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mit Anlerhattungs-AeikageZLustrirte Sonntags-Zeitung"

Juköa, Dienstag, den 11. Februar 1902.

M 34

Mit tim üttrnMigf. D j

(Nachdruck verboten.)

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GMr Wille nnh Mk»schrWläie.

Sine Erzählung aus der Ruhrgegend von ®. Kappert.

Johanne« war und blieb ihm zu fromm und zu still. Wenn er, der Bauer, stürbe, würde er ganz gewiß noch ein Geistlicher werden und Stein» lamp« Hof in fremde Hände kommen lasten. Aber da« durfte nicht sein; da« konnte der Himmel nicht wollen und er, der Steinkampbauer, wollte «ei erst recht nicht.

I« »origen Jahre, al« die Vollernte einge­heimst und die Arbeit geringer war, führte er seinen Johanne« feierlich in die Aufkammer, ließ zu seinem Vespertrunk den Stlberbecher bringen, den der Pathe seinem Aeltesten in die Wiege ge­legt hatte, füllte ihn und reichte ihn dann seinem Sohne, der vor Ueberraschung kein Wort hervor- dringen konnte.

Minutenlange Stille herrschte in dem kleinen Hellen Raume; nur die Fliegen summten an den blanken Scheiben.

$« wirst nun bald zweiundzwanzig Jahre," sagte der Steinkampbaüer nachdenklich und be­dächtig.

Genau auf Allerheiligen."

Da« ist richtig. Sieh mal, wa« ich für Dich hobel"

Johanne« öffnete neugierig da« festverschnürte Päckchen. Mit leisem Lächeln schaute der Bauer zu.

Eine Tabakspfeife!" wunderte sich der Junge.

Gewiß. Und Tabak!"

Sterb, kaffen nur beibehalten werden darf, wenn sich in der Proxi- tdne Bedenken dagegen er­geben. Demgemäß find die Bedingungen ftstzu- sttllen, unter denen die Beibehaltung des Umlage- verfahrens gestattet werden kann.

In dieser Beziehung bemerkt ein Runderlaß des Ministers deS Innern, daß die Aufbringung der Vereinsmittel durch Umlagen bei solchen Kaffen im Allgemeinen unbedenklich erscheint, bei denen infolge eines bestehenden Zwanges ein regelmäßiger Zuwachs an jüngeren Mitgliedern mit Sicherheit erwartet werden kann. Bei freien Sterbekaffen dagegen, wo derartige Garantien fortdauernder, Erneuerung deSV.'rsicherungsbestan- des nicht gegeben find, wird die Beibehaltung deS Umlagesystems nur alsdann zu gestatten sei«, wenn durch versicherungstechnische Berechnung festgelegt ist, daß daS Kaffenvermögen den tech­nischen Anforderungen genügt. Ist dies nicht der Fall, so wird daS rechnungsmäßige Gleich­gewicht durch Einführung fester, nach Maßgabe des KaffervermögenS, der satzungsmäßigen Unter­stützungen und der Alterszusammensetzung der Mitglieder ermittelter Beiträge herzustellen fein. In beiden Fällen aber find für neu etntretend e Mitolieder feste Beiträge einzusühren.

Ich gehe, Vater, denn hierin darf ich Dir wieder gehorsam fein. Du kannst mich von Deiner Schwelle verjagen, kannst mir aber nicht verbieten, Dich fürderhin zu lieben, wie auch sonst. Dein Wille kann nicht verhindern, daß ich Dein Sohn bleibe." Dann fuhr er im gleichen ruhig-sanften Tone fort, indem er fich cw seine Mutter wandte, die noch immer weinend an der Thüre stand und zusammenzubrecheu drohte:

Tröste Dich, Mutter. Nichts geschieht ohne Zulaffung Gottes. Er hat auch dies gewollt, damit ich nicht länger meinem Ziele sernbleibe. Ich trete sofort bei den Franziskanern in Schallenberg als Novize ein.

Die Thränen der Bäuerin stoffen noch. immer, allein ihrem Schmerze war der Stachel genommen. Nun ging ja ihr Wunsch in Er­füllung: ihr Nettester würde dereinst am Altäre stehen und für str beten, würde ihr den geist­lichen Beistand in der schweren Stunde deS Ab­scheidens zntheil werden loffen und ihrer armen Seele im Fegseuer manch' kräftigen Trost zu- wenden. Aber daß alles dies so plötzlich kam, mit Zank und Streit und Verstoßung aus dem Baterhause das konnte fie noch nicht ver­winden.

