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mit Alnlerhaltungs -Aeikage „Illusirirte Sonnlags-Zeitung" p«te«S«S< ll». 1 (ianiiil.
M25.
29. Jahrgang.
IuLöa, Frettag, den 31. Januar 1902.
£| Aus der Zolltarif-Kommission des Reichstages.
" Seit drei Tagen wird in der Zolltarif-Kommission deS Reichstages um den achten Paragraphen des Zolltarif-Gesetzes gekämpft, der von den „Retorstons-Zöllen" handelt, also von Zöllen Mr Maaren au? solchen Ländern, die die Maaren- Herkünste ans Deutschland ungünstig behandeln. Der Paragraph lautet nach dem Regterungs« «ntwurie:
«Zollpflichtige Maaren, die auS Staaten stammen, welche deutsche Schiffe oder deutsche Maaren ungünstiger behandeln als diejenigen anderer Staaten, können neben dem tarifmäßigen Zollsatz einem Zoll» »schlage bis zum doppelten Brtraze dieses Satzes oder bis zur Höhe des vollen Merthcs unterworfen werden. Tarifmäßig zollfreie Maaren können unter der gleichen Voraussetzung mit einem Zoll in Höhe bis zur Hälfte des Merthes belegt werden ..."
Dazu haben eine Reihe von Abgeordneten der Rechten, des Centrums und des rechten Flügels der Nationalliberalen einen Antrag eingebracht, der dem ganzen Paragraphen eine andere Faffang geben will. Die Hauptsache des Antrages besteht darin, daß Ursprungszeugnisse für die eingeführten Maaren ver- langt «erden:
»Bei der Maareneinfuhr ist — nach diesem Anträge — ein Nachweis über den Urspmng der Maare zu erbringen, widrigenfalls die Abfertigung unterbleibt uiw."
Diesem Antrag ist alsdann ein abgeänder- ter oder auch, wenn man will, abgeschwächter Antrag derselben Abgeordneten gefolgt, der in folgender Meise beginnt:
»Bei Einfuhr von Maaren, welche je nach dem Herkunflslande verschiedenen Zollsätzen unterliegen, ist ein Nachweis darüber, in welchem Staate die Herstellung der Wa- e» erfolgt ist, ij« erbringen, widrigenfalls die Abfertigung zu dem höchsten Zollsätze erfolgt usw." Dieser Antrag ist unterschrieben von den Abgg. Müller-Fulda, Speck, Herold, Dr. Heim vom Centrum, den Konservativen Graf Schwerin- Löwitz, Rettich, Frhr. von Wangenheim, dem Freikonservattven von Hardoiff, dem Polen von Kowierowski, dem Nationakuberalen Frhr. Heyl ju Herrnsheim. In der Debatte, die sich nun am letzten Mittwoch darüber entwickelte, ist Staatssekretär Graf Posadowsky scharf gegen diesen Antrag ausgetreten, von dem er sagte, daß er „die schwerste Unruhe auch bei den Freunden der Vorlage hervorgerufen habe. Ursprungser- zeugniffe fordern, heiße den Har del unter das Kanzleijoch zwingen. Würden die Anträge angenommen, so seien keine Aussichten auf daS Zustandekommen des Zolltarifs vorhanden . . Der Staatssekretär hat dann eine andere Fassung deS strittigen Satze« vorge- . -BBMmnMMM Winx» IW
Der Spekulant.
Original-Roman von HanS Dahlen.
<84) -------(Nachdruck verboten)
„Wir können leicht Genugthuung leisten, ohne uns vor der Welt dloSzustellen, da wir nie einen Privatmann, sonder» die Stadt allein geschädigt haben. Ich wußte dieses schon früher, aber der Wille fehlte. Ihn habe ich j-tzt, Gott sei Dank! Ich werde der Stadt ei» Geschenk mache», das sich höher brwerthet al« der zu Unrecht errungene Gewi»». Mein Vermögen wird einen schweren Schlag erleiden, vielleicht werde ich sogar den Geschäftsbetrieb einschränke» müffe», aber das gilt mir jetzt gleich; koste es, was es wolle: ich rvlll die Ruhe deS Herzens wiedergewinnen, den» ich weiß längst, daß darin das Glück besteht. Auch für den Theil des ungerecht Erworbenen, den Du erhallen hast, werde ich Genugthuung leisten — und nun, Franz, bitte ich nochmals um Verzeihung, dir Du mir roch nicht gewährt hast."
