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mit Zlnlerhallungs-WeilageMuflrirte Sonntags-Zeitung"

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29. Jahrgang.

IuLöa, Freitag, den 14. Februar 1902.

M 37.

G Das ostasiatische Bündniß.

Seit länger als zweihundert Jahren gehört zu den Gepflogenheiten der enzltschen Politik, einenkontinentalen Degen" sich anzuschaffen, vorausgesetzt natürlich, daß sie einen bekommt. Solchekontinentale Degen" waren für England beispielsweise Preußen gegen König Ludwig XV. von Frankreich oder Oesterreich gegen LudwigXIV.; die Macht auf dem Festlands, eben derIon* tinentale Degen", focht, die Engländer zahlte»; sie haben es ja inyner dazu gehabt seit zwei­hundert Jahren. Dasstolze Britannien aber herrschte auf den Wogen".

In neuer Zett hat diese Herrschaft des stolzen Britanniens bedenklich das Wackeln be­kommen. »Auf den Wogen" reden auch andere Leute mit, und zu der Rolle deSkontinentalen Degens" gibt sich keine europäische Macht mehr her. Die Herren Engländer können sich die Finger selbst verbrennen, wenn sie sich Ka­stanien aus dem Feuer holen wollen; und da find sie nun zu der neuesten »ulturmacht ge­gangen, die es gibt, zu Japan, mit dessen Kultur es ja »och in manchen Glücken etwas windig bestellt ist. Daß die Vortheile deS Bündniffes der Hauptsache nach nicht bei Japan liegen, ist von vornherein für Jedermann klar, der nut ei« wenig in die britische Politik sich hineingedacht hat. Die Engländer würden sich schönstens vor dem Abschluffe dieses Bündnißvertrages mit Japan gehütet haben, wenn sie nicht der Ansicht gewesen wären, daß ihnen der japanische Degen von sehr großem Vortheile sein würde! Man kann auch getrost annehmen, daß England nebenher allerhand Ansichten dabei hat, von denen <e« der Welt nicht» sagt. Da» Hauptgcbiet der englischen Nebenbuhlerschaft gegen Rußland liegt ja gar nicht in Ostasien, sondern in Mittelasien; und im Sinne der britischen Bestrebungen würde er nur liegen, wenn neben den öffentlichen Ab­machungen noch geheime Verabredungen getroffen wären für den Fall englisch-russischer Verwicke­lungen in Afghanistan, Persien oder dergleichen mehr. Die Japaner können, wenn sie wollen, de» Russen nicht geringe Schwierigkeiten in Ostasien verursachen; und sollten Russen und Engländer wirklich einmal in gröblicher Weise in Mittelasien auf einander stoßen, dann könnte den Briten das Bündniß mit Japan von unschätzbarem Vortheile werden.

In einigen Drahtmeldungen ist gesagt, -das Bekanutwerden des Bündniß.Vertrages zwischen England und Japan sei eine vollkommene Ueber- raschung gewesen. Das ist wohl nur ein Scherz. Von London selbst aus ist gleichzeitig mit der amtlichen Bekanntmachung des Vertrages gesagt worden, dieser sei bas Ergebniß der Verhältnisse und Verhandlungen eines Zeitraumes von zwei Jahren; daß England neuerdings stets ganz be- fonders um die japanische Freundschaft sich be­mühte, weiß doch die Well. England «ar eS doch auch gewesen, das den Vorschlag machte, Japan alsDegen" und als Vormacht gegen China zu gebrauchen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika unterstützte« damals diesen Vor­schlag, der aber zum Glück von dm übrigen Mächten

GM- Wille md Nrrschn»!»«.

Eine Erzählung aus der Ruhrgegend von G. Rapp er t.

6 ------ (Nachdruck verboten.)

Endlos schien ihm der nicht über lange Weg, trotzdem er das Pferd stets hatte traben laffe», ausgenommen am Kloster Schallenberg, an dem er langsamen Schritts vorbeigefahren war.

Wre lustig dre Klostermühle klapperte! Und lachte der Bruder Müller nicht höhnisch durch die mehlbestaubten Fensterscheiben? Wenn er Recht erhielte, würde er ihnen schon anders auf­spielen. Dann drehte ihnen sein Bach nicht mehr das Mühlrad; nicht wen« man ihm ein Vermögen zum Entgelt böte.

