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29. Jahrgang.

IuLöcr, Donnerstag, den 13. Februar 1902.

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die Bäuerin eines Mit»

warfen einen Graben auf, dicht neben der das untere Ende des Hofes durch-

gibt das, Bauer?" fragte ste ver-

>nt km» »eitel bei Settwt Xdtatotewl P<kfH«I< Hf. 1 Ckneraü).

---(Nachdruck verboten.) 4.

Gittes Wik sei Müsches-lüe.

Eine Erzählung aus der Ruhrgegend von G. Kappert.

Die Glocken von Schallenberg läuteten schon seit dem frühesten Morgen in kurzen Unter­brechungen. Der frische Frühisind trug ihre feier­lichen Klänge über Wald und Feld, durch Thal und Wiesen; di« Sonne breitete ihren Glanz über die Welt, spielte in farbigen Strahlen im reich­lichen Thau und warf Helle Lichter in das dichte Laubdach der Bäume, das schon mancherorts die bunten Farben des Herbstes zeigte.

Auf allen Höfen im weiten Rund wehten Fahnen und prangten Laubgewinde; auf allen Höfen legte Groß und Klein die besten Gewänder an, obgleich es kein Sonn- oder Feiertag war, und wanderte dann in festlichem Zugs und fest­licher Stimmung zur Klosterkirche der Franziskaner, um der Primiz Johannes Steinkamps beizu­wohnen.

Bleich und ernst sah der junge Priester aus. Er war glücklich, aber nicht froh, denn fein Vater sehlte an seinem Ehrentage. Was die Leute über den Steinkampbauer dachten, was sie auf dem Wege über ihn gesprochen hatten, als sie den weithin sichtbaren Stsinkamphof ohne Schmuck und Zier erblickten, war wenig schmeichelhaft für den verstockten Bauer.

Pfarrer Korn hielt die Festpredigt; das hatte er durchgesetzt. Er sprach einfach, aber so wie es W aus seinem Herzen kam; und das war ein

die, daß eine Durchsicht des Aktiengesetzes nicht zu umgehen ist. Es ist gar keine erfreuliche Erscheinung, daß in den Kreisen der Negierung so außerordentliche Abneigung dagegen herrscht, auf das so häufig schon geäußerte Verlangen in diesem Sinne einzugehen. Der Staatssekretär des Retchsjustizamtes hat es auch diesmal wieder vermieden, auf die Anregung des Abg. Dr. Spahn einzugehen, genau so, wie er kein Wort gehabt hat für die unumgänglich nothwendige Aenderung der Daellgesetzgebung.

+ Kutomokil-Ilerme« vo« Paris «ach Wie«. Die österreichische Regierung hat nun« mehr leider die Erlaubniß ertheilt zu der Ver­anstaltung des Automobil-Renners von Paris nach Wien. Wie die Strecke gewählt werden soll, ist noch unbekannt, ob nämlich durch die Schweiz, oder durch Südveutschland. Im Vorjahre ver­sicherte der französische Ministerpräsident, mit der Bewilligung der französischen Regierung werde nie mehr in Frankreich ein solches Rennen statt­finden, wie das von Paris nach Berlin. Seitdem ist noch nicht ein Jahr vergangen, und derselbe Unfug wird von neuem geduldet! Gegen das Be­fahren der öffentlichen Straßen mit Kraftwagen ist ja nichts einzuwenden, wenn dar in ver­nünftiger Weise ausgefühlt wird. Aber solche Rennen find unvernünftig und nicht anders als ein arger Mißbrauch der öffentlichen Verkehrs­wege und ihrer Zwecke zu bezeichnen. Wenn er sich um Vergnügungen armer Leute handelte, würden solche Veranstaltungen auf keinen Fall ge­stattet werden. Aber hier heißt es augenscheinlich auch: wer gut schmiert, der gut fährt! Das Verlangen nach einer reichsgesetzlichen Regelung des Automobiloerkrhrs, das der konservative Abg. Freiherr von Maltzan am Dienstag im Reichstage äußerte, ist deswegen durchaus zeit­gemäß. Was Herr von Maltzan verlangte, ist das Allermindeste: Befähigungsnachweis des Fahrers, Vorschrift einer Höchstgeschwindigkeit und Haftpflicht der Fahrer für Schäden und Ver­letzungen, die sie amichten. Wahrscheinlich aber wird noch viel mehr Unglück durch unvernünftiges Automobilfahren angerichtet werden müssen, bi» diese guten Vorschläge in die That umgesetzt werden.

beit Sie dem Bach, floß.

