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"säcfthewt ttzlich, m.A^rl-ihm-der ggun-utb Feier« t,ze. Bierieljährl.

|t,Riiprtis «hne'Aringerlohn und Bestellgeld in Äutoa und au6« Wtkt41M.b0Ps.

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mit Itnlerhaltungs-AnlageIflustrirte Sonnlags-Ieiiung""* peUreM« Uv. 1 (tkrneesü).

M28.

29. JahrgMg.

JuLöcr, Dienstag, den 4. Februar 1902.

ansicht, dann bemerkt man, daß von thcrtsäch- lichen Mrtthrilungen nicht eine Spar darin ent­halten ist. Diese Darlegungen gipfeln in folgen­den Sätzen.-

Die nationalliberale Fraktion steht mit ver- sch Bindenden Ausnahmen auf dem Standpunkte, daß der Landwirthschaft ein befferer Schutz gewährt werde, als sie heute besitzt ... Tie Aussichten auf ein Zustandekommen des Zoll­tarifs sind gering genug, und alle Machen- fchaften, die dazu dienen und darauf abzielen, die Anhänger einer besseren Sicherung der Landwirthschaft unter einander zu verhetzen, dienen zwar der Agitation, nicht aber dem Wohle der L rndwirrhschaft. Wie gering die Aussichten d r Hochschutz-ZöÜner in einem kommoden Wahlkampfe find, haben die jüng­sten Ersatzwahlen und zwar alle bewiesen." Woher dieser letztere Beweis kommes soll, ist zwar nicht zu ersehen. Aber das ist eine Sache sür sich. Die Hauptsache ist, daß man nach dem Lesen dieser Sätze der.Natiorrall Korr.' über die Stellung der nationalliberalen Reichstags fraktion zum Zolltarif genau so klug oder so wenig klag ,st, wie vorher. Aber das ist auch etwas: das Partet-Orqan wagt weder der einen, noch der anderen Richtung entgegen zu treten, bewegt sich vielmehr in ganz allgemeinen Redensarten, und das läßt darauf schließen, daß der Kampf der beiden Rich tu «gen inner halb der natio- nalliberalen Reichstags>Fraktion noch nicht ausgrkämpft ist, daß es vielmehr vermuthlich gar nicht gelingen wird, sie unter einen Hut zu bringen. Es ist durchaus nicht an­zunehmen, daß Männer wie die Abgg. Frei­herr von Hrql, Geheimerach Haas, Rom- merzienrath Münch.Ferber und andere mehr ihre wirthschaftlichen Anschauungen den Sonder- intereffen der rheinisch-westfälischen Industrie zum Opfer bringen und sich von dem hier einzig maßgebenden Gesichtspunkte der durchgreifenden Hilfe für die Landwtrthschaft den Herren Hilbck und Genosten zu Liebe adbringe« lasten werden.

Ma» hat niemals ar genommen, daß die Nationalliberalen zu ewer geschloffenen Stellung gegenüber dem Zolltarif zusammen zu bringen sein würden. Warum denn also jetzt diese Ge- heimnißkrämerei?

Deutsches Keich.

Berlin, 3. Februar 1902.

* Das nun festgestellte Arosramm für die Anwesenheit des Krinze« Artnrich i« Äwerir« lautet: Vom 22. bis 28. Februar hält der Prinz sich in New-York und Washington auf, einschließlich eine» zweistündigen Besucher der Marineakademie in Annapolis uns eines Aufenthaltes von zwanzig Minuten in Balti­more. Der Abstecher in die südlichen und west­lichen Staaten geht vom 1. März ab nach dem ,B. T.' wie folgt vor sich: Am 1. März Pitt«- bürg 10 Minuten, Cincinnati am Abend 20 Min., am 2. März Chattanooga 3^ Stunden, Nashville 15 Min., Louirville am Abend 10 Min., Indianapolis in der Nacht 20 Min., am 3. März St. Louis Morgen« 4

W Die Nationalliberalen und der Zolltarif

Bor einigen Tagen durchlief die Nachricht ViePreffe,Abg. Freiherr Heyl zu Herrns heim fei aus der Zolltarif-Kommission des Reichstages ausgetreten, und zwar deswegen, weil er bei feiset Partei keine genügende Unter­stützung fhbe für sein Streben, der Landwirth- fchaft durch einen wirklich wirksamen Zollschutz zu Hilfe zu kommen. Herr Freiherr von H-y! hat diesen Austritt einstweilen noch nicht be­wirkt; angeblich aber soll er beoorstehen. Da­nach würde dir neuliche Nachricht nur zu früh gekommen, aber nicht falsch gewesen fein.