Der Bürgermeister halte still und aufmerksam zugehört; jetzt suchte er nach einer Antwort. Endlich rang es sich mühsam und stockend von seinen Lippen, er bewundere den Entschluß, ganz gewiß, daS thue er. Aber — er machte eine Pause. Die brennende» Augen deS Spekulanten hinge» <i» seinem Munde. „Aber?"
„Aber daS ist für Dich keine hinreichende Genugthuung. Du hast mich eben zum Schurke» g-macht. Ich weiß nicht, wie daS bei Dir ist; Äh «erde trotz allem nie mehr mein Haupt frei
schlagen, die non den freisinnigen Abgg. Gothel» und Fischbeck als Antrag eingebracht worden ist, nämlich so:
„Unterliegen die einzelnen Maare» nach ihrem Ursprünge verschiedene» Zollsätze», so kau» der niedrigste Satz von Ursprungs- erzeugnissen abhängig gemacht werden, die nähere» Bestimmungen trifft der Bundes- rath."
E« ist ein wundersame« Schauspiel, Arm in Arm mit den Freihändlern denjenigen Reichsbeamten marschiren zu sehen, der bisher der Gegenstand fortgesetzter wüthcnder Angriffe von der Sette dieser Freihändler her gewesen ist und von ihnen stets als der eigentliche Träger und Förderer der Schutzzollneigunqen innerhalb de« Bandesrathe« bezeichnet und systematisch v'rfolgt wurde. Daß der preußische Handel-Minister Möller den Staatssekrttär unterstützte, ist freilich nicht« weniger al« verwunderlich. Der Sinn der von dem Staatssekretär vorgeschlagenen Faffung ist die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes.
Ferner ist ein Antrag von dem konservativen Abg. Grafen Kanitz eingebracht worden. Dieser will den strittigen Absatz de« Paragraphen faffen wie folgt:
„Bei der Maareueinfuhr ist ein Nachweis über den Ursprung der Maare zu erbringen, widrigenfalls die Abfertigung unterbleibt. Von diesem Nachweise kann abgesehen werden, wenn über den Ursprung kein Zweifel besteht. Die näheren Vorschriften über Form und Inhalt diese« Nachweise« erläßt der Bundesrat h."
Die Kommiffio» hat sich dann schließlich mit fünfzehn gegen zehn Stimmen einen wetteren Antrag der freikonservative» Abgeordneten Äamp angenommen, in dem bestimmt wird:
„Bei der Einfuhr von Maaren, welche je „nach dem Herkunft-laude verschiedene» Zollsätze» unterliegen, ist ein Nachweis „d ar über, i» welchem Staate die „Herstellung der Maaren erfolgte, zu er* „bringen, widrigenfalls die Abfertigung „zu dem höchsten Zollsätze erfolgt, „lieber die Art und Meise, in welcher dieser „Nachweis zu führe» ist, tr ffi der BundeS- „rath die erforderlichen Bestimmungen. Men» „über die Herstellung in einem Lande, „welches Anspruch auf die Abfertigung zu „dem niedriger» Zollsätze hat, Zweifel nicht „bestehen, so kann von der Beibringung eines „besonder» Nachweise« über den Ursprung „Abstand genommen werden. Die vorge- „srhenen Maßnahme» «erden »ach erfolgter „Zistiwmung des BundeSratheS durch kaiser- „ltche Verordnung verfügt. Die getroffene» „Anordnungen find dem Reichstage sofort, „oder, wen» er »icht versammelt ist, bei „seinem nächste» Zusammentritt mttzutheilen. „Sie sind außer Kraft zu setzen, wenn der „Reichstag die Zustimmung nicht ertheitt."
