Einzelbild herunterladen
 

ftftewt tijttdi, ar.'ZljSriiimebtr Sein-und gei«' 1,ge. Bierteljährl.

Ohn<ytinfltrlo6n und Bestellgeld in Sul6a und auS» Lärt»lM.b0Ps.

W K

H

-M

gttTrretee Di« einspallige Petit» »eile oder derer» Naum1öPfg.,Re- Hamen die Petit» zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend, Rabatt gewährt.

,t,«nl»er«IH: AS» die Redattlcr 3of. Bax*, für 3n(er«tt 3. Parzelle» in Su'M.

mit Htnlerhaüungs -AerkageIüu!lnr1e Ssnnlags-Ieiiuug"

M 27.______________

© Zur Flottenfrage.

Man kann es sehr oft beobachte«, daß Jemand, -er eine« Fehler gemacht hat, im Vertuschung?» Eifer diesem ersten Fehler emen weiteren Fehler nach dem andern folgen läßt. Dieses Unglück ist jetzt augenscheinlich auch dem Herrn Staatssekretär des Reichs »Marineawtes zugestoßen. Die Ver­öffentlichung seines Erlaffes an die mWäctech- ntsche Abtheilung seines Amtes kann nur durch einen Treubruch erfolgt fein und ist deswegen so unliebsam wie möglich. Aber da sofort nach der Veröffentlichung Herr v Tirpitz in der Budget- Kommission des Reichstages den Erlaß als echt bezeichnet und die Verantwortung dafür selbst übernommen hat, haben roh. es nicht mehr mit dem Berliner sozialdemokratischen C «trabOrgan, sondern mit Herrn Staatssekretär o. Tirprtz selbst zu thun. Diesen ehrt nun wiederum die That- fache, daß er sofort für seinen Erlaß mannhaft auf den Plan getreten ist. Aber in seinem Eifer hat er den Fehler beganqen, zu viel zu thun; seine Aevßerung, daß der Erlaß ebenso gut hätte in der »Nordd. Allgem. Zrg.' stehen können, reizt außerordentlich zum Widerspruche. Das klingt so, als ob die ganze Sache sehr unschuldig und beinahe selbstverständlich sei, und die offiziöse Presse schlägt augenscheinlich auf Winke vom Marineamte her dieselbe Tonart an. Dis sind die weiteren begangenen Fehler, und gegen diese muß man sich unbedingt wehren.Das Marine» amt,", so liest man in einer neuen halbamtlichen Darlegung,hat den Reichstag über die Höhe der Kosten nicht getäuscht, sondern es hat die richtig angegebenen Kosten auf eine größere Reihe von Jahren gleichmäßig vertheilt, damit keine neuen Steuern erforderlich wären und dadurch die Durchdringung der Vorlage erleichtert würde. Das ist des Pudels Kern."

Diesen Kern des Pudels muß man sich genauer ansehen.

Der ursprüngliche Regierungsentwurs des letzten Flottengesetzr» forderte ungefähr viertausend Millionen Mark für die Jahre von 1900 bis 1920. Zweitausend Millionen sollten die neuen Schiffrbauten kosten; etwa ebenso viel sollte die Vermehrung der laufenden Ausgaben ausmachen durch die Unterhaltung der nunmehr bedeutend vergrößerten Kriegsflotte. Das war alle» ganz genau berechnet bis zum Jahre 1920. Die laufen­den Ausgaben sollten sich allmählich steigern von rund 69 bi» rund 182 Millionen jährlich, voraus­gesetzt, daß der Reichstag die Forderungen der Regierung ohne wesentlichen Abzug gutheißen sollte auch mit der geforderten neuen Au»- landsflotte.

Die Offiziösen haben nun jetzt einen Satz aus jener Regierungsvorlage ausgegrabrn, der ein vollkräfttger Beweismittel für sie sein soll. In der Regierungsvorlage war damals nämlidi zu lesen:Die Geldbedarfsberechnung soll und kann nur einen Ueberblick über die Gesa^mt- kosten geben, während die jährliche Festsetzung der thatsächUchen Ausgabe« den gesrtzzebenöen Faktoren überlasten bleiben soll." Der Sctz soll beweisen, daß die Regierung damals angeb­lich sich an nichts gebunden haben soll. Aber

Der Spekulant.

Original-Roman von HanS Dahlen.

