29. Jahrgang.
Iuköa, Freitag, den 7. Februar 1902.
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nichts Anderes als Zeitverschwendung und I von 1869 tin: I«
fortaesekte Linausschiebung der Erreichung oeS diese« Gesetze ist nämlich die Bestimmung ent« Endzieles. Und wen« dieser Endziel nun wirk« halten, daß der Armenpflegschastsrath die Unter« lich nicht anderr zu erreiche« sein sollte, alS | aBU-— tA* S,Ä nnn »'«hent davor
durch eine Auflösung deS Reichstage- und allgemeine Neuwahlen für denselben, dann hilft kein Zagen und Bangen, dann muß dieser Schritt eben gethan werden. Die Zollfreunde brauchen ihn nicht zu fürchte«; sogar da- srei- finnige .Berliner Tageblatt', daS in besonders eifriger Weise für den rückständigen Freihandel ficht, hat kürzlich der richtigen, freilich recht späte« Erkennmiß Ausdruck gegeben, daß die Bauern sammt und sonders auf der Seite der I Schutzzöllner stehen. Andere demokratische Blätter haben in der letzte« Zeit mehrfach ihre Freunde gewarnt davor, aus Neuwahlen unter der Parole der Zollfraqen hinzuarbeiten. Eine solche Parole würde keineswegs angenehm sei«, worauf vor etwa Monatsfrist der national- liberale Abgeordnete Bassermann hingewiesen hat, weil fie vermuthlick de« Wahlkampf zu einem besonders leidenschaftliche« machen würde. Aber wenn ein Wahlkampf mit diesem Losung^ warte ganz sicherlich nicht zu vermeiden ist, dann Hilst da- Zögern und Hinziehen doch wahrhaftig
stützung für die Erziehu«g von Kindern davon abhängig machen kann, daß die Kinder ihm über« lassen werden, um sie bester alr bisher unterbringe« und pflegen zu können. Man hat gefunden, daß diese Bestimmung zur Erreichung deS gewünschten Zweckes nicht ausreichte, daß die entsprechenden neuen Gesetze i« den anderen Bundesstaate« bester find, und so hat man daraus mit dem nunmehr vorgelegten Gesetzentwürfe die entsprechende Nutzanwendung gezogen. Regierung und Parlament find rasch zur Uebereinstimmung über de« gesetzgeberischen Stoff gelangt; AuS- i schuß und Plenum der Kammer der Abgeordneten haben nur kleine Abänderungen an dem Regie- rungSentwurfe vorgenommen, und es ist nicht zu erwarten, daß die Kammer der Reichsräthe sich ander- dazu verhalten werde.
zeli- und gebückt, sitzt Johann Wilhelm wie ei« ehrwürdiger Patriarch. , «
Leisen Schuttes geht die barmherzige Schwester ob und zu, die mit der Bedienung beauftragt ist. Tiefes Schweige« ist eingetrete«, und der Sani- tätSrath Kat «och immer nicht gefunden. waS er sucht. Inzwischen gleiten die Blicke der anderen über da» entzückende Panorama zu ihren Füßen. AuS den tiesgrünen Baumgruppen blitzen die weißen mit hellrothe« Ziegeln gedeckten Häuser hervor; stellenweise ist der Wald gelichtet uud zeigt auf den Blößen saftigen Rasen oder einen kleinen Teich mit Seerosenblättern, vor, bequeme« Ruhebänken umstanden. Kreuz uud quer laufen die breite« kieSbestreuteu Wege wir Helle Bänder, über die Genesende langsam auf vmd ab wandeln. Rose» blühen auf schöngepflegten Beeten, Spring« brunnen sende« ihren silbernen Strahl spielend empor, dar Bächlein murmelt im Grunde. Und über dem indischen Paradies blaut der Himmel in tiefet Pracht, an dem die Schwalben mit lustigem Gekreisch in elegantem Fluge einher- fliegen. u ,
Freudenthräaen treten brennend in Johann Wilhelms Augen und sagen ihm, was er schon längst weiß und fühlt: daß er glücklich ist.
Der SanitätSrath hat eben seine Pointe ge« funden und öffnet den Mund, um feine Erzählung ,u beenden, als Lillig, der Portier, mit einer Meldung kommt. Während er ein Fädchen von seiner schmucken Livree streicht, berichtet er, daß soeben ein Kranker eingeliefert wurde. Der Bürgermeister sei von einem durchgehenden Wagen überfahren worden, gerade vor dem Eingang zum Hauptgebäude. Er habe nur den Fuß verstaucht. Der Assistenzarzt sei schon mit ihm beschäftigt. Es sei ganz ungefährlich.
