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29. Jahrgang

IitLöcr, Samstag, den 1. Februar 1902.

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1902.

Deutsches Metch.

Berlin, 31. Januar

bleiben, daß Holland die Entsendung einer Ver- mittelungS-Kommission nach Südafrika vorgeschlagen habe. Ma» hat ja aber nicht di« geringste Kon­trolle darüber, ob da- richtig ist.

jeder andere Staatsbürger. Aber ste solle» auch dieselben Rechte und Freiheiten haben, wie jeder andere Staatsbürger und jede Genossenschaft von Staatsbürgern.

Als die Jesuiten noch in Deutschland ansässtg waren, haben ste auch treulich ihre staatsbürger­lichen Pflichte« erfüllt. Bei der großen Jesuiten- hetze von 1872 und 73 hat man ihnen keinen Verstoß gegen Recht und Ordnung nachweisen können, sondern nur alter Haß und neue Furcht vor der Ueberlegenhett dieser Herren im Getstcs- kampfe hat dazu geführt, daß men schuldlose Leute schlechter behandelt hat, al« die schlechtesten Elemente im Volkskörper. Man hat ste miß­handelt und vertrieben, weil man fte al» die kräftigsten Vertreter des Katholizismus erkannte, gegen den damals der verpfuschte Kulturkampf in Gang kam. Die Katholiken Deutschland» haben al« Minderheit diese Mißhandlung eine« werth- vollen Gliedes ihrer Geiammtheit nun schon nahezu 30 Jahre zähneknirschend ertragen müssen. I tzt, nachdem man schon ein halbe» Menschen­alter hindurch denFrieden" verkündet und ge­priesen hat, fiid wir es wirklich satt, noch immer uns diese empörende DiSparitäk gefallen zu lassen.

Wir verlangen von allen anständigen Gegnern gleichen Wind und gleiche Sonne, wir dcilangen von der Regierung und der Gesetzzebung gleiches Recht und gleiche Freiheit gleichen Pflichten.

Wenn die Regierungen glauben, daß sie auf diegeschichtlichen Erinnerungen", d. h. die Vorurtheile der Protestanten Rücksicht nehmen müßten, so können wir uns mit demselben Rechte ausbitten, daß auch auf dieErinnerungen" und Wünsche der Katholiken ebensolche Rücksicht genommen werde. Will man uns nicht die gleiche Freiheit geben, so möge man wenigstens den Zwang gleichmäßig machen. Wie wäre es z. B, wenn man alle Elemente auf protestantischer Seite, die in Bezug aus den konfessionellen Frieden gerade daS lhun, was man den Jesulte» thrrls thörichter, theilS bos­hafter Weise andichtet, auch unter dieselben Aus­nahmemaßregeln stellte? Also den Evangelischen Band und dieverwandttn" Einrichtungen 'auf- löste und verböte, den Mtigliedern die VereinS- thätigkeit untersagte, der Polizer die Bollmacht gebe, diese Mitglieder zu interniren und externiren? Was Du nicht willst usw. (,Echo der Gegenwart.')

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Erscheint t.szs'ch,

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shnrBrmqerlohn und Bestellgeld m «nida und au«« LärtllMbOPs.

Der Spekulant.

Original-Roman von HanS Dahlen.

86) ------(Nachdruck verboten )

AlS er om Fuße der Treppe a«gelangt war, begann Thada zu spielen. Die Melodie tarn ihm bi kaum vor. Er horchte einen Augen- blick und nickte dann vor stcy hin. Heinrich Schefrt hatte sie bet ihren l< tzten gemeinschaft­lichen Besuchen in der Wohnung des Buch­halters öfters gespielt. Noch vor wenigen Monate» würde ihn diese Entdeckung verstimmt haben, jetzt erfreute sie ihn fast.

Am Nachmittage begab er sich ix fein Prtoatkostor und arbeitete angestrengt. So Amll eS eben möglich war, wollte er von seinem Vermögen den unrechtmäßig erworbenen Theil abfcheide».

