Dkschrisi. ttzlich, .„.AuSi-ihme der vttb getrr« ttge. «iertkljährl. Itfuemrtt» »hneBringerlohn MObWeflcBgetb in und »ut- Rtfil 11.50 »f.
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*" fit 3.P«fl<U«f ix 3x»t. mit Zlnterhattungs -Aeilage „Illullrirte Sonntags-Zeitung" “XÄX'nzsr*“*
M 39.
Jutöcl, Montag, den 17. Februar 1902.
29. Jahrgang.
Gottes Mite eeb MrMeoplM.
Tine Erzählung auS der Ruhrgegend von G. Kap per t.
8 ------ (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
Zue, st glaubte fie an eine Täuschung; aber daS Rufen wiederholte sich. Klirrend fiel daS Geschirr auS der zitternden Hand; „bet Bauer," rief fie gellend, „um GotteSwillen, der Bauer!"
Mit einem Sprunge war fie im Kranken« zimmer. Steinkamp sah mit Hellen, Hüten Blicken aus den blüthenweißen Kiffen. Ein verlorener Sonnenstrahl hauchte eine zarte Riithe ans sein übermagereS Erficht.
Die Bäuerin verstummte im Uebermnß ihrer Freude; fie sank am Bett in die Rsiee und ergriff Steinkamps Hand, mit unseliger Wonne den Worten lauschend, die leise und spärlich von seinen Lippe, träufelten wie die ersten Tropfen aus einem Brunnen, den strenger Frost in Fesseln legte, der nun aber vom wnrmen Sonnenstrahl befreit wird.
»ES geht nun wieder, Anna. Ich glaube ich bin lange Zeit krank gewesen — ich bin noch so schwach, so matt —* Er versuchte sich aufzurichten, sank aoer mit leisem Aechzen zurück. „ES muß schon tief im Herbste sein — wird schon gedroschen, und werden zu Martini Knechte kündigen?"
„Wir find schon durch den Winter," schluchzte die Bäuerin, zugleich von Seligkeit und Traurig. Leit bewegt. „Du warst lange krank. Nun
ist Frühjahr, und gepflügt und gesät auf allen Feldern."
„So, so. — Wie steht das Winterkorn?"
„Eut, sehr gut. O Johann, Johanni" Unaufhaltsam floffen die Thränen der Bäuerin; ihr kam der alte Famllienkummer mit Macht in den Sinn, der — fie wagte nichts anderes anzunehmen — mit dem Steinkampbauer seine traurige Auferstehung feiern würde.
„Anna!"
Wie die Stimme des Manne- so weich klang und ihr sich ganz anders ans Herz legte wie früher!
„Laß den Pfarrer kommen I"
Die wenigen Worte überwältigten Frau Anna. Bor ihren Augen begann sich alles in wildem Wirbel zu drehe». ES war ihr, als ob die Bettstatt, auf die sie sich stützte, zitterte und schwankte und mit ihr in unermeßliche Tiefen versank. Und in ihrem Herzen schallte Ieiliger Jabel »ieltausendchörich, wie brausender Slocken- und Orgelklang und tönte auS in teißen und lebendigen Dank gegen Sott und eine Gnade, die einen späten aber ruhmreichen Sieg errungen hatte.---
Wieder ist Johannistag, und wieder wird )er Namenstag in althergebrachter Weise auf >er Rampe vor dem Hause des Steinkampbauern gefeiert.
Reine, heilige Freude herrscht bei den Brr- ammelten, und ein Friede schwebt über den Feiernden, der unendlich tiefer ist wie der Friede, de, der finkend.' Abens über die Erde breitet.
0 Nochmals England und der Krieg zwischen Spanien und Nordamerika.
In früherer Zeit glaubte man einem Diplomaten nicht. Man war es durchaus gewohnt, daß die Diplomaten logen; man betrachtete die ganze Diplomatie als die Kunst, Andere auf die möglichst pfisfiiste Weise hinter das Licht zu führen. „Die Worte — sagte Talle yrand, — sind nur dazu da, um die wahren Gedanken zu verbergen." Die neuere diplomatische Schule sieht auf einem anderen Grundsätze. Fürst Bismarck hat darauf mehrfach hingewiesen: die Diplomatie will ihre Kunst nicht mehr durch Lügen betätigen. Sie darf das Herz natürlich nicht auf der Zunge tragen, aber sie verschmäht es, den Mitbewerber in dem Wettlaufe um die Macht und um den politischen Gewinn unmittelbar durch planmäßig ersonnene Lügen zu betrügen und dumm zu machen.