Noch einige Tage früher war berichtet worden, die nationalliberale Fraktion der Reichs­tages habe einen Beschluß gefaßt, Wonach sie über die landwikihschaftlichen Zölle, wie die Re­gierungsvorlage sie vorschlägt, nicht hmausoeben wolle. Der Abg. Hilbck sollte der Aast,fier dieses Beschluffes gewesen sein, der übrigens nur von einem verhältnißmäßig kleinen Bruch- theile der Fraktion gefaßt wurde, weil die Fraktionssttzung sehr schwach besucht war.

Nicht jedes Wort in diesen Zütungs- meldungen maz genau richtig gewesen sem. Ader im Großen und Ganzen sind sie augenscheinlich zutreffend gewesen. Jedenfalls trifft es auch zu, daß der Abg. Hilbck eine besondere Rührigkeit darin entwickelt, gegen demjenigen Bruchtheil der Fraktion zu arbeiten, der der Landwirthschaft beffere Zollbedingungen zugestehen will, als der 'RegternngSentwurf sie in Vorschlag gebracht hat. Herr Hilbck hat ja in öffentlicher Parlaments- sttzuug ganz ungenirt erklärt, die westdeutsche Industrie wolle erst die Bürgschaft dafür haben, daß der Mittellandkanal gebaut werde, bevor sie einer Erhöhung der Getreidezölle zustimme! NeuerdiugS hat ein pfälzisches nationalliberaler Blatt folgende Darstellung der Vorgänge hinter de» Ruhff tn gegeben:

Freiherr v. Heyl that Schritte, um sich in der Zolltarif-Kommission mit de» Vertretern der Mehr Heils-Parteien behufs Schaffung einer festen, zahlenmäßigen Basis zufammenzufiuoen, von der auS man mit der Regierung unterhandeln könne. Es gelang ihm, die Virtreter der Mehrheits- Parteien auf einen Mindestzoll von sechs Mark für alle vier Getreidearten zu einigen. Herr D. Hiyl, der Arrangeur des Gange», wurde aber von seiner eigene« Fraltion im G iche gelaffen. In einer Sitzung derselben erklärten etliche 20 Mitglieder, daß sie mit Sen von der Regierung zum Schutz; der Landwirthschaft vorgeschlagenen Zollsätzen vollständig einverstanden und für einen höheren Zoll nicht zu haben feien. Herr Hilbck soll alsdann diese Erklärung im Namen der nationalliberale» Fraktion als deu Mehrh-itS-Bk- schluß verkündet haben.

Nun endlich hat auch das offizielle Partei- Organ Worte gesunden. Die , Nation all tbe- rale Rotte? ponbesg' nämlich sagt mit sehr scharfen Worten, alle diese Darstellungen seien falsch, namentlich aber die letzte, die drm.Pfalzr- scheu Kurier' entflammt. Aber wern man sich die Darlegungen dieses Partei-Organs genauer

Der Spekulant.

Original-Roman von HanS Dahlen.

87) ------(Nachdruck verboten)

Hierbei empfand er erst, wie still und lang «eilig es vorhin gewesen sein mußte. Er schlnz vor, den Kaffee im Musiksasl einzunehmen.Dann Anne der junge B äutigam etwas Radau auf dem Flügel machen," fügte er in seiner derben Art hinzu. Die Gesellschaft begab sich dann nach oben und nahm die kleinen Täßchen aus chinesischem Porzellan von der Silberplatte, welche bet Diener herumreichte.

Die ersten Klänge des FlügclS weckten wieder die frühere Fröhlichkeit. Johann Wilhelm schlug mit der Sohle den Takt auf dem teppichbeleg­ten Boden. Als er sah, wie der Sanitätsrath mit kritischem Blick sein Mokkaschälchen be­trachtete, gab er August insgeheim den Befehl, noch Sekt zu bringen.

Das war ein guter Gedanke," lobte Weißen- seid.Die scheinen bei Ihnen wohl immer etwas spät zu kommen. Sie haben ja noch nicht einmal daran gedacht, den Bürgermeister ei«zuladen!"

Schritte kamen die Treppe empor.Sie sollen sehen, der Wolf in der Fabel!" tief bet Sanitätsrath.

Doch wohl nicht!" flüsterte Johann Wilhelm, während ihm das Blut in ungestümen Wellen zum Herzen drang.Nein, gewiß nicht."

