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Jutöa, Dienstag, den 18. Februar 1902.
29. Jahrgang.
In der Begründung seine? Anträge? bemerkt Abg. L««zma««, daß seine Resolution von den übrigen Ana trägen auf diesem Gebiete sich durch dir Betonung der disziplinären Mittel unterscheide. Jeder Offizier, der fich duellirt, müßte wegen Ungehorsam? au? dem Dienst« entlasten werden.
G Zum Aufruhr in Triest.
In den Straften von Triest haut der Sibel, schießt die Flinte. Der Belagerungszustand ist über die Stadt verhängt worden. Wer fortan noch zu Ausschreitungen und zu Aufruhr fich hinreißen läßt, wird mit dem Standrechte bedroht. Eine Reihe von Menschenleben ist dem Aufruhr zum Opfer gefalle«; die Angaben über ihre Zahl lauten noch verschieden. Sehr viele Menschen find mehr oder minder schwer verwundet worden. Alle Arbeit ruht. Die Läden find geschloffen. Die Schiffe liegen Der« lassen im Hafen; keine Hand rührt fich, um die angekommenen Schiffe auSzuladen, niemand ist da, der den Schiffen, die zur Ausfahrt bereit liegen, neue Fracht, neue Kohlen zusührte.
Zuerst handelte er fich nur um ausständige Hafenarbeiter, hauptsächlich auch um bestimmte Forderungen der Heizer. Sie wollte« ihre tägliche Arbeitszeit im Hafen auf acht Stunden eingeschränkt haben; aber der neue Entwurf der SeemannSordnung steht nur eine Herabsetzung dieser Arbeitszeit von IO1/, auf 10 Stunden vor. Die Forderung wurde ganz vernünftig eingebracht. Er handelt: sich um eine wohl organistrte, aber nicht um eine ausgesprochen sozialdemokratische Bewegung, die mit dem 1. Februar ««setzte. Der österreichische Lloyd hatte fremde Arbeiter eingestellt, gedachte aber nicht diese dauernd im Dienste zu behalten und mit ihnen seine alten Arbeiter zu verdrängen. Es waren im Segentheil Unterhandlungen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern angebahnt, die gute Aussicht auf Erfolg hatten. Da setzte die planmäßige Wühlerei gewnbS- mäßiger Aufhetzer ein, und bald hatten diese auch die Matrosen, die übrigen Arbeiter und die Arbeiter deS Arsenals zur Arb«itSnieder- legung überredet. Damit wurde die fernere Arbeit im Hafen unmöglich. Dann schloffen fich auch noch die andere Arbeiter dem Ausstande an, so Arbeiter der Gasanstalten, und obwohl nunmehr ein Schiedsgericht in ganz richtiger Weise eingesetzt wurde, daS unter dem Vorfitze de« Bürgermeister von Triest au« drei Arbeitern uni drei Vertretern de« Oesterreichi- scheu Lloyd besieht, ging die Aufhetzarboit von unten her immer weiter. Anders als so ist ei gar nicht zu erklären, daß ei schließlich sogar zu diesen blutigen Straßenkämpfen kam. Elemente, die öffentlichen Aufruhr als förderlich für ihre verdammenSwerthen Zwecke wollte«, sahen ei daraus ab, einen solchen auf jede« Fall anzuzettel«, und ihr Vorhaben ist ihnen leider nur zu gut gelungen bei der leicht erregbaren Arbeiterschaft in Triest.
Damit soll durchaus nicht gesagt sein, daß die Sache Der Arbeiter zu verdammen sei. Der Oesterreichische Lloyd ist ja zwar eine sehr ange- sehen« und bedeutende Schiffsgesellschaft; aber in dem Rufe ganz besonderer Freigebigkeit gegen seine Arbeiter hat er noch niemals gestanden. Und wenn die Arbeiter meinten, daß Arbeit und Lohn bei ihnen im rechten Verhältnisse zu ein- ander standen, da muß ihnen ebne weitere« da« Recht zugestanden werden, ihre Ansprüche in geordneter Weise zu vertreten. Also so weit war alle« ganz gut. Aber bann kamen die Leute, die
In Uerfirchrmg.
