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Inserate: Di« einspaltige Petit­zeile ober bereit Raum 15 Pfg.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Psg.; bei Wiederholungen wird enlsprecl,end. Rabatt gewährt.

,-p,e«ntMrllich: Für die RedatUcn Ios. Bau«, für Inserate 3. Serieller tu Fulda.

mit Zlnterf-altungs-Anlage „Muflrirte Sonntags-Zeitung"

Druck und Verla, de» Fuldaer LctteneenckoM pelersgaste Nr. 1 Cfcarmeule).

[] Der Toleranz-Antrag -es Centrums im Reichstage.

Der heutige Tag (Mittwoch) war im Reichs­tage ein sogenannter Schwerinstag, also An- trägen aas dem Hause gewidmet. Es standen drei auf der Tagesordnung: ein Antrag des nationalliberalen Abg. Bassermann aus Einfüh­rung kaufmännischer Schiedsgerichte, zweitens .zwei gleichlautende Anträge der freisinnigen Ver­einigung und des Centrums auf bessere Siche­rung de- Wahlgeheimnisses, und endlich drittens der Toleranzantrag des Centrums. Die ersten beide« Anträge waren bei fast leerem Sitzungs- saale bald abgethan. Der Antrag Baflermann wurde einer Kommission überrollen, die Anträge auf beffere Sicherung des Wahlgeheimnifsis gegen die Stimmen der R cklen angenommen. So lange war der Tisch des Bundesrathes leer Alsdann erschien StaatLsekcelär GlafPosadowsky; der Sitzungssaal hatte sich, namentlich auf den Bänke« des Cmtrums, allmählich gefüllt, sodaß der Toleranzantrag des C?nt?ums ein gut be­setztes Haus vorfand.

Abg. Dr. Pichler vom Centrum erstattete den Berichl über die Berathungen der Kommis­sion. Der vom Centrum ursprünglich beantragte Gesetzentwurf zerfiel, rote man weiß, in zwei Ab­schnitte. Von diesen ist vorläufig nur der erste übrig g> blieben. Denn der zweite Abschnitt, der von der Freiheit der Religionsgemeinschaften Handelt, ist vom Cmtrum „für die Dauer dieser tSesfion" zurückgezogen worden. Die M-hrheit der Kommission stellte sich auf den Standpunkt, daß dies unter die Zuständigkeit der E nzelstaaten gehöre. In dem ersten Abschnitte ist von der 'vollen Freiheit der Reltgionsübung der einzelnen Person die Rede; und daß diese Freiheit zu wahren dem Reichs zustche, darüber bestehen im Reichstage keine Meinungsverschiedenheiten. Das erklärten nach einander die Abgg. Schrader (freif. Vereing.), Hieber (natl.) und Graf Bernstorff-Lauenburg; nur die Regierung steht grundsätzlich auf anderem Boden. Nach einer Erklärung, die Staatssekretär Graf Posa- dowsky in Vertretung des Reichskanzlers ver­las, ist dieser nicht der Ansicht, daß die ganze Sache der Zuständigkeit deS Reiches unterstehe. -Aber d-r Reichskanzler gesteht unumwunden zu, daß die konft sstonellen Verhältnisse in manchen Bundesstaaten unhaltbar find; und er hat sich deswegen „auf dem Wege bundesfreundlicher Verhandlungen" zunächst an die mecklenburgischen Regierungen gewandt, nm dort eine Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Katholiken herbei- । zuführe«.

Der Kanzler hat nicht umsonst in Mecklen­burg angeklopft: Der Vertreter von Mecklen­burg, Landgerichtspräsident Dr. von Sang- ft Io, suchte zu e.eischuldige«, daß in Mecklen­burg bisher nicht alles so war, wie es sein sollte, und kündigte eine Be orimung an, durch «——■ II—ml hi in i iiiumm ii i ii ii mii ■■LgiilMBHMM

Der Spekulant.

Original-Roman von Hans Dahlen.

33) ------(Nachdruck verboten)

Nach einer W.'ile gelang eS ihm, die Augen wieder zu öffne». Der Stätteplatz war menschen­leer und drr Wage» befand sich näher dem AuS- gange. Schutzleute mit blanken Helmen standen neben dem Gefährt und unterhielten sich flüsternd. And da war auch Weißenfeld, der Sanitätsrath, und bei ihm ein jüngerer Herr mit goldenem Kneifer.