Was wundert.

Der Laubfall hatte setzt; nächstens ging frostig und oft genug Reif und Nebel.

Um diese Zeit kam

[] Aufhebung der städtischen Lebensmittelzölle.

In der' Zolltarif-Kommission des Reichstages ist heute (Mittwoch) mit sehr starker Stimmen­mehrheit der freisinnige Antrag auf Beseitigung der kommunalen Einfuhrabgaben für Lebensmittel angenommen worden. Nur die Nationalliberalen thaten den Vertretern der Verbündeten Regierungen den Gefallen, gegen den Antrag zu stimmen. Dom Bundesrathe sprachen wiederum Staats­sekretär Graf Posadowsky und außerdem der bayerische Bevollmächtigte RittervonGeiger. Dieser Letztere machte die interessante Mittheilung, daß in Bayern mehr als tausend Landgemeinden Octroi erheben, und in der Stadt Fürth mit ihrer demokratisch-sozialdemokratischen Gemeinde­vertretung besteht eine sehr Hohr Besteuerung der Lebensmittel. Der bayerische Herr Vertreter hat wohl gar nicht bedacht, daß er mit diese» Angaben thatsächlich neues und werthvolles Mate­rial für den Antrag beibrachte, obwohl er doch gegen denselben spreche* wollte. Man muß doch immer bedenken, was für Zwecke mit der Erhebung solcherOctrois" verfolgt werden, um diesen französischen Ausdruck auch hier zu gebrauche«, da er leider bei den Be- rathungen in der Zolltarif - Kommission fort­gesetzt angewandt wird. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei diesen städtischen Ein­fuhrzöllen für Lebensmittel um die Herab­minderung der direkten Abgaben, und damit gleichzeitig um eine Verschiebung der Steuer- Verhältnisse zu Gunsten der wohlhabenden und zum Schaden der ärmeren Bevölkerungsschichten. Die reichen Leute werden dadurch entlastet, die Armen belastet, und deswegen ist es eine ganz nothwendige Forderung, diese kommunalen Lebensmittelzölle aufzuheben. Mit den Reichszöllen kaffen sie sich nicht vergleichen; denn bei diesen handelt es sich ja gerade umgekehrt um einen kleinen Ausgleich zu Gunsten derjenigen Leute, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen erheblich mehr Lasten, als alle anderen Berufs­stände zu tragen haben, also der Bauern.

Staatssekretär Graf PosadowSky hat wiederholt behauptet, die Annahme und Aus­führung dieses freisinnigen Antrages schließe eine Berfaffungsänderung in sich ein. Aber erkannte mit diesem Einwande die Mehrheit der Kom­mission nicht umstimmen. Viel stärkeren Ein­druck machte der Hinweis des Crntrumsabg. Herold im entgegengesetzten Sinne: es ist in der That wunderbar, daß gerade süddeutsche Staaten sich gegen die landwtrthschastltchen Schutzzölle des Reiches ausgesprochen haben, anderseits dieselben Staaten sich jetzt auf das heftigste sträuben, die städtischen Oktrois abzu­schaffen.

Eine kleine Aenderung ist auf den Antrag des bayerischen Crvtrums.Abgeordneten Lurz vorgenommen worden: die städtischen Abgaben für fremdes Bier sollen bestehen bleiben. Nach einem gutgeheißenen Vorschläge des freisinnigen Abg. Goth ein soll die Bestimmung an dem nächste« 1. April nach der Einführung des Zoll­tarifgesetzes in Kraft treten.

Deutsche» Keich.

Berlin, 12. Februar 1902.