E« schlug 5 Uhr, und an dem unfreundlichen Febrnarabend war e« bereit« so dunkel, daß die müden jungen Arbeiterinnen in einem Mode- waarengeschäst in New-Jork näher und näher zum Fenster rückten. Da« Arbeitszimmer war nur ein schmaler, schlecht gelüsteter Raum, fast überfüllt von bleichen, armen, schlecht bezahlten Näherinnen.
„£) mein Sott", seufzte eine« der Mädchen, „dieses griechische Muster ist doch gar zu schwer nachzumachen. Und mein Kopf schmerzt mich so sehr. Ich weiß auch gar nicht, warum Madame Wharton diese« Kleid schon wieder ändern läßt, nachdem sie es kaum getragen."
„Gib e« mir her", erwiderte die Nachbarin, „ich will e« fertig machen, damit Du heimgehon kannst, sonst wirst Du noch ernstlich krank."
Die kranke Näherin zögerte eine« Augenblick. Da aber ihr Unwohlsein fich steigerte, nahm sie endlich da« Anerbieten der Freundin an. „66 ist sehr gütig von Dir, Katie", sagte sie, „ich muß nach Hause gehen."
Katie winkte der Scheidenden einen freundlichen guten Abend zu und begann dann an Frau Wharton« Seidenkleid den Besatz aufzunähen. Plötzlich ließ sie aber die Nadel finken und seufzte tief. Eine schwere Sorge lastete auf ihr: die schon seit längerer Zeit fällige Miethe für ihr ärmliches Stübchen mußte unbedingt bezahlt werden, denn die Haurfrau hatte bereit« gedroht, sie ausweisen zu wollen.
fich die besonderen Freunde der Arbeiter nennen, obwohl sie in Wahrheit diese Bezeichnung ganz und gar nicht verdienen, und brachten durch ihre Agitation heillose Verwirrung in die bisher klare Sache; und da« Ende davon waren die blutigen Straßenkämpse der letzten Tage, da« Stocken allen Verkehr« in der sonst so lebhaften Handels- und Hafenstadt, die Beihängung des Belagerungszustandes über sie und die Erzeugung unsäglicher Bitterkeit auf lange Zeit hinaus. Die bewaffnete Macht konnte augenscheinlich nicht anders handeln, al» sie gehandelt hat; denn nach allen übereinstimmenden Berichten verweigerte die Menge fort- gesetzt und durchaus den ergehenden Befehlen allen Gehorsam. Dafür werden fürchterliche Verwüstungen angerichtet an Häusern und Läden, an öffentlichem und persönlichem Eigenthum, und da« durfte natürlich auf keinen Fall geduldet werden.
Während draußen auf der Straße die Ge- weyrsalven donnerten und das Blut der Se> töbteten und Verletzten das Pflaster löchrte, tagte da« eingesetzte Schiedsgericht, das entscheiden und vermitteln sollte zwischen den Arbeiter« und ihren Arbeitgebern und — entschied durchaus zu Gunsten der Arbeiter. Schon avs dieser einen That- sache kann man ersehen, in wie unsinniger, in wie frevelhafter und ruchloser Weife die Bolkkaufwiegler vorgegangen sind, kann man den sichern Schluß ziehen, daß es gewiffen Leuten nur daraus ankam, öffentliche Unruhe zu erzeugen, nicht auf das eigentliche Wohl der Arbeiter. Denn für diese» Letztere wurde auf andere und gute Weise gesorgt, während im Gegentheil das wüste Werk der Hetzer nur namenloses Unglück über die Arbeiterschaft und über die ganze Triester Bevölkerung gebracht hat. Jetzt, nach den blutigen Ausschreitungen, ist ei viel schwerer, die Forderungen der Arbeiter zu erfüllen, als vorher. Denn gar zu leicht nistet sich dann die Einbildung in unklaren Köpfen ein, man habe die gewählten Vortheile durch die Anzettelung deS Aufruhr» erreicht!