Dieser Beschluß geht also gegen die Anschauungen, die Staatssekretär Graf PosadowSky als die Anschauungen der Reichsregierung gekennzeichnet hat. Mit der Minderheit stimmte oo~; Centrum der Abgeordnete Dr. Spahn,
erhebe» können. Menn die Schuld getilgt ist, das Schuldbewußtsein bleibt. Mein Leben ist nun einmal vergiftet, durch Dich vergiftet, Johann Wilhelm Neumann! Siehst Du ein, wie lächerlich geringfügig Deine Genugthuung ist, wen» Du dies bedenkst? Und dennoch will ich Dir meine Verzeihung geben, wenn Du mir eine Bitter füllst. Du kannst dafür Deinen Mammon be« hallen, mir bleibt genug zum Leben, wenn ich auch mein unrecht erworbenes Gut znrückerstatte. Ich will Dir dann voll und ganz verzeihe», will Dich fteifprechen von aller Schuld gegen mich. Meine Bedingung wird Dir hart erscheine», wie ich glaube; aber dann bedenke, daß iyre Erfüllung Deine Schuld tilgt, und noch eins: daß sie mich, wie ich hoffe, wieder glücklich machen wird."
„WaS willst Du von mir?" fragte Johann W lhelrn.
Der Bürgermeister neigte sich wett vornüber, während das Blut in fein Gesicht schoß. „Deine Tochter!"
Sanz still wurde es im Zimmer. Die schwere» AthemzÜge der Männer und das monotone Summen der Fliegen waren allein vernehmlich. Wellen schwülheißer Luft fliegen flimmernd von den Fenstern aufwärts. Greller und greller wurde daS weiße Dämmerlicht, je mehr die Sonne sich der Mittagshöhe näherte.
„Dai kann Dein Ernst nicht fein!" stöhnte Johann Wilhelm.
Der Bürgermeister erhob sich. „Du kennst nun meinen Willen. An ThildaS Seite habe ich Hoffnung, wieder glücklich zu werde». Sie wird
von den Nationalliberalen Dr. Beumer, der neue Vertreter de« Wahlkreises Duisburg. Die anderen acht Minderheitsstimmen gehören ve» Freisinnigen und Sozialdemokraten an.
Alle die verschiedenen Anträge sind hier namentlich deswegen angeführt worden, um ein Bild davon zu geben, wie schwierig die Verhandlungen der Kommiffio» sich gestalten, und wie langsam sie vorwärts schreiten.
Deutsche» Keich.
Berlin, 30. Januar.
• Do« der neuen Itsttenvorlsge. Nach einer Mrttheilung der /Berliner Neueste» Nachrichten' handelt es sich bei dem veruntreuten Erlaß des Btaatssekcetärs Tirpttz um eine Verfügung an die militärische Adtheilung dis Marink-Amtes. Die Rackäußerung sollte „nicht ohne weiteres die Grundlage für gefttz- geberifche Forderungen bilde'!, fordern als Material bei bet Ausstellung solcher Forderungen dienen, deren Höhe vo r fiiarrziellm und staatsrechtlichen Erwägungen abhängig sein sollte." — Also doch Forderungen!
+ StaatsairwslrlchafjsrctH Anng ist vom Lanogericht II in Berlin nach Hagen verfitzt worden. H rr Cung hatte kürzlich bet einem Kommerse der alten Burschenschafter in Berlin eine Lobrede auf das Duell gehalten.
X Aa» ue»e Srannschrvetgische Aatho liken Gesetz, da» am letzten Mittwoch der braunschweigische Bundesrathsbevollmächtigte im Reichstage al« bevorstehend ankündigte, ist im Entwürfe dem braunschweigischen Landtage bereit» zugegangen. Wenn man aber glauben wollte, daß nun damit den Katholiken ihr Recht werde, der irrt sich. Die nationalliberole,Magdeb. Zeitung' schreibt höhnisch, die braunschweigische Regirrung werde c» sich gefallen laffen müssen, wenn von ihr auch in der Zukunft behauptet würde, daß sie den „Rekord in der Imparität behaupte". Sie hat vollkommen recht, denn nach wie vor soll lein katholischer Geistlicher einen zum Wechsel de» Be- kenntn.ff.S und zur Rückkehr in die Kirche entschlossenen Menschen in diese aufnehmen dürfen ohne vorhergegangene Anzeige an einen protestantischen Prediger seine» Wohnorte« und erhaltene Bescheinigung darüber. Allerdings soll e« umgekehrt ebenso gehalten werden, wenn ein Kalholtk protestantisch werden will. Aber im Geiste wahrer Toleranz ist eine solche Bestimmung doch nicht! Die Taufe der Kinder katholischer Eltern durch protestantische Geistliche soll nach wie vor gestattet sein, wenn ein katholischer Geistlicher nicht am Orte ist; und die Regierung hat festgehalten an dem bösen Paragraphen dr« gegenwärtigen KatholtkengesetzeS, daß die Kinder einer gemischten Ehe ohne Unterschied in der Religion de« Vater» erzogen werden sollen, und daß der Vater erst eine besondere Erklärung vor der Behörde abzugeben hat, »onn er e« ander» haben will. Da» steht, wie jeder Katholik weiß, im unmittelbaren Widerspruche mit den Vo.schristen der katholischen Kirche über die Kindererziehnng in gemischten Ehen. Sogar die nationalliberale ,Magdeburger WWMWNWWWWMWWNWWMeMWWWWWWWWWIWWWNlMWMI es gut bei mir habe». Aus den Händen will ich sie tragen."
