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MN ZlnIerHattungs -Aeikagc „IMstrirte Sonntags-Zeitung

M 35

Juköa, Mittwoch, den 12. Februar 1902.

29. Jahrgang

PferÄrn bestimmt gedenken. Jene schrecklicher Roth, heit und fallen

Gefangene» in jenen Buren- Haben und noch aufzubringen Unglücklichen schmachten in in Hunger, Elend und Krank-

Kanonen nicht stellen können? König Eduard aber — „betet" für die baldige Beendigung des Krieges!

Die Berliner Regierung hat auf die Aus- führung-n der verschiedenen Redner im preußische» Abgeordnetenhaus- keine Antwort gegeben, und zwar infolge eines Mißverständnisses, wie durch ein konservatives Blatt verkündet wurde: bte Regierung hab« geglaubt, die Sache solle erst beim auswärtigen Etat besprochen werden. Neben- bei mag eine E fi »dring erwähnt sein, die die .Frankfurter Zeitung' sich geleistet hat: danach sollte eS sich bei der Burendebatte im preußischen Abgeordnetenhause um einen Vorstoß gegen den Reichskanzler und Ministerpräsidenren handeln! Man kann der „Konieroativen Korrespondenz" die Versicherung aufs Wort glauben, daß „diese ganze p kante Geschichte (von einem konservativen Vorstöße gegen den Grafen Bülow) der Ge- währLmann des genannten Frankfurter Blattes sich aus den Fingern gesogen Hal". Denn erstens tagte der konservative Redner gleich schon im Abgeordnete» Hause, daß hier wohl ein Mtßver- stänirniß oorliege; und zweitens haben sich an dem angeblichen „Vorstöße" alle übrigen Parteien betheiligt, auch die. nächsten Freunde des demo- kratischen Frankfurter Blattes!

letzt wurde, oder die Frechheit mit der man sie flattern ließ.

Am schwersten aber ist es zu verstehen, daß eS bei uns in Deutschland noch immerLeute und Zeitungen gibt, die ei« Vergnügen dabet empfinden, mit diesen Vätern der Lüge jenseits des AermelkanalS zu kokettiren und schön zu thu». Der ehrliche Deutsche bedankt sich dringendst dafür.

heißt das anders, als daß die Briten die Frauen und die Kinder der Bann durch Hunger und Krankheit vernichten wollen, da sie sie vor die

„Wir müssen Alles unserem himmlischen Vater anyeimstellen/ hatte er seinen Zuspruch geendet, „und alle Gorgen auf ihn allein werfen. — WaS mich betrifff, so kann ich Dir, Mutter, etwas Erfreuliches mittheilen: im Sommer werde ich geweiht, und ehe bas Korn eingebracht ist, bin ich ein Priester des Herrn."

HaUiger Doppelschritt klang den Weg herauf und ließ sie ausschauen. Die sich näherten, waren noch hinter den Obstspalieren verborgen, welche den sich in vielerlei Windungen ver­laufenden Weg einsaßten.

Frau Anna wurde bleich und erhob sich. Sin seltsames Ahnen durchzog ihr Mutterherz. Da — ein Schrei, ein paar Sprünge — und Wilhelm hängt lachend und weinend zugleich am Hals der Mutter, der greife Prior aber steht dabei und wischt sich eine Thräne aus den Augen.

„Mutter — Bruder," stammelt Wilhelm in heftiger Erregung, „eS hat mich nicht mehr ge­litten in der Fremde, ich wäre umgekommen — o Gott, wo ich Euch wiedersehe, fühle ich erst so recht, was ich gelitten habe all' die Zeit."

Ec schwankte; der Bruder mußte ihn stützen und brachte ihn zur Bank.

Run sprach Wilhelm Alles von dem Herzen herunter, ohne Ordnung, ohne Aufhören. Er war ja wieder bei Mutter und Bruder, wieder in der Heimath! Dazwischen sprang er auf und lief an den rauschenden Fluß, tauchte Hände und Gesicht in die Wellen der Ruhr und trank von ihrem Wasser in wilden, gierigen Zügen.