Die Schuld für da» Blutvergießen fällt auf diejenigen, die unter dem trügerischen Vorwande, Freunde der Arbeiter zu sein, diese z i dem allgemeinen Ausstande beredeten, aus V n nachher der Aufruhr auf öffentlicher Strc,» hervorging. Parlamentarische Verhandlungen werden sehr bald genaue Aufklärung darüber bringen, »her schon heute kann man mit einem hohen Grade von Sicherheit annehmen, daß diese Verhandlungen kein andere« Ergebniß als dieses haben werden. Und ganz fest steht e», daß nur die Heizer allein Grund zur Ntederlegurg der Arbeit hatten, nicht aber die Anderen, die fich an dem Ausstande ohne jegliche Noth und ohne irgendwelche« Bedürfniß beteiligten.
Den letzten Nachrichten zufolge htt die Verkündigung des Standrechte« gut auf die Bevöl Ieruw| ein«-wirkt. Das Schiedsgericht empfiehlt folgende Regelung des hauptsächlichen Streitpunkte-: die Arbeitszeit der Heizer soll in den Häfen zehn, während der Fahrt acht Stunden dauern mit zweistündiger Ruhepause, lieber- stunden sollen besonder» vergütet werden. Im Ganzen wurden sechs Menschen getödtet, darunter zwei Polizisten. Viele Polizisten find schwer verletzt.
Die Arbeit ist wieder ausgenommen.
„Ich kann nicht zahlen", sprach sie, „aber ach, e« wäre doch zu schrecklich! — Doch was ist da«?" unterbrach sie ihre Gedanken, al» sie beim Umwinden de« Kleide« die Tasche berührte. „Gewiß hat da» Madame Wharton vergessen."
Katie zog au« der Tasche ein feine« Epitzen- tuch. Aber noch etwa« befand sich dabei: — eine Banknote. In der Stube herrschte jetzt tiefe Dämmerung, Katie sah sich von keiner der Näherinnen beobachtet, und da ließ sie die Banknote in ihre Tasche gleite«. Ihre Wange« waren plötzlich roth geworden. „Zehn Dollar»! Da« kommt mir gerade recht", murmelte Katie vor sich hi«; und dann, wie nm ihr Sewiffen zu beschwichtigen, sagte sie sich: „Madame Wharton wirb da« Sei# gar nicht vermissen, sie hat e« im Ueberflnffe."
Und so arbeitete sie fort mit brennenden Wangen und zitternden Händen. 6« war schon spät, al» Katie ihre« Hut anssetzie und heimging. Ihr Abendgebet vermochte sie diese Nacht nicht zu preche«. War e» die zehn Dollarsnote, welche zwischen ihr und ihrem Schöpfer stand? Zehn Dollar«! Da« war eine lange, unruhige, fieberhafte Nacht! Al« endlich der blaue Morgen durch )a« Fenster lugte, stand da« Mädchen auf. Wie der Kopf schmerzte!
„Nein, nein, nein", rief e» dann aus, „dar ertrage ich gar nicht! Lieber will ich von Thür zu Thür gehen und da» Brod mir erbetteln und inf eine Bank vor dem Markthause mich schlafen egen, al« den Diebstahl «och länger auf meinem Gewiffen haben. Ich trage dar Geld sogleich zurück und will diese Nacht zu vergessen suchen.
Deutsches Keich»
Berlin, 17. Februar 1902.
• Neichs Defizit. Der Fehlbetrag im Reichrhaushalte für da» Rechnungsjahr 1900/1901 wird annährend 70 Millionen Mark betragen, wie Schatzfekcetär Freiherr von Thiel- mann in der Budgetkommisfion de» Reichstages mitgetheilt hat.