In England scheint man sich indessen diese neuere und beffere diplomatische Kunst noch md)t angewöhnt zu haben. Die Unwahrheiten der englischen Regierung über den Burenkrieg und darüber, was damit zusammenhängt, find ohne Zahl; und nun ist Viscount Cranborne, der britische Unterstaatssekretär der Auswärtigen, mit seiner Lüge über die Geschehniffe vor dem Ausbruche des spanisch-amerikanischrn Krieges dazugekommen und hat alles Aehnliche vorher in Schatten gestellt. Der edle Lord setzt diese Art der Diplomatie auch unentwegt fort. Im britischen Unterhause ersuchte ihn der Abgeordnete Norman um Auskünfte über jene Ver. sommlung der Botschafter am 14. April 1898 in der britischen Botschaft zu Washington, und ganz gelaffen hat der Herr UnterstaatSsekretär geantwortet: Lord Pauncefote, der britische Botschafter in Washington habe damals, waS er auch immer gesagt haben möge, nurffeine persönlichen Meinungen zum Ausdrucke gebracht; und außerdem habe damals die englische Regierung keine Keuntniß von der Haltung der deutschen Regierung gehabt. Dabei ist der edle Lord geblieben. Als ihn im Verlause derselben Sitzung der Abgeordnete Dillon noch einmal befragte, ob denn bet amtliche deutsche Bericht (im Reichsanzeiger! D. Red.) zutreffend sei, verweigerte er die weitere Auskunft und sagte, er habe der von ihm soeben gegebenen Auskunft nichts mehr hinzuzusetzen.
DaS heißt in unser ehrliches Deutsch übersetzt: Ich sitze fest mit meiner Lüge und weiß nichts mehr za sagen.
Wie kann man erstens glauben, daß Lord Pauncefote in einer so ungeheuer wichtigen Angelegenheit der oirfammelten Diplomatie ohne Eiv- vetfiändniß mit seiner Regierung Vorschläge ge> macht haben sollte? Das ist vollkommen unwahrscheinlich. Zweitens hat Lord Cranborne neulich ja unmittelbar behauptet, Engla-d sei die einzige Macht gewesen, die auf der Seite der Vereinigten Staaten gegen die übrigen Mächte gestanden habe, während es in Wahrheit genau umgekehrt sich verhalten hat: England ganz allein hat da- von gesprochen, die Vereinigte» Staaten von dem Kriege abzurathen. Drittens geht aus den amt« lichrn Mittheilungen im »Deutschen R.ichsanzeiger'
hervor, daß amtliche diplomatische Verhandlungen über die Sache auSgetauscht wurden; sonst würde der Kaiser nicht in die Lage gekommen sein, seine durchaus ablehnende Meinung in einer Randbemerkung auf das fragliche Aktenstück zu schreiben. Der edle Lord hat also von neuem die Unverfrorenheit gehabt, im britischen Unterhause auf's gröblichste zu flunkern.
In den Vereinigten Staaten von Amerika täuscht man sich auch gar nicht über die Lage der Dinge. Eine ganze Reihe von großen Blättern spricht er unumwunden aus, daß England der Doppelzüngigkeit und des Verraths gegen die Vereinigten Staaten überführt sei, und daß das in England aufgebrachte Gerücht, die Engländer hätten die Amerikaner vor ciner Dazwischenkunft der europäischen Mächte bewahrt, vollkcmmen zerstört ist. Nur die Zeitungen der amerikanischen Englandpaitei machen schwache Versuche, die englische Regierung zu entschuldigen, können aber auch nicht die Thatsache hinwegleugnen, daß die Haltung der deutschen Reiche» gegenüber den Vereinigten Staaten stets eine freundliche gewesen sei. Der New Dotier ,Sun', ein sonst ausgesprochen englandfreundliches Blatt, tarnt sich sogar die Bemerkung nicht versagen: es sei „außerordentlich erfreulich für da« amerikanische Volk, zu sehen, wie schnell und nachdrücklich Kaiser Wilhelm seinen schweren Fuß auf die zweite diplomatische Note gesetzt hat".