Der Steinkampbauer batte sich erhoben und stützte fich mit beiden Fäusten auf die Tisch­platte; der schwere Körper zitterte und bebte, und der Tisch ächzte unter seiner Last Die bleichgewordenen Lippen öffneten und schloffen fich mehrmals, bis fich abgeiiffen die Worte von ihnen rangen:

Mönch will der Bube werden, ein Diener

delsv-rträgen, ist aber bereit, an dem Zustande kommen solcher mitzuwirken im Interesse der heimischen Industrie. Sie kann da» nur, wenn ihr in dem neuen Zolltarif dasjenige Maß de« Schutzes gewährt wird, deffen sie neben einer blühenden Industrie und gegenüber dem billiger produzirenden Auslande bedarf. Die General­versammlung stimmt den wirchschastlichen An­schauungen zu, welche in der Eingabe de« Bunde« der Landwirthe an den Bundesrath und Reichstag vom 23. November 1901 niederge­legt sind. Die Vorlage der Verbündeten Regierungen ist für die deutsche Landwirth- schaft nicht annehmbar. Sollte e« nicht gelingen, derselben in den Berathungen de« Reichstage« eine Gestalt zu geben, welche den berechtigten Forderungen der deutschen Land- wirthschaft entspricht, so erwartet der Bund der Landwirthe die Ablehnung derselben."

Von allgemeinem Jntereffe ist außerdem eine zum Bör senge setze und zu der angetflnbigtew Abänderung desselben gesoßte Entschließung. Diese erklärt fich für baS volle Aufrechterhalten deS Differenz-Einwanbes unb außerdem für die Ein­führung gesetzlicher Strafen für diejenigen, welche Bestimmungen des Börsengesetzes übertreten, namentlich auf dem Gebiete des Terminhanbels. Der CirkuS Busch war, wie auch in den Bor- jähren, bis auf ben letzten Platz gefüllt. Nach dem Geschäfts - Berichte deS Abg. Dr. Hahn, Direktor bes Bunbes der Landwirthe, hatte biefer am 1. Februar 1902 runb 250,000 Mitglieber, ober runb 18,000 Mitglieber mehr, als an dem- selben Tage deS Vorjahres. Davon gehören nach den Angaben deS Berichterstatters 207,000 ober 87 v. H. dem Kleinbesitze unb 31.500 ober 12Vi v. H. bem mittleren Besitze an. Oestlich der Elbe wohnten 115,000 unb westlich bet Elbe 135,000 Mitglieber.

X Al-ch immer Mresche«. Ein pol­nisches Komitee in Lemberg mit bem Fürsten Sapicha an der Spitze veröffentlicht einen Auf- ruf, in bem auf ben Zusammenhang aller Polen angesichts ber Wreschener Vorgänge hiagewiesen wirb. Die polnischen Ranbgebungen, so heißt eS in bem Aufrufe, haben bargethan, baß bie Polen für ihre angegriffenen Brüder eintreten wollen. Die galizischen Polen können thun und laffen, was ihnen beliebt. Ob sie mit diesem Aufrufe ihren Stammesgenoffen in Preußen einen guten Dienst erweisen, ist sehr bie Frage. Auf jeden Fall muß anerkannt werden, daß auch in diesem neuesten Aufrufe bie albernen Lemberger Straßen- kundgebungen gegen bie preußische Regierung als durchaus tabelnSwerth bezeichnet werben. Diese Straßenkundgebungen hat seinerzeit auch ber ,Kmy;r Poznans!!', das angefehensie Polenblatt in Pceußrn, als einegroße Dummheit" be­zeichnet.

-f- Wohnuugsvrrhältuisse von Arveiier«. Zur Vrrbefferuug ber Wohnungsoerhältniffe von Arbeitern und gering besoldeten Beamten ist dem preußischen Abgeordnetenhause nunmehr bie angelünbigte Vorlage zugegangen. Sie verlangt für die angegebenen Zwecke die Summe von zwölf Millionen Mark. Das ist feit 1895 bie fünfte Vorlage dieser Art im preußischen Landtage. __________

(*) Das Deckungsverfahren bei den Sterbekassen.

