29. Jahrgang.
Isulöa, Samstag, den 15. Februar 1902.
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gerückt.
Immer «och liegt der Bauer zu Bett, stiller Mann, der kaum ein Wort spricht, kaum noch rührt. Man weiß nicht, ob er
nehmen.
„Ich hab' dem Bauern versprochen, keinen meiner Söhne auf den Steinkamphof zu nehmen. DaS will ich getreulich halten," hielt fir ent» gegen, ob ihr schon das Herz blutete. Und der Pfarrer senkte vor einer solchen Seelengröße stumm das weiße Haupt.
Der Winter ging zu Ende; die Frühling-» stürme sangen ihr wildes, drängendes Lied und der Regen rauschte Tag und Nacht. Schon kamen einige VorfrühlingStage mit warmem Sonnenglanz, schon begannen di« Knospen z«
solche nicht, und eS ist sehr zu bedauern, daß der ungarische Ministerpräsident Herrn Rom« pathy noch Rede und Antwort gestanden hat.
5.
Heber dem Walde lag der Zauberschleier des Rauhfrosts. Die Sonne warf ihr bleiche- winterliches Licht in die Eiskrystalle, die e- flimmernd iurückstrahlten und ein märchenhaftes Funkeln verbreiteten. Ueberall wallte und wogte und webte sanftes, weißes Leuchten; der Nebel wand sich ohnmächtig am hartgefrorenen Boden und mühte sich vergeben-, im Gezweig der Unterholzes und an den rauhen, rissigen Stämmen der alten Bäume emporzuklimmen.
Tritte und Stimmen von Menschen hallten durch die dünne, klare Frostlust; mit kreischen» dem Gekrächz flattert eine Schaar von Rrähen auS den Baumwipfeln ins offene Feld.
Da werden die Ersten auf dem Waldwege sichtbar: schwarze Gestalten mit ernsten Ge» fichtern, Rinder, die Stechpalmkränze in den blaugefrorrnrn Händen tragen — und dann kommt ein kleiner Sarg auf schlichtem Gefährt. Der Nebel reicht bi- an die Radnaben; daher scheint der Todtenwagen ein Trauerschiff zu sein, bei auf grauen Wolken einherschwimmt.
Ja dem schlichten Sarg au- Eichenholz ruht Anton, der Adoptivsohn des Steinkampbauern. Mit dem Rinde wird man den letzten Plan de- Bauern begraben, denn er selbst liegt still und schwach aus dem Krankenlager und redet kein vernünftiger Wort mehr seit Tagen. Fast haben die Leute im Trauerzuge Mitleid mit ihm.
Ob der Bauer zürnen würde, wenn er wüßte, daß der Pater Ambrostu- vor dem Sarge schreitet und Wilhelm hinter dem Wagen einhergeht?
Ob er wieder sagen würde: „Da habt Ihr erreicht, war Ihr wünschtet? Uber keiner be»
danken hat.
Und immer mehr verfällt sein Gesicht; Haut wird ledern und gelbgrau, auS einer Furch« werden drei, vier. —
Die Bäuerin betet und arbeitet; ihre Augen find entzündet vom steten Weinen. Zum Wundern ist'S, daß fie bei all den Lasten und Mühen, die die Leitung des GteinkamphofeS ihr auflegt, noch ziemlich bei Kräften bleibt.
Marter Korn, der jetzt wieder häufig auf den Hof kommt und fich abmüht, dem Bauern ein christlich Wort beizubringen, meinte, fie solle nunmehr den Wilhelm zur Unterstützung zu fich
)( Der österreichische Thronfolger und die ungarische Regierung.