Mi n) »Arte« H» StiUt« «cUiuImCmN p«Ui«e*8« e*. 1 tmemmd*
Deutsches Keich«
Berlin, 6. Februar 1903.
einspaltige Petit» >
»eile oder bereu
Es kommt doch auch der Regierung darauf an, die Entscheidung über die Zollgesetzentwürfe nicht in unnöthiger Weise zu verzögern. Da» für die Entwürfe mit den Getreidezollsätzen und den anderen landwirthschaftlichen Zöllen der Regierung im Reichstage eine Mehrheit nicht zu finden ist, habe« nun endlich auch die Freihändler einge- sehen, wie au» der vorher angeführten »enßerung der .National-Zeitung' hervorgeht. We«» die Regierung «un in gar keine Aendrrungen ihre» Entwürfe» willigen will, dann hat e» gar keinen Zweck, wenn die Freunde eines wirksamen Zoll- schütze« für die Landwirthschaft große Rühe sich geben um die Einigung auf bestimmte Zollsätze. Sie, die die Mehrheit im Reichstage ausmachen, »ollen mit bett Zollsätzen der Regierung nicht zu- fliehe« sein. Wenn diese Letztere aber gar keine Aenderung derselbe« z«gestehen will, daun bleib die Wirkung dieser Gegensätze, ganz gleich, ob e» stch nun um Mtndestzölle von 5* 1/*, 6 oder 7 Mark handelt. Unter solchen Umständen ist doch auch jeder «eitere Berathungt- tag der Zolltariskommisston de» Reichstage«
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+ Die Budgetkommission der Reich«» taas hat die Forderung von 200,000 Mr. für die Beschaffung eines ^^^^«exerzierplatze» t« Iulda abgelehnt und 200,000 Mk. von der Forderung von 800,000 Mk. für den Reubau einer Jnfanteriekaserne in Mainz abgestrichen.
O Ile Ieflnng auf de« GüMuger Kerge geaenü^r Basel hat lange Zeit hindurch die ®e« müther in der Schweiz beunruhigt. DaS Gerücht erhielt sich hartnäckig, die deutsche Regierung «oll- die Stadt Basel durch Errichtung solcher Festungswerke unter die Gewalt deutscher Kanonen drin- gen. Jetzt hat sich endlich der Schweizer Bunde-, rath der Sache angenommen uud erfahren, daß keine Anzeichen vorhanden seien, auS denen.man auf solche Absichten Deutschlands schließen könne. Die Schweiz kann also wieder ruhig fern. I« Deutschland hat im Ernste wohl Niemand a« die Wahrheit jener Gerüchte geglaubt.
+ Sex Iaü Mredenveck ist am letzten Mittwoch in derPetitionSkommiffion deS Reich«. ageS besprochen worden in Verbindung mit mehreren Petitionen, die vom Verein Berliner Presse und drei anderen «christstellervereinigungeu an de« Reichstag gerichtet worden find. handelt sich dabei, wie erinnerlich, um die Feffelung der sozialdemokratischen Redakteurs Bredenblck und TranSporttrung desselben m gefesselten Zustande durch die Straßen von Dortmund, obwohl eS sich bei ihm «ur um Preßvergehen handelte. Die Dortmunder Pott, zeibehörde trägt die Schuld an diesem Vor. kommniß, daS bedauerlicher Welse in demObev« bürgermetster von Dortmund nachher auch noch einen Vertheidiger in öffentlicher Stadtveror^ netenversammlung gefunden hat. Geheimrath Dr. von Tischendorf vertrat die ReB«. rung dabei und versuchte, die Auffassung zur Geltung zu bringen, es sei in solchen Fälle« zu unterscheiden zwischen gebildete«, nämlich schriftstellerisch thätigen Redakteuren und sogenannt?« Sitzredaktenren; Bredenbeck fei nur Sitzredakteur gewrsen Er fand aber allgemeinen Widerspruch, und schließlich de- quemte sich Geheimrath von Tischendorf zu der Erklärung, daß der preußische Minister de» Jauern daS Verhalten der Dortmund« Pott- zeibehörde keineswezs gebilligt habe. Die Petition soll »ach dem Beschlüffe der Petitions. kommiffion dem Reichskanzler zur Berück- iichtiaung überwiesen werde». Ja der
tetitio« wird der baldige Erlaß eines Reich-« strafvollzugsgesetzes verlangt und di- Forderung erhoben, daß polittsche Gefangene nicht wie gemeine Verbrecher behandelt werde«.