X Herr Kaffermanrr und her IoKlarif. In Blankenhain (Thüringen) hat am letzten Sonntag der nationaQiberale Abgeordnete Baffer- mann in einer politischen Rede den Wunsch ausgesprochen, die Mehrheit des Reichstages möge fich auf dem Boden der Regierungs-Vorlage zu« sammenfinden. Man sollte meinen, Herr Baffer- mann müßte am besten wissen, daß dieser Wunsch vollkommen unerfüllbar ist, und daß es zwccklos ist, ihn zu äußern. Vor einiger Zeit war er auch anderer Meinung. In der Nrujahrszeit hat er in einer Rede in Mannheim seine erheblichen Zweifel daran ausgesprochen, daß die Zollvorlage zur Verabschiedung gelangen werde. Im Allgemeinen find doch aber die Ausfichten derselben durchaus nicht besser geworben. Wie kommt nun Herr Baffermann zu dieser unerfüllbaren Aufforderung? — Die Sitzung de» preußischen Staat«- Ministeriums am letzten Samstag soll angeblich nicht dem Zolltarife, sondern der internationale« Zucker-Konferenz in Brüssel gegolten haben, wie ein Berliner Lokalblatt bestimmt wissen will.
• Is» Dne» wow Mennig fen - Ialße« hager». Der Domänenpächter Falkenhagen ist von dem Schwurgerichte in Hannover wegen seines Duells mit dem Landrath von Bennigsen zu sechs Jahren Festungshaft vernrtheilt worden. Falkenhagen hat auf die Revision verzichtet und sich bereit erklärt, die Strafe sofort anzutreten. Die Verhandlungen, die zum Theil unter dem AuSschluffe der Oeffentlichkeit geführt wurden, warfen kein gutes Licht auf den Angeklagten. Sechs Jahre Festungshaft ist eine außerordentlich milde oder eigentlich gar kleine Strafe ür solche Thaten, wie Falkenhagen sie begangen tat.
• Aas L'.enßische Aßge«rb«etenßsns wird an diesem Mittwoch keine Sitzung abhalten. Die Budgetkomim'fisn soll dadurch mehr Zeit für ihre EiatSberathungen erhalten und namentlich zunächst zur Vorbei athung de« Kultus-Etat« über« «ehe«.
* Wikch-n, 17. Febr. 1902. Wie die .Neuesten Nachrichten' melden, stad auf die neuen 31/* prozentigen bayerischen Anleihen fünf Milliarden Mark gezeichnet, wa» einer b8fachen Ueberzeichnung des aufgelegten Betrages von im Ganzen 86 Millionen Mark gleichkommt.
Airs dem Reichstage.
-so 145. Sitzung vom 17. Februar 1902.
Auf «er Xegeiorbnung steht der Mititäretat. Dazu beantragt der freif. »bg. Lenzmana folgende Resolution:
Die Regierung zu ersuchen, mit allen Disziplinären und gesetzlichen Mitteln dem auch in den Kreisen der Osfiziere de? stehenden Heeres und der Reserve immer weiter um sich grrifenden, mit der Religion, der Moral und den Strafgesetzen im Widerspruche stehenden Duellunwesen entgegen zu wirke».
Gott wird dann mir meine Sünde auch wieder verzeihen." Sie eilte in das Arbeitszimmer, wo Madame Wharton« Kleid noch lag, und schnell steckte sie nun die Banknote wieder in die Tasche. Dann begann fie zu weinen. E« waren Thränen der Erleichterung. Es war ihr, al» ob eine schwere Last von ihrer Brust gewichen sei. „Nun kann ich doch wieder fr et aufathmen", sagte fie. „O Vater im Himmel! Jetzt erst verstehe ich, wae ich täglich gebetet habe: führe un» nicht in Versuchung l" . . . ♦ ♦
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Zeh« Jahre waren vergangen, und aus der armen Katte, der Näherin, war eine vornehme Frau geworden. Katie hatte eine gute Parthie gemacht, einen treuen Gatten gesunde« und war zu Glück und Reichthurn gelaugt.