Aber wenn die Mönche obsiegten! DaS konnte, das durste nicht fein! Seine Beängstigung war unnütz, ganz gewiß.

Er stellte seinen Wagen gleich im grauen Bären unter. Es war kein gutes Gasthaus, lag aber dem Gericht gegenüber.

Anton an der Hand, schritt der Steinkam- bauer durch die hallenden Gänge be» Gerichts- Hauses. Die dumpfe Luft beklemmte ihn; ihn fröstelte und dennoch trat der Schweiß auf seine Stirn.

Täuschte er sich? Oder wichen in der That die Schreiber und Diener, die ihn sonst so oft umlagert hatten, um zu Bier und Brod in» Gast­haus eingeladen zu werden, aus? War das eine schlimme Vorbedeutung?

Da bog der Assessor um eine Gangecke. Er hatte oft den Termin des Steinkampbauern ge­leitet und erkannte ihn gleich.

nicht qutgeheiße« wurde; die Bereinigten Staaten von Nordamerika sind auch mit der Entstehungs- Geschichte dieses eigentliche« Vertrages sicherlich ganz genau vertraut gewesen. Nicht ganz fern liegt sogar die Vermuthung, daß die Engländer es sehr gern gesehen haben würden, wenn die angelsächsischen Vettern jenseits des großen Salz- wassers den Dritten im Bunde hätten abgeben wollen. Londoner Zeitungs-Stimmen lassen darauf schließen, daß dieser Wunsch dort noch immer rege ist und die britische Regierung Hoffnungen auf einen späteren Anschluß der nordamerikanischen Staaten-Union nährt.

Die sonderbaren Schwärmer, die während der jüngsten Znt geheim und auch öffentlich von einer sreundsckaftlichen Annäherung Eng- lands und auch Rußlands träumten, in Bri­tannien und auch im Zarenreiche, die wnklich glauben konnten, ein englisch russisches Bündniß sei nicht unmöglich, sind nun freilich gänzlich auf dar Glatteis gesetzt. Für diese Phantasten, die außer ihren eigenen Einbildungen nichts von dem sahen, was wirklich in der Welt vorging, mag die Veröffentlichung dieser Vertrages freilich eine arge und gänzliche Ueberraschung gewesen sei*. Denn der Vertrag bedeutet Tusch gegen das Zarenreich und dar Verhältniß zwischen Petersburg und London wird jetzt voraussichtlich noch weniger liebenswürdige Formen annehmen, als es bsther schon gehabt hat Es kommt dazu, daß die englische Presse theilweise ganz offen und unverfroren auf die Spitze hinweist, die mit dem Abschlüsse dieses Ostasirn-Vertrages gegen Rußland gekehrt wird. Dieser Ton wird am klarsten gekennzeichnet durch eine Aeußerung der Londoner .Daily Mail'.Wir sind tn der Lage so schreibt diese aus unanfechtbarer Quelle zu versichern, daß die Beziehungen zwischen Englano und Rußland in Folge der russischen Politik in der Mandschurei in bedauer­licher Weise beeinträchtigt worden find." Ob die Schuld an dieser Beeinträchtigung nur bei Rußland liegt, möge hier nicht genauer unter­sucht werden Es wird gestattet sein, ernstliche Zweifel daran zu hegen.

Die Redensart, die in der Einleitung des öffentlich bekannt gemachten Vertrages von der Erh«ltu«g des Friedens durch diesen Vertrag gemacht wird, ist keinen Pfifferling werth. Sollte England glauben, die Zeit sei gekommen, durch einen Krieg Vortheile für sich zu ver­schaffen, so würde es sofort diesen Krieg be­ginnen. So war die britische Politik stets gehalten; und Leute, die sich eben jetzt in so scheußlicher Weise in Südafrika gegen alle Menschlichkeit vergehe«, nur um in den Besitz von Diamantengruben und Goldfeldern zu ge­langen, sollten solche salbungsvolle Redens­arten lieber unterlassen. Für Rußland liegt daS Gegengewicht gegen England und Japan in seinem Bündnisse mit Frankreich. Und gerade deswegen braucht es daS neue ostasi­atische Bündniß trotz alledem und alledem nichtz allzu tragisch aufzufaffen. Die Ergländer aber sind durch diesen Vertrag mit dem gelben Japan das erste europäische Volk geworden, das ein -edniß mit» der gelbe« Raffe schließt. Nun

Hat nicht gut für Euch gegargen," rief er ihm zu und setzte seine« Weg feit.