Dem heißen Tage folgte ein erquickender Abend, der peinlichen Morgeuunterresung ein Heiteres Abendgespräch. Ein Zufall hatte den SanitätSrath in die nächste Nachbarschaft der Meumannschen Billa geführt; er war von Johann Wilhelm durchs Kontorfenster bemerkt worden, chatte freundlich gegrüßt, sich dem Fenster ge. nähert, und gegen bte lttbroSwürdize Sm- ladung bte ihm der Spekulant zu theil werden Äeß, gab eS keine Ablehnung mehr.Nur au etii Mertelstüudchen!" hatte er wie zur Selbst- entschuldigung noch vor sich hingemurmelt, alil et schon den bronzene« Thürariff ix der Hand Mett. Aber Johann Wilhelm entlockte ihm Ächt, daß er heute nicht- mehr zu lhun habe, «ntz j'tzt blieb er nach einigem Zieren gern.

mit Zlnlerhaltungs -AnlageIssustrirte Somttags-Ieitung" peteteeale Sw. 1 (femaraM.

Die holländische Ftiedens- Bermittelung.

Die Mitlheilung des Schatzsekretärs Balfour im britischen Unterlaufe über die Vorstellung der holländischem an die englische R-gierung wegen einrr Frieders - Vermittelung in Südafrika hat großes Aussehen erregt. Aber was in der Vor­stellung enthalten ist, ntzieht sich einstweilen noch der öffentlichen K ^rtruß. Aber zweierlei ist da­bei sicher: rämlich er stens, daß Holland allein in dieser Weise vorg gangen '.st, ohne die Unterstützung anderer Mächte, und zweitens, daß die nieder» ländische Regierung nicht in dem erklärten Auf­trage der eulvpäOche» Buren-Vertretung gehan- beit bat.

Von Paris auS ist die Mloung verbreitet worden, Holland Habs, bevor es Sen Schritt gr- than hätte, des Einverständniffei der hervorragend­sten Mächte sich versichert, u. A. auch des Deut- scheu Reiches. Aber diese Meldung hat ganz sicherlich nicht das Richtige getroffen. UsberaÜ wird man sich über jedes Eceigniß freuen, das zur Herbeiführung des Friedens beitragen kann, ganz gewiß auch an den maßaedenden Stellen in Deutschland. Aber man braucht nur an die ver- schttdeneu Aeußerung n des Grafen Bülow im Reichstage zu denken, um sofort zu wissen, daß hier eine Mitwirkung des Deutschen Rüches nicht stattgrsu^den hat.

Und über den andern Punkt hat stch der Buren­gesandte Dr. Leyd» zu einem Zeitungsvertreter ausgesprochen: derselbe hat in seinen Darlegungen großen Werth darauf gelegt, daß man au« der Handlungsweise der niederländischen Regierung nicht den Schluß ziehen dürfe, die Buren bäten England um Frieden. Auf der andern Sette aber haben die europäischen Burenvertreter nicht nur die Regierung von Holland, sondern auch bte anderen europäischen Regierungen oft genug darum ersucht, ihren Einfluß zur Beilegung des Kriege» auszubieten, daß alle Regierungen ohne Ausnahme sich al» ständig beauftragt ansehen können, ver- miitelnd einzugretfen, wenn die Verhältnisse die» Möglich machen sollten. Dr. Leyd» hat auch bei dieser Gelegenheit wieder betont, daß die Buren unter keiner Bedingung auf ihre staatliche Selb­ständigkeit in Südafrika verzichten, daß sie unter solchen Bedingungen unaufhörlich den Krieg fort« setzen würden.

Die britischen Regierungsvertreter haben bisher bei jeder Gelegenheit ebenso stark betont, daß sie -ganz unbedingt die Unterwerfung der Buren unter bte britische Oberhoheit fordern, oder aber den Krieg so lange fortsetzen würden, bi» da« der Fall fei. Zunächst kann man also über den Ausgang bet Dinge sich gar kein Bild wachen; man muß «st die Vorschläge der holländischen Regierung Hennen gelernt haben, bevor man dazu in der Lage ist. Zur Vollständigkeit wöge nicht die Meldung eine» britischen Blatte» unerwähnt

Kriegsflotte auch noch um die zuletzt abgelehnte« Auslandsschiff- zu verstärken. Go wird auf daS Jahrbuch für Deutschlands Geeinte« ressen" verwiesen, das im Juli erschienen ist, tellern dem ein Verfasser unter dem Schrift« und namenNauticuS" unter anderen folgende Sätze schrieb: ist unverkennbar, daß daS