Wie damals, als er nach langem Siechthum Zuerst wieder dir Augen aufschlug, kamen sie Alle auf ihn zu, und wieder stürzte Thilda unter Küssen und Thränen an seine Brust; hatte er das Schreckliche denn nur geträumt? Aber an feixen Fingern klebte zähes, dunkles Blut, Blut bedeckte in großen Flecken den isabellfarbenen Plüsch seines Wagens, und der fade, durchdring, liche Geruch von Jodoform schwebte in der Luft. U«b am Boden lag auf einer Schütte Stroh eine bleiche, blutige Gestalt mit fchmerzoerzerrtem Antlitz, das er gut genug kannte: der Sohn seines Buchhalters.

„Gr hat Dich gerettet, Vater," sagte Thilda unter Thränen. „Er hat den Stoß, der für Dich bestimmt war, mit seinem Kö;per aufgefangen."

Johann Wilhelm verwandte keinen Blick von seinem Lebensretter. Tiefe Dankbarkeit erfüLte ihn; dennoch empfand er größere Freude über bie bewundernswürdige That an sich, als darüber, daß sie ihm das Leben bewahrt hatte.

Irrtöa, Donnerstag, den 30. Januar 1902.

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29. Jahrgang.

die de» Katholiken überall in Mecklenburg freie Religion sübung zuge,agt werden soll. In ent­sprechender Weile gab im Namen der braun­schweigischen R.'gierung deren Bevollmächtigter von C ra mm - Burg d or f f die Erklärung ab, daß dem braunschweigischen Landtage dem­nächst ein Gesetzentwurf zugehen solle, um de« Konfessionen volle Parität zu gewähren.

So weit war alles gut und schön; und Abgeordneter Dr. Bachem vom Centrum gab darüber auch seiner Genugthuung Ausdruck. Aber trotz der unmittelbaren Aufforderung des Abgeordneten Dr. Bachem hüllte sich der an­wesende Vertreter des Kö.stg-'eiches Sachsen, der Gesandte Graf Hohenthal, in Schweigen. Man weiß also noch nicht, ob Sachsen gesonnen ist, die ungeheu rliche« Zustände zu reformiren, die auf koiiskffwnellem Gebiete in seinem Lande besteh n! Uno doch ist gerade hier die Besse- rung außerordentlich nothwendig. Die traurigen Vorkommnisse in Wechselburg und viele anderen Ungeheuerlichkeiten sind der leider vollkommen deutliche Beweis dafür.

Nach 6 Uhr Abends wurde die Berattmng abgedrochin. Die sächsische Regierung wird hcffent- lich auch mit der erforderlichen und allein zeit­gemäßen Erklärung auf dem Plane erscheinen, wenn diese Berathung ihre Fortsitzung finden wird. Das Centrum aber kann mit voller Ge- nugthuung auf diesen Parlamentstag zurückblicken; sogar die Redner der Nalionallibsralen und der Freikonservotivkn, also der eigentlich sonst am meisten kulturkämpserischen Parteien, hielten nicht mit ihrer Anerkennung für das Sutrum zurück, daß gerade Lief s als Vorkämpfer religiöser Tole­ranz und Freiheit sich erwiesen habe!

O Die neue Flotten-Vorlage.

Jcht kennen wir bereits die neue Flotten- Vorlage, die uns für den Winter 1904—1905 bevorsteht. Sie ist durch eineu Treubruch bekannt geworden: In dem sozialdemokratischen Blatte .Vorwärts' ist ein Geheim - Erlaß des Staatssekretärs v. Tirpitz veröffentlicht worden, der die Vorbereitung dieser neue« Flotten-Vorlage zum Geoenstande hat. Die oberosfiziöse,Nordü. Allgem. Ztq.' bemerkt dazu: „Darüber, daß im Winter 1904-1905 eine der­artige Vorlage in Aussicht genommen war, deren finanzielle Konsequenzen zuerst im EtatSjahre 1906 bis 1907 eintreten würden, ist seitens der Re- gierungS - Vertreter im Plenum des Reichstages gelegentlich der Berathungen des Flotten-Gesetzes nie ein Zweifel gelassen worden." ES handelt sich, wie man sich ohne weiteres denken kann, um die bei der Beratbung der letzten Flotten • Vor- läge abgelehnten Auslands-Schiffe; in der Tbat kann nicht von einer allzu großen lieber« roschung in Folge t>e$ Bekanntroerdens dieses Geheim-ErlasseS die Rede fein. Aehnliches hat man allgemein erwartet.