Wollen wir wetten?" gab der Sanitätsrath zuversichtlich zurück, aber Johann Wilhelm ant­wortete nicht mehr und starrte auf die Thür,

der sich die Tritte des langsam Ew Vorsteigenden mehr und mehr näherten. Erwartende Stille breitete sich im Saale au?. Man hörte draußen die flüchtigen bellenden Siöße des Windes und das feine surrende Riesel» des Staubes an den Fenstern.

Es klopfte kurz und herein trat der Bürger­meister. Weißenfels bewillkommnete ihn mit lärmender Fröhlichkeit, Schefers machten ihre devote Verbeugung, Hand in Hand kam das Brautpaar näher, glücklich lächelnd.

Bevor noch Johann Wilhelm den neuen Gast anzureden vermochte, tief Weißenseld:

Aber was fehlt Ihnen denn, Bürgermeister? Sie sehen ja aus wie der Tod."

So schlimm iu'S nicht," lautete die leise Antwort.Ich habe Unannehmlichkeiten gehabt, wie mein Amt sie des öfteren mit sich bringt." Darauf sprach er eisigen Tones seinen Glück­wunsch und bat, eine Erfrischung von der Hand weisend, um eine kurze Prioatunterredung mit Johann Wilhelm. Dieser sand eS am geraten­sten, der peinlichen Situation ein Ende zu machen und entschuldigte sich auf kurze Zeit.

Als er unten die Thür zum Wohnzimmer öffnete, um den Bürgermeister dort hinein zu laffen, wehrte dieser ab.Nein, nicht hier. Im Kontor."

Nun saßen sie im Neumannschen Privatkontor. Durch die weiten Fenster fiel Zwielicht wie in der Abenddämmerung, obschon es erst auf Fünf ging. Die matten Glasscheiben in der Thür leuchteten röthlich, denn im Kontor hatte Haffel- beck wichtige Arbeiten zu erledigen, die ihn sogar »en der Theilnahme an der Verlobungsfeier zu­rückgehalten hatten.

Siunden, Chicago den Abend uno den nächsten Morgen, am 4. März Milwaukee Nachmittags 6 Stunden, am 5. Mär; Buffalo 15 Minuten, Niagara 2 Stunden 15 Min., Rochester am Abend 20 Min., Syracufe in der Nacht 10 Min., am 6. März Boston den ganzen Tag, am 7. März Albany am Morgen 2 Stunden, West­point Nachmittags 2 Stunden. Ankunft in New- York Abend«. Am 10. März Philadelphia Vormittags 5 Stunden 10 Min., Rückkehr nach New-York am Abend. Man sieht, eine reine Erholungsreise" steht unserem Prinzen Heinrich bei dieser Hetzjagd im Expreßzug durch Nord­amerika nicht gerade bevor!

+ Im prenßrschsn AhgesrlmelerrHtMse ist beute (Montag) die Berachung des lanv- wirthschafttichen Etats nach viertägiger Debatte geschloffen worden. Erne ausführftche Ausein­andersetzung verursachte dis Forderung eines DtaMdarlehsns von 1400 000 Mark erste Rate für einen Magersiehhos in Friedrichsfelde bei Berlin. Die Forderung wurde bewilligt.

/? Ar»«de»r«tH und I srriLeugsfetz. Aus Trier wird uns geschrieben:Wir fürchten Gott, sonst Niemand auf der Welt." Dieser Ausspruch wird prächtig illustrirt durch Las Jesuitengesetz und durch die von dem Staatssekretär Gras Posadowsky als Stell- D«tretet ins Reichskanzlers in der Sitzung des Reichstages am 28. Januar verlesene Erklärung. Schon im Oktober 1890 schrieb ein rheinisches Centrumsblatt:

Am 1. Oktober fiel daS Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokraten, welche auf das Gefährlichste bedrohen: 1. den Glauben an Gott durch Bekenntniß und Berbreitung des Atheismus, 2. das Chkistenthum durch Agitation zum Austritt aus den christlichen Kirchen, 8. die gesellschaftliche Ordnung durch ihre Umsturz- und Zukunftsstaatstheorien, 4. daS Familienleben durch ihre auf Lösung der Bande der Ehe und Sitte zielenden Bestrebungen, 5. Thron und Altar durch dir Untergrabung jeder Autorität, 6. Ka­pital und Besitz durch Verhetzung der arbeitenden und darbenden Klaffen.