Floltengesetz vom 14 Juni 1900 nicht allen An­orderungen gerügt, daß dasselbe vielmehr eine erhebliche Lücke nämlich den weiteren Au»« >au der Kreuzer flotte über den Rahmen deS in Kraft getretenen Gesches aufweist ... Die ersten Jahre des Flottengesetzes müffen dem un- eingeschränkten, systematischen Ausbau der her« mischen Schlachtflotte Vorbehalten bleiben. E» wird Sache der Verbündeten Regierungen fein, anzuaeben, wann die Frist für die Vertagung der durch das Flottenzesch nicht bewilligten kreuzrr) abgelaufen ist. Erst dann wird die Organisation der SuslandSflotte wie diejenige der heimischen Schlachtflotte nach einem be­stimmten Plane erfolgen können. . ES rst aber doch ein erheblicher Unterschied zwischen einer Privatleistung des Herr« Naut'cuS" mit seinem amtlichen Erlaffe deS Marine- T! aatSsekcet ä c« an die militärische Abth-ilung seines ReichsamteS! Die,Deutsche Tageszeitung' di» Bunde« der Laxdwirthe faßt ihr Urtheil über die Sache in folgender, fehr erwähnenSwerther Weise zusammen: ... Da­mit wird (in dem Erlasse des Staatssekretärs von Tirpitz) deutlich und unzweideutig ausge« sprochen,- daß man bei der Begründung deS letzten Flottengesetzrs der Volksvertretung ge- wisse Dinge verheimlicht hat, lediglich um dem Entwürfe zur Annahme zu verhelfen, die viel­leicht nicht erfolgt wäre, wenn man sich nicht gescheut hätte, reinen Wein einzuschenken . . . Es ist ... ix Erinnerung, daß ... der da­mals bewilligte Flottenplan bezüglich der Schlachtschiffe als eine Bindung der Regie- tuxfl bezeichnet wurde. Die Volksvertreter, die der Vorlage zustimmten, mußte« annehmen, daß der Flottenplan . . . keine höheren fortdauern­den Ausgaben beanspruchen würde, als dort berechnet und angedeutet war. . . Das Ur« theil über das Vorgehen deS Reichsmarine­amte S kann nicht ander» lauten, als daß es den Reichstag getäuscht hat . . . Nicht b^ die Blätter der Linken, sondern durchaus loyale, konservativ gerichtete Zeitungen haben kein Hehl daran» gemacht, daß der Staats­sekretär mit seinem Erlasse der Sache, die er vertritt, einen recht schlechter Dienst geleistet habe ... Die Annahme einer neuen Flotten- vorlage, die noch so gut begründet sein mag, ist durch nichts mehr gefährdet worden, als durch den Erlaß des Staatssekretärs des Reichs« martneamteS.

X Iie HSerferien de* ZieiHstage* solle« am 15. März beginnen; so hat am heutige« Freitag der Seniorenkonvent des Reichstages be­schlossen. Nach dem Reichsamte deS Innern soll der Marine-Etat erledigt werden.

* Während deS JahreS 1901 sind 1414Ktze« AnSikänms IIedaUre« verliehen worden. Da« von entfallen auf die Provinzen Ostpreußen 34, eine Antwort, die ihn vollauf befriedigte, bevor Thilda mit einer frsschen Flasche kam.

Man trennte stch spät. Weißenfeld schüttelte beim Abschied kräftig die Hand Johann Wil« helmS, lächelte Thilda listig an und tief noch vom Toilettespiegel im Hausflur den andern zu, die er gebeten hatte, ihn nicht weiter zu begleiten: Morgeik früh komme ich zu Schefers. Werde den Heinrich herüberschicken."

Johann Wilhelm sah seine Tochter, die im vollen Mondlicht stand, bei dm Worten dr» Schei­denden tief erröthen. Da legte er den Arm uw ihre Schultern und fragte leise:Du wünschest, daß er kommt?" Seine Stimme verrieth mehr, al» er sagte. Die Tochter sah zu ihm auf.Du weißt" Sie verstummte und erröthete heftiger.

Ja, ich weiß," antwortete Johann Wilhelm innig,und ich freue mich über Dein Glück." Da preßte sie heftig da» Köpfchen an seine Brust und weinte sich au».

