eitung
29. Jahrgang.
Iuröa, Domerstag, den 6. Februar 1902.
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xuwfl sich bingeben, daß die scheußlichen Kriegs. Kreuel in Südafrika nun wirklich ihrem Ende sich nähern, die großmäuligen Ruhmredereien des englischen Kriegsministers noch kürzlich im britischen llnterhause von der Kriegsfreudigkeit aber nicht» «eiter waren, als elende Prahlerei, obwohl die Londoner Blätter nach wie vor mit vollen Backen in das Kriegshorn blasen.
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ganz noch wendiger Erforderniß ist in unserer Srziehuna. Und könnte man eine Erhebung darüber veranstalten, wie Mele der Kunden des „Metaphysischen Heilverfahren- katholisch und wie Viele protestantisch getauft find, dann würde man ficherlich finden, daß , aus hundert Protestanten nicht mehr als ein KathoUl £nt,®ie Nutzanwendung möge Jeder selbst sich machen!
O Das Gesundbeten.
Am Montag ist im Reichstage auch von dem Sesundbeten die Rede gewesen. Abgeordneter Etoecker hat die Frage angeregt, ob es denn nicht geboten sei, strafrechtlich dagegen ein- zuschreiten. In ähnlicher Weise war auch schon mehrere Taae vorher in der Berliner Stadt- verordneten-Versammlung von derselben Dache esprochkN worden; ein sozialdemokratischer Stadtverordneter hatte dort von der Gesundbeterei mit recht gelungenem Witze al« von dem „Utberbretll der Heilsarmee" gesprochen. Das geschah deswegen, weil die Aula des Falk- Realzymnasiums zur Verfügung gestillt worden war, um Versammlungen der Gesundbeterei abzuhalten. Inzwischen ist diese Erlaubniß wieder rückgängig gemacht worden. Aber jetzt wird öffentlich bekannt, daß der Unfug sogar im Viktoria-Lyceum zu Berlin systematisch betriebe« wird; und unter solchen Umstände« kann man nicht mehr sagen, daß eS sich um persönlichen Aberglaube« einzelner Leute handele. DaS Viktoria-Lyceum soll den Zweck haben, Frauen und Mädchen einem Lrbensberufe zuzuführen; und wenn man nun erfährt, daß in diesem an sich vortrefflichen Institut in deutscher und eng. Uscher Sprache Unterrichtskurse abgehalten werden i« dem „Metaphysischen Heilverfahren", dann gelangt man zu der Ueberzeugung, daß eS sich iw der That um eine recht bedenkliche Erscheinung handelt, von der man nur sagen kann, daß sie zu den schlimmste« und gefährlichsten Kurpfuschereien aller Z fiten gehört — und außerdem eine Gotteslästerung sondergleichen ist.
Man muß wiffen, daß es sich nicht etwa um Versammlungen von einigen abergläubischen Schwärmern handelt. Die ganze Sache ist weiter nichts, als ein sehr schlau eingefädelter FeldzugSplan, um die Vertreter de« sogenannten „Metaphysischen Hellverfahren»" auf leichte und angenehmste Art in erheblichem Maße zu bereichern. Die Erfindung stammt aus den Der- einigten Staaten von Amerika, hat stch dort bereit» überlebt und macht fich nun bet uns breit. In Berlin allein gibt es schon eine stattliche Anzahl von Damen, die „Kliniken" unterhalten und leider nur allzu starken Zulauf haben von Kranken, der?« unklar frommer Sinn sie reif für dieses „Metaphysische Heilverfahren" macht.
Wie es gemacht wird, das ersieht man am besten aus einem bestimmten Beispiel. Die drei Damen, die am Viktoria-Lyceum Über da» „Metaphysische Heilverfahren" unterrichten, unterhalte« zwei „Kliniken" in einem • vor- nehmen Berliner Stadtviertel, nämlich am Lützowplatz. Ueppig ausgestattete Räume nehmen den Kranken auf. Die Wände sind
Erschrmt. ttztich, ««ariiihmeder gem-wb Feier- viertel,thrl.
sh« Brmgerlohn Bestellgeld tn und aus»
Der Spekulant.
Original-Roma« von HanS Dahlen.
M) ------(Nachdruck verboten.)