Der Erlaß des Staatssekretärs von Tirpitz nimmt a«, daß die Flottenausgaben nach dem jetzt bestehende« Flottevplane weiter fortgesetzt werden sollen, bis wir alle die Auslandsschiffe haben werden, die jüngst abgelebnt wurden — trotz aller Ahnungen, daß die R-gierung es so

„Wackerer junger Man«!" sagte der Ganitäts- rath, mit dem Handrücken über die Augen streichend. Dann setzte er seine grimmigste Miene aus und erklärte schroff, die ganze Geschichte wäre nicht pafftet, wenn Johann Wilhelm sich seiner Orbnurg gemäß zu Hause «ehalte« hätte. Aber feine Augen, die mit leuchtendem B ick auf dem Millionär ruhten, sprachen deutlich genug aus, daß er auch ihm seine Bewunderung nicht vorenthielt.

Jetzt erst besann sich Neumann auf die Frage, wie sich Heinrich Schefer befinde. Daß daS Schlimmste nicht eingetreten war, zeigte ihm die Ruhe feiner Umgebung.

„Keine Sorge," entgegnete der Sanitätsrath, „— der ist eher dadurch, wie Sie. Ihnen wird Ihr Leichtsinn einen netten Rückfall besorge«. Verlassen Sie sich darauf. Wenn Sie sich noch einmal einen solchen Ungehorsam gegen meine Anordnungen zu Schulden kommen lasse«, dürfen Sie fich nach einem anderen Hausarzt umsehen, lieber Herr. Und nun, werther Kollege," wandte er fich an den Herrn mit dem Kneifer, „der junge Mann scheint mir bald transportfähig. Herr Neumann wird ihm ei« Plätzchen in seinem Wagen ebenso wenig verweigern wie unS beiden. Ich setze mich mit unserem ohnmächtigen Helden hinein. Sie klettern auf den Kutschbock, und das ambulante Lazareth ist fertig."

So geschah'-, und bald setzte fich das „am­bulante Lrzareth" in langsame Bewegung, hinaus aus dem Thore deS Stätteplatzes, über die sonnige Straße und durch die engen Vorstadt- gossen.

Es war eine stille Fahrt. Johann Wilhelm

im Sinne habe, eine gerade im gegenwärtigen Augenblicke der Reichsfinanzkrise ein höchst un­willkommene Eröffnung.

Auch in der Budgetkommission des Reichs­tages ist am heutigen Mittwoch von der An­gelegenheit die Rede gewesen. Bor dem Eintritte in die Tagesordnung richtete der freisinnige Abg. Dr. Müller-Saga« eine Anfrage deswegen an den Staatssekretär von Tirpitz. Dieser gab ohne weiteres zu, daß die Veröffentlichung des .Vorwärts' richtig fei. E? fei zwar zu be­dauern, daß der Erlaß veröffentlicht woxden sei; aber daß etwas Verfängliches darin enthalten fei, beftreite er ganz entschieden. Er hätte ebenso gut in der ,Nordd. Alla. Ztg.' veröffentlicht werden könne«; und eine eihrb.iche Verstärkung der Auslands flotte fei unbedingt erforderlich.

Wenn das Alle« so wä-e, könnte man nicht recht begreifen, warum denn der E-laß des Staats­sekretärs ausd'ücklich als „geheim" bezeichnet wor­be" ist. Auch die andere Behauptung des Herrn § atssekretälS ist ein wenig zweifelhaft, daß er s i bei der Berathung des letzten Flottengesetzes diese neue Forderung angekündigt habe. Das hielt in der Budgetkommission dem Staatssekretär auch Abg Müller-Fulda vor. Dieser bestritt ganz entschieden, daß eine weitere Nachforderung für die Marine für die Geltunc sfrrst des Flotten- gesetzes vom Staatssekretär a-gekündigt worden sei!

Neue Flottenforderungen bedingen neue Steuern — darüber muß man sich klar sein, um die unliebsame Veröffentlichung richtig beurtheilen zu können. Wir wissen schon jetzt nicht, wie wic die Reichrfinanzen in Ordnung halten sollen. Wie soll das möglich sein bei erneuter Mehrbelastung durch weitere Vergrößerungen der Kriegsflotte?