Die Reise des österreichischen Thronfolgers, "des Erzherzogs Franz Ferdinand, ist zum Gegen« stand« von Interpellationen im ungarischen Abgeordnetenhause gemacht worden. Die Herren von der Kossuth-Partei konnten wieder einmal ihr Temperament nicht zügeln und haben sich mit ihren beiden Interpellationen unter dem Scheine von Wächtern der Verfassung in der unlieben«« würdigsten Weise hervorgethan — um nicht eine andere, unparlameniarische Bezeichnung dafür zu wählen. Die Interpellation des Abg. Vtsontai kann man fich noch gefallen lassen; denn fie beruht wirklich auf politischer Grundlage. Bei dem eigenartigen Verhältnisse, in dem gerade die Magyaren dem Russenthum gegenüberstehen, ist es .auch zu erklären, daß die Reise de« Thronfolgers nach der Zarenstadt die ungarischen Gemüther besonders stark aufgeregt hat. Aber e« bleibt -immerhin furchtbar Ungeschick:, von dem Ministerpräsidenten in öffentlicher Parlament-fitzuvg haar« klein erfahren zu wollen, was für vertrauliche Aufträge der Erzherzog in Petersburg auszurichten chatt«. Und Vtsontai'« Besorgnisse, die Reise »könnte den ungarischen Sonderinteressen schädlich -fein, find ebenso anmaßend wie unklug. Die ganze chabrburgische Monarchie steht bereit« unter dem Vanne de» magyarischen Einflusses, da wird sich die Wiener Regierung schönsten« hüten davor, die >fo 'leicht reizbaren Budapester Brüder auf die Hühneraugen zu treten.
Dj« andere Interpellation d rS Abg. K o m p a t h y ist aber ganz einfach unverschämt. Sie lautet- folgendermaßen:
fjßt die ungarische Regierung durch den Minister > Präsidenten in der Feststellung de- "Planes und der Details der Reise des Thronfolgers Franz Ferdinand nach Petersburg theil- geuommen? Hat sie dabei denjenigen konstitutionellen Einfluß auSgeübt, welcher der ungari» fchen Regierung im Ginne unserer Gesetze zusteht, und deren Ausübung zugleich ihre Pflicht ist? Ist etz wahr, daß der Erzherzog ein Mitglied der ungarischen Regierung, den Minister fam allerhöchsten Hoflager, der sich in dieser Angelegenheit zur Audienz meldete, nicht empfangen und diesen hierdurch an der Ausübung seiner konstitutionellen Pflicht und seines Rechtes hinderte?
Das ganze Verbrechen des Erzherzogs ist, daß er fich zum Reisebegleiter einen Mann auserkor, der alS weißer Rabe in Ungarn sich nicht scheut davor, in dem „Marianischen Königreiche" als ,Katholik aufzutreten. Zum Berständniß der Sache muß man fich in's Gedächtniß zurückrufen, daß nach österreichischer Sitte der Erzherzog auf seiner Reise je einen Vertreter des österreichischen und deS ungarischen Hochadels bei sich haben sollte. AuS dem österreichischen Adel wählte er sich einen
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„Ich, Schuld?" ächzte der Steinkampbauer. „Den Tod geholt, sagtet Ihr so, Doktor?" rief er schreckensstarr, in furchtbarer Aigst.
„Der Junge kommt nicht durch die Krankheit, ich sagte eS ja schon." entgegnete der Arzt ernst und bestimmt; „warum soll ich Euch ungewiß laffen? Noch ein paar Tage höchstens geb' ich ihm!"
Der Bauer lachte plötzlich hell und sorglos auf. „DaS ist ja Alles bloß leeres Gerede, ein böseS Scherzen. Meint Ihr, ich glaubte Euch? Ihr seid gegen mich verschworen, Alle mitein- ander. Aber die Buben kriegen den Hof nicht, der Anton wird Erbe —"
„Seid v-rnünsttg, Steinkamp." mahnte der DoÜor. „Ich sagte die lautere Wahrhest."
„Ihr lügt — Alle lügen — ich glaub'- nicht — endlich soll mein Wille durchgehen — immer noch ist's andere gegangen al- ich wollte, und jetzt — jetzt —"
Steinkamp hatte mit lauter Stimme gesprochen bi- zum Schluß, und Arzt und Bäuerin hatten nicht scharf Obacht auf ihn gegeben. Jetzt übermannte ihn auf einmal die Schwäche, und ehe die Andern zusprangen, fiel er dröhnend wie eine gefällte Eiche zu Boden. Ihn, der so oft eine eiserne Stirn gezeigt und Ruhe bewahrt hatte, wo andere Menschen der Gram vernichtet hätte, war de« letzten Schicksalsschlage nicht mehr gewachsen gewesen; eS hatte ihn überwältigt.
Ma« brachte ihn zu Bett. Er schrie und lachte, tobte und phantafirte durcheinander; der Arzt beorderte zwei Knechte, die ihn zu halten hatte«.