Die hübamtliche »Berliner Korrespondenz' schrelbt:

Nach den Vorschriften des Reichsgesetzes Über die privaten Verstcherungsunternehmungen vom 12. Mal 1901 haben die Satzungen der Verficherungsoereine auf Gegenseitiokeit darüber Bestimmung zu treffen, ob die Deckung ihrer Ausgaben durch Umlagen nach Maßgabe des eingetretenen Bedarfs erfolgen soll. Jedoch ist diese Vorschrist auf solche Versicherungsunter- nehmungen, bie das menschliche Leben unb Sterben zum Gegenstände haben und bei den-n demgemäß ein steigendes Risiko statrsinbet, nicht anzuwenden. Tas ergibt sich aus derB- grünbung" beS Gesetzes, in welcher betont wird, baß das Umlageverfahren nur für wenige primitive Bersicherunpsarten sich eigne. Die That- sache, baß eine große Zahl ber auf dem Umlageoer ffahren beruhenden Sterbetagen im Laufe der Zeit zusammengebrochen ist, spricht ebenfalls gegen diese Dickungsart. Die Erfahrung lehrt, daß die zur Deckung des Sterbegeldes unb der Berwaltungskosten erforderlichen jährlichen Um­lagen nach einer gewlffen Reihe von Jahren, selbst bann wenn ber Abgang der Versicherten durch den Beitritt jüngerer Mitglieder wieder ergänzt wird, erheblicd höher steigen, als bie nach sachverständigen Grundsätzen ermittelten festen Jahresbeiträge. Die Höhe der Umlagen wächst aber in noch höherem Grade, sobald bie Zahl der beitretenden Personen abnimmt und schließlich ganz aufhört. Letzteres tritt ein, sobald die Höhe der Umlagen die der festen Jahresbeiträge überschreitet, und zwar im vierten ober fünften Jahrzehnt des Bestehens der Kaffe, da das veisihernde Publikum alsdann ben auf festen Beiträgen beruhenden Kaffen wegen der geringeren Höhe der Beiträge ben Vorzug gibt sjor ben auf dem Umlageoerfahren beruhenden Äaffenunternehmungen. Diese Kaffen gewähren daher nur ben in ben ersten Jahren nach bei Errichtung beigetretenen Mitgliedern Vortheile gegenüber den auf dem Prinzip fester Beiträge beruhenden Kaffen, während den später bei- tretenden Mitgliedern höhere Lasten erwachsen nl8 bei den Kaffen mit festen Beiträgen.

Ueber die Ungeeignetheit bes Umlageoer- fahrens für Sterbekaffen kann mithin lein Zweifel bestehen. Die Aufsichtsbehörden ber privaten VerficherungSunternehmungen stnb (auf Grunb deS § 124 P. V. G) urbebenklich für befugt zu erachten, bei Sterbekaffen. welche zu ben sog «kleineren Vereinen" im Sinne bes § 53 des Gesetzes geböten, auf einen allmählichen U Her­gang zum KapitaldeckungSverfahren zu dringen. Auch ist daran festzuhalten, daß auf dem Um» lageoerfahren beruhende neue Sterbekaffen in Zukunft nicht mehr konzessionirt werden sollen, und baß das Umlageverfahren bei bestehenden

Darf ich nun rauchen, Vater? Bin ich jetzt alt genug dazu?"

Gewiß. Hierzu und zu noch Anderem."

Der Sohn blickte verständnißlo« auf feinen Vater.

Muß ich deutlicher werden?" meinte dieser. Was ist Bauer Nänmng für ein Mann?"

Wo der Steinkampbauer hinan« wollte, wußte sein Sohn immer noch nicht. Der Gehorsam zwang ihn zur Antwort.

Ein braver Mensch." entgegnete er,unb ein guter Christ. War soll'« damit?"

Der Bauer antwortete nicht und fragte weiter!

Wie gefällt Dir sein Anwchn?"

O ganz gut, Vater 1"

Und lein Sohn ba; d e Maria erbt alles. Wie gefällt Dir denn das Mädchen?"