Kommiffion bringt in ihr«m Beschlüffe noch ganz besonders die Erwartung zum Ausdrucks, daß dem Reichstage bald der Entwurf eine- solchen Gesetze- vorgelegt werde.
DaS Vormundschaftsgericht kann nach dem neuen bayerischen Gesetze die Zwangserziehuns anordnen, um die sittliche Verwahrlosung deS Minderjährigen zu verhüten; ferner dann, wenn der Minderjährige eine strafbare Handlung begangen hat, wenn er wegen seines jugendlichen AlterS deswegen strafrechtlich nicht verfolgt «erden und seiner weitern Ver«ahrlosung nur durch Zwangserziehung vorgebeugt «erden kann, dritten- natürlich erst recht dann, wen« die Zwangserziehung zur Verhütung deS vollkommenen sittlichen Verderben- des Minderjährigen nothwendig ist. Für Minderjährige im Alter von mehr als ! sechszehn Jahren soll Zwangserziehung' nur i» besonderen Fällen angeordnet «erden. Bevor ZwanoSerziehung ««geordnet wird, soll daS Vor- mundschaftsgericht die Elter« oder die gesetzlichen Vertreter deS Minderjährigen, daS Pfarramt und die Schulbehörde etxvernehmen, und außerdem auch den Minderjährigen felbst, wenn er älter als vierzehn Jahre ist. Die Anordnung zur Zwangserziehung ist alsdann von der Ber- waltuug-vehö-.de zu vollziehen. Die Koste« hat die Hetrnath§-m«tnde zu tragen. Aber diese kau« Anspruch erheben auf den Ersatz vo« drei Fünfteln der Kosten (ein Fünftel von der Distrikte grmett'ds und zwei Fünftel vom Staate), wen« dies« Koste» »icht vo» den Elteru oder sonstwie aufzubr^ae« find. Sehr verständtg ist die ausdrückliche Bestimmung, daß die Zahlungen von Gemeinde und Staat nicht e« Armenunter, stützungen angesehen werden dürfen. Ganz be- sonder- aber ist eS al- rühmenswerth hervorzu. heben, daß die Konfession de- Minderjährigen streng berückfichtigt werden soll. Der Zwar,»- zögling muß immer in einer Familie unter« gebracht werde«, die die gleiche Konfession mit ihm hat. Das sticht wohlthäiig ab gegen die brutale Art und Weise, in der beispielsweise in Berlin dieser wichtige Gesichtspunkt vernach- läsfigt wird. In der Berliner Stadtverordneten- Versammlung geschieht, wie bekannt, alle- Mögliche, um zu verhindern, daß dir Minderjährigen, die unter Fürsorge-Erziehung stehen, auch nur im allZemeirea Sinne christlich erzogen werden.
gar nicht-.
Reichskanzler Graf Bülow weist mit Bor- liebe auf den Fürste» Bismarck als ein politisches Vorbild hi«, und ebenso führe« alle möglichen RegierungSorgane den ersten Kanzler der Deutsche« Reiches und seine Politik als daS Beispiel hin, nachdem man sich richten müffe. Nun, Fürst BtSmarck würde eine solcheI Politik deS Zauderns und Zögerns in einer solchen Angelegenheit «icht getrieben haben;! daS ist zweifellos sicher!
Der Verständigkeit wegen sei hervorgehoben, daß die konservative .Kreuz-Zeitung' noch einmal an das Centrum und an die Konservativen sich «endet mit der Bitte um Einigung über bestimmte Zollvorschläge: die .Kreuzzeitung' hält „den Zeitpunkt sür endgiltige Erk ürungen der Verbündete« Regierungen noch ntot für ge- kommen". Vo« solchen könne viel mehr „erst dann die Rede sein, wenn wenigsten vorläufige Beschlüffe des Reichstages oorliegen u,d es sich um die Borbereitung seiner endgiltige Beschlüffe handelt". Unter solchen „vorläufigen B.schlüffen" find augenscheinlich Beschlüffe der Kommiss» gemeint. Wenn «un aber wirklich die Regierung unter keiner Bedingung über die von ihr selbst vorgeschlagenen Zollsätze hinauSgehen wollte, war würde da alle- Parlamentiren nützen? Die Sätze deS RegierungSentwurfes will ja die .Krenz-Zeitung' auch nicht an- nehme«.