Johann Wilhelm vermag nicht die Augen von seinen Rmbent zu wenden. Es ist ihm zu Ruthe, als fei ihm da» Leben neu geschenkt. Alle drohenden Sorgen find ja nunmehr für ihn beseitigt, alle» hat stch zum Guten gewendet, und er kann und will sich der Einsicht nicht ver- schließen, daß er fast glücklich ist.
Roch einiges fehlt, nm sein Glück voll zu machen. In feiner Einsamkeit ist die Sehnsucht nach Weib und Kind wieder tn ihm wach geworden. Sie regt fich auf« neue, wenn er da» Familienglück der jungen Leutchen steht, die ihm gegenüber lachend und scherzend an der anderen Tischfelle fitzen. Sinnend denkt er .»«rück an die traulichen Abende in dem schlichten Hause an der Hemfiettenstraße, al» Han» noch vn liebe» kleiner Junge und Frau Marie noch schlicht und häuslich gesinnt war. Wo sie jetzt mohl wellten?
Die Ursache eines anderen Kummers, der ihn nicht verläßt, liegt in dem Benehmen des Bürgermeisters, feines einstigen Freunde». Er hat feit dem Abende de« VerlobnngStage» Johann Wilhelm keinen Besuch mehr abgestattet; wenn sich Beide auf der Straße begegnen, grüßt er wohl noch; aber so kühl, so Tüchtig, so wegwerfend ohnehin, daß kein Gruß «frenndschaftlnher wäre als dieser Gruß. Dabe verfällt der Bürgermeister täglich mehr, er geht «nt Stocke gebongt, und es verlautete schon.
noch in Furcht und Zagen gebetet hatte, hemmte er feinen Schritt. Für einige Augenblicke wenigsten« wollte er eintreten, um Gott für feine gnädige Führung zu danken. _ , ,
Daheim warteten feiner schon der Sanität»- rath und der Architekt, die einzigen Menschen, mit denen er in der letzten Zeit Verkehr gepflogen hatte, um seine großen Pläne zu fördern. Beide hatten ihm daS feste Versprechen gebe* müssen, über Alles noch da« tiefste Stillschweigen zu wahren.
„Eie machen fich ja atm, Freundchen," hatte mehr al» einmal der Sanllätsrath gesagt, wenn die immensenSummen,urSprache kamen, die für für das Unternehme« geopfert werden sollten, und auch der Architekt schüttelte häufig genug den Kopf. Aber Johann Wilhelm «ar keinen Augenblick schwankend geworden und antwortete in solchen Fälle« stets: Er behielt »och mehr wie genug für fich übrig. Zudem stände fein Geschäft setzt in befferem Flor, als jemals.
Sie begannen nunmehr sofort, die Pläne biS in die kleinsten Einzecheiten zu besprechen. Der Archllekt hatte seine Zeichnungen vor fich und den Stift in oer Hand, nm zu ändern, wo der SanitätSrath es für noth- wendig hielt. Er wat nämlich |att Fachmann bei den Betalhungen die ausschlaggebende Persönlichkeit. Johann Wllhelm nämlich hatte stch dafür entfielen, ein Krankenhaus im großem Ctile zu errichten, da da« jetzt vorhandene be dem schnellen Anwachsen der Stadt schon längst nicht mehr ausreichend war.
Ein einsame« Waldthal in bet Nähe der Stad war al« die geeignete Stelle zur Anlage de«
Die Arannlweinflener-Kommisfio» le» Aeichstages hat Dienstag Abend ihre erste Sitzung abgebalten. Vorsitzender bet Rom» Krankenhause« erschienen. Nord- und Ostwind bleiten die sanft ansteigenden Hügel fern, kein Fabrikbetrieb störte die erforderliche Stille, da die industriellen Anlagen nahe der Bahnlinie lagen, welche am entgegengesetzten Stadtende votberstttch. Der Thalgrund barg fließender Wasser und war breit und eben.
In die Kiefernschläge hinein, die man nut soweit lichten wollte, daß bet Zutritt der Sonne nicht behindert wurde, sollten bte Baulichkeiten errichtet werden. N cht himmelhohe Kasernenbauten mit langweiliger Linienführung würden die Jtante* aufnehmen, sondern ausgedehnt bequeme Häuser in zierlichem Landhausstil. Höher in« Thal gedachte man in aurgedehnten Parkanlagen, zu denen der Wald vorzüglich zu verwerihen war, den Genesenden eine Heimstätte zu errichten, eine Heber- gangsstation, bevor sie wieder ihre Thätigkeit aus- nahmen. — , .