Der Versuch der Engländer, dem Prinzen Heinrich von Preußen einen schlechten Empfang in der nordamerikanischen Staatenunion zu verschaffen, ist also aufs jämmerlichste gescheitert. Auch diesmal find diejenigen in die Grube gefallen, die fie gegraben haben, und es ist ein einfach klägliches Schauspiel, zu sehr», wie täppisch, unbeholfen und aufS neue unwahr sie sich in ihrer Verlegenheit benehmen. Ein großes Londoner Blatt, das der britischen Regierung nahe steht, sagt sehr naiv: man habe geglaubt, jene Ergebnisse vor dem spanisch-amerikanischen Kriege feien „begraben" — auf gut deutsch gesagt: man habe gedacht, nun ungestraft und unentdeckt bar« auf los schwindeln zu können. Aber so weit zu gehen, daß man auf diese Möglich teil qtn sogar nicht nur sich selbst rühmte, sondern sogar das Deutsche Reich bei den Vereinigten Staaten an, schwärzen und verdächtigen wollte, war doch eben gar zu wenig klug und zu wenig bescheiden, als daß Deutschland dies sich bieten lassen konnte. In England aber scheint man alle solche Ding? an der eignen Regierung schon so sehr gewohnt zu sein, daß man sich gar nicht mehr weiter darüber aufregt! Man muß ja nämlich auch berücksichtigen, daß Lord Cranborne ein Sohn des Ministerpräsidenten Lord Salisbury ist.
Drntschrs Keich.
Berlin, 15. Februar 1902.
• Kiue vertrauliche Kltzrmg des Staats- miutsteri»«» hat am heutigen Samstag unter dem Versitze des Grafen Bülow im Reichr- kanzlerpalni« stattgefunden. Es waren dazu auch die Staats sekret äre des Reich s sch atz amt es und des Auswärtigen Amte» hinzugezogen, wie die offiziöse ,Nordd. Allgem. Zeitung' berichtet.
* Das Aefiude« de» A0g. Dr. Lieder ist nach einer dem ,Wests. Merkur' zugegangenen Meldung aus Wiesbaden fortdauernd wenig befriedigend. Die auf die schwere Erkrankung Liebers. gefolgte Besserung war nur kurz und nicht anhaltend; der Zustand des Kranken flößt ernstliche Besorgnisse ein und man nimmt an, daß er an den Verhandlungen der parlamentarische» Körperschaften nicht mehr Antheil nehmen wird.
• Abstriche am Wilitäretat. Die Ausgaben im Militär-Etat sind durch die Budgetkommission des Reichstage» sehr erheblich einge- schränkt worden. Es handelt sich im ganzen um beinahe zehn Millionen, genau ausgedrückt 9,790,199 Mark. Diese Abstriche setzen sich so zusammen, daß auf die fortdauernden Ausgaben 572,402 Mark, auf die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etat» 5,120,443 Mark und auf die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats 4,097,354 Mark an Abstrichen entfallen.
X Wie preußische KiseuSsyuvorlage hat diesmal allgemeine Wichtigkeit. Scheinbar handelt es sich dabei nur um den Bau von Nebenbahnen. Thaisächlich aber wird durch die Ausführung der einen dieser Nebenbahnen eine neue große Durchgangsstrecke von Berlin nach Warschau über Lodz geschaffen werden. Es soll nämlich die Nebenbahn von Ostrowo nach Skalmierzyce an der russischen Grenze durch einen Vertrag mit dem Kreise Ostrowo von diesem erworben und bis zur Landesgrenze al» Hauptbahn ausgebaut werden. Der Bahnhof von Skalmierzyce soll in entsprechender Weise für den Durchgangsverkehr erweitert »erben, und gleichzeitig ist geplant, die Strecke von Ostrowo über Krotoschin, Liffa und Bentschen zu einer Hauptbahn auszubauen, wodurch dann die durchlaufende Strecke von Berlin bis Warschau geschloffen sein würde. Breslau würde seinen Anschluß in der Strecke über Del» nach Krotoschin finden.