Was hätte Johannes, was Frau Anna darum gegeben, dem Armen freudige Nachricht bieten zu können! Aber nur Harte-, nur Trauriges konnte |

Die Sache wird also noch einmal zur Sprache gebracht werden, und »war diesmal im Reichs- tage. Der Erat des Auswärtigen Amtes bietet die beste Gelegenheit dazu. Damit hängt es wohl auch zusammen, daß dieser Etat erst in der nächsten Woche auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Bis dahin hofft man viel- leicht auf befriedigende Aufschlüsse und Zusiche­rungen von London her!

Ein zweites, nicht weniger drastisches Beispiel für die Verlegenheit der englischen Politik ist eine Fabel, die die Engländer über die Entwickelung der Dinge bei Beginn de» Krieges zwischen Spanten und den Vereinigten Staaten von Amerika neuerding« zu verbreiten suchten. Danach sollte England den Vereinigten Staaten dadurch einen werthvollen Dienst geleistet haben, daß e« eine von anderen Mächte», darunter auch Deutschland, versuchte Einmischung zu Gunsten Spaniens verhinderte. Die Geschichte ist erlogen von Anfang bi« zu Ende. Daß man diese Lüge gerade jetzt aufbrachte, ist nicht weiter verwunder­lich. Mgn ärgert sich in England über die Reise de» Prinzen Heinrich nach Amerika und möchte die Stimmung ein wenig verderben! In erfreu­lich kräftiger Weise hat nun aber die offiziöse .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' mit dresem Schwindel aufgeräumt.

Die Wahrheit ist nämlich die, daß ein Schritt der Mächte in dem Sinne der Miß­billigung der amerikanischen Kriegsvorbereitungeu gerade nur von dem Vertreter Großpri- tanniens angeregt wurde in einer Zu­sammenkunft aller europäischen Botschafter am 14. April 1898 in Washington. Es handelt sich dabei also um einen Vorgang, über den alle Regierungen unterrichtet find, und man weiß nicht recht, welches von Briden man erstaunlicher finden soll: Die Thorheit, mit der di«sr diplomatische Ente in die Welt ; e-

Derrtsches Keich.

Berlin, 11. Februar 1902.

X Aus der Aersamarlung de, Knude, der Laadwirthe ist noch als wichtig eine Rede desAbg.Grafen v.Limburg-Stirum hervor­zuheben, der als Vertreter der konservativen Fraktion des Reichstages m der Versamm­lung erschienen war. Graf v. Limburg-Sttrum betonte, daß das, was der Bund der Landwirthe erstrebe, auch den Z elen der konservativen Partei entspreche; er bedauerte ferner, daß die Regie- rung nicht den Wünschen und Forderungen des Bunde» der Landwirthe entsprochen habe, denn dies könne ohne Schädigung der Industrie und des Handels und ohne Gefährdung der Handels­verträge geschehen. Dem Zolltarif könne nur dann zugestimmt werden, wenn er für die Landwirth- schäft eine wesentlich beffere.Situation bringe, als zre durch den Entwurf der Regierung geschaffen werden würde. Sei dies nicht zu erreichen, so sei es besser, den Tarif abzulehnen. Soweit Graf v. Limbucg-Stirum. Seine Ausführungen sind ein wichtiger Beitrag zur Beurtheilung der gegenwärtigen Lage. Man ersteht daraus, daß die Verbündeten Regierungen nicht auf sonderliche« Entgegenkommen bei den Kou- servatioen rechnen können. Gleichzeitig stellte e» Graf von Limburg-Stimm al« eine Nothwenbig- keit hin, mit dem Centrum und mit den land- wirthschaftrfreunblichen Nationalliberalen eine fest geschloffene wirthschaft«politische Mehrheit im Reichstage zu bilden. Daß die leitende konservativ« Parteipreffe gleichzeitig immer und immer wieder hervorhebt, daß die Partei weit entfernt von jeder grundsätzlichen Opposition sei, ist au« den mehr- fach angeführten Aeußerungen der,Kreuz-Zeitung' bekannt. Die .Konservative Korrespondenz' schlägt eine ähnliche Tonart an und schreibt neuerding« wieder: „ . . . unser Rath ist auch angesichts der bedeutsamen Kanzlerrede, daß die Mehrheit«- parteien int Retchrtage mit der Regierung Fühlung suchen und so bald wie möglich ein für dieselbe ebenso wie für die Landwtrthschast an­nehmbare« Kompromiß ... abschließen möchten." So weit die ,Kons. Korrespondenz'. Die Regierung muß e» doch aber erst noch sagen, daß sie sich auf ein Kompromiß einlaffen wolle. Ihre bi«herigen Aeußerungen lassen einen solchen Schluß nicht zu.