26) ------(Nachdruck verboten )

Nach einigen Stunden bereits war dieser Wunsch zum grrßen Theile erfüllt. Im seligen Mansche des plötzlichen Glücks ging das junge Brautpaar vom Wintergarten auf die Terrasse in den Tarten, und er saß am Fruster und schaute ihnen nach. E- wußte seiner eigene« Brautzeit gedenken, und daß er sich sehr glücklich gefühlt hatte, denn seine Braut war ja reich Sonst hatte er nichts von ihr begehrt. Er hatte sich hart gerStt.

Bitter auflachend erhob er sich. Er erinnerte sich seines Buchhalters, der noch ohne Nachricht von der Verlobung war. Er wollte sie ihm per» sönlich überbringen.

Langsam durchschritt er die Flur, besten Dunkel ein röthlicher Wetterschein für einige Se­kunden erhellte. Di« Kontorthüre ein wenig öffnend, rief er nach dem Buchhalter.

Einen Federhalter hinter dem Ohr, die Hände reibend, wie eS stets seine Gewohnheit war, tra Schefer vor seinen Prinzipal.

Ein Blick sagte Johann Wilhelm, daß der Buchhalter für die Nachricht, die er ihm zu -ringen gekommen war, unvorbereitet war. Da» her fragte er, um den alten Mann nicht unnfli, aufzuregen, nach seiner Famllie. Er dankte, es ginge allen gut.

Auch dem Heinrich?"

Ja gewiß; er wollte Sie übrigens heute be» /suchen. Der Sanitätsrath rieth es ihm, damit

29. Jahrgang

Iulöa, Montag, den 3. Februar 1902.

fahr geriethen, abzuflürzrn und rieb die Hände ohne Unterlaß.

Nun, ist Ihnen die Verlobung nicht recht?" fragte Johann Wilhelm belustigt. Aber Schefer blieb stumm, der Verstand stand ihm still. Er mußte zum Wagen geführt werden und August erhielt die Aufträge eingeschärft, die der Buch­halter hatte ausführen sollen.

Es dauerte nicht lange, bis die Villa am Stadtwalde vom Jubel der Geladenen wider» hallte, die unten im großen Wahr zimmer beim festlichen Mahle versammelt waren. In aller Eile hatte^Jodann Wilhelm große Mengen von Blumen ankaufen lasten, die j-tzt verschwenderisch durch daS Zimmer vertheilt waren.

Sehr roth und sehr glücklich saß daS Braut­paar am oberen Ende der Tafel. Der Sanitäts­rath hatte schon mit Anekdoteverzählen begonnen Heinrich Schefers Geschwister hatten sich schnell und gut in die veränderte Lage gefunden, nur die Eltern de« Bräuttgams hcttten sich von dem Ttaunen und der Ueberraschnng «och nicht erholt. Frau Schefer behauptete, wenn sie einmal für einen Augenblick ein wenig ruhig geworden war, ihr Heinrich sei »war ein braver Junge, das wSffe ihm der Neid tasten, aber ein solcher Glüc' habe er doch nicht verdient. Nein, ganz gewiß nicht. Der Buchhalter verwechselte Mester und Löffel, Löffel und Gabel, machte aber schon schüchterne Versuche, an der Unterhaltung thei - zunehmen.

Noch ein Stündchen und die Verlegenheit war von allen gewichen. Sie hatten sich an daS unerwartete Ereigntß gewöhnt und gaben sich wieder wie sonst, nur daß die Freude sie lebendiger und lauter machte.

der Sinn der damals gepflogenen Unterhand- ungen war ein ganz äußerer. Er gipfelte rarin, daß die Mehrheit des Reichstages an» nahm, die Regierung werde sich auf jeden Fall als gebunden erachten an den verabreoeten Plan des Ausbaues der Kriegsflotte, und an dieser Auffassung wurde dadurch nicht d<s Min­deste geändert, daß die Regierungsvorlage nicht in ihrem ganzen Umfange genehmigt wurde. Sonst würde die ungefähre Verabredung eines Flottet-planes auf längere Züt hinaus ja gar Lilien Sinn noch Zweck gehabt Haden. Die Bedingung der alljährlichen Feststellung der thatsächlichen Ausgaben konnte man unbedingt nur so auffaffen, daß die Freiheit kleiner Tchwaickanaen gelassen werden sollte in gebühren­der Berücksichtigung schwankender Umstände, als da sind Materialkceise, Arbeitslöhne und neutechnische Verbesserungen und dergleichen mehr.