ES besteht noch in Kraft das Aus­nahme- und Verbannungsgesetz gegen den Orden der Jesuiten und die ihmmr- wandten" Orden, welche berufen und hervor­ragend befähigt find:

1. Den Glauben an Gott durch innere und äußere Mission, Unterricht und Erziehung zu stärken und zu verbreiten, 2. das werkkhätige Christenthum durch Wort und eigenes Beispiel zu predigen, 8. die gesellschaftliche Ordnung auf der Grundlage der Autorität deS Rechts und der Liebe zu stützen, 4. die Bande deS Familien­lebens auf relig'.ö »-sittlicher Grundlage zu festigen, S. Thron und Altar als göttliche Einrichtungen zu ver- theidigen, 6. Kapital und Besitz mit der Arbeit und Brmuth durch die Predigt christlicher Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu versöhnen und auSzugleichen.

Wird der BundeSrath die Sozialdemokraten noch weiterhin den J-fuiten vorzühe«? Es kann nicht scharf genug betont werden, daß der Bundesraih zu denverwandten" Orden der Jesuiten bisher gerechnet hat und noch aus dem Vaterlande verbannt sind wehrlose Frauen, die Damen du 8aci6 Coeur de Jäsus.Hegen weite Kreise der protestantischen Bevölkerung" auch wegen dieser Dammlebhafte Beforz- uiffe"? S hr treffend sagt F. W. Weber:

Fort aus dem Lande die stillen Beter, Die staaiSgefährlichen Uebelthäter.

Das ist also Deine Antwort auf meinen Antrag," sagte der Bürgermeister streng und kalt.

Es galt da? Glück meines Kindes!" entgeg­nete Johann Wilhelm.

Der Bürgermeister stieß ein kurzes, trockenes Lachen aus.Entschuldige Dich nicht weiter. Ich wür»e Thilda auch jcht nicht mehr nehmen."

Jetzt nicht mehr nehmen was soll das heißen?" fragte der Spekulant in ängstlicher Hast.

Was das heißen soll? Daß ich Deine Tochter noch bis vor einer Stunde für mein Leben gern an meine Seite genommen hätte, und jetzt nicht mehr."

Ader um GotteS Willen, was ist denn passtrt?" Ich habe meinen Sekretär verhaften laffen." Ben Lillig?"

Ja, den Lillig. Verbrechen im Amt. Er hat Dokumente aus dem Geheimarchiv gestohlen. Und da hat er in der ersten Aufregung Dinge gestanden, die Dich vollständig kompromittiren.

Johann Wilhelm sank mit schmerzlichem Aechzen in sich zusammen.Wem hat er das gestanden, Franz?"

Mir allein."

Und Du"

Fürchte nichts. Ich werde Dich nicht vet- rathen. DaS wird Lillig schon besorgen, wenn er vor die Richter kommt. Johann Wilhelm Neumann, die Strafe naht Dir. Begreifst Du nun, warum ich Thilda jetzt nicht mehr begehre? Sie ist zu bedauern, und besonders die Familie Deines Buchhalters. Man wird bald mit Fingern auf Dich zeigen, Johann Wilhelm. Und dann wird man Dich eines Tages aus Deinem Hause führen. Weißt Du, wohin?"

Die Gründer, die Schinder, die Buhlerinnen, Die bleiben drinnen.

* Der Goleranz-rBtraZ de» KenLrn«» hat «ach der Kommissiousfaffung folgende« Wortlaut:

§ 1. Jedem Reichsangehörigen steht innerhalb de» Reichsgebietes volle Freiheit deS religiösen Bekenntnisses, der Bereinigung zu Reit, aionsgemetnschaften sow-e der gemeinsamen häus­lichen und öffentlichen ReltgionSübung zu. Den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten darf durch die Ausübung der Religionsfreiheit kein Abbruch geschehen.

§ 2. Für die Bestimmungen des religiösen Be­kenntnisses, in welchem rin Kind erzogen «erde« soll,ist die Vereinbarung der Eltern maßgebend, welche jederzeit vor oder nach Eingehung der Ehe ge= troffen werden kann. Dir Vereinbarung ist auch nach dem Tode deS einen oder beiden Elterntheile zu be­folgen.

§ 2a. In Ermangelung einer Vereinbarung der Eltern gelten für die Bestimmung des religiösen ve- kenntniffeS, soweit nicht nachfolgend et« anderes sorge- schrieben ist, die Vorschriften deS Bürgerliche« Gesetzbuches über die Sorge für die Person dS KindeS. Steht dem Vater oder der Mutter daS Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorge«, neben einem dem Kinde bestellten Vormund oder Pfleger zu, so geht bei einer Meinungsverschiedenheit über die Bestimmung des relitziösrn Bekenntnisses, i« welchem daS Kind zu erziehen ist, Die Meinung deS Vater« oder der Mutter vor. Das religiöse Bekenntniß des Kindes kann weder von dem Vormunde «och von dem Pfleger geändert werden. , r x

§ 2b. Gegen den Willen des Erziehungsberechtigte« darf ein Kind nicht zur Theilnahme an de« Religionsunterricht oder Gottesdienst einet anbeten Religionsgemeinschaft angehalte« werden, als den in § 2 und 2a getroffenen Bestim­mungen entspricht. n .