T Fürsorge-Erziehung in Bayern.
Zu de« Bundesstaaten, die eine Zwangserziehung einsühren oder schon haben, ist nach Sachsen auch Bayern hinzugekommen. Man muß nur aber wiffe«, daß es i« Bayern bereits seit der Einführung des letzte» Armengesetzes
„Hier bin ich, lieber Vater. Verzeih' mir, was ich Dir anihat!"
„DaS ist längst verziehen. Und nun zu Thildchen!" , *
Zwei Winter und ein Sommer find feit den letzte« Ereignissen ins Land gezogen, und wieder ist die Sommermitte Überstiegen.
Im Hellen Sonnenschein eines Augustnachmit- tags liegt da» Waldthal, das die Nenmann- SÜstung aussüllt, vo« der Veranda des Reko«- valekcentenhauses genießt man die beste Aussicht über das ganze Werk. Das hat auch viel-
leicht die lustige Heine Gesellschaft gewußt, die de« Kaffeetisch recht nahe an die hölzerne Brüstung geschoben hat.
Alle find hier versammett: Frau Schefrr mit ihre« Mädchen, die schon sämmttich lange «leider tragen, der alte Buchhalter, der jetzt ans Johann Wilhelms strenges Verbot hin keine Feder mehr anrühren darf und sich dafür durch fortgesetztes Händereiben schadlos zu halten gewillt scheint, auch zu Zeiten noch mit der Hand an's Ohr fährt, um sie enttäuscht wieder fortzuziehen, da kein Federhalter mehr dort steckt; Fra« Marie, die ganz alt und so runzltch geworden ist, wie ein guter Apfel im Dezember, und HanS, der um vieles lebendiger und kräftiger geworden ist und oll Referendar am Gericht feiner Vaterstadt arbeitet; Heinrich Schefer und Thilda — und ein kleines zierliches Spitzenbkndel auf ihren Armen, darinnen Johann Wilhelms Enkel schlafend ruht. Da ist auch der treue SanitätSrath, welcher gerade in großer Verlegenheit ist, da er eine Anekdote begonnen hat und die Pointe nicht finden kann. Am Kopfende deS Tisches aber, schneeweiß und tun»
Der Spekulant.
Original-Roman von HanS Dahlen.
»y) ------(Nachdruck verboten )
(Schluß.)
Lange Zeit ruhten Johan« Wilhelms Blicke auf der Heimgekehrten, und Wehmuth erfüllte ihn, alS er sah, daß an Stelle der rüstigen starken Frau, die ihn verlasse« hatte, ein abgehärmtes Weib mit schlaffen Glieder« und welken Wange« vor ihm stand.
„Marie, liebe Marie!" flüsterte er, und jeder andere Gefühl erstickte die alte, in diesem Augen- blick «euerwachte Zuneigung, wie er fie in frühere« Jahre« für sie gehegt hatte, wenn er fie auch ihre- Geldes wegen geheiraihet hatte. Langsam breitete er die Arme aus. —
Sie lag an seiner Brust und weinte laut; und diese Thränen sagten Johann Wilhelm klar und deutlich, daß Frau Marie Reue im Herzen trug; sie wrachen von langem Leid und bitterem Kummer; sie gaben schließlich die Aussicht an künftige- glückliche- Zusammenleben,
Plötzlich durchzuckte Johann Wilhelm ei« jäher Schreck, aber er bezwang sich gleich I Das Mußte Überwunden werben, er mnßte sich batet« Men.
»Und wo ist fie denn," fragte er, »die Gräfin Volar ce!