Deutsches Deich«

Berlin, 29. Januar.

X Ittgiermrg und Zolltarif. Rust man sich die verschiedenen osfiziellen und offiziösen Aeußerungen in die Erinnerung zurück, die über den Zolltarif und die Stellung der Regierungen dazu abgegeben worden sind, nachdem die eiste Lesung de« Zclltarifentwurfe« im Reichstage be­endet worden war, so gewinnt man den Eindruck, daß die Verbündeten Regierungen nicht sagen wollen, was sie eigentlich vorhaben — oder aber, daß sie es selbst noch gar nicht wiffen. Im preu­ßischen Abgeordnetenhause sprachen darüber Finanz­minister Frhr. von Rheinbaben und Minister- präsideni Graf Bülow, in der badischen Kammer Finanzmintster Buchenberger, jetzt wieder im preußischen Abgeordnetenhaufe Landroirthschaftr- minister von Podbielski — aber noch Keiner hat irgendwie angedeutet, was die Verbündeten Re­gierungen zu thun gedenken, wenn der Reichstag die GetreiveMe über die Sätze des Tarifent­wurfes der Regierung hinaus erhöhen sollte. Jetzt behaupte eine Berliner Zuschrift in einem offi­ziösen Organ, das in Karlsruhe erscheint: nicht nur die Mehrheit der Verbündeten Re­gierungen,- sondern auch die preußischen Stimme« im Bundesrathe würden gegen den etwaigen Reichstagsbeschluß auf Erhöhung der

schlummerte bald vor Ermattung ein, der Sa­nitätsrath war um Heinrich Schefer bemüht, oer bleich, mit geschlossenen Äugen i« seinen Armen lehnte; von außen drang, da man den Wagen geschlossen hatte, kein Geräusch außer dem dumpfen Stoßen und Rollen der Räder herein.

Manch' gleichgiltiger Blick mochte den Wagen treffe«, um fich gleich wieder anderen wich­tigeren Dingen zuzuwenden, ohne zu ahnen, daß der kleine Raum zwischen dem teppichbelegten Boden, den gepolsterten Wänden und der mit hellgemufterter Seide überzogenen Decke Ohn­mächtige und Lebende, Schmerz und Sorgen barg und zugleich die Wiege sür eine junge Liebe war.

ES war dw alte Thilda nicht mehr, die da mit raschem Äthern, fliegenden Pulsen und weit- geöffneten Augen vorgebeugt da saß, und über dem M tleid über den heldenmüthigen Jüngling, der in den Armen des Arzte« schon unruhig zu werden begann, fast die Sorge um den Vater vergaß. Die rauhe Hand der Ereignisse hatte an ihr Herz gegriffen, daß die in den tiefsten galten schlummernden Gefühle mit einem Schlage erwachte« und sie wie mit großen Augen an­blickten. Und ei« jede- sagte: „Du liebst ihn! Du liebst ihn!"

Sie erschrak nicht, sondern vernahm mit wehmüthigem Glück, was die Gefühle sprachen; denn was sie sagten, klang ihr so vertraut, wie ei« scköneS, altes Lied. Woher nur kam es. daß sie sich nicht früher ihrer Liebe bewußt ge- worden war? Erst jetzt, in diesem Augenblick, wo es vielleicht zu spät war, wie ihre Herzens­angst mrmuthen wollte?

vorgeschlagenen Minimalsätze für Getreide oder eine weitere Bindung der Sätze anderer landwirthschastlicher Erzeugniffe mit Nein stimmen. Danach wollen also die Verbündeten Regierungen auch nichts wissen von Minimalzöllin für Vieh, die unter anderen sogar der jetzige preußische Handelsminister Möller in einer Rede empfohlen batte, als u noch nationalliberaler Abgeord­neter war! J nis Karlsruher Organ, näm­lich die .Südoeutsche Reichskorrespondenz' fügt hinzu: t t

„Das Fehlen einer entsprechende« bestimmten „ R -gierungS kundgeb m> g erklärt fich leicht aus „dem bisherigen Fehlen eines Reichs­tags Votums, das eine solche nothwendiz „machen würde.