Jetzt läge« zwei Sch «erkrank« auf dem SteinkampLhof.
Fürsten Windisckgrätz, aus Ungarn den Grafen Janos Zichy. Früher war gemeldet worden: Ferdinand Zicky, der Führer der katholischen VolkSpartei in Ungarn. Diese Meldung war aber falsch. Es handelte sich gar nicht um den Grafen Feroinand, sondern um den Grafen Janos Zichy, einen Sohn des Grafen Ferdinand. Der Erzherzog ist dabei vollkommen korrekt zu Werke gegangen. Er hat dem Kaiser, bevor die Wahl erging, seinen Vorschlag unterbreitet und dieser ist vom Kaiser genehmigt worden. Die ungarischen Interpellationen richten also ihre Spitze nicht nur gegen den Thronfolger, sondern auch gegen den Kaiser.
Der «ngarifche Ministerpräsident von Szell erhob wegen der Wahl des Grafen Zichy Vorstellungen, ur.b nun verzichtete der Thronfolger auf die ungarische Begleitung — alles so natürlich und so selbstverständlich, wie nur möglich. Aber die Ungarn ärgerten sich darüber, daß nun Keiner vor: den Ihrigen nach Petersburg mitreiste, und die Urbermagyaren der KoffuthS-Partei konnten diesen ihren Aerzer so wenig meistern, daß fir sogar in öffentlicher Parlamentsfitzung diese persönliche Angelegenheit des Thronfolgers herbeizerrten, um daran ihr magyarisches Müthchen za kühle«!
Und was hat nun Ministerpräsident von Szell geantwortet? Die Antwort ist einzig. Er hat zunächst zugegeben, daß die Wahl der Begleiter deS Erzherzogs einen persönliche« Charakter gehabt habe. Damit ist doch auch zugegeben, daß die politische Regierung deS Königreichs Ungarn hier keine Befugniß tzrzu hatte, in diese Dinge fich einzumischeu. Aber nun wählte der Erzherzog den Grafen Janos Zichy, und auf einmal soll nach der Ansicht des Herr« von Szell dadurch, die Sache ein anderes O«, ficht bekomme« haben! Der Minister meint, deswegen, weil Graf Zichy „der Führer einer ovnhstlt-yellen Partei sei". Deswegen habe die Wahl des Thronfolger- in Widerspruch gestanden mit den parlamentarischen Grundsätzen T , ,] «elbee aber wirdes Herrn m uiemaks gelingen, der Welt den Widerspruch aufzuklären, den feine eigene« Ausführungen enthalten. Denn wenn er selbst sagt, die Wahl der Reisebegleiter sei eine persönliche Angelegenheit deS Erzherzogs Franz Ferdinand gewesen, dann kann der ungarische Parlamentarismus nicht beanspruchen, Richter über diese Personenfrage zu fei«. Daß der Thronfolger dennoch den ungarischen Wünsche« folgte und von der Reisebeglritung des Grafe« JanoS Zichy absah, war schon die denkbar weiteste Nachgiebigkeit gegenüber der Engherzigkeit und Gehässigkeit der herrschende« politische« Richtung, und deswegen kann es nicht anders alS unverschämt bezeichnet werden, daß nun Herr Kompathy auch noch mit einer Interpellation auf den parlamentarischen Schauplatz rückte. Ma« suche sich einmal vorzustellen, im deutschen Reichstage würde ein entsprechender Versuch gemacht, in die persönlichen Angelegenheiten des Kaisers i« dieser brüsken Form fich eiuzumische«.
Die verfaffungsmäßigen Rechte müssen gewahrt werde«. Aber hier handelt es sich um
Gittes Wille nnb MeischesplM.
Eine Erzählung aus der Ruhrgegend von G. Rappelt.
7 ------ (Nachdruck verboten.)
„WaS ist's. war gibt'-?"
Die Bäuerin fand den Muth nicht, zu antworte«. Der Arzt aber sagte dem Steinkamp- bauer klar, wie es um seinen Erben stünde.
Der Bauer wurde weiß wie die Wand, an der er lehnte, rana nach Athem und versuchte zu sprechen. Einige Sekunden hörte man nichts als die wirre« Worte deS fiebernden KindeS und das Krücken deS Bauers.