+ Die KeSüredite für Getreide solle« «ach dem zeh«te« Paragraph?« des Zolltarif. Gesetzes der Regierung aufgehoben werde«. So lag ein AdänderungSautrag bet Abgeord­neten Dr. Paasche (aall) und Müller- Fulda (Centrum) vor. Derselbe wurve in­dessen zurückgezogen, nachdem die Vertreter der Regierung und auch konservative Redner gegen

Politik der Heuchelei und der Unwahrheit.

ihn auch stets und ständig, Tag und Nacht; er wolle gern sterben, wenn er nur einmal noch einen einzigen Tag auf dem Stsinkamphofr ver­leben dürfe.

Frau Anna hatte den Brief nachher dem Bauer gezeigt; der hat ihn flüchtig überschaut und dann in Fetze« gerissen. „Gott straft ihn für seine Sünde," sagte er dabei und sonst nichts.

Die Bäuerin aber hat nicht schlafen können und geweint und gebetet, bis das Morgengrauen sie an ihre Tagesarbeit rief. Aber sie bat nichts »u schaffen vermocht vor Schmerz und Weh. Die Kniee haben ihr gezittert und die Hände find ohne Kraft gewesen.

Dan« um Mittag, als ihr der Bauer zu­gänglicher geworden zu sein schien, hat sie einen Kniefall gethan. Es ist ihr hart genug ange­kommen, aber es war ja für ihr Kind, das mit jeder Fiber seines Herzens nach der Heimath schrie.

Doch der Steinkampbauer ist hart geblieben, hat zu ihren Thronen gelacht und ihr den Rücken ledreht. Am Nachmittage aber ist er mit dem leinen Anion Schürman« zum Notar gefahren und hat Abends zur Bäuerin gesagt: „Dir >eiben draußen sind unsere Kinder nicht mehr eit Jahr und Tag. Das ist jetzt Dein Sohn und auch mein Sohn" — er führte ihr den Anton zu — „er ist adoptirt."

Frater AmbrofiuS tröstete seine Mutter mit manchem guten und milden Worte. Nur die Verstockung und furchtbare Hartnäckigkeit des VaterS bereitete ihm Schmerz, sowie die Ent­erbung Wilhelms; er für seine Person hatte auf rdischeS Gut Verzicht geleistet.

man ihm sagen — und 'inußte man ihm sage«, und auch den Keim vergeblicher Hoffnung in ihm vernichten.

„Aber ich gehe nicht mehr fort," wehrte sich Wilhelm. „Ich will lieber in der Heimath ver­hungern, als in üer Fremde Ueberfluß haben."

„Du kannst vielleicht in Heifingen, ober sonst irgendwo in der Nähe wieder Arbeit finden," meinte Johannes.

„Mag sein," entgegnete Wilhelm," aber i« keinem Geschäftshaus« diene ich mehr. Lieber als Knecht bei einem Bauern. Mei« ganzer Herz hängt an der Landarbeit. Ich kann nicht anders."

Der Prior sandte einen Laienbruder, der einen Imbiß für Wilhelm und feine Mutter überbrachte, und ließ Frater AmbrofiuS zu sich bitten. Er habe ihm etwas mitzutheile«.

In feiner atmen Zelle hatte er darauf eine I kurze 'Unterredung mit Johannes. Er fragte ihn um feinen Bruder und um besten Pläne. Dann schlug er vor:

„Er mag nur hier bei uns im Kloster bleiben, so lange es ihm behagt. In Feld und Garte« ist Arbeit genug für ihn. Und er ist ja nicht stark genug, um auf einem Hofe in Arbeit zu gehen."

„Sott lohne Ihnen ihre Sntthat, ehrwür­diger Vater," entgegnete Frater Ambrosius be­wegt und tief gerührt.

„Gutes thun nach Kraft und Können ist Menschenpflicht," sagte der Prior. „Geh' nun und frage, ob Dein Bruder einverstanden ist."