Der Bauer stürzte hinter ihm her.Wie sagtet Ihr, Herr?"

Ihr habt den Prozeß verloren, Steinkamp!"

Dieser erbleichte und brach fast zusammen. Ist nichts mehr dran zu machen?"

Könnt Revision einlegen, wenn Ihr Lust habt, aber Ihr werdet wieder verlieren. Alle» spricht gegen Euch!"

Während der Affeffor gleichmüthig von dannen ging, eilte der Bauer zornbebend zu seinem Advokaten.

Hier erfuhr er nicht» andere».Ich habe Euch ja vorher gewarnt," sagte der Rechtsanwalt gleichgiltig.Habt'« ja nie glauben wollen!"

Aber wir müssen gewinnen, wir müssen!" schrie Steinkamp.Wenn wir auch di« zum Reichsgericht gehen."

Sind Euch die Kosten noch nicht hoch genug, Steinkamp?"

Bah, die Kosten, die Kosten"

An 200 Thaler," sagte der Rechtsanwalt nüchternen Tone».

Wat?" schrie der Bauer.

200 Thaler, gewiß. Und am Reichsgericht würdet Ihr auch mit dem Doppelten keinen an­deren Spruch erkämpfen."

Steinkamp ging ohne Gruß. Im grauen Bären setzte er sich in eine dunkle Ecke und suchte seinen Grtmm zu vertrinken. Anton ließ er nicht von sich.

Es «ar fast Nacht, als Steinkamp mit un­sicherer Stimme anzuspannen befahl. Er schwankte, als er zum Wagen ging.

Bleibt besser die Nacht Über hier." rieth de? Wirth.

ist bekanntlich Über Seschmacksochen nicht zu streiten. Aber, daß dieses Bündniß zwischen Mongolen und Briten diesen Letztere« zur btsondern Ehre gereiche, werde« die Bewohner der britischen Inseln wohl selbst kaum behaupten wollen.

Derrtfches Keich«

Berlin, 13. Februar 1902.

+ Die Zr-ichstagsrrachwstzl von Htt- weUerSt. Wendel soll noch Gegenstand be­sonderer Untersuchungen und Erhebungen fein. Dort wurde bekanntlich der nationalliberale Ober­bergrath Prietze gewählt, und der amtliche Wahl­apparat hat dabei nicht schlecht gearbeitet zu Gunsten dieser Wahl. Nach dem Anträge der WahlprüsungS-Kommission be» Reichstage» soll die Beschlußfassung über die Giltigkeit dieser Wahl ausgesetzt und der Kanzler ersucht werden, durch Vermittelung der preußischen Regierung die Ein­ziehung der Akten über einen bestimmten Be­schwerdepunkt zu veranlassen. Außerdem sollen noch mehrere Beweiserhebungen vorgenommen werden.

X Kefestignvg de« HSerrhei««. In der Budget-Kommission des RerchstageS ist, wie be­richtet, am Mittwoch bei der Besprechung deS FestungsbauwekenS auch von der Befestigung deS Oberrheins die Rede gewesen, für die nach dem Vorschläge der Kommission zunächst ein Posten von 1*It Million in den nächsten Etat eingesetzt werden soll. Gemeint ist eine Befestigung des Jsteiner Klotzes zur Abwehr einer Möglich­keit deS Vorstoßes eir.eS französischen Heeres durch die Vogesen-Pässe. Die Flußübergänge können «ach der Ausführung der Befestigung durch die Batterien der badischen Höhe unter Feuer genom­men werden. Die Schweizer besürchteten anfäng­lich, wie bekannt, eine Befestigung deS TÜllinger Berges in nächster Näh? von Bafel. Nunmehr werden sie hoffentlich vollkommen beruhigt sein, da sie wiffen, daß der Jsteiner Klotz für die An­lage der neuen Oberrhein-Befestigung in Aussicht genommen ist.