„Bedenke doch, sie wird wohl nicht wollen. Oder weiß sie —"
„Sie weiß noch nichts. • Rede ihr zu. Sprich Du zuerst mit ihr."
„Du bist ein alter Mann, Franz."
„Nicht zum wenigsten durch Deine Schuld geworden. An Thildas Seite hoffe ich wieder jung zu werden."
„Sprich selbst mit meiner Tochter. Men» auch sie in dieser Verbindung ihr Glück zu finde» glaubt, werde ich in dieselbe einwillige», sonst nicht."
„Du wirst ihr zurede»."
„Nie. Bist Du so wenig von Deinem eigenen Werthe Überzeugt, daß Du die väterliche Autorität zu Hilfe nehme» mußt?"
„Und wenn ich eS wäre? ES gab eine Zeit, Johan» Wilhelm, wo ich auf mich stolz sein konnte. Weißt Du, wann dieselbe aufgehört hat?"
Johan» Wilhelm richtete sich auf den Ellenbogen empor. „Du bist im Begriffe, eine Schlechtigkeit zu begehen, Franz."
„AkS Du mich verführtest, schlecht zu werde», habe ich eine solche Einwendung unterlaffen. Nu» ich Dich dazu bringe» will. Deine damals entstandene Schuld zu sühne», sprichst Du von Schlechttgkett? Ich gehe jetzt und erwarte bald Bescheid darüber, wie Deine Tochter zu meinem Vorschläge denkt."
Johann Wilhelm preßte die Hände vor sei» Gesicht und warf sich auf daS Polster zurück. Wie im Halbschlummer vernahm er die Schritte des sich Entfernende», das Zuschläge» der Thür. Dann brach er in lautes, anhaltendes Weine» au«.
Zeitung' sicht ein, daß durch den neue» Gesetz entwarf wohl manche Härten beseitigt, aber die Wünsche der Katholiken nicht befriedigt werden. Wenn das schon ein nationalliberales Blatt al» seine Meinung ausspricht, dann kann man da» ohne weiteres glauben.
• Die Wreschener Geldspende«. Für die Familien der im Wreschener Prozesse ver- urtheiltkn Leute ist, wie bekannt, eine große Geld- samwluug veranstaltet worden. Nach einer Verlautbarung des polnische» Blattes.Dziennik Kuj/ gewinnt ks den Anschein, als wolle „das Komitee einen Theil der Gelder zu anderen, als de» zuerst in Aussicht genommene» Zwecken verwenden". Die Familien ter im Wreschener Prozesse Ver- mtherittn sollen geradezu Hunger leiden. Aufklärung bleibt abzuwarte». Auch das Berliner Polenblatt «Dziennik Berlins!!' bringt dieselbe Mcttuna. wie die vorher genannte Zeitung.
© Versorgung der Kriegs • Invalide» »ttb Deterane«. Nach einer Blätter-Meldung finden zwischen den Verbündeten Regierungen Verhandlungen darüber statt, eine höhere Summe als im EtatS-Doranschlage der Regierung vorgesehen ist, im J-ttereffe der Kriegs-Jnvaltden und Bete- raue» in den Etat eiszustelle». DaS würde das klügste fein, was die Regierungen In diesem Falle thrm fö-inen. Der Reichstag hat bekanntlich ohne weiteres einstimmig in diesem Sinne bereits be« schloffen.