Und nun dieser Erlaß! Es handelt sich darin nicht allein um die vorher abgelebnten Auslandsschiffe. Wenn man sich den Erlaß genauer anfieyt, kommt man sehr bald zu der Ueberzeugung, daß damit noch ganz andere Dinge gemeint sind.Falls im Winter 1904- 1905 so lautet die entsprechende Stelle wörtlich die finanziellen und innerpolitischen Verhältniste des Retches dies irgendwie ge­statten, wird man den Versuch machen mflffen, M der vorzulegenden Begründung zur Flotten Novelle die planmäßige Entwickelung der Jn- diensthaltungen in den Jahren 1906 bis 1910 dem wachsenden Schiffsbestande und dem zu be­schaffenden Berufspersonale anzupaffen und zu dieiem Zwecke eine ausreichende Steigerung der fortdauernden Ausgaben in den Berechnungen vorzusehen. Eine wie Hohr jährliche Steigerung der fortdauernden Ausgaben seiner Zeit in der Reichstagsvorlage in Aussicht genommen werden kann, ist eine etatspolitische Frage, deren Ent­scheidung vorbehalten werden muß."

Heißt daS nicht so viel als: wir wollen Schiffe fordern, aber wir wollen, wenn die Lage unsicher wird, den Volts Vertretern nicht sagen, was ihre Unterhaltung kostet? Und ist das ein leg ilc8 Verfahren gegenüber der Volksver­tretung? Die Antwort kann nur verneinend ausfallen.

X Neu« Ikegierungsmahreser« ** Mresche«. Die katholische Schulgemeinde in Wreschen hat bisher eine jährliche Unterstützung, von 5400 Mark vom Staate erhalten. Die Posener Regierung hat nunmehr dem katholischen Schulvorstande in Wreschen eröffnet, daß diese Unterstützung von jetzt ab fort fallen soll. Da­durch werden natürlich die deutschen Katholiken ebenso getroffen, wie die polnischen; soll das nun vielleicht der richtige Weg der Versöhnung und Ausgleichung und Kuliurhebung im preußischen Osten sein und die Bethätigung be» vom Reichs­kanzler und Ministerpräsidenten im preußischen Abgeordnetenhauss gegebenen Versprechens, zwischen protestantischen und katholischen Einrichtungen vollkommene Parität walten zu lasten? Die Wege der preußischen Ostmarkenpoiitik werden immer dunkler und rätselhafter. Die neue Garnison in Wreschen, die in Baracken untergebracht weroen oll, wird zwei Bataillone stark sein.

Die AnsüUAfts SleKs kür d«« «M®* rvazzderimsswefen hat in der Budget-Kommis» len des Reichstages kein Glück gehabt. Man jatte so sest auf dir Genebmigung der entsprechen­den Forderung durch den Reichstag gerechnet, daß man bekanntlich bereits einen Setter Jät die Aus­kunfts-Stelle gewonnen und in Thätigkrit gesetzt hatte; nun ist der entsprechende Ausgabe-Posten von der Budget - Kommission gestrichen worden! Es sollen höchstens 30,000 M. für einmal bewil­ligt werden. Unter solchen Umständen ist es frag- lich geworden, ob diese Auskunfts - Stelle wird in's Leben treten können.

* Zur Frage der Mefätzig««g der Ira«-« zu« medizinische« Aeros hat der Staats, etret&r Traf Posadowsky in der Reichs» agssitzung vom vorigen Mittwoch einen inte» reffanten Beitrag geliefert. Gs wurde im Reichstage gerade die Frage des Frauenstudiums erörtert. Graf Posadowsky, welcher übrigens selbst ehe Tochter besitz', die unlängst mit Aus­zeichnung an einer deutschen Universität sich den juristischen Doktorgrad erworben hat, griff in die Erörterungen ein und berichtete u. a. über eine eingehende Unterredung, d'e er seiner >>rit mit einem berühmten, der "linken Seite deS Hauses sehr nahestehenden Manne der Wiffen- schatt gemeint war Professor Virchow über die Frage der Wiffenschast der Frauen zum medizinischen, namentlich aber zum chirurgi­schen Berufe gepflogen habe. Prof. Virchow war wie Graf Posadowsky erzählte, mit seinem Urtheil außerordentlich vorsichtig. Ec erklärte nämlich, daß den Frauen nach seinen Erfahrungen häufig bei operativen Eingriffen, wenn der innere Befund sich anders stelle, als man nach der äußeren Diagnose geglaubt habe, das Maß von Nerven­stärke und Entschlußfähigkeit fehle, um sofort auf einer vollständig veränderten Basis eine Operation auezusühren, wo das Leben des Patienten von Minuten abhängt, refflmirte sich aber schließlich doch dahin, für den chirurgischen Beruf wäre die Befähigung der Frau zwar mindestens zweifelhaft, aber so viel wie eine große Menge der gewöhn- lichen Aerzte würden sie Im Durchschnitt wohl auch noch leisten.

