihn nun so ein mschen nebenbei. Bald starb der Vater. Der erste, ber in dieser bedrängten Familie erschien und Trost Ipendete, der die stellen Treppen hinaufkletterte "lan mußte nach der Wohnung hinaufgehen an Seilen patt eines Treppengeländers der erste, der erschien und Trost spendete, war dieser vornehme feine Referen- g?1; Gr sorgte für das Begräbniß, er war bie einzige «tufce ber Frau «nd er überlegte nun mtt ihr, was «ti diesem, was mit jenem Kinde zu machen sei. meine verehrten Damen und Herren! Ist das vornehm? Wer ist denn feiner, derjenige, °er sich auf bett Sportsplätzen und Rennplätzen be- °ver derjenige, ber so seines christliches Amtes, inner chnstlichen Pflicht waltet? Das war ein wirk- «w vornehmer Mann; der brauchte keinvon" zu Men, denn immer wahr bleibt das alte Sprichwort: jo? bien sa patrie na pas besoin daieuls.

fernem Baterlande, wer fernem Nächsten gut dient,