Und ob Wilhelm einverstanden war! Er wußte nicht, wie er seine Dankbarkeit ausdrücken sollte. Durfte er ja in der Heimath bleiben, i«

Roch in allgemeiner und frischer Erinnerung ist die Thronrede, mit der daS britische Parla­ment eröffnet wurde. Danach sollte der britische Soldat in Südafrika ein Engel an Milde und Menschlichkeit, ein vollendeter Kavalier und Vor­bild in feinem ganzen Auftreten fein.....

Und die Welt wußte doch ganz genau, daß die englische Soldateska in den Burenländern in Südafrika haust wie eine Bande von Räubern und Mördern: Burenhöse über Burenhöfe wür­ben «irdergebrannt, nur um xu brennen und zu sengen und Land und Vorräthe zu verwüsten; 'wehrlose Frauen und Kinder wurden in b utaliiet Weise ihrer Habe und ihres schützenden Ob­daches beraubt und halb nackt in die Konzen­trationslager geschleppt, um nun in diesen der bittersten Noch, dem kläglichsten Mangel und der niederträchtigsten Behandlung auSgesetzt zu wer­ben. Die amtlichen Aufschlüffe der britischen »Regierung selbst konnten nicht verschweigen, daß unter den Opfern dieser englischen Rohheiten in ben sogenannten Konzentrationslagern eine so un­geheure Sterblichkeit herrscht, wie sie nicht arger 'sein könnte, wenn Pest und Cholera ihren Ein- 4»g dort gehalten hätten. Man konnte eS auf die Dauer auch nicht verheimlichen, daß die Er­nährung der unglücklichen Burengefangenen so schlecht ist, daß sie jeder Beschreibung spottet.

deswegen zu Zehntausenden jähem Tode anheim; aber die englische Regie- rung verweigert der menschlichen Barmherzigkeit und Mildthättgkeit den Zutritt zu jenen Lagern. Was bedeutet das sonst, als daß die englische Regierung die armen Burengefangene« durch die unmenschlichste und grausamste Behandlung planmäßig vom Erdboden vertilgen will? Was

Gott» WM mi> Mküschnpläsk.

Eine Erzählung aus der Ruhrgegend von G. Kap per t.

■4 ------- (Nachdruck verboten.)

3.

Der Flühling hat feine Herrschaft ange. treten. Von Baum und Strauch und Hecke« wehe« allenthalben feine sieghaften grünen Banner. Junges Heben sprießt überall auS dem frostfreien Boden.

Im Klostergarte« blühe« schon die Kirsch- bäume. Selber Krokus schießt aus dem fetten braunen Erdreich, und in den grünenden Kastanien an der Mauer schwätz?« und plärren die Staare.

Auf der Bank abseits vom Hauptwege, den brevierbetende Mönche langsamen Schritts auf« und ab wandeln, sitzt Johannes Steinkamp, jetzt Frater Ambrosius, ihm zur Seite seine Mutter. Ihnen zu Füßen, kaum einige Klafter unter ihnen, dehnt sich weit hinaus der Wafferspiegel der vom Fiühlingsregen angeschwollenen Ruhr.

Die Bäuerin streichelt mit den arbeitsharten Händen den rauhen Stoff der braunen Kutte, die ihr Sohn trägt. Ihre Augen schwimmen in Thränen, denn sie hat Trübes genug zu be­richten gehabt.

Wilhelm hat ihr einen langen, traurigen Brief geschrieben; er ist in Mainz und eS geht ihm schlecht. Zwar verdient er in dem Groß- kaufgeschäft, in welchem er Stellung gefunden hat, genug für des Lebens Nothdurft; aber et ist nicht mehr recht gesund. Da« käme vom Heimweh, habe der Arzt gesagt. Und daS quäle

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Von Loudon aus wehrte mix sich indessen in Zeituigskundgebungen mit scheinbarer Ent- rüstung gegen den mehrfach erhobenen Vorwurf, die britische Regierung selbst lege allen Den- -jenigen Hinderniffe in den Weg, die durch mild- thätige Zuwendungen das Los der Buren in de« britischen Pferchen lindern wollen. Und dennoch wurde vor der Oiffentlichkeit sestgestellt, das den holländischen und deutschen HilfSzÜgen der Vereine vom Rothen Kreuze ihre Thatigkeit un- möglich gemacht wurde! Noch mehr, im preußi­schen Abgeordnetenhause ist am letzten Samstag Mitgetheilt worden, daß die britischen Macht- Haber sogar die Waarensendungen nicht durch- lassen wollen, die deutsche BurenhilfSoeteine kür die unglücklichen Gefangene« in jenen Buren-

Wut ««* »eil« Ui idMnMl Vitmoft Uw. i (Mnralil.