ft Weiteres vom Kompromiß Sver die Hetreidezöste. Bekanntlich hat eine Reihe von Mitgliedern der Zolltarif. Kommission eine Ver- -irrbatunz über die Höhe der Getrridezölle (Antrag Herold) abgeschlossen. Nicht volle Klarheit herrscht darüber, rote viele Mitglieder der Zolltarif-Kommission für die Vereinbarung eintreten. Der konservative Abgeordnete Freiherr von Wangenheim, Präsioent des Bundes der Landwirthe, bat sich bisher geweigert, das zu thun. Die.Deutsche Tageszeitung', das Organ des Bundes der Landwirthe, sagt darüber:
„Daß das Kompromiß, lediglich an sich betreutet, „ans nicht im mindesten genügt, brauchen wir nicht „besonder zu sagen. Stellung nehmen können wir „erst dann, wenn der gestimmte Tarifentwurf so vor- „liegt, daß ein allgemeines Urtheil möglich ist. DaS „ist erst nach der Beendigung der ersten Lesung in „der Kommission möglich . . . Wir glauben, daß der „Abz. Freiherr von Wangenheim unfern St>iNdpunkt „theilen werde... Der Kompromißoorschlag ist schon „deswegen an sich unannehmbar, weil er noch „hinter den Minde^forderunge« des Ausschusses des „Deutschen LandwirthschaftSratheS und der Ständigen „Kommission deS LandeSSkonomiekollegiumS zurück- „bleibt
Die nationalliberale, aber freihändlerische ,National°Zeitung' will wissen, daß die natlo- nalliberalen Mitglieder der Zolltarif-Kommission der Vereinbarung ebenfalls nicht beige
treten seien. In dieser Form ist die Nachricht aber sicherlich nicht richtig. Leute, die es wisse« können, versichern das Gegentheil, also daß die nationalliberalen Mitglieder der Zolltarif-Kommission mitthun wolle». Uebrigens ist der natio- nalliberalr Äbg. Freiherr von Heyl nun. mehr wirklich aus der Kommission ausgeschieden und durch seinen Fraktionsgenossen Sieg ersetzt worden. Wenn die Nationalliberalen mitthun, dann ist in der Kommission dem Kompromiß die Mehrheit gesichert. Aber man muß immer daran denken, daß damit noch nicht viel gethan ist. Erstens haben die Fraktionen ihre Meinung darüber zu sagen — die Centrumssraktion soll sich am Dienstag versammeln, um zu der Sache Stellung zu nehmen. Dann handelt es sich um das Plenum des Reichstages und um die Regierung und darum, wie die landwirth» schaftkichen Zölle sonst gestaltet werden: man sicht, von dem heutigen Stande der Dinge bis zum Ende erstreckt sich noch ein langer und sehr schwieriger Weg. Daß die vertrauliche Sitzung des preußischen Staatsministeriums am Sams- tag demselben Gegenstände gewidmet war, kann man sich ohne weiteres denken. Zam Bor. sitzenden in der Zolltarif-Kommission wird vermuthlich der bisherige Abg. von Kar« vor ff wiedergewählt werden.
* Eine wichtige Veränderung wird sich in nächster Zeit im Mttitärerzietznngswese« vollziehen. Bekanntlich beherbergen das Mililar- Knabenerziehungsinsti'ut zu Annaberg, Kreis Torgau, und das große Militärwalsenhaus zu Potsdam bis jetzt nur evangelische Zöglinge, die katolischen Zöglinge sind auf Staatskosten in katholischen P ioaterziehungsanstalten tn Erfurt, Höxter, Bühle und Grünhof in Pommern untergebracht. In Zukunst sollen nun die katholischen Zöglinge ihre Erziehung tn Annaberg erhalten, und zwar in den Raumen der dortigen Unteroffizier-Vorschule, welche nach Biebrich a. Rh. verlegt wird. In Annaberg werden dann ein katholischer Militärpfarrer und drei katholüche Lehrer angestellt.
e Endlich? Der Erlaß einer katserlichen Verordnung wird angekündigt über die Inkraftsetzung weiterer Bestimmungen de» Fleischbeschau- aefetze». Dabei soll insbesondere die Verwendung von Konseivirung«- und Färbemitteln ihre Regelung finden. Also um alle Bestimmungen scheint es sich noch immer nicht zu handeln.