+ ArS-itgeSrr rmd ArSettneHmer im A««delssewer»e. Einer Zeitungrmeldung zu­folge ist anzunehmen, daß noch im Laufe dieser Tagung dem Reichstage der Gesetzentwurf zugehen wird, der die Rechtsverhältnisse zwischen dem Ar­beitgeber und Arbeitnehmer im Handelsgewerbe regeln soll. Der Entwurf soll nach dieser Meldung längst im Reichsamte dcs Innern fertiggestellt gewesen sein, aber noch einige Bedenken de» preußi­schen Justizministers hervorgerufen haben, die nun­mehr beseitigt sein sollen.

-p Freiherr von Richthofen, der Staattsekrrtär des Auswärtig?« Amtes, hat heute (Donnerstag) eine neue Erklärung im preußischen Ahgeorbnetenhause abgegeben über den Stand der Kilf-Lr«-- für di- IS«--«. England will die deutschen Wünsche nicht vollkommen erfülle«, das itt der Sinn eines Drahtberichtes, den der deutsche Botschafter in London über diese Angelegenheit an das Ber« liner Auswärtige Amt gerichtet. Die Sendung

Schweig, oder . . ." Im scharfen Trabe raffelte der Steinkampbauer in das zunehmende Dunkel.

Der Bärrnwirth murmelte:Wern das nur kein Unglück gibt!" und kehrte in die Gaststube zurück.

Doch der Steir.kampbauer kam ungefährdet nach Hause, wo er sich sofort i« sein Zimmer einschloß. Bäuerin und Grfinde wußten genug; auch hörten sie von Zeit zu Zeit die Püffe und Stöße, mit denen der Bauer feine Wmh an den derben Möbeln auszulaffen suchte.

Die Furcht der Bäuerin vor dem bösen Wetter, daS für den andern Tag zu drohen schien, wich der Sorge um Anton. Der Junge hatte einen rothen Kopf, obwohl er nicht am Feuer geseffen hatte; dazu glänzten die Augen unruhig und fieberisch, und sein Abendbrod stand unberührt vor ihm auf dem Tisch.

Frau Anna wußte nichts Grscheidteres zu jhun, als den Jungen zu Bett zu bringen. Dann begab ste sich selbst zur Ruhe, nachdem sie den Bauer vergeblich gemahnt hatte, ein Gleiches zu thun. Er lief noch immer auf seinem Zimmer hin und her, sprach halblaut vor sich hin und donnerte gegen die Möbel.

Um die halbe Nacht weckte die Bäuerin lautes, ängstliches Stöhnen aus der Nebenkammer, in der Ar ton seine Bettstatt hatte. Erschreckt eilte ste an das Lager ihres Adoptivsohnes und fand ihn in heftigem Fieber und irre redend.

Sie versuchte angstvoll, den Bauer zu holen; aber der öffnete und antwortete nicht, sonder« verschlief in irgend einem Seffel die vorherge- gangen e Aufregung.

Die Altmagd, eixe erfahrene Person, wurde

do* Kleidern und Lebensmitteln «ach de« Konzentrationslagern will die britische Regie­rung gestatten und alibals in Erwägungen darüber eintreten, wie diese Sendungen am besten zu bewerkstelligen seien. Geldsendungen will sie indessen nicht erlauben, weil sie nutzlos" seien! Die Erfindung wußte erst jetzt die englische Regierung machen, baß Geld nutzlos" sei. Sie zeugt von neuem für die Härte und für die Engherzigkeit der englische« Machthaber gegenüber den bedauernSwertheu Burenvolke. Leider aber konnte diese Thetsache heute nicht im preußischen Abgeordnetenhaus« festgestellt werde», da nach der Geschäftsord­nung unter den obwaltenden Umständen eine Debatte nicht statthaft war. Sonst würde diese Meinung sicherlich sehr deutlich zum Ausdrücke gekommen sei«. Die äußerst höflichen Be­merkungen, die der Staatssekretär feixet amt­lichen Mittheilung als Ausdruck deS DankeS für die englische Regierung anfügte, klangen darum ein wenig seltsam und recht wenig selbst­bewußt in dem Munde des Vertreters der deut- scheu auswärtigen Politik.