X HkKett.dss Duell richtet sich eiue Er­klärung, die die evangelisch-lutherische Ver­einigung im Herzogthum Braunschweig ange­nommen hat. Diese Erklärung stimmt in den Hauptsachen mit der Resolution überein, die der Eentrumsab geordnete Groeber im Reichs­tage beantragt hat. Sie verlangt nämlich, daß das moderne Duell mit wirksameren Maß­regel« als bisher bekämpft werden möge, insbe­sondere dadurch, daß sowohl die Herausforde­rung zum Duell selbst und die Mithilfe dabei nicht mehr, wie jetzt, mit Festungshaft, sonder» mit Gesängniß- oder mit Zuchthausstrafe ge­ahndet wird". Dem neuesten Prstolenduell in Ulm hat die Beleidigung einer Frau zu Grunde gelegen. Der preußische Artillerie- Oberleutnant Ahlers war von Uim nach Metz versetzt worden und dorthin gereist, um eine Wohnung zu suchen. Während feiner Ab­wesenheit näherte sich Leutnant Eigel vom zwölften bayerischen Infanterie - Regiment der Frau des Oberleutnants in einer Weise, daß dieser Letztere nach seiner Rückkehr zu der Forderung sich veranlaßt sah. Und das Ende war, genau wie in dem Falle Bennigsen-Falke«- hageu, ei« Schuß durch die Brust des gekränkten Ehegatte«!

+ Ilqd doch Kein Altimatn«? An der Rede, die ReichSkanzer Graf Bülow bei dem Festmahls des Deutschen Landwirthschaftsrathss gehalten hat, ist nach­träglich eine Korrektur vorgenommen worden; so wenigstens muß man annehmen, wenn man sich den Wortlaut der Rede genau in der Faffung ansieht, wie sie durch das Draht­bureau der Regierung unterbreitet worden ist. In dieser Faffung lautet nämlich die eine der Stellen, auf die ks hauptsächlich ankommt, folgen­dermaßen:

Ich verhehle nicht, daß mich bei der frei» müthigen Darlegung de» Standpunktes der Ver­bündeten Regierunze« die Hoffnung leiht, zu ver­hindern, daß von den Vertreter« ur Freunde« der ländlichen Interessen das Bessere - -m Feinde de» Guten gemacht, d. h., daß die Ve. bschiedung der Tarifvorlaze durch unanneh mbar e Mehr­forderungen wie die auf Vermehrung und Erhöhung der Minimalzölle vereitelt werde."

Theilnehmer dcs Festmahles versichern, daß sie in der Rede selbst da? Wortunannehm­bar" nicht vernommen haben; und danach müßte man annehmen, daß dieses Wort erst nachträglich i« die Rede hineinkorrigirt worden ist. Wäre es so, daun müßte man verwuchs«, daß Graf Bülow auch damit noch nicht das allerletzte Wort sprechen wollte; denn es würde bann sehr nahe dis Wahrscheinlich- feit liegen, daß er noch unterscheidet zwischen annehmbaren und una««ehMbaren Mchc- forderunge«. Dann aber würden wir genau so klug fein wie zuvor; denn dann wüßten wrr ja nicht, wo nach der Anschauung beS Kanzlers und der Verbündeten Regierungen das Annehmbare aufhört und das Unannehmbare a«fängt unö um­gekehrt. Wahrscheinlich werden in der Zolltarif-

I tags weinend vom Kloster zurück.

Was gibr's?" fragte der Bauer mürrisch. Er hätte wohl kaum gefragt, wenn er nicht auf» qeregt gewesen wäre. Am Nachmittag entschied sich nämlich sein Pszeß.

Johannes kommt fort in die Missionen nach Süd-Amerika."

Mehr nicht? Kann ja machen, was er will!"

Bauer, hast Du her,» Fein Herz?"

A tos ist mein Sohn. Sonst kenne ich ! keinen."

So soll die Frindschaft zwischen Dir und Jshaur.es bleiben? Wenn er einmal fort ist, seh n wir ihn vielleicht in unserem Leben nicht mehr wieder."

Ist mir ganz recht. Ruhig jetzt!"

Gleich nach dem M'ttagrffen ließ der Bauer anspannen und fuhr mit Anton zum Gericht. Das Pferd hatte unterwegs viel itttter de« Launen feines Herrn zu leiden, dessen sonst so ruhige Hand heute am Zügel zog und zuckte.

Steinkamp wagte es sich n cht zu gestehen, daß er um den AuSgang seines Prozeffes bangte. Er zwang sich zu scherzhaftem Ge­spräch mit Anton; dann wieder pfiff er lustig- Melodien durch die Zahne, was sonst seine Art richt war. (A. f.)

Herz voll Liebe und Güte ur^ voll von Be­geisterung für den heiligen -Priestrrstand.