! | den Antrag sich erklärt hatten, und es wurde bet Paragraph von der Zollkommiflio« des Reichstages in der unveränderten Fassung der ! Regierungsvorlage angenommen. — Eine längere geschäftliche Debatte entwickelte sich über die Anttäge, die nicht unmittelbar mit dem Gesetzentwürfe im Zusammenhänge stehen, nament­lich über den Antrag auf Beseitigung der städtischen Lebensmittelzölle und den CenttumSantrag auf Verwendung der liebet, schliffe auS den Setreidezöllen für Wittwen- und Waif en Versorgung. Der Vorsitzende von Katdorff wollte diese Anttäge bis zur zweiten Lesung zurückstellen, drang aber mit dieser Ansicht nicht durch. ES wurde sofort in die Debatte darüber eingetreten, und zwar zunächst übet den ersten bet beiden genannte« Anträge. Dabei find sowohl Staatssekretär Graf PosadowSky als auch der württem- bergische Bevollmächtigte Schneider für die Aufrechterhaltung dieser Mahl- und Schlacht­steuern eingetreten! — eine wundersame Sozial­politik der Regierung! Am Mittwoch wird die Berathung fortgesetzt.

* Eine S-usatiou-melbnug bei ,Berl. Tagebl.' besagt nichts Geringeres, als daß die deutsche Reichsregietung ihre Handelsver­träge mit Oesterreich-Ungarn ohne die Beschlüsse bei Reichstages über die Zolltarif- Vorlage abzuwarten, auf ein Jahr verlängert hat. Aus Wien wirb dem genannten Blatte nämlich gemeldet, die Verlängerung der öster­reichisch-ungarischen Handelsverträge mit Deutsch­land und Italien um ein Jahr ist Thatsache. Die Anregung, die Verträge nicht zu kündigen, ging von Deutschland aus; die beiderseitigen Regierungen Oesterreich-UngarnS stimmten dieser Anregung zu. Man schließt in Wien daraus, Deutschland rechne schon damit, daß eS mit seinem Zolltarif bis 1903 nicht fertig werden könnte.

4- In der letzten Sitzung des ZenttalauS- schuffeS der AkeichsSauk führte der Präsident, Herr Dr. Koch, dem .Reichsanz.' zufolge auS, daß die Anlage feit Mitte Januar um 127 Mill. Mark gesunken und sie fei 54 Millionen Mark kleiner als im Jahre 1901. Wenngleich die Anlage die bet übrigen Vorjahre übersteigt, fo

I fei doch bet Metallvorrath ein sehr starker, er betrage 1019 Mill. Mk. und übersteige sehr er­heblich ben aller Vorjahre bis 1896 zurück. Da- mit zusammenhängend fei auch der Bettag der fremden Gelder wesentlich höher als in den Vor­jahre«. Der Notenumlauf fei zwar groß, itätn» 1149 Mill. Mk., aber nur 95 Mill, feien in Baar ungedeckt. Die Notenreserve belaufe sich auf fast 365 Mill, und wuchs feit dem 15. Jan. um 165 Mill. Arn offenen Markte fei Geld sehr flüssig.

* Am vercangenen Samstag, dem erste« Termin zur Einzahlung aus die durch öffentliche Zeichnung vom 22 Januar neu begebenen 3 proz. Aleich»- ttub preußische« Staatsanleihe« haben Vollzahlungen anstatt der fälligen 50 pCt. in solchem Umfange stattgefunden, daß die beide« Uebernahme Ronfortien ihre Tätigkeit im Dienste beider Anleihen nunmehr endgiltig ein» stellten.

«rowtwrtli»: Sii di- XeiattloK J«f. ««»». fif 3Wr.it 3. parztUt» in Sulla.