Schließlich fuhr dieser sein Weib a«: „Hast erreicht, was Du wünschtest. Aber ich sage Dir: Ehe vo« be« Buben einer auch nur eine» Halm oder eine Erdscholle von meinem Hofe bekommt, schenke ich ihn dem erste« Bettler an der Land« straße."
„AIS ob ich jetzt einen andere« Gedanken hätte al- an Anton," begütigte die Bäuerin.
„Glaub's schon, wirst auch wohl wisse«, wie er zu seiner Krankheit gekommen ist."
„Wie? Was meinst Du?"
„Daß Du Schuld a» seinem Leiden bist. Irgendwie, was weiß ich? Weiber find allzeit hftig."
„Steinkamp," tief jetzt der Arzt erbost, „wer ist gestern Abend mit der Kutsche durch de« Nebel gerast, als ob der Gottseibeiuns hinter ihm wäre? Ich sah Euch an meinem Garten vorbeijagen. Wen« Ihr den Junge« bei Euch hattet, so müßt Ihr ganz genau wissen, wo er sich den Tod geholt hat."
Inspektoren dem kanadischen Weize« dasselbe Certifikat auSsttllen, als ob eS Erzeugniß der Bereinigten Staaten sei. Die Berliner kabelten nun aufS neue:
„Telegramm dankend erhalten. Demzufolge müssen deutsche Käufer unbedingt verlangen JnspektionS- certifikate, enthaltend Ursprung Bereinigte Staaten. Kabelt, ob die« sofort veranlassen könnt, sonst aUe neuen Geschäfte unmöglich." , ,
Newyork' antwortete flugs Folgendes darauf: ,Bom 15. Februar ab wird außerhalb der Brr- einigten Staaten gewachsenes Getreide als Tran fit - waare certifizirt werden. UnfereBörfe kann dies aber nur für Newyork bestimmen ufw. usw."
Die Kabeldepeschen reden für sich selbst. Jetzt weiß man auch, warum die Einfuhr kanadischen Getreides sofort nach der Einführung der höheren deutschen Zölle vollkommen aufhörte und verschwunden geblieben ist. Das kanadisch« Getreide kommt eben nicht mehr direkt zu unS, sondern auf dem kleinen Umwege über die Vereinigten Staaten zum alten niedrige« Zollsätze, und die Kanadier lachen Deutschland und seine Zollbehörden hinter ihrem Rücke« aus. Di« kanadische Getreide-Einsuhr betrug nach der Feststellung für 1898, d. h. also im letzten Jahre vor der Erhebung der Differentialzölle, 267 000 Doppelzentner. Diese ganze Getreide» maffe gelangt nun über die Vereinigten Staate« zu uns, und wir gewähren nach wie vor — nur jetzt gegen unsere Absicht und gegen unser« Willen — be« Kanadier« für ihre Getreide« Einfuhr die Meistbegünstigung! Dagegen könne« nur wirkliche Ursprungszeugnisse helfen!
X In bet Zolltarif-Kommission deS Reichstages entfaltet der Centrumsabgeordnete Aerotd, der Vertreter der Wahlkreises F ul da» Sersfeld-Schlüchtern, eine hervorragende Thätiakeit. NruerdingS ist eS ihm gelungen, i« der öfelurnfhcittenen Frage der Getreidezölle eine Einigung der «ationaviberalen, konservativen und der dem Eentrum angehörige« Mitglieder der Kommission herbeizusühre«. I« einer vertraulichen Besprechung einigte man fich gestern auf einen von Herrn Herold gestellte« Vermittelungsantrag, nach welchem bet Zoll für W-izen auf 6 Matk unb für die drei anderen Äetreloearien (Roggen^ Hafer, Gerste) auf 51/* Mark festgesetzt werden soll. Dieser Antrag wird der Kommission der nächsten Sitzung (Dienstag) zugehen. Nach bettt Entwurf- der Regierung sollen die entsprechenden Sätze sein 51/» Mk. für Weizen, 5 Mk. für Hafer unb Roggen, aber nur 3 Mk. für Geiste. Bi» jetzt liegt irgenbwelche Aeußernng ber Regierung über diesen Einigung« Vorschlag noch nicht vor.