Frau Anna« Thränen flössen reichlich. Wie war sie glücklich über das Glück ihre« Kindes! Alle Schmerzen, die ihr das Leben letzthin ge­bracht, wurden stumpf und wirkungslos. Neuer Muth zum Leiden und Dulden, und auch neue, starke Hoffnung zog in ihre Seele.

Das feisrüche Hochamt war zu Ende; in tiefer Rührung preßte die Mutter die Hände des priester­lichen Sohncs, die ihr vorhin den he-ligen Leib des Herrn gereicht hatten.

Der Prior hatte ein festliches Mahl im Kloster Herrichten lassen und lud Verwandte und Freunde des jungen Priesters ein, die Gastfreundschaft des Klosters zu genießen. Sie folgten gern genug. Die Bäuerin aber mußte heimwärts; so hatte der Bauer beföhle«. Anfänglich hatte er ihr sogar die Theilnahme an der kirchlichen Feier verbieten «ollen.

5 chDer neugeweihtr Priester begleitete seine Mutter durch den Kloster garten bi« zur Pforte.

Ich hätte Dir so gern ein besseres Andenken gegeben al« das arme Bildchen," klagte sie,aber der Bauer . . ."

Das laß gut sein, Mutter," antwortete Jo­hannes, indem er die Hand der Bäuerin ergr.ff, .Da hast mir mehr gegeben; daß ich jetzt et« Priester des Herrn bin, verdank! ich Deiner Er­ziehung vor allem. Jetzt muß :ch zurück. Ich spende Dir meine« priesterlichen Segen" kaieend empfing ihn di- Bauen.-.und grüße den Vater von mir!"

Ais die Bäuerin in den Hof trat, fans sie den Bauer mit einigen Knechten bei der Ar-

Oft zweimal chentlich hatte Steinkamp Termin am Gerichte. Wenn e; hinfuhr, versäumte er selten, feinen Auto« mitzunehme«.

schon mit Macht einge- der Wind kühl und brachte der Frühmorgen

gurret«: Dir einspaltige $etit« zelle ober »em Rauml5Pfa.A» Kamen die yetite geile 25 Pfg.; bet Wiederholungen wirdentsprechenttz Rabatt gewtchL

Kommission des Reichstages die Verhandlungen über die Höhe der Getreidezölle bald beginnen. Dann hat die Regierung die allerbeste Gelegen­heit dazu, in klarer und unzweideutiger Weise unter Angabe der entsprechenden Ziffern ihre Ab­sichten kund zu thun. Sollte trotz alledem und alledem eine Einigung über die Höhe der Ge­treidezölle auf gütlichem Wege noch möglich sei«, dann werde» das ganz sicherlich alle diejenigen mit Freude begrüßen, die eine ruhige und stetige Entwickelung der innerpolitifchen Dinge den leiden­schaftlichen Kämpfen vorziehe», die Neuwahlen unter dem Losungsworte der Zölle mit sich brin­gen müßten. Aber wenn es nicht anders sei» sollte, dann müßte man eben auch diese Kämpfe über sich ergehen taffen. Die Freunde einer ge­sunde« Heimath - Politik brauchen dieselben ganz sicherlich nicht zu fürchten.

+ Der Militär Ktat ist nunmehr von der Budget-Kommission des Reichstages durchberathe». Die Beratyung schloß mit dem Festungsbau. Fonds. Die Verhandlungen darüber wurde» zum Theil vertraulich geführt. Es wurden zwei Anträge desCentrums-Abgeordneten Dr. Bachem angenommen, und zwar mit allen Stimmen gegen diejenigen der beiden sozialdemokratischen Mit­glieder, was so viel wie einen Abstrich von fast 4 Millionen Mark bedeutet (gegen 3,960,000Ä). Eine besondere Rolle spielte die Befestigung des Oberrheins. Für diese» Zweck sollen nach dem Vorschläge der Budget - Kommisfio« 1,500,000 Jb in den Etat eingestellt, ohne diese Ausgabe als erste Rate zu bezeichnen, obwohl es sich von selbst versteht, daß «och eine Reihe weiterer Ausgaben für denselben Zweck nothwendig ist.

X Air Krmdelsv-rträge HesterreiH- Nttgar«» mit Deutschland und Italien sollte» nach einer Wiener Meldung des »Ber­liner Tageblattes' auf ein Jahr verlängert worden sein. An der Meldung ist nach halb- amtlicher Festfi Lung auch nicht ein wahres Wort, und nenau ebenso unwahr ist natür­lich auch bk t« Verbindung damit gebrachte Nachricht, daß von Deutschland auS eine An­regung ergan ien sei, die Verträge nicht zu kündige».