Noch lange Zeit faßen sie dann eng um- schlungen im mondhellen Zimmer, ohne etn Wort zu sprechen. Sie verstanden sich stillschweigend. Langsam schob der Mond den scharfen Schatten de» Fensterkreuze» der Wand zu, bi» seine Helle Scheibe sich hinter den leise im Nachtwinde rauschen« den Bäumen de» Stadtwaldes verbarg: Dann erst gaben sie sich den Gutenachtkuß; Johann Wilhelm fand in dieser Nacht mehr Ruhe al» seine Tochter, die noch mit jagenden Pulsen in den heißen Krsse« lag, al» der Morgen schon trübe heraufdämmerte.

Ein schwüler, dumpfer Junitag zog in» Land.

: Der Himmel, gestern noch so rein und blau, war mit grauen, mißfärbigen Wolkenschleiern völlig

umzogen, und der graue Behang hing so tief auf die Erde herab, die in der Nacht kein Thau er«

Warum?

Warum soll und muß der Bundesrath daS ! Jesuitengesetz amheben? i

In der Erklärung, die der Herr Reichskanzler am Dienstag durch seinen Stelloertreter verlesen , ließ, heißt es: !

.Bon katholischer Seite ist wievrrholt darauf hin­gewiesen worden, doß die Thätigkeit der Predizrrorden, insbesondere der Jesuiten oder, zur Ergänzung und Unterstützung der geordneten parochialen Seelsorge in gewiffea Laneestheilen nicht entbehrt werden könne, daß in der auMfswnsen Thätigkeit jener Predigerorden vielmehr eine r.oth wendig Forderung für die Befriedi­gung der konfessionellen Bedürfnisse der katholischen Kirche liege.*

Das ist richtig, aber eS ist nicht erschöp- end. Darf die katholische Kirche in Deutsch- and nichts weiter verlangen, als waszur Be> rirdigung ihrer konfessionellen Bedürfnisse erweis- ich nothwendig" ist? Ist diegeordnete paro> chiale Seelsorge" das Einzige, was der Staat u schützen verpflichtet ist, und sollen vielleicht rlle diejenigen Vertreter des katholischen Ge- rankens, die sich nicht als nothmendige Hilfs- Iräste b-i der not malen Pfarr-Seelsorge au8- weisen können, der Berfolgungssucht der Feinde unserer Kirche preisgegeben werden?

Die Eiklärung des Bundesrath? sagt das nicht; aber da sie nur von dieser einzelnen Begründung der katholischen Forderung Notiz nimmt, so könnte man hier und da falsche Schlüsse ziehen. Dem müssen wir entgegentreten und unsererseits erklären, daß das katholische Volk auch in dem Falle, wenn die Jesuiten und ihre Schicksalsgenossen in der Seelsorge entbehr­lich wären, doch die Aufhebung dieses Ausnahme­gesetzes unerbittlich und uuermüdttch fordern würde.

Denn unser grundsätzlicher Slaadpunkt ist: Wir wollen gleiches Recht und gleiche Freiheit, wir wollen die volle Parität auf ollen Gebieten und nach jeder Richtung hin I Das Fortbestehen eines solchen Nu?nahmegefetzeS, daS sich ausschließlich gegen eine gewisse Gruppe von Vertretern der katholischen Weltanschauung richtet, betrachten wir nicht bloß als eine Schä­digung unserer heiligsten Interessen, sondern auch als einen Schlag ins Gesicht, als eine brutale Kränkung unseres staatsbürgerlichen und konfes­sionellen Ehrgefühls, als eine Herabsetzung und Mißhandlung des katholischen VolkStheilS.

Er ist anzuerkennen, daß der Bundesrath wenigsten« einen Grund für die Aufhebung diese» Gesetze» angeführt hat; aber grundsätzlich müssen wir feststellen: Er geht die Regierung und die Gesetzgebung gar nicht» an, womit die Jesuiten sich beschäftigen oder nicht beschäftigen wollen so lange die Jesuiten die Gesetze de» Lande» beobachten. Dem Strafgesetz und bem übrigen gemeinen Recht sind sie unterworfen; ste haben ihre Pflichten gegen den Staat zu erfüllen, wie