lieber der Unterhaltung war es immer dunkler geworden, und der Schein der Kerzen, welche zur Erhöhung der Feierlichkeit auf her Tafel brannten, begann wirksam zu werden. Eine beängstigende Schwüle zitterte in der vom Dufte der welkenden Blumen erfüllten Luft Heulend fuhren zwer, drei kurze Windstöße um da« Haus und wirbel- ten Staubwolken an die Fenster. Durch die noch immer wachsende Dunkelheit flammte zu Zeiten Pas schwache Leuchten der Wekterschetns'; aber noch fiel kein Blitz, und eS war nicht zu unterscheiden, ob daS dumpfe grollende ©emurmeU wrlcheS hier und da von draußen durch den halb dunklen Wintergarten ins Festzimmer drang, dem flackernden Winde oder einem fernen Donner entstammte. r , _.

Der Umschwung in der Natur legte sich peinigend auf die Nerven Johann Wilhelms, und fast ärgerte er sich darüber, daß die anderen in ungestötter Lustigkeit weiter jauchzten und jubelten. Bei ihm war die festliche Stimmung völlig verflogen und hatten einem unerklärlichen Furchtgefühl Platz gemacht. Dazu schwirrte« noch all die unbtq-umen Gedanken und Ennne- rungen, die er gerade am heutigen Tage, der ja doch ein Festtag war, am liebsten oergeffen hätte, mit unerhörter Hartnäckigkeit auf ihn ein. So dir Gedanken an Frau Marie und Han«; be- sonders aber an den Bürgermeister. Wenn ihn nur kein Zufall heute hierher führte! Oder käme er nvr, damit er nur einmal wüßte, wo­ran er wäre! Mochte er ihm immerhin seine Verzechung o orenthalte*, er hatte sie eben nicht mit dem Glück feiner Tochter erkaufen wollen.

Mtten in seine Gedanken fiel eine Erzählung Schefer», dem der Wein allgemach die Zunge ge-

neten sehr vorsichtig umgegangen werden, ganz be­sonder» in diesem Jahre. Er empfiehlt sich also im Interesse der dauernden Erhaltung der Arbeits­fähigkeit de» Reichstage« durchaus, den Beginn der Osterferien nicht ohne Roth hinauszuschieben.

+ Aus dem preußischen ASgeorduetcn Hanse. Auch am heutigen Samstag ist im Äbgevrdnetenhause die Berathung des Etats der landwirthschastlichen Verwaltung noch nicht zum Abschluffe gebracht worden, sondern muß am nächsten Montag fortgesetzt werde*. Bevor düse Berathung wieder begonnen wurde, fand die erste Lesung des Gesetzentwurfes gegen die Verunstaltung lau dro irthschaf t- lich schöner Gegenden statt. Mehrere Redner des Crntrums, so namentlich die Abge­ordneten Marcour, Marx und Pleß, wiesen darauf hin, daß der «Kssetzentmurf in der vorliegenden Fassung zu einem E r griffe in persönliche Eigen thümsrechte werden könnte, und doß desmegen eine genaue kurckbsratbung dieser Vorlage in eher besonder* Kommission noch- wendig sei. Diksem Verlangen wurde statt­gegeben und der Entwurf zur Vorberathung an eine besondere Kommission von vierzehn Mit­gliedern verwiesen.

Der Zolltarif und die Wrtwsal- HBeraktt. Nach weiteren Mittheilungen de» national!tberalen ,Pfälz. Kuriers haben in der fraglichen Frakiionssitzung der Nationalliberalen 27 Mitglieder für die Regierungsvorlage, 9 Mit­glieder für Miadestgetreidezölle von sechs Mark gestimmt, 15 Mitglieder der Fraktion haben gefehlt.