Das fieht aus rote ein schlechter Witz. An ein solches Reichstagsvotum ist vor Ablauf eines halbe« Johies ja gar nicht zu denken. Auf alles offiziöse Gerede hat man also nach wie vor nichts zu geben. Aber da in der demo­kratischen Presse die Stimmen sich mehren, Sie vor Obstruktion und vor Neu­wahlen zum Reichstage unter dem Schlagworte der Getreidezölle warnen, Mit­glieder der Demokratie selbst sogar selbst in Süddeutschland sür erhöhten Zollschutz der Landwirlhfchast auftreten, kann man nur sagen, daß die Aussichten der Freunde eines wirksamer« solchen Zollschutzes im «Steige« finb. Diese also, die die Mehrheit im Reichstage ausmachen, werden sich unter solchen Ümständen hüten, f-ühzeitig ihre Karte» aufzudicken. Ei- denke« nicht daran, fich vor der geeignete« Zeit au­ch cer Stellung herauSkocken zu lassen; weder durch demokratische, noch auch durch offiziöse Preßstimmen.

X Wahlsieg de- Sozialdemokratie. Der sächsische Wahlkreis Döbeln-Roßwein ist an die Sozialdemokratie verloren gegangen. Bei der Ersatzwahl, die am letzten Mittwoch dort ab- gehalten wurde für den nstionalliberalen Abge­ordneten Dr. Lehr, hat der sozisldemokratische Wahlbewerber, Fabrikant Grün berg, im ersten Wahlgange mit 11714 Stimmen gesiegt. Der nationalliberale Kandidat Lozel hat 5924, der konservative Gutsbesitzer Sachße 5213 Stimmen ei hatten Die Mehrheit der Sozialdemokratie be­ll aal also ungefähr sechshundert Stimmen, während i. I. 1898 bei der Stichwahl für Dr. Lehr 11925, für Gründers 10681 Stimmen ab ge­geben wurden. Die Zahl der bei der Havptroahl abgegebenen nationalltberalen und konservativen Stimmen hat sich nicht verändert. Es betrugen die nationalliberalen Stimmen 5938 i. 3- diesmal 5924 — die konservativen 540b im Jahre 1898 und diesmal §213. Man wird darum die Sachlage richtig beurtheilen, wenn man die Zunahme der Wahlberechtigten in Folge weiterer Entwickelung der Industrie als Ursache des sozialdemokratischen Wahlsiege- in Anspruch nimmt. Die Entwickelung der Industrie hat die Zahl der industriellen Arbeiter «och weiter vermehrt, und diese Vermehrung kommt nach alt-r leidiger Erfahrung der Sozialdemokratie überall da zu gute, »o e- nicht gelungen ist, die Arbeiterschaft in ihrer Mehrheit dem positive« Christenthum

„Herr DanVätscath!" Er schaute empor.

„Was wünschen Sie, mein liebes gtäu- lein?" „ .. ,

„Wird er sterben?" Ihre Auge« »eifer, auf Heinrich. ,. ,

„Aber «ein, ich sagte es doch! Vierzehn Tage Bettruhe machen ihn wieder gesund, wenn keine mworhergesehemn Zwischenfälle eintrete», was nicht zu erwarten ist. Werde gleich mit dem Kollege«, der aus dem Kutschrrbock sich von August unterhalten läßt, nachsehen, ob kein Fremdkörper in die Wunde eingebrungen ist, einen neuen Verband anlege» — und da- Weitere können wir dann dem Herrgott und der gesunden Natur des Patienten getrost über­lassen."

„Gott sei Dank!" Wie ttefer, »armer Glockenton durchzitterte eS die Stimme de- Mädchens, daß der Sanitätsrath voll Ver­wunderung de« Blick zu seinem Gegenüber erhob. Er errieth leicht, was daS H-rz der Tochter seines Freundes erfüllte und beeilte sich roch. mel8 zu versichern, daß j-de Besorgniß grund­los sei.

Als »b auch er hierfür einen Beweis geben wollte, schlug jetzt Heinrich Schefer bie AugM auf und fah in Armlänge vor sich das A' J der Jugendfreundin, das das vom Herzen porquellende Blut mit steigender Röthe ''' „Fräulein Thilda!" flüsterte er leise, M fein bleicher Gesicht gewann Farbe.

Sie ergriff mit beiden Händen eiskalte Rechte Heinrichs und pufft? innig. Ihre Lippen blieben ft’1 > großer Erregung, aber die in ..