„Ich kann mir gar nicht beuten, wo das Geld geblieben ist," sagte sie eiseS Tages zu ihrem Manne, während sie am Kamine sitzend sich wärmte. „Ich habe es diesen Morgen auf meinem Arbeitstische liegen lassen, bi ff en bin ich sicher, und die Kinder sind nicht hereingekommen." „Ich weiß, wohin eS gekommen ist, Mama," sagte der kleine Heinrich, ein Knabe von zehn Jahren. „Waren e» nicht zwei Banknoten?"
„Ja freilich," antwortete die Matter, aber wa» weißt Du denn davon?"
„Ich sah, wie Norah oben im Zimmer etwas unter daS ArbeitSkörbchen steckte. Und bann wartete ich, bis fie wieder wegging. Da fand ich eine Fünf, und eine ZwsidollarSnote, beide zusammengefaltet."
„Du irrst Dich auf jeden Fall, mein Kind,"
Aba. Bachem (Centrum): Meine Freunde haben schon früher für die gleichartige Resolution Rickert- Lenzmann gestimmt. Ta aber leider die Offizierrduelle noch immer nicht aufgehölt haben, werden wir auch heute für diese Resolution stimmen. Herr Lenzmann hat es nur bei der Begründung seines Antrages unter- lasse», zu sagen, ob er da? Duell absolut verboten wissen will »der nicht. Wenn Herr Lenzmann e? »ersteht, daß Jemand unter Umständen «u? berechtigtem Hasse seinen Gegner vernichten will, so gibt er doch daS Duell grundsätzlich al? berechtigt zu. (Sehr richtig!) Meine Freunde werden als» fiir die Resolution Lenzmann stimmen, ohne uns deren Berrheidigung durch den Antragsteller zu eigen zu machen. Wir wollen eben verständige Ausrottung de? Duells und wollen dabei nicht? dem persönlichen Ermessen überlassen. Dir Redner spricht sodann da? Verlangen au?, daß bei der Anlage von Exerzikplätzen die enteigneten Grundbesitzer nicht nur mit Geld entschädigt werden, sonder» auch mit Grundbesitz an anderer Stelle, damit, wenn auch auf anderer Scholle, ihre Existenz gefichert bleibe. Weiterhin bezeichnet er al? dringend nothwendig eine Erhöhung der Entschädigung für Einquartirungslafien und eine beffeie BeUheilung dieser Lasten. Außerdem beschwert sich der Redner über ein Borkommniß in Köln: Dort soll ein Hauptmann o. Marschall katholischen Soldaten gesagt haben, sie sollten mit Jesuiten nicht verkehren, denn diese feie« Feinde de? Vaterlandes. E? sind nur die blödsinnigsten Verleumdungen, die seit 200 Jahren gegen die JcsuUen durch die Welt gehen.
Krtegsminister ». Hoßker entgegnet, es seien Erhebungen über die Größe der Einquartirungslaste» bereit? im Gange; mit Hauptmann ». Marschall liege die Sache dich etwas ander?: es handelte sich um eine Belehrung über militärische Pflichten. Religionshaß ist nicht gepredigt worden. Der Hauptmann hat nur gesagt: So lange Jesuiten im Reiche nicht zugelassen sind, dürfen sich Soldaten an Ehrungen für sie nicht beteiligen. Da? Generalkommando hat aber dem Hauptmann gesagt: Auch diese Redewendung hätte unterbleiben können.