+ MMü»dr »ei Aütie«z-felrfchafte». Abg. Dr. ®pu r hat am Dienstag im Reichs­tage in sehr beacht-nswerther Weise auf gewisse Mißstände aufmeiks.m gemacht, die von neuem durch die Gerichtsverhandlungen gegen die Kasseler Trebertrockmmgs-Aktiengesellschaft ins Helle Tageslicht gerückt worden sind. ES ist nämlich dabei herausgekommen, daß trotz aller Vorschriften des Handelsgesetzbuches die Buch­führung der Aktiengesellschaften doch in einer Weise erfolgen kann, daß es keinem Sach- verständige« gelingt, ein klares Bild von der finanziellen Sage der Gesellschaft zu gewinnen. Äbg. Dr. Spahn hat empfohlen, zur Abhilfe derartiger betrügerischer Kniffe periodische Zwangs- revisionen einzuführen, ebenso wie bei den Genossenschafte». Man macht eben bei allen möglichen Gelegenheiten die unangenehme Er­fahrung, daß das geltende Aktiengesetz nicht hin-1 reicht, um die berechtigten Interessen der Aktionäre in genügendem Maße zu schütze«, und die einzig flichs Schlußfolgerung daraus ist

Aus dem Reichstage.

<$> 141. Sitzung »cm 12. Februar 1902.

B-;i der fortgesetzten Berathung des Etats be« Reichsjustiz-Amtes verbreitet sich der freisinnige

Ab«. Keuzmau« über Aktiengesellschaften, Ansehen der Rechtsanwälte und dergleichen mehr und gelangt schließlich zu der Versammlung deS Bundes der Land- wirthe im Eirkus Busch, bis ihn

Präsident Graf Mallestrem daran erinnert, daß die Beratbung dem Iastizetat gelte.

In seinen Ausführungen über die Duellfrage er­klärt Abg. Kenzman«, daß ihm der Antrag Gröber zu weit gehe: das Duell sei nun einmal etwas Besonderes und müsse als solches auch behandelt werden. Die Hauptsache ist dem Redner, daß Jemand, der ein Duell ablehne, deswegen nicht iusamirt werden dürfe. Ganz irrig und verfehlt nennt der Redner die Auffassung der» Staatssekretärs über das fürstliche Recht der Be- gnadiguna zur Prügelstrafe. In diesem Falle so sagt der Redner hätte gegen den Fürsten von Reuß eingeschritten werden müssen, und man hätte es ja an­kommen lassen können auf einen Kompetenzkonflikt. Die Entscheidung über diesen hätte alsdann dem Bundes-

O nicht viel. Ich leite den Bach einen anderen Weg; ich will ein »ems Stück Harle urbar mache«, daza ist aber Wasser nothwendig, wie Du wohl wissen wirst. Der Bach wird von «nn an ein Thal tiefer ruhrabwärts in den Fluß fallen."

Aber dann hat ja dir Klostermühle kein Wasser mehr!"

Kann ich das ändern? Soll mein Primiz- Geschenk für den da unten sein!"

Bauer," weinte die Bäuerin,thue das dem Johannes- nicht as!"

Er hat mir mehr angctha». Schweig!" Er ist unser Sohn und Priester!" Mein Schn heißt Lnton."

Am Morgen des folgenden Tages stund die I Klostermühle still und der Bach floß trübe und schmutzig durch sein neues Bett. Der Bauer j lachte; er war bei guter Laune, scherzte mit Anton j und gab den Knechten, die noch in der Nacht bei Fackelschein gegraben hatten, ein Faß Bier.

Am folgenden Tage brachte ihm ein Gendarm! ein Schreiben vom Gericht. Er habe sofort be-! züp.lich des Mühlenbaches den frühere« Zustand I wieder herzustellen bei 10 Thaler Strafe für jeden j Tag, den die Mühle stillgelege» habe und noch stiMegen werde. Wen« er im Rechte zu sein! glaube, stehr ihm ja der Klageweg offen.

Der Bauer fügte sich knirschend und klagte. Der Pwzeß zog sich in den Spätherbst hinein. I

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mit Zlnterhaltungs -IeikageMustrirte Sonntags-Zeitung