Noch manche Stunde gab e« zu planen und e« wat vorau«zusehen, daß die enbgiltige Festlage der Zeichnungen fich bi« tief in den Wmter ver- ziehen würde.
Johann Wilhelm lebte fein ruhige« Leben weiter. Seine einzige Zerstreuung btlbeten bla häufigen Besuche de« Santtät«rath« und vor alle« die der Kinder, die ihm immer noch lieber wurden. Wenn der stühere Spekulant da« Hau« verließ, ging er nur noch zur Kirche, e« sei denn, daß er dem jungen Ehepaar einen Gegenbesuch machte oder ans eine Tafle Thee bei Schefer« vorsprach.
Et war auf dem bestem Wege, stch mtt dem Gedanken vertrant zu machen, daß in« Leben bis zum Ende nunmehr im gteufte« Ge- leise »«laufen werde, als die Erinnerung an
er wolle fich persionire» taffen. Nunmehr ist Johann Wilhelm sicher, daß ihm nicht mehr der Vorwurf entgegengeschleudert wird: „Du hast mich zum Schurken gemacht!"
Aber dieser Vorwurf würde auch nicht mehr eine quälende Wirkung auf ihn ausüben. Er hat schwer genug gesühnt, und sein Gewiffen ist rein. Draußen in feinet Villa liegen schon die Pläne halb fertig da, die er mit feinem Vermögen verwirklichen will. Daß der Bürgermeister nicht fein Gewissen zur Ruhe bringe« kann; er hat doch auch hart gesühnt!
Aber Johann Wilhelm weiß, worin der Grund liegt. Er würde ihn in einer stillen Stunde vor seinen Saftelli führe«, damit et am Schmerz de« leidende« Heilande« feinen eigenen Schmerz vergäße, damit er fich bewußt würde, wenn er in die qualnerjertten Züge de« Ecce-Homo Bilde« feinen Blick versenkte, daß der bittere Tod be« Gottessöhne« die Sünden der ganzen Welt getilgt hat! Und an keinem Morgen dürfte er dem hl. Opfer fern bleiben, gewiß nicht! Doch diese Einsicht fehlte dem Bürgermeister, und daß er sie vom Himmel erhalte, dafür betete Johann Wilhelm Tag für Tag.
Inzwischen war die Stunde gekommen, bte Heinrich Schefer zur Arbeit rief. Mit ihm verabschiedete fich auch Johann Wilhelm von feiner Tochter und begab fich langsam nach Hause. Da« Wetter war unfreundlich, obgleich e« ausgehört hatte zu regnen; e« windete heftig, und die Temperatur sank unauegefefct. Dem einstigen Spekulanten hingegen idänchte e« schöner, als an einem sonnigen Tage im Mai.
An der Klosterkirche, in der er Henle Morgen
Deutsche* Metch.
Berlin, 5. Februar 1902.
* HegenSesuche de» Kaiser» a« Iarenhose im Juli d. I. wird rnitgetherlt, daß die Einladung des Zaren an unseren Kaffer be» reit« während der letzten Entrevue in Danztg erging und vor allem auch zur Theilnahme an den interessanten Marine-Artille r ie-Schreß- Übungen lautete, die in der ersten Hälfte de» Juli bet Reval stattfinden werden. Dorthin würde sich der Kaiser zuerst begeben und bann den Säten nach Kronstadt-Petersburg begleiten. ü X N-rlin und Aondo*. Die .Braunschw. Lanbesztg.' hat au8 Berlin eine längere Mttthei- una gebracht von allerhand Vorgängen bet der letzten Anwesenheit des Prinzen von Wales in Berlin, die auf eine tiefe Mißstimmung zwischen Berlin und London schließen ließen. Im Geyen- satze dazu bringt die.Nationalztg.' au8 offiziöser Quelle eine Mittheilung, wonach der Besuch be» Prinzen von Wales auch zu einer Aussprache mit dem Reichskanzlkt über die Vorgänge im An- schlaffe a« die viel erörterte Rede Chamberlain 8 geführt hat. Dieser Mittheilung zufolge darf der Zwischenfall als erledigt angesehen werden, wie denn „überhaupt der ganze Verlauf des vom Prinzen von Wales dem Kaiser Milhelm in Berlin abgestatteten Besuches für beide Seiten durchaus befriedigend war".