Der sozd. Ab,. MeSet empfiehlt, ,u Truppen. Übungsplätzen doch lieber Staatsdomänen zu benützen, al? Besitzer zu enteignen. Er fragt sodann den Minister, ob e? wahr sei, daß in Wieschen der Bau von Baracken für zwai Bataillone »orgesehen sei? I« Etat stehe ja nichts davon; au? welchen Mitteln werde der Barackenbau bezahlt? Bon der Lenzmaun'schen Duell-Resolution verspricht fich der Redner nicht?: so lange der Oberste Kriegsherr nicht geneigt sei, da? Duell ganz zu verbieten, »erde e? auch nicht aufhören. Nach der Behauptung de? Redner» sollen die Rohheiten und Mißhandlungen in der neuern Zeit im Heere wieder zugeuommen haben; and dabei würden Borgt fetzte, die sich solche V rgehen zu Schulden kommen lassen, so milde wie «»glich bestraft. Der Redner führt Grellen an au? den Schriften de» General« von Puttkamer und eine» andern hohm Offizier», die sich gegen den Gamaschendienst, namentlich auch gegen den Parademarsch »erden. Redner fordert kürzere Dienstze t und dasDienen eine? jeden Offizier? vorher ein Jahr al? Gemeiner.
Der freikous. Abg. new Tiedemann bricht eine Lanze für die Duelle: diese würden nicht eher aufhören, ehe nicht der germanische Ehrbegriff au?gerottet werde. Abg. Dr. Bachem habe von blödsinnigen Berleumdungen der Jesuiten gesprochen; aber seien denn jemals blödsinnigere Berleumdungen laut geworden, als in der Eentrumtprefse über die Freimaurer?
Der kovs. Abg. Eraf A»»n sagt: Meine Freunde meinen, daß da? Duell gegen göttliche und menschliche Gebote verstößt. Aber wir machen im? keine Illusionen darüber, daß etwa durch Strafen et»a? gegen da? Duell «uSzurichten sei. fludb dir in früherer Zeit gegen da» Duell angedrohte Todesstrafe hat da? Duell nicht verhindert. Meine Freunde «erden deshalb gegen die Lenzmann'sche Resolution stimmen. Abg. Bebel — so schließt der Redner - hat die schmutzige Wäsche unserer Armee vor Europa und vor der Welt gewaschen; Bebel sollte seine Rednergabe besser anwenden! i«»»^waemmawwi^weaewwwe»ea^nwnmomwnmoawmanm»^w»^^g sagte der Vater mit Nachdruck, denn Norah ist die ehrlichste unb bravst« Person von bet Welt!"
„Jawohl fie ist es, erwiderte seine Frau. „Ader, mein Lieber," fuhr fie mit gedämpfter, er»fier Stimme fort, „fie mag da« ehrlichste unb bravste Geschöpf auf Gottes Erdboden sein und bcch im Augenblicke einer plötzlichen Versuchung ..."
Sie hielt inne, beim Norah selbst war in» Zimmer getreten. Es war ei« schmuckes Mädchen, 16 ober 17 Jahre alt, mit großen, blauen Auge«, schwarzem Haar und rothen Wangen. „Ich glaubte, Sie hätten geklingelt," sagte fie, ihr Auge auf Een Bode« geheftet, und dunkle Rölhe Überzog ihr Gesicht. Die Frau richtete ihren forschenden Buck auf das Mädchen; bann sagte fi« ruhig: „Nein, Norah, Du dachtest baS nicht! Gehe nur in das Kinderzimmer, ich werde nachkommen."
Norah zog fich zurück. Aber fie ging nicht in daS Kinderzimmer, sondern in ihr eigene« Zimmer hinaus, zitternd, so daß fie sich am Geländer festhalten mußte. DaS Mädchen hatte in dem anstoßenden Gemache Aller gehört unb wußte nun, daß fein Diebstahl, der erste, den eS begangen, eitbedt fei. „Was wird fie jetzt mit mir anfangen?" rief «S in ihr. „Sicher wirb sie mich einsperren lassen. Unb wie wirb fich bann meine Mutter schämen müssen! O, warum nahm ich doch dits-s Geld! Besser wäre e? für mich, ich wäre tobt! . • . Nein — fie soll mich hier nicht finden! Besser ein schneller Tod als unauslöschliche Schande. Ich will . . •“