Johannes wurde unruhig.Nicht Übel." meinte er.Die Maria ist anstellig und fleißig genug"

Aha, schaut'S so?" lachte der Steinkamp- bauer wohlgemuth.Wie wär's, wenn wir morgen am Tag den Freiwerber hinüber- schickten?

Für wen, Vater?"

Na, für wen anders, als für Dich?"

Alles Blut wich aus dem scharfgeschnittenen Gesichte de« Sohnes. Ec biß die Lippen auf­einander, sah den Vater scharf an unb erklärte mit fester Stimme:

Ich heiralh- nie in meinem Leben."

Oho!" brauste der Steinkampbaüer auf, wie meint ber Junge? Ich will es nun ein­mal, hört der Herr Student?"

Ich höre wohl aber ich heirathe nicht."

Deutsches Keich.

Berlin, 10. Februar 1902.

ff Aattptmarm Wegener, Stationschef in Togo, war der Mißhandlung von Einge­borenen mit tödtlichem Ausgange angeklagt und deswegen nach Deutschland zurückgeschickt worden. Er hatte sich deswegen vor dem Kriegsgerichte in Brandenburg zu verantworten unb ist nun von biefem frei« gesprochen worben. Soll man denn über biefe kriegsgerichtliche Verhandlung gar nichts erfahren? Fast scheint eS so.

* Eine sehr scharfe Sleikttttg zu« Duell nimmt ber berühmte Strafrecht»lehrer Binotng an der Universität Leipzig. Er schreibt in der »Deutschen Juristenzeitung':

DaS Duell ist eine Forrn, der fich die größte @e« meinheil genau gerade so gut bedienen kann, wie eine edle Besinnung. Wir Juristen neunen jede vorsätzliche widerrechtliche Tödtung Mord, wenn sie mit Ueber» legung verübt ist. Die Tödtung im Duell kann ganz echter Mordfall sein. Ihr Urheber hat die Forderung seiner Gegners, dem er im Gebrauch der Waffen weit überlegen ist, absichtlich provozirt, um ihn unter Wahrung sogenannter ritterlicher Formen in« Jenseits zu befördern. Und das ist ihm gelungen. Wer eine gesunde Ehe zerstört unb dem Ehemann die Frau verführt oder entführt hat, krönt seine Scbänd- ltchkeit dadurch, daß er demselben Manne die Kugel durch das Herz schießt. Was fehlt am Mord? Wo bleibt die Ehre eine« solchen Kämpfers? Auf das Schafott gehörte er und nicht in rrtterliche Haftt Vielleicht aber weift man um denMord" zu leugnen auf Verabredung der Kämpfer, auf die eventuelle Einwilligung derselben in den Kampferfolg hin? Wozu zwingt uns denn aber daS Gesetz, wenn zwei Schmiedegefellen sich verabreden, mit ihren Schmiedehämmern auf Tod und Leben miteinander zu kämpfen, und der eine den anderen vorsätzlich tödtet? Auf Grund deS Mordgesetz s (§ 211) ist er zu vernr- theilen, obgleich jene Einwilligung ebenso roerig fehlt, wie beim Zweikampf mit den geschichtlichen Dnell- waffm."

Bmdjvg verlangt, baß jebe b*fonbere Strafbestimmung über bas Duell be­

seitigt werbe. Auch solle jeber Beamte unb Offizier, ber eine Forderung annähme, als un­würdig Amt und Stelle verlieren.

* K!«e ztz-stttttti-«. Als im Herbst 1900 ber Krach in ben sogenannten Spielhagen- banlen, der preußischen Hypothekenbank und ihren Zweiganstatten, ausbrach, wurde auch ber Name bes verstorbenen Hofbankiers Kaiser Wilhelms I des Barons Cohn in Dessau, dessen Koulanz unb Rechtschaffenheit eine geroiffe Presse nie laut genug zu rühmen wußte, in recht pein- liche Verbinbung mit bem Krach gebracht unb auch angebeutet, daß ber Herr Baron Cohn zur rechten Zeit gestoroen sei, um unangenehmen Eventualitäten aus dem Wege zu gehen. Von Seiten ber Konkurs- resp, L quidationsverwalter würben Regreßansprüche in Höhe von nicht weniger als 30 Millionen Mark an bie Erben Cohn gestellt, woraus zu schließen war, welches Geschäft" ber Herr Baron an den verkrachten Banken gemacht batte. Jetzt wird berichtet, daß die Erben Cohn sich zur Rückerstattung von 7*/, Millionen an die Banken bereit erklärt hätten immerhin schon eine respektable Summe, wenn es auch nur ein Viertel bei geforderten Betrages ist. Welches Vermögen aber muß der kaiserl. Hofbavlier hinterlaffen haben, daß seine Erben 71/» Millionen zurückzuzahlen vermögen sicher ohne sich wehe zu thun!