+ ,.Kin Unsicherer —" unter dieser lieber« schrisr geht ver Deutschen Tageszeitung' ein Schreiben zu, vaS sich über dr» Oberbergrath Prietze beschwert, de» Nachfolger des Freiherr» oon Stumm im Reichstage für den Wahlkreis Ottweiler-Vt. Wendel. Herr Prietze hätt nämlich, wie er selbst erklärt hat, die von der Regierungsvorlage oorgesch!age»en Getteidezoll« sätze für ausreichend zum Zollschutze der Land« wirthschaft, und die Zuschrift des genannte» Blattes faßt deswegen nicht unrichtig:
Der Herr Abgeordnete Prietz? scheint der Typus dej-nigen zu sein, die den Bauern nur kennen, wenn fie ihn aiS Wähler brauchen, toi übrigen aber seine Jntcrissen »ei jeder Srleg-nhe» hintanzusetzen bereit sind, sobald eS ihnen fdjetot als wenn die Sonder- Interessen von Industrie und Handel beeinträchtigt werden könnten . . .
Herr Fuchs com Centrum, der Gegenkandidat des Herrn Oberbergraths Pritzr iw besagtem Wahlkreise, würde sich nicht der Dopprlgäagig- kett schuldig gemacht habe», wie dieses!
4- Die 5wÜÄ«ft der Iolk - Uorkage er» scheint der.Münchener Allgem. Ztg.' sehr dunkel. „Die Berachunge» der ReichStagS-Kom« misston . . . nehme» einen Anlauf", so schreibt der Berliner Vertreter deS genannten Blattes, „daß es nachgerade fraglich erscheint, ob die Kommission noch vor Ostern an den Tarif gelangen wird. Di-jenige», welche daraus speku« liren, die Berathung des ganzen Reformwerke- vor dem Ablauf des Reichstags-Mandates über« Haupt nicht zum Abschluß komme» zu laffen, sehe» ihre Wünsche mehr und mehr reale Gestalt gewinnen." Der Berliner Vertreter der »Münchener Allgem. Zig.' pfleat in solchen Sachen die An- schauunaen gewiff-rRegierungskreise wiederzugeben.
* Asm ssiegenden Gerichtssimede der Aresie. Wie die .Schlesische Zeitung' meldet, er«
Lange Zett dauerte es, biS er seinen Thräue» Einhalt zu gebieten vermochte. Sein Herz pochte und hämmerte mit Macht, als er sich erhob; bleiern legte sich die Schwüle deS Zimmers auf ihn, so daß er man len »en Schrittes »um nächsten Fenster eilte und beide Flügel weit öffnete. Vor ihm lag der sommerliche Garte» im blendende» Mittagssonnenschein. Der Flieder am Mauer- rand sandte fast betäubende» Duft empor, trocknendes Gras lag in fiibergrauen Hügeln auf be» Rasenfläche», die rothe» Flammen der Päo« nie» brannten in ihrem tiefgrünen Laube.
Wie laut die Hnmche» zirpte»! Wie so tief der Himmel blaute! Und jetzt begann das Mittagläuten auf allen Thürmen, wallten die Glockentöne durch bte zitternde Lust, die fie mit ihrer Fluth do» Licht und Wärme zu erdrücke» schien. Wie herrlich war dach die GotteSwelt! Jetzt lag der müde Arbeiter beim knappen Mahle im SraS am Zaun ober unter be» spärlichen Sträuchern beS Baugrunds, und schloß nicht wie sonst die Auge» zum Mittagsschlaf, nachdem er den Löffel blankgeleckt hatte, sonder» schaute mit offenen Augen in die Welt voll von Sommerwundern. Jetzt war die Zeit, wo die Fuhrknechte den Pferden rothe Rosen i»S Stirnhaar flochten und sich statt auf neue Fluchworte, auf die Lieder besänne», die fie in der Schule gefangen hatte». Jetzt hatte auch der Allerärmste sein Stückchen Glück. Rar er allein war tiefer denn je in Kummer und Sorgen. Thor! sagte er ingrimmig zu sich selbst, der Du glaubtest, mit einer äußerliche» Genugthuung Deine Sünde ttlaea zu könne»! Dem H-rzen war die Sü d- er t p un^n, das Herz mufju auch bu Sühne leisten, oa- war