X Kirre neue offiziöse Stimme znm Iolktarif. Die ,Nords. Allgemeine Zeitung' oringt eine Kundgebung zum Zolltarif, die in ihrer Faffung lebhaft an den Stil des Reichs- kanzlers Grafen Bülow erinnert. Die Kund- gebung gebt davon aus, daßextrem agrarische" undfreihändlerische Blätter . . . . mit der Unterstellung von Meinungsverschiedenheiten unter den zuständigen Stellen im Reiche und unter den Mitgliedern des preußischen SiaatSministeriums zu operiren versuchen", nm bann wörtlich fort­zufahren, wie folgt:

Diesen Behauptungen stellen wir die Thaisache entgegen, daß die große Mehrheit der Bundesregie­rungen und insbesondere alle größeren Bundes­staaten, wie fämmtliche preußische Minister ohne Ausnahme auf dem Bo den der BundeSrathS- vorlage stehen, und daß daher ein Durchbrechen dieser gleichen Front durch Hervortreten oder Zurück­bleiben einzelner Stellen ausgeschlossen erscheint. Die amtlichen Vertreter deS Entwurfes find durch. auS einig darin, daß daS ganze Werk durch lieber« schreiten der Voranschlägen en Mintmalsätze oder Ver­mehrung der Zollbinduugen, sowie durch liebet» treibungen von der Art deS vom Staatssekretär Grafen Posadowsky in voller Uedereinstimmung mit dem Reichskanzler bekämpften Antrages wegen der Ur- sprungS-Zeugniffe aufs ernstlichste gefährdet wird."

So lange die Erklärungen nicht bestimmter lauten, alsaufs ernstlichste gefährdet," kann man getrost amiehmen, daß alle dieamtlichen Vrrtreter deS Entwurfes" vor einmüthiger Ge- , schloff-nheit der schutzzöllnerischen ReichstagS- mehrpeit im geeigneten Zeitpunkte einen Rückzug antrefen werden.

Deutsche» Keich«

Berlin, 1. Februar 1902.

X Die Hfieeferte« de« N-ichotager sollen, wie beruhtet, nach einem Beschlüsse des Seniorenkonvents am 15. März beginnen. Dieser einzig praktische Beschluß erregt das Mißfallen einiger Organe, unter diesen auch der,-Nationalllb. Korrespondenz'. Der Reichstag hätte ebenso gut bis zum 22. März beisammen bleiben können. Thatsächlich ist aber nicht anzunehmen, daß durch eine solche Verlängerung die Arbeitsleistung de» Reichstages erhöht werden würde. Der Etat muß vorher erledigt werden und kann sehr gut auch bis zum 15. März erledigt werden. Im übrigen muß mit der Arbeitszeit der Reichstagrabgeord- Sie sich überzeugen könnten, es stehe wieder gut mit feiner Gesundheit. Er war ein wenig scheu, wissen Sie."

Er ist oben. Sie meinen also, Schefer, er sei nur deshalb gekommen, um mir zu zeigen, daß er wieder gesund sei?"

Ja gewiß."

Er tarn mit einer anderen Bitte."

Was?" Der Buchhalter schüttelte den Kopf. Das kann ich eigentlich nicht glauben. Wir hatten ihm strengstens verboten, irgend eine Be­lohnung dafür anzunehmen, daß er das Glück hatte bei dem Streik, den Stoß von Ihnen ab» zuwehren."

Seine Bitte fußte auf älteren Rechten."

WaS war's denn, Herr Prinzipal?" fragte Schefer zögernd, verlegen die Hände reibend, daß die Gelenke knackten.

Er hat um die Hand meiner Tochter an» gehalten."

DaS Unglück, der Unglücks junge!" ächzte Schefer fast weinend.Darum also war ihm heute Morgen kein Kragen gut genug gebügelt. Nein, so was Verzeihen Sie ihm, o Gott, daS Unglück!" Er wollte einen Kniefall thun, allein Johann Wllhelm hielt ihn zurück.Nun, nun, Schefer, daß das ein so großes Unglück ist, habe ich nicht einsehen können. Kurz und gut, die Verlobung ist perfekt. Laffen Sie die jungen Leute noch etwas allein. Die haben sich fo viel zu sagen. Fahren sie aber gleich nach Hause, ich werde anfpannen laffen, bringen Sie Ihre ganze FamUie mit herüber und laben im Vorbei- sahren den SanitätSraih ein."

Schefer stand da wie angedonnert. Er schüttelte den Kopf so heftig, daß die Federhalter in Gk-