+ In der Knren AeSalte im preußi­sche« ASgeordneteuyattse. E« ist allgemein ausgefallen, daß im preußischen Abgeordnetenhause Niemand vorhanden war, der bie Regierung ver­treten konnte bei der Besprechung bet Hilfs­sendungen be« deutschen Burenbunde«. Der kon­servative Abgeordnete Graf von Limburg-Stirum hatte deswegen allen Grund, seine Verwunderung und bie Vermuthung auszusprechen, daß dabei wohl ein Mißverständniß vorliegen müsse. Von sicherer Seite" erfährt dazu die .Kreuz- Zeitungs daß diese Annahme bei Grafen Simburg» Stimm durchaus zutreffend sei: e« seivon der Regierung angenommen worden, daß die Ange­legenheit erst beim Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten werde zur Sprache gebracht werben, unb h'erzu sei bie Entsendung eine« inftruirten Vertreters beabsichtigt gewesen". Durch diese« Mißverständniß ist nun die Regierung um die Antwort herumgekommen. Wird diese Antwort nachgeholt werden?

X Der Züttvd der Landwirthe hat heute (Montag) in den Räumen des Circu« Busch seine alljährliche Generalversammlung abgehalten. Daß man dieser Versammlung auch in weiteren Kreisen, die dem Bunde nicht angehören, in diesem Jahre mit lebhaftem Jntereffe entgegengesehen hat, ist nur zu begreiflich. Man intereffirte sich allgemein für dir Stellungnahme, die der Bund zu ber Zoll­tarif Vorlage ber Regierung einnehmen werde. Jetzt weiß man e«: Die Generalversammlung hat dieselbe Stellung eingenommen, wie bisher auch die Presse de» Bunde« der Landwirthe, das heißt also eine durchaus ablehnende Stellung. Ein­stimmig ist die nachfolgende Entschließung gut­geheißen worden:

Die Gsneraloersammlung de« Bunde« der Landwirthe erklärt: Die Landwirthschaft als solche hat kein Interesse an langfristigen Han-

Bude," knirschte ber Bauer,ist das Ge­horsam, den ein Sohn seinem Vater schuldet? Kennst Du das vierte Gebot? He?"

Gewiß, Vater, aber eS heißt auch: Wer Vater und Mutter mehr liebt, als mich, der ist meiner nicht werth! Ihr habt mich nicht geist- lich werden laffen; zum Heirathen zwingt Ihr mich aber auch nicht, heul' nchl und nie."

Aber ich will'«!" schrie ber Bauer unb schlug mit der geballten Faust auf ben Tisch.

Euer Wille hat ben Wilhelm iu's Unglück gestürzt."

Das mir?" keuchte der Steinkampbaüer in maßlosem Grimm.Du Bube, Du Du" ber Äthern ging ihm au8. Dann, nach einigen Minuten, richtete er fich nochmals straff empor unb zwang sich zur Ruhe.

Du heirathest Maria Nünning!"

Niemals! Mein Gewiffen verbietet es mir!"

Dann gehst Du aus bem Hause sofort ohne Widerrebe Du bist mein Sohn nicht mehr!"

Die Bäuerin stürzte ins Zimmer. Der Lärm hatte sie angelockt, und sie hatte auS den letzten Worten ben Sinn ber Unterrebung errathen.

Sei barmherzig, Bauer," rief sie weinend. Da hast Wilhelm weggejagt. Denk' an Dein Absterben!"

Ruhe!" wetterte Steinkamp.Johannes geht sofort!"

Unb Johannes trat schon unter bie Thür unb sprach haarig, doch gefaßt, unb von Ver­zweiflung ebenso weit entfernt, wie von Fröhlichkeit:

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29. Jahrgang.