4- Die DoKtarifKommisfiott de» Il-ich-- tage» hat sich heute (Donr-erStag) mit dem zwölften Paragraphen deS ZolltarifgesitzeS be­schäftigt, der von dem Zeitpunkte de» Inkraft­tretens deS Gesetzes handelt. Mit der Unter­stützung von 19 Abgeordneten beantragte Abg. Dr. Spahn vom Centrum für den ersten Ab­satz dieses Paragraphen die nachfolgende Fassung: Dieses Gesetz tritt an einem durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des BundeSrathes festzusetzende« Tage, spätestenSaml. Januar 1905, in Kraft." Diese Festsetzung etnes be­stimmten Zeitpunktes wurde von de« RegierungS- Vertretern lebhaft bekämpft, wiederum in Ver­bindung mit den Herren vom Freisinn und von der Sozialdemokratie. Aber die Aeußerungm deS StaatSfekretärS Grafen PosadowSk, darüber wurden als vertraulich bezeichnet und dürfen darum nicht an die Orffentlichkeit ge­langen. Staatssekretär Frhr. von Richthofen erklärte, daß die neuen HandelsvertragSverhand- hingen sofort nach Erledigung deS ReichstagS- berathungen beginnen sollten. Die Redner der R.'Sttn bezeichneten die Festsetzung des Zeit« punkleS für sei« Inkrafttreten als durchaus noth- wendig. Die Debatte wird am Freitag fortgescht.

* Atter» , Invaliden nnb Atttter- SlieSenenkasse Ser katholischen D-ntfchlands. Am 4. Februar d. I. fand zu Berlin die erste ordentliche Hauptver­sammlung statt, in welcher etwa 60 Mitglieder vertreten waren. Die Kaffe zählt jetzt 167 Mit« glirder, worunter 134 ordentliche, 28 außer­ordentliche und 5 Ehrenmitglieder. Die Ge« sammtsurnme der jährlichen Prämienzahlungen be­läuft sich auf 23 576 Mk. Das versicherte Ge- holt wonach die Prämien berechnet werden erreicht den Betrag von 394750 Mk. DaS Reinvermögen der Kaffe berägt 45615,90 Mk., wovon 21000 in einer Hypothek, der Rest in mündelsicheren Wertbpupieren angelegt ist bezw. wird. Am 1. August 1901 betrug das Der- mögen 32 000 Mk ; dasselbe hat also im letzten hrrbeigerusem Ihr wie der Bäuerin schien der Junge ernstlich krank zu sein, und ein Knecht mußte anspannen und den Arzt Hohn.

Inzwischen thalen die Frauen, was sie ver- mochten, reichten dem Kranken zu trinken und kühlten ihm die heißen Schläfe.

Der Bäuerin kamen ganz absonderliche Ge­danke«, als sie jetzt wachend neben dem Kranken saß. Die Altmagd nickte auf ihrem Stuhl. Langsam brannte die Kerze in dem schweren Zinnleuchter nieder, und durch das Fenster drang verstohlen das fahle Licht des untergehenden Mondes. Vorwürfe stiegen im Herzen der Bäuerin auf, ob sie nicht ihrem Adoptivkinde häufig genug eine wenig gute Mutter gewesen sei und ihre Pflichten vernachlässigt habe. So würde der Bauer ganz gewiß reden, wenn er von Anton's Krankheit erführe und hin und her und her und hin spönnen sich die Gedanken; Stunde um Stunde verrann.

Mit dem Morgengrauen kam der Arzt, em bar fit er Greis von großer Tüchtigkeit.Frau Steinkamp," sagte er, nachdem er den Jungen untersucht hatte,es sieht schlimm aus: Lungen- entzündung, und die Brüll ist schon von vorn­herein schwachwenig Hoffnung, muß man sagen.

..O Gott, o Gott," meinte die Bäuerin.Sie müssen ihn retten, Doktor. Der Bauer hält so viel auf ihn."

Ich thue, was ich kann." antwortete der Arzt.Aber hier ist Menscherchlfe wohl um- sonst. Ich kenne mich darauf; hab' schon ähn­liche Kranke gehabt"

In diesem Augenblicke trat der Bauer in « Gemach. Die Altmagd hatte eS mittlerweile fertiggebracht, ihn zu wecken. (3- f )