Sie hatten früh zu Abend gegissen und saßen nun auf der Straffe dem Garten zu, über dessen Frühsommerpracht schon das Abend- dunkel lagerte. Thilsa, die zwischen den beiden Herren saß, lachte so glücklich, die Gläser klangen so hell zusammen, daß Johann Wilhelm eine der für ihn seltenen Stunden verbrachte, in denen es ihm gelang, seine Kümmernisse zu vergessen. Noch ein Grund war vorhanden. Der ihm den Abend erträglich machte: Er lag in der Erinnerung an die Arbeit, welche er am Nachmittage so eifrig betrieben hatte. War er doch jetzt schon der Gesinnung nach ein ehrlicher Mann, und daher ging ihm der Ver­kehr mit den ehrlichen Menschen, die bei ihm weilten, leichter und ungezwungener von statten. Schon empfand et den Dmrck nicht mehr, den sonst fein stets vom bloßen Anblick evrenhaster Persönlichkeiten gewecktes Schuldgefühl hervor- rief, und dem et mit feiner ganzen Energie die eiserne Stirn entgegenstemmen mußte.

SanitätSrath Wr'ßrnfsld wat überaus auf- geräumt und erzählte, wie er eS stets ix diesem Falle zu thun pflegte, Anekdoten, so daß Thild, 4en fort und fort ihr silberhelles Lachen er­tönen ließ und auch hin und wieder ein flüchtiges Lächeln über die Lippen deS Spekulanten huschte

Gelegentlich fiel eine Frage nach Heinrich Scheser. Mit sichtlicher Freude konnte der : SanitätSrath berichten, daß die Wunde völlig ' auSgeheilt sei, und daß der Patient schon kleinere i Spaziergänge unternehme.

Hier hat et sich noch nicht blicken lassen," i meinte Johann Wilhelm.Und mit wollen , Sie ja noch nicht erlauben, ihm persönlich meinen Dank auSzusprechen."

X Ai- neue Klolteuvorlage soll die Ver­anlassung zu einer Interpellation werden, die die Sozialdemokraten im Reichstage ein« bringen wollen. Sollte diese Absicht Verwirk­licht werden, dann wird eine willkommene Ge Irgenheit gegeben sein, einmal recht nachdrücklich über die Veruntreuung oder den Diebstahl von vertraulichen Aktenstücken zu reden und über die Maßregeln, die man etwa dagegen anwenden könnte. Im übrigen geben sich die Regierungs­blätter die erdenklichste Mühe nachzuweisen, daß man wirklich gar kein Geheimniß au« dem Wunsche gemacht habe, sobald wie möglich unsere

ij8r wird schon bald einmal Herkommen, verlassen Sie sich darauf," versicherte der Arzt und lachte Thilda an, bk sehr roth wurde. Ich glaube, S^e sehen einmal nach, liebes Fräulein, ob noch ein Fläschchen von diesem vorzüglichen Mosrl zu haben ist," fügte et fein GiaS leerend bmzu. Wie rin Wirbelwind huschte Thilsa davon, daß der mondbefchienene Marmorkres gleich Silberstückchen unter dem flüchtigen Tritt ihrer Sohlen hervorsprang.

Ich habe Ihnen etwa- zu sagen," begann jetzt der SarirätSrath ix seiner rückhaltlosen Weise.Die Thilda hat mich zum Vertrauten gemacht. Sie hat, wie ich es schon lange bemerkt hatte, den Heinrich Scheser gern. 3di sehe meine Mittheilung befremdet Sie nicht mehr besonder«. Um so besser. Das Mädchen wird glücklich mit ihm, soviel ist gewiß. Nun ist der junge Mann seither zu scheu gewesen, mit Ihnen zu sprechen. Heute ist eS mit ge­lungen, ihm diese Scheu auSzuteden, und wenn e: nun nächsten« kommt, feien Sie ihm gegen- über ein wenig entgegenkommend. Ich bitte Sie darum. Mit der Thilda ist er einig."

Johann Wilhelm hatte längst vorauSaesehex, daß e» fo kommen würde. Geir stolz litte an der Verbindung Th Ida« mit dem Buchhalters- föhne vieles aoSzufetzen gehabt, ruhige, ver­nünftige U'berlegung mußte dieselbe paffend fisden. Es kostete den Spekulanten einen kurzen Kampf nicht wegen dem Begehren deS Bürgermeister«; e« war die Jedem innewohnende Selbstsucht, die sich gegen eine Trennung von feiner Tochter sträubte aber Johann Wil­helm blieb seinen neugefaßten Grundsätzen ge­treu, und bet wohlmeinende SanitätSrath erhielt

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