+ Aitfe für die Kure«: Nach einem Beschlüsse de« Ausschüsse» de« Burenbilsrbunde» sollen sofort 300060 Mark für die Buren be- willigt werden. Davon soll die eine Halste durch Vertrauensmänner in barem Gelbe an dte entsprechenden Stellen gebracht, die äußere Halste zum Ankäufe von Maaren benützt werden. Dem Ausschüsse sind jetzt als neue Mitglieder die Centrumsabgg. Frhr. von Heereman, Prinz Stenberg und Trimbor nbeigetreten.
* In den deutsche« zflünzSatten find im Monate Januar für 6>779,700 Mark Doppelkronen, und zwar fammtltä auf Privat- rechnung, für 2.139,165 Mark silberne Fünf« Markstücke, für 299,625 Mark Zweimarkstücke, für 1,340,486 Mark Einmarkstücke und für 37,594 Mark Zehnpsennigstücke- geprägt worden. Von den zur Emzievung gelangenden Münz-
ES ist ja ein Friede, der ewig ist wie der, von dem er stammt, ein köstliches Gnadengeschenk; ein Friede der dauern wird — hier auf Erden, und auch nach dem Tode. Kein schwülheißer Tag wird ihn mehr unterbrechen rote den fünften Abendfrieden, ;ber mit dem morgenden Aussteigen des TageSgestirnS fein Ende findet.
Und Alle» ist wieder wie einst! In der Scheune, vor deren schwarzen Bretterwand die flirrenden Funken der Johanniskäfer schweben, lärmt das frohe Gesinde. Neben dem Bauern, der im deckenbelegten Lehnstuhl sitzt, hat Pfarrer Korn von Heifingen feinen Platz, zu seiner Linken der Pater Ambrosius. Er hat nicht in dte Missionen gebraucht; wegen der Krankheit seines Vaters haben ihn dte Oberen zurück- behalten, und jetzt ist vorläufig an kein Verschicken zu denken, nachdem der Stein- tampbauer mit dem Prior von Schallenberg geredet hat. Noch ein Jahr bleibt also sein Sohn im Kloster dem Vater nahe; aber dann —
Nun, ein Jahr ist eine lange Znt. Man wird sich oft sehen, und bann fällt nachher die Trennung nicht gar so hart.
Frau Anna strahlt vor Seligkeit. Ihre Hände umspannen dte Hand Wilhelms, der mit ihr gegenüber den Anderen fitzt. Er ist sehr in die Breite gegangen, etwas steif geworden von der rauh-n Feldarbeit, und tief gebräunt. Seine Rechte auf dem Steinkamphofe find fast denen des VaterS gleichwerthig. So hat dieser gewollt, denn er hat Wilhelms
Fleiß, seine Geschicklichkeit und Ausdauer achten '^^Ader^noch zwei Gäste in der frohen Runde müssen wir erwähnen: Bauer Nünning mK seiner Tochter. Gerade bereitet sichetwaS vor, das ihre Anwesenheit erklärlich macht.
Steinkamp erhebt sich und schlägt mit Km schweren ©Übergriff feines Messers gellend an
„Wir wollen einmal auf unser Brautpaar anstoßen!"
Unter Jubel leistet man Folge.
„Sie sollen leben, Wilhelm Steinkamp und Maria Nünning, hoch — hoch — hoch!
Dann werden Windlichter gebracht und auf die Tafel gestellt. @» wäre schade, den herrlichen Abend mit dem Dunkelwerden zu ^'Vbet der Pfarrer will fort. Er hat einen tff&S M*
,°h« d« »««■ im stattliche Reihe von Goldstücken auf.
„E, jst zu olel, Steteiampbauer,“ meint der Pfarrer, froh und erstaunt. , en
„Warum denn? In den letzten 3«b«n hatte ich vergessen, wenn ich Euch die Summe schickte, das Bestellgeld für den Postboten bnzu- fügen."
„Aber, lieber Steteiamp
„Wollt Ihrs nicht, Hochwürden? Dann Aber Pfarrer Korn band flugs die Gold.