+ Sturm i* der Aolltarif Kommiffio«. Möglicherweise hat im RetchStagspebäube «och niemals eine so stürmische und lärmende Rom» miffionS-Sitzung ftattgefunben, wie am heutigen Freitag die Sitzung der Zolltarif-Rommission verlief. Es handelte fich nacy wie vor um den zwölften Paragraphen des Zolltarif • Gesetzes, der von dem Zeitpunkte de- Jnkrafttreten- haudelt, und dabei um den antrag Spahn, daß das Gesetz spätestens am 1. Januar 1905 in Riaft treten soll. Staatssekretär Graf PosadowSky sprach vergeblich gegen den Antrag. Derselbe wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Freistnniqen und de- kommt nur einen rot he« Pfennig von den — be« — Buben?"
Wer da- wisse« könnte!
Längst liegt fußhoher Schnee auf AntonS Grab. Die Feiertage find vorbei und die Zeit ist schon wochenweit inS junge Jahr vor»
Inserat», DW
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3. P6»3CU<» le Salbe. ** mit ZlnterHaÜungs Aeilage „Muürirte Sonntags-Zeitung
Ds«tfches Keich«
Berlin, 14. Februar 1902.
K. Die KeKnndärSaHnvorlage, d. h. ber Gesetzentwurf zur Vervollstänbigung und Er- Weiterung des Eisenbahnnetzes unb zur Be- Heiligung an dem Bau von Kleinbahnen, ist, wie schon telegraphisch gemeldet, dem Abgeordnetenhause heute zugegangen. Er ermächtigte die Staatsregierung 1) zur Herstellung vo« Eisenbahnen und zur Beschaffung der für dieselben erforderlicken Betriebsmittel und zwar zum Bau einer Haupteisenbahn (von Oppeln nach Brockau) und zum Bau von 18 Neben-Eisen- bahnen. Unter bieten sind für Hessen-Nassau wichtig folgende Bahnen: Gerstungen-Dankmarshausen - Vacha - Hünfeld mit Abzweigung nach Geisa (10,111000 Mark) und Hersfeld-Treysa (5685000 Mark) 2) zum Erwerb des Eigenthums von 4 Nebenbahnen, darunter die schmalspurigen Nebenbahnen Sal- zungen-Vacha und Dorndorf-Kaltennordheim (Feldabahn), wofür die Summe von 1374074 Mark 65 Pfennig eingesetzt ist. Zur Förderung des Baues von Kleinbahnen find 20 Millionen Mark vorgesehen ; inSgesammt sieht die Vorlage die Ausgabe von 128286329 Mark 95 Pfennig vor.
X Irrmd« Hirrfuhr und ZlrsprrmL»- ze«g«isse. Die Setreideeinsuhr aus Kanada «ach Deutschland soll nicht dem Vortrags- iatif unterliegen, sondern mit dem höheren Zoll des Grneraltarifs belegt werden, Kanada behandelt die deutsche Einfuhr schlecht, behandelt die deutschen Maare« nicht nach den Grundsätzen der Meistbegünstigung; also kann Kanada umgekehrt auch nicht verlangen, daß eS für seine Maaren dir Meistbegünstigung nach den Handels» Verträgen im deutschen Reiche finde, Wenn man nun aber wüßte, woher die Maaren stamme«, die bei u«S eingesührt werden! Dem Weizm sieht man es nicht an, ob et i« den Vereinigten Staaten von Amerika oder aber in Kanada gewachsen ist; und wenn keine Ursprungszeugnisse verlangt werden, senden uns die Kanadier ganz einfach ihr Getreide auf dem kleinen Umwege Übet die notbametikanische Staatenunion und bringen es auf diese Weise dennoch zu dem niedrigen Zolltarif der Handelsverträge bei uns herein. Wie das gemacht wird, ersteht man aus einem kleinen Depeschenwechsel, der seinen Weg in.die O-ffentlichkeit gefunden hat. Er hat ftattgefunben zwischen dem Verein Berliner Getreidehändler unb bem Präsidenten der New-Iorker Getreidebörse und besteht in Folgenoem: Die Berliner hatten in einem bestimmten Falle erfahren, daß kanadischer Weizen in New Jork den Ausweis als Weizen aus den Vereinigten Staaten erhielt und fragten deswegen in New Jork an. Der Präsident der New-Iorker Getreidebörse gab den Bescheid, daß die amerikanischen Hafen- SS^MSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS^«»»