.Todt!" meinte Frau Marie. «Todt, nachdem sie u«8 fast tobt gequält hat. O Johann, bie tausend Nadelstiche, mit bene« fie uns täglich peinigte, die DemÜthtgunge«, die Launen —" , „Laß gut fein," tröstete er liebreich. „Du s»Üst jetzt ein besseres Leben haben. — Wo bleibt Hans?"
hat heute (Donnerstag) den Antrag der Grafen Schwerin-Löwitz auf Beseitigung der ge- mischten Tranfitlager mit 15 gegen 13 Jttimmen
JStiF'ntdtt der SanitätSrath. „Ich werde nachher persönlich nachschauen." Dan« wendet er sich an Johann Wilhelm. „Freundchen, sagt er lachend, „wen« ich den Bürgermeister eher alS geheilt entlasse, als bis er sich nut Dir auS- gesöhnt und das ÄrlegSbeit begraben hat, west ich - will ich, «un ja. will ich immer so spät zur Anekdote die Pointe finde», wie zuletzt. Den mitleidig-spöttischen Blick, den er nunmehr auf fetae Kaffeetaffe wirst, kennt die barmherzige Schwester zur Genüge. „Weiß ober roth? fragt sie lächelnd ben SanitätSrath, de« wackeren ärztlichen Leiter der Neumannstiftung, dem Niemand gram feto kann.
„Daß ich bei der Hitze und zu dieser Tages- stunde keinen Rochen trinke, könnte« Sie bald wissen," meint der SanitätSrath trocken. Und wieder fällt ihm eine Anekdote ein. •
Allgemach bricht die Abenddämmerung herein. Nun beginnt im Dachreiter auf dem Pultdach« Cer. katholischen Kapelle - der Betsaal für die Protestanten liegt weiter unten — das Glöckchen zu schwingen und zu klingen. Es ich-as Zeichen zum Ave und auch daS Zeichen, daMAe Besucher die Anstalt zu verloffen haben.
Alle erheben sich unb begebe» sich zur Treppe, die nach unten fühlt. N«r Johan« Wilhelm bleibt neben seinem Stuhle stehen, biS er be« englischen Gruß gesprochen hat.
„Er ist und bleibt ein Spekulant," sagt der SanitätSrath zur barmherzigen Schwester, alS fie ihr Gebet beendet hat. „Sein Srnn steht nicht mehr «ach irdischem Gut, er spekulirt letzt auf den Himmel."
„Das ist die beste Spekulation, Herr Sani- ttoratV sagt die Schwester ernst und wendet sich ab.
mit Ilnlerhaftungs-Weilage „Iiluffrirte Sonntags-Zeitung.
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n Allgemeine Sehnsucht nach Aujklärung.
DaS Verlangen nach Klärung der Sachlage durch eine zweifellose Kundgebung der RerchS- !-aierung wird immer allgemeiner und dringender, S» in die freihändlerischen Kreise hinein. Namentlich diese letztere Thatsache sollte die Bttbftnbeten Regierungen überzeugen davon, daß a daS einzig richtige Verfahren sein würde, mpp und klar kund zu thun, ob sie nun über- baupt in eine Erhöhung der mmdesten Zollsätze sür Getreide zu willigen bereit ist ober nicht. Sie letzten offiziösen Kundgebungen darüber gangen ja so, als ob daS nicht der Fall sei, -er Bundesrath vielmehr unbedingt an den Mindestsätzen seines Entwurfes festhalten wolle, aber irgendwelche Gewißheit darüber konnte man ihnen ja nicht entnehme«. Sollte eS sich so verhalten, dann müßte die Reichsregierung daS unbedingt sagen.
„In ü Reichstagskreisen - so schreibt die Rattonalliberale Korrespondenz' — wurde am Mittwoch d.e Annahme verbreitet, es stehe eine bündige Erklärung Namens der verbündeten Regierungen in Aussicht, dahingehend, daß diese unter keinen Umständen über die im Zolltarifgesetze vorgesehenen Minimal- sätze hinausgehen würden."
Die freihändlerische ,National-ZeUung' bemerkt dazu: „Daß die« in unterrichteten Kreisen al» der ginn der verschiedene«, in der jüngsten Zett erfolgten Kundgebungen bezeichnet wird, haben «ir «wähnt. Thatsache ist trotzdem, daß sogar die- jmigen agrarische«, sowohl konservative« al» llertkalen Blätter, welche nicht i« den Ton der BundeSpreffe einstimmen, eine Erhöhung der Mini- mal-SStze, wenn auch nur eine mäßige, in Aussicht nehme«. Somit wird die Regierung, fall» fie die jetzige Lage der Dinge nicht auf unabsehbare Zett fortbauern lassen will, allerdings sehr gut thun, die bündige Erklärung abzugeben.
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