* Die Nntersnchnng«« rs-ien der Wer- öffentltchN«sd-»O-h-i«-rlassesd-»Staat»- relxriär» »e* Gtrpitz haben zahlreiche Vernehmungen von Beamten d«S Reichs mattrreamtS und von Civilperfonen im Gefolge g^abt. ®a» Etgebniß dieser Untersuchung war zedoch btSH« ktgalb. Ueber den Verlauf wird dem Staats- fetrelär und dem Reichskanzler fortgesetzt Bericht erstattet. Nebenbei läuft ein ZMgnKwangS. verfahren gegen den verantwortlichen Redakteur des fozialdemokratifchen Blattes.
4- Gegen da» A«ekk ist nun von dem frei- finnigen Abg. Lenzmann auch eine Resolution im Reichstage beantragt, bte algenben Wortlaut hat: Der Reichstag wolle beschließen, die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, mit allen dis- zivlinarischen und gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken, daß da« auch in den Kreisen der Offiziere be« stehenden Heere« und der Reserve werter um sich greifende, mit der Religion, der Moral und den Strafgesetzen im Widersprach stehende Duellunwesen beseitigt werde." Die Resolutton ist beantragt zur Berathung be« Etat« be» Reich«-
ringsum in aufdringlich überreicher Weise mit allerhand Worten der Heiligen Schrift aaS- gestattet. Wer geheilt sein will, muß fich zu- 1 nächst mehrere Bücher deS „Metaphysischen I Heilverfahrens" kaufen, die eine recht reichliche ' Einnahme «bwerfen müssen, nach den Preisen i zu schließen, die dafür verlangt werben. Die l Strahlen deS göttlichen Geistes, die durch die । Vermittelung der Klinikbefitzerinnen — und zwar nur durch diese Vermittelung! — den Kranken zugeleitet werden sollen, sieden erst bann die richtige Aufnahme, wenn bte Kranke« durch daS Lesen dieser Bücher stch richtig oorbereitet haben. Alsdann hat man für die Zuleitung der göttlichen Strahlen ein weiteres Honorar zu zahlen, das mindestens drei Mark beträgt und unbegrenzt steigt, je nach den VermögenSumfländen desjenigen, der eine solche metaphysische Klinik aufsucht. Ma« hat den Damen nun schon nahe gelegt, ihre Vermittelungseigenschaft so anzuwenden int J-ttereffe der leibenden Menschheit, daß bann auch Andere in bie Sage kommen möchten, bie metaphysische Heilkanst ausztüben. Aber das ist nicht nach ihrem Seschmacke. Sie sagen im Gegentheil: es genüge nicht, durch göttliche Kraft geheilt worden zu fein, um nachher auch Andere heilen zu können. Vorher müffe man „gänzlich im Geiste GotteS aufgehen" und an der metaphysischen Universität tn Boston den Doktorgrad erlangen. Daß dieser „Doktorgrad" nicht ganz billig abgegeben und vermittelt wirb, kann man sich ja denke«. Aber um die ganze Sache richtig aufzufaffen, muß man nur zwei Gedanken nebeneinander stellen: man soll, um einer göttlichen Gnade theilhaftig werden zu können, vorher erst „Christian seient“ — „Christlicher Gelehrter" — werden durch ei« Divlom der „metaphysischen Universität" in Boston, das man für fein gute» Geld erwirbt!
Und die Damen mit diesem „metaphysischen Heilverfahren" haben einen ungemein parken Zulauf, nicht etwa aus den unbemittelten Volksschichten. Die Leute mit der schwielige« Hand eignen fich nicht dazu, den metaphystschen Doktorgrad zu erwerben. Die Kunden der Dame« stamme« fast ausschließlich aus den wohlhabendsten Kreisen und geben fich vielfach ganz vertrauensvoll dieser eigenthümlichen Heilmethode hin, versäumen eS deswegen, «Mich etwa« gegen ihr Leiden zu thun und verfallen auS demselben Grunde möglicherweise schwerem Siechthum und traurigem körperlichen «lende. Nicht deswegen ist die ganze Sache so gefährlich, weil t» sich um eine Kurpfuscherei und damit um eine Verminderung der Kunden der berufsmäßigen »erzte handelt, sondern darum, weil sie wirklich eine Gefahr bedeutet, für Gesundheit und Leben vieler Menschen.