§ 2c. Nach dem beendeten 14. LebenSzahre steht rem Kinde die Entscheidung über sein religiöses Be­kenntniß zu. .

8 3. Der Austritt auS einer Religionsgemeiw- fchafl mit bürgerlicher Wirkung erfolgt durch ausdrück­liche Erklärung des Austretenden gegenüber der Reli­gionsgemeinschaft. Die Erklärung ist dem Amtsgerichte des Wohnortes gegenüber anzugeben; von diesem ist ste der zuständigen Behörde der Religionsgemeinsckast mit- zuthetlen. Die Erklärung kann schriftlich in öffentlich beglaubigter Form abgegeben werden. Ueber den Em­pfang der Erklärung ist eine Bescheinigung zu ertheile«. Das Verfahren ist kosten- und stempelsrei.

§ 4. Die Abgabe der Austrittserklärung bewirkt, daß der Ausgetretene zu Leistungen welche auf der Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft beruhen, nicht mehr verpflichtet wird. Leistungen, welche kraft b sonderen Rechtstitels auf bestimmten Grundstücken einer g-wissen Klaffe in dem Bezirk ohne Unterschied deS Besitzers zu entrichten, werden durch die Austritts­erklärung nicht berührt.

§ 4a Niemand kann zu Leistungen an eine Reli­gionsgemeinschaft, zu welcher er nicht gehört, heran- gezogen «erden, wenn nicht ein gemeinschaftlicher Genuß oder ein besonderes Rechtsverhältniß besteht.

X IreifiiMige SozialpolMK. Der frei­sinnige Magistrat der Stadt Berlin hat wieder einmal eine nette Probe feiner sogenannten Ix» beiterfteundliükeit geliefert. Der Oberbürger­meister von Berlin hatte verfügt, daß solche Ar­beiter, die zu einer längetn militärischen Hebung eingejogen werden, aus dem städtischen Dienste entlüften werden sollten. Mer dar war doch auch dem Freisinn in der Berliner Stadtverordnete» Versammlung zu arg, sodaß die Verfügung bei Oberbürgermeisters, starken Widerspruch erfuhr. Nun hat der Magistrat einen neuen Beschluß darüber gefaßt, und zwar folgenden: Die Aus­lösung des Arbeite Verhältnisses soll die Wieder­einstellung des zu einer militärischen Uebung ein-

Johann Wilhelm sprang auf uno lief hände­ringend mit großen Schritten im Ziwmrr auf und nieder, als ob er schon Verfolger hinter sich hätte.Franz, hilf mit! Hilf mir, Franz!" tief er verzweifelnd. *

DaS kann ich nicht."

Laß mich mit Lillig sprechen!"

Das kann ich nicht, er befindet sich schon in Untersuchungshaft."

Hättest Du mich doch gleich holen laffen!" schrie Johann Wilhelm unter Thränen.

Daran habe ich nicht gedacht. Und wenn ich daran gedacht hätte, war eS nicht meine Pflicht. Wir sind nunmehr geschiedene Leute. Trotz allem thut es mir leib, daß daS Schicksal so rauh mit Dir umspringt, ober an mir hast Du es nicht bester verdient. Du hast mich zum Schurken gemacht. Meine Ehre ist und bleibt zerstört, ob ich auch neulich nach unserer letzten Unterredung mein ganzes Vermögen testamen­tarisch der Stadt vermacht habe, nicht nur das­jenige allein, um das ich sie übervsrtheilte. DaS Tchuldbewußtsein bleibt!

Der Bürgermeister war gegangen. Geraume Zeit nachher wankte Johann Wilhelm die Treppe hinauf. Da jubelten und jauchzten die Glück­lichen, und unter ihren Füßen brodelte ein Vul­kan, der sie jeden Augenblick verschlingen konnte!

Sanitätsrath Weißenseid trat bi die Thür. Wo haben Sie nur so lange gesteckt, Fr.und- chen?" tief er w-inselig und zog ihn übet die Schwelle in daS hellerleuchtete Zimmer, in den KreiS der Glücklichen.

*