Wie ist eS möglich, daß so viele Mensche«, die stch zu den durchaus gebildeten Kreisen rechnen, diesem „metaphysischen Heilverfahren" ; anheimfallen? Da» ist nur zu erklären au8 einer vollkommen ungenügenden religiösen Er- . ziehung derselben. Hätten sie diese genoffen, > bann könnten sie ja gar nicht Kunben der > klugen Damen mit den „göttlichen Strahlen" ' werden. Man ersieht also von neuem, daß । eine gute und klare religiöse Durchbildung ein
(:) England, Holland und die , Sitten.
Bon Holland, nicht von England auS ist der , «ntzalt deS diplomatischen Notenwechsels über , die angebotene Vermittelung im Burenkriege der öffentlichen Kenntniß zugänglich gemacht «orden. Daß die britische Regierung in dieser «erst vorgeschlagenen Form nicht auf den Vorschlag eingehen würde, wußte man bereits. Die amtliche Feststellung der Thatsache, daß eS so ist, bietet also keine Überraschung weiter. Man wußte auch bereits die Gründe, die England für seine Ablehnung ins Feld führen würde: Die britische Regierung ist der Ansicht, daß Zusage« der holländischen Staatsleitung ihr keine sichere Gewähr dafür biete», daß bie Burenführer sich dem unterorbnen würben, was zwischen London und dem Haag etwa abgemacht werben könnte; man müffe fich vielmehr in unmittelbaren Verkehr mit den Buren- sührern in Südafrika und mit dem britische« Oberbefehlshaber Lord Kitchener setze». Die entsprechenden Verhandlungen müßten in Afrika fiattfinden, nicht in Europa.
Wohl zum allerersten Mal kann man in südafrikanischen Dingen der britischen Meinungs- Lußerung beipflichten. Die europäischen Buren- Vertreter ftttb ja wirklich in Folge der englischen Absperrungsmaßregeln von den Kriegsführern ihrer bnrischen Landsleute in Südafrika voll- kommen abgeschloffen; und man begreift die Besorgniß der britischen Regierung, daß Ab- machungen zwischen ihr und de« europäische« Burenoertretern durch die Vermittelung der niederländischen Regierung schließlich von den Bnrengeneralen gar nicht anerkannt werden könnten.
I« der Antwort der englischen Regierung wirb außerdem gesagt, es würde allzu lange Zeit in Anspruch nehmen, wen« man die Buren- Vertreter nach Südafrika senden wollte; eS würde dadurch die Fortsetzung der Feindselig- taten unnütz verlängert werden. DaS ist be- zeichnend für den Ueberdruß der Engländer an dem ganzen Burenkriege. Dieser Ueberdruß muß schon einen sehr hohen Grao erreicht haben, wenn die britische Regierung solche Bedenke« offen z«m Ausdrucke bringt. Gleichzeitig bring; die,6t. James Gazette' die Rittheilung, daß der Ministerprästdent Lord Salisbury vom Amte nach der Beendigung dieser Parlaments- tagung zurücktreten werde, wenn der Krieg bis dahin beendet sein sollte. Die ,St. JameS Gazette' ist daS Organ deS britischen Königs- hofeS. Wenn diese Zeitung eine solche Nachricht bringt, so kann man sie ohne Weiteret als wahr annehme«; und man ersieht auch daraus wieder, daß man sich in England sehr lebhaft bereits mit Maßregeln beschäftigt, um den unglückseligen Krieg zu beenden. Deswegen darf man auch die Meldung als glaubwürdig hinnehrner-, daß die diplomatische« Kreise diesen ersten VermittelungSvorschlag Hollands al» die Einleitung zu wirklichen und schließlich erfolgreichen Friedensverhandlungen betrachte«. Und darum darf man endlich der angenehmen Hoff-
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